Filmrätselstöckchen # 1098

Da ich jetzt schon ganz spät dran bin keine großen Worte. Nur so viel, ich glaube das wird hier ganz schnell gelöst. Viel Spaß!







David erkennt im Alleingang Sacha Baron Cohens Pseudodokumentation Borat - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen. 80 Minuten vergnügliches Fremdschämen, das weitaus harmloser ausfällt als seine verbohrten Kritiker wahr haben wollen. Um 17 Uhr geht es bei ihm weiter.



Arbeit für den Rekorder - 1. - 7. November

Samstag, 1. November

22:10 Uhr Bram Stoker's Dracula (K1)
Ohne Francis jetzt irgendwie etwas unterstellen zu wollen, aber 15 Jahre vorher wäre seine zwar sehr atmosphärische und handwerklich äußerst gelungene Roman Adaption wesentlich bissiger ausgefallen. Gerade hinsichtlich der sexuellen Konnotationen der Vorlage bleibt das Ganze doch recht brav. Dennoch sehr lecker für die Romantiker unter uns. Top!

22:30 Uhr The Lost Boys (RTLII)
Haha, noch so ein Beißer und das Filmereignis für die damalige Bravoleserschaft. Kurzweilige Vampir Teeniekomödie, die ich schon Jahre nicht mehr gesehen habe. Ich meine, daß Kiefer Sutherland bei den Mädchen mehr Eindruck hinterließ als der eigentliche Film. Nagelt mich nicht drauf fest, aber ich glaube der könnte sich für 80er Liebhaber immer noch lohnen.

Während sich man Dolph Lundgren als harten Drogendealer im Kampf gegen außerirdische Dealer um 00:35 Uhr K1 auch durchaus noch in der gekürzten Dark Angel Fassung aufgrund der überwiegenden Trashqualitäten geben kann, dürfte Peter Weller als RoboCop 2 um 01:00 Uhr auf Sat 1 in der um mehr als 25 Minuten gekürzten Fassung wohl überhaupt keinen Sinn machen. Ach Gott, wie ich das hasse. Dann sollten sie doch einfach auf die Ausstrahlung verzichten...

01:45 Uhr Freddy vs. Jason (Pro7)
Na wer den nicht mag, der geht auch zum Lachen in den Keller. Ein Traum von einem Horror Comic und der beste Film mit den beiden Ikonen des 80er Jahre Slashers überhaupt. New Line Cinema, ich liebe Dich. Absolut fresh!

Sonntag, 2. November

20:15 Uhr Spiderman 2 (Pro7)
Ach Gott ist das alles traurig.

20:15 Uhr Wag the Dog (Tele5)
Ich unterschreibe da alles was der Therudi in seinem Review geschrieben hat.

20:15 Uhr Ocean's Twelve (RTL)
Ocean's Eleven war ja schon einer zuviel.

22:15 Uhr Bowling for Columbine (3SAT)
Jaja, die blöden schießwütigen Amis. Das sieht man halt in Europa gerne. Zwar kann Moore über eine gewisse Zeit durchaus unterhalten, dem Kern der Sache kommt er aber gar nicht erst nahe, da er nicht einmal den Versuch unternimmt sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen.

00:15 Uhr Don Juan DeMarco (K1)
Johnny Depp haut's mal wieder raus, denn Brain Adams' Geträller ist kaum auszuhalten. Ach Gott ihr Romantiker da draußen, schlecht ist der wirklich nicht und Brando nimmt auch diese Hürde mit Leichtigkeit.

01:45 Uhr Coming Home (ARD)
Danke ARD, jetzt kann ich mir den unter den Experten der Experten als einzig wahrer Anti-Kriegsfilm unter den Anti-Kriegsfilmen gehandelten Anti-Kriegsfilm endlich mal anschauen. Sowohl Besetzung, Regisseur und Soundtrack lassen mir schon das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Montag, 3. November

21:00 Uhr ...denn sie wissen nicht, was sie tun (ARTE)
Die Mutter aller Jugenddramen und noch eine verdammt gute obendrein. Einfach herrlich, immer wieder und mag sie noch so alt sein.

22:15 Uhr Syriana (ZDF)
Der Mensch, das Öl und die große Langeweile. Hat zwar seine Momente, aber wer guckt sich den eigentlich freiwillig an? Ja, ich weiß. Kein schlechter Film, einmal gucken reicht trotzdem für die Ewigkeit. Matt Damon saugt grundsätzlich.

Dienstag, 4. November

20:15 Uhr Die Truman Show (K1)
Kam der eigentlich schon mal auf RTLII? Das wär mal Realsatire. Jim Carreys bester Film, bestimmt.

23:10 Uhr Crash (DAS4.)
Cronenberg verleiht dem Automobil als Fetisch eine ganz neue Bedeutung. Seit ich diesen Film geguckt habe muß ich immer schmunzeln wenn von Boxenludern die Rede ist. Weniger Unterhaltung als Erfahrung. Ein riesiges Lob an den Cast, dessen Leistung einfach nicht genug gewürdigt werden kann. Ganz großes Kino für Freunde des außergewöhnlichen Films.

Mittwoch, 5. November

22:20 Uhr Halloween: H20 (K1)
Jepp, der macht genauso Laune wie Freddy vs. Jason obwohl natürlich nur halb so wild und comichaft wie die große Slashersause. Aber Michael Meyers war ja schon immer ein wenig introvertierter als seine Kollegen.

Donnerstag, 6. November

20:15 Uhr Contact (VOX)
Finde ich super weil die Außerirdischen mal nicht so doof sind die Erde zu besuchen um dann eh nur im Kugelhagel des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zu sterben, sondern lieber uns zu sich holen. Die Foster macht als engagierte Astronomin richtig Spaß und eigentlich wäre das ja mal der Auftakt für eine moderne Perry Rhodan Adaption gewesen. Wer will die Fortsetzung drehen? Hier kann man sogar selbst ein wenig Ellie spielen.

Freitag, 7. November

22:35 Uhr 28 Days Later (RTLII)
Kam im Kino wesentlich besser als auf DVD und ist TV um 13 Minuten gekürzt wohl aller wesentlichen verstörenden Szenen beraubt. Ich denke mal, daß das Ende absolut konfus und überhaupt nicht mehr zu verstehen sein wird. Schade, Danny Boyle hat so eine bestimmte Art Filme zu drehen, die mir einfach gefällt.

00:45 Uhr Der Rasenmähermann (RTLII)
Ladies and Gentlemen nehmen sie Platz. Eine der schönsten Trashgranaten der letzten 20 Jahre, wer hier die ersten dreißig Minuten durchhält braucht den Rest auch nicht mehr zu fürchten. Was geht eigentlich ab? Egal, muß man wenigstens einmal im Leben gesehen haben um es zu glauben.

So das war für diese Woche und immer schön auch auf die Tipps der anderen achten.

Sendersuchlauf, täglich
From Beyond, ab samstags
Blockbuster Entertainment, The Duke und Kino, TV & Co, ab sonntags

Falls Du glaubst die Fernsehtipps auf Deinem Blog könnten hier auch einmal Erwähnung finden solltest Du einfach in den Kommentaren darauf hinweisen. Falls sie mir gefallen werde ich es mir nicht nehmen lassen wöchentlich darauf hinzuweisen.

Bei Filmen ab oder nach Mitternacht das abweichende Datum beachten.

Link: Loriot - Fernsehen



Blinde Spiegel - Mirrors

Es war die Wiederentdeckung der Ernsthaftigkeit im Horrorfilm, die Alexandre Ajas zweites Werk Haute Tension auszeichnete. Auch wenn der Plot nicht wirklich zu gefallen wußte, man ist als Horrorfan ja schon dankbar wenn der Mann mit dem Messer sich während der Verfolgung des Opfers nicht vor Trotteligkeit die Beine verknotet. Wie er da dem Slasher die schon längst verlorene Würde des Bösen zurückgab, seinen Protagonisten wieder echte Angst und Verzweiflung zu gestand, das Messer und die Kreissäge wieder zur echten Gefahr für Leib und Leben werden ließ. Keine Frage, dieser Aja würde auch Karriere in Hollywood machen können, das im Horrorgenre dringend eine frische Brise benötigte. Die Altmeister waren inzwischen alterszynisch, beschäftigten sich mit Seifenopern oder schlechten Vampirwestern. Wes Craven engagierte Aja fix für das Remake seiner Hügel der blutigen Augen und, ja doch, Aja wurde für seine Arbeit allerseits gelobt. Obwohl auch sein The Hills have Eyes nicht auf kreischende Teenies verzichten wollte, konnte er sich doch noch ein wenig vom üblichen Mainstream Horror der vergangenen Jahre aufgrund seiner konsequenten Körperlichkeit absetzen. Mirrors ist nun sein zweiter Hollywood Horror, das Remake der außerhalb Koreas wohl eher unbekannten Ringu Variation Into the Mirror.

Die Spiegel sind es dieses mal von der die Gefahr für Leib und Leben ausgeht. Ben Carson, suspendierter Ex-Polizist und mittlerweile wieder trockener Ex-Alkoholiker, nimmt einen Job als Nachtwächter an. Er möchte wieder auf den Pfad der Tugend zurückkehren und seine Ehe retten, von der kleinen Pension allein kann er seine Familie nicht ernähren. Die Gattin ist jedoch gar nicht auf sein Geld angewiesen, arbeitet sie doch als Gerichtsmedizinerin in der örtlichen Pathologie. Da fällt die Entscheidung doch gleich viel einfacher den Gatten bei seiner Schwester einzuquartieren. Carter soll ein altes Kaufhaus bewachen, dies ist vor Jahren ausgebrannt und steht seitdem so vor sich hin. Nur die zahlreichen Spiegel blieben anscheinend unversehrt und nachdem Carter in der ersten Nacht einen von ihnen berührt geht der ganze Spuk schon los.

Das Genre verzichtet all zu oft auf Logik, keine Frage, manches mal ist dies vonnöten um die Spannung aufrecht zu erhalten, oft ist es einfach egal. Doch Mirrors entbehrt ihr schon im Grundgerüst. Während man sich noch fragt warum ein ausgebranntes Warenhaus überhaupt rund um die Uhr bewacht werden muß und auf die diesbezügliche Frage des neuen Wachmanns wartet, stellt sich schon die nächste. Warum stehen eigentlich Massen an gut erhaltenen Spiegeln im Gegenwert des Börsenwertes so manches amerikanischen Geldinstitutes einfach so in einer Ruine herum? Aufklärung erhält der Zuschauer nicht, warum auch? Könnte ja nur ablenken, auch eine Erklärung dafür warum die Tagschicht nach all den Jahren immer noch so quietschfidel ihrem Leben frönen kann, obwohl die Spiegel in Carsons Auto und im Haus seiner Noch- und schon bald endlich wieder Frau kein Problem mit der Tagesaktivität zu haben scheinen. Da will man schon gar nicht mehr danach fragen warum in ihrem Haus überhaupt so viele herum hängen. Es paßt halt ganz gut und was nicht paßt wird passend gemacht. Die bösen Spiegel wollen ja auch nur eines. Esseker. Hört sich irgendwie biblisch an, ist aber nur der Nachname der Person, die einst das Böse in die Spiegel brachte. Warum und wieso ist nicht egal, dafür aber schließlich so absurd wie uninspiriert inszeniert. Natürlich bringen die Spiegel auch nur die vergessene Wahrheit wieder ans Tageslicht. Die möchte man aber gar nicht mehr wirklich wissen, denn daß pubertierende Mädchen eh nur vom Bösen besessen sein können und die Schulmedizin, in diesem Fall der Psychologe (Dr. Kain!), da schon eh nicht helfen kann wissen wir ja spätestens seit dem Exorzisten. Als hätten sich verwirrte Christen und Scientologen an einem Wochenende zusammengesetzt und ein Drehbuch geschrieben.

Zwei gute Szenen hat Mirrors zu bieten, die eine gleich zu Anfang, die andere hat dann aber mit Horror nichts zu tun. Potential hätte die Geschichte gehabt, und daß sie gerade von Aja dermaßen in den Sand gesetzt wurde, dem Mann, der einst für das neue harte Horrorkino stand wie kein anderer, ist dann doch schon eine sehr traurige Tatsache. Denn Aja versucht hier offensichtlich den Asien- und Mysteryhorror der letzten Jahre mit seiner Art des ungebremsten Splatters in Einklang zu bringen, hat aber eigentlich kein wirkliches Konzept bei der Hand. Gerade die Splatterelemente wirken doch recht aufgesetzt, für den Rest scheint er sich gar nicht zu interessieren, so zusammengeschustert wirkt der Film. Da verwundert es auch nicht mehr, daß Kiefer Sutherland für die Hauptrolle ungefähr so geeignet ist wie ein Kamel für's Springreitturnier. Ein Blick auf die Produzentenliste läßt Böses erahnen.

3,5/10 Punkte

Lieber Maik,

ist heute ja überhaupt nicht gut gelaufen. Erst diese Pogoeinlage im eigenen Strafraum, die der Linienrichter leider nicht richtig sehen konnte und dann bekommt dieser Dir in allen Belangen überlegene Jefferson Farfan, der Dir bestimmt den letzten Nerv mit seinem Spiel raubte, noch nicht einmal die Rote Karte für sein Revanchefoul. Da hat Farfan sicherlich Glück gehabt. Wird bestimmt gemein gewesen sein, was Dir Andreas Müller von der Seitenlinie zurief als Du den Dir zustehenden Freistoß endlich ausführen wolltest. Aber dann diese alberne Geste in Richtung Schalker Bank wohin auch immer, was sollte das eigentlich? Das sah schon sehr komisch aus. Was habe ich gelacht. Und dafür auch noch vom Platz fliegen. Dämlicher geht’s nicht. Oder? Anscheinend doch. Da stößt Du so einfach den Assistenzschiedrichter zur Seite und tritts dann auch noch diesen armen Stuhl um. Ach, nee. Noch nicht einmal das hast Du geschafft. Hast Dir bestimmt aus Frust erstmal 'ne Kanne Bier gegönnt, oder auch zwei oder drei. Vier? Gibt morgen bestimmt Kopfschmerzen nach all der Aufregung.

Ansonsten hat Schalke endlich alles richtig gemacht. War bestimmt das beste Spiel seit über einem Jahr, da gibt es nichts zu meckern. Ich will mehr davon, denn heute Abend wurde ich von Schalke endlich wieder richtig angefixt. Ich glaube ich habe in der ersten Halbzeit dreimal „Was für ein geiles Spiel!“ geschrien während ich von der Couch aufgesprungen bin. Da gab es zwar die eine oder andere Unsicherheit in der Abwehr. Immerhin mußte der Ball zweimal von der Schalker Torlinie gekratzt werden, aber sonst stand Schalke in der Abwehr ordentlich. Und nach vorne ging heute irgendwie auch alles. Miller hat da bestimmt eine höhere Schalker Führung verhindert und alles gehalten was zu halten war. Übrigens kein Vorwurf an Karlsruhe, die Jungs haben sich bis zum 3:0 durch Jefferson Farfan nicht geschlagen gegeben und alles dafür getan um noch einmal heranzukommen. Selbst nach Deinem Platzverweis. Schalke kommt ins Rollen...bestimmt.

Glück Auf

P.S.: Deine Internetseite ist voll scheiße.

Lieblingsszenen II - Django


Django hält für Major Jackson, der eine kleine Stadt in der Nähe der mexikanischen Grenze terrorisiert, eine nette Überraschung in seinem Sarg bereit. "So, jetzt ist Schluß. Jetzt brauchst Du nicht mehr bezahlen für Dein bisschen Leben.", sagt er anschließend zum Wirt des Saloons während er obercool den Sarg hinter sich herzieht.

Django
Sergio Corbucci, I/ES/USA 1966

Auswärtssieg in Karlsruhe, der letzte

Das letzte Schalker Tor in Karlsruhe schoß einer, der auch morgen in Karlsruhe auf der Schalker Bank sitzen wird. Nein, nicht Gerald Asamoah, der war damals noch gar nicht verpflichtet. Es war Youri Mulder. Am 09.03.1996 gelang Schalke auch der letzte Sieg in Karlsruhe. Seitdem erspielte sich Schalke in Karlsruhe mit der sprichwörtlichen Zuverlässigkeit eines VW Käfers dreimal ein 0:0. Ich hoffe sehnlichst, daß diese Miniserie morgen im positiven für Schalke zu Ende gehen wird. Denn erstens ist die Zuverlässigkeit des VW Käfers auch nur eine durch Werbung und Propaganda suggerierte Volksunweisheit und zweitens ist ein Dreier für Königsblau mittlerweile von existenzieller Wichtigkeit.

Glück Auf

Wieder im Kino - Pier Paolo Pasolinis Salo oder die 120 Tage von Sodom

Salo, das ist Pasolinis Adaption der 120 Tage von Sodom des Marquis des Sades, aber vielmehr noch seine persönliche Abrechnung mit der italienischen Gesellschaft, die das Gebaren des Faschismus nicht nur erduldete sondern nach seiner Auffassung auch mit Gleichgültigkeit gegenüberstand und in weiten Kreisen vielleicht auch heute noch gegenübersteht. 117 Minuten quält er nicht nur die Opfer im Film sondern auch den Zuschauer mit schlimmsten Demütigungen, Folter und erzwungener sexueller Perversion. Wenn auch in einer dem Theater ähnlichen sehr distanzierten Inszenierung. Zensiert, verboten und doch wieder freigegeben, da die künstlerische Wertigkeit Pasolinis Werkes nicht unterschlagen werden darf. Ein wohl seltener Vorgang in der Geschichte des Films und nicht nur deutscher Justiz. Pasolinis Tod wirft bis heute Fragen auf. Von Auftragsmord, der Verwicklung des italienischen Geheimdienst ist die Rede. Fest steht nur, daß Pasolini am 2. November 1975 mehrfach von einem Auto überrollt auf einem Fußballplatz in Ostia aufgefunden wurde. Verurteilt wurde Pino Pelosi, dessen Aussagen immer widersprüchlich blieben. Die Uraufführung des Films fand am 22. November 1975 auf dem Pariser Filmfestival statt. Daß der Film bis heute immer wieder auch mit dem Exploitation- und Horrorfilm in Verbindung gebracht wird, selbst die IMDB führt ihn unter Horror, ist wahrscheinlich eines der größten Mißverständnisse seitdem Filme in Genres eingeteilt werden. Und wenn Bild.de Pasolini als Nacktfilm-Kultregisseur bezeichnet, darf man diesen Umstand schon als Ausdruck purer Dummheit werten. Salo ist eine zum Teil zwar sehr verkopfte, pessimistische Betrachtung einer Gesellschaft, die das faschistische Denkmodell schon mit der Muttermilch eingeflößt bekam und auch gleichzeitig eine Brandrede gegen die Gleichgültig bzw. den unkritischen Umgang gegenüber gesellschaftlichen Systemen. Ein Film dessen Bewertung mir unmöglich erscheint.

Salo wird seit dem 23.10. in neuen 35 mm Kopien wieder aufgeführt. Leider anscheinend ersteinmal nur in Berlin.

From Dusk till Dawn

„Gehen wir nach Mexiko, da duftet es nach Rosmarin, der Schnaps ist hochprozentig. Da wird es Reis mit Bohnen geben und nichts von dieser Scheiße hier ist dann noch von Bedeutung.“

Die Scheiße in der die Brüder Richard und Seth Gecko waten haben sie sich selbst eingebrockt. Die beiden Inkarnationen des überzeichneten und hart gekochten Gangsters der tarantinoesken Movie Movie Welt ziehen eine Blutspur hinter sich her, die sich schon kurz nach Seths Flucht aus dem Gefängnis, einem Banküberfall plus eines unglücklichen Zwischenfalls in einem Kiosk auf 5 Texas Rangers, 8 Polizisten und 3 Zivilisten kumuliert. Die Geisel, die im Kofferraum ihres Mercury Cougar liegt wird auch nicht mehr lange überleben. Richard hat da nämlich so ein kleines Problem mit seinem sexuellem Trieb und ein ausgeprägtes Problem mit der Einordnung des Bedrohungspotentials seiner eventuellen Opfer, was seinen Zeigefinger schon mal den Abzug schneller durchziehen läßt als eigentlich nötig. Der Haufen Scheiße in den sich beide befinden wächst schneller an als sein Bruder Seth Pläne schmieden kann, die die Geckos auch mal unblutig aus einer Situation entkommen lassen könnten. Seth ist eigentlich ein ganz umgänglicher Typ solange man als eventuelles Opfer seinen deutlich ausformulierten und eindeutigen Anweisungen folgt, die fairerweise auch die Konsequenzen der Nichtbefolgung beinhalten. El Ray ist ihr Ziel, doch um dort hinzukommen müssen sie es über die Grenze schaffen. Bei ihrem Steckbrief ein Problem. Doch wie der Zufall es so will ergibt sich da eine viel versprechende Möglichkeit in Form eines riesigen Wohnmobils, gelenkt vom abtrünnigen Baptisten-Prediger Jacob Fuller und seinen sich noch in der Pubertät befindenden Kindern Kate und Scott. Seth verdeutlicht Jacob mit Nachdruck, daß die Gecko Brüder jetzt zur Reisegruppe gehören. Nachdem die Grenze unblutig passiert ist und Jacob samt familiären Anhang in Seths Buch der coolen Leute steht, kehren sie im Titti Twister ein. Dort will sich Seth mit seinem Kumpel Carlos im Morgengrauen treffen um ihm die Tantiemen für den Aufenthalt in El Ray zu übergeben. Der Gangsterruhestand in Mexico ist nicht ganz billig. Das Titti Twister ist eine Trucker und Biker Kneipe, die Damen sleazy, die Kerle narbig. Kein guter Ort um Stress zu machen, schon gar nicht wenn der Stress in einer blutigen Auseinandersetzung endet. Keine guten Aussichten für einen Gecko. Und es kommt noch schlimmer.

Die Barmänner, Gesellschaftsdamen und Partyluder zeigen nachdem doch wieder Blut vergossen ist ihr wahres Gesicht, verwandeln sich in gottverdammte Vampire. Nicht in die romantischen eines Bram Stokers, sondern in die dämonisch bösen des mexikanischen Volksmundes. Da läßt es Rodriguez splattern, pfählen und Gliedmaßen abreißen, daß der Zuschauer sich schnell in Braindead Dimensionen wähnt. Doch während sich dort der Spaß aus der Inflation der Gedärm und Blutfontänen Slapstik speißte, generiert er sich in Rodriguez Film immer noch aus der Actionpose und den dazugehörigen markigen Sprüchen. Das Gematsche bleibt bis zum Schluß eine zünftige Kneipenschlägerei, trotz all der geplatzten Dämonenköpfe, aufgerissenen Hälse und durchbohrten Herzen. From Dusk till Dawn ist ein filmisches Chamäleon, das schneller die Farbe des Genres wechselt als der Zuschauer Popcorn buchstabieren könnte. Gerade noch Roadmovie, jetzt schon Splattermovie. Doch immer schimmert unter der Oberfläche das Grundgerüst des Westerns, durchaus italienischer Machart.

Quentin Tarantino hat, dem damals noch jungen, Robert Rodriguez From Dusk till Dawn auf dem Leib geschrieben und der wußte das Geschenk seines mittlerweile besten Kumpels und Gönners genial umzusetzen. Bei aller vielleicht ab und an angebrachten Häme gegenüber Rodriguez als Drehbuchautor und den leichten narrativen Schwächen, die seine Filme, die komplett auf seinem eigenem Mist gewachsen sind, mit sich bringen - From Dusk till Dawn ist handwerklich eine wahre Wonne für den Filmfreund. Kamera, Schnitt, Score und Soundtrack über jeden Zweifel erhaben. Anstatt das auch schon damals für einen Genrefilm knappe Budget von ungefähr 20 Millionen Dollar ausschließlich für die Redundanz an Special Effects zu verbraten investierte Rodriguez lieber in einen unvergeßlichen Cast, der nicht nur mit George Clooney, Harvey Keitel und neben Salma Hayek auch ganz besonders Juliette Lewis, die ihre Rolle des sexuell naiven und leicht beeinflußbaren Mädchens aus Cape Fear brillant neu interpretiert, begeistern kann, sondern auch mit Scarface Dany Treyo, Blaxploitation Onkel Fred Williamson, Fleischwunden Gott Tom Savini und Cheech Marin gleich in 3 Rollen eine einzige Huldigung an den Exploitation und Genrefilm darstellt. Die auch schon 1996 als limitiert gelungen anzusehenden Effekte unterstreichen das ganze Ambiente noch einmal und wenn man From Dusk till Dawn anschaut fragt man sich schon warum Rodriguez' Grindhouse Beitrag Planet Terror überhaupt noch nötig war. Er hatte doch eigentlich schon alles gesagt. From Dusk till Dawn, der ja die Hommage schon im Titel trägt, ist eine Zitatsammlung unbeschreiblichen Ausmaßes, die einem selbst nach der x-ten Sichtung immer wieder noch einen kleinen Leckerbissen bereit hält. Und wenn es nur Scott ist, der neben des Tragens des Precinct 13 T-Shirts auch noch Gitarre spielt, Deliverance läßt grüßen. From Dusk till Dawn ist das Werk zweier Liebhaber, die ihre Schwärmerei über den Genre- und Exploitationfilm in Bildern und Ton einfangen.

9/10 Punkte

Them

Was wurde mir in der letzten Zeit nicht alles von der Filmindustrie als spannend verkauft. Die meisten Produktionen konnten dabei zwar mit immer mehr Blut und Gewalt aufwarten, die wirkliche Spannung blieb dabei jedoch auf der Strecke. Die beiden französischen Regisseure Xavier Palud und David Moreau gehen bei ihrem Erstlingswerk Them einen erfrischend anderen Weg.

Clementine und Lucas sind vor kurzem von Frankreich nach Rumänien gezogen. Sie arbeitet als Französischlehrerin und er schreibt an seinem Buch. Eingenistet haben sie sich in einer schönen alten Villa. Alles scheint traumhaft zu laufen, doch als Clementin in der Nacht aufwacht und Geräusche im Haus hört ist dies nur der Anfang des wahren Horrors.

Palud und Moreau lassen Zuschauer wie Protagonisten im Dunkeln tappen. Nur diese ständigen Geräusche. Schritte, ein Klacken, plötzlich geht das Licht aus. Ich möchte nicht zuviel verraten, das währe der Spannung abträglich. Die anfangs so große Villa ist plötzlich jedoch sehr klein und möchte so gar keinen Schutz mehr bieten. Die intelligent eingesetzte Handkamera weiß Hochspannung zu erzeugen, der Zuschauer ist mitten im Geschehen. Anleihen bei The Blaiwitch Projekt sind nicht zu übersehen. Doch anders als dort, wird die Bedrohung plötzlich existent, da in den Verfolgungsszenen immer wieder ganz kurz die Angreifer gezeigt werden. Sei es in einer schemenhaften Andeutung oder nur die Schuhe des unbekannten Angreifers, die unter einem Vorhang hervorluken. Auch die Flucht aus dem Haus bringt nicht die ersehnte Befreiung aus der bedrohlichen Lage. Der vom Vollmond erhellte Wald scheint plötzlich genauso klein wie die vorher in ihrer Räumlichkeit geschrumpfte Villa. Das Ende kommt überraschend und abrupt, dafür vielleicht umso verstörender und dürfte nicht dem Geschmack der Masse entsprechen.

Die Macher von Them erzeugen Hochspannung ohne die mittlerweile üblichen Gewaltexzesse und Blutfontänen. Sie setzen den Fokus auf die Bedrohung, auf die Angst der Hauptpersonen und lassen sie nachvollziehbar agieren, was das Geschehen ziemlich realistisch erscheinen läßt. Das verdient hohen Respekt und Anerkennung. Ihre französischen Kollegen gehen da oft andere Wege, wie uns zuletzt nicht nur À l'intérieur ziemlich redundant aufzeigte. Viele vergleichen den Film mit Ajas Werk Haute Tension, was ich jedoch nicht ganz verstehen kann. Denn außer daß beide Filme aus Frankreich kommen, haben sie wirklich nicht viel gemein. Them ist ein sehr eigenständiger Genrevertreter, der sich vor keiner noch so großen Produktion in Sachen Atmosphäre und Visualität verstecken muß. Ich könnte mir vorstellen, daß Altmeister Alfred Hitchcock nicht nur in der einen oder anderen Szene seinen Spaß an diesem kleinen Reißer gehabt hätte. Dazu tragen nicht zuletzt die sehr ordentlichen Leistungen der doch eher unbekannten Schauspieler bei. Olivia Bonamy und Michaël Cohen überzeugen in jeder Szene mit ihrem Spiel und lassen nicht eine Sekunde an der Angst von Lucas und Clementine zweifeln. Them ist erwachsenes und hoch spannendes Genrekino wie man es gerne öfters sehen würde.

7,5/10 Punkte

Ach und noch etwas Herr Wark

Die Abseitsregel ist wirklich nicht so einfach zu verstehen. Ganz klar, haben wir Laien während der Euro 2008 (registered Trademark) ja im Spiel Italien - Holland Niederlande wieder einmal beeindruckend zur Kenntnis nehmen müssen. Aber Sie als ausgewiesener, schon seit 1987 beim Kultur- und Sportexperten Sender beschäftigter, Schwimm- und Fußball-Experte (nebenberuflich Vollblut-Journalist) müßten sie doch eigentlich aus dem Eff-Eff beherrschen. Oder? Ist doch schließlich Qualitätsfernsehen was sie da am Lerchenberg produzieren. Erklären sie mir doch einmal wie warum Schalke bei gegnerischem Einwurf auf Abseits spielen kann sollte.

Der, der nicht eine Sekunde darüber nachgedacht hat was gewesen wäre wenn PSGs B-Elf die A-Elf gewesen wäre. Denn Fußball ist kein Spiel der Konjun...

Glück Auf

Das Internet ist eine Fundgrube

Letzten Sonntag habe ich beim Brötchenkauf an der Tankstelle die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung als Morgenlektüre auch noch mitgekauft. Nicht zu verwechseln mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung kaufe ich mir ab und an ganz gerne, der Feuilleton, Gesellschafts- und nicht zuletzt der Sportteil sind echte Highlights, dagegen stinkt die Wochenendausgabe der Süddeutschen einfach ab, und die habe ich früher wirklich gerne gelesen. Na, jedenfalls führte Julia Schaaf ein staubtrockenes Interview mit Martin Gore. Martin Gore ist übrigens nicht der, der immer sein McBook Pro in Szene setzt wenn er von der Klimakatastrophe schwafelt, sondern der, der seit fast dreißig Jahren die guten Songs für Depeche Mode schreibt und mittlerweile zackig auf die Fünfzig zugeht. Mein Gott bin ich alt geworden. Das komische an der ganzen Sache ist ja, daß ich Depeche Mode nie wirklich toll fand. Das lag weniger an den Songs, sondern eher an David Gahan, der sie oftmals so jammerhaft interpretierte. Martin Gore ist nämlich ein begnadeter Songschreiber, dem ich oftmals einen Sänger für seine Band wünschte, der seine Songs nicht so oft so jammerhaft interpretiert. Irgendwie habe ich Depeche Mode aber doch schon öfters Live gesehen, was daran liegen dürfte, daß Depeche Mode eine der genialsten Livebands der letzten fast dreißig Jahre ist.

Da habe ich einfach mal wieder ein wenig geyoutubed und nach Konzertmitschnitten gesucht. Und was finde ich da zu meiner Überraschung? Um jetzt endlich mal den Bogen zur aktuellen nicht wirklich geführten Diskussion um die Qualität im öffentlich rechtlichen Fernsehen zu spannen, deren Teilnehmer ja glauben Kultur hätte nur etwas mit Büchersendungen und Bertolt Brecht zu tun. Den WWF Club. Das war eine Sendung im Westdeutschen Werbefernsehen, die von 1980 bis 1990 jeden Freitag im Vorabendprogramm der ARD ausgestrahlt wurde. Jetzt war der WWF Club bestimmt nicht das, was sich Herr Reich-Ranicki in seiner verkürzten Sichtweise unter Kultur vorstellt. Aber er bot mit seinem lockeren Humor, Infotainment (definitiv keine Erfindung des Privatfernsehens), Auftritten von Newcomern und in den Charts ziemlich vorne Platzierten wunderbare seichte Unterhaltung, die echte redaktionelle Inhalte beinhaltete und nicht nur eine Nummernrevue von Werbebotschaften war. Der WWF Club war so eine Mischung von Talkshow, Musikladen und Sketschparade. Also die richtige Unterhaltung zwischen Abendbrot und Badewanne. Und wer ist dort mindestens viermal aufgetreten? Genau. Kann man sich heute wirklich nicht mehr vorstellen, daß so etwas wie echte musikalische Jugendkultur Sendezeit im öffentlich rechtlichen Fernsehprogramm vor 01:00 Uhr in der Nacht, wenn überhaupt, zugestanden wird.


Antrainierte Automatismen

Da lacht nicht nur der Schalker.

[via]

Demnächst in diesem Kino






Kneipentour mit
Robert Rodriguez

Arbeit für den Rekorder - 25. - 31. Oktober

Samstag, 25. Oktober

20:15 Uhr Im Juli (BR)
...kann man sich so etwas an einem verregneten Sonntagnachmittag schon gefallen lassen. Wunderschöne romantische Liebesgeschichte mit skurrilen Einfällen ohne die üblichen Kotzbeilagen deutscher Liebeskomödien. Akin hat's drauf.

20:15 Uhr Schindlers Liste (DAS4.)
Er kann es nicht, er kann es nicht, er kann es nicht. Eindimensionales Emotionskino, daß der Ernsthaftigkeit des Themas nicht ansatzweise gerecht werden kann. Lieber noch einmal Das Tagebuch der Anne Frank lesen.

20:15 Uhr Sneakers – Die Lautlosen (VOX)
Durch und durch sympathisches Heist-Movie, das neben einem Sahnecast auch noch Sahnespannung bieten kann. Hacken für die NSA. Ganz klare Empfehlung meinerseits.

20:15 Uhr 187 – Eine tödliche Zahl (RTLII)
Kleine reißerische Blackboard Jungle Variation mit einem gut aufgelegten Samuel L. Jackson. Nicht zu viel erwarten, dann paßt es schon.

22:25 Uhr John Carpenters – Vampire (RTLII)
Irgendein Baldwin spielt ja immer irgendwo mit. Und meistens ist das auch so ein zweifelhaftes Prädikat für Direct to DVD. Oder lief der tatsächlich im Kino?

22:40 Uhr Platoon (K1)
Ich habe Charly Sheen damals wirklich für Tom Cruise gehalten. Ehrlich. Damals war ich auch von der Marlboro? Schachtel am Helm so etwas von beeindruckt, meine Fresse. Führt natürlich die Schrecken des Krieges vor, ergötzt sich aber vor allem im coolem Abkratzen. Ein Anti-Kriegsfilm in der Ronald Reagan Ära. Haha. Das allein ist ja schon witzig. Zur Unterhaltung aber bestens geeignet. Oliver Stone eben. Bin mal gespannt wie Dabbeljuh so wird, nachdem Stone die ganzen fetten Havannas mit Fidel weggequarzt hat.

23:55 Uhr Die letzten Amerikaner (Tele5)
Ist so eine famos durchgestylte Mixtur aus Deliverance, City Slickers und Vietnamfilm. Eines muß man Walter Hill ja lassen, auf Tiefgründigkeit hat er nie Wert gelegt und wenn die Knete nicht für den asiatischen Dschungel reicht, müssen halt die Sümpfe Louisianas herhalten. Töfte.

Sonntag, 26. Oktober

20:15 Uhr Mr. & Mrs. Smith (RTL)
Ist gar nicht so übel wie immer wieder behauptet wird. Sorry, zwar hätte es auch eine Direct to DVD Auswertung getan, aber kurzweilig ist das Ganze schon. Nur die Aniston weint am Ende.

20:15 Uhr Spider-Man (Pro7)
Hilfe!

00:05 Uhr Good Night, and Good Luck (ARD)
Muß ich wohl aufnehmen, da ich ihn noch nicht gesehen habe und mich die McCarthy Ära plus politische Verantwortung der Medien plus George Clooney plus Jazz Soundtrack brennend interessiert. Weiß nicht warum der eh noch nicht von mir gesichtet wurde, stand doch damals ganz oben auf meiner Liste.

01:45 Uhr Sunday, Bloody Sunday (ARD)
Nagt zwar schon gewaltig der Zahn der Zeit an den Kanten, bietet aber immerhin den wohl berühmtesten schwulen Kuß der Kinogeschichte. Aber auch abseits des großen Skandals kann das Dreiecksbeziehungsdrama von John Schlesinger durchaus immer noch überzeugen. Wie eigentlich fast alles von ihm. Ja, ich bin Schlesinger Fan, der Mann hat einfach ein Gefühl für Würde und das war und ist immer noch etwas besonderes im Kinogeschäft.

Montag, 27. Oktober

Das Tagebuch der Anne Frank zu ende lesen.

Dienstag, 28. Oktober

20:15 Uhr Der letzte Mohikaner (K1)
Wird ja doch immer wieder unterschätzt, nur um ihn dann beim zufälligen Einschalten doch bis zum Schluß zu gucken. Ich bin ja der Überzeugung, Kidman und Cruise anstatt Day-Lewis und Stowe in den Hauptrollen, ein wenig mehr Klischee und Kitsch und der Film wäre heute ein Pro7 Blockbuster. Aber das hätte Michael Mann wohl nicht mitgemacht. So fehlt ihm aber nicht nur durch Manns Hang zur Technokratie die gewisse Leidenschaft.

Mittwoch, 29. Oktober

20:15 Uhr Top Gun (K1)
Kann man sich mittlerweile überhaupt nicht mehr ernsthaft reinziehen. Als Jugenderinnerung meinerseits aber immer noch geduldet. Am liebsten würde ich den mal neuverfilmen und dem Furz von einem Maverick von Iceman erst Charlie wegschnappen lassen um ihn dann im Finale durch Friendly Fire vom Himmel zu pusten. Und nach der ehrenvollen Beerdigung klatschen alle mit Iceman ab. Goose, der seinen Tod nur inszenierte um seinen eitlen und arroganten Freund los zu werden, nickt Iceman aus der Entfernung im Schatten einer Trauerweide anerkennend zu. Wer gibt mir die 200 Millionen Dollar? Ach, was bin ich heute wieder gehässig.

Donnerstag, 30. Oktober

20:15 Uhr Independence Day (VOX)
Die Ausserirdischen hätten einfach mal vor ihrer Invasion ihren Virenscanner updaten sollen. An Schwachsinn kaum zu übertreffende Schwabenkatastrophe, die immerhin nicht ganz so viel gekostet hat wie man meinen könnte. Dafür wurde Emmerich zurecht gelobt. Höchst unterhaltsam wenn man vorher für einen gewissen Pegel sorgt, aber hinterher nicht über den Kater beschweren. Abstinenzler müssen leider in die Röhre gucken.

02:05 Uhr The Blair Witch Projet (PRO7)
Vorhänge zu, Licht aus, eventuellen Labertaschen Hausverbot erteilen. Ein Meisterstück an Effektivität was das Genrekino angeht. Angst, pure Angst. Obwohl man Heather am liebsten selbst den Hals umdrehen würde. Top!

Freitag, 31. Oktober

20:15 Uhr Die Mothman Prophezeiungen (RTLII)
Viel Brimborium um Nichts. Nein, so gemein kann man es auch nicht ausdrücken. Mysteryquark allererster Kornfeldgüte. Quatsch, auch zu hart. Viel Rauch um nichts, nö auch nicht. Akte X meets Shyalamankino meets Tante Klaras Orakel meets Sozialumweltdrama mit Richard Gere in der Hauptrolle um die Zielgruppe konkret abzustecken. So, jetzt hab ich es. Wenn man gerade nichts anders zu hat und eh einschlafen möchte. Definitiv weniger Nebenwirkungen als jedes Schlafmittel, rezeptfrei.

22:20 Uhr Verflucht (PRO7)
Wes Cravens unfreiwillig komisch geratenes Geschwisterliebedrama ist dermaßen unterirdisch, da fehlen einem die Worte. Wie kann einem so routiniertem Regisseur so etwas Peinliches passieren? Wie? Und ich bekomme wahrscheinlich noch nicht einmal die paar Penunsen für mein Top Gun Remake. Ich würde es auch für 50 Millionen machen, dann gibt es aber nur F-14 Tomcats aus dem Computer. [Eigennotiz: unbedingt mal den Uwe anrufen]

22:20 Uhr Ginger Snaps – Das Biest in Dir (TELE5)
Dann schon lieber diesen hier. Nette, kleine Coming Out of Pubertät Werwolfsatire, die nicht nur für 15 jährige Mädchen goutierbar ist, sondern genug Ironie und Witz mitbringt um auch große Jungen Unterhaltung bieten zu können.

So das war für diese Woche und immer schön auch auf die Tipps der anderen achten.

Sendersuchlauf, täglich
From Beyond, ab samstags
Blockbuster Entertainment, The Duke und Kino, TV & Co, ab sonntags

Falls Du glaubst die Fernsehtipps auf Deinem Blog könnten hier auch einmal Erwähnung finden solltest Du einfach in den Kommentaren darauf hinweisen. Falls sie mir gefallen werde ich es mir nicht nehmen lassen wöchentlich darauf hinzuweisen.

Bei Filmen ab oder nach Mitternacht das abweichende Datum beachten.

Der Capitano spricht Tacheles

Ich halte es für eine Frechheit. Ich weiß überhaupt nicht, ob Olaf Thon in den vergangenen drei Wochen geschweige denn in den letzten zwei Jahren überhaupt ein Spiel von mir gesehen hat bei Chelsea. Olaf Thon stellt Behauptungen auf, die gar nicht stimmen. Aber das ist genau der Trend, den ich seit einigen Wochen beobachte. Dass versucht wird, einigen Spielern im Team ans Bein zu pinkeln, und einige auf diesen Zug aufspringen wollen. Ich warte fast stündlich auf den Beitrag von Lothar Matthäus und seinen Lohnschreibern.


Und noch weitere schöne Antworten auf gute Fragen unseres Nationalmannschaftskaptäns im Interview mit Michael Ashelm auf FAZ.net

Lieblingsszenen - Blow Up

Thomas gelangt auf der Suche nach der geheimnisvollen Frau, die er morgens zufällig in einem Park zusammen mit einem älteren Herren fotografierte ins Ricky-Tick. Auf der Bühne gibt die damals in der Szene angesagte Band Yardbirds einen Gig. Das anwesende Publikum gibt sich zuerst zurückhaltend. Als die Verstärker der Band Probleme bereiten schlägt der Gitarrist mit seinem Instrument auf den Verstärker ein, dabei beschädigt er die Gitarre. Er gibt der Gitarre den Rest und wirft den abgebrochenen Gitarrenhals ins Publikum. Plötzlich flippt die Menge aus und stürzt sich auf Thomas, der den weggeworfenen Gitarrenhals an sich bringen kann. Jeder möchte das begehrte Stück für sich haben, Thomas flieht im Getümmel aus dem Club, verfolgt von zwei Gästen, die sich anscheinend nicht so leicht bei der Trophäenjagd geschlagen geben wollen. Im langen Flur zum Ausgang stoßen sie jedoch mit zwei anderen Gästen zusammen und Thomas kommt mit seiner Beute unbeschadet auf den Boulevard. Dort begutachtet er kurz den Gitarrenhals, erkennt die für ihn völlige Wertlosigkeit des Gegenstandes und wirft ihn anschließend weg. Ein Passant, der zufällig in der Nähe steht, hebt interessiert den Gitarrenhals vom Gehweg auf und wirft ihn ebenfalls nach kurzer Begutachtung wieder weg, da er für ihn ohne das Wissen um seine Herkunft ebenfalls nur ein abgebrochener Gittarenhals ist.

Blow Up
Michelangelo Antonioni, I/GB/USA 1966

Gefühlskalt - No Country for Old Men

Die Coen Brüder haben in ihrer mittlerweile fast 25 jährigen Filmgeschichte gegenüber anderen Regisseuren eher wenig gefilmt. Doch seit ihrem großem Erfolg mit dem großem Lebowski scheinen sie die Schlagzahl in der Filme unter ihrer Regie die Leinwand erblicken progressiv anzuziehen. Die Hälfte ihrer Werke entstand in den letzten acht Jahren und für die nächsten zwei Jahre sind schon vier neue Filme angekündigt. Von den wenigen Ausnahmen abgesehen werfen sie in ihren Geschichten Laien- und Profikriminelle in die Arena, die oftmals an den Unwägbarkeiten des Zufalls scheitern, lassen unbescholtene Menschen unbewußt die Masterpläne der Bösen und Verzweifelten durchkreuzen. Das Chaos welches dadurch entsteht ist die eigentliche Komödie. Die Coens entlarven die Lächerlichkeit der Verbrechen der Kinogeschichte. Nicht zu verwechseln mit dem tatsächlichen Verbrechen. Das ist wichtig, denn nur aus diesem Grund können wir Lachen wenn Gear Grismund sich in Fargo seines Komplizen mittels Gartenschredders entledigt oder Donny Kerebatos in The Big Lebowski an einem Herzinfarkt stirbt. Spielten die Coen Filme auch nur ein Fitzelchen in der echten Welt, uns würde das Lachen im Halse stecken bleiben.

Texas, irgendwann in den achtzigern Jahren. Der arbeitslose Vietnamveteran Llewelyn Moss stößt auf der Jagd durch Zufall mitten in der Einöde des Grenzgebietes der USA und Mexico auf den Ort eines offensichtlich geplatzten Drogendeals. Zwischen den Leichen findet er die Drogen als auch das Geld und einen schwer verletzten Mexikaner, der als einziger das Massaker überlebt hat. Er schnappt sich das Geld und versteckt es unter seinem Wohnwagen in dem er mit seiner Frau Carla Jean lebt. Nachts sucht er ein zweites Mal die Fundstelle auf um sich auch noch die Drogen unter den Nagel zu reißen. Dabei wird er von den Besitzern der Drogen überrascht und kann nur knapp entfliehen. Seinen Pick Up muß er stehen lassen, wohlwissend, daß das Kennzeichen seine Identität verraten wird.

Über die Schönheit des Films wurde schon viel geschrieben, über die formale Perfektion. Es ist schwer das was die Coens mit No Country for Old Men abgeliefert haben in Frage zu stellen. Ihre ganzes filmisches Können scheint sich in ihrem mit vier Oscars prämierten Werk zu kumulieren. Ja, man könnte jedes einzelnes Bild für sich nehmen und damit die Geschichte des amerikanischen Genrekinos erzählen. Fantastisch, wie dieser Film die Leinwand mit dem Hauch des ganz Großen erfüllt, auch wenn er sicherlich eine ganz kleine Geschichte erzählt. Doch die Perfektion, der Professionalismus, mit dem Ethan und Joel Coen diese kleine Geschichte erzählen, erfüllt einen tieferen Sinn, ist selbst Teil des Plots. Es ist diese Professionalität an der die alten Männer in No Country for Old Men scheitern werden. Dargestellt in der Person des Anton Chigurh. Diesen unerbittlichen von seinen eigenen Fähigkeiten zutiefst überzeugten Profikiller, der auf der Suche nach Llewelyn Moss und dem Geld keinen eventuellen Zeugen überleben läßt. Eiskalt. Dem jegliche Menschlichkeit abhanden gekommen scheint. Diejenigen, die ihn als Psychokiller sehen haben schon verloren, denn während der Psychokiller aus einem inneren Zwang tötet, dies gleichzeitig seine größte Schwäche darstellt, die ihn früher oder später Fehler machen lassen wird, ist Chirgurh das komplette Gegenteil zu so einem pathologischen Kriminalfall. Sein Töten mit dem Schlachtschußapparat wirkt auf dem ersten Blick skurril, ist jedoch nur Ausdruck seiner Profession. Kein Geräusch, kein Projektil, daß sich zurückverfolgen ließe. Die Gasflasche wirkt auf seine Opfer höchstens verwirrend, wird jedoch nicht als Bedrohung aufgefasst, wie es bei einem gezückten Messer oder Revolver der Fall wäre. Selbst alte Hasen im gleichen Geschäft scheitern an der grausamen Zielgerichtetheit Chirgurhs.

Ihm gegenüber steht Ed Tom Bell. Der altersweise Sheriff, der bisher noch jedem Fall in seinem County Herr wurde ohne jemals Gebrauch von der Waffe machen zu müssen. Er ist jemand, der seine Ziele mittels seines investigativen Gespürs und vor allem mit der menschlichen Art, in der er seinen Gegenübern begegnet, erreicht. Darauf war er immer stolz, wie auch schon sein Vater. Doch diese neue Art des Verbrechens, das über sein bisher friedliches Land hereinbricht, damit kommt er nicht zurecht. Darauf ist er nicht vorbereitet, da er es nicht versteht. Konnte er sich auf seine Methoden in der Vergangenheit immer wieder verlassen, stößt er nun an die Grenzen, da das Verbrechen jegliche Skrupel verloren zu haben scheint. Ein Menschenleben keinen Pfifferling mehr wert zu sein scheint. Dem kann er letztendlich nur noch mit Zynismus begegnen. Er kann erklären was passiert ist, aber nicht mehr warum. Warum werden die Opfer von Verbrechen noch gefoltert obwohl sie ihren Zweck schon erfüllt haben? Wahrscheinlich kam nichts im Fernsehen. Ed Tom Bell wird in Pension gehen, er fühlt, daß seine Art zu arbeiten zukünftig keinen Erfolg mehr haben wird. Er müßte sich schon anpassen, doch das will er nicht, das ist nicht mehr sein Land. Auch wenn der Film Llewelyn Moss sehr viel Zeit widmet ist seine Geschichte lediglich der Part, der die Figuren Chirgurh und Bell zusammenbringt. Das mag vielleicht suspekt klingen, da Chirgurh und Bell sich nicht einmal im Film begegnen, doch Bell stößt auf Chirgurhs Spuren, die ihm klar machen, daß er scheitern wird. Sie nehmen ihm jegliche Illusionen noch etwas ausrichten zu können, in diesem Fall und in seinen zukünftigen.

No Country for Old Men ist ein äußerst pessimistischer Film, nicht ein Fünckchen Hoffnung lassen die Coen Brüder aufkeimen. Das verleiht ihm einen realistischen Grundton, der jedoch durchgehend durch die klischeehaften Figuren und Handlungen gebrochen wird. Das macht ihn als unterhaltsamen Genrefilm ebenso wie als Zustandsbeschreibung der amerikanischen Wirklichkeit fast ungenießbar. Er ist ein Kunstobjekt, welches den Zuschauer ständig auf die falschen Fährten lockt, ihm nicht das gibt was er vielleicht erwartet. In seinen einzelnen Szenen die Grenzen der cineastischen Genialität auslotet, in seiner Gesamtheit jedoch ein ziemlicher Kotzbrocken von einem Film ist. Auch wenn es vielleicht die Absicht der Coens war das Kino vorzuführen, beleidigt No Country for Old Men letzten Endes nur den Intellekt des Zuschauers. Was soll er mit so einem Film anfangen, dem ein so wichtiges und selten vorgetragenes Thema wie das Scheitern an der Veränderung innewohnt, der sich jedoch lediglich in seinem eitlen Bruch mit den filmischen und dramaturgischen Konventionen suhlt, dem Publikum eine inhaltliche Tiefe vortäuscht, die er jedoch zu keiner Zeit einzulösen vermag. Es entsteht der Eindruck er mache sich über die Erwartungshaltung seines Publikums lustig. Er gönnt dem Zuschauer auf dem Heimweg nach dem Kinobesuch lediglich die Erkenntnis einen handwerklich perfekten Film gesehen zu haben, dessen nahezu an Arroganz grenzende Selbstverliebtheit ihm jedoch ein emotionales Ereignis verwehrt und allein aufgrund dessen in der großen Langeweile endet.

6/10 Punkte

Bundesligaalltag Nr.8

Erst rassig, dann nicht schlecht und zum Schluß nur noch trauriges Gegurke. Nein, damit meine ich nicht das gewohnt über weite Strecken hilflose Spiel des FC Schalke, sondern das des Gastgebers Hamburger Sportverein. So kann man aus Schalker Sicht doch ganz gut mit dem 1:1 in Hamburg leben, da Mladen Petric ausnahmsweise nur den Pfosten traf. Ob ein Hamburger Sieg verdient gewesen wäre, darüber läßt sich natürlich streiten. Ob sie überhaupt in Führung gegangen wären hätte, der mit dem Tempo der Bundesliga immer noch nicht klar kommende, Orlando Engelaar vor dem 1:0 nicht den x-ten haarsträubenden Fehler verursacht, der das trockene Führungstor Trochowskis erst ermöglichte, ist auch eine Frage, die in die Rubrik Hätte Wenn und Aber fällt. Fußball ist kein Spiel der Konj..., ach nee. Der hat ja auch irgendwie schon einen drei Meter langen Bart. Also abschließend zum Top Spiel am Sonntag nur noch eine Frage. Wann sehe ich mal wieder einen Sieg meiner Mannschaft?

Die Erkenntnisse aus den restlichen Spielen des 8. Spieltags sind noch schneller abgehakt. Weidenfeller und Wiese bitte nicht für die Nationalmannschaft nominieren, Herr Löw. Bei ersterem habe ich ja keine Befürchtungen, daß ihnen das wirklich passieren könnte, bei letzteren ist ihnen so ein Fauxpas ja durchaus zuzumu.... Ach ich hatte es schon wieder verdrängt. Kann man nur hoffen, daß sich René Adler nicht auch noch verletzt. Ansonsten ist die Gelassenheit des Rotbäckchens aus Ulm angesichts des knappen Sieges in Karlsruhe schon bemerkenswert. Nur der Journalist Fragen und die Antworten ins Internet Steller aus eigenem Hause wurde aufgrund der inhaltlichen Frechheit seiner Frage fristlos gekündigt. Da Hoeneß fristlose Kündigung aber vor keinem Arbeitsgericht Deutschlands, auch nicht derer mit rot-weißem Vorsitzenden, Aussicht auf Erfolg haben dürfte, zog er die Kündigung unter vier Augen schnell wieder zurück. Ein Fuchs unser Rumpelstilzchen. Ich frage mich echt wie man als FC Bayern Kunde eigentlich noch Stolz auf so einen Altvorderen sein kann. Wirklich, ich kann ihn nicht mehr ertragen. Schlimmer als Bohlen.

Ansonsten bleibt Bielefeld Bielefeld und Hannover Hannover, nur Frankfurt macht mir langsam Sorgen. Sollte Bruchhagen noch länger den Roth machen, kann das für die Eintracht fatal ausgehen. Wollen wir mal nicht hoffen. Ist gerade so schön mit nur einem echten Dorfclub in der Liga. Cottbus steigt ab, da bin ich mir dieses Mal sicher, was natürlich mit der Realität nichts zu tun haben muß. Egal, in Gladbach hat man endlich Hitzfeld Meyer zurückgeholt. Seine prätentiösen Interviews können dann bestimmt eine Weile von den mageren Leistungen der Mannschaft ablenken, die erste Schalte ins Krombacher Studio stand heute Mittag jedenfalls schon. Frei nach dem Motto: „Wenn schon Abstieg, dann wenigstens mit dem DSF.“ Habe ich noch ein Spiel vergessen? Ach ja, Hertha, das war schön. Nicht weil ohne Pantelic, sondern weil gegen Stuttgart.

Glück Auf

Auf den letzten Drücker

Ach so, heute ist ja auch der letzte Tag der Frankfkurter Buchmesse. Kein Grund jetzt panisch den nächsten ICE nach Frankfurt zu stürmen, denn außer Katalogen und Broschüren ist dort auch nichts abzugreifen und der Mohammed-Ähnlichkeitswettbewerb der Titanic bekanntlich eh abgesagt. Naja, Ringelnatz, Goethe, Wilde, Verne und selbst Poe kann man sich ja auch zu Hause vorlesen lassen. Ganz kostenlos und iPod MP3-Player kompatibel auf vorleser.net. Viel Spaß!

Peripher Fußball

Also, daß die Ingrid Flick sich zum Begräbnis Jörg Haiders angemeldet haben soll verbuche ich mal unter "peinlich aber gut möglich". Doch Rainer Calmunds Interesse an der Trauerfeier halte ich dann doch für nicht mehr als fragwürdigen Gossip. Für ein Stück Streuselkuchen und 'ne Tasse Kaffee fährt der doch nicht extra bis nach Österreich, oder?

Hellboy II - Die goldene Armee

Die Welt steht mal wieder am Abgrund. Prinz Nuadu, seines Zeichens beleidigter Sohn des einstigen Welt- und jetzt nur noch Elfenkönigs Balor, ist nicht so ganz einverstanden mit dem einst von seinem Vater mit den Menschen geschlossenen Frieden. Kann ja gar nicht angehen, daß die, die eigentlich Anspruch auf die Macht hätten nur wegen des zu befürchtenden Blutvergießens ihr Dasein im Untergrund fristen müssen. Um die Weltherrschaft zu erlangen nimmt er selbst den Tod des Vaters hin. Doch, und das ist nicht nur in dieser Mär der Untergang des Antagonisten, unterschätzt er die Kraft der Liebe. Puh, da könnte man schon gelangweilt abwinken, wenn der Protagonist und seine Helfer nicht so verdammt sympathisch absurde Freaks der Superhelden Welten wären. Allen voran natürlich Hellboy, dieser vom Wunderheiler Rasputin im Auftrag der Nazis beschworene, glücklicherweise von GI's aufgefundene und von Professor Bruttenholm zum Guten erzogene rothäutige Dämon. Der sich seiner Hörner entledigte um ein wenig menschlicher auszusehen. Aber das wissen wir ja schon aus dem ersten Teil an dessen Ende er seine Prinzessin wach küssen durfte. Die Schöne und das Biest lassen grüßen. Da kann man meckern und von altem nur neu Aufgelegtem schreiben wenn man ein böser Zeitgenosse wäre.

Tatsächlich, Guillermo del Toro bietet auch in seinem zweitem Hellboy Abenteuer, diesem Genre Mix aus Fantasy, Men in Black und CSI, Althergebrachtes. Wer hier jedoch ein „lediglich“ vom Rezensenten erwartet ist auf dem Holzweg, denn wie er die schon tausendmal erzählten Geschichten dem Publikum darlegt ist der eigentliche Spaß. Er versucht gar nicht erst krampfhaft die Curry Wurst durch die Beigabe zeitkritischer Soße in die Haute Cuisine zu hieven. Nein, del Toro läuft durch den Feinkostladen des Genrekinos, pickt hier und da die bewährten Leckerbissen heraus und kreiert ein internationales Dinner, welches er mit großen Dosen Selbstironie und Humor abschmeckt. Da ist nicht nur Platz für Dialogwitz, da paßt auch noch ein Zwischengang Tex Avery Cartoon Slapstick hinein ohne aber seine Figuren der Lächerlichkeit preiszugeben. Die stattet del Toro genüßlich mit allerlei schrullig menschlichen Schwächen aus, die er auch üppig und gut getimed zu inszenieren weiß. Es ist nicht so einfach mit Liz zusammenzuleben, wenn sie im wahrsten Sinne des Wortes wegen so lächerlichen Dingen wie einer unaufgeräumten Bude schon mal explodieren kann. O.K., der von seinem eigenen Schöpfer Mike Mignola als „Klempner unter den Superhelden“ kategorisierte Hellboy ist aber auch wirklich ein Klotz von einem Herzensbrecher und sollte eigentlich wissen, daß man die Zahnbürste der Liebsten nicht einfach zur Katzenfütterung mißbrauchen sollte. Ganz das Gegenteil eines Abe Sapien, der mit seinen hellseherischen Kräften ausgestattet herausfindet, daß Hellboy und Liz in Zukunft mehr verbinden wird als die reine Liebe. Abe Sapien ist es dann auch, der im zweitem Hellboy Abenteuer am Ende den größten Preis für die Errettung der Welt zahlen wird. Sein Schicksal bietet Raum für eine eventuelle Fortsetzung, die dann aber wahrscheinlich lange auf sich warten lassen wird, da del Toro in den nächsten Jahren bekanntermaßen mit den Hobbitbüchern beschäftigt sein wird. Geduld ist eine Tugend und in Sachen Hellboy wohl auch mehr als angebracht. Denn welcher Regisseur hatte in den letzten Jahren schon den Mut seinen Superhelden in einem Moment des frustrierten Liebeskummers zum dritten Sixpack greifen zu lassen.

Visuell ist der Film eine Wucht. Del Toro läßt es gerade in der ersten Hälfte nicht nur kreuchen und fleuchen, erfindet nicht nur die schönsten skurrilsten Fabelwesen, er weiß vor allem die Explosionen und Sensationen gekonnt immer auch mit einem nettem Gag zu verbinden. Man könnte fast behaupten er inszeniert sie nur wegen der Gags. Doch endet dies nie in der immer wieder befürchteten Redundanz an Effekten, da del Toro es versteht seine Hauptfigur nicht aus den Fokus des Geschehens zu verdrängen. Ganz im Gegenteil, selbst eine Kreatur von der Größe Godzillas kann Hellboy nicht davon abbringen sich mehr mit sich selbst zu beschäftigen als mit der drohenden Gefahr, die er selbstredend schließlich mit links erledigt. Phasenweise ähnelt dieser Hellboy schon einer Parodie auf die oftmals sich selbst zu ernst nehmenden Fantasy und Superhelden Kinoausflüge der letzten Jahre. Das ist verdammt erfrischend, da möchte man del Toro das gerade auf den Filmtitel bezogen ein wenig dünn geratene Finale auch gar nicht mal so übel nehmen. Der einzige Wermutstropfen, den der Zuschauer leider auch in Hellboy II – Die goldene Armee schlucken muß, ist dann die ernüchternde Tatsache, daß Prinz Nuadu als Antagonist nicht nur aufgrund seiner elfischen Gene gegenüber den einnehmenden Superhelden Hellboy und seinen Kumpanen einfach blass bleibt. Da gelten seit diesem Sommer wieder andere Maßstäbe im Kino, obwohl ich nicht nur momentan den stoischen rothäutigen Zyniker mit großem Herzen jeden anderen Superhelden vorziehen würde. Oh crap.

8/10 Punkte

Schon bald





Katzenliebhaber
und ein Schlachtschußapparat

Arbeit für den Rekorder - 18. - 24. Oktober


Samstag, 18. Oktober

22:05 Uhr Jacob's Ladder (Tele5)
Kommt ja mal vor. Da möchte man einen Film eigentlich unbedingt sehen, aber jedesmal wenn sich die Möglichkeit bietet hat man gerade auf so etwas keinen Bock. Nach 17 Jahren sollte ich mich jetzt mal ein wenig zusammenreißen.

22:25 Uhr 12 Monkeys (ARD)
Terry Gilliam kombiniert Zeitreise Science Fiction und Verschwörungsthriller mit Bruce Willis, Brad Pitt und Madeleine Stow zu einem düster apokalyptisch exzentrischem Leinwandmeisterwerk. Faszinierend, interpretierbar, auf dem ersten Blick verwirrend und dennoch schlüssig. Nichts ist wahr, alles ist möglich. Terry Gilliam spricht von einer angemessenen Reflexion unserer Wirklichkeit. Das lassen wir mal im Raum stehen.

02:35 Uhr Casino Royale (K1)
Vier Wochen vor dem deutschen Kinostart des gefühlt 50. Bondfilms freue ich, der der Serie sehr, sehr ambivalent gegenüber steht, mich wie ein kleiner König diese wunderbare und traumhaft besetzte Bondparodie mal wieder sichten zu können. Niven, Allen, O'Toole, Welles, Andress, Sellers, Belmondo... Unbedingt programmieren.

Sonntag, 19. Oktober

20:15 Uhr Flightplan – Ohne jede Spur (PRO7)
Vorsicht, Touchstone versucht sich mal wieder im Thriller Genre. Die Flugaufsichtsbehörde sollte die Ausstrahlung per Einstweiliger Verfügung verbieten lassen. Ganz klar, hier geht es um die Sicherheit der Zuschauer.

20:15 Uhr X-Men 2 (RTL2)
Ich bin mit der Serie noch nie richtig warm geworden, mir ist das alles mit zu vielen Problemen behaftet. Dazu noch Patrick Stewart, der so lange mit seiner oberschlauen Art durch den Weltraum flog, daß ich ihn einfach nicht mehr sehen kann. Fragt da mal lieber TheRudi, der ist schließlich Experte in Sachen Comic Adaptionen. (Auch wenn er bei Wanted total daneben liegt;))

Montag, 20. Oktober

02:00 Uhr Rumble Fish (RTLII)
Das ist schon soooooo lange her, daß ich beim bestem Willen nicht mehr sagen kann, ob der wirklich so schlecht ist, wie er immer geschrieben wird. Der Cast dürfte jedoch ausreichen um jedwede Diskussion über eine eventuelle Sichtung auszuschließen. Dillon, Rourke, Lane, Hopper, Cage, Fishburne und nicht zuletzt Chris Penn.

Dienstag, 21. Oktober

20:15 Uhr About Schmidt (K1)
Ja, da gibt es wohl kaum etwas auszusetzen. Toller Film, so menschlich, mal was anderes und ersteinmal der Nicholson. Alte gehören auch mal ins Kino und so. Hinter vorgehaltener Hand schreibe ich aber, daß ich letztes Jahr in Mülheim a. d. Ruhr, der übrigens überflüssigsten Stadt der Welt, abends bei Regen und einer Schweinekälte über eine Stunde auf dem Parkplatz des Rhein-Ruhr Zentrums auf den Mann vom ADAC gewartet habe, da ich vergessen hatte das Licht an meinem Auto auszuschalten und mir bei dem Schweinewetter kein verdammtes Ar......h Starthilfe geben wollte. Das war genauso unterhaltsam wie About Schmidt, naja nicht ganz, aber fast.

00:00 Uhr Die Stunde des Jägers (BR)
Friedkins Rambo auf der Flucht möchte tiefsinniges Actionkino sein. Das haben wir aber alles schon einmal gesehen, nur besser. Ach Gott, reinschauen kann man mal.

00:30 Uhr Im Westen nichts Neues (NDR)
Es gibt unzählige Top Rankings über War Movies, vor allem in der englischsprachigen Bloggosspähre. Wenn die Remarque Verfilmung von 1930 nicht unter den Top 5 ist, kann man das Ranking getrost vergessen. Mehr als beeindruckend.

Mittwoch, 22. Oktober

22:15 Uhr Theater des Grauens (DAS4.)
Den Kritiken zufolge muß diese Horrorpersiflage mit Vincent Price in der Hauptrolle, der diesen Film auch gleichzeitig als seinen Lieblingsfilm bezeichnet haben soll, mindestens so kultig wie Eine Leiche zum Dessert sein. Werde ich wohl auch programmieren müssen

Donnerstag, 23. Oktober

22:10 Uhr Rambo III (VOX)
Ein wunderbares Stück Realsatire. Rambo hilft in - wie immer - ultrageheimer Mission den Taliban Gotteskriegern Mudschaheddin ach was, Freiheitskämpfern gegen die Russen einen verrückten russischen Oberst. Drei Jahre nach Glasnost, ein Jahr nach Perestroika und gefühlte zwei Wochen vor dem Zusammenfall des Warschauer Paktes. Drehbuchautoren am Rande des Nervenzusammenbruchs. Habe ich irgendwie mal wieder Bock drauf.

Freitag, 24. Oktober

20:15 Uhr James Bond: GoldenEye (PRO7)
Nach zwei der besten Bondepisoden überhaupt beginnt eine ganz gräßlich unlustige Phase der Anbiederung an das lächerliche Bruckheimer-Kotz-Kino der 90er Jahre, die dann mit Die Another Day sieben Jahre später den absoluten Tiefpunkt der Serie erreichen wird. War wirklich Zeit für einen Neuanfang, auch wenn Brosnan wohl den kleinsten Anteil an der Misere darstellt.

20:15 Uhr Waterworld (RTLII)
Bla Bla Blub, verspottet, verrissen und dann doch garantiert von den Kritikern heimlich hinter zugezogenen Vorhängen goutiert. Weil's einfach Spaß macht, weil Costner Recht hat wenn er sagt, er wollte seinem Publikum doch einfach nur einen wunderbaren Unterhaltungsfilm schenken. Das hat er in jedem Fall.

20:15 Uhr Wenn der Postmann zweimal klingelt (Tele5)
Ist er ein äußerst netter Zeitgenosse und läßt einen das Paket nicht selbst bei der Post abholen nur weil man gerade mal kurz anderweitig beschäftigt ist. Dritte Verfilmung des Romanes von James M. Cain. Die Sexszenen zwischen Nicholson und Lange sollen angeblich nicht gespielt sein, was dem Film mehr Aufmerksamkeit zukommen ließ als er verdient hat. Ich bevorzuge immer noch Tay Garnetts Verfilmung mit Lana Turner, die Geschichte kommt in schwarz/weiß einfach besser und zweitens ist sie auch spannender inszeniert.

22:55 Uhr Nightwatch – Nachtwache (DAS4.)
Ist ja der Beweis, daß Abseits von Hollywood auch sehr, sehr gute kleine Thriller gedreht werden können. Effektiv, schwarzhumorig und verdammt spannend, auch wenn es gegen Ende noch einmal verdammt pulpig wird. Quatsch, gerade weil's verdammt pulpig wird.

Eine äußerst magere Woche und deshalb wie immer...

...weitere Tipps bei meinen Kollegen:
Sendersuchlauf, täglich
From Beyond, ab samstags
Blockbuster Entertainment, The Duke und Kino, TV & Co, ab sonntags

Falls Du glaubst die Fernsehtipps auf Deinem Blog könnten hier auch einmal Erwähnung finden solltest Du einfach in den Kommentaren darauf hinweisen. Falls sie mir gefallen werde ich es mir nicht nehmen lassen wöchentlich darauf hinzuweisen.

Bei Filmen ab oder nach Mitternacht das abweichende Datum beachten.

Faster, Pussycat! Kill! Kill!

Aus dem großem Pool der amerikanischen Exploitation oder besser Sexploitation sticht ein Name immer wieder heraus. Russ Meyer. Nein, ich bin kein Experte was Meyers Filme angeht. Ich habe erst drei gesehen, zu wenig um mir ein halbwegs vollständiges Bild Meyers Schaffens zu bilden. Aber, und das ist jetzt vielleicht ein glücklicher Zufall, stammen Mudhoney, Motorpsycho und eben Faster, Pussycat! Kill! Kill! aus der selben Schaffensphase des Regisseurs. Allesamt wurden im Jahr 1965 abgedreht und könnten inhaltlich nicht verschiedener sein. Während Mudhoney einen tiefschwarzen Blick auf religiös heuchlerische Landeier gewährt, ich glaube im mittleren Westen der USA würde er noch heute für so manchen gelynchten Filmvorführer sorgen können, greift Motorpsycho schon sehr früh das Thema des verrohten und ungeliebten Kriegsheimkehrer auf. John Rambo läßt grüßen und fühlt sich verstanden. Faster, Pussycat! Kill! Kill! hingegen entbehrt einem so deutlichem Subtext, ist vielmehr eine sehr lose Adaption William Wylers An einem Tag wie jeder andere und Truman Capotes Roman Kaltblütig, der im selben Jahr erschien wie Russ Meyers Film.

„Liebe Zuschauer, nett, daß sie hier sind. Heute sollen Sie... Ja, heute sollen sie einen ganz ausgefallenen Film erleben. Wir schätzen an Mädchen sonst gewöhnlich... Sex. Die Mädchen in diesem Film aber, nun sie sehen zwar genauso sexy aus wie andere Mädchen auch. Sie sind genauso attraktiv... Aber eben das ist Täuschung. In Wahrheit sind sie Verbrecher, sie unterscheiden sich in nichts von...von Gangstern. Und sie benehmen sich wie Gangster in sonstigen Gangsterfilmen. Und das in unserem Film Mädchen ihre Funktionen übernommen haben... nun, das ist eine Spielart. Und wenn diese Mädchen nichts weibliches, ja nichts menschliches mehr an sich haben, so ist das verzeihlich. Denn sie sind ja Ausgeburten filmischer Fantasie.“

Gemein dieser Meyer, nimmt er der Rezension des Filmes die Erkenntnis doch schon direkt am Anfang seiner Sex & Crime-Ballade vorweg. Worüber soll man da noch großartig schreiben? Über die durchgehende doch nur spärlich vorhandene Handlung, die extra großen Ausschnitte der extra groß gebauten Hauptdarstellerinnen? Ja, natürlich die Titten, und nur in Zusammenhang mit einem Russ Meyer Film darf der Rezensent wohl ungestraft von Titten schreiben. Aber das wäre irgendwie langweilig, obwohl der Ausdruck Russ-Meyer-Frau es tatsächlich zu einer etablierten Einordnung der Busengröße in der Welt der Busenfetischisten geschafft haben soll. Ach, was soll's. Irgendwie steht die Busengröße der Darstellerinnen in Meyers Filmen dann ja wohl doch auch für den Unterschied zwischen dem künstlerisch motivierten Kino Europas und dem in erster Linie auf die Sensation konzentrierten Kino Hollywoods. Und das, so paradox es auch klingen mag, obwohl Meyer lediglich einen Studiofilm in seiner Filmographie stehen hat. Was hat der laut John Waters Beste Film aller Zeiten also noch außer Riesentitten zu bieten?

Natürlich Gewalt und sexuelle Konnotationen en masse. Letztere äußern sich nicht nur in den messerscharfen Dialogen und Onelinern, die ob ihrer leichten Antiquiertheit, die das Alter des Filmes halt mit sich bringt, durchgehend Schmunzler erzeugen. „Would you like a softdrink?“ “Honey, we don’t like anything soft. Everything has to be hard.” Sondern auch in allerhand Symbolen. Der alte Tankwart hat nicht umsonst Schwierigkeiten den Einfüllstutzen an Varlas schwarzen Porsche zu finden. Das ist Meyers unterschwellig galliger Humor, das ist seine Art den Figuren Attribute zu verleihen. Der Tankwart hat sichtlich Spaß an den drei sexy Go-Go-Girls, doch hat es für ihn keinen Sinn auf's Ganze zu gehen. Er hat's halt nicht mehr richtig drauf. Wer aufgrund Meyers Ruf offenherzige Sexszenen erwartet wird enttäuscht, der Großteil des Sex wird durch die Blume transportiert. Da geht es in Sachen Gewalt nicht so zimperlich zur Sache. Schon bald nach der ersten Attraktion des Filmes, einem rassigem Catfight – ja, einen gewissen Humor und ausgeprägten Hang zum Pulp muß der Zuschauer schon mitbringen - wird Ratz Fatz das erste Genick gebrochen „I never try anything. I just do it.“. Keine Kompromisse, wir befinden uns in der Welt der Exploitation und in der ist Russ Meyer eine ganz große Nummer. Nicht nur weil er mit den Konventionen bricht, nein Faster, Pussycat!... läßt uns an seinem filmischen Können im vollen Umfang teilhaben. Meyer holt aus dem in nur vier Tagen entstandenen und sehr, sehr dünnen Drehbuch mehr heraus als man erwarten könnte. Weiß die Sensationen dramaturgisch ungemein virtuos zu inszenieren. Kamera, Schnitt, Soundtrack. Tempo, Gewalt und Sex. Alles aus einem Guß. Der Film macht unwahrscheinlich Spaß. Er bedient sich nicht der Popkultur, er ist Popkultur. Waschechtes Grindhouse, kein ambitioniertes auf B-Movie gebürstetes Kunstkino, auch wenn man schnell diesem Irrglauben auf Grund der handwerklichen Qualität verfallen könnte.

So mag es doch vielleicht ein wenig verwirren, daß ausgerechnet solch einem Film ein feministischer Grundgedanke attestiert wird. Zumal am Ende mit Linda doch nur die einzige hilflose Frau und dazu noch unter tatkräftiger Hilfe des einzig guten Mannes überlebt. Der zuvor so spaßige Rollentausch offensichtlich nur eine filmische Spielart darstellt, die zum klassischem Ende führt. Gebt mir eine Tankstelle, ein knutschendes Pärchen, einen schmierigen Polizisten, der die beiden heimlich beobachtet, dazu ein Publikum, das weiß was der Polizist gerade denkt und wir haben den perfekten Film. Das sind sinngemäß Russ Meyers Worte und das ist auch Faster, Pusscat! Kill! Kill!

7/10 Punkte

Filmrätselstöckchen # 1088

In einem Anflug von Fürsorgeinstinkt habe ich mich des bei Thomas dahindarbenden Filmrätselstöckchens angenommen und präsentiere nun von Stolz erfüllt ein weiteres unglaublich spannendes, geheimnisvolles und erheiterndes Filmrätsel. Ich wünsche wie immer viel Spaß und möchte mich im vorraus für die bescheidene Bildqualität entschuldigen!















JMK erkennt die leicht unterschätzte Krimifarce 2 Tage in L.A. von John Herzfeld aus dem Jahre 1996. Ein Film der vor schrägen Charakteren nur so strotzt. Die anfängliche Unübersichtlichkeit sortiert sich zum Ende zu einem großen Ganzem. Sardistisch, komisch, dramatisch, amüsant und vor allem abgedreht geht es zu. Absoluter Geheimtipp unter den Post Pulp Fiction Werken der 90er. Ach, das war jetzt nicht nett von mir. Denn eigentlich ist der Spaß zu eigenständig für einen Vergleich. Mit Jeff Daniels, James Spader, Charlize Theron, Teri Hatcher um nur die ganz bekannten zu nennen. Unbedingt anschauen. (Arbeit für den Rekorder 17.-23. Mai 2008)

Da JMK einkaufen muß ist das Stöckchen frei. Wer möchte darf sich bedienen.

Auf Deibel komm raus

Man muß kein Freund Kevin Kuranyis sein, man braucht seine technischen Defizite nicht schön zu reden. Es geht auch nicht um die Diskussion ob Kevin Kuranyi momentan einen Platz im Kader der Nationalmannschaft verdient hätte. Es geht um die Demontage eines noch jungen Menschen nur der Schlagzeile Willen. Um der Sensation Willen. Feige und beleidigt soll er sein, unreif und uneinsichtig, eitel und die eigenen Fähigkeiten überschätzend. Ja, laut Stammtischchef Justen von der WAZ ist er sogar ein Zerstörer des Friedens in der Nationalmannschaft. Sein Rauswurf aus der Nationalmannschaft nur logische Konsequenz. Gestern Abend hat er sich telefonisch bei Löw für seinen unglücklichen Abgang entschuldigt. Ohne Erfolg, wie die sportjournalistische Zunft einhellig zu kommentieren weiß. Die Möglichkeit, daß Kuranyi sich einfach nur für die Art und Weise seines Rücktritts beim Nationaltrainer entschuldigte und er keinesfalls den Rücktritt von seinen Rücktritt im Sinn hatte wird gar nicht erst in Erwägung gezogen. Würde ja auch nicht rein passen ins Bild, das seit über 24 Stunden vom Versager Kevin Kuranyi in der Öffentlichkeit gezeichnet wird. Dieser feige, dumme, eitle Fatzke kann ja gar nicht soviel Grips in der Birne haben und aus freien Stücken aus der Nationalmannschaft zurücktreten. Der kann nur rausgeworfen werden. Ganz klar. Das Telefonat mit dem Bundestrainer kann nur ein Akt der verzweifelten Anbiederung gewesen sein. Was sonst? Das Kevin Kuranyi eigentlich ein sehr schüchterner Typ ist, der bei all seinen bisherigen Enttäuschungen so gut wie gar nicht in der Öffentlichkeit rumrotzte. Nicht einmal in den letzten Jahren andere für seine Misere verantwortlich machte, ob auf Schalke oder in der Nationalmannschaft. Dies scheint kein Fakt zu sein. Ich frage mich wer in dieser Geschichte die wirklich feigen und eitlen Fatzken sind.