Hustenanfall des Todes

Nein, ganz so schlimm wie im Spiel am Donnerstag Abend gegen Manchester City war die Schalker Leistung in Stuttgart heute nicht. Ein Quentchen besser war sie schon, zumindest in den ersten 20 Minuten. Aber dann folgte was immer folgt. Und ich habe ehrlich gesagt keine Lust auch noch einen Satz mehr zu diesem Spiel zu schreiben. Habe ich schon beim Schalkefan in den Kommentaren zum Spielbericht erledigt. Also, wenn es wirklich jemanden interessiert, da lang -> klick.

Lecker?

Erkältungen erwischen einen ja irgendwie grundsätzlich nur am Wochenende. Ist in meinem Fall so ein ungeschriebenes Gesetz. Zwischen dem Eindösen auf der Couch und der Erledigung der wirklich nur aller nötigsten Dinge kann man sich aber prima einen Überblick über das real existierende Fernsehprogramm verschaffen und dazu noch erkennen, daß Omas Hausmittelchen, mit denen ich es komischerweise immer wieder versuche die schlimmsten Symptome abzumildern, nicht annähernd so effektiv sind wie die Chemiekeulen aus der Apotheke. Egal. Dank Phoenix weiß ich jetzt alles über die Erfindung und den Erfolg des Gold-Broilers, der Grilletta und der sozialistischen Antwort auf den kapitalistischen Hot-Dog. Der Ketwurst, Wahnsinn. Nein wirklich, ich finde das alles sehr interessant, da mir so etwas einen tieferen Einblick in die Deutsch-Deutsche Geschichte gewährt als die hundertste Doku über den Mauerbau. Weiter entfernt als das Zeugs was in west-deutschen Frittenbuden unter dem Namen Hamburger und Hot-Dog an den Mann oder die Frau gebracht wurde konnten diese Errungenschaften des Bauern und Arbeiterstaates auch nicht von ihren Vorbildern aus den USA entfernt sein. Wuchs wohl doch zusammen, was zusammen gehört. Dafür Danke, ihr öffentlich rechtlichen... Ich konnte bisher zwar nicht herausfinden wann die Doku wiederholt wird, fand aber auf Amazon gleich die DVD zur Doku. Kann man natürlich auch beim Händler seines Vertauens erwerben.

Investigativ

Viel schlechtes kann man über Uli Edels und Bernd Eichingers ach so authentischen Terroristen Thriller Der Baader Meinhof Komplex lesen. Doch bedarf es wirklich erst eines Sportjournalisten, um Edel und Eichinger als Geschichtsfälscher zu enttarnen? Mark Diening wundert sich in der aktuellen Print Ausgabe der 11Freunde über die Radioübertragung eines Fußballspieles während Baader und Co. am 3. April 1968 nachts die Brandsätze für ihre Anschläge auf zwei Frankfurter Kaufhäuser vorbereiten. O.K., das Spiel fand auf der anderen Seite des großen Teichs statt, von daher die nächtliche Radioübertragung eines Fußballspieles. Peinlich, äußerst peinlich jedoch, daß es sich dabei um ein ebenfalls historisches Fußballspiel handelt. Das Spiel, welches zum Spiel des 20. Jahrhundert erklärt wurde, in dem die Italiener ihren Ruf als Schwalbenkönige manifestierten und Franz Beckenbauer mit gebrochenen Arm spielte, und das erst am 17.06.1970 stattfinden sollte.

In naher Zukunft


Der deutsche Western lebt, Helge Schneider ist Doc Snyder in Texas und Belgien am Abgrund in Koen Mortiers Ex Drummer.

Der Hauch des Todes

Ein Hauch von Champions League titelte gestern Kicker.de, zitierte Heiko Westermann, der glaubte, daß sich zwei Mannschaften auf Champions League Niveau treffen und Jermaine Jones, der Schalke gegen große Mannschaften in der Champions League immer gut mithalten sah. Vielleicht lag es daran, daß Manchester City heute Abend bestimmt kein Champions League Niveau vorzuweisen hatte, aber im UEFA Cup auch zwei disziplinierte Halbzeiten und zwei gute Konter reichen, um einen ungefährdeten Auswärtssieg einzufahren. Vor allem gegen eine Mannschaft, die die Bezeichnung Mannschaft zu keinem Zeitpunkt des Spieles verdient hatte. Deren Offensive es den spielaufbauenden Mannschaftsteilen durch konstante Unanspielbarkeit, die aus mangelnder Laufbereitschaft, desolatem Stellungsspiel und technischen Unzulänglichkeiten resultierte, dermaßen schwer machte, daß Fehl- und Querpässe nur das Resultat sein konnten. In einem Spiel, das mit 0:2 verdient verloren wurde.

In der letzten Saison schrieb ich zur Entlassung Mirko Slomkas, daß der Trainer letzten Endes für das Spiel seiner Mannschaft verantwortlich ist. Dies ist auch heute noch mein Standpunkt, wenngleich ich auch noch weit davon entfernt bin, den Kopf des Trainers zu fordern. Aber Fred Rutten muß endlich einsehen, daß er nicht über die Spieler verfügt, die sein angedachtes Spielsystem erfordert. Halil Altintop ist kein Außenstürmer, Ivan Rakitic noch weit
davon entfernt ein gefährlicher Spielmacher zu sein. Orlando Engelaar spielt wie ein alternder Bundesligastar auf seiner Abschiedstournee in der Regionalliga. Ab und an ein guter Paß, ansonsten eine Reaktionsgeschwindigkeit wie Cheech und Chong auf Amsterdam Urlaub. Daneben Jermaine Jones dessen Bemühen zwar höchst lobenswert ist, der aber ständig an ein hyperaktives Kleinkind erinnert und dadurch mehr Fehler produziert als zu ertragen ist. Und so weiter und so fort. Ich habe kein Patentrezept für Herrn Rutten, fordere ihn jedoch auf, einmal über sein Spielsystem im generellen nachzudenken. Ob man Erfolgsrezepte aus der Ehrendivise 1:1 in eine andere Liga übernehmen kann. Ich habe da große Zweifel. Was ich nicht nur diese Saison auf Schalke gesehen habe, läßt mich langsam anfangen zu zittern. Bisher konnte Schalke selbst mit grottenschlechten Fußball immer noch halbwegs seine Ziele erreichen, die Qualifikation zu einem internationalen Wettbewerb. Das ist das Mindestziel um auf lange Sicht das Stadion und halbwegs ordentliche Fußballer zu bezahlen. Bisher ist Schalke sozusagen immer wieder mit einem Blauem Auge davongekommen. Aber irgendwann ist einmal ist Schluß mit lustig, da kommt dann zum Unvermögen auch noch Pech dazu. Davon hatte Schalke in dieser Saison schon genug und so sollte man endlich anfangen nach Lösungen zu suchen, die Bestand haben. Es kann nicht sein, daß man auf Schalke all das gegen die Wand fährt, was dort seit 15 Jahren mit viel Mut zum finanziellen und sportlichen Risiko aufgebaut wurde. Thon, Möller, Lincoln. Das waren alles anfangs äußerst belächelte Transfers, die Schalke jedoch weiter gebracht haben als die mildesten Kritiker zu glauben wagten. Herr Müller, es wird Zeit für so einen Coup. Sonst wird ihre Zeit auf Schalke abgelaufen sein bevor Kevin Kuranyi seine Rückkehr zum VFB Stuttgart bekannt geben wird und sich Schalke im Abstiegskampf befindet. Ersteres würde bei mir keine Tränen kullern lassen.

Glück Auf!

Filmrätselstöckchen # 1111

Auf Kein Blut, Rot! hat Tobias ein Stöckchen liegen lassen. Naja, nicht wirklich, aber ich habe es mir dennoch geschnappt, und so geht es ab 15:00 Uhr an dieser Stelle wie üblich mit etwas völlig anderem weiter. Viel Spaß!









JMK erkennt Richard Kellys Southland Tales. Wo und wann es weitergeht steht in den Kommentaren.





















Arbeit für den Rekoder - 29. November - 5. Dezember

Samstag, 29. November

20:15 Uhr Die Ehe der Maria Braun (BR)
Fassbinder läuft ja eh viel zu selten im Fernsehen und da sollte man schon jede Chance nutzen, zumal ich mich kaum noch an die Ehe der Maria Braun erinnern kann. Keine Angst, Fassbinder ist per se gut.

20:15 Uhr Good Will Hunting (VOX)
Die Mär vom Genie, das erst den einen oder anderen Arschtritt benötigt um aus seinem Leben etwas zu machen. Geschmackssache, nicht schlecht, ach ja ... tut keinem weh, obwohl alles ziemlich aufgesetzt wirkt. Konnte mich nicht wirklich packen.

20:15 Uhr Pleasantville (Tele5)
Anfangs witzige Satire auf Moralin verseuchtes US-TV, das mit der Laufzeit Welpenbissigkeit gegen eigenes political korrektes Millenium-Moralin eintauscht. Oder anders geschrieben, End-90er Spießer wollen 50er Jahre Spießer vorführen. Das kann nur in die Hose gehen, sieht aber dafür schön aus.

22:50 Uhr Aliens – Die Rückkehr (K1)
Cameron wandelt Scotts freudesken Sexual-Horror in ein Actionspektakel und setzt damit der Franchise, sich selbst und vor allem Sigourney Weaver ein popkulturelles Denkmal, das bis heute nicht nur das Genre selbst beeinflußt.

00:45 Uhr Spiel der Götter – Als Buddha den Fußball entdeckte (HR)
Ich mußte gerade erstmal googlen wo Bhutan liegt. Da kommt der Film nämlich her und schildert die Fernseherlebnisse junger Mönche im Himalaja während der Fußball WM 1998 in Frankreich. Habe ich noch nicht gesehen, hört sich aber interessant an.

02:15 Uhr Der Stoff, aus dem die Helden sind (ARD)
Ultra langes Raumfahrtpionier Epos, sozusagen Saving Privat Ryan für die NASA. Nein, nicht ganz so schlimm. Kann mich nicht erinnern den Film schon einmal in seiner Gänze gesehen zu haben, obwohl ich Ed Harris und Dennis Quaid bestimmt nicht ungern sehe.

03:30 Uhr High Fidelity (RTLII)
Stephen Frears macht aus Nick Hornbys genial zynisch, ironischer und von Grund auf ehrlicher Mittdreißiger Farce eine seichte Liebeskomödie mit ein paar urkomischen Szenen. Einfach ärgerlich, Cusack haut's aber so gerade noch raus.

Sonntag, 30. November

20:15 Uhr The Transporter (Pro7)
Kurzweiliger, völlig durchgestylter und vor schöner Südfrankreich Kulisse spielender Actionflick, der Jason Statham soetwas von auf dem Leib geschrieben wurde, daß man ihm so manches verzeihen kann. Für einmal schauen reicht es in jedem Fall.

20:40 Uhr Sex, Lügen und Video (Arte)
Steven Soderberghs Eintrittskarte nach Hollywood habe ich schon seit Jahren auf der To Watch Liste stehen. Oh, seit genau 20 Jahren wie ich gerade bemerke. Ich glaube das wird nichts mehr...

21:45 Uhr Crossing the Bridge – The Sound of Istanbul (3SAT)
Istanbul ist ja irgendwie bezahlbare Modestadt. Über 2000 Clubs für jeden Geldbeutel soll es dort laut meinem Reiseführer geben und der Flug ist ja auch nicht teurer als ein Sandwich am Piccadilly Circus. Fatih Akin und Alexander Hacke (Einstürzende Neubauten) machen uns den nächsten Kurzurlaub schmackhaft. Ich bin gespannt.

22:00 Uhr Kill Bill: Vol. 2 (Pro7)
Siehe Arbeit für den Rekorder letzte Woche.

00:45 Uhr Arahan (Pro7)
Soll die koreanische Antwort auf Matrix und Spider-Man mit einen an den jungen Jackie Chan erinnernden Hauptdarsteller sein. Mit der Betonung auf soll. Wird programmiert und dann schauen wir mal ob es stimmt.

Montag, 1. Dezember

22:15 Uhr Switchback (ZDF)
Jeb Stuart war unter anderem für das Screenplay von Stirb Langsam und Auf der Flucht verantwortlich. Genauso konventionell, aber bei weitem nicht so spektakulär, kommt auch seine bisher einzige Regiearbeit daher. Solide spannend und mit Dennis Quaid, Jared Letho und Danny Glover ordentlich besetzt. Gut.

22:55 Uhr King Kong und die weiße Frau (MDR)
Die Mutter aller Monsterdramen wird ja glücklicherweise nicht so oft in der Wiederholungsschleife verwurstet. Und so freue ich mich doch wie ein kleines Kind, daß er mal wieder über die Mattscheibe flimmert. Naja, über die Uhrzeit läßt sich streiten, aber Hauptsache er kommt. Dufte und ein Really Must Have Seen. Pure Kinomagie.

Dienstag, 2. Dezember

20:15 Uhr Thirteen Days (K1)
Auch ein blindes Huhn... Ja, ich weiß. Politthriller, Kennedy, Kevin Costner. Da geht man schnell weiter zum nächsten Regal in der Videothek. Was sich in diesem Fall jedoch als Fehler erweist. Super spannende Rekonstruktion der Kuba-Krise, die einen erstaunlich differenzierten Blick auf J.F.K. zuläßt. Absolut Top!

Mittwoch, 3. Dezember

20:15 Uhr Lebenslänglich (K1)
Mitunter äußerst alberne Knastkomödie mit Eddie Murphy und Martin Lawrence. Nein wirklich, ist durchaus sympathisch und wenn man sich auf den Film ohne Vorurteile einläßt, kann man zumindest kurzweiligen Spaß haben. Nicht schlecht.

22:45 Uhr Lichter der Vorstadt (Arte)
Aki Kaurismäkis letzter Film und Abschluß seiner bisher sehr guten Verlierer-Triologie. Habe ich bisher noch nicht gesehen, wird aber jetzt nachgeholt, da ich sowieso alles gucke was ich von Kaurismäki in die Hände bekomme. Schwärzer und zynischer als bei Kaurismäki kann Humor nicht sein. Vorsicht, der Titel ist ja schon einmal der Hammer.

Donnerstag, 4. Dezember

00:50 Uhr Moby Dick (ARD)
John Hustons geniale Melville Verfilmung habe ich mittlerweile unzählige Male gesehen und er möchte sich einfach nicht abnutzen. Der ganze Film riecht förmlich nach Lebertran, Rum und Seetang. Gregory Peck ist die personifizierte blinde Rachsucht, fantastische Kamera... Atemberaubend, ein Meisterwerk!

Freitag, 5. Dezember

20:15 Uhr xXx – Triple X (Pro7, wo sonst?)
Wir hatten nach dem Kino wirklich Stress auf der Heimfahrt, da alle, die ich an der Kinokasse aufgrund eines Tipps eines entfernt Bekannten zu diesem allmorgendlichen Auswurf eines Kettenrauchers von einem Film zu diesem Film überredet hatte stinksauer auf mich waren. Puh, die Situation war wirklich ernst und ich hätte echt nichts sagen können wenn man mir für meine Naivität ordentlich eins auf's Fressbrett gehauen hätte. Ist aber nochmal glimpflich ausgegangen, hat sich nur ein halbes Jahr niemand bei mir gemeldet um mit mir ins Kino zu gehen... Soviel Alkohol, THC, Koks, Heroin, Morphium, Opium, Valium oder/und Fliegenpilze kann man gar nicht in sich rein kippen, geschweige denn bezahlen, um den hier auszuhalten.

Vielleicht wissen die anderen mehr...

Sendersuchlauf, täglich (Auch wenn sich da seit einigen Tagen nichts mehr tut. Hey Probek, hau mal wieder in die Tasten, muß ja nicht täglich sein und überhaupt, wir sind Blogger und keine Twitter.;))
From Beyond, ab samstags
Blockbuster Entertainment, The Duke und Kino, TV & Co, ab sonntags

Falls Du glaubst die Fernsehtipps auf Deinem Blog könnten hier auch einmal Erwähnung finden solltest Du einfach in den Kommentaren darauf hinweisen. Falls sie mir gefallen werde ich es mir nicht nehmen lassen wöchentlich darauf hinzuweisen.

Lieblingsszenen IV - Kap der Angst

Max Cady hat sich am Abend zuvor Danielle am Telefon als ihr neuer Theaterkurslehrer ausgegeben und sie am nächsten Morgen in den Theatersaal der Schule bestellt. Obwohl Danielle sehr unsicher ist, da außer ihr kein anderer Schüler erschienen ist, gewinnt Cady schnell ihr Vertrauen. Er raucht einen Joint, bietet ihn Danielle an und verwickelt sie in ein Gespräch über Henry Millers Sexus und Nexus Romane. Danielle findet schnell heraus, daß Max Cady nicht ihr Lehrer ist sondern der Mann, der ihren Vater bedroht. Cady schafft es jedoch sie weiter auf seine Seite zu ziehen in dem er ihr versichert keinem Menschen etwas angetan zu haben und schon gar nicht ihr. Ihre Eltern seien es, die sie bestrafen etc.. Er bringt sie weiter in Verlegenheit, fragt ob er seinen Arm um sie legen dürfte und verführt sie zu einem langem ausgiebigen Kuß. Danach verläßt er den Theatersaal, Danielle wird sich plötzlich bewußt, daß sie etwas verbotenes getan hat und flüchtet.

Kap der Angst
Martin Scorsese, USA 1991

Videotheken-Flirt

Mann an der Theke [euphorisch]:“...gestern kam auf Pro7 Kill Bill.“
Frau hinter der Theke [desinteressiert]:“Der is' nichts. Hab ich damals mal mitgenommen als der rauskam. Hab ich nach 'ner viertel Stunde wieder ausgemacht.“
Mann an der Theke [desillusioniert, aber nach den letzten Strohhalm greifend]:“Ja, der is' nichts. Stimmt schon....“

Akte X - Jenseits der Wahrheit

Back to the Roots. Als im September 1993 die wohl bekannteste Fernsehserie der 90er Jahre in den USA startete und bald darauf auch über deutsche Bildschirme flimmerte, war an außerirdische Invasoren und Verschwörungen noch nicht zu denken. In erster Linie ermittelten Scully und Mulder in Fällen, die auf paranormale Phänomene schließen ließen. Poltergeister, Hellseher – Monster of the Week. Erst viel später kamen die extraterrestrischen Invasionsinhalte, die das Bild der Serie bis heute prägen, hinzu. Der Erfolg der Serie sollte einen wahren Boom an Mystery Serien auslösen, von denen es jedoch keine zu einem vergleichbaren Kultstatus schaffte wie eben diese X-Files. Einen Großteil der Faszination und des Charmes der Serie rekrutierte sich vor allem aus dem Zusammenspiel des Ermittlerduos Fox Mulder und Dana Scully. Ersterer Psychologe mit ausgeprägtem Hang zum Glauben an das Übersinnliche, letztere Medizinerin mit ausgeprägtem Hang zum Glauben an die Wissenschaft, was natürlich für einen fortwährenden Twist zwischen den beiden sympathischen Hauptfiguren der Serie sorgt, der jedoch nie in Streit endet und sie auch nicht davon abhalten wird mehr als nur ein kollegiales Verhältnis zueinander aufzubauen.

I want to Believe ist weit von dem entfernt, was die Serie zum Schluß darstellte. Keine Verschwörungen zwischen Politikern und Ausserirdischen, keine Ufos, keine einsamen Schützen, das Übersinnliche bleibt unerklärt. Stattdessen verschwinden junge Frauen mit der seltenen Blutgruppe AB im winterlichen Setting Virginias während ein geläuterter pädophiler Geistlicher das FBI zu Fundstellen menschlicher Körperteile führt. Scully und Mulder arbeiten längst nicht mehr für das FBI, werden von der leitenden Ermittlerin Dakota Whitney für diesen Fall jedoch reaktiviert. Während Mulder nach einer kurzen Verweigerung gegenüber dem FBI wieder der alte Wahrheitsfinder zu sein scheint, hat Scully große Zweifel sich an den Ermittlungen zu beteiligen. Sie möchte das Dunkle aus ihrem Leben verbannen, abends nach der Arbeit nach Hause kommen und die Füße hochlegen. Ein normales Leben führen. Doch so einfach stellt sich ihre Situation nicht dar, arbeitet sie doch an einem kirchlichen Krankenhaus, dessen Führung ihren sterbenskranken Patienten aufgrund der vermuteten Unheilbarkeit in ein Sterbehospiz verlegen lassen möchte. Die einzige Hoffnung für den Jungen ist eine schmerzhafte Stammzellentherapie, deren Ausgang ungewiß scheint. Am Ende wird das Monster of the Week besiegt, doch die Geheimnisse bleiben Geheimnis.

Macken, um ihn ins Land der Belanglosigkeiten zu schicken, hat Chris Carters zweiter X-Files Kinoausflug zu genüge. Man darf ihm vorwerfen sich nicht wirklich wie ein Kinofilm anzufühlen, sondern eher wie eine mehr als ordentlich produzierte Doppelfolge der Fernsehserie. Man darf ihm vorwerfen nicht wirklich zu wissen, was er sein möchte. Thriller, Drama oder Mysteryhorror? Man darf ihm vorwerfen den eigentlichen Fall ein wenig stiefmütterlich zu behandeln. Über das Monster of the Week erfährt der Zuschauer nicht viel. Man darf ihm Xenophobie vorwerfen, nicht nur Scully und Mulder werden reaktiviert sondern auch die alten Feindbilder des Kalten Krieges. Selbst eine gehörige Portion Naivität, wenn Scully als erfahrene Ärztin tatsächlich nach „Stammzellentherapie“ googelt und dabei Bilder von geheimen russischen Tierversuchen findet. Kritiker finden genug Ansätze, um I want to Believe den Todesstoß zu verpassen. Doch genau um diese Dinge geht es im Film eigentlich gar nicht. Sein Hauptthema trägt er schon im originalem Titel, der wie so oft vom deutschem Verleih seiner Zweideutigkeit bestohlen wurde. Ich möchte glauben. Mulder an die Visionen des Geistlichen, Scully an den Erfolg der Therapie für den sterbenskranken Jungen und Dakota Whitney an die Hilfe der Beiden in diesem Fall. Wenn da nicht nur diese steten Zweifel der Protagonisten wären. Die Zweifel an dem was man glauben möchte oder vielleicht muß, um seine Ziele zu erreichen. Dies ist dann auch der stärkste und ungewöhnlichste Teil des Filmes, da er hier vieles als Möglichkeit und nicht als Gegebenheit darstellt und so die Untiefen der ungewollten Lächerlichkeit gekonnt umschiffen kann. Ob Pater Joe nun wirklich über hellseherische Kräfte verfügt oder doch in die Mordfälle verwickelt ist bleibt genauso offen wie der Erfolg der Stammzellentherapie für Scullys Patienten. Letzte Zweifel bleiben dem Zuschauer, auch wenn er glauben möchte. Und so funktioniert der Film eher auf einer Ebene, die man in diesem Sujet nicht unbedingt vorzufinden glaubt. Da ist es doch zu verschmerzen, daß Carter wiederum für den Zuschauer ein wenig zu früh den Täter liefert und sich nicht zu Schade ist im Finale mit delikaten Details nicht zu sparen. Sicherlich nicht so selbstzweckhaft inszeniert, wie es Ridley Scott bei Hannibals Dinner passierte, doch scheint es, als ob Carter der Horrorfraktion unbedingt noch ein paar Häppchen anbieten wollte, damit sein Film auch auf der Ebene des Thrillers funktionieren kann. Ein wenig fühlt man sich hier in die mit Leichenteilen gefüllte Kühltruhe Alexandre Ajas und Eli Roths Folterkeller versetzt. Nur ein wenig, jedoch überflüssig, weil die Stärken des Filmes, wie schon erwähnt, ganz woanders liegen. Ufologen und Area 51 Touristen ziehen einen halben Punkt ab, Schneeliebhaber addieren einen halben dazu.


7/10 Punkte

Ein Mittelstürmer ist ein Mittelstürmer ist ein Mittelstürmer


Schmerz - Max Payne

Max Payne, daß ist Action in John Woo Hong Kong Manier, Explosionen, Schießereien, Granaten, Pumpgun, Uzi, Desert Eagle – Tempo, Tempo, Tempo. Eingebettet in einer Neo Noir Story um Korruption, Verrat und Drogengeschäfte. Max Payne erklärt den Bossen des organisierten Verbrechen den Krieg in Hinterhöfen, Hinterzimmern, Abrißhäusern, Lagerhallen, Nachtclubs, Bürotower und alten Anwesen. Ballert sich zur Wahrheit hoch bis er am Ende den wirklichen Bad Guy in einer atemberaubenden Szene zur Strecke bringen kann. Jeweils auf dem Dach eines Gebäudes, die Macher von Remedy aus Finnland lieben Bladerunner. Definitiv. Während der erste Teil leider auf dem Index der BpjM landete, behauptet sich der immerhin schon fünf Jahre alte zweite Teil mit dem bezeichnenden Untertitel „A Film Noir Love Story“ immer noch hartnäckig auf den vorderen Plätzen der Toplisten einiger Spieletestpuplikationen. Keine Frage, die Story von Max Payne gehört verfilmt. Aber nicht von John Moore, der zwar die Optik trifft, aber nicht annähernd die Atmosphäre der Spielehits auf die Leinwand transportieren kann. Von der Story, die er unverständlicher Weise abändern mußte, einmal ganz abgesehen. Und das ist schon ganz schön verwundernd, denn Remedy machte es möglichen Verfilmungen eigentlich relativ einfach, lieferte es doch in den Zwischensequenzen des Spieles ein komplettes Storyboard für die restliche Handlung gleich mit. Viel Kreativität verlangt eine ordentliche Verfilmung dem Regisseur und Drehbuchautoren nicht ab. Stattdessen liefert Moore aber in der ersten Stunde nur einen unglaublich schlechten Mark Wahlberg in einer unglaublich billig anmutenden Polizist scheitert am Tod seiner Familie Exposition, deren Handlung wohl kaum für den Zuschauer nachzuvollziehen ist. Das liegt vor allem daran, weil Moore darauf verzichtet den Charakteren eine vernünftige Einführung zu gönnen. Das führt unweigerlich dazu darüber nachzudenken den Ort der Vorstellung zu verlassen. Was man sieht ist vor allem stinklangweilig. Hätte Moore sich doch einfach nur an die Handlung des ersten Spieles gehalten. Die letzte halbe Stunde des Films gönnt er dann der Action, und ja, auch hier versagt er auf voller Linie. All die Orte, die Momente, die dem Spiel die dunkle, aber dennoch nicht ganz humorfreie Atmosphäre verleihen, läßt er einfach links liegen. Keine Schießereien in U-Bahnschächten, keine Verfolgungsjagden auf Dächern, nichts mit Molotovcocktail Spaß in Verstecken ausgerasteter Valkyr Satansanbeter. Zwar kann Moore mit ein oder zwei ästhetisch schönen Zeitlupenmontagen und einer fetten Explosion glänzen, aber die gehen irgendwie im ganzem uninspirierten Brei unter wie schon zuvor Story und Charaktere. Nach Crank und Shoot'Em Up kann man einfach mehr von einer Actionspielverfilmung erwarten, auch wenn die beiden Filme keine konkreten Adaptionen eines Videogames sind. Nein, Max Payne ist schlechter geworden, als man es sich hätte ausmalen können. So schrecklich all die Filme John Moores bisher auch waren, Max Payne schafft es sie in allen Belangen noch zu unterbieten.

1/10 Punkte

Arbeit für den Rekoder - 22. - 28. November

Samstag, 22. November
22:50 Uhr Alien (K1)
Ja hui, ist ja immer noch einer meiner absoluten Lieblingsfilme, der tatsächlich nach all den Jahren nichts an Faszination eingebüßt hat. Irgendwo zwischen klassischem Monsterhorror und Harter Science Fiction. Definitiv aber perfektes Spannungskino mit einem bis heute einzigartigen visuellen Konzept und dieser Atmosphäre, die nur Science-Fiction-Filme dieser Dekade zu bieten haben.

01:25 Uhr Leichen pflastern seinen Weg (ARD)
Sergio Corbucci + Ennio Morricone + Klaus Kinski = Italo Western erster Güte

03:35 Uhr Futureworld (K1)
Gelungene, aber nicht mehr ganz so frische Fortsetzung von Westworld. Ohne Michael Crichton auf dem Regiestuhl, dafür aber immer noch mit Yul Brunner und, man staune, Peter Fonda. Cyber Science Fiction für Fans.

Sonntag, 23. November

20:15 Uhr Miami Vice (RTL)
Bleibt der Serie in dem Sinne treu, da auch hier Optik und Sound perfekt aufeinander abgestimmt sind. Die Story spielte bei Miami Vice noch nie eine große Rolle, also was gibt es da eigentlich zu meckern? Typisch Mann.

22:45 Uhr Kill Bill Vol.1 (Pro7)
Tarantinos erster Teil seiner Eastern/Western Hommage. Verliert auf der Mattscheibe sowieso schon mehr Kraft als all seine vorherigen Filme und dürfte auf Pro7 geschnitten und mit 34 Minuten Werbung, Radeberger Jingle, TV-Total-, Gallileo- und Popstars Teaser völlig ungoutierbar sein. Geht gar nicht. Da bin ich froh ihn doch im Kino gesehen zu haben, erste Reihe ganz rechts, auch wenn er nur sehr gut ist.

23:15 Uhr Rambo II – Der Auftrag (Tele5)
Nein, kein Must have seen und außerdem dauert es viel zu lange bis das erste Schlitzauge ins Gras beißen muß. Aber ansonsten Bierdose auf, Hirn aus und über Ronald Reagan Kino par excellence lachen. Mein Gott, die meinten das damals wirklich ernst. Garantiert.

Montag, 24. November

Ohne Ende nichts was mich interessieren könnte.

Dienstag, 25. November

20:15 Uhr Die Glücksritter (K1)
Ich liebe diesen Film, auch wenn er so heavy 80ths ist, daß man sich schon fast ein Netzhemd übers Sweatshirt ziehen und die alte Karottenjeans vom Dachboden holen möchte. Eddie Murphy und der vollgepißte Dan Akroyd sind einfach zum totlachen. John Landis bietet Situationskomik am Stück und immer noch perfektes Vorweihnachtskino.

22:50 Uhr Tsotsi (RBB)
Die Geschichte ist einfach etwas unglaubwürdig, dafür aber umso mehr liebe- und zum Teil auch humorvoll erzählt. Township trifft auf Johannesburger Mittelschicht ohne in Rührseligkeit zu versinken. Daß Tsotsi trotz Katharsis unsympathisch bleibt ist dem Drehbuch hoch anzurechnen und wohl auch mehr als mutig.

Mittwoch. 26. November

Nichts wozu ich Lust hätte etwas zu schreiben.

Donnerstag, 27. November

20:15 Uhr Der Herr der Ringe – Die Gefährten (VOX)
Kann getrost als die absolute Klimax des modernen Blockbusterskinos bezeichnet werden. Größer, märchenhafter und technisch beeindruckender geht es wirklich nicht mehr. Leider erwecken Die Gefährten Erwartungen, die Die Zwei Türme und Die Rückkehr des Königs nicht mehr einlösen können. Weder inszenatorisch noch inhaltlich.

Freitag, 28. November

20:15 Uhr Schöne Bescherung (RTLII)
Ja, ist schon wieder soweit. Ich habe heute Mittag meinen ersten Eierpunsch genossen und auch schon 60% der Weihnachtsgeschenke zusammen – jedenfalls gedanklich.

22:45 Uhr Killing Zoe (DAS4.)
Erster mir bekannter Reißer, der mit dem Siegel „Von den Machern von Reservoir Dogs und Pulp Fiction“ beworben wurde. Ex-Tarantino Kumpel Roger Avery läßt es mächtig bluten, was seinen Film aber auch nicht gerade überdurchschnittlich erscheinen läßt. Und überhaupt, von den 96 Minuten werden hier sowieso nur 78 gezeigt.

Vielleicht wissen die anderen mehr...

Sendersuchlauf, täglich
From Beyond, ab samstags
Blockbuster Entertainment, The Duke und Kino, TV & Co, ab sonntags

Falls Du glaubst die Fernsehtipps auf Deinem Blog könnten hier auch einmal Erwähnung finden solltest Du einfach in den Kommentaren darauf hinweisen. Falls sie mir gefallen werde ich es mir nicht nehmen lassen wöchentlich darauf hinzuweisen.

Warum und überhaupt

Hier wurde früher ja mal viel mehr über Fußball geschrieben. Oder? Früher, ja früher war ja so wie so alles viel besser. Da gab es zumindest eine Bundesligatabelle an dessen Spitze echte Feindbilder standen, die man irgendwie ernst nehmen konnte, deren Meisterschaft unbedingt verhindert werden mußte. Auf Deibel komm raus. Aber zur Zeit? Leverkusen auf Platz 1. Wen interessiert das eigentlich. Who the Fuck... Bruno Labbadia z.B., was sollte man dagegen haben, daß dieser allgemein beliebte Ex-Stürmer, der bisher wirklich noch keiner Seele etwas böses angetan hat und seine aktive Karriere in der zweiten Liga beim KSC beendete, mit seiner Mannschaft aus Talenten und Unbekannten guten Fußball spielen läßt? Die kacken ja eh spätestens nach der Winterpause wieder ab. Platz drei bis sechs, wir werden es sehen. Oder Hoffenheim, gegen Ralf Rangnick habe ich wirklich gar nichts vorzubringen. Unter ihm spielte Schalke zum letzten mal Fußball und dafür wurde er vom Zigarrenraucher gemobbt bis er endlich von selbst das Handtuch warf. Wie könnte ich diesem Mann, der ja echt Ahnung vom Fußballtraining und Spiel zu haben scheint als Feindbild ausmachen? Hoffenheim selbst interessiert mich nicht die Bohne, ich kenne die Spieler nicht, den Präsidenten Mäzen Privatinvestor Dietmar Hopp kann ich nicht ernst nehmen. Der ist ja irgendwie wie der reiche Onkel, der allen nur Gutes tun möchte und von Kathrin Müller-Hohenstein den Allerwertesten geleckt bekommt. Daß ihm auch nicht einer der sonst so superkritischen Krombacherdeliriumlaberer auf den Zahn fühlt und ihn vielleicht einfach mal fragt warum er immer davon spricht was er mit Hoffenheim erreicht hat, dafür kann er nichts. Ich meine, ist das noch keinem aufgefallen? Ich habe, ich habe, ich habe. Ich dachte bisher immer e.V. stehe vor allem für Wir. Da scheinen ja selbst Formel 1 Rennställe mehr Verein zu sein als diese TSG Achtzehnhundertirgendwas Hoffenheim e.V.. Daß da so ein daher gelaufener Volldepp lieber diesen Herrn Hopp „Hasta la Vista“ wünscht und nicht einen einfachen „Tod und Hass der TSG“ oder „Eure Eltern sind Geschwister“ Banner in die Höhe hält, wie es eigentlich normal und guter Ton wäre, das scheint noch keiner ernsthaft hinterfragt zu haben. Ist ja auch irgendwie schwierig für den Auswärtsfan die Horde Sonntagsausflüger, die ihre Wochenendfreizeit bis vor kurzem noch auf den Mini-Golf Bahnen der Umgebung oder im Stuttgarter Zoo verbrachte, zu beschimpfen. Frauen und Kinder verkloppt man nicht. Wie sieht eigentlich das Catering in Mannheimer Stadion aus? Apfelschorle und Grünkernbratlinge? Aber wie schon geschrieben, da mal nachzuhaken, das ist nicht die Aufgabe von Herrn Hopp. Ach, schon wieder viel zu viel über die Rhein-Neckar Region geschrieben. Dabei wollte ich doch noch darauf hinweisen, daß der FCB seit Jürgen Klinsmanns Übernahme des Trainingsbetriebes überhaupt niemanden mehr hinterm Ofen hervorlockt, außer seine eigenen Fans. Die gibt es ja trotz aller Zweifel in echt. Ich meine, warum ist Jürgen Klinsmann bisher noch nicht vom Kalle als kleiner Kleine-Brötchen-Bäcker diskreditiert worden? Ist das nicht komisch. Und wie hat sich eigentlich die Situation in Sachen Kunden und Stimmung seit der letzten Saison in der Allianz Arena verbessert oder verschlimmert? Nichts, aber auch gar nichts ist darüber zu lesen. Dabei würde mich so ein Bericht mehr anfixen als irgendwelche Artikel über des Prinzen gut bezahlte Geiselhaft. Egal, die Bayern spielen eh bald wieder richtig oben mit, oder auch nicht. Ich hoffe Herr Timotshuk aus der Ukraine geht vorher noch zum Friseur bevor er in der Bundesliga nicht auflaufen wird. Ist ja nicht so als ob der Uli seine letzten Lieblingsspieler alle bekommen hätte. Und da wären wir auch endlich, endlich, endlich beim Hauptthema dieses Blogeintrages Posting Artikels Kommentares.

Lieblingsspieler. Wenn mich zur Zeit jemand fragen würde, wer mein Lieblingsspieler auf Schalke ist, würde ich antworten: Niemand. Vorletzte Saison hätte ich noch Bordon, letzte Saison noch Neuer gerufen. Was natürlich schon bezeichnend ist. Wenn der Torwart oder Abwehrspieler einer möglichen Spitzen-Fußballmannschaft zum Lieblingsspieler auserkoren wird, dann deutet das darauf hin, daß der Rest grottig spielt. Na klar, gab ja auch genug Querelen um den Cheftrainer. Aber diese Saison gibt es keine Ausreden – mehr. Der Saisonstart war mit dem Ausfall Neuers und der sofortigen Verletztungspause der Neuzugänge nicht nur ein wenig unglücklich. Den kann man schon als tragisch bezeichnen, ohne ernsthaft befürchten zu müssen ausgelacht zu werden. Aber jetzt nach dem 13. Spieltag sind seit langem alle wieder fit, außer Christian Pander, aber das hat nichts zu bedeuten. Der ist immer verletzt. Da spielt die Mannschaft in Karlsruhe endlich den Fußball, den sich Fans, Vereinsführung, Trainer, Mitglieder, nicht Mitglieder, die Putzfrau, der Zeugwart, der Wurstverkäufer, Manni Breuckmann, Klaus Fischer und Charly Neumann – Gott hab ihn selig – kurz gesagt Wir, also der Verein, wünschen. Nur um dann wieder in Cottbus noch mit Glück nicht, gegen Bayern unglücklich und in Leverkusen mehr als verdient zu verlieren. Aber lieber verdient verlieren als unglücklich, dann kann der Fan nämlich auch mal aus offensichtlichem Grund rumrotzen. Was dann auch etwas anderes ist als beim Stand von 1:0 zur Halbzeitpause die Mannschaft auszupfeifen. Müßig sich über diesen Teil des Wirs zu echauffieren. Ist halt so im total kapitalisierten Profifußball, nicht nur auf Schalke, sondern auch in England, Italien und Dresden, wo man der Mannschaft anonyme Grabstädten auf dem Trainingsplatz grub.

Was mich wirklich traurig macht ist die Resignation, die sofort in allen Mannschaftsteilen aufkommt sobald der Gegner mal eine viel versprechende Chance im Spiel erspielt, erarbeitet oder was auch immer. Noch schlimmer wenn er in Führung geht. Warum muß man eigentlich sofort merklich an sich selbst zweifeln, nur weil der Gegner aufgrund eines wirklich schlimmen Fehlpasses und der darauf folgenden Teilnahmslosigkeit eines eigenen Mitspielers in der dreißigsten Minute in Führung geht? Sind da nicht noch sechzig Minuten zu spielen? So verhält sich die Mannschaft schon seit Jahren, unabhängig vom Cheftrainer. Zwanzig Minuten wird versucht ein Tor zu schießen, dann muß man erstmal Luft holen, logisch, der Gegner taucht gefährlich vorm eigenen Tor auf und vorbei ist es mit dem Fußballspiel. Agiert wie der Hase vor dem Fuchs. Das ist eine Kopfsache. Daß Kevin Kuranyi aus sechs Metern freistehend das Tor nicht trifft, ist nur zum Teil ein Resultat seiner limitierten fußballerischen Fähigkeiten. Klar kann man da hämisch nach seinem eigentlichen Beruf fragen, aber viel wichtiger ist ja die Frage des Warums. Ist einem überhaupt mal aufgefallen wieviel Angst er zu haben schien das Tor nicht zu treffen? Wie überhastet er den Abschluß suchte? Wo ist da das Selbstbewußtsein von dem Bordon vor dem Spiel gegen die Bayern sprach nuschelte? Kuranyi denkt auf den Platz mehr über seine vergebenen Chancen als über seine Tore nach, nicht erst seit kurzem, sondern seitdem er für Schalke spielt. Seitdem er vom Verein als Hoffnungsträger vorgestellt wurde. Das soll jetzt keine Kuranyi Schelte werden, vielmehr steht er exemplarisch für alle Talente, die auf Schalke als Hoffnungsträger eingekauft oder aus den Jugendmannschaften befördert wurden. Nehmen wir Ivan Rakitic, ein angebliches Jahrhunderttalent, das von fehlgeleiteten Eidgenossen Morddrohungen erhielt als er sich für die Nationalmannschaft von Kroatien entschied. Der kann ja grundsätzlich nicht verkehrt sein, wenn das so geschehen ist. Da kommt dieser Ivan Rakitic aus dem Tal der schweizer Super League mit der Erfahrung von ungefähr knapp über zwanzig schweizer Ligaspielen auf die Anhöhe der deutschen Bundesliga und ist plötzlich Hoffnungsträger eines Vereines, der seine Tradition und die Erwartungshaltung seines Umfeldes mit sich herum trägt wie ein Adipöser die Fettschürze. Wie soll sich ein Talent ordentlich entwickeln, wenn es gleich nach den ersten schlechten Auftritten schon wieder in Frage gestellt wird und die Ablösesumme, die für seinen Transfer überwiesen wurde, gleich in Relation zu seiner bisherigen Leistung gesetzt wird? Immerhin hat er mit seiner Nationalmannschaft im Sommer Deutschland eine desaströse Niederlage beschert. Was nicht mit einem Sieg gegen Argentinien gleichzusetzen ist, aber immerhin, so schlecht kann er ja gar nicht sein. Schon mal Interviews von Kuranyi und Rakitic gelauscht? Erinnert mich an Beaker aus der Muppet Show. Mümümümümümü. Selbstbewußtsein ist etwas anderes. Dagegen ist Arne Friedrich ein Schreihals. Nicht daß ich mir jetzt Schreihälse in der Mannschaft wünsche, aber ich möchte Spieler, die an sich glauben, die sich was zutrauen. Die mit ihrer Rolle als Führungsspieler, Hoffnungsträger, oder wie auch immer man sie nennen möchte, zurecht kommen. Die nach einer Niederlage nicht, „Ja, wir haben alles versucht und sind natürlich sehr entäuscht, auch für die Fans.“ ins Mikro der Fragensteller flüstern, sondern auf dem Platz zeigen, daß sie, wenn schon nicht an ihre Mannschaftsmitglieder, dann doch aber an sich selbst glauben. Wenn ich da an diesen Hitze aus Stuttgart denke, der für mich der Antifußballer schlechthin ist, aber es mit seinem steten selbstbewußten Auftritten immerhin geschafft hat den Lutscher aus der Stammelf der Nationalmannschaft zu verdrängen - kann mir niemand erzählen, daß der besser als Ernst oder Jones ist - warum hat Schalke nicht solche von sich selbst überzeugte Spieler? Ist ja nur eine Kopfsache.

Ralf Rangnick hatte damals einen psychologischen Berater installiert. Der sollte erstmal herausfinden wie die Spieler individuell zu motivieren sind, was sie für Typen sind. Der konnte über ein Jahr in Ruhe auf Schalke arbeiten bis Rangnick weg war, auf Schalke ein Maulwurf sein Unwesen trieb und der Boulevard die Bildzeitung davon Wind bekam Gefahr lief, daß ihr/e Informant/en enttarnt wird/werden. Die wußte natürlich wer die wirkliche/n Plaudertasche/n ist/waren, tat aber so als wenn es dieser Berater wäre und fragte noch dreist wofür er eigentlich Geld bekommt. Was machte die Vereinsführung? Sie schmiß diesen Psychologen aufgrund des gar nicht vorhandenen öffentlichen Drucks raus. Daß im Nachhinein immer noch Schalker Kabinengeflüster für erhöhte Auflagen nicht nur beim Springerverlag sorgte..., egal. Ich kann meine Erbostheit über das damalige populistische Agieren der Verantwortlichen im Verein bis heute nicht in Worte fassen. Gut, Hub Stevens ließ mal vor langer Zeit die Bildleser entscheiden, wer Samstag Nachmittag im Schalker Tor steht. Wer ihn kennt wird wissen, daß dies nur eine trotzige Reaktion auf die Deppen in der Nordkurve war, die Oliver Reck und den Trainer zugunsten des damals noch als Fliegenfängers zu bezeichnenden Schalker Eigengewächs Matthes Schober in Frage stellten. Aber so eine tiefgreifende Personalentscheidung, so eine strategische, so eine philosophische, so eine wichtige Entscheidung von der Gunst der Presse abhängig zu machen, das zeugt von nicht vorhandener Überzeugung der Verantwortlichen. Da kommen ein paar dämliche Spitzen aus dem östlichen Ruhrgebiet nach Gelsenkirchen herüber geschossen, die lediglich das eigene Fanvolk von der eigenen Inkompetenz ablenken sollen, und unsere Vorstandsmitglieder haben nichts anderes zu tun als auf diese theatralisch auf der eigenen Hauptversammlung einzugehen. Mit dem Ergebnis, daß sie in der Presselandschaft selbst als Volldepp dastehen. Schalke braucht nach Meinung der Angestellten des Springerverlages neue Spieler? Kein Problem, und wenn kein Geld für eine Granate vorhanden ist kaufen wir halt die völlig überteuerten Reste vom Borbecker Automarkt. Vollaustattung, frisch lakiert, läuft zwar nur auf zwei Pötten, aber was soll's, Hauptsache wir haben nachgelegt. Streit, Ze Roberto, Großmüller, Sanchez. Noch einer, der es nicht übbam TÜV schafft? Das erinnert mich an die kleinen Kärtchen, die man ständig an seinem Auto findet. Kaufe alles zu Höchstpreisen. 0177/5550815. Nur daß die Kärtchenverteiler bestimmt keine Höchstpreise zahlen und den Schrott später nach Kenia, Litauen und Novosobirsk verschiffen. In Polen will man kaputtes schon lange nicht mehr haben. Nö, aber Schallke könnte in der Winterpause noch ein paar Ladenhüter verticken, weiß nur keiner wohin, um das noch nicht erkannte und irgendwo auf der Bank in Spanien oder Portugal sitzende Diegosupertalent für bis zu 10 Millionen Euro zu verpflichten. Die Experten in der Presse haben ja schließlich einen fehlenden Spielmacher als einzigen Grund für Schalkes Tabellensituation schon ausgemacht. Ist dann natürlich auch Hoffnungsträger... Hoffen wir, daß es diesmal wirklich jemand ist, den der Trainer auch haben möchte und der nicht erst in drei, vier oder fünf Jahren gut sein könnte. Mir fehlt aber der Glaube daran. Hoffen und Glauben, zwei grundsätzlich verschiedene Dinge. Auf Schalke hofft man leider immer nur. Obwohl ja sogar eine Kapelle im Stadion vorzufinden ist. Also Glauben gibt es auf Schalke doch. An Gott, an die Meisterschaft irgendwann, an den Weihnachtsmann, an das Gewäsch der Bildzeitungssportexperten. Nur anscheinend nicht an sich selbst, da hofft man nur alles richtig zu machen. Und apropos Hoffen. Ralf Rangnick bekundete erst kürzlich wie wichtig doch für ihn die Arbeit seines Sportpsychologen bei der TSG Hoffenheim ist. Sind das da in diesem Dorfverein eigentlich alles psychisch Kranke?

Mußte ich mir mal von der Seele schreiben und

Glück Auf!

Doomsday

Das 70er und 80er Jahre Schmuddelkino hat ja nun schon seit einigen Jahren Hochkunjunktur in der Remake Branche. Oftmals mit dem Prädikat Hommage versehen, wird alles verwurstet was der Mainstream bisher nicht einmal mit der Kneifzange angefaßt hätte. Die Einspielergebnisse übertreffen oftmals schon am erstem Wochenende die ihrer Vorbilder, Schmodder und Gore sind in den Multiplexen längst etabliert. Das Kellermonster B-Movie Exploitationer wurde domestiziert, hat seinen Sonntagsanzug übergestreift und darf nun zur Belohnung mit am Tisch der Erwachsenen vom großem Kuchen naschen. Das ist grundsätzlich begrüßenswert, hat aber auch den Nachteil, daß dabei größtenteils der intellektuell angehauchte Revolutergeist des remaketen Originals auf der Strecke bleibt. Wenn Michael Bay Thomas Hewitt mit der Kettensäge hantieren und dazu Sheriff Hoyt Figuren als passenden Merchandising Artikel verticken läßt, wirkt das ganze eher so als ob Dieter Bohlen Yvonne Catterfeld feat. Erfurter Schülerorchester „Oh Lord, won't You buy me a mercedez benz“ Samstag abends bei Wetten Dass? trällern läßt. Wenn dann aber jemand wie Neil Marshall, der immerhin mit The Descent einen der interessantesten und doppelbödigsten Horrorflicks der letzten 20 Jahre zustande gebracht hat, seine Hommage an das 80er Endzeitszenario vorstellt, dann ist der geneigte Genrefan schon ein wenig aufgeregter, zumal er sich da ja auch nicht gerade das schwierigste Genre ausgesucht hat.


Die Ausgangslage ist dann auch recht simpel. Großbritannien, ein Virus streckt die Bevölkerung Schottlands nieder und so wird die große, unüberwindbare Mauer errichtet und die Infizierten sich ihrer selbst überlassen. Irgendwann in der Zukunft bricht der selbe Virus dann in England aus und, oh man staune, Satelitenbilder bestätigen: Es gibt doch noch menschliches Leben in Schottland. Keine Frage, dann muß es auch menschliches, immunes Genmaterial im apocalyptischen und eigentlich schon vergessenen Teil Britannias geben. Special Agent Eden Sinclair wird mit dem Auftrag betraut ein wenig davon zu besorgen, damit ein Serum entwickelt werden kann um der erneut ausgebrochenen Seuche Herr zu werden.


Ja, Doomsday ist tatsächlich ein Mix aus Genreikonen vergangener Tage. Mad Max II, Escape from New York, ein wenig Aliens. Dazu noch eine ganze Episode Medieval Splatter plus Menschfresserhorde. Daß Marshalls Film zu keiner Sekunde ernst zu nehmen ist liegt auf der Hand, dazu widmet er der Story einfach zu wenig Aufmerksamkeit, eilt viel zu schnell von Schauplatz zu Schauplatz und baut lediglich auf einzelne Szenen, die selten zusammenhängend wirken, geschweige denn die Geschichte voran bringen. Masse statt Klasse, so scheint es, war hier wohl das bestimmende Credo Marshalls. Dazu paßt auch der fast bemitleidenswerte Versuch Marshalls seiner Protagonistin so etwas wie eine geheimnisvolle Vergangeheit einzutrichtern, Replikanten RoboCop Snake Plissken Alarm. Ja, wir haben verstanden. Der Herr Regisseur ist von Fach, wenn es um das aufzählen von Filmzitaten geht. Sie aber zu einem Ganzen zu formen, sie vielleicht zu rezitieren, ihnen einen eigenen Stil zu verpassen, ihnen irgendetwas neues abzugewinnen und ihnen damit eine Eigenständigkeit zu verleihen, das schafft Marshall noch nicht einmal ansatzweise. Dazu fehlt ihm einfach das dramaturgische und vor allem inszenatorische Gefühl der Regisseure, deren Filmen er huldigen möchte. Selbst der billigsten italienischen Endzeitproduktion aus den 80ern, wie z.B. den Riffs, ist ein höherer Unterhaltungswert allein aufgrund ihrer auch damals schon heftigen Trashattitüde zuzugestehen als Marshalls Versuch einer Hommage. Die ist dann doch nur ein äußerst billiger zielgruppengerechter Abklatsch eines Endzeitfilms für Kiddies, die auch die Resident Evil Reihe oder Blade: Trinity für großartiges Genrekino halten. Good Taste made Bad Taste? Nein, Doomsday schmeckt nach gar nichts. DJ Ötzi singt "Anarchy in The UK" auf RTLII in der Superballermann Show und Jürgen Milski grölt den Refrain.

2,5/10 Punkte

Gefunden - Krieg der Eispiraten

Es gibt ja diese Filme, die hat man vor Jahren Jahrzehnten, egal, jedenfalls vor unglaublich langer Zeit mal im Fernsehen gesehen und sich dabei vor Lachen in die Hose gemacht. In der Videothek waren sie dann nie auffindbar und irgendwie traute man sich nicht direkt danach zu fragen, weil es einem schon komisch vorkommt, wenn ein Film, über den der halbe Schulhof sprach, in der Videothek nicht auffindbar ist. Da kommen dann erste Zweifel auf, ob das nicht wirklich nur so ein lediglich für pubertierende Jungen lustiger Filmspaß war. Doch dann kramt man auf dem Trödel in einer der vielen VHS Kisten und – Tadaaaa - hält plötzlich den schon seit Jahren aus unerfindlichen Gründen gesuchten Film in der Hand. Dann steigt man sogar noch Abends in den Keller, entstaubt den Videorekorder und hofft, daß das Band noch einigermaßen in Ordnung ist. Schließlich hat man 2,50 € für einen vergnüglichen Filmabend investiert.

Die Templer beherrschen den ganzen bekannten Weltraum und das in ihm rare und doch so lebenswichtige Wasser. Deshalb überfallen Piraten regelmäßig... Die Story ist nun wirklich uninteressant, aber die Weltraumoperparodie des ansonsten eher mit Durchschnitt bis sehr Schlechtem aufgefallenen Stewart Raffill entbehrt nicht eines gewissen Charmes und einiger wirklich witzigen Einfälle. Weltraum-Herpes ist mir bislang in keinem anderem Film untergekommen und die Szenen in der Wüste des Planeten Sagora um den altersmüden Lanky Nibs sind äußerst einfallsreich bis höchst amüsant. Die Seitenhiebe auf das Genre im allgemeinen sehr gelungen und temporeich inszeniert. Die Kämpfe zwischen Templern und Piraten, die hier tatsächlich mit Requisiten aus der vorvorletzten Robin Hood Verfilmung hantieren, eher als eine große Lachnummer angesetzt. Neben den hierzulande sicher nur dürftig bekannten TV Detektiv Robert Urich in der Hauptrolle, überraschen unter anderem auch die weitaus bekannteren Anjelica Houston und Ron Perlman mit merklich viel Freude und Spaß an der ganzen Sache. Das läßt natürlich über die auch damals schon nur mäßige Trickserei hinwegsehen. Krieg der Eispiraten ist ein typischer Fall für einen verregneten Sonntagnachmittag, der schon immer besser im TV als im Kino aufgehoben war und ist. An die Genialität der nur drei Jahre jüngeren Spaceballs von Altmeister Mel Brooks kommt er nicht eine Sekunde seiner Lauflänge heran. Macht aber nichts, denn der Spaß ergibt sich in erheblichen Maße aus seiner weit von der Perfektion entfernten Art und den zwischen trockener Selbstironie und purer Plattheit pendelnden Dialogen. Sympathisch, wenn auch ohne rechten Biss.

6,5/10 Punkten

Selbsterkenntnis

"Das Spiel hat mich sehr enttäuscht. Es kann mal sein, dass ein, zwei Spieler nicht richtig auf dem Platz sind, aber acht oder neun sind zuviel."

"Im Moment mache ich mir Sorgen, wenn ich auf die Tabelle schaue. Wenn wir so spielen, auch mit so einer Abwehrleistung, dann hat man überhaupt keinen Anspruch darauf, zu den Top-Mannschaften zu gehören."

Fred Rutten/sport1.de

Die Nadel im Heuhaufen - Southland Tales

Zum Glück ist ja doch alles anders gekommen. Die Welt ist noch intakt, die Republikaner haben in Kalifornien die Wahl nicht gewonnen und überhaupt, die vierte Dimension ist nicht kollabiert. War also alles doch nur Dummfug, was uns Richard Kelly 2006 mit Southland Tales in Cannes präsentierte. Hatten die Kritiker, die seinen Film auf Teufel komm raus schlecht und von einem großem Nichts redeten also doch recht. Puh, noch einmal Glück gehabt, daß sein Film in den Kinos erst gar nicht anlief und somit das Publikum vor dem apokalyptischem Schwachsinn noch einmal gerettet werden konnte. Es grenzt ja schon nahezu am Glück eines Lottogewinns, daß man Southland Tales verschämt in der hintersten Ecke der Videothek auf einen Ausleiher wartend entdeckt. Überhaupt Notiz von seiner Existenz nehmen darf. Mir ist schon klar, daß Richard Kellys Weltuntergangs Sci-Fi Satire keinen großen Anklang bei der großen Masse finden dürfte. Dazu ist er inhaltlich zu frech, narrativ zu unkonventionell und, genau, zu spleenig. Was den Eindruck der großen Komplexität der Geschichte, die eigentlich ziemlich einfach ist, nur nicht so einfach daherkommt, erweckt. Dabei braucht der Zuschauer lediglich ein wenig Geduld, Aufmerksamkeit und Humor, um sich 145 Minuten bestens unterhalten zu lassen.

Am Unabhängigkeitstag des Jahres 2005 wird die USA Opfer zweier nuklearer Terroranschläge in Texas. Daraufhin ziehen sie in den Krieg gegen die Achse des Bösen, bestehend aus den üblichen Verdächtigen der arabischen Hemisphäre. Die Rechte der U.S. Bürger werden zugunsten der Errichtung eines Militär- und Überwachungsstaates eingeschränkt, das Reisen zwischen den Bundesstaaten ist nur noch mit gültigem Visum möglich. Mit USident wird eine neue Behörde zur Überwachung jedes einzelnen Bürgers installiert, was von deren Mitarbeitern hysterisch gefeiert wird. Zu allem Überfluß verlieren die USA auch noch die Kontrolle über ihr Öl im Nahen Osten und eine als Neomarxisten bezeichnete Untergrundorganisation treibt in den Städten den bewaffneten Widerstand. Ja, die Apokalypse steht bevor. Baron Westphalen, ein deutscher Wissenschaftler, der unter der Obhut seiner an Frankensteins Braut erinnernden Mutter steht, liefert mit Utopia 3 zumindest die Lösung für die Brennstoffprobleme der USA, auch wenn er insgeheim nicht so ehrenhafte Ziele verfolgt. Erzählt wird dies alles anhand der Geschichten des Schauspielers Boxer Santaros und des Ex-GIs Roland Taverner. Wem jetzt das Hirn brutzelt, dem sei versprochen, die Geschichte ist nicht halb so wichtig für das Verständnis des Filmes wie erwartet. Sind Richard Kellys Southland Tales doch eigentlich nichts anderes als eine vergnüglich überspitzte Skizzierung der gesellschaftlichen und politischen Veränderungen der USA der letzten Jahre, die Kelly in einem großem Knall enden läßt.

Dabei ist es wirklich erfrischend wie Kelly es schafft sich nicht verleiten zu lassen, sich innerhalb der Geschichte plump auf irgend eine Seite zu schlagen. Denn seine beiden Hauptprotagonisten wissen selbst nicht mehr wer sie eigentlich sind, sind selbst nur Marionetten der Regierung und des Untergrunds, deren Machenschaften sich nach und nach der Lächerlichkeit preisgeben, da sie den wahren Feind in ihrer eigenen Machtsucht und Verblendung nicht erkennen können. Während die Regierung auf den Dächern Scharfschützen stationiert, die subversive Elemente kurz und schmerzlos aus der Ferne exekutieren, damit das Beachleben ungestört weiter gehen kann, vergessen die Untergrundler bei der Durchführung ihrer Sabotageakte selbst die moralischen Grundsätze, die sie von der Regierung einfordern. Ihre versuchten Manipulationen sind gemessen an der Gesamtsituation in der sich die USA befinden an Schwachsinn nicht zu übersteigern. Was für einen Sinn macht es den Mord an einem bekanntem schwarzen Künstlerehepaar durch einen rassistischen Polizisten zu inszenieren um die Bösartigkeit der Regierung zu demonstrieren, wenn sich das Land eh schon in einem mehr als bedenklichen Zustand befindet? Inszenieren muß man da eigentlich nichts mehr. Doch auch gesellschaftspolitisch gibt es reihenweise etwas auf die Zwölf. Wunderbar wie subtil Kelly anhand Krysta Now, der Pornodarstellerin, Drehbuchautorin, TV-Moderatorin und Erfinderin eines Powersoftdrinks, die fehlende sexuelle Selbstbestimmung der Frau offenlegt. Ja, na klar möchte sie gerne hart gevögelt werden, doch Gewalt hat im Bett nichts zu suchen und von daher läuft anal bei ihr gar nichts. Eine unverhohlene Spitze gegen die religiöse Rechte der USA, die Frauen noch nicht einmal die Lust auf Sex zugestehen möchte. Gleichzeitig auch eine Warnung die Thematisierung der Sexualität durch ihre Tabuisierung in der Öffentlichkeit nicht denen zu überlassen, die sie nur im extremem darzustellen vermag. Und ja tatsächlich, unter der spinnerten Science Fiction Polit Farce Kellys liegt mehr vergraben, als der Zuschauer vielleicht aufnehmen kann. Eine Zweitsichtung drängt sich förmlich auf. Korpulierende SUVs in einem Werbespot für den europäischen Markt sind da tatsächlich nur die Spitze des Eisberges.

Als fast schon universelle Satire nicht nur auf die USA kommt Soutland Tales daher. Politisches Desinteresse, übersteigerter Patriotismus, Verschwörungstheorien, Verdrängung, Machtsucht, Intrigantentum, Hysterie, falscher Glaube... All das, was eine Gesellschaft von innen heraus spalten und letztendlich zerstören kann findet sich in Southland Tales. Erstaunlich, daß weite Kreise der Kritikerlandschaft, die seit Jahren darüber lamentiert, daß sich Hollywoods Kino immer mehr der politischen Belanglosigkeit nähert, diesen Film nicht mit offenen Armen empfangen hat. Aber so ist das vielleicht, wenn der Regisseur bisher lediglich einen interessanten, aber doch recht kryptischen und an den Kinokassen gefloppten Mystery Thriller, der sich wahrlich schwer kategorisieren läßt, abgeliefert hat. Dann möchte man vielleicht die politische Reife Kellys, die er mit seinen Southland Tales vermittelt nicht erkennen. Wenn er sein Können als Regisseur mittels der hervorragenden Leistungen seines Casts, von dem diese in dieser Form eigentlich gar nicht zu erwarten waren, der fantastischen Wirkung von Bild und Soundtrack und der Tatsache, daß er trotz der ganzen Nebenplots samt ihrer Nebenfiguren nie den Faden verliert, demonstriert, dann ist die abwehrende Haltung dieser Kritiker noch unverständlicher. Southland Tales ist einer der geglücktesten Filme der letzten Jahre, inhaltlich als auch inszenatorisch, der vielleicht in der Tradition Terry Gilliams Brazil oder 12Monkeys zu sehen ist, doch weitaus universellerer Natur zu sein scheint und phasenweise sogar Robert Sheas und Robert Anton Wilsons Subversivität zu erreichen vermag. Ich bin mir ziemlich sicher, daß er in Zukunft sein Publikum finden wird. Gibt es eigentlich einen schlechten Film, dessen Soundtrack sich der Pixies bedient?

9/10 Punkten

War doch klar

Your evil

Achtung! Werbung für überteuerte, schlecht aussehende Plastikuhren.

via

Leverkusen - Schalke - Schalke - Leverkusen

Jens Lehmann fährt mit der Straßenbahn - Mike Büskens steht im Tor - Leverkusen über 60 Minuten in derber Unterzahl, ab der 63. Minute nur noch mit 7 Feldspielern und trotzdem der erlösende Ausgleich zum 1:1 für Schalke erst in der 90. Minute - Ulf Kirsten bricht Thomas Linke den Unterkiefer – 7:4 - Mike Hanke trifft ins leere Tor während Butt sich feiern läßt - Manuel Friedrich will flanken, trifft aber ins Tor - Rene Adler hält alles - die erste Begegnung in der Arena endet 3:3 obwohl man zur Halbzeit schon 2:0 führte - Sonst noch was? Ach ja, morgen dann das Schicksalsspiel. Kein Sieg und alles ist aus und vorbei, für immer. Wie in jeder Saison.

Glück Auf!

Arbeit für den Rekorder - 15. - 21. November

Samstag, 15. November

20:15 Uhr Die Chroniken von Narnia (SAT.1)
Das ist der Film, der von der amerikanischen christlichen Rechten willkommen geheißen wurde wie kein anderer. Amen. Tolkien fand die Vorlage schon scheiße.

20:15 Uhr Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel (K1)
George Miller ist hier nur für die Actionszenen zuständig was man dem Film auch deutlich anmerkt. Zwar ist auch die Donnerkuppel immer noch unterhaltend, aber die Chose hat mit den beiden Vorgängern merklich nichts mehr zu tun. Und dann auch noch Tina Turner, tsss...

20:15 Uhr Nackt (DAS4.)
Doris Dörrie macht am Anfang des 21. Jahrhunderts immer noch 80er Jahre Kino, niedlich.

22:20 Uhr Wedlock (K1)
Wie? Der wurde eigentlich fürs TV produziert? Rutger Hauer Fans schalten den „Flucht in Ketten“ Sci-Fi Actioner gerne ein. Ahhh, Rutger Hauer – ich liebe ihn seit Flesh and Blood.

Sonntag, 16. November

20:15 Uhr Red Planet (RTLII)
Ich glaube schon minestens zum dritten mal in diesem Jahr. Macht ihn nicht besser, aber als leichte Trashunterhaltung taugt er allemal. Mein Gott, das Finale ist an Unsinn kaum zu übertreffen.

20:15 Uhr Das Vermächtnis der Tempelritter (Pro7)
Bruckheimer versucht sich als George Lucas. Das kann ja nichts werden. Diane Krüger kann sich noch nicht einmal selbst synchronisieren.

22:45 Uhr Shaft – Noch Fragen? (Pro7)
Ein Film, wie für Pro7 gemacht. Das Remake eines ansich schon nur aufgrund seines Titelthemes und seines schwarzen Hauptdarstellers interessanten 70er Jahre Blaxploitation Krimis. Schön, das Richard Roundtree noch eine Nebenrolle spendiert bekam, aber ansonsten...

00:15 Uhr Bugsy (K1)
Habe ich leider noch nicht gesehen, bei Barry Levinson ist das ja immer so eine Sache. Die alte Studiohure hat immerhin Wag the Dog und Liberty Heights hinbekommen, dafür aber auch Toys – Tödliches Spielzeug und Sphere in seiner Filmographie stehen. Taugt Bugsy?

Montag, 17. November

22:15 Uhr Spurwechsel (ZDF)
Bedient mit seiner arg konstruierten Story auf schrecklichste Weise gesellschaftliche Klischees. Die reichen arroganten Yuppies und die armen verzweifelten Armen. Braucht kein Mensch und ja, Samuel L. Jackson spielt wirklich in jedem Scheiß mit.

23:15 Uhr Lagerfeld Confidential (SWR)
Die Doku über den exzentrischen Modezaren soll zwar ziemlich unkritisch sein und so überhaupt nicht den Menschen Karl Lagerfeld enthüllen, aber was soll's – ein wenig Gossip wird ja wohl erlaubt sein.

23:50 Uhr Super Size Me (HR)
Also ganz klar, solange man nicht täglich ein Kilo Pommes und drei Liter Cola in sich hinein schüttet, hat man nichts zu befürchten. Spurlock hat gut aufgepaßt und macht den Moore. Seine makrobiotisch veganische Freundin sieht aber auch nicht gerade gesund aus. Finde ich jedenfalls. Völlig bescheuerter aber unterhaltsamer Selbstversuch, der den Konsumenten von der Eigenverantwortung befreit.

Dienstag, 18. November

00:15 Uhr Zabriskie Point (SWR)
Nur hier im richtigem Bildformat. Danke dafür, ihr öffentlich rechtlichen von der ARD. Ein Film, der momentan wie kein anderer ins Programm paßt. Obama, Immobilien Krise und dann auch noch das Finale des aktuellen Bonds. Vorsicht, regt zum Nachdenken an.

Mittwoch, 19. November

Ach, die ganzen Wiederholungen und Monopoly macht ja auch Spaß.

Donnerstag, 20. November

20:15 Uhr Space Cowboys (VOX)
Vielleicht, wenn ich mal 66 bin. Da fängt das Leben bekanntlich ja an.

22:40 Uhr Terminator (VOX)
Angeblich die ungeschnittene FSK 18 Version, was ich mir aber erst für die Wiederholung um 03.00 Uhr Nachts vorstellen kann. Immer noch der beste Beweis, daß man mit Mini Budget wegweisendes Kino produzieren kann und überhaupt, der ist einfach genial in allem.

23:15 Uhr Himmelfahtskommando El Alamein (HR)
Hat zwar nichts direkt mit Inglorious Bastards zu tun, dürfte jedoch auch gut zur Einstimmung auf Tarantinos Neuen taugen. Ohne Gewähr.

Freitag, 21. November

20:15 Uhr Nomad – Fürst der Steppe (RTLII)
Den habe ich auch noch nicht gesehen, ich kann aber garantieren, daß Sergei Bodrow definitiv die Fähigkeit besitzt berauschende Landschaftsaufnahmen zu komponieren. Gesehen habe ich nämlich seinen aktuellen Film Der Mongole, der zwar etwas oberflächlich daherkam, aber eine tolle Abenteuergeschichte und eine atemberaubende Kamera aufbietet. Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, daß dies hier auch der Fall sein wird.

22:20 Uhr Total Recall (RTLII)
Ist zwar aus heutiger Sicht fürchterliches Studiokino, kann aber nicht zuletzt aufgrund Arnie und der fantasievollen Sci-Fi Story nach Philip K. Dick immer noch bestens unterhalten. Die leichten Schnitte kann man noch verkraften, aber Vollbild geht gar nicht. Frechheit.

00:10 Uhr Mulholland Drive (Tele5)
David Lynchs Blow Up Version über die Traumfabrik Hollywood, die eigentlich eine Fernsehserie werden sollte. Schein und Sein strapazieren das Rätselknackergen des Zuschauers über das übliche Maß hinaus. Nichts ist so wie es ist und doch ist es so. Nein, kein Mindfucker.

Also die Sender befinden sich schon in der erst fürs nächste Jahr groß angekündigten Rezession.

Sendersuchlauf, täglich
From Beyond, ab samstags
Blockbuster Entertainment, The Duke und Kino, TV & Co, ab sonntags

Falls Du glaubst die Fernsehtipps auf Deinem Blog könnten hier auch einmal Erwähnung finden solltest Du einfach in den Kommentaren darauf hinweisen. Falls sie mir gefallen werde ich es mir nicht nehmen lassen wöchentlich darauf hinzuweisen.

Kein Clou - Bank Job

Eigentlich hatte Roger Donaldson mit Thirteen Days bewiesen, daß er politisch brisante Themen trotz des Verzichts auf inszenatorisch pompösen Schmuck äußerst dicht und spannend verfilmen kann. Auch wenn seine Filmographie im großem Maß Durchschnittskost bietet, sein Film über den Höhepunkt des Kalten Krieges, über die dreizehn Tage in der die Welt so nah vor dem Ausbruch des Dritten Weltkrieges stand, gehört eindeutig zum Bestem was Hollywood in Sachen Politthriller die letzten fünfundzwanzig Jahre aufzubieten hatte. Da verwundert es doch schon ein wenig, daß er in seinem aktuellem Film The Bank Job, dessen Geschichte auf einem ominösen, tatsächlich stattgefundenen Bankraub Anfang der 70er basiert, den politisch brisanten Gehalt nicht annähernd so spannend inszeniert. Gestohlen wurden die Inhalte von Bankschließfächern, die neben den üblichen Wertgegenständen und Bargeld offensichtlich auch brisante Dokumente und für die Königsfamilie kompromittierendes Bildmaterial enthielten. Stattdessen gibt es nur höchst konventionelle British-Gangster Kost. Über den Fall durfte schon bald nicht mehr berichtet werden, die großen Prozesse blieben aus und Akteneinsicht gibt es offiziell erst ab der Mitte dieses Jahrhunderts. Ich bin mir sicher, daß es bis dahin garantiert noch ein paar Datenpannen in Großbritannien geben wird.

Der Londoner Kleinkriminelle, Familienvater und Werkstadtbesitzer Terry Leather steckt bis zum Hals bei den Leuten in der Kreide, die keine höflichen Mahnschreiben bei ausbleibender Tilgung der Schulden schreiben, sondern lieber zwei Gorillas mit Baseballschlägern zur Durchsetzung ihrer Forderungen entsenden. Wie der Zufall es so will ergibt sich für ihn aber schon bald eine einmalige Gelegenheit um das Minus in seiner Kasse nicht nur auszugleichen, sondern um ein so fettes Plus auf der Habenseite zu generieren, daß er gleich in den Ruhestand gehen kann. Martine Love, eine alte Jugendfreundin berichtet ihm von dieser Bank, deren Alarmsystem für eine ganze Woche nicht funktionstüchtig sein wird und deren Schließfächer so zu einer leichten Beute werden könnten, wenn man den Raub nur einfach gut geplant durchziehen würde. Daß Martine Love kurz zuvor in Heathrow mit einer ordentlichen Ladung Drogen im Gepäck erwischt wurde, und daß der britische Geheimdienst sie nun erpresst um an den Inhalt eines Schließfächer zu kommen, erzählt sie ihrem alten Kumpel natürlich nicht. In einem der Schließfächer befinden sich nämlich Bilder, die Prinzessin Margaret während eines Sexabenteuers in der Karibik zeigen. Besitzer der Fotos ist der selbsternannte Revolutionsführer Michael X, dem zwar zahlreiche Verbrechen nachgewiesen werden können, der sich jedoch aufgrund des Besitzes der kompromittierenden Fotos einer Verhaftung entziehen kann. Leather und seinem Team gelingt der spektakuläre Raub für den ein Tunnel direkt in den Tresorraum der Bank gegraben wird, und bei dem er nicht nur in den Besitz Prinzessin Margarets Liebesspiel Fotos gelangt, sondern auch noch in dem von reichlich anderem Material, daß Politiker, Polizei und Unterweltgröße Lew Vogel in Bedrängnis bringt. Nicht gut für einen kriminellen Amateur.

Leider gelingt es Donaldson nicht, die Brisanz des Falles richtig auszuarbeiten. Sein Bank Job bewegt sich über die ganze Lauflänge lediglich auf dem Niveau eines sympathischen britischen Heist Movies, dessen Figuren eher Karikaturen eben jenes Genres sind, aber keinesfalls Charaktere der Zeitgeschichte. Schade. Der Stoff böte sich geradezu für einen spannenden Thriller an, zumal sich Donaldson tatsächlich der realen Figuren des Falles bedient. Das soll jedoch nicht bedeuten, daß sein Film schlecht sei. Handwerklich ist ihm nicht viel vorzuwerfen, auch wenn er hier und da die Möglichkeiten die Spannung auf die Spitze zu treiben, was ja ein wesentliches Moment des Heist Movies ist, nicht nutzen kann. Ich denke da an die Szenen während des Einbruchs, in denen der Coup kurz vor dem Auffliegen steht. So entsteht der Eindruck, Donaldson wußte nicht so recht worauf er hinaus wollte. Farce, Satire oder einfacher Kriminalfilm. Der Mix aus den verschiedenen Elementen verwässert das Ganze ein wenig. Für einen Thriller sind die Figuren zu klischeehaft, für eine Komödie oder Satire kommt The Bank Job einfach zu ernst und konventionell daher. So bleibt lediglich die Geschichte des Schlitzohres Terry Leather, dem Jason Statham durch seine gewohnt routinierte Darstellung jedoch keine sonderliche Tiefe verleihen kann. Buisness as usual. Auch am Ende, wenn Statham endlich zuschlagen kann, was jedoch in diesem Fall völlig überflüssig erscheint. Daß man dies dem ganzen Film letztendlich nicht unterstellen kann liegt einzig und allein daran, daß er trotz allem über fast zwei Stunden ordentlich unterhalten kann.

6,5/10 Punkte

Ich darf Uli Hoeneß ja alles fragen,

bin ja kein Angestellter des Vereines und muß demnach auch keine Kündigung befürchten. Also Herr Hoeneß. Zumindest in der ersten Halbzeit, waren das die alten Dusel-Bayern? Oder hat sich der FCB den Dusel des ausbleibenden Pfiff des Schiedsrichters nach dem klaren Foul Tim Borowskis an Jefferson Farfarn im eigenem Strafraum erarbeitet? Aber natürlich, Fußball ist kein Spiel der Konjun...

Glück Auf

James Bond - Ein Quantum Trost

James Bond, daß war mal... Egal. Der Serie wurde in ihrer 46 jährigen Kinogeschichte mindestens schon vier mal der Exitus diagnostiziert. Doch immer wieder hat sie sich berappelt, hat sie sich nach der verordneten Frischzellenkur aus dem Krankenbett erhoben und sich selbst neu erfunden. Vom harten und doch smarten Schotten zum ironischen Londoner bis hin zum glatten Iren. Zwischen Moore und Brosnan gab es noch Timothy Dalton, dem leider nur zwei Filme vergönnt waren. Dessen Darstellung und besonders sein zweiter Bond Licence to Kill jedoch gerade aufgrund der Ernsthaftigkeit der Action und dem reduziertem Humor von Ian Flemming Fans in höchsten Tönen gelobt wurden. Auch Daniel Craigs zweiter Bond entbehrt fast jeglichen Humor und die Action dürfte in keinem anderem Bond zuvor so brutal und hart inszeniert worden sein.

Marc Foster stand das bislang größte Bond Budget von ca. 230 Millionen Dollar zur Verfügung und das merkt man seinem Film auch an. Schon gleich zu Anfang läßt er ein Action-Feuerwerk auf den Zuschauer einprasseln, das jegliche physikalischen Gesetze verspottet. Läßt Bond einen unglaublichen Stunt nach dem anderen abarbeiten. Autoverfolgungsjagd, Parcoursrennen, Pferderennen, Stürze durchs Glasdach, Kampf kopfüber. Danach wird es dann bis zum Ende des Films zum Glück ein wenig ruhiger, jedoch für den Zuschauer auch nicht übersichtlicher. Denn warum Bond wen verfolgt und tötet, daß scheint nebensächlich und so braucht es schon fast eine halbe Stunde bis man herausbekommt worum es überhaupt geht. Natürlich, einen Superbösewicht, der sich und zwei gestohlene Atombomben in einer Unterwasserstation im Pazifik versteckt und die Weltgemeinschaft erpresst, kann man heute nicht mehr präsentieren. Also muß das organisierte Verbrechen auf höchster Ebene herhalten. Quantum, die Geheimorganisation, die den armen Staaten dieser Welt erst ihre Wasserreservoire abspenstig macht um dann später Wucherpreise für die Versorgung mit dem Lebenselixier zu verlangen. Die Wirtschaftskriminellen sind mittlerweile so mächtig, sie können Geheimdienste unterwandern und sogar gegeneinander ausspielen. Mutig wäre es gewesen, wenn die Drehbuchautoren einen Schritt weiter gegangen wären und Quantum vielleicht gleich ganze Regierungen unterwandern hätten lassen. Und zwar nicht irgendwelche von armen, instabilen Dritt- oder Zweitweltländern, sondern die der mächtigen, die in den Krieg ziehen. Weit hergeholt wäre so ein Szenario jedenfalls nicht. Aber genauso halbgar präsentiert sich auch der Rest von Marc Fosters Bond Abenteuer. Viel zu sehr konzentriert er sich immer wieder auf die Action, die jedesmal irgendwie aus der restlichen Handlung herausgelöst, oder anders gesagt aufgesetzt wirkt. Zwar härter als je zuvor, doch auch so durchgestyled, daß sie die Ernsthaftigkeit des neuen Bonds schon konterkariert. Wie auf der Spielkonsole metzelt sich Bond durch die verschiedenen Level. Italien, Haiti, Kolumbien und als Zwischensequenz Bregenz mit dem großem Auge. Eine Identifikation mit Bond und seiner Begleiterin ist kaum möglich. Das Ganze wirkt eher wie ein 103 minütiger Werbefilm für was auch immer. In jedem Fall aber auch für Ford, kann ein britischer Geheimagent eigentlich tiefer fallen? Das große Finale kommt für einen Bond genauso schnell wie es auch schon wieder vorbei ist. In wunderbaren Bildern fotografiert, doch große Spannung will sich auch hier nicht einstellen. Zumal die Explosion des Hotels mindestens so lächerlich ist wie der ganze letzte Brosnan Bond. Zurück zur Ernsthaftigkeit, mehr Realismus, aber Actionspektakel in Michael Bay Manier. Das kann nicht funktionieren und so kann man nur hoffen, daß Craig auch weiterhin Bond bleibt – denn er ist wirklich gut – Regie und Drehbuch beim nächstem Teil jedoch ein wenig mehr Gefühl für die Balance zwischen Action und Handlung mitbringen. Ein Quantum Substanz braucht jeder Film.

5,5/10 Punkte

Nach einer wahren Begebenheit

Der Leo* aus Fröndenberg** ist Hardcore Bayern-Fan. Man munkelt er wäre sogar schon einmal mit seinem FC Bayern München FanBike beim Kaiser in Kitzbühl vorbeigeradelt und hätte zwecks Fanfotoshootings an der Tür geklingelt. Angeblich hat der Kaiser aufgemacht und liebend gern für Leo in die Kamera gelächelt. Das nenne ich mal Volksnähe, aber weiter im Text. Jedenfalls kann Leo den Jürgen Klinsmann nicht leiden, könnte es sich aber auch nicht vorstellen Jürgen Klinsmann jemals leiden zu können selbst wenn er mit dem FC Bayern Meisterschaft, Champions League und Weltpokal an einem Wochenende gewinnen würde. Warum das so ist weiß Leo selbst nicht, irgendwie ist das halt so. Leo möchte unbedingt, daß die Bayern bis zur Winterpause ganz schlechten Fußball spielen und Dortmund nur noch verliert. Seine Hoffnung. Der BvB entläßt Jürgen Klopp, der Uli setzt den Klinsi vor die Tür und dann holen sie den Kloppo für 'ne schmale Mark an die Säbener Straße. Ich finde Leos Wunschtraum ehrlich geschrieben total bescheuert, aber gut.

*Name von der Redaktion geändert
**da wo er herkommt