Election

Kann mir hier mal jemand den Unterschied zwischen Moral und Ethik erklären? Aber Finger weg von der Google Leiste …

Willkommen an der Carver High, Omaha NE-US. Ja, wir ahnen es schon, mittlerer Westen, Provinz, ganz klar. Aber das soll für das weitere Geschehen der Geschichte keine weitere Rolle spielen, der Ort ist in unserem Fall wie so oft nur territorialer Highschool-Allerweltsfaktor oder autobiografische Referenz des Erzählers. Mal schauen, wen haben wir denn da? Ah ja, Jim McAllister, Lehrer für Geschichte, Politik und Geographie. Zweifelsohne ein Vorbild altruistischer Lebensart, seinen Auftrag als Bildner der Jugend immer ernst nehmend. Was macht da schon die vergebene Chance der Karriere und des großen Geldes in der Großstadt, wenn er doch in seinen Job so aufgeht. Er ist glücklich, rund um. Beschützer und Förderer der Gesellschaft. Die Beliebtheit bei der Schüler- und Lehrerschaft kommt da ganz von allein. Gut daß ihn die Carver High hat, was sie ihm in der Vergangenheit schon zweimal mit dem Titel des Lehrers des Jahres danken konnte. Dann ist da aber auch noch diese Tracy Flick. In der Vergangenheit hatte sie sich schon für wirklich jedes Projekt und jeden Ausschuß an der Carver High engagiert. Solang eine Führungsposition für sie dabei herausspringen konnte. Immer ordentlich gekleidet, einsatzbereit, smart, korrekt. Man darf sie ohne Umschweif als Musterschülerin bezeichnen, der Traum eines jeden Lehrerkollegiums. In Anbetracht ihres Teenagerdaseins höchst verdächtig. Doch noch nicht einmal ihr Verhältnis zu McAllisters Kollegen Mr. Novotny darf man ihr zum Vorwurf machen. Ohne Zweifel hat der notgeile Sack sie auf's übelste verführt, indem er ihre Einsamkeit als eben jene Musterschülerin auszunutzen wußte. Da können ihm beim Entlassungsgespräch mit dem Direktor noch so die Tränen aus den Augen schießen, während er ihm die aufrechte Liebe zwischen Schüler und Lehrkörper beteuert.

Louise Hires a Contract Killer

In Frankreich reagiert das Volk dann doch schon ein wenig heftiger, wenn es um den Arbeitsplatz geht. Während hier in Deutschland vielleicht mal für ein paar Stunden die Autobahn blockiert wird, um die restliche Bevölkerung auf die bedrohte Exisztenz der Kumpel aufmerksam zu machen, fliegen dort gerne mal nicht nur Computermonitore durch die von der Schließung bedrohten Betriebe. So ist der Entschluß der weiblichen Belegschaft des gerade geschlossenen Textilbetriebs tief in der nordfranzösischen Provinz – also dort, wo es definitiv nichts außer dem nun geschlossenen Textilbetrieb gibt – zwar überspitzt, aber gar nicht mal so weit hergeholt. Die Frauen beschließen die beleidigend mickrigen Abfindungen, die ihnen die Geschäftsführung doch noch zugesteht, zusammenzuwerfen und etwas sinnvolles mit ihnen anzufangen. Die zuerst vorgeschlagene Pizzeria und der mögliche, doch wahrscheinlich nicht erfolgreiche, Nacktkalender werden nicht gerade mit Begeisterung von den Frauen aufgenommen. Als Louise, dieses groß und stabil gewachsene transexuelle Mannsweib, das nur im ersten Augenblick an Mutter Flodder erinnert, den Vorschlag unterbreitet, mit den 20.000 Euro einen Auftragskiller zu engagieren, der den ungeliebten Ex-Chef ins Jenseits befördert, ist man hell auf begeistert.

Doch erweist sich der von Louise angeheuerte Killer Michel, Sicherheitsbeauftragter eines Trailer Parks, alles andere als erfahren im Geschäft des Auftragsmords. So verfügt er mit Sicherheit über ein stolzes Arsenal an von seinem Hausingeneur entworfenen Handfeuerwaffen, kann aber ebenso mit Sicherheit selbst niemanden ein Haar krümmen. Da schickt er doch lieber diejenigen ins Rennen, die seiner Ansicht nach eh nicht mehr zu verlieren haben, da sie in den nächsten Tagen und Wochen in der Folge ihrer unheilbaren Krankheiten das Zeitliche segnen werden. Geschmackslos, keine Frage, aber wen stört das schon weiter, ist doch der ganze Film des französischen Regieduos Gustave de Kevern und Benoît Delépin so grotesk, rücksichtslos und zynisch wie so viele existenszerstörende und nicht nur für die Arbeitnehmerschaft kaum nachvollziehbaren Entscheidungen des Turbokapitalismus, über die ihr Film erzählt. Louise-Michel, so der Originaltitel in Anlehnung an die anarchistische Freiheitsrechtlerin des 19. Jahrhunderts, ist von einem rabenschwarzen lakonischen Humor durchzogen, der nur in einer der Ohnmacht gegenüber der eigenen Lebenssituation durchfluteten gesellschaftlichen Atmosphäre entstehen kann. Von sozial-romantischen Arbeitskampf ist hier weit und breit nichts zu sehen. Warum auch? Das haben wir doch schon längt hinter uns und es brachte nur für eine kurze Zeit eine leichte Verbesserung. Der Film schlägt nicht nur in gewisser Weise, sondern gezielt mit der selben Rücksichts- und Skrupellosigkeit derjenigen zurück, die aufgrund einiger weniger Prozentpunkte an der Börse ganzen Regionen die Lebensgrundlage entziehen.

Louise Hires a Contract Killer ist dabei ganz bestimmt keine aufklärerische Angelegenheit, ertrinkt keineswegs in Selbstmitleid, und ist auch sicherlich kein Aufruf zum Manager-Massenmord. Dazu ist seine satirische Ader einfach zu dick angeschwollen. Aber ganz sicher schwingt in ihm der Geist des Widerstandes, der doch in Zeiten der von Wirtschaftsskandalen überquellenden Seiten der Zeitungen schon längst hätte europaweit auf die Straßen getragen werden müssen. Mit welch einer sarkastischen Feinarbeit Kevern und Delépin hier den nicht nur gefühlten Hohn der Wirtschaftsführer auseinander nehmen, beweisen sie schon gleich zu Anfang des Filmes. „Ihr habt auf die 35 Stundenwoche verzichtet, ihr habt Lohnerhöhungen abgelehnt, nun nehmt doch wenigstens die Kittel an, die wir euch schenken möchten.“ , was nur noch im Epilog während der Geburt des neuen Erdenbürgers getoppt werden kann. „Ist es ein Junge oder ein Mädchen“, fragt da die glückliche Mutter. „Ach, das ist doch egal. Das entscheiden später eh die Chefs.“ Auf so viel bitterbösen Mut und politisch unkorrekte Unverschämtheiten, wie sie in Louise Hires a Contract Killer ununterbrochen von der Leinwand tröpfeln, rinnen und auch mal platzen - der Titel erinnert nicht von Ungefähr an Kaurismäki -, hat man sich im aktuellen Kino der letzten Jahre selten eingelassen. Dafür allein gebührt dem Film Respekt, selbst wenn einem das Lachen an so mancher Stelle vielleicht im Halse stecken bleiben sollte. Aber das ist beabsichtigt.

7,5/10 Punkte

Wahlgeschenke

Über eine Stunde Mucke direkt aus Brooklyn: Marcos Cabral DJ Mix/ Download auf BrooklynVegan. Keine Ahnung was die so essen.

Herm macht seinen Job als Urlaubsvertretung ganz gut und behält den Durchblick.

Die Titanic feiert 30. Geburtstag und verschenkt die Nr. 1.

Mehr ist in Anbetracht der globalen Gesamtlage nicht drin ...

The real Top Ten best 80s Songs ever (IV)

Natürlich kauft man Platten – ich schreibe hier über die 80er, also ist Platte der richtige Begriff – oft einfach wegen ihres genialen Cover Artworks. Bei mir war und ist das jedenfalls der Fall, auch wenn ich mittlerweile fast nur noch Mp3 Alben einkaufe und die Katzen im Sack damit wohl für alle Ewigkeiten der Vergangenheit angehören. Leider bleiben dann diese schönen Überraschungserlebnisse, wie ich sie damals mit dieser Platte hier hatte, aus. Ich hatte damals keine Ahnung wer die Bollock Brothers überhaupt waren, aber Titel und Cover hatten es mir im Plattenladen einfach angetan. Die Platte mußte ich haben, egal was sie koste. Meiner Erinnerung nach war sie dann auch nicht ganz billig, jedenfalls war sie ihrer Zeit teurer als eine normale Maxi-Single. Importware halt. Daß die Bollock Brothers in Great Britain drei Jahre zuvor mit dem komplett gecoverten Never Mind Album der Sex Pistols für ein wenig Aufmerksamkeit sorgten, erfuhr ich erst später. Wenn böse Zungen behaupten der Großteil des musikalischen Outputs der immer noch bestehenden Bollock Brothers wäre zwischen inspirierter Einfältigkeit und stupider Langeweile einzuordnen, unterschreibe ich dieses Statement ohne auch nur eine Sekunde zu zögern. Aber ihr elegisches Cover des alten Alex Harvey Klassikers ist einfach einer der besten Clubhits der 80er Jahre. Auch wenn die Bollocks in ihrem Heimatland größtenteils ignoriert wurden. Später hatten sie zwar noch einmal Erfolg mit einem weiteren Cover des Serge Gainbourg Hits "Harley David Son of a Bitch", aber der war meiner bescheidenden Meinung nach einfach nur bemitleidenswert, genau wie der Cover des Albums auf der Faith Healer zuerst erschien.



to be continued ...

Dringender Spendenaufruf

Ich bekomme ja anscheinend wirklich nichts mehr mit. Am Freitag Abend wandte sich die Dortmunder Ultragruppe „Internetafin“ mit einer subtilen und witzigen Spendenanfrage direkt an den FC Schalke 04. Sie benötigen unbedingt noch eine ordentliche Desktop Publishing Software, um die tollen Ideen, die sich ihre Kreativabteilung unter Leitung des 13 jährigen Kevin Ed „Daftt“ Hardy ausheckt, auch grafisch angemessen umsetzen zu können. Wie das Beispiel „Hungernder Landarbeiter bei schlechtem Wetter & Hass dem S04“ überdeutlich aufzeigt, kann es für die Gruppe mit MSPaint nicht weiter in die Zukunft gehen. Wer noch eine alte Freehand oder PageMaker Version in seiner Schublade rumfliegen hat, soll sich mal ab Montag in der zweiten großen Pause hinter der Turnhalle der Hauptschule in Eving einfinden. Keine Angst, gibt keins auf die Fresse. Photoshop wäre auch nicht schlecht, zur Not reicht ein Rapidshare Link.

Arbeit für den Rekorder 26. September - 2. Oktober

Da sitze ich gerade beim Friseur, die Bude gerammelt voll, fünf Leute vor mir. Zum Glück hatte ich die frisch gekaufte Fernsehzeitschrift dabei. Kurz an der Theke um einen Kulli gebeten, damit ich während der Wartezeit schon mal die wöchentlichen Kreuzchen für die Fernsehtipps im Programm und mir Gedanken zum dazugehörigen Text machen kann. Als ich nur noch 2 Leute vor habe, bin ich auch schon mit dem Kreuzchen und Gedanken machen fertig. Fernsehzeitung wieder eingerollt, Gummi drumm, noch einen Kaffee, kurzer Smalltalk mit dem Couchnachbarn und schon sitze ich auf dem Friseursessel. Wie geht's? Wie immer, gut. Auch der Schnitt? Na klar, wie immer. Halt Männer beim Friseur. Nach über eine Stunde Friseurbesuch bin ich endlich wieder auf der Straße. Trinkgeld gab es nicht, es hatte jemand anderes kassiert. Noch schnell in die gegenüberliegende Wollie, Kaugummis und eine Cola für die Fahrt besorgt, Knöllchen trotz vergessenen Parkscheins nicht bekommen, und schon bin ich auf den Weg nach Hause. Die Zeit drängt, kurz was essen, Rechner hochgefahren, Fernsehzeitung auf den Arbeitstisch, wo sind die Kreuzchen und meine Gedanken? Achso, falsche Woche bearbeitet. Na dann... Ich muß jetzt weg, die Tipps gibt's morgen am späten Nachmittag. Sorry.

Ab morgen 18:00 Uhr Wahlschock-Apokalypse in Deutschland. Millionen Deutscher werden Montag nicht an ihrem Arbeitsplatz erscheinen, apathisch verweilen sie in ihren Fersehsesseln. Das öffentliche Leben bricht zusammen, es hat alles keinen Sinn mehr. Feuerwachen, Polizeidienststellen, Krankenstationen nicht besetzt. Leere Fußgängerzonen, geschlossene Geschäfte, Plünderungen, Feuer, Erdbeben. Aldi öffnet dennoch aufgrund einer vom Amt für Katastrophenschutz erwirkten Einstweiligen Verfügung zwischen 14:00 und 15:00 Uhr damit die Nikotin-Junkies noch einmal Hülsen und Tabak für die nächsten 14 Tage bunkern können. Wer schon Sonntagmittag vollgetankt hat, setzt sich spätestens in der Nacht zum Dienstag ins benachbarte Ausland ab. Was ist passiert? Nichts, alles bleibt beim Alten. Auch die Sender halten durch, in stoischer Ruhe dudeln sie weiterhin ihr Zombieprogramm durch Kabel und Äther. JMKs Tipps wie immer auf Maschine.

The real Top Ten Best 80s Songs ever (III)

Bevor es hier heute Abend mit den Arbeitsanweisungen für den Rekorder weitergeht …
Wenn wir über die Musik der 80er Jahre sprechen, kommen wir natürlich an Heimcomputer, Bontempi Orgel und Elektropop nicht vorbei. 1984 noch Underground Clubhit in Frankreich und Kalifornien, sollte der Song ein Jahr später nach einigen Schönheitskorrekturen im Studio für weltweite Furore sorgen. Eingängige Syntheshizer Klänge verschmolzen mit den Strukturen des Hip Hop und des Euro Disco, dazu ein nicht nur seiner Zeit mehr als stylisch atmosphärisches Musikvideo der Marke Understatement. Was wollte man mehr ..., der absolut perfekte Popsong, bis heute unzählige Male remixed, gesampelt, abgedudelt und wieder neu entdeckt. Die Zeit kann ihm anscheinend nichts anhaben, obwohl er doch ein eindeutig ein Kind seiner Zeit ist. Selten gab es Popsongs, die dermaßen viele Anti-Körper gegen Abnutzungserscheinungen in sich tragen, wie dieser hier. Unumstritten die Hymne der 80er, das Meisterwerk seines Genres, beeinflussend bis heute. In dieser ohne Platzierung auskommenden und mehr als 10 Plätze bereithaltenden Top Ten ganz weit oben. Dieser Song ist Medidation. Ladys and Gentleman, please welcome from London England, The Grandmasters of Pop, 100.000.000 Million sold Records worldwide, Neil Tennant and Chris Low … The Pet Shop Boooyyyssss …

The real Top Ten Best 80s Songs ever (II)

Ich habe jetzt ein Problem, denn dieser Song hier stammt eigentlich aus dem Jahre 1978 und dürfte streng genommen gar nicht in der Top Liste auftauchen. Doch seine Bedeutung für den Sound der 80er Jahre ist eindeutig unumstritten, zumal der Clubhit sich erst 1982 nach einer Wiederauflage in den Charts platzieren konnte. In Deutschland erreichte er nach einer weiteren Wiederveröffentlichung sogar erst 1986 die Ohren der breiteren Massen. The Human League hatte sich bis dahin aber schon zu einer, ääähm … , fürchterlichen New Romantic Pop Formation entwickelt. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, daß The Human League maßgeblich zur Entwicklung der elektronischen Tanzmusik beitrugen. Ihr Album Love and Dancing aus dem Jahr 1982 war eines der ersten Remix Alben überhaupt. Being Boiled erinnert mich ja immer wieder an einen Carpenter Score und daher schon einer meiner absoluten 80er Favoriten.



to be continued

The real Top Ten Best 80s Songs ever

Vor kurzem erstellte mein verehrter Bloggerkollege Stefan eine Top Ten der besten 80er Songs ever. Da haben wir aber gelacht. Wie mein TV Buddie JMK in den Kommentaren zur vermeintlichen Top Ten richtiger Weise anmerkte, wäre man damals von Schulbekannten (Schulfreunde wäre hier zu optimistisch) zur Strafe für das Konsumieren derartiger musikalischer Emissionen in der Turnhalle eingemauert worden. Und das hätte man noch als gnädig bewerten können, denn an härteren Schulen, wie es sie hier im Ruhrgebiet zu genüge gab und gibt, wäre es ganz sicher der Müllcontainer gewesen, in der der Außenseiter gesteckt worden wäre. Und das zurecht.

Also Zeit für eine echte Top Ten, natürlich subjektiv und hoffentlich äußerst diskutabel. Fangen wir dennoch einmal mit einem eingängigen Song an, der dem Hip Hop den Weg aus dem Underground zum Mainstream bereitete. Während Michael Jackson diesen Sommer für seine beiden wirklich guten Disco Scheiben Billy Jean und Thriller aus der Feder Quincy Jones und seiner Bedeutung für die Entwicklung der Black Music generell geehrt wurde, vergessen viele, daß zur gleichen Zeit Grandmaster Flash gleich eine komplette Musikkultur aus dem Boden stampfte. The Message gehört ohne Frage nicht nur in die Top Ten Best 80s Songs ever, sondern auch gleich in die Top Ten Best Songs ever ever. Exklusive Klamotten.



to be continued

Schalke muß weg

Schenkt man den Indizien, die über Schalkes finanzielle Lage seit Wochen durch die Sportteile aller Off- und Online Publikationen geistern ... Nein, nochmal von vorne. Seit Wochen, Monaten, Jahren … ach was soll ich sagen … Seit Anbeginn der Bundesliga hat Schalke mit finanziellen Schräglagen zu kämpfen. Man schaue nur einmal in die vielen verstaubten Schalke Gedächnisschinken, die im Keller oder auf dem Dachboden vor sich hin schimmeln, seitdem das Internet ihre Funktion übernommen zu haben scheint. Von den 60er Jahren, in denen der Verein aus Geldmangel auf eine sehr junge und unerfahrene Mannschaft setzen mußte und schon damals das größte Talent an den Erzfeind nach Dortmund abgeben mußte, über die 70er, die erst sehr erfolgreich starteten, um dann an ihrem Ende in einer Fast-Katastrophe zu enden. Die wäre dann Mitte der 80er auch wirklich perfekt gewesen, hätte Schalke den Abstieg in die Dritte Spielklasse nicht verhindern können. Über seine sechsmonatige Tätigkeit als Jungmanager auf Schalke berichtet Rolf Rüssmann noch heute gerne mit dem Hinweis, daß er Bleistift und Papier anfangs selbst bei „Schreibwaren Kowalski“ organisieren mußte.

Fast Forward >> Friedhofgeschichten

Cabal – Die Brut der Nacht
Kabale und Liebe. Ja, warum nicht? Weil wir es hier mit einem Clive Barker Stoff zu tun haben, und der Maestro des horroresken Fantasy Romans streut noch eine gewaltige Dosis Kulturkampf ein. Aaron Boone wird von Träumen geplagt, in denen er sich auf der Suche nach dem mystischen Ort Midian befindet und immer wieder kurz vor dem Ziel von den dunklen Bewohnern des geheimnisvollen Ortes keinen Einlaß gewährt bekommt. Nachdem ihm sein Psychologe Dr. Philip K. Decker erklärt, daß Boone unter Wahnvorstellungen leidet, Midian nur in seinen Vorstellungen existiert und er offensichtlich ein gesuchter Serienmörder ist, wird Boone vollgepumpt mit des Doktors Psychopharmaka von einem Truck angefahren und landet auf der Station des örtlichen Krankenhauses. Dort begegnet er Narcisse, der ebenso sehnsüchtig nach Midian sucht. Der Ort der Gestalten der Nacht, der Stämme des Mondes. Dort wo das Böse von seiner Schuld befreit wird. Es ist wirklich schade, daß 20th Century Fox Barkers Film unbedingt zu einem Slasher Fantasy Crossover umschneiden mußte. 30 Minuten weniger Handlung sind kein Pappenstil, und so geht dem mit überraschend unaufgeregt daherkommender Tiefe unterlegten Film dann doch ein gutes Stück seines eigentlichen Potenzials verloren. Dennoch, Barkers romantisch herbe Romanverfilmung weiß auch heute noch äußerst gut zu unterhalten, auch wenn nicht jeder Dialog sitzt und der eigentliche Fokus auf die Intrige, der die eigentlich vorhandene Toleranz dem Anderen gegenüber zu zerstören ihr höchstes Ziel ist, der vermeintlich mainstreamtauglichen Gier nach der Sensation geopfert wird. Aber die braucht sich letztendlich für nichts zu schämen, denn was Die Brut der Nacht vor allem im letztem Drittel an Dynamiksteigerung, fantastischen Produktionsdesign, herrlichen Maskenbildner Handwerk und Spezial Effekten auffährt, ist schon mehr als eine wohlwollende Erwähnung in der Geschichte des Horrorfilms wert. Da darf man getrost von einem Genreinferno sprechen. Aufgewertet wird das Ganze von einem absolut gelungenem Cast bis in die Nebenrollen, aus dem vor allem David Cronenberg in der Rolle des wirklich Bösen heraussticht, und dem treibenden Score aus der Feder Danny Elfmans. Keine perfekte Sache, aber vielleicht gerade aus diesem Grund so verdammt attraktiv. Auf den Directors Cut werden wir wahrscheinlich bis zum jüngsten Gericht warten müssen.

7,5/10 Punkte

Dellamorte Dellamore
Francesco Dellamorte ist Friedhofswächter, und das nicht unbedingt auf einem gewöhnlichen Friedhof. Nach sieben Tagen erheben sich die frisch Dahingegangenen aus ihren Gräbern und Francesco hat dann wieder zusätzliche Arbeit. Kopfschuß, Hacke, Schaufel, man kennt das ja. Die Aufräumarbeiten übernimmt zu seinem Glück Gnaghi, sein von Gott mit wenig Hellköpfigkeit dafür aber ordentlicher Körperfülle beschenkter Hilfsarbeiter, der gleich unter Francescos zerfallenem Haus wohnt. Eines Tages verliebt sich Francesco Hals über Kopf in die Witwe eines gerade Verstorbenen. Nach anfänglichen Abweisungen gegenüber Francescos trotteligen Avancen kommt es schließlich zum ersehnten Liebesakt auf dem nächtlichen Friedhof, doch Francescos Glück ist nur von kurzer Dauer. Just im Augenblick der Ekstase erhebt sich der verstorbene Ehegatte aus seinem Grab und beißt seiner Witwe in die Schulter. Francesco greift zweimal zum Revolver, der eifersüchtige Untote wird seiner endgültigen Bestimmung zugeführt, aber auch seine Liebe erhält den für geboten gehaltenen Gnadenschuß. Michelle Soavi galt einst als große Hoffnung des dahindarbenden italienischen Horrorfilms. Erfahrungen konnte er als Second Unit Director für Joe D'Amato, Lamberto Bava und natürlich Dario Argento zu genüge sammeln. Ja selbst Terry Gilliam engagierte ihn für sein Münchhausen Debakel. Nach dem durchaus akzeptablen Debut  mit The Church, stand Soavi aber schon wieder mit Dellamorte Dellamore vor dem Ende seiner Kinokarriere. Was vielleicht eher am nicht mehr vorhandenen Markt für italienische Splatterkost gelegen haben dürfte. Denn Soavis surreal romantisch schwarzhumoriges Horrormelodram mag zwar ganz bestimmt ein wenig unausgegoren daherkommen, doch zu unterschätzen ist es auf keinen Fall. Erzählt wird von der unerfüllten Liebe, dies auf freilich unorthodoxer Art und Weise. Die Einflüsse Soavis Ausbilder sind unübersehbar, leider auch die schlechten. Denn wo Dellamorte Dellamore gerade in der ersten Hälfte mit einer unwiderstehlichen Bildsprache und geradezu liebenswerten Umgangsform mit seinen Figuren überzeugen kann, fällt der Film leider in seiner zweiten Hälfte aufgrund des dann doch schwachen Drehbuchs ab. Plötzlich übernehmen ein paar Längen das Ruder, die durch eine mutigere Arbeit im Endschnitt leicht zu umgehen gewesen wären. Dafür entschädigt jedoch das unbestritten großartige Finale. Alles nur Fantasie?

7/10 Puntke

Pilze, Pilze, Pilze. Überall Pilze, vor allem im Kopf

Ich habe ja erst kürzlich Christian Markhoffs und Werner Timms ersten abendfüllenden Spielfilm Das Geheimnis der Zauberpilze begutachtet und ihre absolut ambitionierte und vor allem beeindruckende Arbeit mit einer für einen Amateursplatter-Spaß außerordentlich guten Wertung belohnt. Fantasie, Kreativität und Gripps, da kann man schon fast von Auteur-Qualitäten sprechen. Schön daß die beiden sich nicht auf ihren Erfolg ausruhen und eine Fortsetzung mit dem Titel Der Fluch der Zauberpilze nicht nur gerade von ihnen angekündigt wurde, sondern auch schon mit der Vorproduktion begonnen wurde. Wie mir Christian Markhoff aka Crippler Criss soeben per elektonischer Post mitteilte fanden schon zwei Castings statt. Im neuem Film sollen die Rollen diesmal auf mehrere Darsteller verteilt und der Fokus vor allem auf Innenaufnahmen gelegt werden. Na klar, auch die Fortsetzung wird wieder ein Crossover aus trashigem Splatter und man höre und staune Krimielementen. Wenn da mal nicht die Grundlagen für ein deutsches Tromaville in Gevelsberg geschaffen werden. Zu wünschen wäre es der deutschen Filmlandlandschaft in jedem Fall. Von der produktionstechnischen Seite sei noch erwähnt, daß an einen Kamerakran und einem Schienen-Dolly gearbeitet wird. Wie die Jungs so ihr geplantes Budget von 1000 Euro einhalten wollten, sei einmal dahingestellt. Der Release des Films ist für Ende 2010 geplant.

Noch eine Weile hin und deswegen sei einmal darauf hingewiesen, daß Das Geheimnis der Zauberpilze ab dem 16. Oktober auf dem Indigo-Filmfest in Wadern-Bardenbach zu sehen ist. Laut indie-stars.de das Wacken des Amateurfilms. Natürlich kann man Das Geheimnis der Zauberpilze auch weiterhin über die auf p.s.y.c.h.o.-productions.com gelisteten Shops beziehen.

Evolution

Schalke hat jetzt offiziell 80.000 Mitglieder. Das sind zwar immer noch 45.000 72.700 weniger als beim FC Bayern unterschrieben, aber auch 45.000 Mitglieder mehr als beim Nachbarn aus Dortmund. Die Sportschau kommentierte dies gestern abend ungefähr so:"In der Not ist man über jeden Mitgliedsbeitrag froh." (aus dem Gedächtnis). Tja, so kann man das auch sehen.  Die Stadt Gelsenkirchen hat Schalke jetzt erstmal die Grundsteuer gestundet. Für die ARD der Vorbote zur Apokalypse. Im Vergleich zu spanischen Geflogenheiten echt Pipifax.  Aber uns Fußballinteressierten erzähle ich da ja nichts neues. Erstaunlich finde ich die Mitgliederentwicklung auf Schalke in jedem Fall, zumal der Verein 2006 gerade einmal popelige 55.000 Mitglieder hatte.

Entwicklung, darauf wollte ich hinaus. Hier ist jetzt wiedereinmal alles neu, aus der Not geboren, Anpassung sozusagen, eben ... Evolution. Alles entwickelt sich mit der Zeit, selbst die Verwirrten in Rom haben das mittlerweile anerkannt (jedenfalls nach außen hin). Also hier ist jetzt links alles ein wenig schlanker und rechts gibt es Zuwachs. Modern halt, aber auch notwendig. Denn die Blogrolle, die schon seit geraumer Zeit immer sträflich da wo eh kaum jemand hinscrollt herumhing, mußte wieder ein wenig nach oben rutschen, damit sich die Chancen erhöhen, daß sie auch entdeckt wird. Kennen wir ja, wie nicht Internetaffine surfen. Google -> film hund fickt frau gratis -> mutanten tiere sensationen -> Hey, Ihr pubertären Gören -> und tschüss. Das war einmal. Jetzt liest er so ungefähr auf der Höhe des Postendes direkt rechts daneben nebenan. Nebenan ist ein Keyword. Vor allem für Leute, die bei Google film hund fickt frau gratis eingeben. Da rattert das Hirn sofort in nur eine Richtung. nebenan -> das nette mädchen von nebenan -> vielleicht hat die ja einen Hund? Und schon hat z.B. Frau Flinkwert einen Klick mehr. Ist doch ne tolle Sache.

Public Announcement

Ich bin hier was am planen dran. Nee, stimmt gar nicht. Ich versuche momentan die Ladezeiten meines Blogs zu optimieren. Es ist gut möglich, daß ich in den nächsten Tagen mit einem neuen Blogtemplate um die Ecke komme. Also nicht erschrecken. Momentan bin ich noch auf der Suche nach einem einfachen Template, das dem jetzigen Design sehr nahe kommt und über zwei Sidebars verfügt. Nein, nicht rechts und links, sondern beide rechts. Mein Problem ist eigentlich die verdammte Tatsache, daß das aktuelle Template nicht mehr richtig mit Blogger zusammenarbeitet und ich den bösen Code einfach nicht finden kann. Egal, für sich selbst kauft man ja auch ab und an neue Klamotten. Der Stil sollte jedoch beibehalten werden. Vielleicht kennt ja jemand ein Template, das so ähnlich ist wie ich es mir wünsche? Dann bitte den in Kommentaren verlinken. Achso, leicht zu customizen sollte es auch noch sein, also nix mit Hintergründen etc. Das wäre super.

So, jetzt mal Butter bei die Fische

Der einzig halbwegs gelungene Scherz beim Relaunch der Harald Schmidt Show (heißt die überhaupt noch so?) war ja wohl er hier ...



Wickie habe ich aber noch nicht gesehen.

Arbeit für den Rekorder 19. - 25. September

Für alle, die hier nicht regelmäßig mitlesen. Die auf der Maschine getippten Tipps stammen von meinem TV Buddie und Filmexperten JMK. Fanpost bitte an www.dieweissewand.blogspot.com oder www.oneyearkiel.blogspot.com. Wenn ihr ein Netbook mit Touchscreen dafür aber ohne Tastatur hättet, wärt ihr jetzt aber ganz schön am Arsch. O.K., hier sind die Links. Wand/Kiel

Samstag, 19. September

Samstag, 19.09.2009, 06.00 Uhr, Vox: Grand Canyon
Für alle aufgebliebenen oder schon wachen Menschen in diesem Lande. Lawrence Kasdan wunderbar feinsinniges, hochunterhaltsames Gesellschaftsabbild, in dem sich episodenhaft Menschen treffen, die sich unter normalen Umständen nie kennengelernt hätten und natürlich alle von einander lernen. Klingt wie die üblich 08/15 Spielberg-Schmonzette, hebt sich von ähnlich gelagerten Beiträgen durch eine zurückhaltende Inszenierung ab, die vor allem nie moralisiert oder zu offensichtlich wertet. Die klasse Darsteller tun ihr übriges.

Schon mal was von Rekordern gehört?

Samstag, 19.09.2009, 13.30 Uhr, Bayern 3: Mythos Wiesn
Wos de Kölna könna, könna de Bayern schon lange. Wiesn-Zeit. Scheint zuamindest laut Film-Deanst a interessante Doku zua sei und wa will denn ned wissn wia es doat zuageht. Aktiv teilnehma dürfte fia Menschn ob dem IQ oana Banane aussa Froge stehn.

Du bist ein Misanthrop.

Um mich mal gleich beim Publikum unbeliebt zu machen ...

Warum stürmte Georg R. mit Molotow-Cocktails, Messern und einer Axt in seine Schule? Der Abiturient gilt als Außenseiter, war in Therapie, phantasierte in Briefen über eine bevorstehende "Apokalypse"...

Ganz großes Tennis, Spiegel Online ...

Mad Max

Rache ist ein Gericht, das am besten Eiskalt serviert wird. Nein, kein klingonisches Sprichwort – als ob Klingonen irgendetwas eiskalt servieren könnten -, ein Zitat aus Mario Puzos Der Pate, das aber im Kontext zu dem aufbrausenden Star Trek Volk erst die volle Ironie entfalten kann, welche in ihm liegt. Rache also, oder ziviler ausgedrückt Selbstjustiz. Und die führt seltenst zur erhofften Erlösung von den auferlegten Qualen, die das zuvor erlebte Unrecht auslöste. Jedenfalls im körperlichen und der Realität verbundenem Kino. Vergessen wir einmal Beatrixe Kiddo, die ist ja eh nur Kino im Kino. Gehen wir zurück ans Ende der 70er Jahre und von da aus wieder ein Stückchen voraus in die nähere Zukunft.

Australien? Vielleicht, aber ehrlich gesagt spielt der Ort hier keine größere Rolle. Die zivile auf einer Rechtsordnung begründete Gesellschaft steht kurz vor ihrem Exitus. Nur das scheint wichtig. Die Wirtschaft ist zusammengebrochen, die Rationalisierungsmaßnahmen erfordern schon Berechtigungskarten für Krankenhausbehandlungen. Die Polizei, längst privatisiert, haust in einem dem Abriß geweihtem Gebäude. Draußen am Tor kann man noch Hall of Justice lesen, das U in Justice baumelt schon bedeutungsschwanger. Auf den Straßen hat der Mob das Kommando übernommen, marodiert durch die kleinen verschlafenen Ortschaften. Raub, Mord, Vergewaltigung. Helden werden bitter benötigt, Max Rockatansky, Polizist der Highway Polizei, ist einer von ihnen. Wenn seine Kollegen bei der Verbrecherjagd versagen ist Rockatansky erfolgreich, den Tod des Kontrahenten immer mit einkalkulierend. Rücksicht auf das Leben der Delequenten kann sich die Polizei in diesen Zeiten nicht mehr leisten, die Unerbittlichkeit Rockatanskys treibt die von ihm Gejagten in die Selbstaufgabe. Er ist ein Polizeistar, zumindest für Polizeichef Fifi, dem man die Vergangenheit auf der Straße sofort ansieht. Wie ein Fels in der Brandung stellt er sich vor seine Leute, doch vor den Winkeladvokaten, die die letzten Reste rechtlicher Ordnung für ihre Klientel auszunutzen wissen, kann er auch sie nicht beschützen. Da muß er sich dem korrupten System beugen und das gerade auf frischer Tat ertappte Bandenmitglied der Höllenjockeys, im Original zynisch Glory Riders genannt, laufen lassen. So stehen Rockatansky und sein Freund Goose schnell ganz oben auf der To Kill-Liste Toecutters, dem Anführer der Höllenjockeys. Für die beiden Freunde im Polizeidienst eigentlich kein Problem. Bis Goose von Toecutter in einen Hinterhalt gelockt wird und nach einem Autounfall bei vollem Bewußtsein verbrennt. Rockatansky möchte daraufhin seinen Job an den Nagel hängen, nicht etwa weil er Angst vor Toecutter und seiner Gang hätte, sondern Angst vor sich selbst. Er verspürt am Kampf auf der Straße gefallen zu finden, den einzigen Unterschied zu Menschen wie Toecutter und seiner Gang sieht er in seiner Rolle als guter Polizist. Rockatansky fährt also mit seiner jungen Familie aufs Land, um Abstand zu gewinnen. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihm. Nachdem seine Frau Jessie an einem Badeort die unangenehme Bekanntschaft mit Toecutter und seiner Meute macht, und bei ihrer Flucht vor dem Bösem ein Bandenmitglied schwer verletzt, schwört Toecutter Rache und stellt ihr nach. Rockatansky wird die Familie genommen werden.

Das besondere an George Millers Film ist keineswegs das schon unzählige Male zuvor erzählte und einfach strukturierte Racheepos, welches sich natürlich auch zu einem gutem Stück aus den zahlreichen Rape'n Revenge und Selbstjustiz Streifen der 70er Jahre generiert. Millers Film ist in seiner Summe mehr als die Geschichte eines Mannes, der den Tod seines Freundes und seiner Familie rächt. Mad Max ist viel mehr. Road Movie, Dystopie, Western, Horror und vor allem die Werdung des Anti-Helden, also auch die Wiederentdeckung des Film Noir. Dabei läßt Miller seinem Protagonisten nicht die geringste Chance dies zu verhindern. Setzt ihn in eine nicht wirklich ausformulierte düstere Zukunft des Zerfalls, die wie eine Allegorie Rockatanskys Seele wirkt. Die sich auf der einen Seite roh und unzivilisiert zeigt, wie Max selbst zu Beginn des Filmes, als er Toecutters Bruder Night Rider in den Tod treibt. Jedoch auch Platz für die schönen Dinge läßt, wie Max Haus am Meer und sein glückliches Familienleben. Noch ist die Endzeit nicht erreicht, wie sie im zweiten Teil der Trilogie vorherrschen wird. In der Max schon längst zu dem geworden ist, dem er sich hier noch erwehren möchte. Er möchte die letzte Chance nicht selbst zu verrohen, seine Ideale zu wahren nutzen. Die Ideale, die er am Ende des Films über den Haufen geworfen haben wird, da er den Glauben an eine gute Welt und alle Hemmungen gegenüber der Gewalt verloren hat. Millers Film mag in seiner Konsequenz an Cravens frühe Filme erinnern, in der unbescholtene Bürger selbst jegliche rechtschaffene Moral verlieren und zu Totschlägern werden, nachdem ihnen ihre Angehörigen auf brutalste Weise genommen wurden. Doch anders als bei Craven ist Rockatansky jemand, der sich mit dem Geschäft des Todes schon längst auskennt und daher seinen Amoklauf vorrausahnen kann, ihn verhindern möchte. Er möchte nicht so wie diejenigen enden, die er tagtäglich jagt. Das implementiert der Geschichte das zusätzliche tragische Moment, daß uns gleichsam der Brutalität und Hinterhältigkeit Toecutters Verbrechen Rockatanskys Taten vielleicht ein wenig leichter akzeptieren läßt. Uns auf seine Seite zieht, obwohl wir wissen, daß die Form seiner Rache nicht rechtens sein kann, unterscheidet sie sich doch nicht von der des Antagonisten. Miller bereitet eine über einstündige Exposition, in der er uns sehr gezielt und genau auf den Ausgang seines Filmes vorbereitet. Doch wenn Max im Finale seinem Opfer nur die Möglichkeiten läßt sich das Bein abzusägen oder den Tod zu akzeptieren, hat er schon längst die Schwelle von der einfachen Rache zur absoluten Bösartigkeit überschritten. Und wenn wir über diesen Zynismus schmunzeln oder gar lachen können, wenn er in uns ein Gefühl der Genugtuung hervorruft, das Siegergefühl auslöst, das wir schon als Kinder empfanden, als Old Shatterhand mit Winnetous Hilfe am Sonntag Nachmittag über den Ölprinzen siegte, dann hat Miller sein Ziel erreicht. Dann sind wir selbst zum Mad Max geworden..., dann haben unsere Gefühle über unseren Verstand gesiegt, dann haben wir uns selbst von der Gewaltspirale vereinnahmen lassen, der der Film trotz seiner exploitativen Attitüden doch eindeutig skeptisch gegenübersteht. Max Rockatansky ist am Ende nicht Brave Max, er ist der Irre, der Wahnsinnige Max. Der Wahnsinn ist kein gesellschaftlich akzeptierter Zustand. Der Wahnsinn wird isoliert. Miller verfolgt einen teuflischen Plan und der geht auf. Keine überflüssigen Worte zu seinen grandiosen handwerklichen Mitteln, die gibt's on top. Ein exzellenter Film.

9/10 Punkte

Frosty, this is crazy!

Ich habe es ja schon am letzten Freitag anklingen lassen, daß ich die beiden Alien versus Predator Filme für großen Mumpitz halte und stattdessen den zweiten Teil der beiden für den PC erschienenen Spiele in den Himmel gelobt. Als ich einen entsprechenden Link suchte, war ich doch recht erstaunt, daß das mittlerweile 8 Jahre alte Spiel in der uncut Version (USK18) immer noch für knappe 30 Euro über den Ladentisch geht. Ein 8!! Jahre altes Computerspiel für knappe 30 Euro? Da wundert man sich schon und die Neugierde ist geweckt. Ich glaube den letzten Ego-Shooter habe ich vor ein paar Jahren gespielt, es muß Quake 4 gewesen sein, und ganz ehrlich, das Ego-Shooter Spielprinzip konnte mich trotz der damals echt guten Grafik etc.. nicht mehr lange bei Laune halten. Nach vier oder fünf Maps war für mich Ende. Das mag wohl daran liegen, daß sich eigentlich seit ungefähr zehn Jahren, sprich dem Erschneinen von Half-Life, mit seiner ausgeklügelten Story und den vielen gescripteten Elementen, im Ego-Shooter Bereich außer der Grafik, der künstlichen Intelligenz der Gegner und vielleicht ein nicht mehr so linearer Spielablauf nicht sehr viel geändert hat. Einen Weg von A nach B suchen, Schalter finden und zwischenzeitlich Medipacks und Munition aufnehmen. Gegner plätten dabei nicht vergessen. Klar, ein paar rühmliche Ausnahmen, die sich um echte Innovationen bemühten, gab es immer. Aber wenn man ehrlich ist, blieben die großen Quantensprünge, wie sie mit dem Betreten der dritten Dimension in Castle Wolfenstein (böse und verboten) und der Erfindung des Death Matches in Doom (ebenfalls böse und verboten) aus.

Zeit, undendlich viel Zeit ...

Fast Forward >> Metaluna IV antwortet nicht

Er ist schon so eine Mischung aus Albert Einstein und Buck Rogers, unser Dr. Cal Meacham. Zur Arbeit kommt er mit dem Düsenjet ... Wooooommmmm. Das läßt Jungenherzen höher schlagen. Und wenn er den Beweis erbringt, daß Atomwissenschaft doch mit der Elektronenwissenschaft in Verbindung steht, dann wird er natürlich von sich aus die Reporter benachrichtigen. So ein Genie kann nur die Aufmerksamkeit der Bewohner von Metaluna erwecken, die händeringend nach einer Lösung ihrer Energieprobleme suchen und dazu eine konspirative Forschungseinrichtung in hügeligen Landschaft Georgias errichteten, in der sie die besten Wissenschaftler unwissend für ihre Sache tüfteln lassen. Wichtig ist da vor allem der Interozitor, eine übergroße Fernsehkommode, die Autobahnen innerhalb von Minuten bauen könnte und über einen dreieckigen Bildschirm verfügt – runde gibt es erst später. Eingesetzt wird der Interozitor jedoch zur Gedankenumformung und Kommunikationszwecken. Also doch nur ein iPhone aus dem All. Meacham ist kein Blödmann und kommt schnell auf den Trichter, daß die silberhaarigen Großköpfe, die ihm mit all der neuen Technik ködern wollen, nicht ganz koscher und eigentlich nur auf der Suche nach synthetischen Uran sind, das den ihren Planeten umgebenden Schutzschirm befeuern soll. Ehe er sich versieht, ist er schon unterwegs nach Metaluna, seine alte Flamme Dr. Ruth Adams im Gepäck. Dort werden die Beiden von albernen Matte Paintings und dem aberwitzigen Plan der Umsiedlung aller Metaluna Bewohner auf die Erde empfangen, da Metaluna den Krieg gegen die Zhargoner nicht mehr gewinnen kann. Was lernen wir daraus? Selbst Zivilisationen, die unserer heutigen Wissenschaft um Äonen voraus sind, sind am Arsch, sobald ihre Uranvorkommen versiegen. Atomausstieg sofort.

Satte 6/10 Hirnbruzzler Punkte

[edit] Für alle die vielleicht noch zweifeln (siehe Kommentare) und es nicht schon längst zumindest am Bild erkannt haben. Ja, der Film ist genau das, was man mit unfreiwillig komisch bezeichnet.

District 9

Ja, die Außerirdischen, die lassen uns ja irgendwie doch nicht los, seitdem die Amerikaner irgendwann vor mehr als 60 Jahren einige Flugexperimente in der Wüste Nevadas durchführten und die Landbevölkerung die Überreste eines Absturzes fand. Im Kino durften die Aliens, was nichts anderes als Ausländer bedeutet, dann erst als Anti-Kommunismus Propaganda herhalten, bevor Steven Spielberg und noch einige andere Regisseure dann ihr Potential als Retter, Freunde und Verfolgte erkannten. Seit ungefähr 15 Jahren dürfen sie im Kino aber wieder ihren in den 50er Jahren angedachten Erdannexionsplänen nachgehen. Kein Wunder, daß die in Neill Blomkamps Film District 9 gezeigten Aliens jüngerem Kinopublikum äußerst neu und frisch vorkommen dürften. Die sind nämlich am Anfang seiner Arpartheidsallegorie schon auf der Erde, genauer gesagt Johannesburg/South-Afrika, angekommen bzw. gestrandet und fristen nun aufgrund ihrer Andersartigkeit ein aus menschlicher Sicht bedauernswertes Leben in einem Township. Eben jenem titelgebenden District 9. Und das schon seit 20 Jahren.

Von den Menschen wird der unangemeldete Besuch aus dem All, eine Mischung aus Dr. Zoidberg (sie haben ungefähr die gleichen Tischmanieren), Dreamworks Antz (ja, ja es gibt auch niedliche und schlaue) und einer Horde Paviane, die gerade über die Feldküche Dr. Livingstones herfällt, der Einfachheit halber abfällig Prawns, in der deutschen Synchro Shrimps, genannt. Man kann sich die Debatte, nach welch geltendem Recht sie denn nun behandelt werden sollten - internationales Artenschutzabkommen oder Genfer Menschenrechtskonventionen - gut vorstellen. Aufgrund der kulturellen und biologischen Gegensätzlichkeit mit den Menschen scheint ein friedliches Nebeneinander oder gar Miteinander einfach nicht möglich. Ganz im Gegenteil, Johannesburg wird immer mehr zum Brennpunkt von Unruhen und Konflikten. Die MNU, ein privates Sicherheits- und Militärunternehmen, überwacht nicht nur District 9, sie soll auch für die Umsiedlung der mittlerweile auf 1,8 Millionen Aliens angewachsenen Bevölkerung in das neu eingerichtete und 250 Km vor Johannesburg liegende Zeltlager District 10 sorgen. Als Leiter der Aktion wird Wikus van de Merwe auserkoren, ein trottelig naiver Bürokrat, der mit Leichtigkeit auf dem ersten Blick mehr als Opfer seiner Berufung denn als des Teufels General ausgemacht werden darf. Daß die Umsiedlung unter der Leitung eines solchen Idioten in Verbindung mit dem Haufen verwegener Hunde, den die Söldner der MNU darstellen, nicht gut gehen kann, ist dabei so klar wie Kloßbrühe.

Es ist schon irgendwie schade, daß Blomkamp den eingeschlagenen Pfad der dokumentarischen Satire, den er in der ersten Hälfte verfolgt, immer mehr zugunsten einer vermeintlich sicheren Actiondramaturgie in der zweiten Hälfte verläßt. Ja, unnützer Weise sogar seinem Stoff den Boden unter den Füßen wegreißt, indem er zwei nur allzu menschliche Außerirdische auswählt, von deren Überleben die Rettung Wikus und der übrigen Alienbevölkerung abhängt. Es ging doch in der ersten Hälfte um die Unfähigkeit der Menschheit sich mit dem Fremden zu arrangieren. Wie blöd nur, daß seine Opferhelden dann doch nichts anderes als die üblichen Kandidaten altbekannter Kinomechanismen darstellen. Da wünschte man sich Blomkamp hätte sein Publikum doch vor eine schwierigere Aufgabe gestellt. Der Film wirkt dadurch in seiner Gesamtheit als hätte Michael Moore zusammen mit Terry Gilliam Paul Verhoevens Robocop und Starship Troopers adaptiert, und nach 50 Minuten kapern McG und Michael Bay den Vorführraum des Kinos und zeigen ihr gemeinsames Remake Steven Spielbergs E.T.. Ob das gutgehen kann darf sich jeder selbst ausmalen. Dabei sollte man nicht die Verquickung von Arthouse- und Mainstreamkino verdammen - diese schreckliche Selektion von Anspruch und hirnfreien Popcorn im Kino der letzten Jahre ist ja gerade das große Ärgernis, und daß Blomkamp mit District 9 hier offensichtlich ein Zeichen setzten möchte, ist wirklich äußerst begrüßenswert -, sondern einfach die unnötige Plattheit, mit der Blomkamp seinen Stoff zu Ende bringt. Die Frische und Verve, mit der sein Film nicht nur dem Genre anfangs begegnet, endet dann doch im Einheitsbrei der inhaltlichen Langeweile. Untermalt von Ethno Tunes XIV CD 2 Track 6.

6,5/10 Punkten

Arbeit für den Rekorder 12. - 18. September

Diejenigen, die hier regelmäßig mitlesen, werden noch wissen, daß JMK heute mit dem Flugzeug nach Mainhattan fliegt. Hoffen wir, daß nichts passiert. Holm und Leistenbruch, oder wie man wünscht … Das Fernsehprogramm der nächsten Woche ist gespickt mit ein paar vermeintlichen Highlights, viel unbekannten TV-Film und noch mehr Wiederholungen. Also same procedure as every week. Wenn man Peer Schaders Bericht über die Zukunftspläne der TV Sender glauben schenkt - und das darf man natürlich, der Mann kennt sich schließlich aus -, wird es in Zukunft nicht besser, höchstens schärfer und teurer.

Samstag, 12. September

Samstag, 12.09.2009, 14.35 Uhr, Eins Festival: Sonntag in New York Sonntag ist ja idealerweise der Tag der Woche, an dem alles ein wenig langsamer, entspannter läuft, oft genug in Zeitlupentempo und an dem man ausruhen und relaxen kann. Daher logisch, dass der Film an einem Samstag gesendet wird. Einer der frühen Filme mit Jane Fonda, ich mag mich an eine gutgelaunte Komödie erinnern, die sprtizig und gutgelaunt daherkommt und ein wenig dieses beschriebene Gefühl erweckt.

Ich hätte jetzt gedacht aufgrund seines Titels wäre der was für den Sonntag. Aber so kann man sich irren.

Samstag, 12.09.2009, 22.30 Uhr, Tele 5: Ginger Snaps - Das Biest in dir Die gute Ginger hat nun auch schon fast 10 Jahre auf dem Buckel, empfand das seinerzeit als durchaus erfrischenden Werwölfinnen-Beitrag. So ist Ginger Snaps ja nicht nur Werwolf-Horror, sondern auch ein recht gelungener Beitrag zum Coming of Age-Thema, das vor allem durch die guten Darsteller getragen wird.

22:40 Uhr Darkman (RTLII)
Ja, manchmal geht es auch anderherum. Erst der Film, dann das Comic. Sam Raimi hat mit dem Darkman eine schöne Rachestory ausgeheckt. Liam Neeson kann man hier sogar noch als Action-Horror Schauspieler akzeptieren. Gefällt in jedem Fall, auch wenn es natürlich im Genre begründet arg vorhersehbar daherkommt. Schön.

Sonntag, 13. September

Sonntag, 13.09.2009, 17.05 Uhr, SAT1: Schweinchen Wilbur und seine Freunde Tierhorror an einem Sonntagsnachmittag? Nun ja fast...Dakota Fanning spielt mit. Ach was soll ich sagen: ich musste am Ende eine kleine Träne verdrücken. Ein wirklich herzallerliebster "Familienfilm" (was für eine bescheuerte Kategorie), um ein kleines Schwein, dass dem Schlachter zugeführt werden soll, aber eine kleine Spinne sorgt mit List und Tücke für die Rettung. Wirklich gelungen Mischung aus Empathie, Witz und ein wenig Spannung. Darf sich getrost in die Reihe der gelungenen "Sonntagsfilme" einreihen.

Schnief, kann ich aber nicht gucken, da Schalke in Köln spielt.

Sonntag, 13.09.2009, 20.15 Uhr, Tele5: Der Stoff, aus dem die Helden sind Klassiker. Einer meiner Lieblingsfilme. Philip Kaufmans Romaverfilmung ist ein wahres Heldenepos das die Anfänge der bemannten Raumfahrt erzählt. Eine weitgehende unkritische, nichtsdestotrotz ambivalente Betrachtung der Ereignisse mit striktem Fokus auf die ersten Astronauten um John Glenn, die ihren Reiz vor allem aus dem geglückten Spagat zwischen privaten, beruflichen Problemen und den Verstrickungen der Weltpolitik zieht. Grandios fotografiert und inszeniert und die Besetzung ist mit Ed Harris, Scott Glenn, Sam Shepard, Fred Ward erste Sahne. Pflicht, aber sowas von, vor allem im 40ten Jahr der (vermeintlichen) Mondlandung.

Den habe ich ehrlich gesagt noch nie durchgehalten. Oder, falsch, ich habe den noch nie von Anfang gesehen. 3 Stunden sind aber auch immer heftig. Gestern nochmal Heat gesehen, da muß ich mal eine Neubewertung vornehmen.

20:15 Uhr Die Simpsons – Der Film (Pro7)
Natürlich, nach den fantastischen Teasern und dem allgemein üblichen Hype konnte das alles ja nur in einer mittelmäßigen Enttäuschung enden. Das liegt aber bestimmt auch in der Tatsache begründet, daß man eine 20 Minuten Show nur schwerlich auf einen 90 Minüter aufblähen kann ohne Längen zu riskieren. Dennoch – nein, das ist jetzt kein Kniefall, sondern nüchterne Betrachtung -, die Simpsons sind und bleiben die größte TV Show aller Zeiten. Mit der Betonung auf TV.

22:05 Uhr Team America (Pro7)
Ja, ja, ja → Klick mich

Montag, 14. September

Kinotag

Dienstag, 15. September

21:00 Uhr Die Yes Men reparieren die Welt (arte)
Das könnte tatsächlich sehr lustig werden. Christian Ihle & Horst Motor schreiben auf dem tazBlog Monarchie & Alltag folgendes:“Zwei Scherzkekse mit Idealen mogeln sich auf die Bühnen der bösen Wirtschaft: Michael Moore meets Christian Ulmen meets Beastie Boys – ist genauso großartig wie es klingt.“ Na dann Guten Appetit.

Mittwoch, 16. September

20:15 Uhr Der Mann mit den zwei Gehirnen (SRTL)
Sein Name ist so kompliziert, ich schaffe es noch nicht mal in aus der Fernsehzeitung abzutippen. Hfuhruhurr, puh, hat ja doch noch geklappt. Steve Martin in einem fantastischen Film vom kürzlich leider verstorbenen Carl Reiner. Zwischen Mad Scientist B- Movie Persiflage und feiner Slapstick. Ich weiß gar nicht wie oft ich den Film schon gesehen habe, das letzte mal ist aber schon eine Weile her. Ich liebe ihn, ja ich liebe ihn. Großartig albern.

Donnerstag, 17. September

20:15 Uhr X-Men 2 (VOX)
Besser, böser und bombastischer! Schreibt meine TV Gazette, ich frage mich nur als was. Klar, auf Halle Berry im Lederkostüm fahren die Teenies und Comicnerds ab wie Homer Simpson und jeder amerikanische TV Bulle der 80er auf eine Packung Donuts. Ich habe die Begeisterung für Bryan Singers X-Men nie richtig teilen können, mir ist das ehrlich gesagt einfach zu laaaangweilig in seiner Gute Freaks retten die Welt 08/15 Dramaturgie.

Donnerstag, 17.09.2009, 22.40 Uhr, VOX: Alien vs. Predator Jau. Das Schleimvieh gegen das Grunzvieh. Nett, geht völlig in Ordnung als das was es sein will: Straighter Actionfilm der zwei der beliebtesten Horrorfiguren vereint. So unblutig der ist, so spannend ist er inszeniert, leider war das der erste Film (zumindest mir bewusst), der die Kampfszenen mit Schnitten wie Maschinengewehrsalven unterlegte, dass es keine Freude mehr ist. Gemessen an dem idiotischen Nachfolger schneidet der noch besser als und es gilt ja eh:besser ein Paul Anderson, als ein P.T Anderson.

Du kannst das ruhig ein wenig deutlicher ausdrücken, ich mag den Paule Anderson ja irgendwie auch, doch hier hat er eindeutig großen PG13 Rotz abgeliefert. Null Kreativität. The Cube trifft auf zwei zurechtgestutzte Horrormythen. Überflüssig wie ein Kropf. Lieber mal hier noch mal reinschauen, das ist Action + Spannung + Spaß und dürfte mittlerweile sogar auf Netbooks laufen.;)

Freitag, 18. September

20:15 Uhr Star Wars: Episode I (Pro7)
O.K., das Thema wurde ja nun schon zu Genüge durchgenudelt. Fakt ist: Die Alten erwarten Chewieee und Jaba the Hut, bekommen aber nur ein dreimalkluges Hollywood Kind und eine nervige CGI Kaulquappe. Die Jungen erwarten ordentliche CGI Äktschn, ein wenig Fantasy Dynastie Gedöns und Teenie-Prinzessinen. Letzteres hat George Lucas Prequel zu bieten.

Damit wäre aus JMKs und meiner Sicht alles zum TV Programm der nächsten Woche geschrieben. ... mehr wissen wie jede Woche auch die anderen:
Blockbuster Entertainment, Kino, TV & Co und immer wieder ab samstags. Und sonntags gibts den ultimativen Filmtipp der Woche von Kaiser_Soze.

THX 1138

„Work hard, increase production, prevent accidents and be happy.“

Die Menschheit hat es in George Lucas Zukunft ziemlich hart getroffen, wurde ihr doch dort in dieser unterirdischen Stadt nicht nur die Individualität geraubt, sondern auch noch ihre Gefühlswelt. Sie ist nur noch Produktionsfaktor, der in diesem technokratischen, auf völlige Effizienz rationalisierten System - von einem Staat kann keine Rede mehr sein – lediglich konsumieren darf und dessen Gefühle mittels vom System verordneten Psychopharmaka ausgeblendet werden. Wer gegen die Einnahmepflicht der Pillen verstößt ist ein Verbrecher. Die Bilder des Filmes künden davon in großen und kleinen Details. Daß den Schauspielern von George Lucas noch Augenbraue, Brust- und Intimbehaarung gelassen wurden, kann nur auf eine Unaufmerksamkeit oder einem Kompromiß des Regisseurs mit dem Cast zurückzuführen sein. Einen Kompromiß, den er seinen Zuschauern nicht zugesteht. Zahlenreihen, das Rattern der Computerrelais und Plotter, verschwommene Bilder aus den Überwachungskameras, sich ständig wiederholende Phrasen von Tonbändern. Lucas verlangt dem Interessierten in der ersten Hälfte seiner ökonomischen Hölle eine Menge ab. Er läßt ihn ohne Gnade an der Monotonie seiner Welt teilhaben.

Das ändert sich jedoch als THX 1138 etwas neues an sich entdeckt. Seine Mitbewohnerin LUH 3417 ändert heimlich die Zusammenstellung der täglichen Medikamentation, was zur Folge hat, daß THX 1138 zum ersten mal in seinem Leben Gefühlen ausgesetzt ist, mit denen er letztendlich nicht zurechtkommt, da sie fremd für ihn sind. Er weiß nicht was mit ihm los ist, sucht Rat in einer der vielen Beratungsboxen, die ihm ähnlich einem Beichtstuhl in der Kirche vom System angeboten werden. Dabei ist er doch nur in LUH verliebt. Das System duldet solch starke Emotionen wie Liebe jedoch in keinem Fall, und so werden THX und LUH aufgrund der Drug Violation und des noch viel schwerwiegenderen Vergehen der Sexual Perversion angeklagt. Das System ist effizient, THX wird einer medizinischen Kognition unterzogen und in die Psychiatrie verlegt, um vielleicht später einmal wieder dem System zu dienen.

Das ist eine gar nicht mal so entlegene Welt, in die uns George Lucas anno 1970 in seinem Debutfilm THX 1138 schickte. Natürlich, Dystopien sind doch auch nur ein Konglomerat aus Gegenwartsproblemen und den sich daraus ergebenden Zukunftsängsten der Menschheit. Vielleicht kann man sich genau deshalb auch erst Jahre später erst wirklich frei mit ihnen beschäftigen. Zum Glück ist ja doch nicht alles ganz so arg gekommen, wie vom Erzähler prophezeit. Lucas thematisiert die Angst vor der ökonomischen Technisierung und den mit ihr einhergehenden Verlust der Identität des Einzelnen. Dabei geht er in seiner Zukunftsvision soweit, daß er den Film selbst äquivalent effizient zum System über das er erzählt gestaltet. Was sich nicht nur im äußerst reduziertem Setdesign, das selbst nur aus Betongängen, Computerbildschirmen und karg ausgestatteten Wohnzellen zu bestehen scheint, widerspiegelt - die Psychiatrie schildert er sogar als einen einzigen unendlich tiefen weißen Raum, in dem die Figuren irgendwann als Punkt am Horizont erscheinen oder verschwinden -, sondern auch in der simplen, doch ausreichenden Storyline, die auf ein DIN A4 Computerausdruck passen dürfte. Das ist natürlich der Duft New Hollywoods, mit seinem typischen künstlerisch intellektuellen Geist. Heute im völlig durchkatalogisierten Kino wohl auch Arthouse genannt. Da wirkt das Finale des Filmes mit seiner Verfolgungsjagd, die unweigerlich an Lucas noch folgende Blockbuster erinnert, schon fast wie ein Fremdkörper. Die im Directors Cut nachträglich eingefügten Computereffekte verstärken diesen Eindruck nicht unwesentlich.

7/10 Punkte

Plitsch Platsch Plitsch Platsch

Es ist ja schon erstaunlich, daß ein Fußballspiel mit 4 Toren soetwas von vor sich hinplätschern kann. Da liegt ja doch die Vermutung nahe, das Spiel der Nationalmannschaft paßt sich dem Rahmenprogramm des ZDFs an. Mein Gott, wer sagt eigentlich mal der Frau Müller-Hohenstein (oder wie die heißt), daß das Sprechen durch die Zähne nicht seriös wirkt, sondern einfach nur blöd. Und Olli Kahn, wo sind nur seine Eier geblieben? Wenn dann noch Jogi Löw zur Baldrian-Runde stößt, hört man ja schon gar nicht mehr zu, da man entweder schon vorher eingeschlafen ist oder sich halt in der Küche noch eine Schnitte schmiert. Schmierwurst fein und eine Scheibe Herbst Gouda (keine Ahnung, war im Angebot) auf die Hand. Falls einer von meinen Lesern nicht einschlief oder in der Küche eine Schnitte schmierte. Hat man Jogi Löw gefragt, ob er sich auch solche Sorgen um Miro Klose gemacht hat, als er da so plötzlich vor dem Strafraum zusammenbrach, nachdem er sich den Ball zu weit vorgelegt hatte? Ich dachte ja zuerst an einen Scharfschützen auf dem Stadiondach ...

Fast Forward >> Pusher II

Mit der Fortsetzung seines äußerst beeindruckenden Debutfilms Pusher hätte es sich Nicolas Winding Refn einfach machen können. Einfach an der Stelle weiter machen, an der er seinen von den großen Fischen gejagten kleinen Fisch Frank am Ende seines Films verlassen hat. Doch es geht dem Dänen offensichtlich gar nicht mehr um die immer wieder von neuem erzählte Crimestory aus dem Millieu, es geht ihm um die Menschen in den immer wieder von neuem erzählten Crimestories aus dem Millieu. Es geht um Tonny, diesen riesigen Kerl mit Glatze, sein ganzer Körper mit Tätowierungen überseht. Auf seinem Hinterkopf steht in großen Lettern RESPECT. Respekt ist jedoch genau das Element in Tonnys Leben, das ihm ständig verweigert wird. Egal ob es die Huren sind, die sich über seine nicht vorhandenen Steherqualitäten amüsieren oder ob sein Vater, in der Szene nur Der Schmied genannt, ihn gar nicht erst in seiner „Werkstatt“ arbeiten lassen möchte. Das mag an Tonnys chaotischen Junkiedasein liegen. Daß er jedoch erst durch die offensichtliche Nichtbeachtung seines Vaters zu diesem Junkie wurde, der er jetzt ist, ist nicht auszuschließen. Refn läßt in seiner Art der Erzählung viel Interpretationsspielraum. Obwohl sich Tonny seinem Vater gegenüber größte Mühe gibt Vergangenes wieder gut zu machen und sich bei ihm endlich ein wenig Respect zu erarbeiten, behandelt der Alte ihn wie einen Fremden. Ja, noch viel schlimmer, er macht keinen Hehl daraus, daß ihm Fremde mehr am Herzen liegen. Vielleicht ist Tonny auch nicht der Klügste, wenn er dem Schmied einen gestohlenen Ferrari in die Werkstatt stellt, ohne daß es eine Bestellung für ein solches Luxusauto geben würde. Refn steigert die Demütigungen, die Tonny über sich ergehen lassen muß, äquivalent zu der Anzahl von Strohhalmen, die Frank im ersten Teil auf der Suche nach einer Lösung seines Schuldenproblems nacheinander wegbrachen und läßt die kleinen Gaunergeschichten so noch mehr in den Hintergrund treten. Obwohl auch Pusher II als Krimi-Drama daher kommt, liegt der Fokus unverkennbar auf dem Vater-Sohn-Konflikt, den Refn im Finale ins Unermeßliche zu steigern weiß, dabei aber niemals die menschliche Dimension aus den Augen verliert. Doch diesmal gönnt er seinem „Helden“ ein optimistischeres Ende, als er es Frank im ersten Teil noch zugestehen wollte. Was in Anbetracht des Sujets, in dem sich Refns Protagonisten bewegen, nicht unbedingt die Erlösung von allen Problemen bedeuten muß. Wurde Pusher schon zu einem großen Teil von der Leistung seiner Darsteller getragen, legt Mads Mikkelsen hier in der Hauptrolle nochmal etliche Schüppen an Schauspielkunst drauf. Mikkelsens Tonny ist fast schon beängstigend echt.

8,5/10 Punkte

Nationalitäten auf den Punkt gebracht ...

Was ist deutsch an diesem jungen Mann? Türkisch spricht er genauso gut wie deutsch. Mesut: „Pünktlich bin ich, und Ordnung halten ist wichtig. Es muss immer alles geputzt sein.“ Özil (Lieblingsklubs sind Barcelona und Fenerbahce Istanbul) ist kein Halodri, der sich vom ersten Monats-Gehalt einen Porsche kauft und mehr in Discos als auf dem Platz tanzt.

O.K., aus welcher Redaktion der obige Beweis Mesut Özils Berechtigung zur deutschen Staatsbürgerschaft stammt, muß ich wohl nicht explizit erwähnen. Ich frage mich jedoch, ob ich nun meinen deutschen Pass abgeben sollte, da ich nach den Kriterien der betreffenden Redaktion unmöglich Deutscher sein kann. Da hilft es mir auch nicht, daß ich mir damals von meinem erstem Gehalt auch keinen Porsche angeschafft habe. Puuh ..., was bin ich jetzt nur?

Pull my Heart away

Das Geheimnis der Zauberpilze

Kommen wir jetzt einmal zu einem ganz anderem Thema. Dem Amateurfilm. Wenn ich jetzt noch ein wenig genauer werde und das Ganze in Richtung deutscher Splatter Amateurfilm präzisiere, dann werden die meisten meiner Leser garantiert die Hände über den Kopf schlagen und schreiend davon laufen. Zurecht. Was da in mitunter in den Videotheken auftaucht oder auf Börsen zu Wucherpreisen an den Mann gebracht wird, kann in der überwiegenden Mehrheit einfach nicht akzeptiert werden. Also reden wir auch nicht mehr vom deutschen Amateur Splatter, sondern lieber vom Independent Kino, wenn wir uns hier an dieser Stelle in die Ruhrgebietsrandzone Gevelsberg begeben, was den beiden Regisseuren Christian Markhoff aka Crippler Criss und Werner Timm aka Master W definitiv gerechter wird.

MTV Generation, das war einmal. Beavis & Butthead sind Geschichte, Jay und Silent Bob selbst nur noch ein verrauschtes Bild der Erinnerung. Jugendkultur, du hast es schwer, denn das Fernsehen liefert keine weiteren Vorbilder nach, nur noch arschglatt aus des Controllers Sicht rationiertes Klingeltonwerbejingelgewitter, das zwischendurch von billigst Casting Shows, die elfjährige Mädchen möglichst früh an ein konsumfreundliches Frauenbild heranführen sollen, unterbrochen wird. Also machen sich in das Geheimnis der Zauberpilze tatsächlich die beiden Inkarnationen oben erwähnter Abbilder der Jugend längst vergangener Tage auf den Weg in den Wald, um das Wochenende mit Zelt und Alk zu verbringen. Was soll man sonst auch machen. Alkohol kann bekanntlich gefährlich werden und so kommt es zur unausweichlichen Tragödie, aus Spaß wird ernst, der Lange erschlägt den Kurzen im Rausch. Ein Unfall im Delirium, unverzeihlich, tragisch. Doch die Chance auf Wiedergutmachung ergibt sich am nächsten Morgen als der Lange die Leiche seines Freundes im Wald verscharren will und ihm Rumpelstilzchen über den Weg läuft. Es gibt da Pilze mit vitalisierender Wirkung, die Tote wieder zum Leben erweckt. Er müsse sich nur auf dem Weg zum Einsiedler machen, der könne ihm mehr verraten.

Man kann natürlich auf seiner Couch sitzen bleiben, eine Silberscheibe nach der anderen in den Player werfen und sich jahrelang immer nur wieder über die Filme unterhalten, streiten oder ablachen, die von großen und kleinen Studios auf der anderes Seite des großen Teichs produziert werden. Oder man schreibt selbst ein rudimentäres Drehbuch, schnappt sich die HD Kamera und geht in die Wälder der näheren Umgebung und läßt seiner filmischen Ader freien Lauf. Daß dies gar nicht so einfach ist, davon kann man sich auf den Videoportalen im Internet überzeugen. Umso respektabler ist das hier vorliegende Ergebnis so eines irren Plans. Markhoff und Timm haben es tatsächlich geschafft einen dichten 90 Minüter herbeizuzaubern, dessen Essenz sich keineswegs aus einer losen Aneinanderreihung von Schmuddeleffekten generiert. Dazu lieben sie den Film an sich zu sehr, was man ihrer Produktion vor allem in der zweiten Hälfte deutlich ansieht, der hier nicht wie so oft an Fahrt verliert, sondern erst so richtig aufnimmt. Da verläßt ihre Reise in den Horrormärchenwald endgültig die Restrealität, nur unterbrochen von den überflüssigen Unterbrechungen, die den Zuschauer direkt ins Wohnzimmer von Crippler Criss und Master W katapultieren, wo sich darüber gestritten wird, ob das Gesehene nun Der Herr der Ringe des No-Budget Films oder reiner Trash ist. Die Wahrheit liegt wie immer dazwischen. Trash na klar, das soll es sein. Aber für echten Trash ist ihr Film dann doch nicht dämlich genug. Die Vermischung des Fun Splatters mit den Topoi des Märchens ist einfach zu intelligent und eigentständig, als daß man die Nase rümpfen dürfte. Der Vergleich mit Peter Jacksons Monumentalwerk kann dann auch nur im Aufwand begründet sein, den die Postbearbeitung des Videomaterials der einjährigen Dreharbeiten offenlegt. Denn auch optisch kann sich Das Geheimnis der Zauberpilze locker von der üblichen No-Budgetkost absetzen, da hätte es der verdreckten Objektive gar nicht bedurft, das sieht schon eh alles nach echtem Zelluloid aus. Der erstaunlich gelungene Score weiß diese Atmosphäre noch einmal zu untermauern. Was man mit 1000 Euro filmisch so alles erreichen kann. Und da wären wir auch schon an der Schattenseite des Films angelangt. An Schauspieltalent mangelt es dem Film natürlich, denn Markhoff und Timm mußten alle Rollen selbst übernehmen, und da verhält sich ihr Können äquivalent zu dem ihrer großen Vorbilder, die dann auch höchstens mal in einer Nebenrollen zu sehen sind. Gerade in der ersten Hälfte stört dieser Makel dann doch stärker, als daß der ansonsten sehr gelungene Film dagegen ankämpfen könnte. Denn so manches was als lustig, satirisch oder einfach nur wild aufgefaßt werden möchte, schlägt dann doch in Nerverei um. Schade, in Anbetracht der dürftigen Produktionsbedingungen, kann dies dem insgesamt mehr als positiven Eindruck des Filmes jedoch nicht wirklich etwas anhaben. Hauptsache Christian Markhoff und Werner Timm haben ihren Film gedreht, der im letztem Drittel sogar noch mit interpretationsfreudiger Selbstreferenzialität aufwarten kann. Für den in Deutschland so gut wie nicht existenten Genrefilm kann das nur gesund sein. Mehr davon.

5/10 Punkte

Bezugsquelle

Arbeit für den Rekorder 05. - 11. September

Unglaublich. Da läuft noch nicht mal des ZDFs Altenheimgala Wetten Daß? oder Pro7s Monumental-Berieselungskonzept Schlag den Raab, sondern lediglich ein Testspiel unserer in den letzten zwei Jahren so dröge aufspielenden deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Südafrika, und schon schalten alle anderen Sender auf „Uns guckt doch heute eh keiner, also brauchen wir auch nur so tun als ob wir ein Programm für Samstagabend hätten.“ JMK hat dennoch etwas entdeckt.

Samstag, 5. September

Samstag, 05.09.2009, 06.00 - 06.00 Uhr, rbb/arte: 24 h Berlin Ein Tag im Leben Berlins. Prominente wie Barenboim, Wowereit, de Maiziére und weitere 77 "Normalbürger" wurden einen Tag lang mit Kamera begleitet, daraus entstand dann eine Collage aus dem Alltag Berlins. Einerseits mag ich solche (voyeuristischen) Dokus ja sehr, andererseits fehlt mir hier ein bisschen eine wirkliche Intention, Interviews mit Regisseuren ("total super, total spannend") verstärken den eher negativen Eindruck, lediglich ein Mammutprojekt realisieren zu wollen.

Und dann auch noch ohne Kiefer Bauer, da schaltet doch erst recht keiner ein. Tssss ...

Sonntag, 6. September
Sonntag, 06.09.2009, 20.15 Uhr, RTL: I, Robot Ja ja, bla, Asimov dreht sich im Grabe rum, blubb, die verfilmung hat gar nichts mit dem Buch zu tun. Annehmbarer Actionthriller mit Will Smith der die Welt und dazu auch noch ein paar Roboter rettet. Solide inszeniert und recht spannend. LtCdr. Data hätte seine Freude daran.

Schnarch …

20:15 Uhr Sieben Jahre in Tibet (ARTE)
Mit dem lächerlich einfach zu bewandernden Mount Everest hat sich die Deutsche Himalaja-Stiftung erst gar nicht abgegeben. Da mußte es schon der Nanga Parbat sein, nicht ganz so hoch, aber dafür unmöglicher zu besteigen. Egal, der Österreicher Heinrich Harrer wird eh vor der Besteigung von den Briten festgenommen, da in der Zwischenzeit in Europa der Zweite Weltkrieg ausgebrochen ist. Irgendwann landet er in Tibet am Hof des damals erst 14 jährigen Dalai Lama. Von Jean-Jaques Annaud herrlich in Szene gesetztes Erzählkino. Auch wenn es mit seinen Figuren vielleicht ein wenig zu unkritisch umgeht.

00:55 Uhr Jay und Silent Bob schlagen zurück (Pro7)
Wirklich, sie schaffen es . Denn sie beweisen eindrucksvoll, daß sich ein Running Gag nicht unbedingt für einen eigenen Film eignet. Unterhaltsam ist das hier nämlich nur eingeschränkt. Kann man trotzdem einschalten.

Montag, 7. September

22:15 Uhr Hot Fuzz – Verbrechen Verboten (ZDF)
Einmal davon abgesehen, daß der deutsche Zusatztitel wieder einmal an Belanglosigkeit nicht zu überbieten ist, haben wir es hier dann doch mit einer typisch britischen Provinzkomödie zu tun. Nach der Zombie-Huldigung Shaun of the Dead widmet sich Edgar Wright nun der Cop Action, was trotz Simon Pegg und Nick Frosts nicht wegzudiskutierenden komödiantischen Talents dennoch auch so einige Längen im Gepäck mit sich bringt. Geht aber alles in allem in Ordnung. Oder...

Montag, 07.09.2009, 22.15 Uhr, ZDF: Hot Fuzz Eigentlich sollte man darüber nichts schreiben, da durch die Synchro ein Grossteil des Amusements verloren geht. Ungeachtet eine sehr spassige, spritzige, gut getimte, wenn auch ein wenig zu lange Action-Komödie, die nicht ganz an "Shaun" heranreicht, aber dennoch Spass macht, auch und gerade weil Pegg und Frost sich perfekt ergänzen.

Dienstag, 8. September

Dienstag, 08.09.2009, 20.15 Uhr, WDR: Zauberberge Nein, nicht Thomas Mann. Aber mal wieder ein Doku-Tipp über die hohe Tatra zwischen der Slowakei und Polen. Das kleinste Gebirge der Welt beherbergt die für Europa wohl ungewöhlichsten Tierarten: Neben Murmeltieren, Steinadler, Gämsen leben dort noch hunderte Bären und ca. 200 Wölfe und irgendwie schaffen es die Landwirte und Bauern dort sich mit den Wildtieren zu arrangieren und nicht beim Anblick eines einzelnen Bären in Panik zu geraten (nicht wahr Herr Stoiber?)

Brunosconi hatte einfach zu schlechte Laune, außerdem war Sommerloch. Da kann das schon mal passieren. Tragisch.

20:15 Uhr Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe (Tele5)
Sehr lecker.

23:35 Uhr American Splendor (BR)
"Man könnte jetzt über die gelungene Verschmelzung von Biografie, Comic und Spielfilm schreiben, abwägen wie viel Inszenierung und wie viel tatsächliche Begebenheit in Harvey Pekars Comics und damit auch in diesem Film steckt. Aber dies würde ihm einfach nicht gerecht. Denn American Splendor ist vor allem schönstes Erzählkino, das den echten Harvey Pekar und die vom auf den Punkt besetzten Paul Giamatti gespielte Kunstfigur Harvey Pekar in wunderbarer Art und Weise nicht gegenüberstellt, sondern tatsächlich zu einer Person werden läßt." Wunderbar.

23:45 Pusher 2 (Tele5)
Nachdem ich mich letzte Woche so beeindruckt von Refns Erstlingswerk gezeigt habe, muß ich natürlich auch auf den zweiten Teil seiner Kopenhagener Crime Triologie hinweisen. Auch wenn ich sie noch nicht kenne.

Mittwoch, 9. September

Mittwoch, 09.09.2009, 22.25-00.15, 3sat: Die Katze Den habe ich seit knapp 20 Jahren nicht mehr gesehen, galt damals als der deutsche Thriller schlechthin. Und da Dominik Graf den inszenierte glaub ich das einfach mal und immer noch. Götz George nimmt nach einem Banküberfall Geiseln und hält diese in einem Hotelzimmer gefangen, während er Anweisungen an die meist überforderte Polizei gibt. Dumm nur, dass seine Geliebte ein unkalkulierbares Risiko darstellt. Wer das nicht will, guckt halt bei der Bigelow rein:

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, aber ich kann auch Götz George einfach nicht mehr ertragen. Weder als Schimmi, noch als Totmacher, noch als Ost-West-Zwilling und wahrscheinlich auch nicht als die Katze.

Mittwoch, 09.09.2009, 22.25 Uhr, Tele5: Blue Steel Frau Bigelow feiert ja gerade ihr Comeback mit Hurt Locker, da lohnt es sich "Blue Steel" nochmal zu Gemüte zu führen. Was ihre Filme ja so reizvoll machen, ist nicht nur die perfekte technische Inszenierung, auch das Spiel mit Geschlechterrollen und -klischees werten diese auf.

22:35 Uhr The Grifters (RBB)
Sehr gelungenes Betrüger-Drama des ansonsten eher durchschnittlichen Stephen Frears (High Fidelity). Leider immer wieder gerne vergessen, obwohl mit John Cusack, Annette Bening und Anjelica Houston außerordentlich galant besetzt. Die letzte Sichtung ist bei mir jedoch auch schon eine ganze Weile her, sodaß eine Auffrischung der Erinnerung dringend angeraten ist.

Donnerstag, 10. September

21:55 Uhr 9/11 Mysteries – Die Zerstörung des World Trade Centers (VOX)
Ja, ja. George Bush hat das WTC sprengen lassen, das Loch im Pentagon war viel zu klein und der von der anderen abgestürzten Maschine hinterlassene Krater erst recht. Blablablablablablablub. Die Amerikaner waren nie auf dem Mond, Hummeln können gar nicht fliegen und die Erde ist in Wirklichkeit eine Banane. Hail Discordia oder Ewige Blumenkraft, je nach Gusto.

Freitag, 11. September

20:15 Uhr Hitler – Aufstieg des Bösen (RTLII)
Da kann man gerne historische Ungenauigkeit attestieren, die Exploitation, die einem solchen Werk immer innewohnt ankreiden, die Nase über die dramaeske Darstellung des jungen Adolf Hitlers in einem amerikanischen Fernsehfilm rümpfen. Nichtsdestotrotz ist Rise of the Evil verdammt gut besetztes, produziertes und vor allem spannendes Stück TV-History aus dem Hause CBS, das in erster Linie von einem erstaunenden Robert Carlyle (Trainspotting) getragen wird. In jedem Fall mehr als einen Blick wert.

23:50 Uhr Election (Tele5)
Ach, was soll ich da noch groß schreiben. The Gaffer hat alles gut und appetitanregend zusammegefaßt.

Hoffentlich wird es nächste Woche wieder besser …

... mehr wissen wie jede Woche auch die anderen:
Blockbuster Entertainment, Kino, TV & Co und immer wieder ab samstags. Und sonntags gibts den ultimativen Filmtipp der Woche von Kaiser_Soze.

Fast Forward >> kleiner Schwachsinn, großer Schwachsinn

Frankenfish
CGI macht so vieles leichter. Der Killerfisch, oder besser … ach lassen wir das, heute mal keine Spoiler, die Südstaaten Sümpfe, ein Gerichtsmediziner und die jovial bis voodooeske Bevölkerung einer Hausbootsiedlung. Fertig ist das Grundszenario und Feuer frei für die herzerfrischende Jagd nach der dümmsten Dialogzeile. „Das Haus hat sie erschossen.“ Ja, vielleicht geht dieser Satz wirklich einmal in die Annalen der C-Movie Geschichte ein. Viel mehr kann da ja eigentlich nicht kommen. Ansonsten erschreckt Frankenfish vor allem mit dem defekten Kurzzeitgedächtnis seiner Protagonisten. Ist in der einen Szene der im Sujet unvermeidliche Abgang des nächsten Angehörigen zu beklagen, dürfen Tochter, Bruder und der Rest der Familie samt Besuch in der Szene darauf schon wieder heiter lachen. Lebbe geht weider, oder so ähnlich. Die Frage nach der Atmosphäre oder echtem Horror stellt sich da erst gar nicht, auch wenn Mark A.Z. Dippé (Spawn, sagt eigentlich schon alles) dann doch in einigen Szenen sichtlich um diese grundlegenden Elemente des Genres bemüht scheint. Die Betonung liegt auf bemüht.
4,5/10 Punkte

Der letzte Countdown
Stell dir mal vor die USS Nimitz, also 1980 der modernste Flugzeugträger der Welt, gerät in so eine Zeitdingsbums und taucht kurz vor dem 7. Dezember 1941 vor Pearl Habor auf. Die Japsen hätten keine Chance gehabt, die Nimitz hätte die komplette japanische Flotte zu Schrott geschossen. Aber da das ja gefährlich für die Zukunft sein könnte, man kennt sich mit den Auswirkungen von Zeitreisen ja heutzutage noch nicht so richtig aus, streitet man sich erst ein wenig an Bord der Nimitz darüber ob man das auch wirklich machen sollte. Der Captain schickt dennoch all seine Bomber und Abfangjäger in die Luft, wer weiß ob man jemals wieder in die Gegenwart zurückkehren wird. Zum Glück fährt die Nimitz kurz vor der Schlacht aber doch noch mal durch so eine Zeitdingensbums und am Ende ist nichts geschehen. Der eine, den man in der Vergangenheit lassen mußte taucht aber am Ende in der Gegenwart nochmal auf und hat die aus der Vergangenheit geheiratet. Da kann man den Bootsmann der Nimitz verstehen, „"Oh Teufel, bei dem Versuch über diesen Quatsch nachzudenken kann man ja überschnappen."
5,5/10 Punkte

Heute vor 70 Jahren ...


Der 8. Mai 1945 markiert das offizielle Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland. Nach sechs Jahren ruhen endlich die Waffen. Doch das Land liegt in Trümmern und fast 40 Millionen Menschen sind allein in Europa umgekommen. "LexiTV" blickt zurück: Am 1. September 1939 hatte Adolf Hitler Polen überfallen. mdr programmvorschau LexiTV von heute
Ja, hui, pfffff. Noch mal Glück gehabt. Jetzt wissen wir es endlich alle. Am 1. September 1939 hatte dieser Adolf Hitler also Polen überfallen. Ganz allein, so wie es nach dem Text des MDR aussieht, der am Jahrestag des Kriegsbeginns ersteinmal mit dem Kriegsende aufmacht. Denke positiv (Wo ist Achim Menzel?).