Woodoo - Schreckensinsel der Zombies aka Zombi 2

Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist kommen die Toten..., oder wie war das nochmal? George A. Romero hat da im Jahre 1968 mit seiner Nacht der lebenden Toten etwas losgetreten... Quatsch, hat er gar nicht. Zwar ist sein B-Movie unumstritten einer der besten Filme des letzten Jahrhunderts und man darf wirklich darüber staunen, daß dieser in so vielen Top-Listen, Top-Rankings und Auflistungen der besten, tollsten, wichtigsten Filme aller Zeiten so oft übergangen wird, aber – und das wird immer wieder gerne von uns Geeks und Filmnerds übersehen – erfolgreich war er nicht wirklich. Lange dümpelte er wie so viele andere heute als Kult geltende Filme in den Mitternachtskinos herum. Goutiert von einem eher kleinem studentischen Publikum und keinesfalls von der großen Masse. Zu größerer Berühmtheit schaffte es erst seine 1978 entstandene Fortsetzung Dawn of the Dead, die wohl weniger aufgrund ihrer herrlich subversiven Konsumkritik als vor allem mit den für damalige Verhältnisse unglaublichen Körperdestruktionen aus der Hand Tom Savinis für Aufmerksamkeit und gut gefüllte Kinokassen sorgen konnte. Da durfte es an Untotennachschub aus Italien natürlich nicht fehlen.

New York (wo auch sonst?), vor der Lower Manhattan Skyline treibt eine offenbar herrenlose Segeljacht den Hudson River hinauf. Die Freude der beiden Cops der Wasserschutzpolizei über ihren Fund – sie gehen davon aus, daß das Boot nun ihnen gehört – währt jedoch nicht lange. Auf Deck hat der Unrat das Kommando übernommen und in der Kajüte traumatisiert das Bild von verfaulenden Essensreste, Maden, Würmern und Kampfspuren. So verlassen ist die Jacht dann doch nicht, denn einer der Cops wird plötzlich von einem schrecklich entstellten großen Mann angegriffen und dabei in tödlicher Art und Weise in den Hals gebissen. Sein Partner kann den Angreifer in letzter Sekunde mit mehreren Schüssen aus seiner Dienstwaffe über die Reling schicken. Schnell ermittelt die Polizei den Eigner der Jacht, kann jedoch nur die Tochter Anne Bowles ausfindig machen. Die weiß auch nicht wo ihr Vater steckt, vermutet ihn lediglich auf der Karibikinsel Matool. Nach ihrer Bekanntschaft mit dem Zeitungsreporter Peter West machen sich beide auf ihren Vater zu finden. Matool, das ist die Insel der Verdammten, wie Brian und Susan zu berichten wissen bevor sie die beiden New Yorker dann doch übersetzen werden. Auf der Insel indes sucht Professor Menard nach einem Heilmittel gegen die geheimnisvolle Seuche, die nicht nur die Einwohner der Insel sterben läßt wie einst der schwarze Tod, sondern sie nach dem Ableben aus unerklärlichen Gründen aus den Sterbebetten der kleinen Mission wieder auferstehen läßt.

Lucio Fulci kam zum Horrorfilm wie die Jungfrau zum Kind. Vor Woodoo hatte Fulci zwar schon etliche Filme gedreht, war vor allem für seine Commedia all´Italiana und einige überdurchschnittliche Gialli bekannt, doch mit Erscheinungen aus dem Jenseits hatte der Regisseur zuvor noch nie etwas am Hut. Umso erstaunlicher ist es, daß er mit dem knappen Budget von gemunkelten 500.000 Dollar gleich einen der besten Zombiefilme ablieferte, die bis heute erschienen sind. Woodoo – Schreckensinsel der Zombies, der wie so viele andere italienische Horrorproduktionen gleich unter mehreren Namen vertrieben wurde, ist zwar eindeutig im Sog von Romeros Erfolg entstanden, jedoch keinesfalls als Ripoff, als billiges Plagiat, zu betrachten. Angeblich lag das Script zum Film, welches wiederum von einem italienischem Comic inspiriert sein soll, schon über zwei Jahre in den Schubladen der Produzenten. Aber eigentlich ist das völlig egal, denn Fulcis Zombiefilm sprüht nur so vor sichtbarer Eigenständigkeit und inszenatorischer Kreativität. Während Romeros Filme ganz offensichtlich ihren Fokus auf das Verhalten der Menschen innerhalb des apokalyptischen Szenarios legen, bedient sich Fulci frei von der Komplexität einer Gesellschaftskritik der reinen Grusel- und Horrorelemente, baut mehr auf eine vor allem morbid tragische Geschichte an deren Ende Fulci Romeros Dawn of the Dead höchstens Respekt zollt anstatt inhaltlich mit ihm in Konkurrenz zu treten. Da konstruiert Fulci eher klassische Kost wie etwa White Zombie aus den 30ern Jahren angereichert mit damals modernen Splatter und Gore. Fast wie ein Drama kommt der Film in den Szenen daher, in denen Professor Menard die in weißen Leichentüchern eingewickelten untoten Freunde noch einmal mit seinem Colt ins Jenseits schickt. An Depression kaum zu steigernde Bilder inszeniert er wenn er das eiligst ausgehobene Massengrab vor dem Krankenhaus zeigt und in der nächsten Szene Professor Menard am Strand die ausweglose Traurigkeit darüber mit Whisky wegzuspülen versuchen läßt. Hier gibt es nichts mehr zu tun. Verlassene Dörfer in denen sich höchstens herrenloses Vieh herumtreibt. Keine Menschen weit und breit. Fulcis Rechnung geht auf. Mit Leichtigkeit verschafft er seinen Figuren ein extrem endzeitliches und bedrohliches Umfeld. Die unentwegt zu hörenden Trommeln der Voodoopriester verleihen dem jüngstem Gericht zusätzlich ein nicht zu unterschätzendes Mondofilmflair, was dem Ganzem wiederum eine Note Abenteuerfilm aufsetzt. Das macht Fulcis Zombiefilm in gewisser Weise, wie auch seine späteren Filme mit Untotenthematik, einzigartig. Der Wiedererkennungswert der Chose ist enorm, ganz im Gegenteil zu so manchem anderen Zombiflick aus jener und gerade heutiger Zeit. Narrativ profitiert Woodoo ungemein von Fulcis Art die Sensationen der Geschichte gekonnt über die ganze Laufzeit des Filmes zu verteilen. Immer wieder bietet er zur rechten Zeit eine neue Ungeheuerlichkeit, die Jugend- und Moralschützer jedoch erst viel später auf die Palme bringen sollen. Dabei fällt auf wie herrlich virtuos und wirkungsvoll er diese in Szene zu setzen weiß. Ob es nun der erste Zombie in New Yorks Gewässern ist, diese monströse 120 Kilo Erscheinung, die Fulci an Deck der Jacht leinwandfüllend im Gegenlicht der Sonne auf den Zuschauer zukommen läßt oder das traumatische Erlebnis der Reisegruppe wenn sie Menards Haus betritt und dabei auf die Untoten trifft, die sich über die sterblichen Reste seiner Frau in geradezu phlegmatischer Weise hermachen. Einzigartige Bilder, die man wohl so in keinem anderem Film wiederfinden wird. Weit von dem entfernt was man Trash nennen darf. Auch wenn ich Fulci nicht gänzlich von diesem freisprechen möchte, wenn er Peter West und Anne Bowles in eine kurze Liebesszene auf einen alten Friedhof der einstigen spanischen Eroberer der Insel verwickelt, kurz nachdem sie eben Zeuge des alptraumhaften Zombiegelages wurden. Aber vielleicht ist das auch nur Ausdruck seiner Art von Humor, den der Regisseur auch gerne mit kleinen Cameos immer wieder unter Beweis stellte. Hier ist er zu Beginn des Filmes als Inbegriff eines Chefredakteurs zu sehen, der Peter West daran erinnert sich nicht auf der Tatsache auszuruhen der Sohn des Verlegers zu sein.

Formal ist Fulci, gerade in Anbetracht des minimalen Budgets, kein Vorwurf zu machen. Sicherlich hier und dort ein unsauberer Schnitt, Tisa statt Mia Farrow und auch mal ein Laiendarsteller. Dafür kann Fulci mit herrlichen Karibikaufnahmen protzen, läßt sogar einen Hai auf Lebende und Untote los, auch wenn dieser zuvor offensichtlich mit mindestens zehn Robben und drei Liter Betäubungsmittel ruhig gestellt wurde und der Szene dadurch ein wenig an Dynamik fehlt. Da verliert auch die wohl berühmteste Szene des Films marginal an Wirkung, wenn der Splitter des berstenden Türrahmens in das Auge einer jederzeit als solche zu erkennenden Gummipuppe getrieben wird. Aber all das macht nicht viel aus, kann der Atmosphäre des Filmes nichts anhaben, denn Fulci liefert eine wirklich gute Arbeit ab, konzentriert sich jederzeit auf das mögliche. Maden, Würmer und Schlachtabfälle sind nicht teuer und effektive Großaufnahmen kosten weniger als ein großes Set. Was aber nicht bedeuten soll, daß diese irgendwie billig daher kommen, ganz im Gegenteil. Woodoo sieht wesentlich teurer aus als er letztendlich war. Dazu trägt natürlich auch die durchweg gute Kameraarbeit Sergio Salvatis bei, die auch später Fulcis Paura und L'adilà das gewisse Etwas verleihen wird, wie auch wieder der Score von Fabio Frizzi, der zusammen mit Giorgio Cascio einen durchweg passenden Klangteppich austüftelt. Ja selbst Fulcis Zombies scheinen furchteinflößender als die seines amerikanischen Kollegen, aber fairer weise muß man hier anmerken, daß diese auch einen ganz anderen Zweck erfüllen. Fulcis Woodoo – Schreckensinsel der Zombies aka Zombi 2 aka Gli Ultimi Zombi muß man einfach jedem ans Herz legen, der etwas für das Genre übrig hat. Am besten aufgrund seines Endes als Einstimmung auf Dawn of the Dead. Glatte...

8/10 Punkte

Von Luftschlössern

"... sie haben alles versucht, doch ihre Chancen amateurhaft vergeben". Zum Glück hat mir ein mittlerweile erfolgreich bekämpfter Trojaner heute Nachmittag das Internet so lahm gemacht, daß an Chinesenbundesliga nicht zu denken war. Wenn das also heute mein Glückstag ist..., ich habe heute Morgen Lotto gespielt... Schaun wir mal.

Arbeit für den Rekorder - 31. Januar - 6. Februar

Samstag, 31. Januar

20:15 Uhr Der mit dem Wolf tanzt (K1)
Ja, da war ich letztens doch recht enttäuscht als die Bisonszene trotz Widescreen und ordentlich Schmackes aus den Lautsprechern gar nicht mehr so imposant daher kam wie mir die Erinnerung zu suggerieren versuchte. Dennoch hat Costner wohl einen Film für die amerikanische Ewigkeit abgeliefert, auch wenn die Dialoge mittlerweile teilweise einer unfreiwilligen Komik nicht entbehren. But, ... who cares?

22:10 Uhr Scream (DAS4.)
Der Slasher auf Melrose Place und Beverly Hills 90210. Bietet für Nerds eine wunderbare Wissensprofilierungschance, ist nett inszeniert und viele halten ihn tatsächlich für ein Meisterwerk. Das traurige an der ganzen Geschichte ist aber eigentlich, daß der Mainstream die Satire in Cravens Werk überhaupt nicht erkannt hat und Scream natürlich für echten Horror hält. Wirklich, hier in meiner Fernsehzeitung wird er tatsächlich als Horrorshocker vorgestellt. Craven drehte noch zwei Fortsetzungen, die man sich getrost schenken kann.

00:15 Uhr Highway Psychos (Pro7)
Ein Highway mit einem schlecht frequentiertem Diner, ein Irrer, Rhada Mitchell und ein wirklich geiles Finale. Was braucht der B-Film Junkie mehr zum Glück?

02:05 Uhr In den Straßen der Bronx (ARD)
Robert De Niros Regiedebut, und was dreht er? Natürlich keinen gewöhnlichen Mafiafilm. Ist schon ziemlich lange her, daß ich dieses Period Piece um Lebenseinstellungen gesehen habe. Mir ist jedoch ein grundsolider Film in Erinnerung. Darf aufgenommen werden.

Sonntag, 1. Februar

O.K., Harry Potter und Sally schenken wir uns heute mal genauso wie 007 goes absolut in die baysche Hirngrützensackgasse... aber guck mal da:

20:15 Uhr Serpico (DAS4.)
Für Al Pacino Fans ist das hier sowieso Pflichttermin. Einer der ersten und besten Copthriller überhaupt mit unglaublich guten Actionszenen. Der Sydney Lumet ist schon einer der ganz ganz großen, was er ja letztes Jahr mit Tödliche Entscheidung noch einmal ganz locker zu unterstreichen wußte. Da kann man sich das aktuelle Norton/Farrell Vehikel im Kino getrost sparen.

22:55 Uhr The Punisher (Pro7)
Uhhhh, böser Film. Darum um ganze zehn Minuten geschnitten und damit auch schon wieder Geschichte... Der ganze böse Film ist für Erwachsene in der örtlichen Videothek zu ergattern und ein Festival für schlecht gelaunte Selbstjustizler. Aber hey, kann ja nicht jeder so eine brave Fledermaus oder Krähe sein. Der Name ist Programm.

23:55 Uhr Remo – Unbewaffnet und gefährlich (K1)
Der kann auch über Wasser laufen nachdem ihn Geheim-Kung-Fu-Altmeister Chiun zum Superagenten geformt hat. Netter 80er Jahre Actionflick, der heute wahrscheinlich direkt in den Videotheken landen würde. Denn so richtig begeistert war ich damals nach dem Kinobesuch selbst als vierzehnjähriger Junge nicht. Wahrscheinlich ist die geplante TV Serie deswegen auch immer nur eine geplante TV Serie geblieben. Aber wenn sonst nichts kommt...

Montag, 2. Februar

22:10 Uhr Crying Freeman (K1)
Christophe Gans Glossy John Woo Äcktschn Epos soll laut TV Spielfilm (ja, ich weiß – aber das Abo läuft halt noch) in der ungeschnittenen fünf Minuten kürzeren FSK 16 Version ausgestrahlt werden. In der Fantasie geht ja bekanntlich alles.

Dienstag, 3. Februar

20:15 Uhr Ghostbusters (K1)
Und halbjährlich grüßt das Murmeltier. Ja gut, der ist aber auch wirklich parapsychologisch überohkay. Reitman hatte es echt mal drauf.

00:30 Uhr Attentat auf Richard Nixon (SWR)
Also auch die nächsten Wochen irgendwann auf den anderen Dritten. Sean Pean mit Schnäuzer? Geht das in Ordnung? Wer weiß mehr?

03:00 Uhr Teufelskreis Alpha (DAS4.)
Wunderbar Over The Top inszenierter parapsychologischer Agententhriller. Im Gegensatz zu Uri Gellar jedoch echt spannend, da De Palma mal wieder in seinem Element ist. Nicht schlecht.

Mittwoch, 4. Februar

22:35 Uhr Freitag der 13. (K1)
Schnipp schnapp ab. Ja, da bin ich jetzt mal echt überrascht. Laut OFDB Spezi Springbock Schleierkröte soll Kabel 1 da eine ziemlich gute Version auf der Pfanne haben. Na dann mal viel Spaß mit Jason Voorhees.

01:20 Uhr Ghost Dog – Der Weg des Samurai (ARD)
Haha, da hat der Jarmusch alle mit'ner Hip Hop Groteske geschockt. Ohhhooo, wo ist denn bitte schön das deutlich sichtbare Gesellschaftsdrama? Das steckt natürlich unter Jarmuschs schönem Humor vergraben. Mir gefällt das und Whitaker macht Spaß.

Donnerstag, 5. Februar

20:15 Uhr Pearl Harbor (VOX)
Ich bin wirklich froh, daß Michael Bay diesen Film gemacht hat. 1. erübrigt sich damit nämlich jede Diskussion über Bays Intellekt. 2. Kann man mit ihm den ultimativen Partnerschaftstest machen. Film einlegen und am Ende weinen. Sollte Sie daraufhin am nächsten Morgen nicht mit „Wir müssen mal unbedingt mit einander sprechen“ aufwarten bzw. sollte er daraufhin nicht die Koffer packen, dann sollte man sich unbedingt anderweitig umschauen. Das ist kein Witz.

23:15 Uhr American Splendor (WDR)
Den wollte ich schon immer wegen Paul Giamatti (Wann bekommt der eigentlich mal einen Oscar? Oder besser nicht?) anschauen. Und das mache ich jetzt auch endlich.

00:40 Uhr Wild at Heart (Arte) Kam ja erst letzte Woche. Wollte ich aber noch einmal erwähnen, da Arte ihn jetzt in HD ausstrahlt.

Freitag, 6. Februar
20:15 Uhr 1492 – Die Eroberung des Paradieses (Tele5)
Wer es schafft den bis zum Ende zu schauen ohne einzuschlafen leidet unter Schlaflosigkeit. Geht sonst gar nicht.

20:15 Uhr Outbreak – Lautlose Killer (VOX)
Im Kino konnte ich mich gar nicht auf den Film konzentrieren, da das Objekt meiner Begierde ihre beste (natürlich super nervige, adipöse und extrovertierte) Freundin mitschleppen mußte. Ist dann selbstverständlich auch nichts mehr draus geworden. Warum machen Frauen so etwas? Können die nicht einfach „Nö, hör mal iss nicht“sagen? Der Film war dann aber zwar konservatives, aber solides Katastrophenthrillerkino.

20:15 Uhr Der 13te Krieger (RTLII)
Für das Tam Tam, welches der Film in seiner Exposition betreibt, ist das Finale dann ja doch ein wenig luschig. Aber was soll's John McTiernans Wikinger Abenteuer macht dennoch einfach Spaß, so als Fast Food Snack für zwischendurch.

21:00 Uhr Requiem (Arte)
Da muß ich ja mal gestehen, daß ich hier ziemlich gespannt bin. Gesehen habe ich nur Derricksons menschenverstandverachtende Adaption aus dem Vorjahr. Requiem soll sich dem tatsächlichen Verbrechen an Anneliese Michel, dem Opfer der letzten bekannten Teufelsaustreibung in Deutschland, widmen. Mit der Betonung auf bekannten.

22:10 Uhr Desperado (DAS4.)
Salma Hayek nackt und ordentlich Kabumm. Klasse.

01:00 Uhr Die Verurteilten (RBB)
Laut IMDB User der beste Film aller Zeiten. Laut mir ein ordentlich rührseliges Knastdrama an dem der Zahn der Zeit gehörig knabbert.

Wem das nicht reicht, der sollte unbedingt auch bei den anderen vorbeischauen...

From Beyond, Blockbuster Entertainment, The Duke und Kino, TV & Co, immer wieder sonntags oder auch mal schon samstags

Paura nella città dei morti viventi aka Ein Zombie hing am Glockenseil

Die Seele die die Ewigkeit erstrebt muß sich dem Spiel des Todes unterwerfen. Darum oh Wanderer am Rande der Finsternis komme. Dunwich.

Seltsame Dinge, die sich im kleinen Ort Dunwich abspielen seitdem sich Pater Thomas auf dem örtlichen Friedhof erhängt hat. Da zerspringen Spiegel in der kleinen Bar und Wände reißen auf aus denen ein seltsamer Nebel entweicht. Der nie abklingende Wind wirbelt den Staub der Straßen auf und aus der Ferne erklingt die Geräuschkulisse eines Tropenwaldes. Während einer Séance hat die junge New Yorkerin Mary Woodhouse die Vision Pater Thomas Todes samt sich aus der Erde erhebender Toter. Im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode erschreckt erwacht sie erst Tage später im geschlossenen Sarg, kann jedoch durch Reporter Peter Bell gerettet werden, der ihren vermuteten Tod recherchiert. Die Antworten stehen im Buch Enoch. Dunwich wurde auf den Trümmern der einstigen Hexenstadt Salem erbaut und sollte dort auf dem Friedhof ein Geistlicher Suizid begehen, dann wird sich Schlag 12 Aller Seelen das Tor zur Hölle öffnen. Peter und Mary machen sich auf nach Dunwich, um das Schreckliche zu verhindern, während in dem nur schwer aufzufindenden Ort der Geist Pater Thomas weitere Opfer mit seinem hypnotisierenden Blick Blut weinen und Eingeweide erbrechen läßt, oder ihnen auch weit weniger subtil einfach mit seinen Händen durch die Schädeldecke hindurch das Gehirn zerquetscht.

An die sechzig Filme hat Lucio Fulci bis zu seinem Tode 1996 gedreht, doch keiner sollte in Deutschland so eine Berühmtheit erlangen wie Paura nella città dei morti viventi, dessen Titel übersetzt ungefähr Angst in der Stadt der lebenden Toten bedeutet, der in Deutschland jedoch aus Vermarktungsgründen unter dem Titel Ein Zombie hing am Glockenseil erschien. Eine Szene enthält der Film, die in den achtzigern Jahren Deutschlands Jugendschützer erboste und Aufhänger einer ZDF Dokumentation mit dem Titel Mama, Papi, Zombi wurde, die eine weitere Mediengewaltdebatte auslöste mit dem Ergebnis der Novellierung des Jugendschutzgesetztes und einer Erweiterung des § 131 StGB, der auch dieser Film zum Opfer fiel. Neben den Untoten treibt sich in Dunwich nämlich auch noch Bob herum, nicht der typische Dorftrottel, eher der entrückt wirkende Typ, der sich die Zeit mit Gummipuppen in verlassenen Häusern vertreibt, immer auf der Flucht vor den anderen Bewohnern der Stadt. Warum er so ist wird nicht weiter thematisiert, doch für die ungewöhnlichen Vorkommnisse und den Tod der ersten Opfer wird er schnell von den Männern Dunwichs verantwortlich gemacht. In der Bar erzählt einer der Männer davon diesen Bob mit seiner Tochter vor einem Jahr allein im Wald erwischt zu haben, zum Glück kam er noch rechtzeitig dazu, wer weiß was dieser Bob mit seiner Tochter angestellt hätte. Genau dieser Mann spannt Bob später auf die Drehbank in seiner Garage und jagt ihm in der wohl berühmtesten Szene des Films bei lebendigen Leibe einen ziemlich dicken Bohrer durch den Schädel nachdem er ihn dort zusammen mit seiner Tochter angetroffen hat. Fulci selbst begründete diese Szene angeblich als Visualisierung des Faschismus, der unter den Männern Dunwichs herrsche, die all das Böse und unheimliche auf den unschuldigen und schwachen Bob projizieren. Darüber mag man zwar im ersten Moment lachen, denn die restliche Handlung des Films ist fern eines jeglichen gesellschaftskritischen Subtextes, doch bei genauerer Betrachtung des Handlungsstrangs Bobs wird Fulci dies vielleicht wirklich so gesehen und beabsichtigt haben. Zumal zu jener Zeit kaum einer der bekannten und erfolgreichen Horrorfilme aus den USA einer gesellschaftskritischen Metaebene entbehrte. Hier sei nur an Romero, Craven oder Carpenter erinnert, die das Genre revolutionierten bzw. neu erfanden. Und für den amerikanischen Markt wurde damals in Italien produziert. Das Böse ist schon da, da machen die paar Untoten den Kohl auch nicht mehr fett. Daß dies in einem eher den klassischen Horromotiven entlehnten Film nicht recht funktionieren möchte, ist eine andere Geschichte.

Pater Thomas und die anderen erscheinenden Untoten sind weiter von den Zombies in Romeros Sinne oder auch Fulcis eigenen ein Jahr zuvor in Woodoo gezeigten Exemplaren entfernt als der deutsche Titel glauben machen möchte. Verbrannt sehen sie aus, direkt aus dem Fegefeuer kommend. Augen ohne Lider, mal mit aufgerissenen Mündern, immer schön an das klassische Horrokino erinnernd von unten beleuchtet. Sie stehen einfach nur da, bewegen sich per Sprung oder Jumpcut, erscheinen plötzlich vor dem Fenster und mit ein wenig Glück verschwinden sie auch wieder wenn man die Augen vor ihnen verschließt. Das riecht dann doch schon ein ganzes Stück mehr nach biblisch höllischen Inferno gespickt mit Geisterscheinung als nach außerirdischer Virusinfektion. Paura nella città dei morti viventi kann getrost als wilder Mix verschiedenster Horror- und apokalyptischer Elemente gesehen werden. Angefangen bei dem Eingangs erwähnten Buch Enoch, welches sich nicht nur auf die tatsächlich existierenden aus der Bibel ausgesonderten apokryphen (geheimen) Bücher Henochs bezieht, in denen sich erste Beschreibungen einer Hölle finden lassen, sondern auch genau wie der Ort Dunwich auf H.P. Lovecrafts Kurzgeschichten verweist, die laut Fulci die Quelle seiner Inspiration zum Film waren. Weiter über Edgar Allan Poes Horror des lebendig Begrabenen, bis hin zu den an den Vampirmythos erinnernden Untoten, die aus ihren Särgen auferstehen und am Ende verbrennen werden nachdem Pater Thomas ein klaffendes Loch in den Rumpf getrieben wurde. Da läßt Fulci seine Schauspieler in einem Sturm von (lebendigen) Maden stehen, Blut durch die Zimmerdecke tropfen und die Helden nachts in die herrlich mit unzähligen Skeletten und ordentlich mit Spinnenweben ausstaffierte Familiengruft hinabsteigen.

Auch wenn dem Film die Low-Budget Herkunft jederzeit anzusehen ist - die Beule in Peter Bells Auto, die teilweise als solche zu erkennenden Spezialeffekte oder größtenteils minder talentierte Darsteller sind eindeutige Zeugen der für einen fantastischen Film dürftigen Produktionsbedingungen - detailliert und liebevoll hergerichtet sind seine Sets. Egal ob New Yorker Appartement, Bestattungshalle oder die fantastisch ausgeleuchteten Straßenzüge der Stadt mit ihren weißen Bürgerhäusern. Wenn die Kamera an ihnen in der nebeligen Nacht vorbeifährt, unterlegt von der nie unterbrochenen gespenstischen Geräuschkulisse des heulenden Winds vermischt mit Urwaldklängen, dann sind das die atmosphärischsten Bilder des Filmes und man wünscht sich mehr von ihnen. Neben der schon geschilderten sehr drastischen Bohrerszene und Marys Befreiung aus dem Sarg anfangs des Filmes, in der die Spitzhacke ihren Kopf nur um Zentimeter verfehlt, eindeutig die Szenen, die sich auf immer in die Erinnerung des Zuschauers einnisten werden. Nicht nur hier beweist Fulci einmal mehr sein Talent, seine gute Ausbildung unter Visconti, Bava, Rosselini und Fellini, um nur die bekanntesten zu nennen. Da muß man einfach jenen Kritikern Fulcis widersprechen, die behaupten er wäre lediglich ein dürftig befähigter Auftragsregisseur, der mit diesem Film nur einen Haufen unzusammenhängender möglichst brutaler Szenen ablieferte. Dieser Eindruck entsteht vielleicht durch die drei Handlungsstränge, die Fulci parallel verfolgt und zwischen denen er immer wieder ohne weitere Erklärung hin und her wechselt. Die er jedoch bis auf Bobs Geschichte zum Finale des Films zusammenführt. Für den aufmerksamen Zuschauer sollte dies kein Hindernis sein der Geschichte des Films zu folgen. Diejenigen, die aber generell Probleme damit haben mehreren Handlungsträngen gleichzeitig zu folgen seien gewarnt, auch wenn Fulci hier strikt chronologisch vorgeht. Wer dem italienischem Horrorfilm der 70er und anfänglichen 80er Jahre eh nicht abgeneigt ist, sich gegenüber immer mal wieder hundsmiserablen Schnitten gütig zeigt, unter Zeitdruck entstandenen Anschlußfehlern und anderen typischen Macken einer solchen Low-Cost Produktion gelassen gegenüber steht, den Italien Shot, also die detaillierte Großaufnaufnahme von Augen - die Fulci nicht nur hier gerne auch auf seine Schlachtplatten anwendet - liebt, der darf sich über einen äußerst außergewöhnlichen, morbid atmosphärischen und kreativen Horrorflick freuen. Dessen Score aus Fabio Frizzis Feder ein wenig an John Carpenters Synthiekompositionen, an einem aus der Schmiede der italienischen Goblins erinnert und dann doch auch wieder wundervoll zu einem Spagettiwestern passen würde. Da sollte sich der Interessierte nicht von den zwar durchaus vorhandenen aber weitaus nicht so tragischen Logikfehlern ablenken lassen, die Fulci gerne hin und wieder tolleriert, um noch eine weitere wirkungsvolle Szene einzubauen. Sicherlich, so schrecklich und ekelerregend wie damals auf die Jugendschützer und so manchem Zuschauer wirken diese heutzutage nicht mehr, dennoch wird sich das Herz eines jeden Genrefans an ihnen erfreuen, wenn es sich ersteinmal Fulcis Sichtweise auf das Genre des Horrorfilms geöffnet hat. Alle anderen dürfen gerne zwei oder mehr Punkte abziehen, aber denen dürfte der Film so wie so am Allerwertesten vorbeigehen.

7/10 Punkte

Zwischen Kunst und Trash


In loser Reihenfolge demnächst auf diesen Blog...

Manchmal wollen wir halt auch geliebt werden

Leider keine Möglichkeit zum Embedding, deshalb einfach hier lang, zurücklehnen und die Nacht mit Kai Diekmann und Henryk M. Broder verbringen. Danke Arte.

Fast Forward

Lady Vengeance

Sie ist schön. So schön, daß die Menschen besonders schockiert sind von ihrer Tat, die sie vollbracht haben will. Einen kleinen Jungen will sie erst entführt und dann umgebracht haben. Das nimmt ihr der Kommissar nicht ab, und so muß sie vor laufender Kamera die Tat nachstellen, mittels Details, die nur der Täter wissen kann. 13 Jahre verbüßt sie ihre Strafe im Gefängnis. Nachdem sie wieder draußen ist wird sie ihren Racheplan vollenden, fürchterlich Rache nehmen, an dem, für dessen Tat sie im Gefängnis schmorte. Für dessen Tat sie ihre Tochter verlor. Nein, mit den Filmen von Park Chan-wook werde ich wohl nicht mehr warm werden. Das liegt nicht an ihren Geschichten, an ihren fast schon nihilistischen Grundton, sondern an der Art und Weise wie er sie ausschmückt und dabei nicht zum Punkt kommen möchte. In blumigen Bildern trägt er sie vor, sich in Nebensätzen verlierend. Hier und dort noch eine Verzierung, da ein technischer Trick, der das Gitter ins Bild fließen läßt, dort noch eine kleine fiese Vergewaltigung im Frauenknast oder am Essenstisch im trauten Heim. Aber schön muß sie sein. Alles muß schön sein, auf Teufel komm raus. Die Visualität steht an erster Stelle, diese Sehnsucht nach dem Schönen in jedem Bild. Doch die Art der schönen Inszenierung ist es dann auch, die die richtigen Fragen unterdrückt, die der Film stellt. Die die Katharsis ihrer Hauptfigur in den Hintergrund stellt und selbst noch in der als Kontrast zur Schönheit der übrigen Bilder gesetzten Brutalität des Finales nicht einen Schritt zurück weichen möchte, um der längst erlangten Erkenntnis den nötigen Raum zu verschaffen. In Schönheit kann man sterben, das weiß nicht nur der Volksmund. Ach Gott, was ist das für ein in sich selbst verliebter, aufgeblähter und langweiliger Haufen von einem Nichts.

5,5/10 Punkte

Fast Forward

W. - Ein mißverstandenes Leben

Wir sehen W. während des Aufnahmerituals in der Studentenverbindung. Alkohol. Wir sehen W. Autofahren. Alkohol. Wir sehen W. in der Bar. Alkohol. Wir sehen W. mit seinem Vater streiten. Alkohol. Wir sehen W. auf dem Ölfeld. Alkohol. Wir sehen W. bei den Anonymen Alkoholikern. Erfolg. Oliver Stone hat in den letzten Jahren viel Durchschnitt gedreht und zuletzt mit seinem World Trade Center Film befremdlichen Schwachsinn abgeliefert. Jetzt hat auch endlich sein neuester Erguß den Weg in die Verwertungskette außerhalb der USA gefunden. Im ORF lief er schon, in der Schweiz gab es ihn als Zeitschriftenbeilage und in Deutschland ist er seit vorgestern auf DVD oder BluRay erhältlich. Zusätzlich wird er morgen von Pro7 im Free-TV ausgestrahlt. Und ganz ehrlich, der Film hat es auch nicht anders verdient. Eine Satire möchte er sein, über den wohl streitbarsten US Präsidenten seit Richard Nixon. Die 130 langen Minuten Oliver Stone Film können diesem Anspruch jedoch höchstens in deplazierten Ansätzen gerecht werden. Ja eigentlich ist das ein Film über einen Mann, der dem Alkohol verfallen nie den Arsch hoch bekommt, nie weiß was er eigentlich machen möchte, außer mal ein Baseball Team zu führen. Dessen Verfehlungen vom einflußreichen Daddy aus der Welt geschafft werden und der unter der gefühlten Bevorzugung seines Bruders leidet. Ein Hallodrio, guten Herzens, keinesfalls dumm, ehrgeizig und nur von seiner vielleicht einfältig wirkenden Art ausgebremst. Wir sehen W. als christlichen Antialkoholiker. Wir sehen W. als erfolgreichen Wahlkampfhelfer seines Daddys. Wir sehen W. gelobt von seinem Daddy. Wir sehen W. Wahlkampfplattidüden auswendig lernen. Wir sehen W. als Präsidenten der USA mit seinem karrikaturierten Stab durch die Prärie laufen, den Krieg vorbereiten und dabei falsch beraten die Warnungen seines Außenministers ausschlagen. Das alles aber so harmlos, so überhaupt nicht Stones Anspruch von einem Kino, das Herzen und Nerven der Zuschauer beansprucht erfüllend, wie man es von einer Satire über George W. Bush nicht erwarten darf und kann. Hier mal W.s Brezeltragödie, da mal längst von der Geschichte bestätigter Gossip. Dick Cheney darf von der Weltherrschaft fabulieren, Condoleezza Rice darf abnicken. Und dazwischen der nette Cowboy, von seinem Daddy nie wirklich anerkannt. Das wirkt als ob Stone in seiner Altersmilde niemanden wirklich auf die Füße treten wollte. Weder denen, die den Krieg brachten, das Land außenpolitisch fast isolierten und noch dazu in eine Wirtschaftskrise stürzten, noch denen, die diese Menschen wählten und jetzt endlich den Change Knopf drückten. Überflüssig wie ein verschluckter Brezel während einer Baseballübertragung im Fernsehen, daran können die durchweg soliden Leistungen des Schauspielerensembles auch nichts mehr ändern und auch keine Flasche Jack Daniels. Durchgefallen.

4,5/10 Punkten

Arbeit für den Rekorder - 24. - 30. Januar

Samstag, 24. Januar

20:15 Uhr Starsky & Hutch (Pro7)
War in meiner Kindheit einer meiner Lieblingsserien, wegen dem tollem Auto, der coolen Mucke und wahrscheinlich, da ich sie eh nur ein oder zweimal in den Ferien bei meinen Großeltern schauen durfte und ansonsten schon immer vorher die Bettkarte stempeln mußte. Der Film versteht sich als Hommage, darf aber gerne auch als Parodie gesehen werden. Ein paar Schmunzler ist er allemal wert und mit Owen Wilson, Ben Stiller, Julliette Lewis und Vince Vaughn ist sein Cast auch nicht gerade unerträglich. Die finde ich nämlich allesamt super.

20:15 Uhr Schatten der Wahrheit (RTLII)
Schatten der Mysterypsychokrimiwelle. Nein, seien wir jetzt mal fair. So schlecht ist er auch wieder nicht, bietet sogar bei der Erstsichtung ein oder zwei tolle Szenen. Ansonsten baut Zemeckis ganz auf seine beiden Stars, die hier aber auch nicht mehr als Routine zu bieten haben. Sehr mäßig.

23:35 Uhr Katzenmenschen (RBB)
Ach, wenn Schraders Neuverfilmung nicht so dermaßen in den 80th versumpft wäre, sein visuelles Konzept stringenter, die Dialoge ein wenig ausgefeilter, Schnitt und Kamera virtuoser und die Regie sich vielleicht ein wenig mehr auf den Subtext konzentriert hätte. Dann, ja dann wäre die Story um Verlangen und Enthaltsamkeit vielleicht doch gar nicht so schlecht.

00:00 Uhr The 51st State (Pro7)
Ja – Nein – Ja – Nein. Oft in den Händen gehalten und dann doch wieder zurück ins Regal gestellt. Drogenkrimis gibt es ja wie Mohnbauern in Afghanistan. Oder ist der hier von bemerkenswerten Unterhaltungswert?

Sonntag, 25. Januar

23:00 Uhr Black Hawk Down (Pro7)
„Unser Actiontipp: Kriegsrealität ohne patriotischen Unfug“ - Liebe TV Spielfilm Redakteure, könnt Ihr morgens eigentlich noch in den Spiegel schauen? Was ist denn an einem US Army Werbefilm aus dem Hause Bruckheimer in glänzender Scott Optik bitte schön Kriegsrealität? Patriotischer geht’s wohl kaum wenn die Umstände dieser Tragödie völlig ausgeblendet werden, jeder Tod eines US Amerikaners inszeniert wird wie das Ende der Menschheit, den anonymen fünfzig mal mehr Toten der Gegenseite jedoch nur eine Texttafel vor dem Abspann bleibt. Ja, das ist Kriegsrealtität, aber made im Pentagon. Da darf man sich als Regisseur und Produzent ruhig mal schämen.

Montag, 26. Januar

20:15 Uhr Kate & Leopold (SAT.1)
Hugh Jackman knutscht mit Meg Ryan und vorher darf man auch mal ein wenig lachen. Nö, der ist echt nett.

Dienstag, 27. Januar

23:35 Uhr Sein oder Nichtsein (RBB)
Danke, Ernst Lubitsch. Selten wurde dem Nationalsozialismus so entwaffnend sarkastisch, humorvoll und gleichzeitig aber auch mit der gegebenen Ernsthaftigkeit begegnet wie in seinem Meisterwerk von 1942. Absolut Top und natürlich Pflichtprogramm für jene, die sich sogar S/W Filme aus dem letzten Jahrhundert anschauen.

Mittwoch, 28. Januar

20:15 Uhr Rob Roy (K1)
Uiuiui. Da schlägt einer mit der Emotionskeule wild um sich. Zwischen Braveheart, Last House on the Left und Schmonzette. Triviales Historienepöschen, das aber wirklich niemanden wehtut.

00:50 Uhr Spun (ARD)
Den dämlich einfallslosen ARD Titel spare ich mir jetzt mal. Während der Film ständig zwischen platt, genial und durchschnittlich pendelt, kann man sich am hervorragenden von Billy Corgan (Smashing Pumpkins für die jüngere Leserschaft) zusammengestellten Soundtrack und netten Cameos Amerikas Independent (Alternative für die jüngere Leserschaft) Rock Szene ergötzen. Was aber an Mickey Rourkes Rolle so peinlich sein soll, wie es damals der Boulevard befand, erschließt sich mir nicht ganz. Der ist nämlich mal wieder ein Grund den Film zu Ende zu schauen. Nett.

Donnerstag, 29. Januar

20:15 Uhr Die Bourne Identität (VOX)
James Bond ist tot es lebe Jason Bourne. So oder so ähnlich war das wohl geplant, wer mit Matt Damon und Franka Potente zurecht kommt kann bedenkenlos einschalten. Ist aber auch nur Business as usual trotz aller Versprechen seiner Macher.

21:00 Uhr Wild at Heart (ARTE)
Obwohl eindeutig nicht einer seiner besten und mittlerweile von einer dicken Staubschicht geplagt, mag ich Lynchs Abgesang auf den American Dream der Rock'n Rolling 50th dennoch immer wieder gerne sehen. Definitiv mit einem super Soundtrack und gnadenlos perfekten Score aus dem Hause Badalementi fundamentiert, entläßt Lynch Sailor und Lula in eine sterbende, harte und von hinterhältigen Fieslingen durchsetzte Welt. Top!

Freitag, 30. Januar

20:15 Uhr Im Fadenkreuz – Allein gegen alle (RTLII)
Aus der Zeit als sich alle mit Heimkinoanlagen für unter 300 Mark eindeckten und den Besucher mit „Hör mal, da kommt der Hubschrauber von hinten.“ nervten. Der Film an sich ist aber nur BAT-21 in schlecht, zwar auch mit Gene Hackman aber leider von John Moore, der eigentlich alles in den Sand setzt was er anfaßt. Wer gibt dem eigentlich immer wieder Geld in die Hände?

20:15 Uhr Godzilla (Pro7)
Willkommen auf Rolands rasendem Obertrash-Traumschiff. Da kann man meckern, da kann man lachen, da kann man bildungsbürgerlich die Nase rümpfen, da darf man auch begeistert den Oscar fordern (solange man nicht über zwölf Jahre alt ist). Rolands Best Film ever, garantiert. Jurassic Park XXXL Big Beef Chefburger, genügend Bier kaltstellen und die Taschentücher nicht vergessen, um die Lachtränen wegzuwischen. Unfreiwillig komischer geht’s nicht, Independence Day eingeschlossen. Muß man gesehen haben. Hätte aber noch mehr kaputt gehen können, warum traut sich eigentlich niemand New York mal richtig platt zu machen? Freier Blick von Staten Island bis zum Bronx Zoo, das wär mal was.

Wem das nicht reicht, der sollte unbedingt auch bei den anderen vorbeischauen...

From Beyond, Blockbuster Entertainment, The Duke und Kino, TV & Co, immer wieder sonntags

Fast Forward >> The Illusionist

Ich habe ein Problem mit Edward Norton. Nicht daß ich ihn überhaupt nicht mögen würde, soweit geht es noch nicht, aber Norton ist halt seit gefühlten fünfzig recht dürftigen Filmen immer nur Norton geblieben. Sie verstehen? Der Mann hat nur schauspielerisches Talent für genau eine Rolle, die des schauspielenden Edward Norton. Starres Gesicht, spitzer Mund und die Augen schmal. Als ob er da immer was am planen dran wär, würde Schlucke sagen, der aber mit Edward Norton, Hollywood und auch mit diesem Film nichts zu tun hat. Das macht Norton fortwährend wenn er im Film weinen muß, verbissen sein muß oder sich seinem Gegenüber überlegen fühlen muß. Nicht daß er der einzige Schauspieler mit limitierten darstellerischen Fähigkeiten wäre. Da wäre ja auch noch Jessica Biel, die sich zwar ganz ordentlich vom Mann mit der Kettensäge verfolgen lassen und dabei ihren Hintern nett ins Objektiv der Kamera halten kann, aber ansonsten doch lieber gleich FHM Modell oder Hauptdarstellerin in einer Daily Soup geworden wäre. Reiten, dumm aus der Wäsche gucken und knutschen, dafür reicht es gerade noch. Und Gott Lob verlangt The Illusionist auch nicht mehr von ihr ab. Ganz im Gegenteil zu Edward Norton, der sich zusammen mit Paul Giamatti die Hauptrollen teilt. Paul Giamatti macht sein Ding recht ordentlich als Kommissar, der langsam einsieht, daß er doch lieber dem Volke als dem angehenden Kaiser Österreichs dienen sollte. Gespielt von Rufus Sewell, den man aber damals in Dark City auch schon besser gesehen hat. Und irgendwie beschleicht mich das Gefühl, daß die Beteiligten alle nicht so rechtes Vertrauen ins mäßige Drehbuch des Regisseurs gehabt hätten und von vornherein ein wenig unambitioniert an die Sache heran gegangen sind. Das Drehbuch ist nämlich von der ersten Sekunde an selbst für Nicht-Magier unerträglich vorhersehbar. Liebende Kinder ihres Standes wegen getrennt. Er geht auf Reisen und kommt als großer Illusionist nach Wien zurück, wo er ihr während einer seiner Vorstellungen wieder begegnet. Und sie, wir erahnten es schon während ihrer beider Trennung im Kindesalter, ist nun Verlobte des bösen, bösen Kronprinzen. Welch eine Tragödie, wenn Edward Eisenheim nicht eben der größte aller Illusionisten wäre. Das liest sich nicht nur wie der Groschenroman in der Krankenhaus Cafeteria, das ist es auch am Ende. Wenn dann doch wenigstens die Regie zum wirklich bemerkenswerten Production Design und zur nach der Einführung immer wieder wunderschöne Bilder findenden Kamera passen würde. Die kann dann zwar den Zuschauer ganz gut zwischen Glauben und Wissen über Eisenheims tatsächliche magische Fähigkeiten halten, entwickelt jedoch kein rechtes Gefühl für Eisenheims Kunststückchen. Vergißt sogar am Ende, daß sie dem Zuschauer schon längst genügend Hinweise zur Auflösung des Plots lieferte und knallt ihm die Fakten noch mal im Zeitraffer um die Ohren. Da hatte wohl selbst der Regisseur kein Vertrauen mehr in seine Fähigkeiten. Dennoch, und das ist das magischste am ganzen Film, unterhält die Geschichte trotz aller Macken an einem verregnetem Sonntagnachmittag ganz gut, was dann nicht zuletzt doch wieder an ihrem trivialen Touch und Paul Giamatti liegen dürfte.

6/10 Punkte

...

Infernal Affairs

Hongkong und Kino, da brauchen wir nicht um den heißen Brei herumzureden, verbindet man in erster Linie mit John Woos Heroic Bloodshed Action, Jackie Chans Martial Arts Komödien und Bruce Lees Weg der abgefangenen Faust. Unbestritten hatten die Erfolge des asiatischen Films immensen Einfluß auch auf den westlichen Action- und Genrefilm, und haben ihn immer noch. Ob nun in George Lucas Star Wars Universum Jedi Ritter auf Sith Lords, Neo in der Matrix auf Mr. Smith, oder im letzten Fantasy Action Flick Gulliermo del Toros Hellboy auf Prinz Nuada treffen, Kung Fu, Karate und Co. sind omnipräsent. Da ist es schon erstaunlich, daß ausgerechnet Hongkongs und vielleicht auch Asiens erfolgreichster Export der letzten zwanzig Jahre mit ästhetisierter Gewalt, Box-Action und platzenden Blutsäckchen überhaupt nicht protzen kann, das auch gar nicht muß und schon gar nicht möchte.



Infernal Affairs kann noch nicht mal auf einen sonderlich bemerkenswerten Handlungsplot zurückgreifen. Die Story um jenem Lau, der als Mafiaspion die Hongkonger Polizeiabteilung für organisiertes Verbrechen unterwandert, seinen Boss jederzeit mit Informationen vor der sicheren Verhaftung bewahren kann und Yan, dem schon seit zehn Jahren unter falscher Identität für eben diese Polizeiabteilung als Spitzel im Untergrund agiert, hätte zwar auch so ein genügend stabiles Grundgerüst, doch sind es vielmehr die kleinen Dinge, die unter anderen Regisseuren vielleicht nur zur bloßen Staffage eines gewöhnlichen Copthrillers degradiert worden wären. Die jedoch unter Andrew Laus und Alan Maks Regie den Film zu dem machen was er letztendlich ist und ihn so sehr aus der Masse herausheben. Anstatt der Versuchung zu verfallen die Faszination des Zuschauers über die Ausstellung von Technologie, rasanten Verfolgungsjagden, ausufernden Ballerorgien oder andere übliche Verdächtige, die Stoff und Genre hergeben, zu erlangen, verläßt sich der Film ganz auf die differenzierte Darstellung seiner Charaktere. Verleiht ihnen mittels nur weniger jedoch viel sagender Szenen eine für das Genre unübliche Tiefe und Menschlichkeit. Wenn Yan durch Zufall auf der Straße die Ex-Freundin nebst glücklicher Familie trifft, dann weiß der Zuschauer, daß sein Job mehr fordert als die immer präsente Gefahr seines Todes durch die Kugel eines Polizeikollegen oder Mafiamitgliedes. Dann kann er mitunter auch Yans zögernde Art bei der Eroberung seiner Psychologin nicht mehr als sympathische Schüchternheit interpretieren, sieht Yans regelmäßigen Schlaf auf der Psychatercouch vielleicht nicht mehr als Gag, sondern als einzigen gebliebenen Zufluchtsort für jemanden, der schon so lange nicht mehr der sein darf, der er eigentlich ist. Während Lau wiederum nicht der übliche Bösewicht sein darf. Nein, das ist er ganz und gar nicht. Seine Rolle als Mafiaspitzel sieht er weit weniger als Berufung denn als lukrativen Nebenjob, der ihm das neue Arpartement ermöglicht, die Luxushifianlage oder den fetten LCD Fernseher im Wohnzimmer. Sein Aufstieg zum Chefermittler vollzieht sich mehr aus reinem Zufall als daß er ein machtgieriger Karrierist zu sein scheint. Er hat halt die sauberste Akte. Doch in seiner neuen Position erweißt sich ziemlich schnell, daß er die Tragweite seines Handelns völlig unterschätzt und auch die Brutalität und Kaltherzigkeit seines Auftraggebers. Als er seinen Fehler bemerkt, ihn wieder gut machen will, ist es schon zu spät. So ergibt sich die Tragik der Geschichte weitestgehend aus der glänzenden Ausarbeitung ihrer Figuren, die Andrew Lau und Alan Mak grundsätzlich in die stringente Fortführung der Handlung einbauen, ohne auf ausladende Nebenplots zurückzugreifen. So kann sich der Schleier der Suspension über die Atmosphäre des Films ganz allmählich immer weiter ausbreiten, da braucht es noch nicht einmal auf die Spitze getriebene Spannungszenen. Die Bedrohung wird vielmehr über kleine Gesten transportiert, einem Blick, einer harmlos erscheinenden Frage. Wie viel weiß der andere, was ahnt er gerade, wann fliegt alles auf? An dramaturgischer und inszenatorischer Effizienz sind Lau und Mak kaum zu schlagen. Zwei, drei Einstellungen anfangs des Films und die fiebrige, exotische Atmosphäre Hongkongs ist abgehakt. Eine Szene mit dem Polizeichef auf der Drivingrange auf dem Dach eines Hochhauses vor Hongkongs Skyline und der skurril surreale Wahnwitz der Metropole ist im Kasten. Dabei fällt auf, daß der Film die entscheidenden Szenen generell auf die Dächer der Stadt verlegt, sie in gleißendes Sonnenlicht tränkt. Als ob er einen Kontrast setzen möchte, zu seiner abgrundtief düsteren Geschichte, deren Figuren man eher in den dunklen Hinterhöfen einer immer währenden verregneten Nacht erwartet. Da konnte auch Scorcese mit einem Remake nur scheitern.

9/10 Punkte

Arbeit für den Rekoder - 17. - 23. Januar

Samstag, 17. Januar

20:15 Uhr Chihiros Reise ins Zauberland (SRTL)
Daß Japans bisher erfolgreichster Film abseits der großen Jubiläumssause des Chefsenders RTL vom Familykonservenspartensender SRTL, an dem eigentlich nichts super ist, versendet wird, ist mal wieder ein Zeugnis der Respektlosigkeit aktueller Programmdisponenten gegenüber der Kunst. Hayao Miyazaki ist der Magier des Animationsfilms schlechthin.

20:15 Uhr Stargate (K1)
Abgesehen vom Erich Däniken Humbug steh ich voll auf Russel und Spader. Im großen und ganzen geht der Sci-Fi Flick doch voll in Ordnung, für den Schwaben Spielberg sowieso.

20:15 Uhr Twins – Zwillinge (RTLII)
Letztens habe ich irgendwo gelesen, daß der Gouvernator in Komödien überhaupt nicht geht. Da mag etwas dran sein, aber hier übernimmt nach kurzer Zeit eh Danny Devito das komödiantische Zepter. Aus heutiger Sicht vielleicht super dated, aber der übergewichtige Zwerg mit Stirnglatze haut's schon raus.

22:10 Uhr Red Eye (ARD)
Da kann ich überhaupt nicht nachvollziehen warum dieser harmlose aber durchaus temporeiche Thrill von Wes Craven beim Publikum dermaßen durchgefallen ist. O.K., für eine Kinoauswertung reicht es vielleicht nicht ganz, aber für einen flotten Abend vor der Glotze genau das richtige. Dufte.

22:30 Uhr Event Horizon (K1)
Das auf redundantem Krawall getrimmte Finale versalzt mir die Suppe zwar immer noch, aber bis dahin macht Paule Anderson erstaunlicher Weise soviel richtig, daß ich mich gezwungen sehe den Film nicht durchrasseln zu lassen. Nö, das wäre ungerecht.

00:20 Uhr Freejack (K1)
Das Total Recall Rip Off kommt ziemlich unflüssig daher und protzt mit einem fast schon peinlichen Setdesign. Da paßt es auch ganz gut, daß außer Estevez und Jagger der ganze Cast ein wenig unterfordert wirkt. Knapp am Trash vorbei, von daher eher mäßige Unterhaltung.

01:30 Uhr Heat (ARD)
Wahrscheinlich Michael Manns stärkster Film und gleichzeitig ein Denkmal für Pacino, DeNiro und das Gangsterfilm Genre überhaupt. Betörend stilvolle Bilder vereint mit echtem Darstellerkino. Megatop. Die Sendezeit ist mal wieder eine einzige Beleidigung für den Gebührenzahler, der sich zur Hauptsendezeit mit Hansi Hinterseers Bauerntrampeltheater begnügen muß. Wann gehen wir endlich auf die Straße? Ich möchte die von unseren Penunsen finanzierten Autos und Luxusdomizile der Intendanten brennen sehen...

Sonntag, 18. Januar

22:55 Uhr Tränen der Sonne (Pro7)
The Wild Geese trifft auf Black Hawk Down. Ich meine da kann selbst unser Bruce nichts mehr retten. Schrecklichst, naja, wem's gefällt.

00:00 Uhr Insider (K1)
Gut gefilmt und gut gespielt. Aber daß Rauchen tödlich sein kann und die Tabakunternehmen gezielt Suchtstoffe in ihre Mischungen einstreuen sollten doch nun wohl auch die wissen, die hinterm Mond leben. Mäßig spannend.

Montag, 19. Januar

20:15 Uhr Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts (K1)
Haha – Ivan Drago gegen den Italien Stallion. Ivan Drago – Hammer. Das schönste ist ja, daß Dolph demnächst mal wieder die Scheiße fett rocken wird. Hoffentlich.

21:00 Uhr Im Rausch der Tiefe (ARTE)
Luc Bessons Meditation über die Faszination der Tiefe des Ozeans und ganz bestimmt auch eine der schönsten Charakterstudien des französischen Kino. Wird von Arte sogar in HD versendet, fragt mich nicht wie man das entsprechende Signal empfängt.

22:05 Uhr Rocky V (K1)
Da habe ich lediglich das Ende gesehen und ich mußte mich tatsächlich schlapp lachen. Rocky goes Trainer und sein Schüler goes Streetfighter. Wie konnte man 1990 eigentlich noch so einen Schwachsinn mit so einer Ernsthaftigkeit filmen. Absolut Trash.

22:15 Uhr Mord und Margaritas (ZDF)
Ist einer der Filme, die ich immer sehen wollte, die dann aber auch immer wieder aus meinen Blickfeld geraten sind. Soll aber eine ziemlich stilsichere Thrillerkomödie britischer Machart sein und Pierce Brosnan war ja noch nie der verkehrteste. JMK weiß da mehr.

Dienstag, 20. Januar

22:10 Uhr 12 Monkeys (WDR)
Wahnsinn. Wirklicher Wahnsinn. Terry Gilliam krümmt Raum und Zeit. Dabei entzaubert er gekonnt Verschwörungstheorie und urbane Mythologie. Bruce Willis und Brad Pitt glänzen in ihren Rollen. Die immer gern unterschätzte Madeleine Stowe setzt das I-Tüpfelchen auf die ganze Chose, die bei jeder Sichtung an Größe gewinnen kann. Absolut kein Geheimtipp mehr.

Mittwoch, 21. Januar

20:15 Uhr Highlander (K1)
Waaaaants to liiive foreveeeeeeeer!

00:55 Uhr Copykill (HR)
Fängt stark an, nur um dann an seiner totalen Fehlbesetzung und tievieigen Machart zu krepieren. Nichts gegen Holly Hunter und schon gar nichts gegen Sigourney Weaver, aber hier hätten sie lieber ihre Rollenangebote ablehnen sollen.

Donnerstag, 22. Januar

20:15 Uhr Lara Croft: Tomb Raider (VOX)
Ach Gott... Früher lief sowas zwischen Weihnachten und Silvester als Mehrteiler im ZDF.

Freitag, 23. Januar

20:15 Uhr Der Einsatz (Pro7)
Habe ich auf jeden Fall schon gesehen, kann mich aber trotzdem an gar nichts mehr erinnern. Ach, ich lese es gerade – Regie: Roger Donaldson. Der kann doch eigentlich wenn er will, nur will er meistens gar nicht. Häh?

22:25 Uhr Oliver Stone's W. (Pro7)
Super duper. Da ist Pro7 mal wirklich ein obergeiler Schachzug gelungen, kauften gleich DVD und TV Auswertungsrechte gemeinsam, damit sie Oliver Stones George W. Bush Satire pünktlich zum Amtsantritt Barack Obamas im TV ausstrahlen können. Jetzt stellen sich mir jedoch ein paar Fragen. Ist Oliver Stone mittlerweile als Filmmacher dermaßen uninteressant geworden, daß sich seine Filme schon deutsche Fernsehskonglomerate leisten können, die letztes Jahr noch aus Kostengründen die halbe Belegschaft ihrer Newsredaktionen auf die Straße setzten? Hat er in den USA bisher lediglich sein eigenes Budget wieder eingespielt, weil er nur mäßig ist oder weil die Leute Geoge W. einfach nicht mehr sehen wollen er einfach schlecht ist? Ach was soll's, geguckt wird der schon allein wegen Josh Brolin, den meine TV Gazette als unbekannt einstuft. Tsss...

Wem das nicht reicht, der sollte unbedingt auch bei den anderen vorbeischauen...

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The Warriors - Come out to play-ay

Es gibt Filme, die sieht man als junger Mensch einmal und danach wird man sich ein Leben lang nicht mehr von ihnen lösen. Die den Sehnerv des Rezipienten für immer einjustieren, seinen späteren Filmgeschmack prägen werden, ohne daß es ihm vielleicht bewußt ist. Nein, man darf sie sogar zwischenzeitlich vergessen, manchmal für über zwanzig Jahre. Erst wenn man so einen Film dann nach so einer langen Zeit vielleicht durch Zufall wieder entdeckt, ihn in der Erwartung des Amusements über den eigenen Ungeschmack der Jugend anschaut und sich dann doch wider Erwarten der gleichen Begeisterung ausgesetzt fühlt, die der Film auch bei dem dreihzehn oder vierzehn jährigen Jungen auslöste, dann weiß man, dieser Film ist es. Der hat an allem Schuld...

New York, wo auch sonst. Cyrus, der größte aller Gangbosse der Stadt, der Mann mit der Medizin, hat zur Verkündung seiner Vision in die Bronx geladen. Wie ein Erlöser steht er da, auf dem eigens für ihn errichteten Podest, die Augen weit aufgerissen, die Arme zum Himmel empor gestreckt, einem religiösem Führer gleich in seinem weitem seidenem Gewand. Um ihn herum die von seiner Rede elektrisierte jubelnde Masse. 100.000 Gangmitglieder gegen gerade mal 20.000 Polizisten. Sie könnten die wahren Herrscher der Stadt sein, würden sie nur das Kriegsbeil untereinander begraben. Doch dann fällt plötzlich der Schuß, Cyrus sackt tot zusammen. Tumult, Panik und anrückende Polizei. Vom wahren Täter werden die Warriors des Attentat beschuldigt, deren Anführer von den Mitgliedern Cyrus Gang gestellt wird und noch bevor er seine Unschuld belegen kann in der Menschentraube des auf ihn einprügelnden Mobs untergeht. Der für diesen Abend ausgerufene Waffenstillstand ist aufgehoben und die restlichen Warriors müssen sich zu Fuß und per Bahn mit ihrem neuem Anführer Swan zurück nach Coney Island durchschlagen. 50 Meilen durch Feindesland.

Als authentisches Bild großstädtischer Straßengangs der ausgehenden 70er Jahre darf Walter Hills The Warriors ganz bestimmt nicht betrachtet werden. Hill und der Film machen daraus auch von der ersten Sekunde an keinen Hehl. „... there is a futuristic fantasy element running through the whole thing.“ schreibt Darren Collete auf DVDCult und könnte keine genauere Punktlandung bei der Beschreibung der Attitüde dieser Odysee hinlegen. Clockwork Orange und Assault on Precinct 13 waren Walter Hills Inspiration, kopieren wird er sie in den knappen nie langweiligen 90 Minuten jedoch nicht, in denen die Warriors von Polizei und den anderen Gangs durch das nächtliche New York gehetzt werden, begleitet von einem dynamisch diskoeskem Soundtrack aus der Feder Barry de Vorzons. Da gibt es nur zarte Verweise wie die Baseball Furies mit ihrem weißem Outfit, geschminkten Gesichtern und eben mit Baseballschlägern bewaffnet wie einst Kubricks und Alexander DeLarge Droogs. Die dunklen Straßen, Bahnsteige und Parks sind dann auch so menschenleer wie sie es schon kurz zuvor in Carpenters heruntergekommenen Vorort von Los Angeles waren. Für eine Kopie ist Hills comichafter Film viel zu eigenständig, bringt er selbst zu viel filmische Kreativität mit sich. Mixt düstere Zukunftsvision mit dem antikem Epos Homers, garniert mit einer gehörigen Portion Pathos und Indianer auf dem Kriegspfad Romantik. Ein Cocktail, der so blendend funktioniert, daß es schon erstaunlich ist, daß dem Film außerhalb der USA eher wenig Aufmerksamkeit abseits der Jugendgewaltdebatte vergönnt war. Denn filmisch ist The Warriors keinesfalls ein Leichtgewicht, angefangen bei der umwerfend stylisch montierten Anfangssequenz, in der es sogar einen jungen Samuel L. Jackson als Statisten zu entdecken gibt, über den schon erwähnten Soundtrack, den hervorragend choreografierten Straßenkämpfen, den äußerst fantasievollen Gangs bis zu Andrew Lazlows atmosphärischer Kameraarbeit. Hier deutet nichts auf einen aufgrund der Handlung vielleicht zu erwartenden B-Movie hin. Schon gar nicht die Darsteller von denen David Patrick Kelly als hinterhältiger Psycho Luther, dessen krankhaft ekelhafter Auftritt nicht nur gegen Ende des Filmes schon als popkulturelles Zitat gilt, besonders erwähnenswert ist. Was den Film neben den erwähnten Faktoren jedoch letztendlich so besonders macht, ihn trotz der ständig unterstellten fehlenden Substanz, der manchmal arg dated wirkenden Dialoge dennoch über seinen Status als Genrefilm hinaus interessant macht, ist die Art in der Hill seiner Geschichte und besonders ihren Protagonisten begegnet. Die Warriors sind keine homogene Gang von aus Pech in die Kriminalität gerutschten jungendlichen Gutmenschen. Ganz und gar nicht, Hill läßt die einzelnen Charaktere in den verschiedensten Situationen gerne Arschloch sein. Und selbst dem Anführer Swan, dieser Mischung aus extra introvertiertem die Gefahr witterndem Häuptlingssohn und Bravo Pinup, spendiert er eine Arroganz, die eher aus kleinbürgerlich reaktionären Moralvorstellungen resultiert als aus großer LebensKriegserfahrung, die jedoch keinesfalls als unterschwelliger Subtext des Filmes daherkommt, sondern gekonnt von ihrem Opfer entwaffnet werden darf. Das zeugt nicht nur von einer gewissen Distanz des Filmes zu seinen Figuren, sondern verstärkt die ihm generell innewohnende rohe und bedrohliche Atmosphäre noch einmal ungemein. Ja, sie gibt ihm sogar noch einen Hauch von New Hollywood Sozialdrama mit, was inmitten der ganzen clownesken Kostüme der New Yorker Banden ziemlich grotesk erscheint, aber ganz gut zur Stadt und zur Zeit paßt. Wie sang damals Grandmaster Flash noch in seinem Hit? New York New York, big city of dreams / And everything in New York ain't always what it seems. Walter Hill ist mit The Warriors bestimmt kein Meisterwerk gelungen, aber ein verdammt guter Film, der ständig zwischen den Genres wechselt, den Anti-Hero zelebriert und nicht zuletzt, das erscheint mir am wichtigsten, außerordentlich gut unterhält. Walter Hills The Warriors ist echte(r) Kult(ur).

8/10 Punkte

Fast Forward

Oldboy

Fünfzehn Jahre saß er ein, für welche Tat, das war ihm nicht bewußt. Nun ist er draußen, auf einmal in einer für ihn surrealen Welt, die er lediglich aus dem Fernsehen kennt. Das hatten sie ihm gelassen, dieses Guckloch nach draußen. Ausgestattet mit teurem Anzug und modernstem Handy begibt er sich erst auf die Suche nach seinen Peinigern, um sich fürchterlich an ihnen zu rächen. An seiner Seite die schöne junge Unbekannte, im Verborgenem der mysteriöse Unbekannte. Doch schon bald steht das Warum im Mittelpunkt seiner Suche und am Ende die große Läuterung. Park Chan-wooks poetische Kinopoer um die zerstörerische Kraft der Erinnerung, deren beide Hauptfiguren die Erlösung in der Rache suchen, jedoch auf diesem Weg ihr seelisches Gomorrha finden, zieht alle Register des postmodernen Kinos. Da wird narrativ aufgebrochen, die visuelle Emotionskeule geschwungen, einer Montage folgt die nächste und über allem schwingt Vivaldi. Da läßt einer inszenatorisch die Schwarte krachen, seine Schauspieler an ihren physischen als auch psychischen Grenzen agieren. Daß die in all dem Bilderwust überhaupt noch Luft zu atmen haben, grenzt schon an ein Wunder. Allen voran natürlich Choi Min-sik, dessen körperliche Präsenz neben seinem einnehmenden Spiel von bestaunenswerter Dynamik ist. Er ist es, der den Film über seine viel zu lange Spieldauer trägt, die sich aus dem Hang des Regisseurs sich in Nebensächlichkeiten zu verlaufen ergibt. Gerade im Mittelteil des Films läßt Chan-wook zu oft die Zügel schleifen, opfert die Stringenz der ersten vierzig Minuten überflüssigen Ausmalungen der Geschichte. Zum Teil kann man ihr nicht mehr richtig folgen. Wirklich gute Regie äußert sich anders, formidable Bildsprache hin, stilisierter Asiakitsch her. Letzterer findet sich dann in der Inszenierung der Auflösung des reispapierdünnen und unerträglich konstruierten Plots, in der Chan-wook einfach nicht zum Ende kommen möchte, er immer noch einen drauf setzt obwohl sein Tintenfischsushibuffet schon längst abgeräumt ist. Das mag das koreanische Herz erwärmen, meins bleibt kalt wie Mi-dos Hände.

6,5/10 Punkte

Fast Forward >> The Machine Girl

Da machte vor ungefähr einem Jahr ein Film Trailer auf Youtube die Internet Filmgeekgemeinde ganz wuschig. Ninja, Yakuza, Tempura, Sushi, Chainsaws, Flying Guillotine, Drill Bra, Revenge und ein Mädchen in Schuluniform mit Gatlingprothese inklusive tarantinoesker gelber Credits. Das roch förmlich nach einer Mixtur aus Beatrix Kiddo auf Tildin und Cherry Darlings japanischer Cousine. Und die Idee zum Film soll dem amerikanischen Trash-Video und Anime Produzenten John Sirabella auch tatsächlich nach der Sichtung Robert Rodriguez Planet Terror gekommen sein, der dann in Japan schließlich die richtigen Partner zur Verwirklichung des Films fand. Die Regie und das Drehbuch übernahm Noboru Iguchi, der sich in der Vergangenheit für hierzulande wohl völlig unbekannten TV Trash und einige Pornofilme verantwortlich zeichnete und dessen Werke in der Mehrzahl auf IMDB.com noch auf das fünfte Voting warten. Keine guten Vorzeichen. In Sachen Gewalt, Blut, abgetrennten Gliedmaßen und zu Brei geschossenen Gegnern kann The Machine Girl tatsächlich die Erwartungen, die der Trailer evoziert noch übertreffen. Soviel sei dem Film zugestanden, auch wenn die Effekte durch die Reihe weg allesamt dermaßen Over the Top inszeniert sind, daß gar nicht erst Ekel oder Abscheu aufkommen können. Oder anders ausgedrückt, sie sind schlecht, dafür jedoch größten Teils handgemacht, was dem Trashwerk einen kleinen Nostalgiebonus auf's Auge drückt. Doch so richtig möchte man sich darüber nicht freuen, denn unverständlicher Weise läßt Iguchi auch immer mal grottenschlechte CGI in sein Werk einfließen, die der Orgie mehr schaden als behilflich sein könnten. Irgendwie ist das dann aber auch schon wieder egal, denn daß der Trash in The Machine Girl kalkulierter Natur ist, ist so offensichtlich wie es der Chose zumindest in der zweiten Hälfte an nötigem Herz fehlt, um den Zuschauer trotz gesteigerter Redundanz an Blutfontänen bei Laune zu halten. Viel zu beliebig sind die Spannungsbögen gesetzt, viel zu sehr gleitet der Film in eine alberne Power Rangers Attitüde ab, die höchstens ein müdes Lächeln beim Rezipienten hervorrufen kann. Da sind Bezüge zum alten 70er Jahre Revenge Japankino einfach unangebracht, auch wenn der Film zwischendurch versucht sie herzustellen. Von der Virtuosität eines jacksonschen Splatterfestes oder gar der Eleganz eines Takashi Miike ist Iguchi mit seinem Rachefilmchen sowieso so weit entfernt wie Uwe Boll von Akira Kurosawa. Dann doch lieber nochmal Rikki-Oh! Gerade noch...

4/10 Punkte

Die Klapperschlange

1988 steigt die Verbrechensrate in den Vereinigten Staaten um vierhundert Prozent. Die ehemals freie Stadt New York wird das einzige ausbruchsichere Gefängnis des Landes. Umgeben wird dieses Gefängnis von einer zwanzig Meter hohen Mauer, welche entlang der Küste von New Jersey über den Hudson River bis zur Küste von Brooklyn führt. Sie umgibt ganz Manhattan Island. Alle Brücken und Wasserstraßen sind vermint. Die Polizei der Vereinigten Staaten ist wie eine Armee um die Insel herumstationiert. Innerhalb des Gefängnisses gibt es keine Wächter sondern nur Gefangene und eine Welt, die sie selbst geschaffen haben. Die Regeln sind einfach: wer erstmal drin ist kommt nicht wieder raus. 1997 – Heute:

Manhatten ist ein einziger Ort der Verwahrlosung, der Anarchie, der Zerstörung. Graffitis, Bauruinen, Ratten, Müllberge, nur erleuchtet vom Flackern der brennenden Fässer, deren Licht sich auf den regennassen Straßen spiegelt. Im Untergrund sammeln sich die Crazies, die am Monatsende, wenn die Essensrationen ausgehen, die die Gefängnisverwaltung über dem Centralpark abwirft, auch gerne mal einen Happen Menschfleisch zu sich nehmen. Auf der Oberfläche lauern andere marodierende Banden, wer den Mut hat den Broadway zu betreten wird von einem Mob Wahnsinniger mit Steinen, Pfeilen und Brandsätzen begrüßt. Über allen herrscht der Duke, diese Karikatur eines majestätischen selbstherrlichen Oberpimps. Sein weißer Cadillac, von Kristallleuchtern geziert, zeugt von seinem Anspruch "A Number One" zu sein. Der Duke residiert in der verfallenen City Hall, umgeben von einem unterwürfigen Haufen von Gangmitgliedern. Man darf ihm nicht begegnen, das soll den sicheren Tod bedeuten. In dieser Welt überlebt nur der Stärkere, die Schwachen müssen sich ihre Nische suchen und sei es das alte Theater in dem einige Gefangene es doch noch irgendwie schaffen eine Aufführung auf die Beine zu stellen. Doch tummeln sich auch schon in seinem Keller die apokalyptischen Auswüchse in Form von sadistischer Gewalt und Elend.

Mitten in dieser Vorhölle der Degeneration stürzt die von Terroristen entführte Air Force One des US-Präsidenten in einen Wolkenkratzer. Er selbst kann in letzter Sekunde mit der Rettungskapsel das Flugzeug verlassen, gerät jedoch in die Hände der Gefangenen, die jeden Befreiungsversuch seitens der Polizeikräfte mit seinem Tod bestrafen werden. Zwanzig Sekunden geben sie Sicherheitschef Hauk an der Absturzstelle um den Rückzug anzuordnen. Innerhalb der Mauern Manhattans hat der Arm des Gesetzes schon längst nichts mehr zu melden. Snake Plissken, der ehemalige Elite-Soldat und jetzige Outlaw, soll am selben Abend seine lebenslange Haftstrafe antreten. Hauk macht ihm das einmalige Angebot ihm die Freiheit zu schenken, sollte er es schaffen, den Präsidenten innerhalb vierundzwanzig Stunden aus der Geiselhaft zu befreien. In vierundzwanzig Stunden beginnt die Weltfriedenskonferenz und der Präsident ist im Besitz einer Audiokassette auf der Informationen zur Kernfusion enthalten sind, ein weiterer Krieg könnte damit verhindert werden. Bei Nichterfüllung des Auftrags droht Snake der Tod mittels zweier Sprengkapseln, die Hauk ihm perfiderweise injizieren ließ. Der Countdown tickt unaufhaltsam runter, für Snake Plissken, den Präsidenten der USA und die Welt.

Der Film lebt wie bei einem Carpenter Streifen zu erwarten vor allem von seiner Atmosphäre. Carpenters spartanischer Synthiescore verschmilzt förmlich mit den düsteren Bildern Dean Cundeys, dessen Arbeit auch schon zuvor bei Halloween und The Fog für die außergewöhnliche unterschwellige Bedrohung sorgte. Dunkel sind sie, gerade zu Anfang ist man geneigt an den Helligkeits- und Kontrasteinstellungen des TV herumzudoktern, bis man feststellt, daß die Gesichter in der Überwachungszentrale tatsächlich nur von den Monitoren beleuchtet werden. Die Dunkelheit ein wichtiges Stilmittel Carpenters darstellt. Hell ist es nur in den klinisch sauberen Fluren des Sicherheitskontrollzentrums auf Liberty Island und später während den wenigen bei Tageslicht spielenden Szenen. Die Welt 1997 ist kein erleuchteter Ort, es herrscht ewige Nacht, erst recht innerhalb der Mauern des Gefängnisses, in dem Snake Plissken, dieser lediglich Oneliner zischende Antiheld über den Carpenter ebenso wenig Konkretes verraten möchte wie über die restliche Welt, die weitere Führung des Films übernimmt. Durch den von Comic Legende Jean Giraud designten Big Rotten Apple von einer kurzen Begegnung zur anderen hetzt. Carpenter ständig mit der Erwartungshaltung des Zuschauers spielt, ob er Snake anfangs auf die Femme Fatale treffen läßt, der Bekanntschaft im weiteren Verlauf jedoch keine weitere Beachtung schenkt, mit der Figur des Cabbie, gespielt von Ernest Borgnine, dem alten Veteranen des von Carpenter so verehrten alten Hollywoods, eben jenem Hollywood noch einmal Einlaß in seinem modernen Film gewährt oder den Präsidenten ein feiges Etwas sein läßt. Da ist er wieder, dieser Carpenter, der sich immer schon dem kulturellen und ideologischen Mainstream verweigerte, ohne dies an die große filmische Glocke zu hängen. Dessen Filme, ob gut oder schlecht, immer aus der Masse heraus stechen. Der Meister der Auslassung, der die Ausmalung seiner Geschichten der Fantasie des Zuschauers überläßt und sich gezielt auf das Wesentliche konzentriert. Der die Chuzpe hat selbst in einem als Actionfilm propagierten Thriller der Action lediglich so viel Raum zu gewähren wie unbedingt nötig. Sie obendrein im Finale auf der Brücke vielleicht auch noch schludrig, zumindest aber gelangweilt, inszeniert. Keine Szene, kein Dialog zu viel. Als ob er endlich zum großen Schlußgag kommen möchte, der Snake Plissken und ganz bestimmt auch John Carpenter dann doch noch allumfassend charakterisiert. Großartig.

8,5/10 Punkte

Arbeit für den Rekorder - 10. - 16. Januar

Samstag, 10. Januar
22:30 Uhr Nightwatch (DAS4.)
Ist ja immer noch eines der schönsten Beispiele dafür, daß man mit einer durch ein kleines dänisches Budget erzwungenen Zurückhaltung mehr erreichen kann als später mit einem gönnerhaftem amerikanischen Studio-Budget. Schwarzer Humor, wirklich dunkle Gänge und ein fein abgestimmtes Ensemble lassen den kleinen Reißer in schönster Gialloatmosphäre daherkommen. Richtig gut.

02:30 Uhr Die Brücke am Kwai (K1)
David Lean ist ein cineastischer Gott. Sein Lawrence von Arabien aber immer noch gewaltiger.

02:40 Uhr They – Fürchte die Dunkelheit (ZDF)
Ich meine mich erinnern zu können, daß die DVD zwei Enden anbietet, das von Mark Harmon gewünschte und das von den Produzenten durchgesetzte. Ich gehe jetzt einmal davon aus, daß das ZDF hier das zahmere Ende des zwar durchaus vorhersehbaren aber dennoch unterhaltsamen und schick fotografierten Alptraumthriller versendet. In Ordnung.

Sonntag, 11. Januar

20:15 Uhr Harry Potter und die Kammer des Schreckens (Pro7)
Da habe ich immer noch keine richtige Meinung zu, habe bisher auch nur einen Teil gesehen und kann mich noch nicht einmal an den Titel erinnern. Ganz nette gut vermarktete Kinderunterhaltung, aber seid mir nicht böse, ich bin ein Astrid Lindgren Kind.

20:15 Uhr Transporter – The Mission (RTL)
Routiniertes Jason Statham Vehikel, das ich letztens noch mit dem erstem Teil verwechselt habe. Soviel zum Inhalt. Guckt sich nach einem stressigem Tag, wenn man eh nur noch berieselt werden möchte, gut weg.

03:05 Uhr Nicht ohne meine Tochter (K1)
Der Lieblingsfilm aller Islamphobieker. Mein Gott, was für ein demagogischer eindimensionaler Rotz. Kann an Kleingeist kaum unterboten werden.

Montag, 12. Januar

20:15 Uhr Zwei Banditen (DAS4.)
Vielleicht der schönste Neo-Western überhaupt. Paul Newman und Robert Redfort begründen ihren Status unter Mithilfe schöner Bilder und eines fantastischen Soundtracks. Das ist der Film nach dem das Sundance Festival benannt wurde. Oberklasse.

22:15 Uhr Angel Heart (Tele5)
Völlig unter Wert gehandelter Fahrstuhl zur Hölle. Die schwüle Hitze New Orleans verschmilzt förmlich mit dem in jedem Bild unterschwellig vorhandenen Bösem. Einer der besten Mickey Rourkes in einem der besten Neo-Noirs nicht nur der 80er überhaupt. Selbst geschnitten immer wieder ein Höhepunkt. Outstanding.

23:50 Uhr Angst und Schrecken in Las Vegas (HR)
Ja, unser Terry Gilliam. Bitte nicht nach Subtext oder Handlung suchen, völlig egal bei seinem Drogentripp nach Las Vegas. Einfach nur dem herben Humor und den schrägen Bildern folgen und sich dem skurrilen Overacting der guten Darsteller hingeben. Dann wird das schon mit dem absoluten Chaos.

Dienstag, 13. Januar

Nix außer ein paar Wiederholungen, die wirklich erst vor kurzem über den Äther gingen.

Mittwoch, 14. Januar

20:15 Uhr Kingpin – Zwei Trottel auf der Bowlingbahn (Tele5)
Das Einzige, das hier erwähnenswert wäre, ist die göttlich depressive Arschlochattitüde Bill Murrays. Den Rest und die Hand voll Gags die zünden kann man sich getrost schenken.

00:35 Uhr Lady Venegeance (ARD)
Mit Beschämen muß ich zugeben, den von der Kritik abgefeierten Abschluß Park Chan-wooks Rachetriologie noch nicht gesehen zu haben. Auf eigene Gefahr.

Donnerstag, 15. Januar

21:00 Uhr Manhattan Murder Mystery (ARTE)
Wunderbarer Beitrag Allens zur Anfang der 90er wieder aufkeimenden Thrillerwelle. Stadtneurotiker trifft Hitchkocks Fenster zum Hof, oder so ähnlich. Absolut Allen, auch wenn's nicht ganz so zynisch rüberkommt wie von ihm gewohnt. Nett.

22:40 Uhr Piranhas (DAS4.)
Kam ja auch schon vor gar nicht allzu langer Zeit und ist auch weit von dem entfernt, was Spielberg mit dem Weißem Hai ablieferte. Dennoch ein nettes B-Filmchen aus der Hexenküche Roger Cormans unter der Regie von Joe Dante. Natürlich nicht sein Bester.

00:05 Uhr Gorky Park (HR)
Mit ziemlicher Sicherheit bei der momentanen Witterung korrekt versendet. Absolut atmosphärischer Politthriller mit William Hurt als Moskauer Kommissar, der sich nicht nur gegen den KGB sondern auch amerikanische Geschäftsleute durchsetzen muß. Wenn die Zeitabstände lang genug sind, immer wieder gern gesehen.

Freitag, 16. Januar

20:15 Uhr Last Samurai (Pro7)
Ach ja, Der mit dem Wolf tanzt reloaded. Ich kann mich recht schwer für den Film begeistern, da er insgesamt viel zu träge rüberkommt und eine äußerst bescheuerte Vorstellung von Ruhm und Ehre kolportiert. Nee, muß nicht sein, auch wenn er teilweise wirklich gut aussieht.

Wem das nicht reicht, der sollte unbedingt auch bei den anderen vorbeischauen...

From Beyond, ab samstags
Blockbuster Entertainment, The Duke und Kino, TV & Co, ab sonntags

Demnächst in diesem Kino


Zweimal Überlebenskampf in New York und einmal blutige Rache in Tokyo.

Cognition of the Week

To be an asshole or not to be an asshole: That's not the question if you are Maradona!

The Signal

Irgendwann wird auch die größte Sensation langweilig wenn sie an jeder Ecke zu bekommen ist. Die cineastische Inflation von Blut und Gore in den letzten Jahren hat sich bis in den Mainstream empor gesplattert. Filme die vor Jahren noch für Verbotsdiskussionen in den Medien gesorgt hätten, wie es zum Beispiel Oliver Stones seichtem Natural Born Killers zum Vorteil an der Kinokasse gereichte, überholen schon lange die §131er Kandidaten der 70er und 80er Jahre in der Intensität der Gewaltvisualisierung. Während man sich für die Beschaffung Romeros Meisterwerke in der ungeschnittenen Version immer noch ein Bein ausreißen muß, werden Schlachtfeste wie Ajas The Hills Have Eyes oder Bousmans Saw Fortsetzungen ganz normal im Kulturteil selbst des stockkonservativsten Lokalblättchens wie stinknormale Hollywoodfilme lediglich mit dem Zusatz Nichts für schwache Nerven besprochen. Einerseits ist dies sicherlich eine begrüßenswerte Entwicklung für Genrefans, können sie ihre Lieblinge doch nun auch auf der großen Leinwand des Mulitplex genießen, anstatt auf das miefige Bahnhofskino als einzige Alternative auszuweichen zu müssen. Andererseits nimmt diese Entwicklung jedoch auch der Gewalt, den aufgeplatzten Arterien und abgehackten Gliedmaßen ihren filmischen Moment, erhebt sie zum gewohnten Standard, der Gefahr läuft durch seine Redundanz an Wirkung zu verlieren. Daß The Signal weitestgehend auf explizite Großaufnahmen berstender Knochen oder zermatschter Körperteile verzichtet ist sicherlich dem geringen Budget geschuldet, daß er dennoch anfangs so wuchtig rüberkommt als ob man unverhofft eins mit dem Spaten übergezogen bekommt, dem Können der drei Regisseure. Die legen mit ihrer Reise durch die Filmgenres eine beachtliche formale Qualität auf's Parkett des Splatterkinos und lassen zu keiner Sekunde erahnen, daß ihr Film lediglich 50.000 US$ gekostet haben soll. Was allein durch eine effektive Inszenierung und Digital Video nicht alles erreicht werden kann. Da mag die Story inhaltlich noch so leer und ausgelutscht sein und der immer gleichen Medien- und Gesellschaftskritik noch so die Subtilität fehlen. Allein wie Gentry, Bush und Bruckner ihre drei Kapitel miteinander verbinden zeugt von erzählerischer Klasse, die so einiges wieder wett macht wie auch so manche atmosphärisch äußerst gelungene Szene. The Signal fängt als Horrorfilm an, um nach dem Mittelteil, der als schwarze Komödie konzipiert ist, in einem Drama zu enden. Gemein sind den einzelnen Teilen lediglich die drei Hauptcharaktere und die anfangs immer wieder unerwartet ausbrechende Gewalt. Richtig zu gefallen weiß jedoch leider nur das erste Drittel des Filmes, das eindeutig den stärksten Teil darstellt. Denn auch wenn der Mittelteil und das Ende formal und darstellerisch nicht minder überzeugen können, das Hauptproblem von The Signal ist eindeutig die Tatsache, daß mit dem ersten Kapitel eigentlich schon alles erzählt ist. Spätestens nach vierzig Minuten tritt der Film auf der Stelle und kann nur noch mit dem Wechsel der Genres und einem immer schneller werdenden Abgleiten in die Surrealität überraschen. Der Film wird leider Opfer seines eigenen Subtextes, ob gewollt oder nicht ist letztendlich egal. Schwach und vor allem ärgerlich ist das in jedem Fall.

5,5/10 Punkte

Filmrätselstöckchen Relaunched (#1126)

Das altehrwürdige Filmrätselstöckchen liegt nun schon seit letztem Jahr in der Schweiz herum. Auf 1125 Filmrätsel hat es das Stöckchen geschafft, eine beträtchliche Anzahl bedenkt man den zuletzt sehr kleinen Kreis an Rätselfreunden. Damit das Filmrätselstöckchen nicht den Kältetot stirbt übernehme ich mal den Relaunch 2009 und stelle ein neues Bild ein. Nur eines, keine Fragen, keine Antworten, keine Termine. Erste richtige Lösung gewinnt und danach seid Ihr wieder an der Reihe. Viel Spaß.

Jetzt werden Nägel mit Köppe gemacht - Wir helfen Andie

Jeder tätigt mal Fehleinkäufe. Ich selbst habe noch Freitag bei einem vermeintlichen Schnäppchen im nächstgelegenen Saturnmarkt zugeschlagen. Der Elta HDMI DVD Player erwies sich jedoch als totaler Reinfall und wird morgen Nachmittag der Reklamation um die Ohren gehauen. Für einen Player, der kaum aus dem Standby Schlaf zu wecken ist, wenn er während der Wiedergabe ausgeschaltet wird, habe ich keine Verwendung. Da sind dann auch 59,90 € noch zuviel und es ist mir scheißegal ob da auf dem Karton Deutsches Unternehmen steht. Ich tausche ihn einfach gegen das koreanische Markenfabrikat um, das auch gut sein soll und nur 10 € teurer ist. Qualität kostet halt manchmal doch nicht viel mehr.

Ganz so einfach hat es da Andreas Müller mit seinen Fehleinkäufen nicht, der kann seine Nieten nicht einfach reklamieren. Darum helfen wir ihm jetzt sie wenigstens wieder los zu werden.

Einfach linkes Jpeg oder PDF (ist leider unwiederbringlich kaputt) runterladen, ausdrucken und am nächstem Schwarzen Brett aufhängen (Supermarkt, Muckiebude, Vereinsheim, DFB Zentrale, Kneipe oder Mensa).

Glück Auf!

[edit] Kann natürlich auch am Laternenphal vor dem Haus neben dem Bild der seit ca. drei Wochen vermißten Katze (die natürlich in Wirklichkeit vom Auto überfahren wurde, aber wer will dem Kind das schon sagen) aufgehängt werden.

[nochmal edit] Ja ist doch wahr, oder? Ist doch besser das Kind denkt dem Kater geht es gut, er ist jetzt auf Wanderschaft, sucht sich eine nette Mieze, gründet eine Familie und genießt seine Katzenfreiheit. Oder würde einer von Euch dem armen Kind die Wahrheit einschenken? "Du Paula, setze Dich erst einmal hin. Ich muß Dir etwas schreckliches sagen. Du mußt jetzt ganz tapfer sein, der Muck... der Muck, der hatte einen schlimmen Unfall. Die Nachbarin hat ihn heute morgen nicht gesehen als sie aus ihrer Auffahrt kam und hat ihn mit ihrem Q7 einfach überrollt... Er hat zwar noch gelebt, aber Mutti und Vati mußten ihn einschläfern lassen. Sieben gebrochene Wirbel, zerquetschte Hüfte, der hätte sich nie wieder erholt..." Nee, das könnte ich nicht, ganz ehrlich.

Fast Forward

In Bruges

Ja, ja, ich weiß. Jetzt werden sich einige darüber beschweren wie man so einen tollen Film mit nur so wenigen Worten abfertigen kann. Klar, zwischen den ganzen Blockbustern kommt so eine kleine schwarze Gangsterkomödie wirklich nicht schlecht, zumal die Charaktere allesamt äußerst britisch liebenswert ausgearbeitet sind und mit kleinen Produktionen geht man dann auch ein wenig behutsamer um. Aber irgendwie ist die größtenteils vorhersehbare Geschichte lediglich nett anzuschauen. Da fehlen mir dann halt doch die Kanten und Ecken, auch wenn sich Martin McDonagh redlich anstrengt mit den Konventionen zu brechen und unter anderem einen rassistischen Zwerg in die Arena wirft, der dann im äußerst konventionellen Finale wenigstens seinen überkonstruierten Zweck erfüllen darf. Darüber können auch die gelungenen Dialoge und sehr guten Darsteller nicht hinwegtäuschen. Vor allem Ralph Fiennes und Brendan Gleeson können begeistern, während Colin Farrell ein wenig hinterher hinkt, aber dennoch wie die Faust auf's berühmte Auge passt. Zu genießen ist das Ganze dann aber nur OmU, denn die deutsche Synchro ist absolut unerträglich. Das muß hier nochmal in besonderem Maße erwähnt werden.
7/10 Punkte

Ed Wood
Über Burtons Hommage an Ed Wood, den Geist der 50 Jahre B Movies, ihrer Macher und insbesondere Bela Lugosi wurde schon so viel Richtiges geschrieben, daß ich mich nicht unbedingt mit einem kompletten Review aufdrängen möchte. Da bleibt mir nun nicht mehr als all das Positive, das über diesen Film zu lesen ist zu unterschreiben. Burtons Film ist eine einzige Liebeserklärung an das Kino und seiner Pioniere, nicht ohne selbst eines seiner magischsten Erlebnisse darzustellen. Da spielt es auch keine Rolle, daß sich die erste halbe Stunde als ein wenig zäh erweist. Da muß sich der Zuschauer ersteinmal zurecht finden. S/W Film, ungewohntes aber typisches B-Movie Overacting, und dann auf einmal ganz klammheimlich durchfährt mich diese Mischung aus Wehmut und Begeisterung, die sich immer breit macht wenn ich an die Filmerlebnisse meiner Kindheit und Jugend denke. Dieser Zeit, in der ich Filme noch mit ganz anderen Augen sah, ganz unbelastet, frei von Wissen und Glauben, alles war neu und unheimlich aufregend. Gestern Nacht konnte ich nicht richtig schlafen und da bin ich bei Arte auf Glen or Glenda gestoßen, der mir noch einmal bewußt machte, wie genial Burton seinen Cast für Ed Wood zusammenstellte, welch einen Schrott jener Ed Wood schrieb und filmte. Von abdrehen kann keine Rede sein, die künstlerischen Ambitionen sind deutlich zu erkennen. Burtons Ed Wood sagt an einer Stelle im Film, daß dem Zuschauer Details egal wären, es käme ihm nur auf die tolle Geschichte an, die der Film erzählt. Tim Burton ist nicht so naiv, hat aber auch ungleich mehr auf der Pfanne.
10/10 Punkte

Unwiederbringlich

Ich weiß schon gar nicht mehr wie es hier früher (-> vor 24 Stunden) mal aussah, aber Mutanten Tiere Sensationen bedurfte aus technischen Gründen einer grundlegenden Template Erneuerung. Naja, all zu viel hat sich ja nicht verändert, auch wenn in den nächsten Tagen bestimmt noch ein wenig frisiert wird. Dafür kann der werte Leser jetzt aber endlich auch hier ordentlich kommentieren. Direkt unterm Post.

Frohes Neues

Arbeit für den Rekoder - 3. - 9. Januar

Samstag, 3. Januar

20:15 Uhr Sideways (VOX)
Was für ein wunderbarer Start ins neue Jahr, mein Lieblings-Buddy Movie überhaupt. Depressiver Lehrer mit schriftstellerischen Ambitionen und Ex-Serienstar auf der Suche nach den Abenteuern jenseits der 40. So ehrlich, so weise und vor allem voll von Situationskomik. Absolut Top und Pinot Noir schmeckt einfach nur toll.

22:40 Uhr Dreamcatcher (Pro7)
Vorsicht, hier sprechen erwachsene Menschen mit ihrer Knarre und Parasitenwürmer mit spitzen Zähnen kommen aus den Anus gekrochen. Wer jetzt aber glaubt hier eine Trashgranate vor sich zu haben wird bitter enttäuscht. Nicht weil sich etwa dieser Müll völlig ernst nimmt, sondern weil's völlig langweilig ist. Bitte keine Stephen King Romane mehr verfilmen. Bitte, bitte, bitte.

23:30 Uhr Batmans Rückkehr (ZDF)
Keaton, Pfeiffer, Walken, DeVito und ganz viel burtonsche Comic Märchenwelt. Weitaus weniger einsteigerfreundlich als Burtons erster Fledermausstreich, aber auch um soviel erwachsener und künstlerischer. Top.

00:00 Uhr Excalibur (RTL)
Noch so ein inszenatorisches Schwergewicht, das jedoch auch viel Aufmerksamkeit vom Zuschauer abverlangt. Dennoch meines Erachtens die geschlossenste Arthus Saga Verfilmung überhaupt. Allein wenn ich an die letzten Bilder des Filmes denke könnte ich schon wieder vor Begeisterung juchzen. Nebelschwaden, glänzende Rüstungen und ganz viel Oper. Grandios.

00:35 Uhr Kids (VOX)
Immerhin schick fotografiert, der Rest vom ach so authentischen Jugendbild New Yorks der 90er ist einfach nur reaktionärer Dummquatsch. Sex ist tödlich und pubertierende Jungens sind Ärsche. Larry Clark gehört zum Psychotherapeuten geschickt, soviele Komplexe auf einem Haufen gibt es wirklich nur selten im Kino zu bewundern.

Sonntag, 4. Januar

20:15 Uhr Der Parte III (ARTE)
Zwar überflüssig wie ein Kropf, da mindestens zehn Jahre zu spät, dennoch ein hervorragender Abschluß der Familien-Saga. Allen Unkenrufen zum Trotz.

20:15 Uhr Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens (RTL)
Alberner Film zu einem albernen Video Game.

23:35 Uhr Alone in the Dark (Pro7)
Beschissener Film (kann man den überhaupt noch als Film bezeichnen?) zu einem ollem Videogame.

00:05 Uhr BoyzN the Hood – Jungs im Viertel (K1)
Guter Junge inmitten der immer gleichen Ausstellung amerikanisch urbaner Ghettokriminalität. Yo Baby Yo. Für Bushidos und andere Vierzehnjährige wahrscheinlich ganz o.k..

Montag, 5. Januar

22:15 Uhr Armageddon (ZDF)
Ist wahrscheinlich selbst Pro7 zu doof den noch einmal zu zeigen. Genau die Sorte von Film bei der mir die Kotze hochkommt. Man ahnt es schon, ja genau. Das Napalm Duo hat wieder zugeschlagen.

03:25 Uhr Gothic (Tele5)
Immerhin schon über ein halbes Jahr her, daß er hier auftauchte. Ist aber auch ein netter gothischer Tripp vom Trippexperten Ken Russel. Lord Byron und seine junge Schriftstellerschaar knallen sich mit Opium und Alk zu, um mittels ihrer von der Leine gelassenen Ängste einen Dämon heraufzubeschwören. Erotik und Horror waren schon immer ein super Team.

Dienstag, 6. Januar

22:05 Uhr The Game – Das Geschenk seines Lebens (RBB)
Ich habe bis heute nicht kapiert was an diesem Film so supie-dupie sein soll. O.K., ich leide an einer Michael Douglas Allergie, aber daran kann es nicht liegen, daß ich den Film zwar ordentlich spannend und die Grundidee sogar ganz nett finde, aber Meisterwerk blablabla? Ey, macht mal halblang, das ist immer noch nur äußerst konventionelles typisches 90er Thrillerkino. Aber Fincher stehe ich eh sehr ambivalent gegenüber.

22:15 Uhr Lifeforce – Die tödliche Bedrohung (DAS4.)
Dieser Film ist ein Phänomen. Obwohl er eindeutig ins Reich der Trashgurken gehört, dürftige Inszenierung, teilweise alberne SFX und definitiv auch so manche Länge, haben ihn doch alle lieb. Ich auch. Vampire-Alien-Invasion von Tobe Hooper (diesmal wirklich).

Mittwoch, 7. Januar

22:30 Uhr Fortress – Die Festung (K1)
Mein Gott, die Fruchtblase platzt pünktlich zum Abspann. Vorher gibt’s noch ganz viel noch mehr Schwachsinn, ein paar Hänger und einen schlechten Christopher Lambert, der aber nichts für das grottige Drehbuch kann. Zukunftsknasttrash.

23:00 Uhr Ein Köder für die Bestie (SWR)
Einer der wenigen Fälle in denen Original und Remake (→ Cape Fear, Scorsese) ganz gut mit einander auskommen. Ultra spannende Atmosphäre mit einem gutem Gregory Peck und einem noch besseren Robert Mitchum. Einfach klasse.

Donnerstag, 8. Januar

20:15 Uhr Kevin – Allein zu Haus (VOX)
Sagt mal liebe Programmplaner, geht’s noch? Rosenmontag steht vor der Tür. Tttssssss...

Freitag, 9. Januar

20:15 Uhr Terminator 3 (Pro7)
Konnte ja keiner mit rechnen, daß der T-800 auch ohne Cameron Spaß machen kann. Zwar nicht mehr so opulent, nicht mehr so bedrohlich und im Finale nicht so gut inszeniert wie gewohnt, aber immerhin um Längen besser als befürchtet. Dufte Action mit einer äußerst netten Friedhofszene.

Wem das nicht reicht, der sollte unbedingt auch bei den anderen vorbeischauen...

From Beyond, ab samstags
Blockbuster Entertainment, The Duke und Kino, TV & Co, ab sonntags