Death Proof

Nur noch ein paar Wochen bis Tarantinos in Cannes nicht unbedingt gelobte Nazijagd endlich in die Kinos kommt. Grund genug noch einmal einen Blick auf seinen letzten Film zu werfen. Jetzt, wo der Hype um das Grindhouse-Dingens längst verebbt zu sein scheint, geht das vielleicht ein wenig leichter von der Hand, kann man sich ganz ohne Rodriguez infantile Zombieklamotte im Hinterkopf ein wenig besser auf Tarantinos spröde und an den Boxoffices alles andere als wohlwollend aufgenommene Hommage einlassen. Es ist nicht so, daß Tarantinos Filme jemals den Erwartungen des Publikums entsprachen. Nach der Gangsterkomödie schockte er die noch junge Fangemeinde mit einem äußerst stilsicheren und fast schon vor Schönheit platzenden Heist-Thriller, in dem Samuel Jackson vielleicht die beste Leistung seines Lebens abliefert und Robert De Niro als Nebendarsteller funktioniert, als ob er niemals etwas anderes als ein Supporting-Act gewesen wäre. Tarantino sei erwachsen geworden interpretierte der Feuilleton 1997, keine albernen Gangsterposen, kein blutverschmiertes Autointerieur. Zum Glück lagen dann zwischen Jackie Brown und Kill Bill sechs Jahre, denn das im ersten Teil überladene Eastern/Western Racheepos, dieser Movie Movie, wie es Tarantino selbst auszudrücken pflegt, glänzt vor allem mit einer kindlichen Sicht auf das Genre. Doch so unterschiedlich Tarantinos Geschichten bis einschließlich Kill Bill auch sind, alle bedienen sich des filmischen Gangstermythos als Grundstein. Death Proof ist Tarantinos erster Versuch außerhalb dieses Kosmos, der ihn bis dahin Stoff für 4 (oder auch 5) Filme lieferte.

Gemessen an dem was Death Proof eigentlich sein sollte, scheitert der Film grandios. Er ist garantiert nicht einer dieser schmuddeligen kleinen Billigproduktionen allenfalls talentierter Regisseure, die das Futter für Autokinos und die hinteren Regale der Videotheken lieferten. Höchstens oberflächlich ist da eine Verwandtschaft zu entdecken, all die nachträglich eingebauten Anschluß-, Farb- und sonstigen Fehler können darüber nicht hinwegtäuschen. Das gelingt schon nicht, da er sich grundlegend an den Großen des Genres orientiert, was Death Proof sicherlich auf den ersten Blick noch durch die sehr rudimentäre Storyline und der Sleazemakulatur verheimlichen kann. Unverkennbar die Zweiteilung Cravens erster beider Filme mit ihrer Opfer Täter Umkehrung. Unverkennbar Carpenters Bedrohungsmechanismen, die die Psychos Raubtieren gleich die anvisierte Beute erst lange beobachten lassen, bevor sie dann endlich zuschlagen. Und genau hier befindet sich der Break-even-Point Tarantinos Filmkunst. Er liefert nicht nur ein Konglomerat aus verschiedensten Filmzitaten, so wie z.B. sein Buddy Rodriguez mit seinem ungleich schwächeren Planet Terror, den er in eine ärgerliche Slapstick-Nummer ausarten läßt. Tarantino nutzt filmisches Wissen, um weitaus tiefer in die Materie einzudringen. Destilliert aus all den Zitaten eine Essenz, ordnet und reichert diese neu an bis etwas völlig Eigenes entstanden ist. Das zwar immer noch deutlich an all die Exploitation, die hier Objekt der Beobachtung ist, erinnert, sich jedoch auch von der ersten Minute an immer weiter von ihr zu entfernen scheint. Mit Death Proof, der natürlich auch all jene Elemente aus ausgeklügelten, witzigen, doppelbödigen und referenziellen Dialogen, Kameraeinstellungen, Typen, Seitenhieben, Rohheit und selbstverständlich auch des handgepflückten Sahnesoundtracks bietet, die Tarantino über die Jahre hinaus zu einem ganz unverkennbaren Stil ausgebaut hat, geht er noch einen gewaltigen Schritt weiter. Mit dem fast völligen Auslassen einer in sich geschlossenen Handlung, sieht man einmal davon ab, daß Stuntmen Mike ein Wiederholungstäter ist, lenkt Tarantino den Fokus noch stärker auf diese Essenz des Exploitationkinos, als er es eh schon immer zu zelebrieren wußte. In keinem anderen Tarantinos Filme stehen Moment und Form so sehr im Mittelpunkt wie hier in Death Proof. Die Form und der filmische Moment werden zum einzigen Inhalt. Nicht was passiert oder gesprochen wird, sondern wie es dargestellt und gesprochen wird ist der Inhalt. Darin liegt die Genialität des Regisseurs und seines Filmes. Das geht soweit, das Tarantino auf eine konventionelle Inszenierung der finalen Autojagd besteht. Echte Autos, echte Stunts. Damit erreicht er nicht nur den originären Look und das einzigartige Feeling der Vorbilder, erreicht er nicht nur über die Form eine tiefere Analyse des Beobachteten als es ihm jemals über eine Story gelingen hätte können, damit drückt er auch gleichzeitig seine Liebe, Anerkennung und tiefsten Respekt für und vor diesem Kino und dessen Machern aus.

Tarantino geht nicht einfach hin und erinnert mit den Augen zwinkernd an ein längst vergessenes Kino, er bemüht sich nicht dieses Kino aus der Schmuddelecke zu befreien. Und schon gar nicht stellt sich Tarantino mit Death Proof auf die Bühne der Eitelkeiten, um zu zeigen was für ein toller Hecht er doch ist. Death Proof ist ein einziges Liebesgedicht an das Exploitation-Kino, das nicht die eigenen Vorzüge rauf und runter dekliniert, sondern von der Schönheit des Angebeteten schwärmt. Das ist aber auch der Punkt, an dem den Zuschauer nur zwei Möglichkeiten bleiben. Entweder er gesellt sich zu Tarantino in den Kinosessel und ergötzt sich mit ihm an seiner Liebesduselei, oder er löst gleich ein anderes Ticket. Rücksicht auf die Geschmäcker eines möglichen Publikums scheint Tarantino auch hier nicht zu nehmen, auf die Einschätzungen des Feuilletons sowieso nicht.

8/10 Punkte

Denn sie wissen nicht was sie tun



Ist mir aber auch eigentlich völlig egal ... RTL wird's schon irgendwie versenden.

A Song For The Lovers



Habe ich gerade zum ersten Mal gehört und auf Anhieb für gut befunden. Ja, ja, The Verve ist dann auch irgendwann aus meinem Blickwinkel geraten ...

Arbeit für den Rekorder 27. Juni - 03. Juli



Machen die übrigens nur, weil es nicht ihre eigenen Geräte sind und LCDs immer günstiger zu haben sind. Wetten?

Bloggerfreund JMK scheint der einzige zu sein, der Ende August die DVDs abräumen möchte. Seine TV Tipps sind ganz leicht an der Textformartierung zu erkennen, meine eigene Faulheit verbietet mir nämlich eine Änderung selbiger. Also nicht wundern.

Samstag, 27. Juni

SA, 27.06, 15.50-17.20, arte: Prinzessinnenbad. Hochgelobte Doku über
Kreuzberger Teenies, die angeblich auch eine Liebeserklärung an den
Multikulti-Stadtteil darstellt. Selbst nie gesehen, klingt aber alles
sehr gut.

SA, 27.06, 22.55-00.35, Pro7: Identität. Er mag nicht halb so clever
sein, wie er sich gibt, dazu ein wenig konstruiert, unterhält aber enorm
und verfügt über eine ausgezeichnet hohe Spannungskurve. Die solide
Regie und die gut aufgelegten Darsteller, allen voran John Cusack und
Ray Liotta, sorgen für abgekaute Fingernägel. Das macht einfach Spass
die Figuren Türen aufstossen zu sehen um dann in einer Sackgasse zu landen.

Ja, den fand ich sehr gelungen, auch den Cast ...

22:05 Uhr V wie Vendetta (RTL)
Alan Moores Comicvorlage kenne ich leider nicht, sollte jedoch keine große Rolle spielen. Denn James McTeigues Kinoadaption ist zwar definitiv darum bemüht mit Niveau und Tiefgang zu glänzen, nervt jedoch mit unerträglichen Monologen.

SA, 27.06., 00.35-02.55, Pro7: Stephen King's Desperation: Zunächst
veröffentlichte King Desperation unter seinem Bachman-Synonym, soweit
zum fälschlichen Titel. Wie die meisten Bachman Geschichten geht es um
Monster und Dämonen. Diesmal sucht so ein Dämon eine ehemalige
Minenarbeiter-Stadt heim (man hat ja sonst nix zu tun) und bemächtigt
sich verschiedener Touristen-Körper. Mit Ron Perlman, Tom Skerrit,
Annabeth Gish und Matt Frewer, inszeniert von Mick Garris, allesamt
erfahrene Horrorhasen. Und so schlimm kann es dann nicht werden?!

Hoffen wir es mal …

Sonntag, 28. Juni

SO, 28.06, 22.10-23.50. Tele5: Panic: William H. Macy als Profikiller,
der von seinem Vater (einziger Lichtblick: Donald Sutherland) angelernt
wurde, den Job aber gerne an den Nagel hängen würde, wäre er nicht so
ein furchtbarer Schlappschwanz. Dazu gesellt sich Neve Campbell als
junges Mädel, in das sich Macy verliebt. Warum weiss weder er, noch
Campbell, am wenigstens wohl Autor oder Regisseur. Ein unfassbar mies
inszenierter und leider auch schlampig gespielter Streifen, der so
unfassbar viel Potential verschenkt. Schade um den Cast.

[edit] Die Neve Campbell finde ich ja total ... hmm ..., na ja?

22:25 Uhr Deep Blue Sea (Pro7)
Nimmermüde werde ich auch in Zukunft immer wieder betonen welch einen leckeren kleinen Reißer Renny Harlin hier abgeliefert hat. Sein einzig wirklich guter Film, mag aber auch am Szenario liegen, daß seinem Hang zum Schwachsinn sehr gelegen kommt.

SO, 28.06., 00.15-01.45, 3sat: Der Mann aus Metall. Hier treffen sich
gleich zwei unterschätzte: Jack Gold und Elliott Gould. Wieder mal
inszeniert Gold konventionell, aber umso effektiver und spannender.
Durch jegliche Abstinenz von Effekten oder Schauwerten konzentriert sich
Gold auf die Geschichte eines verunglückten US-Wissenschaftlers den die
Sowjets mit Metallkopf und Körperteilen ausstatten und somit sein Leben
retten. Nach seiner Rückkehr in die USA stellt sich die Frage nach
seiner Identität. Ein brillanter Film um Paranoia und eigene Identiät.

Hehe, hört sich nach der Geschichte eines gerade Verstorbenen an.

Montag, 29. Juni

Also so bekommen die Sender ihre Werbeblöcke nie mehr gefüllt.

Dienstag, 30. Juni

siehe Montag

Mittwoch, 1. Juli

MI, 01.01, 20.15-22.05, SuperRTL: Didi der Doppelgänger. Der mit Abstand
beste Didi-Film, auch heute noch schmerzfrei zu schauen. Nette Komödie
um Didi, den Kneipenwirt der unverhofft zum Chef eines Großunternehmens
wird. Natürlich völlig banal, aber mit einigen Running-Gags ausgestattet
und mit hohem tempo inszenierte 80er Jahre Komödie.

Äh-Äh-Äh … Dazu eine Flasche Pommes und der Abend ist gerettet.

20:15 Uhr Ronin (K1)
John Frankenheimer läßt den Siebziger Agententhriller wieder aufleben. Jean Reno, Robert de Niro und Sean Bean ballern und fahren einem McGuffin hinterher. Katarina Witt soll auch noch erschossen werden. Was will man mehr?

22:35 Uhr Der Regenschirmmörder (RBB)
Nein, ganz bestimmt nicht Pierre Richards bester Film. Aber was soll ich machen, ich liebe den großen Blonden einfach zu sehr, alsdaß ich ihn in diesem endgültig angekommenen Sommerloch verschweigen könnte. Geht in Ordnung.

Donnerstag, 02. Juli

22.25 Uhr Die Bettlektüre (3Sat)
Mit Peter Greenaway habe ich mich eigentlich noch nicht wirklich beschäftigt Daß er das Kino für tot bezeichnet, halte ich schon einmal für sehr gewagt. Irgendwie erinnert mich sein Multimediageschwafel, das sich irgendwie so anhört als hätte er gerade das Internet entdeckt, an das meiner ehemaligen Kommilitonen (die mit den damals für einen Studenten unbezahlbaren Notebooks), die mir 1996 schon erzählen wollten, daß in zehn Jahren (also vor drei Jahren) kein einziges Buch und keine Zeitung mehr auf Papier gedruckt werden wird. Ich werde jetzt einfach mal seine Bettlektüre bei onlinetvrekorder downloaden, auf mein Handy überspielen und seine Visionen bei Gelegenheit überprüfen. Um den letzten Satz zu verstehen, sollte man das oben verlinkte Interview lesen.

22:30 Uhr Haunted Hill (VOX)
Noch so ein Film von einem der nichts kapiert hat. Immerhin durfte Malone danach nicht mehr sonderlich viel drehen.

DO, 02.07, 23.20-00.45, rbb: Jesus Freaks. Interessante Doku über junge
Christen und ihre Problem(chen) mit sich, dem Glauben und dem ganzen
Rest. So erfährt man, dass es gar nicht so einfach ist eine Beziehung
mit Nicht-Gäubigen zu führen, so kommen zu den üblichen pubertären
Problemen noch die mit dem Christentum dazu und das macht das Leben
nicht einfacher das alles unter einen Hut zu bringen. Darauf eine Oblate.

Wollte ich schon letztes Mal sehen. Hatte Rosenkranz und Geißel bereit gelegt, bin dann aber doch lieber mit meinen ungläubigen Kollegen nach Sodom gefahren.

23:20 Uhr Tagebuch eines Skandals (ARD)
Hat bei mir eigentlich keine Chance. Ich kann Cate Blanchet seit ihrer Elfwerdung einfach nicht mehr sehen und Judy Dench ist auch Gift für mein Wohlbefinden. Aber diesen Bill Nighy finde ich äußerst sympathisch, die Story um die alte Frau, die sich selbst für ihre Homosexualität haßt und der Nichtgewinn der Oscars machen die Sache wiederum interessant. Vielleicht ja doch nicht angestrengtes Gutbügertum-Kino, sondern Psychodrama mit echten Themen.

Freitag, 3. Juli
Nee, ich gebe auf und überlasse die letzten Worte einfach JMK

FR. 03.07, 00.02-01.35, mdr: Die Stille nach dem Schuss. Ich werde mit
Schlöndorff ja nicht warm, zu manieristisch seine Arbeiten, zu
anstrengend die Aussage. Das trifft im Kern auch auf "Die Stille nach
dem Schuss" zu, aber Bibiana Bigau brilliert als RAF-Terroristin, die in
die DDR übersiedelt um dort ihr Ideal verwirklicht zu sehen und hält bis
zuletzt an der fragwürdigen Ideologie fest. Eine der wenigen
interessanten Aufarbeitungen deutscher Geschichte
Da passt Schlöndorffs Stil ausnahmsweise mal gut, vor allem im Kontrast
zum empathischen Spiel der herausragenden Darsteller.

Mit Glück gibt es drüben mehr Tipps:
From Beyond, Blockbuster Entertainment, The Duke, Kino, TV & Co und immer wieder ab samstags. Und sonntags gibts den ultimativen Filmtipp der Woche von Kaiser_Soze.

Nein, Herrn Burchardt nehme ich trotz seines Fernsehtipp-Rücktritts nicht heraus. Wer weiß wie lange der gilt. Letztens hat er auch davon gesprochen, daß Filme ihn zunehmend kälter lassen. Und dann knallt er mit aller Inbrunst Herrn Bay Transformers 2 um die Ohren.

Kommt jetzt das Stoppschild für Süßigkeitenregale im Supermarkt?

Da muß man halt einfach das Gehirn abschalten und von "Popcorn"-Kino darf man eh nichts erwarten

Indiana Jones, Robocop, T2: Judgement Day, Die Hard, Mad Max 2, E.T., Back to the Future, Jurassic Park, The Fugitive, The Silent of the Lambs, Titanic, Leathal Weapon, The Matrix, Star Wars, Star Trek, Spider-Man, Hulk, Hellboy, Lord of the Rings, King Kong, Godzilla, James Bond, Scream, Jaws, The Mummy, Starship Troopers, Total Recall, Kill Bill, Superman, X-Men, Aliens, ... usw.

Na, fällt was auf? Nein? Vielleicht einfach mal wieder das Hirn einschalten.

Mighty Joe's getting wild

Ich weiß, die Tricks mögen aus heutiger Sicht lächerlich erscheinen. Aber achtet doch einmal darauf wie die Kreativität Ray Harryhausens und Ernest B. Schoedsacks der Puppe Dynamik und Leben einhaucht und die reine Technik in den Hintergrund drängt. Der Lianen-Shot (ca. ab 2:50 min) ist ja wohl mehr als geil...

Screamers

Und da wären wir auch schon wieder in der Zukunft. Genauer gesagt im Jahre 2078. Die Menschheit hat ein riesiges Energievorkommen auf einem fernen Planeten entdeckt, ein Löffel von dem Superzeugs in den Tank, und schon ist die Reise zum Mars ein Fünfminutenflug. Leider erweist sich der Abbau aufgrund der radioaktiven Strahlung als äußerst gesundheitsgefährdend, und so kommt es zum Aufstand der Bergleute, der auf der Erde in einen weiteren kalten und auf Sirius 6B zu einem heißen Krieg zwischen einstigen Arbeitgeber, dem New Economy Block, und der Belegschaft, schlicht die Allianz genannt. Während erstere das Terrain mit Atombomben in eine öde Landschaft mit postapokalyptischer Architektur verwandeln, entwickelt die Allianz kleine autarke Tötungsmaschinen, die sich schon bald in Produktionsstätten unter der Erde völlig von selbst weiterentwickeln und ihre Opfer, bevor sie ihnen Gliedmaßen ab- und Bäuche aufschneiden, mittels einem hochfrequenten Ton lähmen. Daher ihr Name Screamers. Das meiste von dem gerade Gelesenen wird man im Film jedoch nicht zu Gesicht bekommen, sondern nur im Vorspann ebenfalls lesen können. Als eines Tages, nachdem der heiße Krieg schon längst auf Sirius 6B ins Stocken geraten ist, ein Truppentransport-Raumschiff der Allianz genau vor dem Haupteingang ihrer Basis auf dem weit entfernten Planeten havariert, geht Colonel Henrickson ein Licht auf. Die Erdenmenschheit hat auf einem anderem Planeten schon längst eine andere Energiealternative aufgemacht und die Führungen beider Kriegsparteien überlassen die gerade noch so wichtigen Männer und Frauen auf Sirius 6B einfach ihrem Schicksal. Henrickson macht sich zu Fuß auf den Weg zur NEB, um eine gemeinsame Lösung aus der Misere zu finden. Soweit das nicht gerade von Logik überstrotzende Script aus der Feder Dan O'Bannons, der unter anderem mit den Büchern für Dark Star, Alien oder Total Recall schon bewiesen hat, sehr Gutes abliefern zu können, hier jedoch irgendwie an mehreren Stellen nicht ganz zu Ende gedacht haben zu scheint. Macht aber nichts, denn Christian Duguay weiß aus den höchstens 20 Seiten Script und geschätzten 11 Millionen Dollar Budget einen durchaus netten Science Fiction Flick zu zimmern. Steckt die Knete in solides B-Movie Schauspielpersonal, ein paar nette Tricksereien, die oftmals eher an 1975 denn an 1995 erinnern, und verläßt sich ansonsten auf die winterliche Landschaft Kanadas und einige verlassene Industrieanlagen. Im Mittelpunkt steht wieder einmal die Geschichte der sich von dem Menschen emanzipierten Maschinen, jedoch ohne die philosophischen Ebenen erklimmen zu wollen, die Philip K. Dicks Kurzgeschichte aus seiner frühen Schaffensphase durchaus bereit gewesen wäre zu liefern. Dazu ist Screamers einfach zu sehr auf Endzeit Spektakel ausgerichtet. Leider verhaspelt sich Duguay gegen Ende gerne einmal in unfreiwilliger Komik, gerade in den Szenen, in denen er es menscheln lassen muß, um den immer wieder gerne gesehenen Plot vorzubereiten. Doch bei all den Zugeständnissen, die die Produktion bereit ist einzugehen, kann auch dieser Makel nicht mehr entscheidend an dem insgesamt doch relativ positiven Eindruck rütteln, an dem zu einem großem Teil vor allem Peter Weller große Verantwortung trägt.

6,5/10 Punkte

Che - Revolucion

Eine geographische Einführung Kubas gleich zu Anfang gibt uns Che – Revolucion mit auf den Weg, das war es dann auch schon. Von nun an ist der Zuschauer allein. Während der Ton die Vorbereitungen zu einem Interview ankündigt, zeigen die in dokumentarischen Schwarz/Weiß-Stil gehaltenen Bilder der Handkamera polierte Kampfstiefel, dann die Zigarre und schließlich das Gesicht des Mannes in der Detailaufnahme, um den es die nächsten zwei Stunden gehen wird. Ernesto Che Guevara. Er zieht nach der Frage der Journalistin an seiner Zigarre, lehnt den Kopf zurück, deutet damit an, daß er weit ausholen wird. Aber das macht der Film nur kurz, zeigt unkommentierte Archivbilder des sich an die Macht geputschten Batistas, die Amüsiermeilen des amerikanischen Kapitals, der Mafia und Bilder des niedergeschlagenen Volksaufstandes 1953. Das muß dem Zuschauer als Information zur Motivation der folgenden Revolution reichen. Den Rest darf er sich denken.

An Politik, Ideologien hat Soderberghs Film ebenso wenig Interesse wie an dem Abenteuer Revolution. Im Fokus steht allein Che Guevara, der wichtigste Mann an der Seite Fidel Castros während dieser Revolution, die das Volk befreien wollte und nur in einer weiteren Diktatur endete. In Fragmenten, die einer Erinnerung gleichen, forscht Che – Revolucion weniger nach Guevaras Motivation als nach seinem Charakter. Zeigt ihn als loyalen, selbstdisziplinierten Armeeführer, der eigene Ansprüche dem Ziel unterordnet. Der sich ohne Klagen trotz gesundheitlicher Probleme durch den Dschungel und die Ebenen Kubas Hinterlandes kämpft. Rekrutiert, sanktioniert, Milde walten läßt, leitet. Immer zielgerichtet, nie aus Aktionismus. Selbstkritisch ist dieser Guevara, ein Intellektueller, der Süd- und Mittelamerika von denen befreien möchte, die die Menschen ausnutzen, sich nur selbst bereichern wollen. Soderbergh bietet keine Biographie, kein Drama, keine Dokumentation. Che – Revolucion bewegt sich irgendwo dazwischen, bleibt jedoch immer Charakterstudie. Selbst in der letzten Szene. Nüchternheit und Reduktion sind die Stilmittel, die der technokratische Regiequerkopf dafür wählt, die gleichzeitig jedoch auch den Film für viele schwer konsumierbar werden lassen. Konsum und Linke Revolution, das hätte nicht gepaßt, so findet der Film auch in seiner Form Zugang zu seinem Protagonisten und seinem Inhalt. Der Zugang, den er vielleicht durch diese Form dem Zuschauer verwehrt. Wie sein Protagonist konzentriert sich der Film auf die Sache, die neutrale Charekterisierung Che Guevaras, all das, was davon ablenken könnte wird ausgelassen. Kein emotionaler Score, keine tiefere Betrachtung zwischenmenschlicher Beziehungen, keine Dramatursierung. Nur die nackten Ereignisse bestimmen den Ton der Erzählung. Selbst die hervorragende Kameraarbeit scheint da auf verlorenen Posten. Selten habe ich einen Film gesehen, der sich dem Zuschauer trotz großer Geschichte auf emotionaler Ebene dermaßen verweigert, ihn nicht hereinlassen möchte. Nicht aufgrund einer lächerlichen Ausführung, eines schlechten Drehbuchs oder Desinteresse an dem was er erzählen möchte, sondern aus eigenem Willen. So ist es dann auch für den Zuschauer irgendwann egal, wer mit wem spricht, wer erschossen wird, wer wo wie einen Sieg errungen hat. Die Form des Filmes mag konsequent sein, ja sogar richtig in Anbetracht Soderberghs Ziel. Doch anfreunden möchte man sich nicht mit ihr. Kino ist keine Sache, Kino ist Leben, jedenfalls sollte es das meiner Ansicht nach sein. Übrig bleibt ein fantastischer Benicio del Toro und atemberaubende Filmtechnik.

6/10 Punkten

Update: Systemwechsel?

O.K. Leute. Windows nur noch wenn es nötig ist, ansonsten bin ich seit gestern auf dem Ubuntu-Trip. Ich habe schon oft versucht ein Linux System neben meinem Windows zu installieren, es ist bisher natürlich immer gescheitert. Entweder war es unmöglich die Soundkarte zu aktivieren, die Grafikkarte wurde nicht erkannt und das Internet war schon gar nicht erreichbar. Ohne Internet geht es aber schon seit Jahren nicht mehr, und wer will schon ständig Windows booten, nur um Hilfe für Linux im Web zu finden? Keine Chance, all die Live CDs, die ich im Laufe der Jahre ausprobiert habe sind nach spätestens zwei oder drei Stunden in der Mülltonne gelandet. Gestern war es aber anders. Ubuntu von der Live CD gestartet und alles, aber auch wirklich alles funktionierte auf Anhieb. Selbst mein unter Windows ständig abkackender USB W-Lan Stick von D-Link, für den sich der Referenztreiber von der Chipherstellerseite erst gar nicht installieren läßt, empfängt mit Höchstgeschwindigkeit und ohne Murren die Datenpakete aus der unteren Etage. Ich denke es gibt keinen Grund Ubuntu nicht zu nutzen, bis jetzt jedenfalls. Doch, einer fällt mir ein. Wir haben schon bald das Jahr 2010, fast ein durchschnittliches Menschenleben nach Konrad Zuses Erfindung des Computers, aber Ubuntu und Co.. legen immer noch Wert auf eine Steuerung über die Kommandozeile, zumindest wenn man Progamme oder Treiber installieren möchte, die in den praktischen Installationspaketen, die sich automatisch installieren und updaten lassen, nicht enthalten sind. So vergrault man eigentlich die Leute, die einfach nur nutzen und nicht gleich eine neue Sprache lernen möchten. Und ich bin mir sicher, die stellen die mehr als überwiegende Mehrheit von Computernutzern.

[edit]

O.K., mittlerweile läuft mein altes Fireworks MX mit Wine, Songbird 1.2 dudelt vor sich hin, mit Gimp kannte ich mich schon vorher rudimentär aus und auch den ATI Linux Catalysator konnte ich dank der UbuntuFreunde dazu bewegen Videos im Overlaymodus abzuspielen. Großes Rumgefrickel jedoch nach dem ersten von mir erlebten Kernelupdate, das glatt die Soundkartenkonfiguration zerschoß. Unzählige Pakete in- und deinstalliert, Try and Error führt am Ende doch immer wieder zum Erfolg. Desweiteren gab es noch einen Systemabsturz, der mich fast zur Verzweiflung brachte, da ich danach nicht mehr ins Netz kam. Ubuntu ohne Netz ist definitiv eine Unmöglichkeit. Aber selbst das habe ich irgendwie wieder hinbekommen, offensichtlich war lediglich mein DSL Modem gleich mit abgestürzt und benötigte einen Neustart. Vor der Kommandozeile braucht man keine große Angst zu haben, der entsprechende Code wird in den Foren und Wikis gleich mitgeliefert. Cut and Paste, ich liebe dich. Der aktuelle Banner wurde komplett unter Ubuntu erstellt. Bis jetzt läuft's besser als ich vorgestern noch erwartete. To be continued ...

[edit]
Was ist das denn? Der Desktop lädt nicht, die Tipps in den Foren scheinen alle nicht zu funktionieren. Alle Rettungsversuche scheitern, so ein Mist. Anscheinend habe ich doch den Netzschalter an der Steckdosenleiste zu früh mit meinem Großen Onkel während des Herunterfahrens gedrückt, während Ubuntu noch Daten auf die Festplatte schrieb. Fatal, da hatte ich das System schon fast meinen Wünschen entsprechend eingerichtet ... und dann sowas. Das Horrorszenario, das jedem Windowsanwender seit Jahren in großen schwarzen Lettern ständig an die Wand gemalt wird, jedoch wirklich noch nie eingetreten ist, geschieht ausgerechnet mit diesem Ubuntu. Ubuntu, schon der Name, überhaupt nicht technisch genug. Was nichts kostet, kann auch nichts sein. Ärgerlich, die ganze Konfigurationsarbeit. O.K., da gibt es nur zwei Möglichkeiten, entweder ich investiere meine kostbare Zeit in die weitere Recherche nach einer Lösung, oder halt die Neuinstallation. Letzteres ist für einen Noob, so wie ich es momentan in Sachen Linux noch bin, wahrscheinlich die schnellere und klügere Option. Und jetzt kommt's. Ubuntu neuinstalliert und zumindest der Desktop startet mit den gleichen Einstellungen des gerade erst zerschossenen Betriebssystems. Einfach nur genial dem Homeverzeichnis von Werk aus eine eigene Partition zu gönnen. Noch schnell ein paar Updates und Pakete nachgeladen, und schon geht's weiter. Ich kann meiner Begeisterung gar keinen Ausdruck verleihen. Und ich bin wirklich begeistert, der Gnome Desktop könnte gar nicht ergonomischer sein. Noch besser wird es natürlich, wenn man das Compiz Fusion Paket nachlädt. Meine Fresse, wie geil ist das denn? Nein, keine schicken Spielerein, sinnvolle Funktionen sind da enthalten. Super (Windows) - Taste + Tab, welches Fenster hätten sie denn gern? Apples Expose in Vollendung. Desktop Manager? Einfach den Cursor auf eine freie Stelle des Desktops positionieren und am Mausrad drehen, schon bin ich einen Desktop weiter. Ach, einfach mal selber anschauen.



All das was Microsoft für Vista versprochen hat, aber nur in den teuren Distributionen mitlieferte, gibt es für lau. Es funktioniert. Zumindest für den privaten Desktop - soll heißen Internet, Musik, Video, Schriftverkehr etc. - ist Ubuntu nicht nur eine Alternative, sondern ein echter Knaller. Leute, kauft Ubuntu. Ach, geht ja nicht...

Arbeit für den Rekorder 20. - 26. Juni

Samstag, 20. Juni

20:15 Uhr Mars Attacks (RTLII)
Wird gefühlt jede Woche versendet, wird jedoch auch bei jeder Sichtung ein Stück besser.

22:55 Uhr Judge Dredd (ARD)
Kunterbunte Comicadaption, die selbstverständlich mit so mancher Regel ihrer Vorlage bricht. Macht aber nichts, dafür knallt und rummst es auf ordentlichem Niveau, tolles Setdesign und so mancher Gag zündet tatsächlich.

00:30 Uhr Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft (MDR)
Nachdem ihre TV Sendung Flying Circus wahnsinnige Erfolge einheimste, mußten die Pythons natürlich ins Kino und drehten noch einmal ihre Lieblingssketsche ab. Mal herrlich schräg, mal einfach nur albern. Für Komplettisten und Anfänger ein Muß, für Kenner der Serie ein verzichtbarer Neuaufguß.

00:55 Uhr Wir sind vom schottischen Infanterie-Regiment (RBB)
Nein, das ist leider nicht Laurel & Hardys genialer Sons of the Desert, sondern leider nur der immer noch lustige, aber bei weitem nicht mit dem selben hervorragenden Gagtiming daherkommende Nachfolger.

Sonntag, 21. Juni

22:10 Uhr Underworld: Evolution (Pro7)
Ein Witz von einer Evolution. Aber immerhin mit einer der unfreiwillig komischsten Sexszenen aller Zeiten. Ansonsten zappelt es auf gewohnt schlechtem Niveau.

23:15 Uhr Demolition Man (NDR)
In die von Verbrechen und Sex befreite Zukunft Amerikas bricht die Gewalt des Neunziger Action Blockbusters ein. Herrlich subtile Action-Komödie mit blendent aufgelegten Pro- und Antagonisten, gagreichen Dialogen und einer am Anfang ihrer Karriere stehenden Sandra Bullock, die mit Wesley Snipes um das Zepter des heimliches Stars des Filmes kämpft.

Montag, 22. Juni

21:00 Uhr King Kong und die weiße Frau (ARTE)
Die Mutter aller Action Blockbuster. Vier kleine Doppeldecker ballern das Monster von der Spitze des Empire State Buildings, gegen die moderne Technik hat Kong keine Chance, wie winzig der einstige King mit einem Mal wirkt, im Moloch New York. Gewollt, nicht geschludert. Sterben muß er, weil er der Schönheit verfallen ist. Überwältigend, Kinomagie pur, immer noch.

22:30 Uhr King Kongs Sohn (ARTE)
Die bei Weitem unbekanntere Fortsetzung. Ohne Cooper und ohne dem Vorteil des Überraschungseffektes.

22:45 Uhr Kiss Kiss, Bang Bang (ZDF)
Mehr als sympathische Liebeserklärung an den Film Noir mit einem glänzendem Robert Downey Jr. und einem guten Val Kilmer. So steht es in den Kritiken, ich lasse mich mal überraschen.

23:35 Uhr Panik um King Kong (ARTE)
Der Reyclingwahn Hollywoods ist ein alter Schrecken. Aber wenn er so unterhaltsam ausfällt wie hier, dann bin ich mit an Bord. Gerne übersehenes Meisterstück des Monsterfilms vom Erfinder selbst.

Dienstag, 23. Juni

22:05 Uhr Cliffhanger (Tele5)
Renny Harlin eben ... Ich glaube Die Hard 2 und dieser Film haben mir damals den Spaß am Blockbuster gestohlen.

Mittwoch, 24. Juni

23:00 Uhr Amores Perros (SWR)
Oft wird der Episoden Film, der als zentrales Thema Liebe und Schicksal beleuchtet, mit Tarantinos Pulp Fiction verglichen. Dies kann jedoch höchstens formal richtig sein, ist doch Amores Perros weitaus vielschichtiger und vom Pulp so weit entfernt wie Tarantinos Filme von inhaltlicher Ernsthaftigkeit.

Donnerstag, 25. Juni

22:20 Uhr Alien Resurrection (VOX)
Herrlich kreativer, jedoch sträflich vernachlässigter Abschluß der Serie. Fantastisches Setdesign trifft auf bissige Dialoge, gute Actioninszenierung und einen herausragenden Cast. Ja gut, das Ende, aber das darf man ruhig im Kontext Jeunets eigenem Humor betrachten. Vielleicht sein bester Film.

22:25 Uhr Nacht über Manhattan (3SAT)
Sidney Lumet und der Cast kämpfen über 100 Minuten gegen das schwache Drehbuch. Dennoch handwerklich bemerkenswerter Thriller.

00:25 Uhr Cucky und seine Braut (SAT.1)
Ich muß zugeben, daß die Chucky Franchise irgendwie völlig an mir vorbeigerauscht ist. Da melde ich mal Nachholbedarf an.

Freitag, 26. Juni

20:15 Uhr Heartbreakers (RTLII)
Sigourney Weaver und Jennifer Love Hewitt ziehen gutgläubige Männer reihenweise blank. Doch dann, wie kann es anders sein, funkt die Liebe dazwischen. Lockere Unterhaltung der Marke kann man auch beim zweitem mal drüber schmunzeln.

22:30 Uhr The Fog (DAS4.)
Sinnlos mich um eine objektive Meinung zu Carpenter zu bitten. Aber hier werden wir doch hoffentlich alle von der selben Verzückung überwältigt, oder? Allein schon der Anfang ...

22:30 Uhr Shaun of the Dead (RTLII)
Edgar Whrigts very british ausgefallene Zombieklamotte, die definitiv gute Szenen aber auch ein paar unnötige Längen bereit hält. Bei aller Liebenswürdigkeit und den guten Darstellern, dem Wright fehlt es einfach am nötigen Tempo. Siehe Hot Fuzz.

22:35 Uhr Streetfighter (Tele5)
Der ultimativ trashige Kinoausflug der ultimativ besten Prügelspielreihe aller Zeiten. Jean Claude läßt die Bundfaltenhose diesmal im Koffer.

00:05 Uhr Sexcalibur (K1)
Keine Ahnung, aber nach Jurassic Fuck einer der geilsten Filmtitel, die mir je über den Weg gelaufen sind.

03:00 Uhr Ziggy Stadust and the Spiders from Mars (ARTE)
Selten gezeigter Bowie Konzertfilm. Noch nicht gesehen, aber Changes und Space Oddity kommen laut Amazon direkt hintereinander.

Drüben bei den anderen gibt es auch noch haufenweise Tipps
From Beyond, Blockbuster Entertainment, The Duke, Kino, TV & Co und immer wieder ab samstags. Und sonntags gibts den ultimativen Filmtipp der Woche von Kaiser_Soze.

Meanwhile in the Fernsehtipps-Mans appartement ...



to be continued ...

Fast Forward >> Three Kings

Es gibt relativ wenige Filme über den zweiten Golfkrieg. Das mag vielleicht am Sieg der Alliierten liegen, vielleicht aber auch an der Schwierigkeit einem Krieg, der in den Medien als sauberes Videospiel inszeniert wurde, das nötige dramatische Element abzuluchsen. Keine sinnlosen Schlachten um unwichtige Hügel, kaum Missing in Action und seltenst bekanntgewordene Delirien. Kuwait wurde ohne großen Widerstand des Gegners befreit, daraus lassen sich nur schlecht Kriegs-Epen stricken, kein Platz für Pathos und Heroentum. Für die Geschichte vom siegreichen aber schmerzhaften Krieg bediente sich Hollywood dann in den Neunzigern notgedrungen dem Zweiten Weltkrieg. Der war „schlimmer“, und die Kameraden fielen nicht hauptsächlich durch Friendly Fire. Aus dieser Perspektive erscheint David O. Russels angepeilte Kriegssatire nicht uninteressant. Nach einer wieder einmal wahren Begebenheit, in der vier Soldaten das von Saddam Hussein aus Kuwait gestohlene Staatsgold heben möchten und schließlich ihrer moralischen Pflicht gegenüber den eigentlichen Opfern dieses Krieges erliegen. Nein, ernst nimmt Three Kings die von ihm erzählte und bis auf Mark Wahlberg gut besetzte Geschichte zu keiner Minute, wohl aber die Kritik an der Kriegspolitik George Bushs, die den Grundstein für allerhand groteske Szenen liefert. Dabei kann Russel mit der Frage nach der Verantwortung für das auch nach dem Sieg über die feindliche Armee immer noch unterdrückte Volk beeindrucken. Eine Frage, die nur selten im Kriegskino gestellt wird, das in erster Linie den Fokus auf das Leid und die Heldentaten der Soldaten legt. Sicherlich, Russel geht diesem Vorhaben mit einer gewissen Naivität nach, wenn er das Volk grundsätzlich auf Seiten der siegreichen Armee sieht. Dennoch ist dieser Aspekt des Filmes außerordentlich bemerkenswert und bleibt dem Zuschauer noch weit bis nach dem Abspann im Gedächtnis. Da mag es vielleicht ein wenig skurril erscheinen, daß Russel dieses ernsthafte und wichtige Thema in einer Art Indiana Jones-Heist Movie-Klamotte aufkocht, zumal der Film nie die richtige Balance zwischen zynischer Satire, Kriegsabenteuer und Drama findet. Doch scheint Russel diese nicht vorhandene Balance zu kalkulieren. Immer wieder spielt er gekonnt mit seinen Referenzen an den Kriegsfilm, ganz besonders mit denen des Achtziger Rambo Befreierkinos, indem er versucht ihnen verstörende Kriegsrealität entgegen zu setzen. Das gelingt Russel aber nur bedingt, denn so richtig möchte er sich dann in jenen Szenen nicht von der von ihm kritisierten Kriegsinszenierung lösen. Gerade gegen Ende gerät der Film dann doch ein wenig zu rührselig und den Dramaturgiegesetzen Hollywoods hörig. So bleibt trotz einiger guter Ansätze ein zwiespältiger Eindruck zurück.

6/10 Punkten

You can think it, but don’t say it.

Es ist ja die normalste Sache der Profi-Sportlerwelt für den nationalen Verband anzutreten, der einem die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb ermöglicht, oder wie auch sonst immer den Allerwertesten küsst. Der Österreicher Marc Giradelli wurde Luxemburger, Johann Mühlegg lief ab 1999 für Spanien durch die nicht mehr vorhandenen Loipen, und der mittlerweile deutsche Boulevard-Liebling Matthias Steiner war die meiste Zeit seines bisherigen Lebens auch einer aus dem Land, in dem man immer wieder glaubt, Deutschland im Fußball schlagen zu können. Also, what is the matter, wenn Jermaine Jones jetzt für die JU ESS EY auflaufen möchte und so doch noch irgendwie nach Südafrika kommen könnte? Da will ja schließlich jeder Profi-Fußballer von Grönland bis Feuerland Mitte hin. Der Bundestrainer mochte Jones schon letztes Jahr nicht mehr leiden und nahm stattdessen lieber den Leichtathleten, den Dortmund mal für viel Geld als Fußballer nach Spanien verhökerte, mit zur Europameisterschaft. So etwas muß schmerzen, ganz klar. Also, gar nichts is the matter, wenn Jones jetzt dank doppelter Staatsbürgerschaft und nur dreier absolvierter Testspiele für die DFB-Auswahl für die United States Soccer Federation spielen möchte. Was mich aber wirklich wahnsinnig macht, ist die Tatsache, daß Jermaine Jones ein sehr unglückliches Interview in der Frankfurter Rundschau gibt, nicht nur um seinen Entschluß zu verkünden, sondern um auch noch nebenbei all seine ehemaligen Testspielkollegen, außer Mutti Frings und Ballack, auf übelste Art und Weise zu diskreditieren. Aber nicht nur das. Nein, er läßt sich auch noch von der New York Times zu einem telefonischen Interview überrumpeln, in dem er sich offensichtlich dermaßen unbeholfen ausdrückt, daß die Chronisten dieses Blattes daraus Schlüsse ziehen, die auch den Rest Deutschlands Fußballgemeinde in keinem gutem Licht dastehen lassen. Ich glaube Jones jedes Wort, wenn er jetzt auf der Schalkes Homepage das dementiert, was er laut NY Times von sich gegeben haben soll. Selbst die NY Times räumt mittlerweile eine Fehlinterpretation aufgrund Jones schlechtem Englisch ein. Er wird es wirklich in seinem Kopf nicht so gesagt haben, aber für den Times Journalisten wird er es so gesagt haben. Da bin ich mir ganz sicher. Wer schon mehr als ein Interview mit Jones goutiert hat, wird wissen, daß er nicht nur mit der englischen Sprache Probleme hat. Put mind in gear before opening mouth! Das sollte Felix Magath Jones als erstes eintrichtern, wenn er endlich aus dem Puerto Rico-Urlaub nach Gelsenkirchen kommt. Ich glaube aber, daß es bei Jones gerade mit dem mind in gear putten hapert, noch mehr als mit den Sprachen an sich.

Glück Auf!

Ja, ja ... die Erde ist wunderschön, steht jedoch am Abgrund ...

... das haben wir mittlerweile kapiert. Und es wird ja auch nicht besser je mehr Dokus man sich über den menschlichen Raubbau an unserem Heimatplaneten ansieht. Ich weiß, aber Yann Arthus-Bertrands Film Home ist nun mal ein verdammt lecker fotografierter Werbefilm für unseren Planeten. Ich weiß nicht, ob er wirklich gelungen ist, denn Glenn Close nervt mich schon nach wenigen Sekunden allein wegen der Lord of the Ring-Prolog-Attitüde. Der Ethnosound gibt dem Ganzen dann den Rest, wie kann man da eigentlich nicht einschlafen? Und so konnte ich mir den Film nicht an einem Stück ansehen, ging nicht. Falls ein Bildband herauskommt, bin ich aber dabei. Auf das Bild klicken und schon kommt er per Homeproject Youtubechannel auf euren Bildschirm.

[edit] Jetzt weiß ich endlich woran mich der Film erinnert. An eine Demo für Full HD Fernsehgeräte im Kaufhaus.

Drag me to Hell

Sam Raimis Evil Dead Reihe gehört wahrscheinlich auch zu den Filmen, die in der Erinnerung größer erscheinen als sie es dann tatsächlich waren. Ob sein Tanz der Teufel jemals die Aufmerksamkeit erhaschen können hätte, die er unter dem Einfluß der damaligen Jugendschutzdiskussion errang, sei dahingestellt. Vielleicht wäre er in den hinteren Regalen der damals noch für 12 Jährige frei zugänglichen Videotheken vergammelt. So aber wollte jeder den angeblich härtesten Schocker aller Zeiten sehen, auch auf dem zum siebten Mal überspielten Tape, mit Streifen im Bild und Rauschen statt Ton. Die geniale Kamera, der donnernde Sound, Bruce Campbells Horror-Slapstick und ein fetter Hauch von Geisterhaus Nostalgie durchstreifte die Reihe und läßt auch heute noch so manchen damals 13 oder 15 Jährigen vor Entzückung juchzen. Raimis Filme sind unverkennbar, schon allein durch die vielen Einfälle des damals noch jungen Filmemachers, der von Anfang an das Kino nicht als Möglichkeit zur Abbildung der Realität, sondern als Ort des Fantastischen verstand. Seine belächelten, aber äußerst erfolgreichen Fernsehserien Xena und Hercules unterstreichen Raimis Verlangen nach dem märchenhaften und romantischen Elementen in seinen Werken, die das kindliche Wesen des Publikums nur allzu leicht um den Finger wickeln. Während Roddenberrys pseudo-philosophische Weltraum-Gutmenschen und Carters X-Files die fantastische Erzählung ins technokratische Windows95-Zeitalter führten, fesselte Raimi mit seinen 60er Jahre Ray Harryhausen Sandalenabenteuern die abenteuerdurstige Fernsehgemeinde an den Bildschirm. Während Bay und Co. die Technisierung des Blockbusterkinos vorrantrieben, drehte Raimi mit Spiderman einen Blockbuster, der trotz allem technischen Schnick Schnacks so romantisch und rührig ausfiel, daß man ihn in einer anderen Zeit verorten möchte. Doch Raimi ist keinesfalls jemand, der uns mit Altbackenen abspeist, all seine Filme und Fernsehserien sind modernster Kintopp, der sich gottlob nicht allzu ernst nimmt und dem Zuschauer ein freudiges „Ich will doch nur spielen“ mit auf den Weg gibt. Auch sein neuester Streich Drag me to Hell.

Gypsy-Hexen sollte man nicht bloßstellen, das kann nur böse enden. So wird dann auch die auf die Beförderung schielende, jedoch herzensgute, Christine Brown von Mrs. Ganush mit einem Fluch belegt, nachdem Christine ihr einen weiteren Aufschub zur Begleichung der Haushypothek verwehrt. Und schon verwandelt sich das Leben Christines zu einem Alptraum, denn der Dämon, den die alte Hexe ihr auf den Pelz schickt, treibt sie recht schnell in den Wahnsinn. Klappernde Türen, Schatten, Nasenbluten und Angriffe, der schon längst verstorbenen Alten hält Christines Freund Clay natürlich für Einbildungen, die von dem Trauma ausgelöst wurden, das Christine durch die Begegnung mit der beleidigten Dame erleidet. Äußerst blutig wird Raimis Geschichte daraufhin nicht, vielmehr läßt der Romantiker sich auf ein kurzweiliges und äußerst humorvolles Spiel mit dem todbringenden und plötzlich ausbrechenden Höllenerscheinungen ein. Ganz so wie einst Ash in der alten Waldhütte mit übersinnlichen Kräften und vor allem mit sich selbst zu kämpfen hatte, muß sich Christine nun mit tanzenden Tassen, blutigen Kuchen und schrägem Dämonenkult auseinandersetzen. Inszeniert in einer wahren Flut an Referenzen ans Genre. Doch verfällt Raimi nicht dem Irrtum Zitate für sich stehen zu lassen, sondern baut sie gekonnt und keinesfalls mit der Penetranz einer augenzwinkernden Nummernrevue in einen liebe- und vor allem fantasievollen Liebesbeweis an das Horrorkino ein. All die Hitchcocks, Friedkins, Carpenters, Argentos und vor allem Jacksons sind nur Gäste, die kurz mal reinschauen und nach einem nettem Hallo schnell wieder verschwinden. Da läßt der Gastgeber niemanden anderen an den Plattenschrank, außer sich selbst. Mag sein, daß Raimis Film im Oldschool-Stil daherkommt und die alten Geister heraufbeschwört, doch zu einer öden Oldietanzveranstalltung, darauf läßt er sich gar nicht erst ein. Denn sein Drag me to Hell ist wesentlich runder und moderner abgemixt, als das Kino, auf das sich der Film bezieht. Geriet Raimi seinerzeit noch manche Szene zu lang, schlug der eine oder andere Gag gerade in seinem berühmten Evil Dead 2 noch in reinste Nervensägerei um, findet er hier immer das richtige Timing. Sobald sich ein Schock in einem von Raimis immer wieder schönen Gags auflöst, läßt er von ihm ab und widmet sich Neuem. Raimi 2009 ist vielleicht zahmer als Raimi 1987, doch scheint er seine Kreativität nicht verloren zu haben. Und im Zusammenspiel mit der Erfahrung, die er über all die Jahre gewonnen hat, ergibt sich ein wahrlich höchst unterhaltsamer Geisterspaß, den sich niemand entgehen lassen sollte, auch wenn ihm vielleicht nicht der ganz große Wurf gelingt. Aber das hatte er ja auch merklich gar nicht vor.

7,5/10 Punkte

Mal Sondock, 4.7.1934 - 9.6.2009

klick

Arbeit für den Rekorder 13. - 19. Juni

Die ersten Gasttipps kommen diese Woche von JMK und sind an der grünen Schrift zu erkennen. Wer wissen möchte warum und wieso sollte hier weiterlesen. Es gibt sogar was zu gewinnen.


Samstag, 13 Juni


22:05 Uhr Spartan (RTL)
Der kam in Deutschland meines Wissens gleich als Direct to DVD heraus. Keine Ahnung, ob der wirklich so gut ist, wie die allgemeinen Lobhudelein zum Start. Hört sich jedenfalls nach kurzweiliger Politthriller-Unterhaltung mit bekannten Feindbildern an. Arabischer Mädchenhändlerring, darauf muß man auch erst mal kommen.

22:10 Uhr Jeepers Creepers (RTLII)
Wer hat Angst vorm Dunklem Mann? Ich mag den kleinen Reißer doch ziemlich gerne, auch wenn er zum Ende hin natürlich ein wenig abbaut, da das Monster zu früh ... Quatsch, Jeepers Creepers ist einfach nur toller und effektiver Teenie-Horror.

23:15 Uhr Schwarz Rot Gold (NDR)
Die unlustigste, todernste, aber zugleich eine der besten deutschen Krimi-Serien im "Spielfilm-Format". Uwe Friedrichsen und sein Team vom Hamburger Zoll decken große und kleine Fälle auf und scheitern öfter als ihnen lieb sein könnte. Als Zuschauer bekommt man nicht nur einen realistischen Einblick in eine Behörde, Dieter Wedel setzte das ganze auch noch spannend und akribisch in Szene.

Sonntag, 14. Juni

20:15 Uhr Per Anhalter durch die Galaxis (Pro7)
Ein überaus charmanter, mit Martin Freeman und Sam Rockwell ideal besetzte Verfilmung des Douglas Adams Science-Fiction-Komödien-Klassikers. Auch wenn viele Ideen, Gags und Skurrilitäten notgedrungen ausgelassen wurden, weiß der Film zu überzeugen. Regisseur Jennings machte eben nicht den Fehler zu sehr auf Effekte zu setzen, vielmehr vertraute er seinem Stab, die mit Spielfreude über kleine Unzulänglichkeiten hinwegtrösten. Auch in der deutschen Fassung.

Nicht zu vergessen Zooey Deschanel, die hier einfach nur sahnig rüberkommt.

20:15 Uhr Karate Tiger (RTLII)
Ach den verwechsel ich immer mit Karate Kid, also, wenn ich irgendwo mal was von der ist super geschrieben habe, sofort wieder vergessen. Das hier ist nämlich nur das Plagiat.

22:20 Uhr The Fog (Pro7)
Während Cravens selbst produziertes Hügel der blutigen Augen Remake sehr ordentliche Unterhaltung und Qualität bot, geht Carpenters erstes Remake Projekt gleich vollends in die Hose. Völlig überflüssig.

23:45 Uhr Die schwarze Mühle (Tele5)
Stilistisch und atmosphärisch hervorragendes Polit-Thriller Spätwerk von Don Siegel. Jedenfalls in meiner Erinnerung, denn den Film habe ich mindestens schon 20 Jahre nicht mehr gesehen. Don Siegel ist in der Erinnerung durchaus empfehlenswerter als in der Realität.

00:10 Uhr They Nest – Tödliche Brut (K1)
Neu auf der Insel? Check. Mysteröse Todesfälle? Check. Ekelige Kakerlakenviecher? Check. Knackige Effekte? Check. Trashpotential? Check. Angucken? Check.

Montag, 15. Juni

20:15 Uhr Cop Land (K1)
Nie sah man Sylvester Stallone abgefuckter, nicht mal zu Rocky V-Zeiten. Ein Mann ohne Rückgrat, ohne Hoffnug, der sich trotz seiner Polizeimarke und Muckis von korrupten Cops herumschubsen lässt. James Mangold vergisst in seinen Filmen gerne mal die Stringenz einer Handlung, hatte bisher immer das Glück auf hervorragende Akteuer zurückgreifen zu können. So auch hier. Die Story ist nicht so doppelbödig wie sie vorzugeben scheint, doch Keitel, Stallone, Liotta wissen den Film zu tragen und in einen überdurchschnittlichen Cop-Thriller zu verwandeln.

Ist ja irgendwie so ein Everybody's Darling, aber bisher auch immer wieder an mir vorbeigesendet worden. Mal schauen ...

Dienstag, 16. Juni

20:15 Uhr The Missing (K1)
Ron Howards Beitrag zum Starke-Frauen-Kino. Papa Tommy Lee Jones kommt nach Hause, darf aber nur in der Scheune pennen. Dann werden Cate Blanchetts Kinder von bösen Indianern entführt und wahrscheinlich auch vergewaltigt. Jetzt kann Papa, der ja bisher bei den guten Indianern lebte, Tochter Cate und ihren Kindern aus der Patsche helfen. Zum Schluß gibt’s noch gute Indianer Medizin und alles ist wieder gut. Ich glaube Howard hält das wirklich für eine gute Story.

22:05 Uhr Wir waren Helden (Tele5)
Es lebe die Luftkavallarie. Ja, ja. Vietnam war kein Zuckerschlecken, Mel Gibson ist Missing in Action auf Privat Ryan. Für Leute, die auch Scotts Black Hawk Down für Anti-Kriegs-Kino halten.

Mittwoch, 17. Juni

23:00 Uhr Robocop (SWR)
Da fällt mir ein, daß ich ein Review versprochen hatte, das kommt garantiert noch dieses Jahr. Tja, von den einstigen 102 Minuten bleiben beim SWR ganze 85 Minuten übrig. Verhoevens Genre-Meisterwerk natürlich hier auf diesem Sendeplatz und in dieser Fassung obsolet.

Donnerstag, 18. Juni

Noch weniger

Freitag, 19. Juni

20:15 Uhr Das fünfte Element (Pro7)
Luc Bessons absolutes superduper Sci-Fi Meisterwerk, für das mir tatsächlich jedesmal die Superlative ausgehen. Dafür muß man sich jedoch von den alten und eingefahrenen hollywoodschen Sehgewohnheiten verabschieden. So schräg, so humor- und fantasievoll, wie es nur ein französischer Sci-Fi Comic aus den 70er Jahren sein könnte. Weniger inhaltlich als audiovisuell.

22:10 Uhr Interview mit einem Vampir (RTLII)
Neil Jordans wunderbar pompöses Kostümvampirdrama nach Anne Rice, das wesentlich besser daherkommt, als es seine Kritiker seinerzeit einzuordnen verstanden. Schönstes Erzählkino.

Ansonsten läuft diese Woche auf 3Sat eine fünfteilige Woody Allen Reihe. Wahrscheinlich feiern die dort jetzt halbjährlich seinen Geburtstag.

From Beyond, Blockbuster Entertainment, The Duke, Kino, TV & Co und (ob daraus noch mal was wird?) immer wieder ab samstags. Und sonntags gibts den ultimativen Filmtipp der Woche von Kaiser_Soze.

Royksopp Forever



via einer meiner genialsten Entdeckungen seit Wochen. Ich frage mich ja ernsthaft, warum ich überhaupt noch Musik kaufen soll, wenn ich mittlerweile von so vielen Musikdiensten nahezu fast alles gestreamt bekomme, was auch nur irgendwie und irgendwann mal irgendwo im Web abgelegt wurde. Find ich gut.

Dark Mondbasis Alpha Kubrick Nostromo Star



Warum erfahre ich eigentlich erst jetzt von diesem Film? Scheint als kehren die 70er Sci-Fi Realismen ins Kino zurück. Und ganz ehrlich, ich kann es kaum erwarten, denn von den Horror-Remakes haben wir, glaube ich zumindest, mittlerweile alle die Schnauze gehörig voll. Sollte es wirklich zu einem neuen Sci-Fi Boom kommen, bin ich in jedem Fall dabei. Drei gute Weltraum-Abenteuer zähle ich in den letzten 13 Kinojahren, Starship Troopers, Serenity und Sunshine - nein, auch der dritte Computer Lucas ist allenfalls unterhaltsam. Eindeutig zu wenig.

Terminator - Die Erlösung

Die Zukunft, ja, die ist scheußlich. Maschine gegen Menschheit, Zeitreisen, John Connor, Kyle Reese und noch so'n Typ, der seinen Körper vor der ihm bevorstehenden Todesstrafe in der Vergangenheit an Cyberdine Systems verhökerte und in dieser Zukunft als Cyborg zurückkehrt. Von langer Hand geplant, um John Connor später einmal eine Falle zu stellen. Nein, das war jetzt kein Spoiler, der nicht schon vom Film selbst ganz zu Anfang dem Zuschauer unter die Nase gerieben würde. John Connor weiß in dieser Zukunft, daß die Maschinen in noch weiterer Zukunft dreimal einen Cyborg in die Vergangenheit schicken werden, um erst seine Mutter und schließlich ihn selbst zu töten. Die einfachste Lösung, nämlich einfach in der Zukunft vor Camerons erstem Terminator anzusetzen, haben sich die Drehbuchautoren also nicht für den Reboot der längst schon auf Notstrom laufenden Franchise ausgesucht. Und das ist auch schon die ganze Geschichte McGs großen Sommerblockbusters, der nichts anderes vorhat, als Camerons Stalkeraction zu einem Kriegs-Action-Epos auszubauen. Daß Terminator 4 in der Summe die Erwartungen an eben so einem Epos nicht erfüllen mag, liegt nicht an den teilweise bombastischen Actionszenen, der tollen Inszenierung einer apokalyptischen Welt und auch nicht unbedingt an jener fehlenden Logik, die sich spätestens seit Camerons eigener Fortsetzung durch die Geschichte schleicht. Es ist die grundlegende Seelenlosigkeit, mit der das Ganze daherkommt. In der South Park Episoden-Trilogie Imaginationland wird die Fantasie der Menschheit von Terroristen angegriffen und gerät außer Kontrolle – ja, solch geniale Autoren wünschte man auch Terminator 4. Im Pentagon bittet man unter anderem Michael Bay um Rat, wie man die Fantasie retten könnte. Der kann aber nur Special-Effects bieten, da er den Unterschied zwischen Idee und Special-Effects einfach nicht kapiert. Und genau hier liegt der Hund in Terminator Salvation begraben. Die fantasievolle Umsetzung der Geschichte ergibt sich nur in den vielen und aufwendigen Kampfszenen, die ihre Daseinsberechtigung lediglich dem Umstand verdanken, daß Cameron vor über 25 Jahren einen Grund brauchte, um Arnold Schwarzenegger Linda Hamilton nachstellen zu lassen. Die Menschheit befindet sich halt im Krieg mit den Maschinen, die hier im vierten Teil zu einem völlig gesichtslosen Gegner mutieren. So kämpfen dann Connor, Reese oder dieser leidlich spannende Marcus Wright gegen visuelle Spezial Effekte und auch mal, der aus dem Filmbaukasten für Anfänger stammenden Dramaturgie selbst willen, gegeneinander. Weil das halt so sein muß, nicht weil das die Geschichte auch nur um eine unverhoffte Nuance weiterbringen könnte. Der ganze Film gewinnt dem Thema überhaupt nichts Neues, aber auch gar nichts Neues ab. Wie sich der langhaarige und rebellische Connor zu einem Elitesoldaten entwickeln konnte, wie sich die Menschheit nach dem Judgement Day reorganisiert und all der Stoff, der einen vierten Teil vielleicht noch ein wenig Interesse und den Grundstein für ein wirkliches Epos hätte abringen können, das wird von den Autoren alles ausgeblendet. Wem wundert es da noch, daß eine Identifikation mit den Protagonisten, die dem Technokrieg auch noch durch hoffnungslos peinlich ausgefallene Dialogszenen die Krone der unfreiwilligen Lächerlichkeit aufsetzen müssen, nicht möglich ist. Da kann man sich am ehesten noch mit dem, wie schon erwähnt, an sich überflüssigen Wright anfreunden. Doch auch er bleibt letztendlich blaß, und um den Rest macht man sich schon gar keine Sorgen. Da wimmelt es nur so vor ganz schrecklichen Auffüllern aus dem gerade erwähnten Filmbaukasten. Von bösen notgeilen Männern bis zum süßen Obama-Mädchen, das im Finale dem Connor die Fernbedienung zum rettenden Bombenspektakel in die Hand drücken darf. Ich weiß gar nicht, wie man ein so fettes Budget einfach so sorglos im Ozean der Belanglosikgeit verklappen kann. „Wer bist du?“, fragt Connor Wright vor dem letztem Drittel des Filmes, und der antwortet:“Ich weiß es nicht.“ Die gleiche Frage könnte man auch dem Film stellen, und die Antwort wäre wohl:“Irgendwas mit Terminator, irgendwas mit Endzeitspektakel.“ Eine gutaussehende Szene einer anderen gutaussehenden Szene folgen zu lassen, dazu reicht es bei Musikvideoregisseur McG. Wie ein Film über fast zwei Stunden funktioniert, das muß er noch lernen. Leidensfähigen und mit allen Wassern gewaschenen Edeltrashgenießern sei der Kinogang erlaubt. Ein Grund die Kinosessel aus ihrer Verankerung zu reißen und anschließend gegen die Leinwand zu schmeißen ist McGs kümmerliches Michael Bruckheimer-Surrogat nicht geworden. Noch nicht einmal das.

4/10 Punkten

Slither

Außerirdische Invasoren begehen seit Jahrzehnten immer wieder den gleichen Fehler. Immer wieder wählen sie auf unseren Planeten Orte, die von uns liebevoll und bezeichnender Weise mit dem Prädikat “Arsch der Welt“ ausgezeichnet werden, als Ausgangspunkt ihrer Erd-Annexions-Pläne. Es ist halt so, daß die Ant-Arktis, der Nordpol und weite Teile der USA zwischen Ost- und Westküste nicht so spannend sind, daß ein Fremder nicht sofort die Aufmerksamkeit der wenigen Menschen, die dort trotz allem leben, auf sich ziehen würde. Ein Alien ist halt ein Fremder, und Fremden steht man dort, wo sich die Bewohner meist an dem schon immer da gewesenen Dingen orientieren, halt ein wenig skeptischer gegenüber. Keine Chance für den Invasoren sich heimlich unters Volk zu mischen, da fallen kleinste Veränderungen sofort auf. Und wenn der Außerirdische erst einmal als das erkannt wurde, was er ist, dann gibt es Ratz Fatz was auf die Rübe. Wenn es die Nationalgarde nicht schafft, dann gibt es immer noch den Wissenschaftler, kleinen Jungen oder den über sich hinauswachsenden Dorfscherriff.

Wheelsy ist so ein Ort, an dem sich die Leute noch kennen, der Bürgermeister die Dinge selbst in die Hand nimmt (zumindest versucht er es) und junge hübsche Mädchen zwar vom Weggehen träumen dürfen, aber dann doch bei dem bleiben, der ihnen materielle Sicherheit bietet. Und genau hier landet wieder so ein Ding aus den dunklen Weiten des Alls - irgendwo im Wald hinter dem Ortseingangsschild am Highway. Der alte Grant Grant, seinen Frust über das nicht mehr stattfindende Sexualleben weggetrunken und nun im Wald mit der einst übersehenen und sich plötzlich ergebenen Beischlafgelegenheit, wird als erster infiziert. Und da die Geschichte vom einstigen Troma Boy James Gunn inszeniert wird, geht es in der Folge in Wheelsy nicht zimperlich zur Sache. Weder in Sachen Seitenhiebe auf das amerikanische Kleinstadtleben, noch in Sachen explizites Splattervergnügen. Da sollte man nicht so sehr auf das dünne Drehbuch schielen, sondern sich einfach auf einen Bilderbogen durch 50 Jahre B-Movie Sci-Fi-Horror einlassen. Auch wenn die Unheil beherbergende Scheune und der menschenfresservolle Keller keine unvorhersehbaren Schlotterhöhepunkte darstellen, zu einer unsympathischen Aneinanderreihung beliebig nachgefilmter Filmzitate mutiert Slither zu keinem Zeitpunkt. Mag sein, daß es hier und dort mal holpert und eigentlich als vergnüglich angedachte Überraschungen ein wenig lahm daherkommen, da ihnen einfach der gewisse Drive fehlt. Doch muß man Gunn im Endeffekt dafür dankbar sein, daß er gar nicht erst versucht den zugrundeliegenden B-Movie Stoff zu einer großen Hochglanzsause zu erwecken. Da braucht es keine nachträglichen Digitaleffekte, um den Zuschauern mitzuteilen, daß wir uns hier in der nie ernstgenommenen Vergangenheit Hollywoods Autokino und 80er Jahre VHS Tapes befinden. Das schafft Gunns Film ganz von allein, und man sieht sich geradezu gezwungen, die alten Critters, Night of the Creeps und Killer Clowns wieder aus dem eigenen Keller hervorzukramen und einen erneuten Blick zu riskieren. Nur sollte man die Sache bitte nicht allzu ernst nehmen. Das machen die Darsteller ja auch nicht wirklich. Egal ob Nathan Fillion hier immer noch seinen lakonischen Firefly Captain gibt, Michael Rooker in freudiger Erwartung vor der Fleischtheke des örtlichen Supermarkts steht oder Elizabeth Banks mit Lockenwicklern ins Bett steigt. Man merkt ihnen sichtlich ihren Spaß an der Sache an. Das ist es dann auch, was Slither über die meisten seiner Genrekollegen stehen läßt, sein Cast ist auch ohne große Namen größer als man denken könnte.

7/10 Punkte

Glückliche Menschen



Wahnsinn, die Post stellt Briefe tatsächlich zu, ohne daß ich sie mit einem Einschreiben mit Rückschein dazu hätte zwingen müssen.

Arbeit für den Rekorder 6. - 12. Juni

Samstag, 6. Juni

22:10 Uhr Banlieue 13 – Anschlag auf Paris (RTL)
Luc Besson als Regisseur zu bezeichnen ist mittlerweile ungefähr so, als ob man Stefan Raab in erster Linie als Sänger betrachten würde, nur weil er in der Vergangenheit mal ein paar Hits in den Charts plazieren konnte. Luc Besson ist Produzent. Banlieue 13 ist Escape from New York auf Ong-Bak. 80 Minuten Action-Style over Content, wer das aushält, hat seinen Spaß. Garantiert.

23:00 Uhr Shrooms (Pro7)
Wenn der Film auch nur halb so lahm wie sein Trailer daherkommt, rate ich ab.

01:25 Uhr Die Schlange im Regenbogen (RTLII)
Ist ja ein gerne Unterschlagener in Cravens Œuvre, dabei packt einem die Atmosphäre des Karibik Horror Trips direkt am Anfang und läßt einen bis zum Ende nicht mehr los. Bill Pullman stößt auf der Suche nach dem perfekten Narkotikum auf Voodoo Zombies, bösartige Polizeichef-Schamanen und wird am Ende sogar lebendig begraben. Wenn das nichts ist ...

Sonntag, 7. Juni

20:15 Uhr Die Dolmetscherin (RTL)
Sidney Pollack ist war ein alter Hase im Geschäft und weiß um die Anziehungskraft seiner beiden Hauptdarsteller. Zum einen schön mal wieder einen Politthriller alter Schule sehen zu können, zum anderen nicht das erhoffte Altersmeisterwerk. Habe schon wieder alles vergessen.

20:15 Uhr Men in Black II (Pro7)
Irgendwie ein Abbild Barry Sonnenfelds Filmografie. Gut, mäßig, nett, nett, klasse, WTF, mäßig, uninteresannt, WTF ... Nein, ein Großer ist dieser Sonnenfeld in keinem Fall, und das ist auch seine Fortsetzung des einstigen Kassenschlagers nicht.

20:15 Uhr Die Abenteuer von Huck Finn (ARTE)
Auch wenn Stephen Sommers Mark Twain Verfilmung nicht unbedingt auf großartige Gegenliebe stößt, vertraue ich mal der Tatsache, daß seine Filme bis zu Van Helsing eigentlich alle okidoki waren. Zumal der Cast mit dem kleinem Frodo, Robbie Coltrane und Ron Perlman interessant erscheint.

22:05 Uhr Matrix Revolutions (Pro7)
Fand ich zumindest ansehbarer als Teil 2, was aber nichts zu bedeuten hat. In jedem Fall lohnt der schon allein aufgrund einer der peinlichsten Sexszenen in einem Blockbuster ever gleich zu Anfang.

Montag, 8. Juni

20:15 Uhr Mission Hollywood (RTL)
Til Schweiger bereitet eine Horde Dumpfbacken auf ihre Nicht-Hollywood Karriere vor. Zu gewinnen gibt es eine Nebenrolle in der Fortsetzung zu Twillight – Nichtfick im Morgengrauen. Als Jurygäste tritt übrigens die geballte Hollywoodkompetenz in Form von Moritz Bleibtreu, Carmen Elektra (ja, die lebt wohl immer noch) oder Heiner Lauterbach auf. Na, wenn das nicht der Oberknaller des Sommers wird, weiß ich auch nicht.

20:15 Uhr Butch Cassidy and Sundance Kid (DAS4.)
Oh Mann, der ist immer noch so wunderbar. Robert Redfort und Paul Newman im vielleicht besten Neo Western überhaupt. Aber auf diesem Sender, ich weiß ja nicht. Hallo, Arte? Der kommt doch bestimmt demnächst bei euch in HD, oder?

21:00 Uhr Vom Winde verweht (Arte)
Nee, Arte knallt mal sofort den Schmachtfetzen schlechthin auf Deutschlands Mattscheiben. Ich glaube Vivien Leigh und Clark Gable wurden bis heute nicht getoppt. Einfach ganz große Klasse.

23:00 Uhr Tsotsi – Ein Junge aus dem Ghetto (MDR)
Die Geschichte ist einfach etwas unglaubwürdig, dafür aber umso mehr liebe- und zum Teil auch humorvoll erzählt. Township trifft auf Johannesburger Mittelschicht, ohne in Rührseligkeit zu versinken. Daß Tsotsi trotz Katharsis unsympathisch bleibt, ist dem Drehbuch hoch anzurechnen und wohl auch mehr als mutig. Geht in Ordnung.

Dienstag, 9. Juni

20:15 Uhr Open Range – Weites Land (K1)
O.K., die Story kommt natürlich aus dem Westernbaukasten vergangener Tage, keine Frage. Aber wie konsequent Costner nach all seinen überteuerten B-Movies wieder zurück in die Spur findet und einen naturalistischen Old-School Knaller auf die Leinwand wirft, das sollte schon besondere Erwähnung finden. Die ganz großen Momente fehlen zwar, aber dafür läßt Robert Duvall noch einmal mit seiner Performance einfach nur den Atem stocken. Ein Muß für alle die auch nur ein Quäntchen für das Genre übrig haben. Oberdufte.

22:50 Uhr Ran (RBB)
Spätwerk und mit Preisen überschüttete Shakespeare Adaption Akira Kurosawas, die ich leider aus unverständlichen Gründen immer noch nicht gesehen habe. Hoffentlich bekomme ich es diesmal auf die Reihe, den Kurosawa gehört zu den Wenigen, die grundsätzlich gut sind.

Mittwoch, 10. Juni

Will ich alles nicht sehen

Donnerstag, 11. Juni

20:15 Uhr Der Sturm (VOX)
Kein Happy End, kein Erfolg an den Box Offices. Dabei finde ich Petersens Sturmfahrt echt in Ordnung, muß ja nicht immer alles einen Sinn ergeben. Die sterben halt am Ende und fertig.

22:35 Uhr Three Kings (VOX)
Den wollte ich damals im Kino sehen, kam aber eine Woche zu spät oder zu früh. So genau weiß ich das nicht mehr. Jedenfalls gab es stattdessen Bang Boom Bang. Wird glaube ich mal Zeit, daß ich dem Film meine Dankbarkeit erweise, indem ich ihn mir einfach mal anschaue.

Freitag, 12. Juni

23:15 Uhr Der Falke und der Schneemann (WDR)
Schlesingers satirisch angehauchter Spionagethriller, der auf wahren Begebenheiten beruht, hat natürlich ein paar Macken, aber insgesamt möchte ich mich doch dem Urteil von prisma-online anschließen. Sehenswert.

23:40 Uhr Bruce Lee – Die Todeskralle schlägt wieder zu (RTLII)
Aber nur nach der Logik des deutschen Verleihs. Denn Way of the Dragon entstand ja vor Enter the Dragon. Ist schon allein aus dem Grunde ein Must have seen, da es der Film ist, in dem Lee Chuck Norris (Wahnsinnsbehaarung!) alle Knochen bricht. Geschnitten.

Außerdem gibt es hier schon wieder etwas zu gewinnen, da ich a.) beim letzten Mal soviel Spaß daran hatte, b.) ihr euch hier im Mitmach-Internet befindet und c.) ich zwar viel kenne, aber längst nicht alles. Deshalb lohnt auch immer ein Besuch bei meinen lieben Kollegen:

From Beyond, Blockbuster Entertainment, The Duke, Kino, TV & Co und (ob daraus noch mal was wird?) immer wieder ab samstags. Und sonntags gibts den ultimativen Filmtipp der Woche von Kaiser_Soze.

fast forward zapping >> Von konsumierbar aber daneben bis daneben aber empfehlenswert

Dawn of the Dead (2004)
Das aktuelle Jahrzehnt wird als Jahrzehnt der Horrorfilm-Remakes in die Analen der Filmgeschichte eingehen. Weniger wegen der Remakes selbst, als aufgrund ihrer Anzahl. Von Cravens Hügel der blutigen Augen bis hin zu Hoopers Kettensägenmassaker. Einstiger halb intellektueller Independentstoff wird 30 Jahre später zum Mainstream Konsumprodukt. Das entbehrt nicht eines gewissen Zynismus, folgt aber den Regeln der Verwertungskette. Egal. Zack Snyder hat sich gleich den König des 70er Jahre Bahnhofs- und Studentenkinos herausgepickt und versagt inhaltlich natürlich auf ganzer Linie. Seine Zombies sind Monster und keine Menschen, sein Kaufhaus ist nicht subversiver Schauplatz einer subversiven Konsumweltkritik. Ist sein gutes Recht, soll er sich jedoch nicht wundern, wenn er dafür nicht gerade von der großen Romero Fangemeinde geliebt wird. Läßt man die inhaltliche Schwäche inhaltliche Schwäche und ein paar infantile Peinlichkeiten infantile Peinlichkeiten sein, bleibt letzten Endes ein durchaus unterhaltender und stringent inszenierter Action-Flick mit einem mehr als ordentlichen Cast. Keine schreienden Teenager, keine verlorenen Autoschlüssel, kein ausgefallenes Cellphone-Netz. Das ist schon einmal mehr als man erwarten konnte.

7/10 Punkte

Cinema Paradiso (internationale Fassung)
Oscar, Golden Globe, Großer Preis der Jury in Cannes und was weiß ich nicht noch alles hat Giuseppe Tornatores Hommage an ein altes Dorfkino abgeräumt. Damit protzt er noch gleich vor dem Vorspann. Darf er ruhig, denn eine Enttäuschung ist Cinema Paradiso garantiert nicht. Eigentlich erzählt er gar nicht vom Kino, sondern von der Sehnsucht und der Liebe seiner Besucher. Das Cinema Paradiso ist der Ausgangspunkt für Totos Geschichte. Hier freundet er sich schon in der Kindheit mit Alfredo dem Filmvorführer an, findet seine erste jedoch unerfüllte Liebe, an der er sein ganzes Leben tragen wird, und hier wird er auch letztendlich seinen Frieden finden. Ganz der Zeit verpflichtet über die Tornatore erzählt, wandelt der Film zwischen Fragmenten aus Neoliberalismus und Commedia all'Italiana. Cinema Paradiso lebt von der Nostalgie, mit der er in jedem Zentimeter seiner 124 Minuten Zelluloid um sich schlägt, von seinem melancholischen Rückblick auf das Kino als gesellschaftliches Ereignis. Und natürlich von seinem Hauptdarsteller Philippe Noiret, der hier eine seiner besten Darbietungen überhaupt in der Rolle Totos Freund und Mentor abliefert. Der um knappe 50 Minuten längere und hoffentlich im Mittelteil etwas rundere Directors Cut ist schon bestellt.

7,5/10 Punkte

The Pervert's Guide to Cinema
Slavoj Zizek hat ebenso viele Anhänger wie Kritiker. Ja, und vielleicht mag es auch stimmen, daß er sich gerne selbst inszeniert, seine Analysen des modernen Kinos vielleicht ab und an ein wenig zu banal und an den Haaren herbeigezogen daherkommen. Aber, wer das Denken und Sinnieren in andere Richtungen generell verschmäht, hat eigentlich schon selbst verloren. Man mag nicht immer mit Zizeks Ansichten einverstanden sein, ihn auch mal gerne in den Sphären bedauernswerter Küchenpsychologie orten, aber schwer unterhaltsam ist der Slowene schon, wenn er in liebevoll nachempfundenen und orginalen Filmkulissen in radebrechendem Englisch über Intention und Metapher des modernen Kinos referiert. Lynch, Chaplin, Hitchkock, Coppola, an ihnen arbeitet er sich ab, die Europäer sind anscheinend nicht sein Ding. Ach doch, Tarkowski bekommt auch noch seine 5 Minuten Ruhm. Schade, aber verschmerzbar. Leider ist die DVD in Deutschland nicht erschienen, aber wer die 22 britischen Pfund nicht ausgeben möchte, sollte einfach mal in der örtlichen Bibliothek vorbeischauen. In meinem Fall war man sehr froh das hiesige DVD Angebot mit einem witzigen Titel aufbessern zu können.

7/10 Punkte

Going to Pieces
Während Rob Zombies H2 in Kürze die Wartezeit auf Wes Cravens erst nächstes Jahr startende Scream Fortsetzung verkürzt, Michael Bays Produktionsfirma Platinum Dunes nach Freitag der 13. nun auch die Nightmare Franchise durch den postmodernen Teenie Häcksler jagen wird, stehen die großen Vorbilder immer noch auf den Zensurlisten wohlmeinender doch übereifriger Jugendschützer. Und genau um diese Ungeheuer aus dem großen 80er Horrorwandschrank geht es in Jeff McQueens bemühtem Versuch den Slasher aus der Schmuddelecke zu befreien. Dabei geht es in einem Wahnsinnstempo vorran, da klappert er alle wichtigen und unwichtigen Filme, darunter auch einige, die in Deutschland nie erschienen sind, und ihre Macher in großer Hetze ab. Savini, Carpenter und Cunningham verraten nicht viel neues, jedenfalls nicht für den im Genre Bewanderten. Aber ehrlich scheinen sie zu sein, wenn Cunningham Friday vor allem für das Haus am See liebt, das der Film ihm beschert hat. Dafür protzt Going to Pieces mit unzähligen Auschnitten aus den alten Lieblingen, was ihn aus der Sicht der Horrorfan-Fraktion nicht unattraktiv geraten läßt. Für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Genre reicht das aber bei weitem nicht, vielleicht hätte sich McQueen dann doch auf die wenigen wirklich guten konzentrieren sollen. Dennoch empfehlenswert.

6,5/10 Punkte

Arbeit für alle

So, die Fernsehsender befinden sich nun endgültig in der Low-Fat-Phase. Über die Pfingstfeiertage mußte man sich ja noch ein wenig anstrengen, aber jetzt ist endgültig Sommerprogramm angesagt. Das bedeutet vor allem, daß die Sender ihre Kellerleichen ab jetzt völlig ohne Scham versenden können, da die meisten Menschen eh nicht vor der Flimmerkiste sitzen wenn es draußen auch noch abends warm und hell ist. Ich grüble ja schon seit einiger Zeit über ein neues Konzept für die Fernsehtipps in den Sommermonaten, und ich denke die nächsten Wochen mit der hundertsten John Wayne und zweihundertsten Richard Gere Wiederholung sind der richtige Zeitpunkt, um es endlich umzusetzen. Drüben auf dem Albert-Pyun-Gymnasium übernimmt Mr. Hankey in der Weihnachtszeit das Zepter, denn es gibt wahrscheinlich niemanden anderen in Deutschland, der mehr Weihnachtsfilme gesehen hat als er. Mir schwebt ähnliches vor, und deshalb möchte ich bis Ende August die Fernsehtipps für meine Leser öffnen. Keine Angst, ich werde hier auch weiterhin meinen eigenen Senf zum wöchentlichen Filmprogramm im TV abliefern und keinesfalls die Meinungshoheit auf meinem Blog aufgeben, aber wer Lust hat schreibt mir einfach seine ganz persönlichen Tipps für die nächste Wochen per e-mail (zeitverschwenderblog@web.de). Was dann bis donnerstags 18:00 Uhr Hauptsache bevor ich die Fernsehtipsp zusammenstelle in meinem Postfach eintrudelt wird gerne in den Fernsehtipps aufgenommen. Also ein paar Zeilen zum Lieblingsprogramm verlange ich da schon. Nicht daß ihr jetzt denkt "Mittwoch 23:00 Uhr Schulmädchenreport Teil 9 (KIKA)" würde mir da ausreichen. Nee, da müßt ihr schon ein wenig mehr bringen. Ihr könnt natürlich auch vor Filmen warnen, Ron Howard, Michael Bay und Tony Scott Bashing ist immer von ganzem Herzen willkommen. Eine Veröffentlichungsgarantie kann ich aber nicht gewähren, die Tipps sollten schon interessant genug sein und sich ein wenig mit meinem eigenen Filmgeschmack decken. Sat.1 Fernsehfilme werden da wohl eher keine Chance bekommen. Ansonsten gibt es aber keine Einschränkungen. Dokus, Biografien, Reportagen (nein, Unterwegs mit Kontolleuren ist keine Reportage), meinetwegen auch Tatortklassiker, alles ist erlaubt. Eine Belohnung wird es auch geben. Ich werde die DVD Wühltische der örtlichen Kaufhäuser nach Schmankerln durchforsten, für die sich eigentlich jeder normale Mensch an der Kasse gegenüber der Kassiererin schämen würde. Anfang September verlose ich dann unter allen Fernsehtippeinsendern Perlen der Filmgeschichte, eine Veröffentlichung eurer Fernsehtipps ist nicht erforderlich. Lange Rede kurzer Sinn. Haut endlich in die Tasten. Zum Schluß noch eine ganz wichtige Änderung, die Fernsehtipps werden ab sofort generell immer freitags online gehen. Ich wünsche viel Spaß.

[Update 7. Juni]
Die ersten beiden DVDs, die garantiert in die Verlosung gehen: Tim Burtons Sweeney Todd und Michael Manns Heat.

Dolce Vita

5 Flaschen Montepulciano, Tandori Spieße, ordinärer Blattsalat und nette Gäste. So einfach ist das. Tony, unser aller Liebling und Parson Russel Mischling mit ausgeprägtem Selbstbewußtsein aber grundsätzlich harmlos, durfte sogar Blacky, des Nachbarn Problemrüden und Postboten beißenden Schäferhundmischling, auf den Kopf pinkeln. Was haben wir gelacht. Dabei haben doch alle, wirklich alle in unserer Straße, dermaßen Angst vor Blacky, daß es sogar mal eine Unterschriftenaktion mit dem Ziel Blacky zwangseinschläfern zu lassen gab, die ich natürlich nicht unterstützte, da ich grundsätzlich gegen Euthanasie bin. Und unser Tony darf diesem angeblichen Ungeheuer auf den Kopf pinkeln. Hunde ..., man steckt ja nicht drin. Wenn ich mehr Zeit hätte, ich hätte auch einen Hund. Scheint ja eine absolut undurchschaubare Lebensform zu sein.

Ein Herz für Desktops - Die Gewinner

Die Verlosung war spannend, die Verlosung war hart, keine Gnade für die Gewinner, da müssen sie nun durch. Es ist ja schon erstaunlich, daß kaum vernünftige Freeware Software für eine Tombola im World Wide Web aufzutreiben ist, nach 10 minütigen Googlen entschied ich mich also für die Demoversion des Programms Losfee. Im ersten Durchlauflauf wurde jedem Teilnehmer eine Losnummer zwischen 1 und 21 zugewiesen, im zweiten Durchlauf wurden die Ziehungen festgelegt, in denen die einzelnen DVDs verlost wurden, und schließlich kam es im dritten Durchlauf zur eigentlichen Verlosung. Die glücklichen Gewinner lauten demnach:

Ziehung 1 Yjgalla - Die Klapperschlange
Ziehung 2 Candide - Star Crash/Saturn 3
Ziehung 3 Murdock - Die Libelle
Ziehung 4 Willems - Night of the Living Dead
Ziehung 5 Dieter - Hollywood Boulevard
Ziehung 6 Orangedoe - Bullitt
Ziehung 7 Rajko - Kleine Morde unter Freunden

Ich lasse den Gewinnern noch ein wenig Zeit, um gegebenenfalls die Kommentarfunktion für Tauschgeschäfte untereinander zu nutzen. Danke für die Teilnahme und viel Spaß mit den Scheiben.

[edit] Ich habe alle Gewinner per e-mail angeschrieben, bitte überprüft eure e-mail Accounts.