Es gibt immer noch was zu gewinnen V

Kleine Morde unter Freunden
Danny Boyle
GB 1994, Farbe, 89 schwarze Minuten

Worum geht's?
Die drei Freunde Juliet, Alex und David finden unterm Bett ihres neuen und schon verstorbenen WG-Mitgliedes einen riesigen Koffer voller Geld. Da der Mann offensichtlich keine Verwandten hat und anscheinend auch kein anderer nach ihm sucht, beschließen sie das Geld für sich zu behalten und die Leiche verschwinden zu lassen. Schon nach kurzer Zeit stellt sich heraus, daß Hugos Tod wirklich niemanden juckt , wohl aber der Verbleib des Geldkoffers für die Unterwelt von großem Interesse ist.

Warum muß ich den Film unbedingt sehen?
Was sich zu Beginn als harmlose Schwarze-Komödie vorstellt, entpuppt sich im späteren Verlauf als bitter böse Parabel über das Ende von Freundschaft. Boyles Thema Nr. 1, das sich wie ein roter Faden durch seine Filmographie spinnt. Da mag die Gemeinschaft der drei Glasgower am Anfang noch so stark sein, am Ende obliegt sie den individuellen Wünschen und Ängsten ihrer Mitglieder, die aus der Komödie einen waschechten Psycho-Thriller formen.

Wie lautet das Totschlagargument, mit dem ich noch den ärgsten Zweifler zur gemeinsamen Sichtung zu Boyles erstem überhaupt überreden werde?
Ewan McGregor räkelt sich in Frauenkleidern, geschminkt und Champagner trinkend auf dem Boden einer Glasgower Altbauwohnung. Das sollte reichen.

Ich möchte noch einmal auf meine kleine DVD Verlosung hinweisen, an der jeder, aber wirklich jeder Blogbesucher teilnehmen darf, sofern er einen Screenshot seines Desktops auf irgendeine Art und Weise online stellt. Näheres erfährt man nach einem Klick auf das Ein Herz für Desktops Logo rechts in der Sidebar, oder hier. Um euch die Teilnahme ein wenig schmackhafter zu machen, werde ich bis zum 31. Mai in loser Reihenfolge die zu gewinnenden Filme noch einmal kurz und knackig vorstellen.

Es gibt immer noch was zu gewinnen IV

Die Klapperschlange
John Carpenter
USA 1981, Farbe, 95 ganz dunkle Minuten

Worum geht's?
Wir schreiben das Jahr 1997, die USA hat sich zu einem faschistischen Polizeistaat entwickelt. Gefängnisse gibt es nicht mehr, stattdessen hat man eine riesige Mauer um Manhattan erbauen lassen und überläßt die Verurteilten nun einfach sich selbst. Wer einmal drin ist, kommt nicht mehr raus. Als die Airforce One mit den Präsidenten über Manhattan abstürzt, steht die Welt vor einem neuen Weltkrieg. Mehr.

Warum muß ich den Film unbedingt sehen?
Weil die Klapperschlange ein John Carpenter Film aus seiner wahrscheinlich besten Zeit ist? Weil Die Klapperschlange eindeutig beweist, daß schwer unterhaltsames Genrekino durchaus gesellschaftlich relevante Themen behandeln kann, ohne gleich die Moralkeule schwingend in ein flaches Gut und Böse Schema zu verfallen. Carpenter spinnt zwei extreme Visionen zweier extremer Gesellschaftsmodelle weiter, die in einer extrem ironischen Dystopie münden. Totalitärer Polizeistaat außerhalb der Gefängnismauern und Anarchie innerhalb Manhattans. Formal kann man Carpenter hier eh nichts vorwerfen. Kamera, Schnitt, Score bewegen sich auf höchstem Niveau.

Wie lautet das Totschlagargument, mit dem ich noch den ärgsten Zweifler zur gemeinsamen Sichtung Carpenters vielleicht bestem Film überreden werde?
Ganz klar, Die Klapperschlange ist die mit Verstand gestrickte Rambo 2 Variante. Snake Plissken der Über-Anti-Held.

Ich möchte noch einmal auf meine kleine DVD Verlosung hinweisen, an der jeder, aber wirklich jeder Blogbesucher teilnehmen darf, sofern er einen Screenshot seines Desktops auf irgendeine Art und Weise online stellt. Näheres erfährt man nach einem Klick auf das Ein Herz für Desktops Logo rechts in der Sidebar, oder hier. Um euch die Teilnahme ein wenig schmackhafter zu machen, werde ich bis zum 31. Mai in loser Reihenfolge die zu gewinnenden Filme noch einmal kurz und knackig vorstellen.

Ein Brüller nach dem anderen...

Komme gerade aus dem Kino, gesehen habe ich aber nichts. Denn die Frau an der Kasse schaute mich ziemlich dämlich an als ich wie immer wegen meiner leichten Verspätung fragte, ob noch Logenplätze frei wäre. Für Mittwoch nicht, aber für Donnerstag ist das kein Problem, sagte sie mir, und ich antwortete, daß das für mich wiederum kein Problem wäre, da wir ja schon Donnerstag haben. Als ich damals bei McDonalds einen Burgerking Burger bestellte, da hat die Bedienung gelacht und mir verraten, daß ich im falschen Laden stehen würde. Aber die Frau an der Kinokasse wußte jetzt wirklich nicht ob ich sie einfach nur verarschen wollte oder ob ich echt so bescheuert bin. Irgendwie hat sie das aber dann doch ganz gut gemeistert, indem sie mich einfach als netten Typen einstufte und mich freundlich darauf hinwies, daß der Terminator erst nächste Woche anläuft. Und ich dachte schon die guckt so verdattert, weil einer Terminator Salvation sehen möchte. Da der Cinestar den Jarmusch (hätte mich jetzt noch am ehesten interessiert, da Tilda Swinton mit der Perücke im Trailer ziemlich geil aussieht) nicht zeigt, bin ich dann unverrichteter Dinge wieder nach Hause gefahren und habe im Auto noch ein wenig über mich selbst gelacht. Meine Begleitung wollte stattdessen Den Fluch der zwei Schwestern sehen. Aber ohne mich, da schreibe ich doch lieber noch diese kleine Anekdote in meinen Blog ... Achso, das hier wird bestimmt auch der Brüller.

Arbeit für den Rekoder - 30. Mai - 5. Juni

Samstag, 30. Mai

20:15 Uhr Der Patriot (K1)
Mel Gibson tritt den Engländern opulent und hirnlos in den Allerwertesten. Pathos, Pathos, Pathos, der Titel ist Programm. Unser Roland überhebt sich nicht zum letzten mal.

22:10 Uhr Butterfly Effect (RTL)
Durchaus interessanter und spannender Zeitreise-Thriller in dem Ashton Kutscher versucht die Vergangenheit zu verändern, jedoch genau dadurch immer größere Katastrophen in der Gegenwart hervorruft. Sympathisch und alles andere als blöd.

22:25 Uhr House of Wax (Pro7)
Ja, ja. Paris Hilton spielt auch für eine kurze Weile mit, und das noch nicht einmal sonderlich den Erwartungen entsprechend. Ansonsten aber mal wirklich eine nette und vor allem kreative Adaption des Michael Curtiz Uralt-Klassikers.

00:15 Uhr Alpha Dog (RTL)
Och, der lief ja noch gar nicht im Free TV. Freuen muß man sich jetzt aber nicht darüber. Ist ja nur eine miese kleine in ihrem Urteil schon vor der Niederschrift des Drehbuches festgelegte Verhandlung. Das gerichtliche Urteil über Jesse James Hollywood wird übrigens dieser Tage erwartet, wenn ich die kurz überflogenen Zeitungsberichte richtig verstanden habe.

Sonntag, 31. Mai

12:05 Uhr E.T. (ARD)
Und jetzt stellen wir schon einmal Popcorn, Cola und Taschentücher bereit und freuen uns auf die geballte Ladung Spielberg-Nostalgie. Ich weiß aber nicht ob die ARD die Pistolen- oder Funkgeräteversion versendet. Mehr als töfte.

13:00 Uhr Was nicht passt, wird passend gemacht (Sat.1)
So schnell zerplatzen Träume. Konnte Thorwald mit Bang Boom Bang noch einen Knaller für die Ewigkeit abliefern, versackt dieser hier erbärmlich in den Untiefen deutscher Peinlichkeit. Klar, daß daraus eine Fernsehserie enstehen mußte.

16:00 Uhr Der bewegte Mann (Sat.1)
Die Wurzel allen Übels ...

20:15 Uhr Welcome to the Jungle (Pro7)
Durchaus akzeptabler Versuch Dwayne „The Rock“ Johnson als Action-Star des neuen Jahrtausends zu etablieren. Scheitert aber leider an seiner Beliebigkeit, ... hätte man sich nur richtig getraut.

21:45 Uhr Hulk (RTL)
Wenn hier noch einmal jemand über die geilen Monsterhunde lästert ... Die sind doch ebenso cool wie der Rest. Ang Lee kann halt wirklich alles, der Rest guckt einfach am besten noch mal einen Nolan Batman.

22:15 Uhr Matrix (Pro7)
Natürlich wildern die Warchowskis kackend dreist in japanischen Cyberpunk-Gefilden und Philip K. Dicks literarischen Nachlaß, aber die Mensch gegen Maschine Soße ist einfach verdammt gut abgeschmeckt. Vor allem das Finale kann auch heute noch überzeugen, auch wenn man mittlerweile ein wenig übersättigt sein sollte.

03:45 Uhr Joey (K1)
Rolands Ersten habe ich wirklich nur einmal gesehen und ich kann mich eigentlich überhaupt nicht mehr erinnern. In froher Erwartung eines Spielberg-Fan-Films wird der natürlich aufgenommen.

04:15 Uhr Supermann II (RTL)
Ist einfach super Mann. (Sorry, konnte ich mir einfach nicht verkneifen.)

Montag, 01. Juni

20:15 Uhr Das Parfüm – Die Geschichte eines Mörders (Sat.1)
Da hockt Süskind fast zwei Jahrzehnte auf den Rechten seines Meisterwerks, nur damit letztendlich Eichinger und Tykwer eine Bambi konforme Lachnummer für 60.000.000 € häkeln dürfen. Nasen, Voice Over, Farbfilter und ein paar Kostüme. Hoffman und Rickman stehen wahrscheinlich immer noch unter der Dusche, weil sie sich einfach nur dreckig fühlen, und die haben wahrlich schon in so manchem Rotz mitgespielt.

20:15 Uhr Sahara – Abenteuer in der Wüste (RTLII)
Für Leute, die auch das Geheimnis der Tempelritter für super Abenteuerkino halten.

20:15 Uhr Hellboy (Pro7)
Wie? Da habe ich noch nie etwas zu geschrieben? Kann doch gar nicht sein. Ist jedenfalls in allen Belangen einfach sympathisch, super, spaßig. Ich mag ihn.

20:15 Uhr Postman (K1)
Ui, da freue ich mich aber ganz besonders drauf. Mad Max trifft auf heimelige Bürgerkriegswesternchose, oder so ähnlich. Was bei Corman eventuell drei Tage Drehzeit und vielleicht 90.000 $ benötigt hätte, braucht unter Costners Leitung einhundertundzehn Drehtage und 80.000.000 $. Super, in allen Balangen.

22:30 Uhr Snakes on Plane (RTL)
Sollte einmal der perfekte B-Movie-Trash werden, glänzt aber vor allem mit zu viel Routine und Professionalität. Darüber können die mäßigen CGI Monster auch nicht mehr hinwegtäuschen. Mäßig spannend, mäßig lustig, mäßig brutal. Kult kann man nicht planen.

22:30 Uhr Matrix Reloaded (Pro7)
Ich glaube der war mir einfach zu bescheuert, als daß ich mich darum bemüht hätte auch nur eine Sekunde hinter die Handlung des Drehbuchs zu kommen. Gab es überhaupt ein Drehbuch?

Dienstag, 2. Juni

Puh, heute bleibt die Kiste mal aus.

Mittwoch, 02. Juni

20:15 Uhr Million Dollar Baby (K1)
Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich den immer noch nicht gesehen habe. Ja, ja, ich weiß ...

Donnerstag, 4. Juni

23:02 Uhr Krieg der Welten (ARD)
Ich steh halt mehr auf Spielbergs Edel-Trash. Effekte gut, Cruise putzig, Familie wichtig, Schmodder-Schleim in akzeptablen Mengen, Außerirdische böse, fast ein Happy Ende. Macht doch Spaß.

Freitag, 5. Juni

20:15 Uhr Men in Black (Pro7)
Ist definitiv Barry Sonnenfelds letzte ordentliche Arbeit, die im Nachhinein gesehen jedoch an einem zu dünnen Drehbuch leidet. Gerade wenn man denkt, jetzt geht’s endlich los, ist der Spaß auch schon wieder vorbei. Als netter Snack für zwischendurch aber immer noch zu gebrauchen.

22:10 Uhr Mad Max 2 (RTLII)
"Mad Max II ist die Essenz des B-Movie Endzeit Films. Reaktionär, schmutzig, punkig, brutal, apokalyptisch und mit einer einzigartigen Atmosphäre versehen. Das ist der Film, den man richtig gut findet, sich dafür aber eigentlich schämt. Ein kleiner Jungen Männer Film, den ich nicht objektiv berwerten kann. A Guilty Pleasure!" Selbstzitat. Läuft natürlich gekürzt.

23:15 Uhr An einem Tag wie jeder andere (WDR)
Kann William Wyler eigentlich wirklich schlecht? Ich denke mal, nicht nur weil Bogart in seinem vorletzten Film zu sehen ist, einer der mehr als okayen aus der Schwarzen Serie. Ist bei mir aber schon lange her ...

00:15 Uhr John Carpenter's Ghosts of Mars (Pro7)
Ja, puhh. „Einst galt John Carpenter als der große Könner des billigen Science-Fiction-Films. „ schreibt Prisma Online. Ich glaube Carpenter wollte mit diesem Film nur zeigen, wie es ausgesehen hätte, würde in Prisma Onlines Einschätzung auch nur ein Quäntchen Verstand geschweige denn Wahrheit mitschwingen (also ein Könner ist Carpenter schon). Nein, quatsch. Der Mars läßt sich halt nicht so leicht von der Menschheit annektieren.

Noch mehr Tipps hier:
From Beyond, Blockbuster Entertainment, The Duke, Kino, TV & Co und (ob daraus noch mal was wird?) immer wieder ab samstags. Und sonntags gibts den ultimativen Filmtipp der Woche von Kaiser_Soze.

Meanwhile in the MTS Headquarter ...

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to be continued ...

Fast Forward >> Phantom Kommando

John Matrix hat die Elite-Einheit der US Army hinter sich gelassen. Von nun an gibt es für ihn nur noch die Tochter und das Haus in den Bergen. Keine Zweifel, er war ein guter Soldat, davon zeugt sein immer noch bestens trainierter Körper, dessen Muskeln nun beim Holzhacken in der Sonne glänzen dürfen. Doch das Leben in den Bergen schützt nicht vor der Vergangenheit, und so wird Matrix Tochter Jenny schon bald von der Privatarmee des Ex-Diktators des Landes entführt, an dessen Befreiung John Matrix mit seiner Spezial-Einheit großen Anteil hatte. Elf Stunden bleiben Matrix, um den jetzt regierenden Präsidenten zu ermorden und der böse Drogenbaron Arius - welch ein beknackter Name, aber da steht ihm unser Protagonist in nichts nach - wieder den Präsidentenpalast beziehen kann. Ansonsten sieht er seine Tochter nicht wieder. Notgedrungene Kooperation? Falsch! John Matrix versteht keinen Spaß, wenn es um seine Tochter geht, versteht keinen Spaß, wenn er von einem miesen Ex-Diktator erpresst wird, versteht keinen Spaß, wenn es sich bei dem Anführer dessen Privatarmee um einen von ihm ausgeschlossenen Ex-Lehrling seiner Ex-Eliteeinheit handelt. Von nun an herrscht WWW III, Kollateralschäden sind hinnehmbar, da gehen dann nicht nur nach und nach die bösen Buben drauf, auch die Staatsmacht in Form von hoffnungslos unterlegenen Polizisten darf das Zeitliche segnen, sofern sie sich John Matrix in den Weg stellt. John Matrix läßt sich von nichts und niemanden aufhalten, selbst der Enge des europäischen Sportwagens seiner verständnisvollen Helferin entledigt er sich auf einfachste Art und Weise. Ratz Fatz liegt der Beifahrersitz auf der Straße und es herrscht wieder Beinfreiheit im MGB. Noch kurz ein nächtlicher Einkauf im örtlichen Waffendiscounter und schon geht's ab gen Lateinamerika. Ein wenig erinnert Schwarzenegger in seiner schwarzen Schwimmhose an Sean Connery. Doch wir sind hier nicht bei James Bond, keine Schnorchel, keine Walther PPK. Matrix kleckert nicht, Matrix klotzt. Nicht nur mit dem Körper, auch mit der Bewaffnung. Das M60 Maschinengewehr führt er einarmig, seinen Oberkörper zieren nur noch die Patronengürtel. Horden von Gegnern sterben wie die Fliegen, kein Entkommen, der Ex-Diktator stirbt im Kugelhagel. Fast geschafft. Gegen den abtrünnigen Bennett geht es dann Mann gegen Mann, die Ehre steht auf dem Spiel, die Tochter schaut zu. Body Count 72. Für das zur Hilfe geeilte US Militär bleiben nur noch Aufräumarbeiten. Geschafft. Tochter gerettet, ein Drogen-Diktator weniger, Ruhestand. Reaktionär, vigliant, eindimensional, aber in seinem Herzen unerhört humorvoll und absolut von Patriotismus und Pathos befreit. Wahrscheinlich genau deswegen irgendwie unangreifbar und aus heutiger Sicht als gar nicht einmal so unterschwellige Persiflage auf das Genre goutierbar. Kein Grund das Hirn auszuschalten.

7,5/10 Punkte

Kostenfalle Kind

Am günstigsten sind Kinder laut bild.de zwischen 0 und 6 Jahren. Ist ja klar, die paar Windeln und Alete Gläser, die bezahlen wir mit links. Aber danach wird es teuer für die Eltern. Insgesamt verschlingt so ein Nachkomme bis zu seinem 18. Lebensjahr ungefähr 120.000 Euro und ein paar Zerquetschte. Und damit ist ein Kind wohl so teuer wie ein Ferrari oder kleines Eigenheim. Ja verdammt noch mal, also schweineteuer. Aber alles halb so wild, richtig in die Tasche greifen muß man für seinen Nachwuchs erst ab dem 13. Lebensjahr. Satte 655 Schleifen kommen ab dann monatlich zusammen. Was liegt da eigentlich näher, als das Balg vor dem 13. Geburtstag an einen Wanderzirkus, Kinderhändlerring oder Madonna zu verkaufen.

Dann könnte sich so ein Kind vielleicht sogar rechnen. Kosten bis zum 12. Lebensjahr 73.000 € minus Kindergeld 23.300 € = 49.700 €. Abzüglich Weihnachts-, Oster-, Kommunions- (Protestanten haben halt Pech gehabt), Geburtstags- und Nikolausgeschenke der Verwandtschaft (pauschal 750 € per Anno) ergibt das einen Endpreis von 40.700 €. Gerademal ein mäßig ausgestatteter Mittelklasse Benz. Wer hier noch ein wenig einsparen möchte, sollte strikt teure Kinderboutiquen und Spielwarenabteilungen in besseren Geschäftslagen meiden, besser auf Ebay, Kik und Co. setzen. Da sich die größten Kostenfaktoren eines Kindes aus den Bereichen Wohnen, Ernährung und Freizeit ergeben, kann ich nur raten genau hier den Rotstift anzusetzen. Verzichten sie auf die großzügige Vier-Zimmer-Wohnung im Trendviertel ihrer Stadt. Teilen sie sich mit ihrem Partner ein günstiges 1 ½ Zimmer Appartement neben der Müllverbrennungsanlage und bringen sie ihr Kind auf dem Balkon, im Keller oder der Garage unter. Der Klimawandel wird dies in Zukunft noch vereinfachen. Gehen sie ohne ihr Kind auf den Rummel, vermeiden sie den Besuch eines Freizeitparks und fußballspielen oder tanzen kann es auch im Hof. Lebensmittel gibt es günstig im Discounter, und wenn ihr Kind ein trauriges Gesicht auflegt, wird es bei der örtlichen Tafel bestimmt auch nicht ohne Gemüse nach Hause geschickt. Mäckes und die nachbarschaftliche Frittenranch sind tabu. Vermeiden sie Nebenkosten wie den Friseurbesuch, günstige Rasierer gibt es im Internet zu ersteigern. Teures Babyshampoo ist nur gut für den Hersteller, ein Stück Seife säubert ebenfalls und hält viel länger. Auch der Kindergarten ist Quatsch, die Oma kann vormittags genauso gut auf ihr Kind aufpassen und freut sich obendrein noch über die Unterhaltung. Mit ein wenig guter Taktik kann ihr Kind auch hier nach der Schule, die leider Pflicht in diesem verdammten Staat ist, eine kostenlose Speisung erhalten. Keine Oma der Welt wird ihre Enkel mit knurrenden Magen nach Hause schicken. Wenn sie alle Tipps beachten und Selbstdisziplin üben, können sie die Kosten für das Kind bis zum Verkaufszeitpunkt locker unter die 25.000 € Grenze drücken. Mit ein wenig Verhandlungsgeschick springt so sogar ein kleiner Gewinn heraus.

Die Nacht der Sonnenblumen

In einem kleinen Ort in den spanischen Pyrinäen sorgt der Fund einer Frauenleiche in einem Sonnenblumenfeld für ein wenig Abwechselung in den regionalen Medien. Hier wo die Jungen schon längst ihre Zelte abgebrochen, die Felder und Einsamkeit den Alten überlassen haben. So schöpfen die Zurückgebliebenen all ihre Hoffnung für die Zukunft der Region aus der Entdeckung einer Höhle ganz in der Nähe ihrer von der Regierung vergessenen Heimat. Die Höhle könnte sich als Motor für die touristische Erschließung der Gegend erweisen, ... ein wenig mehr Geld von Besuchern, mehr Infrastruktur vom Staat. Kurzum, es wäre vielleicht die Rettung ihrer Heimat, deren Bürgerhäuser, Kneipen und Straßenbeleuchtungen langsam vor sich hinbröckeln. So ist dann auch die gesamte Gemeinde anwesend als Esteban, der staatliche Höhlenforscher aus der fernen Universität, im Ort eintrifft, um die kommende Attraktion des zukünftigen Landtourismus Nordspaniens zu untersuchen. Doch die Höhle entpuppt sich als Blindgänger, der wenige Meter hinter dem Eingang in einer Sackgasse endet. Als Esteban und dessen Assistent Pedro die Höhle wieder verlassen, um Estebans Freundin Gabi, die die Beiden mit dem Auto abholen sollte, entgegen zu laufen, finden sie Gabi verletzt in ihrem Auto, das abseits der Straße von einem Baum zum stehen gebracht wurde. Gabi wurde offensichtlich Opfer einer versuchten Vergewaltigung und der Wagen verunfallte bei ihrem Fluchtversuch. Mit vereinten Kräften bekommt man den Wagen wieder auf die Straße und versucht das Dorf zu erreichen. Während die Drei langsam die verlassene Waldstraße entlang fahren begnegen sie einem Fußgänger. Gabi hält ihn, nur von hinten und undeutlich im Rückspiegel gesehen, für den Täter, und so geschieht unausweichlich das Tragische. Ein Unschuldiger muß sterben, die Opfer eines Verbrechens werden zu den Tätern eines neuen Verbrechens. Aber da gibt es ja noch den Dorfpolizisten Tomás, der einen Weg findet das Geschehene ungeschehen zu machen.

Jorge Sánchez-Cabezudo erweist sich mit seinem ersten Langfilm als hervorragender Erzähler, der es trotz der Vorhersehbarkeit und der langsamen Gangart seines Filmes blendend versteht die Spannung auf einem recht hohen Niveau zu halten. Dazu bedient er sich des einfachen Kniffs immer wieder ein Stückchen in der Chronologie der Ereignisse zurückzublicken, um die neuen Figuren der Geschichte ausführlicher als gewohnt einzuführen. Zum einen bleiben seine Figuren auf diese Weise keine anonymen Handlanger des Plots, gibt er ihnen eine nachvollziehbare Motivation für ihre Handlungen mit auf den Weg, zum anderen spielt Sánchez-Cabezudo so auch ganz klassisch mit dem Wissen der Zuschauer. Nahezu jede einzelne Szene seines Films findet mit fortschreitender Handlung noch einmal ihre Bedeutung im späteren Verlauf der Geschichte. Ein Zahnrad greift in das nächste. Das ist ja auch das Grundthema des Filmes, der vom Schicksal, Zufällen und Wechselwirkungen erzählt, und das, trotz aller Ernsthaftigkeit der Inszenierung und des Themas, auf ganz wundervolle Art, gewürzt mit viel augenzwinkernden Humor, vollbringt. In kleinen Details schildert er das Dorfleben der Bewohner, ohne sich jedoch über das Leben auf dem Lande lustig zu machen oder dessen Bewohner als Trottel darzustellen. Die Nacht der Sonnenblume könnte man auch als Plädoyer für das ländliche Leben gelten lassen, hier, wo jeder seinen Platz in der Gesellschaft findet und großstädtisches Ellenbogendenken eine Unbekannte zu sein scheint. Natürlich findet der Film, und das halte ich für eine seiner größten Stärken, dann auch ein moralisch unmoralisches Ende, nicht ohne das wirklich Wichtige aus den Augen zu verlieren. Schließlich geht es letztendlich um die Menschen des Dorfes und deren Zukunft. Ich möchte hier ausdrücklich an die deutschen Distributoren und Filmverleihe appellieren, nehmt euch diesem Leckerbissenm endlich an. Wenigstens so eine kleine Veröffentlichung auf DVD, da wird ja sonst auch jeder Mumpitz aus der C-Film Hölle Hollywoods in einer Steelbook Edition rausgehauen.

8/10 Punkte

Es gibt immer noch was zu gewinnen III

Night of the Living Dead
George A. Romero
USA 1968, S/W, 96 äußerst anders creepige Minuten

Worum geht's?
Die Geschwister Barabara und Johnny besuchen gemeinsam das Grab ihres Vaters als Johnny plötzlich und ohne erkenntliche Motivation von einem unbekannten Mann mit einem Stein erschlagen wird. Barbara flüchtet sich von Panik ergriffen in ein abgelegenes Landhaus, in dem auch schon Ben, Familie Cooper und ein junges Paar Zuflucht gesucht haben. Draußen erheben sich die Toten, um die noch lebenden Menschen anzugreifen und ihr Fleisch zu essen. Drinnen entwickelt sich ein psychologischer Kampf um die Führungsrolle innerhalb der auf sich alleine gestellten Gruppe.

Warum muß ich den Film unbedingt sehen?
Tja, dafür gibt es viele Gründe. Der erste ist natürlich der Einfluß des Filmes auf das Genre des Horrorfilms. Romeros Film entledigte sich beeindruckend des klassischen Monstermotivs, anstatt Dracula, Frankenstein oder Godzilla steht die Menschheit sich selbst gegenüber, was der Pittsburgher eindrucksvoll mit dem Konflikt zwischen Cooper und Ben unterstreicht. Aber auch formal beeindruckt Romero auf der ganzen Linie. Kamera und Beleuchtung sind ein Augenschmauß und erinnern nicht selten an die Filmwerke deutscher Expressionisten. Romeros Debut ist ein Musterbeispiel an effektiver Regiearbeit, nicht eine Sekunde entsteht der Eindruck, es hätte an Geld gemangelt. Die Rollen verteilte er schlicht nach dem Können des Casts, Szenen die das Budget einfach nicht hergibt, läßt er von einem Nachrichtensprecher im Fernsehen oder Radio berichten. Gerade dieser aus der Not geborene Kniff sorgt für einen Großteil der absolut gelungenen Atmosphäre des Filmes. Romero hat entgegen dem Klischee, das damals dem fantastischen Film anhaftete, einen ernstzunehmenden Horrorfilm geschaffen, der trotz seiner Simplizität einen ganzen Rattenschwanz Subtext hinter sich her schleift.

Wie lautet das Totschlagargument, mit dem ich noch den ärgsten Zweifler zur gemeinsamen Sichtung dieses Meilensteins nicht nur des Independentkinos überreden werde?
Wenn die bisherigen Argumente nicht ausreichen sollten, um die Neugierde auf den Film zu wecken, ja dann ..., ja dann sollte man es gar nicht erst mit ihm versuchen. Dann sollte man vielleicht nochmal die Van Helsing DVD aus der Videothek ausleihen oder sich weiterhin von Ron Howard Filmen berieseln lassen.

Ich möchte noch einmal auf meine kleine DVD Verlosung hinweisen, an der jeder, aber wirklich jeder Blogbesucher teilnehmen darf, sofern er einen Screenshot seines Desktops auf irgendeine Art und Weise online stellt. Näheres erfährt man nach einem Klick auf das Ein Herz für Desktops Logo rechts in der Sidebar, oder hier. Um euch die Teilnahme ein wenig schmackhafter zu machen, werde ich bis zum 31. Mai in loser Reihenfolge die zu gewinnenden Filme noch einmal kurz und knackig vorstellen.

Hasta la vista, Baby - Meine Top 5 Arnold Schwarzenegger Filme

Letzten Endes war es dann ja gar nicht so schwer die Nr. 1 zu finden, nur auf den Plätzen gab es ein wenig Gerangel ...

Platz 5
Total Recall
Paul Verhoeven USA 1990


Platz 4
The Terminator
James Cameron USA 1984


Platz 3
Predator
John McTiernan USA 1987


Platz 2
Terminator 2: Judgement Day
James Cameron USA 1991


Unangefochten auf Platz 1, der Meister aller Arnies ...
"Attention all units, emergency on theater level, suspect six foot two, brown hair. He is one gigantic motherfucker."
Commando
Mark L. Lester USA 1985

Fast Forward >> Public Enemy No. 1 - Todestrieb

Keine Frage, Richet läßt im ersten Teil zu Jacques Mesrines halbfiktionalem Gangster-Biopic-Thriller eine Menge Fragen unbeantwortet, und so giert man automatisch nach einer psychologischen Auflösung des Täterprofils eines Staatsfeindes im nun in den Kinos angelaufenen zweiten Teil mit den bedeutungsschwangeren Titel Todestrieb, der sich Mesrines Leben nach seiner Wiederkehr aus Übersee in Frankreich widmet. Richet legt in den ersten Minuten das gleiche Tempo an, mit dem er Mordinstinkt enden ließ. Schildert Mesrines Verhaftung, öffentlichkeitswirksame Auftritte während seinen Gerichtsverhandlungen und natürlich die spektakuläre Flucht aus dem Gefängnis, der weitere Coups Mesrines folgen sollen. Richet gibt dem Mythos um Frankreichs Verbrecher No.1 eine neue Grundlage, ohne wirklichen Bezug auf Mesrines zuvor in Mordinstinkt dargelegten ersten Lebensabschnitt zu nehmen. Sicherlich ein probates Mittel, um Todestrieb als eigenständigen Film gelten zu lassen, doch fügt diese Vorgehensweise der Geschichte keinen einzigen neuen Aspekt hinzu. So bleibt die erste Stunde von Todestrieb nichts weiter als eine durchaus ansprechend inszenierte Räuberpistole, die die angedeudeten Versprechen des ersten Teils lediglich hinsichtlich der Crimestory erfüllen mag. Hintergründe über Mesrines Beziehungen und vor allem seines Seelenlebens bleiben weiterhin höchstens angedeutet. Erst spät versucht Richet dem wahren Wesen Mesrines auf die Spur zu kommen, installiert hierzu ein Interview in einem Londoner Dacharppartement, in dem er seinem Handeln und seinen Verbrechen eine politische Dimension andichten möchte. Todestrieb konzentriert sich von nun an auf Mesrines innewohnenden Größenwahn, was ihm jedoch nur in Ansätzen gelingt. Der Film verpasst es an genau dieser Stelle den eingeschlagenen Weg zu verlassen, das erzählerische Tempo ein wenig zu zügeln und sich auf Mesrines narzisstisches Wesen zu konzentrieren. Es bleibt höchstens bei dem Versuch. Weiterhin wehrt sich Richet erfolgreich gegen eine Außenbetrachtung Mesrines Lebens, bleibt ständig bei seinem Protagonisten, ohne ihm jedoch wirklich näher zu kommen. Mesrines Journalistenmord, sein angestrebter Kontakt zur Roten Brigade in Italien ... Schwamm drüber, all das haben wir schon so oder so ähnlich in Mordinstinkt zu sehen bekommen. Die interessanten Fragen werden auch weiterhin nicht beantwortet. Und so bleibt das handwerklich äußerst beeindruckende Finale des Filmes, das gleichzeitig den Prolog zu Mordinstinkt stellt, nur ein oberflächliches. Richet hat es einfach versäumt die Figur Mesrine in ein in der Wirklichkeit verankertes Frankreich einzubinden. Von einem Film mit staatstragenden Titel darf man ruhig mehr erwarten.

7/10 Punkte

Was ist schon rational?

Jepp, hätten wir diese Saison auch hinter uns gebracht. O.K., 9 Spiele gibt es heute noch. Oben rangeln drei Mannschaften um die Meisterschaft, unten geht es noch für drei Mannschaften um den Nichtabstieg bzw. die Relegation. Ach ja, der BVB muß noch seinen Europa League Platz verteidigen. Wolfsburg ist Meister, der BvB verteidigte seinen Europa League Platz nicht, Karlsruhe und Bielefeld steigen ab, Cottbus vielleicht auch. Aber das war es dann auch schon. Jedenfalls wenn man Schalker ist. Ein geruhsammer Samstagnachmittag. Kein Spiel um irgend etwas. Egal wie es ausgeht, der Drops war für Schalke schon nach der Niederlage gegen Leverkusen gelutscht. Wenn man ehrlich ist schon spätestens in der Winterpause. Klar, Hoffnung gibt es auf Schalke immer. Aber als ersichtlich wurde, daß sich Andreas Müllers und Fred Ruttens groß angekündigtes Konzept für Schalke auf die Abschiebehaft unbeliebter Spieler und die Verdrängung der Schale im Kopf beschränkte, da wußte man ja schon, daß das diese Saison nichts mehr werden wird. Irgendwie ist man das ja längst gewohnt, dieses Gefühl verarscht zu werden. Ich konzentriere mich jetzt mal nur auf die letzten 20 Jahre. Ristic, Lattek und dann nach dem UEFA Cup Sieg – ja, tatsächlich, Schalke teilt sich mit Bayern München und den Nachbarn aus Dortmund die letzten drei internationalen Titel für Deutschland im Vereinsfußball – der internationale Top-Stürmer Hami. Kennt den überhaupt noch jemand? Kmetsch, Super Fußballer, leider dauerverletzt. Oude Kamphuis, der kommende Weltfußballer aus den Niederlanden. Kam schon mit gebrochenem Bein in Gelsenkirchen an und wurde lange nicht mehr richtig fitt. Als er es endlich war, war der Zug für ihn schon abgefahren. Durchschnitt. Dann der vorletzte Spieltag 2001, vier Stunden Autobahnfahrt nach Stuttgart zum Abstiegskandidaten. Stuttgart war fertig zu diesem Zeitpunkt. Was machen Stevens und Assauer? Sechs Abwehrspieler, die 0 muß stehen, Champions League sichern. Balakov war dagegen, Zickler besorgte den Rest. Wer will sich da noch über Markus Merk aufregen? Robbie Williams sollte die Arena eröffnen. Wer kam? Lionel Ritchie und die No Angels. Neubarth, dann Jupp Heynkes. Der Jupp Heynkes, der die Bundesliga kennt wie kein anderer, sich jedoch 6 Jahre vorher nach seiner Niederlage mit Teneriffa in Gelsenkirchen darüber echauffierte die Pressekonferenz gemeinsam mit Hub Stevens abhalten zu müssen. In Spanien blablabla ... Was für ein Gockel. Dann wurde Rangnick von Assauer geschasst, dann Assauer selbst vom Aufsichtsrat. Ich will jetzt gar nicht erst an den vorletzten Spieltag 2007 erinnern. Da kommt immer noch Wut in mir hoch. Doch, muß ich wohl. War das doch irgendwie das Deja-vu einer Erinnerung aus dem Jahr 2001. Wir standen damals vor dem Nordtribünen Eingang des Signal Iduna Parks lange bevor das Spiel begann, tranken Bier und sahen den Schalker Bus eintrudeln. Ich werde nie die Gesichter der Spieler vergessen. Die hatten Angst. Angst! Was hatte ihnen der Trainer vorher erzählt? Und nach so einer Vorstellung wird der auch noch weiterbeschäftigt. Vizemeister, den kann man doch nicht entlassen ... Bester Freund des Managers, der nächste war dann auch ziemlich schnell der beste Freund des Managers. Erste Amtshandlung: Gerald! Hände aus der Tasche. Der Rest war eine ziemlich zähe und niederschmetternde Saison. Untergang in Madrid, Untergang im UEFA Cup, Wassereinbruch auf allen Decks in der Bundesliga. Ich bewundere wirklich Torsten Wieland, Matthias von der Weide und all die anderen Schalke Blogger, die trotz allem immer noch die Muße fanden regelmäßig über Schalke zu schreiben. Ich habe das nicht geschafft, das war mir dann diese Saison doch zu viel des Schlechten und ganz Schlechten. Der größte Hammer war in dieser Saison jedoch die Bewerbung Oliver Kahns für den Managerposten auf Schalke. Das war für mich so surreal wie Bunuels andalusischer Hund. 1. Oliver Kahn soll Manager werden. 2. Oliver Kahn soll Manager auf Schalke werden. Die Bild hatte im Vorfeld ihren Lieblingskandidaten ordentlich gepusht, und nach allem was ich mit Schalke in den letzten 20 Jahren erlebt habe – nur deswegen die ellenlange Aufzählung der Top Momente in denen ich mich von Schalke verarscht fühlte -, ich habe tatsächlich für einen Moment daran geglaubt. Oliver Kahn, Manager, Schalke. Zum Glück erwies sich der angebliche Coup nur als schlechter Scherz. Von wem auch immer eingefädelt. Und dann doch noch die Erlösung. Nicht erst heute, wie vorher angekündigt, sondern schon vor zwei Wochen von einem Stuttgarter Journalisten in die Welt posaunt, und ich habe es sofort geglaubt. Ich habe dafür genauso wenig eine rationale Erklärung, wie ich keine rationale Erklärung dafür habe Schalker zu sein. Schalke hat generell nichts mit Rationalität zu tun. Ich habe als Kind Walter Junghaus in der Sportschau im Schalker Tor gesehen, und er hat super gehalten. Es muß genau das eine Spiel gewesen sein, in dem Walter Junghans für Schalke so gut gehalten hat, daß man Schalke hätte gut finden können. Danach ist Schalke abgestiegen und ich fand Schalke immer noch gut. Obwohl mein damals schon Mofa fahrender Cousin (damals mein Vorbild) FC Bayern Fan (rational) und die meisten meiner Freunde (Gruppenzwang) Gladbach Fans (vom Papa eingebläut) waren. Mein sonntägliches Mitfiebern für Schalke konnte und kann bis heute also nicht rational erklärt werden. Und deshalb hat es auch nichts mit Rationalität zu tun, wenn ich jetzt glaube, daß zumindest die nächsten zwei Jahre auf Schalke endlich wieder spannend werden. Nein, ich glaube nicht an die Felix-Magath-Straße in Gelsenkirchen, aber daran, daß endlich wieder Fußball gespielt wird. Daran hat es in den letzten 2 ½ Jahren auf Schalke am meisten gemangelt.

Glück auf!

No Politics auf diesem Blog

... aber wenn es mal sein muß, dann muß ich halt mal über meinen Schatten springen.



via Torsten Wielands Königsblog, der auch noch ein paar wichtige Informationen zum Thema für alle morgigen Stadiongänger bereit hält.

Arbeit für den Rekorder 23. - 29. Mai

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O.K., den Fernsehsendern geht es immer schlechter, Pro7 und Co. bekommen ihre Werbeblöcke nicht mehr gefüllt, die Wirtschaftskrise läßt grüßen. Und dann wird das Wetter auch noch immer besser, die Leute bleiben im Biergarten, auf ihren Balkonen oder fliegen gleich in den Urlaub. Aus Erfahrung weiß ich, daß es aber spätestens im Dezember wieder ein wenig besser wird. Schauen wir also mal nach, was das Pantoffelkino trotz allem noch zu bieten hat.

Samstag, 23. Mai

20:15 Uhr Die Geisha (SAT1.)
War irgendwie schon immer alles Next Topmodell. Erst jahrelang gedemütigt und dann endlich die fragwürdige Anerkennung. Ein Rausch aus Mandelblüten und Weichspüloptik wabert sich unterbrochen von mindestens vier Werbeunterbrechungen an der Realität vorbei. Würde nicht so dramatisch sein, wenn es wenigstens dramatisch wäre.

20:15 Uhr Phase IV (TELE5)
Nicht nur esoterisch angehauchter Science-Fiction-Thriller von Saul Bass mit deutlichem Kalter-Krieg Kommentar. Dazu habe ich erst kürzlich etwas geschrieben. Fans des 70er Jahre Science-Fictions Kinos kommen natürlich nicht drum herum.

20:15 Uhr Volcano (VOX)
Trotz aller üblichen Zutaten, die Hollywood immer so schön vorhersehbar und auch leicht verdaulich machen, kein schlechter Ableger der kurzen Katastrophenfilm Renaissance in den 90er Jahren. Kann man gut weggucken.

23:02 Uhr Auf der Flucht (ARD)
Ist einer der ganz großer Blockbuster Klassiker und tatsächlich um Längen besser als die ihm zu Grunde liegende Vorlage aus seeligen TV Serien Zeiten. Harrison Ford und Tommy Lee Jones sind perfekt besetzt und sorgen für gut durchdachte Action und famosen Spannungsaufbau. Prägte Lee Jones endgültig in seiner Polizisten-Rolle. Einer meiner 90s Favoriten.

03:20 Uhr Abbuzze! Der Badesalz-Film (K1)
Ja, ja, da braucht man schon einen sehr speziellen Humor, um sich mit den beiden Hessen knappe 80 Minuten bestens unterhalten zu können. Henni und Gerd sezieren gewohnt brutal die Abgründe der deutschen Provinz. Soetwas kann auf Sat.1 nur floppen.

Sonntag, 24. Mai

20:15 Uhr The Arrival – Die Ankunft (RTLII)
Ordentlicher Mix aus V – Die außerirdischen Besucher kommen und Akte X Elementen von David Twohy (Pitch Black). Charly Sheen legt den wahren Grund des Klimawandels auf. Kann man gucken.

20:45 Uhr Boulevard der Dämmerung (ARTE)
Billy Wilders grandioser Einriß des Hollywood Mythos wurde selbst zum Mythos. Sarah, du neues mir gerade von bild.de übermitteltes Germanys Next Topmodell. Genau hinschauen.! Ach, nee. Ist ja eine ganz andere Etage ...

22:25 Uhr Wishmaster (DAS4.)
Wes Craven presents ... Ähm ... Tja, habe ich tatsächlich noch nicht gesehen. Mr. Hankey ist von der Aladin goes Splatter Keule jedenfalls total überzeugt. Mal schauen ...

23:55 Uhr Oldboy (3SAT)
"Allen voran natürlich Choi Min-sik, dessen körperliche Präsenz neben seinem einnehmenden Spiel von bestaunenswerter Dynamik ist. Er ist es, der den Film über seine viel zu lange Spieldauer trägt, die sich aus dem Hang des Regisseurs sich in Nebensächlichkeiten zu verlaufen ergibt. Gerade im Mittelteil des Films läßt Chan-wook zu oft die Zügel schleifen, opfert die Stringenz der ersten vierzig Minuten überflüssigen Ausmalungen der Geschichte. Zum Teil kann man ihr nicht mehr richtig folgen. Wirklich gute Regie äußert sich anders, formidable Bildsprache hin, stilisierter Asiakitsch her." Selbstzitat.

00:05 Uhr Navy Seals (K1)
Yippieh! Noch einmal volle Lotte Cannon Feeling, auch wenn's nicht von Cannon kommt. Charly Sheen und Everybody Darling Michael Biehn ballern sich durch den Libanon und Beirut. Hohohoho! Wiedereinmal ist die Welt gerettet. Sehr platt, reaktionär, aber auch irgendwie schön.

Montag, 25. Mai

So, heute gehen wir mal ins Kino.

Dienstag, 26. Mai

20:15 Uhr The Score (K1)
Frank Oz läßt Robert De Niro endlich an der Seite des großen Edward Norton auftreten. Durchschnittlicher Heist Movie, der mehr Business as usual als Blockbuster-Feeling bietet. Die offensichtlich klebstoffschnüffelnde TV Spielfilm Redaktion meint Thriller à la Riffifi. Ich meine, einmal gesehen und schon wieder vergessen.

20:15 Uhr Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe (TELE)
Find ich gut. Kohl ist sooo gesund.

22:00 Uhr Virus (TELE5)
Ooch, wer wird denn hier gleich Schwachsinn schreien. Macht doch nicht nur wegen Jamie Lee Curtis mächtig Laune, dieser zugegeben etwas billige Scie-Fi Horror Thriller um einen alten Seelenverkäufer, der eine außerirdische Roboterbrut beherbergt. Geht in Ordnung.

00:10 Uhr Außer Atem (SWR)
Godard ist ja auch nur ein Filmkritiker, und man muß ihn nicht mögen. Klar. Aber mein Gott, der Film prägte halt so manche filmische Unart an die wir uns heute schon längst gewöhnt haben. Wackelkamera und Co. lassen grüßen.

Mittwoch, 27. Mai

20:15 Uhr Champions League-Finale (SAT1)
Manchester United – FC Barcelona oder halt 20:15 Uhr Die Super Nanny (letzte Folge) (RTL)
Sollte eine leichte Entscheidung sein ...

Donnerstag, 28. Mai

21:00 Uhr Mitternacht im Garten von Gut und Böse (ARTE)
Ist einer der Eastwoods, die ich noch nicht kenne. Die Kritiken sind geteilter Meinung und bemängeln in erster Linie die Behäbigkeit, in der der Stoff vorgetragen wird. Ich denke John Cusack, Lude Jude Law und Kevin Spacey sind allemal ein Grund einen Blick zu riskieren. Zumal Wo ist Fred? (SAT.1, 20:15 Uhr) oder Passagier 57 (VOX, 22:05 Uhr) auch nicht (letzterer ->nicht mehr) vom Hocker hauen.

Freitag, 29. Mai

Für die, die es immer noch nicht kapiert haben, Serpico (DAS4., 20:15 Uhr) ist ein sauguter Cop-Thriller, wenn nicht sogar der beste seiner Art, aber bestimmt nicht auf diesem Sender. Da passen die ganzen Klingeltonjingels, die rotzfrech in der unteren Bildhälfte den halben Film verunstalten schon besser zu Mothra II (Tele5, 20:15 Uhr), den ich zwar noch nicht kenne, aber J-Monster sind halt J-Monster und grundsätzlich bunt. Da fällt mir ein, daß ich eigentlich noch ein paar Zeilen zu Buttgereits Monsterland schreiben wollte ... Ach nee, soviel Neus brachte der auch nicht. Um genauer zu sein, gar nichts Neues.

22:25 Uhr Arizona Dream (3SAT)
Noch ein Opfer meines äußerst bedauerlichen Namensgedächtnis. Dreimal darf man raten mit welchen ich diesen schon wieder verwechselt habe. Genau, Arizona Junior. Von daher kenne ich den auch noch nicht. Johnny Depp, Faye Dunaway, Jerry Lewis! und die Hoffnung auf die Wiedergeburt einer Schildkröte lassen mich aber aufhorchen. Scheint als käme hier etwas sehr Schräges auf mich zu.

23:15 Uhr Good Night, and Good Luck – Der Fall McCarthy (WDR)
Kommt jetzt ja regelmäßig alle zwei Wochen auf irgendeinen der Dritten und die OTR-Aufnahme liegt auch schon seit geraumer Zeit auf meiner Festplatte. Die Kritiken lesen sich durchweg außerordentlich angetan, was aber nicht unbedingt viel bedeuten muß. Oder? Mal schauen wann ich endlich die Muße finde den Film zu sichten.

Die anderen finden hoffentlich mehr ...
From Beyond, Blockbuster Entertainment, The Duke, Kino, TV & Co und (wenn er denn mal Zeit hat) immer wieder ab samstags. Und sonntags gibts den ultimativen Filmtipp der Woche von Kaiser_Soze.

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... to be continued!

Bombing Bastards

Heute Nacht auf der Autobahn entschied sich der Shuffle-Algorithmus meines Mp3 Players für die Downbeats Terranovas Bombing Bastards. Ich hatte das Stück schon lange nicht mehr gehört und war sehr überrascht, daß es sich ja doch nur um einen Remix, Cover - oder wie nennt man so etwas? Ich bin da nicht sehr bewandert - eines meiner liebsten Titel-Themes aus den Federn eines meiner liebsten Regisseure handelt. Wer mir jetzt noch sagt, warum ich das selbst erstellte Musikvideo zum Song von conkobonko auf Youtube verdammt passend finde, ist ein echter Checker.

Es gibt immer noch was zu gewinnen II

Hollywood Boulevard
Joe Dante/Allan Arkush
USA 1976, Farbe, 79 durchweg augenzwinkernde Minuten

Worum geht's?
Candi kommt nach Hollywood, um Filmschauspielerin zu werden. Nach einem anfänglichen Mißverständnis wird sie schon bald Actress #1 der Miracle Film KG, die die unmöglichsten B-Filme auf die Menschheit losläßt.

Warum muß ich den Film unbedingt sehen?
Weil er erstens der Debutfilm Joe Dantes und zweitens der Debutfilm Allan Arkushs ist. Während zu Ersterem vielleicht nicht mehr viel geschrieben werden muß, dürfte Letzterer wohl ein wenig unbekannter sein, obwohl er bei vielen erfolgreichen TV Serien (Alley McBeal, Dawson's Creek, Heroes) auf den Regiestuhl Platz nahm. Die Beiden lassen es mit den von Roger Corman zur Verfügung gestellten 60.000 $ ordentlich krachen. Dazu bedienen sie sich nicht nur zahlreicher Aufnahmen aus den Filmarchiven Cormans, sondern nutzen gekonnt auch dessen Requisiten Fundus. Die Persiflage, die auch gleichzeitig als Hommage an das B-Movie Geschäft gesehen werden darf, kalauert sich durch nahezu jedes Genre und hält dabei eine erstaunlich hohe Trefferquote.

Wie lautet das Totschlagargument, mit dem ich noch den ärgsten Zweifler zur gemeinsamen Sichtung dieser billigen Komödie überreden werde?
O.K., er mag ja ein wenig angestaubt erscheinen, aber Hollywood Boulevard ist ein B-Film über das B-Film-Geschäft aus dem Hause des King of B-Movie (ich weiß, er hört das nicht gerne, aber es ist nun einmal so). Wenn das nicht reicht ..., naja ..., einfach erzählen, daß der Film lustiger als Lynchs Mulholland Drive ist.

Ich möchte noch einmal auf meine kleine DVD Verlosung hinweisen, an der jeder, aber wirklich jeder Blogbesucher teilnehmen darf, sofern er einen Screenshot seines Desktops auf irgendeine Art und Weise online stellt. Näheres erfährt man nach einem Klick auf das Ein Herz für Desktops Logo rechts in der Sidebar, oder hier. Um euch die Teilnahme ein wenig schmackhafter zu machen, werde ich bis zum 31. Mai in loser Reihenfolge die zu gewinnenden Filme noch einmal kurz und knackig vorstellen.

The Last House on the Left

Ich weiß nicht ob es Sinn macht, sich weiterhin über die absolut dumpfe, einzig und allein auf Kommerz ausgerichtete Verramschung einstiger Ikonen des Mitternachtskino aufzuregen. Macht es nicht. Aber darauf hinzuweisen, das halte ich immer noch für mehr als legitim und nötig. Es ist nicht so, daß es keine Berechtigung für eine Neuverfilmung Wes Cravens Last House on the Left gäbe. Nein, warum sollte eine Neubetrachtung solcher Themen wie Selbstjustziz, Rache oder die Verortung bürgerlicher Gewalt nicht interessant sein. Cravens Film selbst war ja ebenso eine Neubetrachtung der religiös motivierten Jungfrauenquelle, die die Botschaft Jesus "Liebe deinen Nächsten", oder wie es Paul Verhoeven vor kurzem im Interview mit dem Tagesspiegel radikaler auszudrücken verstand "Liebe deine Feinde", so sehr auf die Probe stellte. Die welt- und gesellschaftspolitischen Ereignisse nach dem 9/11, die Radikalisierung der politischen Lager nicht nur in den Medien, die Bilder aus Guantanmo, Abu Gharaib, die Reaktion der USA auf den Angriff islamistischer Terroristen, die aussichtslos geführten Kriege im Irak und Afghanistan, die Einteilung der Welt in Schurkenstaaten, altes Europa und der Achse des Bösen. Für all das bietet sich Cravens und Bergmans Stoff bestens an. Die Geschichte der beiden unschuldigen Mädchen, die von einer sadistischen Bande vergewaltigt und gequält werden, um dann später, als der Spaß für die Verbrecher vorbei zu sein scheint, den Tod in der Nähe des elterlichen Hauses zu finden. Wie die Eltern, nachdem sie erfahren, daß die, die sie beherbergen für den Tod ihrer Tochter verantwortlich sind, in einer Mischung aus Wut, Verzweiflung und abgebrühter Hinterhältigkeit Stromkabel und Kettensäge aus dem Keller holen und auf fürchterlich bestialische Weise Rache nehmen. Neben all der gesellschaftspolitischen Kritik, die in Cravens Meisterwerk mitschwingt, bleibt doch vor allem die letzte Einstellung des Films in Erinnerung. Die nach ihrem Blutrausch in sich zusammengesunkenen Rächer, die sich selbst schuldig gemacht haben, ohne daß ihnen ihre Tochter wiedergegeben werden kann. Ohne daß ihnen wirkliche Genugtuung wiederfahren wäre.

Doch an diesen Aspekten scheint Dennis Iliadis kein Interesse zu hegen. Nicht nur daß er der marodierenden Bande ihren Schrecken nimmt, indem er ihr soetwas wie Motivation außerhalb des sadistischen Lustgewinns mit auf den Weg gibt, hier sind die Kindsmörder und Vergewaltiger eine sich auf der Flucht befindene Schwerverbrecherbande, die sich zweier eventueller Zeugen entledigen muß. Er höhlt den Kern des Stoffes sogar noch weiter aus, das gequälte Mädchen darf nämlich in The Last House on the Left überleben. Damit bewegt sich der Film endgültig in den Spähren eines I spit on your Grave, dem zurecht in der allgemeinen Auffassung die Existenzberechtigung aufgrund seiner menschen- und frauenverachtenden Grundattitüde verwehrt wird. Untermauert wird diese Beobachtung von Iliadis bedenklichem Interesse an weiblichen Teenagerkörpern, die selbst noch in den vermeintlich schockierenden Szenen den Fokus der Betrachtung bilden. Sinnlos hier noch weiter nach irgendeiner anderen Motivation als der reinen Exploitation ihrer selbst willen zu suchen. Genau dies war aber Cravens Film eben nicht. In der zweiten Hälfte begibt sich der Film dann vollends in die Hände jahrzehntelang einstudierter Mechanismen des Teenhorrors. Da darf der Strom ausfallen und der Schlüssel für das rettende Motorboot nicht mehr gefunden werden. Das Telefon funktioniert dann selbstverständlich auch nicht mehr, wo kämen wir denn da hin? Leidlich spannend und trotz der postmodernen Aufmachung sicherlich mehr als stockkonservativ, was nicht immer schlecht sein muß, jedoch in Bezug auf das große Vorbild als ein vernichtendes Urteil aufgefaßt werden darf. Kiffen ist tödlich, mehr ist in Iliadis Neubetrachtung des Stoffes nicht zu finden.

3,5/10 Punkte

Es gibt immer noch was zu gewinnen

Ich möchte noch einmal auf meine kleine DVD Verlosung hinweisen, an der jeder, aber wirklich jeder Blogbesucher teilnehmen darf, sofern er einen Screenshot seines Desktops auf irgendeine Art und Weise online stellt. Näheres erfährt man nach einem Klick auf das Ein Herz für Desktops Logo rechts in der Sidebar, oder hier. Um euch die Teilnahme ein wenig schmackhafter zu machen, werde ich bis zum 31. Mai in loser Reihenfolge die zu gewinnenden Filme noch einmal kurz und knackig vorstellen. Beginnen wir also mit dem von mir hier und jetzt als Hauptpreis der Verlosung auserkorenen Star Crash. Ein Film, der selbst J.J. Abrams Reboot der Star Trek Franchise locker auf die Plätze verweist.

Star Crash – Sterne im Duell
Luigi Cozzi
USA/Italien 1978, Farbe, nicht immer knackige 92 Minuten

Worum geht's?
Das Universum steht mal wieder kurz vor dem Ende. Count Zarth An ist im Besitz einer Superwaffe, mit der er nichts anderes als die Unterjochung des freien und gütigen Sternenimperiums erzwingen will. Um das zu verhindern, schippern Stellar Star und Akton ins Gebiet der verschollenen Sterne, wo sie schon von Urmenschen, Amazonen und Riesenrobotern sehnlichst erwartet werden. In einer denkwürdigen finalen Schlacht kann das Böse schließlich besiegt werden und alles ist wieder in Butter.

Warum muß ich den Film unbedingt gesehen haben?
Weil er aus dem Lebenstraum des großen Science-Fiction Fans, Filmkritikers und Dario Argento Kumpels Luigi Cozzi das größte Weltraumabenteuer aller Zeiten zu erzählen entstanden ist. Wer glaubt Ed Wood, Uwe Boll oder Albert Pyun wären die schlechtesten Regisseure aller Zeiten, hat einfach noch keinen Luigi Cozzi Film gesehen. Star Crash ist schwerer Schwachsinn in Einigkeit mit echtem Dilettantentum. Während das Universum sich als ein Hort der Christbaumkugeln, Lavalampen und mit Nudeln aufgepeppter Legoraumschiffe gibt, krachen Darsteller mit dem schauspielerischen Talent eines Regenwurms auf Dialoge, deren Inhaltslosigkeit und Naivität mit Worten einfach nicht zu beschreiben sind. "Unsere Überlebenschance beträgt zehn Prozent." - "Super! Dann haben wir es ja geschafft", so oder so ähnlich. Wer diesen Film bis zum Ende sieht, hat es mit neunundneunziger Wahrscheinlichkeit wirklich geschafft, demjenigen kann in Sachen Kinounterhaltung nichts mehr so leicht aus der Bahn werfen, und ist damit für größere Aufgaben wie z.B. Turkish Star Wars oder Frank Millers The Spirit bestens vorbereitet.

Wie lautet das Totschlagargument, mit dem ich noch den ärgsten Zweifler zur gemeinsamen Sichtung dieser Weltraumoperette überreden werde?
Zu gerne hätte ich jetzt geschrieben, daß David Hasselhoff in seinem ersten Kinofilm zu sehen ist. Leider hat er aber schon zwei Jahre zuvor in Revenge of the Cheerleaders eine Nebenrolle zugeschustert bekommen. Dafür darf er hier das Laserschwert! schwingen. Darauf einen Dujardin ...

Als Bonus ist auf der von mir verlosten DVD auch noch Saturn 3 enthalten. Ein nicht minder fragwürdiger Science-Fiction Film aus dem Jahre 1980, der zwar mit Harvey Keitel, Kirk Douglas und Farrah Fawcett protzen kann, jedoch weniger unfreiwillig komisch als einfach langweilig und nur leicht deppert eingestuft werden muß. Immerhin, zur Goldenen Himbeere hat es gereicht.

Little Shop of Horrors

Nach eigenen Angaben hat Roger Corman noch mit jedem seiner Filme am Ende einen Gewinn gemacht. Die eine Ausnahme, in der William Shatner die Hauptrolle spielte, bestätigt nur die Regel. Das liegt nicht nur eindeutig an der Effizienz, mit der Corman nicht nur in den ersten Tagen seines Filmschaffens seine fantastischen Geschichten auf Zelluloid bannte, sondern auch eben an den fantastischen Geschichten selbst. Typisches 50er und 60er Jahre B-Kino, obwohl Corman diesen Begriff in Zusammenhang mit seinen Filmen nicht gerne hört. Außerirdische, Atomkrieg, Western, Science-Fiction und natürlich Biker Gang Stories. Halt alles, was dem jeweiligen Zeitgeist entsprach. Von dieser Devise ließ Corman sich Zeit seines Lebens nicht abbringen. Kein großes Thema, das gerade angesagt war und nicht von Corman in irgendeiner Weise verwertet wurde, und das auf seine ganz eigene Art. Cormans Independent-Kino ist immer um einige Level bissiger, rauher und direkter als das der großen Studios. Bei 55 der 385 Filme, die die IMDB als von Corman produziert listet, führte er selbst Regie. Mag sein, daß seine Person von den meisten vielleicht nie mit schillernden Filmpreisen wie den Oscars in Verbindung gebracht wird, doch ist die Liste derer, die ihre ersten Schritte im Filmgeschäft unter Cormans Obhut wagten und später bei dem immer noch wichtigsten Filmpreis groß abräumen sollten, beeindruckend lang. Coppola, Lucas, Scorsese, Cameron, Bogdanovich, um nur einige zu nennen. Und auch der große Jack Nicholson sollte sein Kinodebut in einer Roger Corman Produktion geben. The Cry Baby Killers, kaum jemand wird sich heute noch daran erinnern, zumal der Film außerhalb der USA nur noch in Griechenland vermarktet wurde.

Little Shop of Horrors ist dann auch so ein typisches B-Movie aus Cormans früher Schaffensphase. Angeblich in bierseeliger Runde an nur einem Abend geschrieben, besetzt mit dem, was Cormans Stab gerade hergab und in nur zwei Tagen abgedreht. Mr. Mushniks Blumenlanden läuft nicht gut in Los Angeles' Skid Row. Nicht nur, daß er sich mit seinen geizigen Kunden herumschlagen muß, nein, sein Assistent Seymor ist auch noch einer von der ganz trotteligen Sorte, die mehr Schaden als Nutzen anrichten. Mushnik hat dann auch keine Lust mehr ihn weiterzubeschäftigen. Auf den Rat des blumenverspeisenden Mr. Fouch hörend und dem Bitten seiner allzu naiv gutherzigen Angestellten Audrey nachgebend, erhält Seymor von Mushnik noch eine Chance. Seymor soll seine eigene Blumenzüchtung mit ins Geschäft bringen, mal schauen was draus wird. Das kleine häßliche Gewächs kann Mushnik anfangs überhaupt nicht überzeugen, und so widmet Seymor all seine Aufmerksamkeit der Pflege seiner letzten Chance, die er Audrey II nennt. Ja, ja, auch die Liebe ist ein zartes Pflänzchen in Mushniks Flower Shop. Die Kreuzung aus Butterblume und Venusfliegenfalle macht recht schnell deutlich wonach ihr dürstet, frisches Blut aus Seymors Fingern läßt sie schnell wachsen und Mr. Mushniks Blumenladen wird noch schneller zur Attraktion für Blumenfreunde aus dem ganzen Land, was die Registrierkasse nur so klingeln läßt. Doch schon bald reichen die paar Tropfen aus Seymors Fingern nicht mehr aus, Audrey II fordert ebenso lautstark "Give Meeeee Fooood!" wie zuvor Seymors Mutter die Aufmerksamkeit ihres Sohnes. Wie soll Seymor nur den ungebremsten Hunger seiner Liebsten stillen? Der Zufall will es, daß sich der baldige Starflorist der Leiche eines unschuldigen Unfallopfers entledigen muß. Audrey II ist darüber sehr erfreut, wächst und wächst, zeigt sich tagsüber von ihrer schönsten Seite und die Besucher und Kunden des kleinen Blumenladens sind außer sich vor Freude über all die Pracht. Nur Seymor und dem mittlerweile hinter das schreckliche Geheimnis gekommenen Mr. Mushnik bereitet der unstillbare Appetit der immerzu quengelnden Pflanze großes Kopfzerbrechen, ist sie doch für die wirtschaftliche Zukunft der Beiden so wichtig.

Es ist nicht ausschließlich die schräge und alles andere als einfältige Story, die später dafür sorgen wird, daß Alan Menken und Howard Ashman eines der erfolgreichsten Musicals aus dieser Geschichte adaptieren werden, das selbst schließlich eine der bezaubernsten Musicalverfilmungen unter der Regie von Frank Oz erfahren sollte. Für einen derartigen Schnellschuß kann Cormans Film trotz aller Unannehmlichkeiten, die eine derartige Low-Budget Produktion mit sich bringt, wirklich unterhalten, denn Corman verläßt sich in keinster Weise auf die Horrorelemente oder den fantastischen Gehalt seines Filmes. Es sind die bis in die Nebenrollen liebevoll gestalteten Figuren der Geschichte, die seinen Film über all die wenigen Schauplätze, mäßigen darstellerischen Darbietungen und die auch für damalige Verhältnisse schon schmunzeligen Tricks hinweg helfen. Es ist die Symbiose des tiefschwarzen Humors und der Screwball-Elemente, die der sympathischen Chose zu ihrem späten aber verdienten Erfolg verhelfen. Kein Charakter in Cormans Film, der einem nicht aufgrund seines kurios klischeehaften Erscheinens mindestens ein Grinsen ins Gesicht zaubern könnte. Sei es das kniepige Mütterchen, das sich täglich mit Wehklagen über das Leben generell und der familiären Tragödien speziell einen Rabatt erschleichen möchte oder natürlich der sadistische Zahnarzt, der jedoch leider nicht mehr den masochistischen Jack Nicholson selbst behandeln kann. Sicherlich, das Metaphorische in Cormans Geschichte, um den Looser, der sich plötzlicher Beliebtheit erfreut, dafür jedoch auch einen hohen Preis zahlen muß, hätte ein begnadeterer Regisseur unter besseren Produktionsbedingungen vielleicht geschickter ausgearbeitet, Roger Corman ist und war schon immer ein in erster Linie auf Rendite fixierter Handwerker. Doch wird man nicht abstreiten können, daß Corman mit Little Shop of Horrors nicht nur sein kreatives Potenzial unter Beweis stellt, sondern auch ganz bestimmt seiner Vision von einem eigenen Kino Nachdruck verleiht. Das die Wünsche seines Publikums nie aus den Augen verliert und sich dennoch nie anbiedern wird. Ich mag Roger Cormans Kino, auch wenn es alles andere als perfekt ist. Vielleicht aber auch gerade deswegen.

6,5/10 Punkte

Dringendst möchte ich vom Kauf der deutschen Best Entertainment und MiB DVD Releases abraten, deren Bild und Tonqualität eigentlich nur noch mit "unverschämt" bewertet werden kann. Allen, die auf die kolorierte Fassung und deutsche Synchronisation verzichten können, empfehle ich gerne einen Blick ins Internet Archiv.

Attention!

Abt. Komik, unfreiwillig

Aabeeer ich habee doch gar kein Auto

Man kann es ja mal versuchen ...

Nicht nur die Welt,

auch das Internet ist ein Dorf. Wie der Trainer gerade feststellte, können er und meine Wenigkeit von einem gemeinsamen Erlebnis zehren. Ja, vielleicht hätten wir uns nicht nur schon einmal im Real Life begegnen können, vielleicht sind wir uns schon im Real Life über den Weg gelaufen. Vielleicht trat ich ihm schon einmal auf die Füße, oder er mir. Vielleicht haben wir uns schon einmal versehentlich angerempelt ohne es zu wissen. Es war ein schöner Abend, damals im April 1996. Ich erinnere mich zwar nur noch bruchstückhaft, aber wofür gibt es eigentlich das Gedächtnis des WDR Rockpalast und Youtube? Ja, ja, ein schöner Abend in der Erinnerung. Lehnen wir uns einfach mal zurück und schauen nach wie es wirklich war. Ich muß irgendwo in der Mitte des spärlich gefilmten Publikums zu finden sein, vom Glück erfaßt endlich die beste Band aller Zeiten live sehen dürfen (nachdem man die ganzen Vorbands wie Sonic Youth, Garbage und Cypress Hill über sich ergehen lassen mußte). Damals war sie das, zumindest an diesem Abend und nicht nur für mich. Wie das beim Trainer war, kann ich nicht sagen ... Erinnerung ab!



Weitere Fragmente des Abends, weil's so schön war.

Arbeit für den Rekorder 16. - 22. Mai

Samstag, 16. Mai

22:00 Uhr American History X (Pro7)
Tony Kayes Ambitionen sind durchaus mehr als erkennbar, doch scheitert sein Film über den amerikanischen Neonazismus an der äußerst naiven Karthasis, die der Protagonist im Knast durchläuft. Die Chose entpuppt sich spätestens hier als eine exploitative Sühnemär, die sich lediglich ihres effektreichen Themas bedient, anstatt einer ernsthaften Reflexion nachzugehen. Beverly D'Angelo ist dennoch großartig.

22:10 Uhr Roter Drache (RTL)
Auch wenn sich Bratt Rattners Verfilmung näher an ihrer literarischen Vorlage bewegt, fällt sie doch wesentlich konservativer als Manns Blutmond aus. Während die Besetzung Hannibal Lectors mit Anthony Hoppkins Sinn ergibt, obwohl seine Inszenierung oftmals martialischer ausfällt und die Figur stärker in der Vordergrund rückt als nötig, läßt Edward Norton den Stoff endgültig zu einem Hollywood Klamauk verkommen. Absolute Fehlbesetzung. Wer hat noch mal Dolarhyde gespielt?

Sonntag, 17. Mai

20:15 Uhr Cinema Paradiso (ARTE)
Ja, ja. Der ist ganz toll, glaube ich zumindest, denn ich muß mich erstmal selbst davon überzeugen. Mein Most Wanted in dieser wiedereinmal schnöden TV-Woche.

20:15 Uhr The Da Vinci Code – Sakrileg (Pro7)
Ich kann gar nicht beschreiben wie langweilig und schnöde Ron Howard Dan Browns erfolgreichen Kirchen-Pulp auf die Leinwand bannt. Wie lächerlich unambitioniert seine beiden Hauptdarsteller agieren, mit welch einer Gleichgültigkeit Audrey Tautou ihr Vermächtnis aufzunehmen scheint. Auf welch uncineastischer Art und Weise Howard Da Vincis Code entschlüsselt. Ranga Yogeshwar hätte das faszinierender hinbekommen. Wirklich erschreckend ist jedoch der Erfolg dieses stümperhaften Massenkinos.

20:15 Uhr Eine Leiche zum Dessert (DAS4.)
Ui, wie scharf war ich früher auf diesen nostalgischen Fernseh-Detektiv-Klamauk. Mittlerweile wurde der aber schon so oft wiederholt ... Naja, wer ihn noch nicht 10 mal gesehen hat, darf natürlich wieder einschalten. Absolut liebevoll inszenierte Parodie.

23:50 Uhr Cabin Fever (Pro7)
Eli Roths Ersten habe ich tatsächlich erst ein einziges Mal gesehen und das ist auch schon eine Weile her. In meiner Erinnerung ist das eine doch recht sympathische Evil Dead Variation, die ihre Vorbilder nutzt und sie nicht nur kopiert. Keinesfalls schlecht, aber nur nicht zuviel erwarten. Eli Roth ist halt Eli Roth.

Montag, 18. Mai

Nix außer Dirty Dancing ... und

01:05 Uhr Frantic (ARD)
Polanskis Hitchcock Hommage ist sicherlich nicht jedermanns Sache, und schon gar nicht heutzutage, in der die Sehgewohnheiten eine andere Schlagzahl gewohnt sind. Dennoch sollte ich mir mal wieder eine Sichtung gönnen, denn ehrlich gesagt kann ich mich nur noch an die Szene auf dem Dach erinnern. Mit Polanski und Harrison Ford wird man aber kaum falsch liegen können.

Dienstag, 19. Mai

20:15 Uhr L.A. Confidential (K1)
Jawohl, das ist der gaaanz große Wurf des Curtis Hanson, [Rumpelstilzchen-Modus an] und wenn ich da jetzt noch einmal etwas über Sittengemälde oder Milliuestudie höre und lese reiße ich mir die Haare vom Kopf. [Rumpelstilzchen-Modus aus] Der Film interessiert sich nur für eines. Den Film Noir mitsamt seinen Mythen. Reinste Filmsahne.

Mittwoch, 20. Mai

00:50 Uhr Velvet Goldmine (ARD)
Es wäre zu anstrengend alles aufzuzählen, was an diesem Film im Gegensatz zu Boogie Nights nicht funktioniert. Aber andersherum taugt er doch gerade dazu aufzuzeigen, was an Boogie Nights so alles funktioniert. Die 70er wie sie sich Menschen der 90er vorstellen, nichts anderes ist auch Andersons Film, doch der kann im Gegensatz zu Haynes hervorragend erzählen. So einfach können Dinge sein.

Donnerstag, 21. Mai

20:15 Uhr Unbreakable – Unzerbrechlich (VOX)
Schon die erste Big Budget Produktion nach seinem Überraschungshit serviert Shyalamans kreative Einfalt. Aber immerhin bringt es Shyalaman fertig seinen langweiligen Hokus Pokus, der aus nichts anderem als aus den gleichen Zutaten seines ersten Goldesels besteht, in eine schicke Verpackung zu gießen. Worum ging es nochmal?

23:10 Uhr From Dusk Till Dawn (RTL)
Macht doch gekürzt alles keinen Sinn. Ansonsten immer noch einer der schönsten postmodernen Genrespäße, der ganz klar von einem außerordentlich cremigen Cast zerrt und im Vergleich zu seinen Kopien genau deswegen immer noch so frisch und unbedarft daherkommt wie vor 13 Jahren. Ein echtes Must Have Seen.

00:05 Uhr Friedhof der Kuscheltiere (K1)
Zur Abwechslung mal eine überraschend gute King-Verfilmung. Auch wenn Mary Lambert mittlerweile für Videothekenware wie Düstere Legenden 3 zuständig ist, macht sie im Jahre 1989 doch mehr richtig als falsch und kommt mit ihrer ruhigen Erzählweise der Vorlage doch recht nahe.

Freitag, 22. Mai

20:15 Uhr The Core – Der innere Kern (Pro7)
Uiii, die Erde steht mal wieder vor ihrem Untergang, da sich der Metallklumpen in ihrem Inneren nicht mehr drehen will. Also flugs eine Riesenbohrmaschine gebaut und ab geht’s mit diversen Atomsprengköpfen an Bord zum Mittelpunkt der Erde. Auch wenn die Chose in weiten Teilen an Bays Armageddon erinnert, differenziert sie sich doch durch ihren nostalgischen Flair, der an schrecklich naives Science-Fiction Kino der 50er und 60er Jahre erinnert. Ich mag den Film.

00:15 Uhr Die Abenteuer des Sherlock Holmes (ZDF) und
01:35 Uhr Sherlock Holmes: Der Hund von Baskerville (ZDF)
Sir Conan Arthur Doyle wäre heute 150 Jahre alt geworden und da läßt es sich doch das ZDF nicht nehmen, seinen Geburtstag mit zwei der schönsten Fälle und Verfilmungen des britischen Masterminds Sherlock Holmes zu ehren. Letztere ist mein persönlicher Favorit. Vorsicht Schwarz/Weiß Filme von 1939.

Die anderen wissen natürlich noch mehr ...
From Beyond, Blockbuster Entertainment, The Duke, Kino, TV & Co und (wenn er denn mal Zeit hat) immer wieder ab samstags. Und sonntags gibts den ultimativen Filmtipp der Woche von Kaiser_Soze.

Noch so ein Stöckchen

Ist ja auch nur eine andere Form des Old School Poesie Albums, und wer ist da nicht geschmeichelt, wenn er es so nett unter die Nase gehalten bekommt. Copy&Paste freundlich ohne Formatierung.

1. Welches Parfum benutzt du zur Zeit?
Dolce & Gabbana The One und Karl Lagerfeld Kapsule Woody
2. Song des Tages
Sounds of Silence Remix von TrinityFM (zu finden auf Best of Hotel Côstes)
3. Was ist dein Lieblingsfilm?
Blade Runner? Ich weiß es nicht ...
4. Was ist dein Highlight des Tages?
Endlich neue Schuhe gekauft, die mir auch wirklich gefallen.
5. Was willst du unbedingt lernen?
Windsurfen, komme aber schon seit 20 Jahren einfach nicht dazu. Macht aber mittlerweile nichts mehr aus, ist ja eh schrecklich 80s.
6. Was hast du zuletzt gekauft?
Für 20 Euro Super bleifrei
7. Was ist dein Lieblingswetter?
Sonne, Sonne und noch mehr Sonne ...
8. Was ist momentan dein wichtigstes Ziel?
Dieses Stöckchen zu Ende bringen ...
9. Was denkst du über die Person, die dich getaggt hat?
Ehrlich? Seinem Blog und seinen Kommentaren zufolge ein sehr aufgeschlossener und sympathischer Mensch. Sehr selbstbewußt und ambitioniert in den Dingen, die er angreift.
10. Wenn du ein komplett eingerichtetes Haus irgendwo in der Welt bezahlt bekommen würdest, wo würdest du es hinhaben wollen?
Mir genügt ein Penthouse über den Dächern von [hier eine x-beliebige Metropole eintragen]
11. Was würdest du, wenn du könntest, an dir ändern?
Endlich mal wieder den inneren Schweinehund überwinden und auf mein geiles Rennrad steigen ...
12. Wenn du für die nächsten Stunden irgendwo auf der Welt sein könntest, wo wärst du gerade nicht gerne?
Auf einem Dixie-Klo.
13. Mit welchem Kompliment kann man dir eine richtige Freude machen?
Welch eine komische Frage. Jedes Kompliment bereitet doch Freude ... Wer denkt sich nur solche Fragen aus?
14. Wen würdest du gerne mal treffen?
Helmut Kohl, ich würde ihn fragen, was er sich da mit dieser Angela nur gedacht hat. Nein, Quatsch. Ich würde ihn ganz andere Dinge fragen, z.B. warum er als Altbundeskanzler das Ehrenwort über ein Gesetz stellt, das er selbst unterzeichnet hat.
15. Was ist dein Lieblingsstück in deinem Kleiderschrank?
Meistens das neueste, siehe Frage 4.
16. Was ist dein Traumjob?
Ganz klar J.R. Ewing sein.
17. Welche sind deine Lieblingsbands?
Momentan höre ich die neuen Alben von Star Sailor und Röyksopp rauf und runter.
18. 3 Dinge, die dir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern
Unfreiwillige Situationskomik, einen guten Tag gehabt zu haben und natürlich ein gedecktes Konto.
19. Was ist deine Lieblingsgroßstadt?
Paris und Berlin sind doch zwei tolle Städte ...(letztere nur im Sommer)
20. Was ist zur Zeit dein Lieblingslied?
Heute im Auto war das noch siehe Frage 2.
21. Was ist deine Lieblingsserie?
Ich gucke eigentlich keine TV Serien, früher war das mal Cheers.
22. Was hast du gerade an?
Jeans und T-Shirt.
23. Was ist dein Lieblingsbuch?
Ach Gott, welcher zwischen Ü 30 und U 40 Mann findet sich nicht irgendwie in Nick Hornbys High Fidelity wieder.
24. Mein Mittagessen?
Pommes Curry Wurst und jetzt kommt's ... Cola Light. Welch ein Schwachsinn.
25. Wann hättest du heute Feierabend gehabt?
Kurz nach 9 a.m.
26. Katholik oder Protestant?
Nicht praktizierender Katholik
27. Was war deine allererste (eigene) CD?
Kann ich mich nicht mehr dran erinnern. Aber ich glaube der O.S.T. zu Apocalypse Now, wegen The End.
28. Welchen Film hast Du als letztes gesehen?
So finster die Nacht, DVD
29. Welches Konzert war das bisher beste, das du erlebt hast?
Moby, Philipshalle Düsseldorf und The Smashing Pumpkins am gleichem Ort.
30. Was tätest du, wenn du nicht gerade dieses mittlerweile schon ziemlich lange Stöckchen beantworten würdest?
Endlich ins Bett gehen.
31. Was ist dein Lieblingsgetränk?
Gin Tonic ist schon ganz o.k. und dann noch alles mit Rum. Ansonsten bin ich da nicht so wählerisch, solange es nicht rot und klebrig ist.
32. Wo warst Du als die Mauer fiel?
Vor dem Fernseher.
33. Womit kann man dich zur Weißglut bringen?
Mit penetranter Unfreundlichkeit.

Nun möchte ich das Stöckchen an folgende Blogger weiter geben …

Solle es sich doch jeder mitnehmen, der sich berufen fühlt.

Und hier nochmal die Regeln …
1. Beantworte die Fragen und füge sie auf deinem Blog ein.
2. Ersetze eine Frage, die du nicht magst durch ein neue und füge zusätzlich eine weitere neue hinzu.
3. Tagge 8 weitere Leute.

So finster die Nacht

„Wir können keine Freunde werden, nur dass du das weißt.“ Der stille 12 jährige Oskar aus Blackeberg könnte nichts dringender gebrauchen als einen Freund. In der Schule wird er von seinen Mitschülern gemobbt, immer öfter durchdringen die bedrohlichen Oskar-Rufe seiner Peiniger die Flure der Einheitsschule. Oskar, der heutzutage auf dem Schuhlhof von seinen Widersachern wohl als „Opfer“ bezeichnet würde, hat es nicht leicht. In der Plattenbausiedlung, in der er mit seiner alleinerziehenden Mutter im Jahre 1982 wohnt, scheint es auch niemanden zu geben mit dem er die Zeit zwischen dem letztem und erstem Läuten der Schulglocke verbringen könnte. So ist er doch meistens allein, sammelt Zeitungsberichte über Mordfälle und malt sich in seiner Fantasie Rachepläne aus. „Schrei Schwein, schrei!“. Immer wieder sticht Oskar mit dem Jagdmesser auf seine imaginären Gegenüber ein. In seinem Zimmer und abends im dunklen verlassenen Hof. Doch plötzlich gibt es eine Veränderung in Oskars Leben. Direkt neben ihm zieht dieses komische Mädchen mit einem älteren Herrn ein. Die abgedunkelten Fenster der Wohnung zeugen von einem Geheimnis. Eli, dieses ebenfalls 12 Jahre alte Mädchen, ist ein Vampir. Håkan ihr menschlicher Beschützer und Ernährer, der nachts mit der Routine vieler Jahre die Opfer aufspürt und ihnen das Blut abläßt. Wer würde diese gefahrvolle Arbeit schon einem kleinen Mädchen überlassen ...

Tomas Alfredsons Genre Crossover interpretiert John A. Lindqvists literarische Vorlage glücklicherweise nicht als weiteren skandinavischen Thriller, sondern in erster Linie als einen durchaus schwarzhumorigen Diskurs über Beziehungen, Freundschaften und Abhängigkeiten, der sich keinesfalls hinter dem Coming of Age Sujet und der klassischen Vampirgeschichte versteckt. Wenn Håkan in der U-Bahn sitzt und bemerkt, daß er den Kanister mit dem für Eli bestimmten Blut während seiner Flucht vom letzten Tatort im Park vergessen hat, dann kann man in seinen Augen nicht nur die Angst vor dem und seine Sorge um das Vampirmädchen erblicken, sondern auch die Furcht vor dem Ende ihres Bundes. Eli hat schon längst Interesse an dem blonden Oskar gewonnen, der nur allzu gerne seiner Wut über die täglichen Demütigungen freien Lauf lassen würde, in dessen Gewaltfantasien sich schon längst die erschreckenden Warnzeichen eines späteren psychopathischen Mörders entdecken lassen können. Håkan spürt das nahende Ende der Beziehung, sein Versagen wird es nur beschleunigen. Geradezu hilflos bittet er Eli sich nicht mehr mit dem Jungen zu treffen. Denn gleichwohl, wie Eli abhängig von Håkans Status als Ernährer und Erwachsener ist, der ihrem andersartigen Leben eine Tarnung verschafft, ist auch Håkan von ihr abhängig. Von ihrem Geld, von ihrer Gesellschaft. Zu alt ist er, um sich ein neues Leben aufzubauen. So ist sein Freitod nach dem erneuten Versagen in den Umkleideräumen der Blackeberger Schule nicht nur das von ihm selbst vorweggenommene Ende dieser Beziehung, geschieht dieser nicht nur zum Schutz seiner tragischen Schutzbefohlenen. Nein, er ist vor allem Ausdruck schlichter Ausweglosigkeit. Gerade in dieser Szene spiegelt sich Alfredsons äußerst pessimistischer Blick auf Freundschaften und Beziehungen. Nicht eine Beziehung in seinem Film, die nicht zu einem guten Stück vom eigenen Vorteil motiviert scheint. Sei es Oskars Vater, dessen Interesse an seinem Sohn schwindet, sobald sich die Gelegenheit zum Umtrunk mit dem Freund ergibt oder auch gerade Eli, die ihrer Sympathie für Oskar erst freien Lauf läßt, nachdem Håkan gegangen ist. Die Freundschafts Oskars Peiniger beruht auf einem wackeligen Hierachiesystem, das in Gebieter und ausführenden Sklaven unterteilt, deren Lohn die Duldung in der Gruppe zu sein scheint. Bei aller Schwarzmalerei verneint Alfredson jedoch nie die ehrlichen Gefühle, die die Figuren seiner Geschichte füreinander hegen, und sorgt so für fließende Grenzen, für eine stete Unsicherheit im Fortgang der Geschichte, die nicht unerheblich für die durch und durch melancholische Atmosphäre des Films verantwortlich ist. Geradezu gemein geht sie mit dem Schicksal ihres Protagonisten um. Da schenkt sie Oskar nicht nur eine Freundin, sondern vielleicht auch seine erste zarte Liebe, und dann ist diese doch auch schon wieder für ihn so unerreichbar. Eli ist kein Mädchen, mit dem man über die Frühjahrskirmes schlendern und Zuckerwatte schlecken könnte. Da läßt sie Oskar endlich gegen seine Widersacher aufbegehren, doch statt Erlösung von den Qualen eines Gemobbten erfährt Oskar schließlich nur eine gefährliche Steigerung des schon zuvor Erlebten. Selbst das Ende der Geschichte, das Oskar ein Siegerlächeln ins Gesicht zaubert, ist ein eiskaltes, wissen wir doch um das Ende Håkans. Aber das ist vielleicht auch nur der eingangs erwähnte skandinavische Humor, der sich tief unter der Oberfläche der Geschichte in seinem schwärzesten Schwarz gibt, so wie man in den nördlichen Breitengraden eben den traurigen Dingen des Lebens begegnet.

Alfredson schildert die Trostlosigkeit der Provinz in fantastisch fotografierten Bildern, nur selten ist ein Farbtupfer inmitten des winterlichen Graus der 60er und 70er Jahre Architektur zu finden, die die Tristesse Oskars und Elis Welten noch stärker zum Vorschein bringt. Während sich Elis Unterschlupf als minimalistisch eingerichteter Hort der Leere gibt, der metaphorisch auf ihr wohl ebenso leeres Leben hindeutet, muß Oskar mit den farblosen Wänden seines Klassenzimmers vorliebnehmen, auf dem Nachhauseweg an schier unendlichen Garagenhöfen entlang trotten. Kalt ist es in Blackeberg für die beiden Pubertierenden, da gibt es keine Wärme, nur die, die sie sich selbst entgegenbringen möchten. Was ihnen anfangs aufgrund ihrer Hilflosigkeit, die sich aus Oskars innerlicher Verschlossenheit und Elis Angst vor sich selbst ergibt, sichtlich schwer zu fallen scheint, und von Alfredson mittels imponierender Bildsprache in liebevoll komischen als auch erschreckend grausamen Szenen erzählt wird. Fenster und Türen erfüllen in Alfredsons Film nicht nur die Funktion des Symbols örtlicher Trennung und sind keinesfalls als schnödes Gimmick des Vampirtopos zu verstehen. Let the Right One in, so der internationale Titel, ist ganz starkes Kino, das voll und ganz der Kraft der tief in uns allen verankerten Ängsten vor Einsamkeit, Ablehnung und Demütigung vertraut, von Grenzen erzählt, die wir bereit sind, zu überschreiten, um nicht allein zu sein. Von unserer Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe. Das aber auch ganz nebenbei ohne erhobenen Zeigefinger auf unsere dunkle Seite hinzuweisen versteht. Der Wunsch nach und die Ausübung von Macht ist ein gleichberechtigter Aspekt in Alfredsons Schauermär. Das macht seinen Film nicht nur zu einem ungewöhnlich mutigen Genrebeitrag, der sich weitestgehend den momentan herrschenden Gesetzen des scheinbar nur noch auf Schauwerte reduzierten Horrorkinos entzieht, sondern zu einem frostigen und anspruchsvollen Schatz der jüngeren Kinogeschichte. Großartig.

10/10 Punkte