Arbeit für den Rekorder 02. - 07. August

Wenig, aber dafür viel Gutes und vielleicht Gutes. Mein Dank gilt auch diese Woche wieder meinem Tele-Buddy JMK, dessen e-mail ich diesesmal nicht beantworten konnte, da Thunderbird irgendwie herumsponn.

Samstag, 01. August

SA, 01.02.09, 22.05. Uhr, RTL, The Breed
Ein Tierhorror den selbst ich noch nicht kenne. Eine Gruppe Jugendlicher wird auf eine Insel von Killerhunden angegriffen. Gibt die Story schon nicht viel her und klingt nach altbekanntem, reisst auch eine Michelle Rodriguez nichts raus. Aber falls man sonst nichts zu tun hat, ist das Filmchen wohl einen Blick wert. Tierhorror geht ja fast immer.

Der geht auch wirklich in Orndung. Ist halt ein kleiner Low Budget Reißer, der vor allem von Cravens stringenter Produktion profitiert.

22:45 Uhr Greenfingers (MDR)
Habe ich nun wiederum nicht gesehen. Ich kann mir aber vorstellen, daß der Knacki wird zum Botaniker (Also der Bock wird hier wirklich zum Gärtner) mit Clive Owen Flick ganz gut unterhalten kann. Ohne Gewähr.

23:45 Uhr Zwei stahlharte Profis – Directors Cut (ZDF)
Keine Ahnung was den Directors Cut betrifft. Da aber nun wirklich nichts anderes Erwähnenswertes in der Glotze läuft, kann man sich getrost auf einen Klassiker des (oh Gott, welch eine dämlicher Terminus) Popcorn-Kinos einlassen. Hier übrigens noch mit dem Versuch einer ernsthaften Charakterzeichnung.

Sonntag, 02. August

SO, 02.08.09, 09.50 Uhr, arte Die Reise zum Mond
Kurzfilmklassiker aus dem Jahre 1902 von Meliès. Das ist doch genau das richtige für das Sonntagsfrühstück?!

20:15 Uhr Is' was, Doc? (ARTE)
Peter Bogdanovich klatscht hier eine Screwball Comedy an die Leinwand, die ihres gleichen sucht. Ich schreibe mit Absicht Screwball Comdey, da amerikanische RomComs in 99% aller Fälle doch eigentlich nur was für 14 jährige Mädchen sind und ich hier wirklich niemanden verschrecken möchte. Barbara Streisand und Rayn O'Neal sorgen für echtes Chaos und tränende Augen (vor Lachen). Absoluter Klassiker, der geguckt gehört. Ganz klar.

02.08.09, 22.15 Uhr, ComedyCentral, L.A. Story
Was für ein wunderbares Märchen! Steve Martin (zu einer Zeit, als er noch richtig gute Filme machte) als Wetterfrosch, dem eine Anzeigetafel am Highway prophezeit, dass das Wetter zweimal sein Leben ändern wird. Mick Jackson der sonst durch recht mittelmässige Filme (nicht) auffiel liefert hier eine wunderbare Hommage an die Liebe, das Leben und L.A. ab.

Der ist wirklich einfach nur klasse, vielleicht Martins letzter außergewöhnlicher Film.

Montag, 3. August

22:00 Uhr Der Tod kennt keine Wiederkehr (DAS4.)
Und noch einer, den ich nie gesehen habe. Robert Altmans Noir-Persiflage lockt mich mit Elliott Gould (M*A*S*H), und der gehört ja nun mal zu den definitiv gehörigst Unterschätzten ever. Leider.

Dienstag, 4. August

DI, 04.08.09, 20.15 Uhr, das Vierte, Freshman
Student Matthew Broderick trifft in seinem neuen Job auf einen Paten der eine frappierende mit Don Corleone hat. Kein Wunder wird dieser doch von Marlon Brando verkörpert. Sympathische Mafiakomödie die hauptsächlich von der "Doppelrolle" Brandos zehrt und dies leider ein wenig überstrapaziert. Dennoch angenehme, wenn auch nicht tiefgründige Abendunterhaltung.

Einer der Filme, deren DVD man getrost im Regal stehen lassen kann. Kommt garantiert jeden Monat einmal auf irgendeinem Sender.

22:10 Uhr Streets of Philadelphia (Tele5)
Und noch mal Mafia. Und nochmal ein Film der Kategorie „Kenne ich noch nicht“. Die Story vom Undercover Agenten, der als Spitzel in der eigenen Familie ermitteln soll, hört sich verdammt nach dem Vorhof zur Hölle an. Na, wenn das mal nicht interessant erscheint.

22:55 Uhr PI (3SAT)
Darran Aronofskys Debutfilm, und ja – ihr ahnt es schon – mir ebenfalls noch nicht bekannt (ist aber auch schlimm diese Woche). Doch ich habe genug Vertrauen in diesem Herrn, der bisher alles andere als das ihm immer wieder vorgeworfene Prätentionskino erschuf. Wird von mir in jedem Fall verputzt. Ein mathematischer Thriller, ich bin gespannt.

Mittwoch, 5. August

Nix

Donnerstag, 6. August

20:15 Uhr Aviator (SAT.1)
Ich mag Scorcese, ich mag DiCaprio und ich glaube gerne, daß dieses inhaltlich an Citizen Kane erinnernde Hollywood Hochglanzkino einen gewissen Unterhaltungswert in sich birgt. Was mich jedoch immer noch nicht dazu bringen konnte, mich diesem 160 Minuten Biopic auszuliefern. Und da wären wir schon wieder in der Kategorie „Kenne ich noch nicht.“

22:45 Uhr Blade Runner – Final Cut (ARD)
Wenn es einen Genrefilm geben sollte, der Zeitlosigkeit, visuelle Kraft, Stil, Schauspiel, Soundtrack, inhaltliche Tiefe, Atmosphäre, Vergangenheit und Zukunft perfekt mit einander verschmelzen läßt, dann kann es nur Balde Runner sein. Und wenn ich jetzt schreibe, daß man ihn nicht in Worte fassen kann, dann ist es nicht die übliche Ausrede, die dem Kritiker immer als erstes einfällt, sobald er sich in kreativen Schwierigkeiten befindet. Dann ist das nichts als die reine Wahrheit. Was Scott mit diesem Film auf die Beine gestellt hat, ist gemessen an den heutigen Produktionsbedingungen gar nicht angemessen zu würdigen. Blade Runner ist einer jener selten gewordenen Filme, die den Zuschauer vom ersten bis zum letzten Bild vollkommen vereinnahmen und in eine andere Welt versetzen. Blade Runner ist Kino-Meditation. Und obwohl ich eher jemand bin, der Director Cuts sehr skeptisch gegenüber steht, dieser letzte Schnitt wurde so behutsam ausgeführt, mir ist er gar nicht aufgefallen. Perfekt.

00:55 Uhr 1984 (ARD)
Noch ein Werk vor dem ich gerne meinen Hut ziehen möchte. Denn Michael Redforts Film überzeugt nicht nur durch seine Werktreue, das grandiose Schauspiel John Hurts und Suzanna Hamiltons, sondern auch durch seine gelungenen Bilder, die den perfekten Rahmen für Orwells Dystopie bieten. Inhaltlich eh kaum angreifbar.

Freitag, 7. August

FR. 07.08.09, 20.15 Uhr, Tele 5, Die Braut des Prinzen
Wer hätte gedacht, dass die Woche mit einem Klassiker, dazu auf Tele, endet. Rob Reiner zieht in seiner Fantasy-Komödie das Genre ein wenig durch den Kakao und versteht es trotzdem eine klassische Liebesgeschichte zu erzählen. Da lässt er Trolle, Magier, Diebe, Prinzen, Bräute auflaufen, die sich wunderbare Wort- und Degengefechte liefern, dass es eine wahre Freude ist.
Durch die Synchronisation geht einiges an Witz verloren, aber auch in der deutschen Version birgt die Braut hervorragende Unterhaltung.

23:00 Uhr Monster (ZDF)
Patty Jenkins verfilmte die Geschichte der in Europa wohl wenig bekannten Serienmörderin Aileen Wuornos mit dem Fokus auf ihr Beziehungsleben. So sehr ich auch Jenkins, Christina Riccis und Charlize Therons Leistung anerkenne – Ricci und Theron beweisen wieder einmal ihre Fähigkeiten als Charakterschauspielerinnen, und ich verstehe wirklich nicht warum so wenige Regisseure von ihren Fähigkeiten profitieren wollen -, möchte ich jedoch auch vor diesem Film warnen. Der ist mindestens so deprimierend, wie sein Thema. Wer sich also noch einen Schuß schlechte Laune für das nahende Wochenende setzen möchte, schalte bitte ein.

Den Rest überlasse ich wie immer gerne meinen Kollegen ...
Blockbuster Entertainment, Kino, TV & Co und immer wieder ab samstags. Und sonntags gibts den ultimativen Filmtipp der Woche von Kaiser_Soze.

All the Boys love Mandy Lane

Es ist eine lange Zeitspanne von der Erstaufführung Halloweens bis zu All the Boys love Mandy Lane. Viel ist zwischenzeitlich im Subgenre passiert, und doch eigentlich so wenig. Der Slasher-Film blieb immer der gleiche, kaum wirklich Handlung von sich gebende, Unartige Jugend-Killer in streng vorgegebenen Bahnen auf seinem Weg zum Final Girl. Egal ob in der rüden Fassung Sean S. Cunninghams oder der äußerst fantasievollen Umsetzung eines Wes Cravens. Egal ob verbrannter Jugendcampaufseher oder in der Kindheit traumatisierter Bergarbeiter. Der Psychopath ist ein alter Bekannter, seine Opfer die sich der Sonntagsschulregeln verwehrende Jugend. Ein ungeschriebenes Gesetz, das den Slasher so erfolgreich machte, schließlich liebt der Mensch im allgemeinen die Sicherheit des Gewohnten, aber auch gleichzeitig seinen Untergang bedeutete. Denn der Mensch schreit auch nach Neuerung, die ihm sicherlich der Aufstieg des grafisch nicht zimperlichen Serienmörder-Films ins Mainstreamkino Anfang der 90er Jahre zukommen ließ. Auch wenn Wes Craven dem Genre mit Scream eine Frischzellenkur verabreichte, tot war es nie wirklich. Die unmotivierte Bösartigkeit eines Michael Meyers lebte in Figuren wie Hannibal Lecter weiter, die Bestrafung der Sünde durch den Psychopathen ist ein bedeutender Bestandteil David Finchers Meisterwerk Sieben. Und erreicht John Doe am Ende Finchers Films nicht eine ebenbürtige Unsterblichkeit, wie sie etwa Jason Vorhees an jedem Ende seiner Filme zugestanden wird? Man sollte das Final Girl nicht an seinem Geschlecht festmachen, wichtig scheint doch nur die Unschuld, die immer eigentliches Objekt der Begierde des Mörders bleibt.

Mandy Lane darf als Inkarnation dieser Unschuld gelten, unnahbar für die Jungen an ihrer High School, die Selbstwertdefizite in gesteigerter Coolness zu ertränken versuchen. Und nun haben sie es endlich geschafft, die hübscheste, die perfekteste Jungfrau der amerikanischen Klein- und Mittelstädte, der fleischgewordene Traum nicht nur pupertierender Jungen, nimmt am Wochenendtrip ins elterliche Landhaus teil. So typisch wie ein gewohnter Slasher möchte sich All The Boys love Mandy Lane dann in der ersten Hälfte gar nicht geben. Was in den Schuhen eines weiteren Teenager Dramas daherkommt, ist jedoch auch Levines außerordentlich präzise Exposition, in der die Teenager sich ganz in ihren oberflächlichen Klischees suhlen dürfen, die das Drehbuch später bereit ist als das zu entlarven, was sie wirklich sind. Der oberflächlichen Handlung folgt der Film hier auch in seiner aalglatten Werbefilmästhetik. Eingängige Poptunes und in Slow Motion Sequenzen eingebaute Lensflares begleiten das Lebensgefühl der Fasterwachsenen auf ihren Weg ins Verderben, von dem sie noch nichts ahnen können. Während Levine nach außen hin ganz den dramaturgischen Konventionen des Slashers zu folgen scheint, bereitet er aber schon unbemerkt das durchaus interpretationswillige Wahnsinnsfinale vor, in dem All the Boys Love Mandy Lane doch noch zu dem wird, was er in seiner Eröffnung nur vorzuspielen schien.

Jonathan Levines Version des Slasher Films mag an der formalen Oberfläche nur ein weiterer Teen-Horror sein. Seine Vielschichtigkeit tummelt sich jedoch im Untergrund, wie die Bakterien in den Hautporen, die am Wochenende die Akne ausbrechen lassen. Sein Horror ergibt sich nicht aus der vielleicht zu einem gutem Teil vorhersehbaren und kaum vorhandenen Handlung, aus der deftigen Gewalt, mit der die Kinderwachsenen nacheinander und in stetiger Steigerung ins Nirvana geschickt werden. In der dann auch die Commercial Bilder schon längst denen des Horrorfilms gewichen sind. All the Boys Love Mandy Lane erzählt vor allem die Geschichte der Flucht vor der eigenen Kindheit, die so schwierig und schmerzhaft sein kann. Und sie ist es auch, die das Ende Levines Films so gut funktionieren läßt, der wie ein Chamälion von der einen auf die anderen Minute sein Wesen zu ändern weiß. Dem es mit Leichtigkeit gelingt Filmteenager allein durch ihre dann doch von ihm zugestandenen Schwächen und Leiden in der wirklichen Welt zu verorten, selbst wenn er sich selbst bis zum Ende vor dieser Wirklichkeit durch die Surrealität, die ihm die Form des Genres verschafft, verwehrt. Das allein macht All the Boys Love Mandy Lane bestimmt noch nicht zu einem Meisterwerk, aber zu einem äußerst kreativen und angenehm spröden Vertreter des Horrorfilms, der sich vor allem durch eine mehr als gelungene Bildsprache auszudrücken versteht.

8/10 Punkte

Across the Universe

Bis zum nächsten Review, das schon fast fertig ist (die ersten drei Sätze sind verfaßt), noch ein wenig unbefangene Unterhaltung. Und ja, der Song hielt sich wirklich zwei Wochen an der Spitze der britischen Charts. Eine Zeitspanne, die auch heute als überdurchschnittlich lang gelten dürfte, also in Großbritannien.



Ach, noch etwas. Ich habe die Lies mich Liste rechts unten in der Sidebar (ich weiß, da schaut doch eh keiner hin) gehörig aufgebohrt. Fast 80 Feeds tickern da jetzt so vor sich hin. Also massig Lesestoff, schaut mal bei den Kollegen vorbei.

Wenn etwas gut ist, dann gehört es auch gebloggt

Seit April lese ich jetzt regelmäßig die Abenteuer der Zwei knallharten Profis Jack L. und Sam B., die sich auf der Suche nach dem gelobten Costner-Land befinden. Eigentlich als Ansammlung von Kurzgeschichten geplant, entpuppt sich ihre Reise im Jahre Null nach dem großen Ende der uns bekannten Welt als - hoffentlich noch lange - unendliche Odyssee. Ersponnen wird der Spaß von meinem Bloggerkollegen Doc Savage, der auch gleichzeitig der eifrigste Contentlieferant für die Trash Academy zu sein scheint. Noch nicht all zu lange Rede, dennoch kurzer Sinn. Zieht euch den Scheiß rein, wie der Doc jetzt wohl selber schreiben würde. Für ganz Unentschlossene gibt es auch noch eine Leseprobe.

Deleted Scene's
Ein paar Tage und Nächte schipperten Sam B. und Jack L. noch über DAS Meer, als sie plötzlich etwas Horizont erblickten. War es das Costner-Land? War es eine neue schwimmende Insel? Nein, es war ein schwimmender Tresor. Auf der Tür, die oben auf war, prangten die Initialen „GL“.

Es war das Geheimarchiv von Görg Luckas, der dort vor dem Krieg geheime Filmrollen eingeschlossen hatte, damit sie NIEMAND jemals sehen würde. Kurz entschlossen brachen die beiden die Tür mit der Panzerkanone auf. Was im inneren nicht zerfetzt worden war, durchsuchten sie und fanden schließlich eine Filmrolle mit der Aufschrift: „Star Wars Deleted Scences – The death of Jar Jar Binks“.

Sofort fingen Jack L. und Sam B. an zu grölen und High-Five’ten mehrere male. Dann gingen sie runter in den geräumigen Panzer und nahmen in den Sesseln ihres Kinosaales platz. So ein Leopard-Hover-Tank sieht von außen viel kleiner aus, weil er nämlich von innen größer wirkt.

Die Szene ging los. Zu sehen ist der Kampf Mace Windu und Anakin gegen den Imperator, als plötzlich Jar Jar durch irgendeine Tür stolpert und fragt:

„Was denn hierso lose sein?“

Den Anfang, die Mitte und wahrscheinlich auch das Ende des Wahnwitzes gibt es nach einem Klick auf die Weltkugel. Viel Spaß und nicht zu sparsam mit lobenden oder vernichtenden Kommentaren ... Also nicht hier, sondern beim Doc.

One Day

The Juan Maclean - "One Day"

Album - The Future Will Come - www.thejuanmaclean.com
Directed by Patrick Longstreth - www.patricklongstreth.com
(c) 2009 DFA Records

Und es geht doch

Ich gebe es zu, ich habe das Gefühl den Überblick über den Musikmarkt schon lange verloren zu haben. Nein, ich weiß natürlich halbwegs was angesagt ist. Aber neue Bands und Trends, die sich länger als ein halbes Jahr auf meinem MP3 Player halten, sind rar geworden. Man hört die meiste Zeit ja eh nur noch nach Genre, was ich einerseits für eine sehr geistreiche Erfindung im großen Dschungel der Internetradiostationen und Streaming Dienste halte, anderseits jedoch kaum noch eine Beziehung zu Künstlern und ihrer Musik aufbauen läßt. Sicherlich, da gibt es schon noch die einen oder anderen Musiker, die mich schon seit Jahren begleiten, und deren zukünftige Alben ich mir auch weiterhin ungehört kaufen werde. Und klar, hört man nur lang genug z.B. LastFM oder Finetune, kämpft man sich nur stundenlang durch all die Online Musikmagazine, dann findet man auch trotz der überbordenen Vielfalt, die das Internet auch dem Musikmarkt zukommen läßt, immer wieder wirklich Schmackhaftes und Kreatives. Was mir bisher jedoch fehlte, ist ein Musikradio, das nicht nur nach Genre spielt und nicht nur, wie so viele Streaming Dienste, Musik spielt, die so ähnlich ist wie die, die ich schon kenne. Ein Musikradio, welches von Menschen gemacht wird, die wirklich im Entstehungsprozeß von Musik involviert sind. Von Djs, Musikredakteuren, Musikern, die die Musik für ihre Sendung selbst zusammenstellen. Die etwas über Künstler zu erzählen haben, das man nicht schon längst aus der Yellow Press erfahren hat. Die ein Gespür für den Trend von Morgen haben. Die Musik nicht erst spielen, wenn sie in irgendwelchen Charts aufgetaucht ist. Also ein Musikradio, das bereit ist mir etwas neues zu zeigen, meinen musikalischen Horizont zu erweitern. Gibt es nicht? Gibt es doch. ByteFM heißt das Radio, das meine Vorstellungen von Musikradio jetzt schon seit ungefähr drei oder vier Wochen bestens erfüllt. Vor drei oder vier Wochen habe ich es auf der Suche nach neuer Musik in einem sehr lesenswerten Forumsbeitrag, dessen Link ich mittlerweile leider verloren habe, entdeckt. Es gibt also noch Hoffnung inmitten der durch Hitrotation leidenden Musikradiolandschaft. ByteFM sendet seit Januar 2008 aus St. Pauli und finanziert sich ausschließlich aus Sponsorengeldern und der ehrenamtlichen (!) Mitarbeit von mittlerweile an die 80 Autoren. Ein Radiosender, der Musik - mit anderen Worten der Musikkultur - und nicht der Einschaltquoten wegen, wann gab es das zuletzt?

Fast Forward >> Kino oder Videotheke?

Brüno
Sasha Baron Cohen ist wieder da. Und wie. Wer dachte der Brite würde mit seiner Kunstfigur Brüno die Homophobie in unserer ach so aufgeklärten westlichen Gesellschaft aufdecken, liegt zwar nicht ganz verkehrt, jedoch auch mindestens genauso falsch. Natürlich läßt es sich Cohen nicht nehmen eine gute Portion seines aus Pietät gegenüber des kürzlich verstorbenen Michael Jackson – oder doch eher gegenüber Michael Jacksons Fans – auf knappe 85 Minuten gekürzten Anal Bleaching Kurses mit kompromittierenden Material aufzufüllen. Larry Charles und Cohen wissen jedoch ganz genau, daß eine weitere Konfrontationskomödie einfach nur langweilig sein, das Publikum nicht ewig über in die Ecke gedrängte Wirrköpfe lachen kann. Michael Moore ist schließlich so etwas von out, er wurde noch nicht einmal von Brüno als Ersatz-Interviewpartner für sein neues Showformat in den USA in Erwägung gezogen. Brüno ist nämlich plötzlich selbst wieder schrecklich out, nachdem der österreichische Livestyle Moderator eine Pret-a-Porter Show mit seiner Unbeholfenheit sprengte. Und nun setzt er alles daran einen neuen Anfang im US-Fernsehen zu starten. Was als die Geschmacksgrenzen auslotende Fremdschäm-Odyssee durch Agentenbüros, Fernsehstudios, Kasernen und Swinger Clubs aussieht, ist im Kern jedoch nichts anderes als bitterböse Satire auf eine mittlerweile schon mitten im Volk angekommene Sehnsucht nach Medienpräsenz. Nicht nur Brüno ist bereit eigene Grenzen zu sprengen, wenn er sich sogar für ein wenig Aufmerksamkeit von Terroristen entführen lassen möchte, sondern auch die Mütter der kommenden C-Promi Generation, die ihre Kinder bereitwillig noch für das niveauloseste und gefährlichste Fotoshooting ausbeuten lassen würden. Den Höhepunkt dieser Mischung aus naiver und berechnender Selbstzerstörung der Prominenz willen erreicht Brüno, wenn er bereit ist seine Sexualität aufzugeben und beschließt die Ober-Hete zu werden. Tiefer kann kein Mensch sinken, als daß er bereit ist für ein wenig Screentime sein Ureigenstes aufzugeben. Die Demütigungen, denen sich der aufstrebende Möchtegernstar aussetzt, sind hart, und genau wie bei den armen talentfreien Geistern, die sich und ihre Würde weltweit in Casting Shows, Doku Soaps und Boulevard Magazinen verramschen und vorführen lassen, möchte man Brüno nur allzu gerne gehörig den Kopf waschen. Ihn vor sich selbst schützen. Brüno ist das Begleitmaterial zu all den DSDS-, Top Modell- und Yellow Press-Tribunaten. Natürlich auf Cohens ganz eigene Art und Weise dargelegt. Cohens Film ist genau wie diese Dschungelcamp-Kandidaten-Generatoren-Formate, die mehr über unsere Gesellschaft aussagen, als es Cohen mit seiner Komödie jemals könnte, nichts anderes als Trash. Im Gegensatz zu ihnen aber verdammt guter Trash.

7/10 Punkte


The Broken
Edgar Allan Poe gehört ohne Frage zu den einflußreichsten Autoren der Literatur- und damit natürlich auch der Filmgeschichte. Sean Ellis zweiter Film kokettiert schon gleich zu Anfang mit einem Zitat des Altmeisters und weißt nicht nur den Poe Bewanderten unverkennbar die Richtung seines Filmes. Die junge Radiologin Gina McVey kann sich nach einem Autounfall, den sie nur mit sehr viel Glück fast unbeschadet überlebt, nicht mehr richtig an das Geschehen kurz vor dem Unfall erinnern. Nur Fetzen der Erinnerung schwirren in ihrem Kopf herum. Als sie glaubt ihr Verlobter Stefan sei nicht mehr der selbe, der er vor dem Unfall war, kehrt die Erinnerung bruchstückhaft zurück. Gina hat vor dem Unfall eine Frau gesehen, die ihr bis auf die Haarspitze gleicht und sie bis in ihre Wohnung verfolgt. Leider rächt sich im Lauf der Films allzu früh Ellis geheimnislüftendes Drehbuch, dem er mit einer famosen Bildsprache, die Poes Symbolismus elgegant alle Ehren zukommen läßt, begegnet. Ellis Film glänzt geradezu mit einer allein durch die Kameraführung verfremdeten Umgebung. Vermeintlich vertraute Orte, wie die Wohnung des Lebenspartners oder der Arbeitsplatz im Krankenhaus, scheinen verfälscht und fremd. Gerade für den Zuschauer, den Ellis immer wieder mit gut durchdachten und herrlich dezent eingesetzten Schockmomenten aus den drohenden Sekundenschlaf zu reißen weiß. Obwohl der Film mit 84 Minuten recht kurz geraten ist, und Ellis zugunsten des Finales und seiner Wirkung ruhig noch die eine oder andere Szene gegen Ende auslassen hätte können, läßt sich der Engländer in der Exposition sehr viel Zeit. Und das ist die eigentliche Stärke des Films, der es wirklich versteht seinen Horror mit der nötigen Gruselatmosphäre zu unterfüttern. Des teilweise etwas holzschnittartigen Sounddesigns hätte es gar nicht bedurft. Doch leider begibt sich The Broken, wie schon angedeutet, in seiner Auflösung in die schon arg ausgelutschten Fahrwasser der vergangenen Grusel-Thriller Dekade, die es mir hier verbieten noch weiteres über die Handlung und dem Kontext des Filmes auszubreiten. Die Überraschung kann so nur ausbleiben, was Ellis Film zwar höheren Weihen, aber einen gelungenem Filmabend nicht wirklich im Wege stehen könnte.

6,5/10 Punkte

Arbeit für den Rekorder 25. - 31. Juli

Work in progress!

Mein Elektronenmikroskop sucht noch nach Spuren von guten Fernsehprogramm in der nächsten Woche. Ich bitte um ein wenig Geduld.


Na, ist ja doch noch was geworden. Mein Dank geht wie schon in den letzten Wochen an meinen Tele-Buddy JMK, der sich auch diese Woche wieder die Mühe gemacht hat, das tiefe Tal der Sommerlochtränen nach brauchbaren Programm zu durchforsten.

Samstag, 25. Juli

Freitag, 24.07.09, 02.55, ARD: Lake Placid (Also heute Nacht)
Sehr gelungene Horrorkomödie mit Bill Pulman und Bridget Fonda über ein Riesenkrokdil, das zum Frühstück gerne mal eine Kuh verspeist. So macht Tierhorror Spass.

Ach, den habe ich ja immer noch nicht gesehen. Dachte immer das wär so ein schnödes Chrystal Lake Plagiat. Tierhorror lese ich gerade zum ersten Mal. Kommt wohl davon, wenn man sich DVD Deckel Texte nie durchliest.

Samstag, 25.07.09, 15.55 Uhr, 3sat: Die Rückkehr der Musketiere
Richard Lesters Musketier-Trilogie ist immer noch die gelungenste Umsetzung des Themas, gerade weil er seine Figuren ernst, aber das Genre aufs Korn nimmt. Auch wenn die beiden Vorgänger wesentlicher spritziger daherkommen, macht es immer noch Spass den "alten Recken" beim Fechten zuzuschauen.

Aber doch bitte am Sonntag und dann nachmittags. Wer hat denn schon samstags Zeit für Mantel und Degen?

20:15 Uhr Die fabelhafte Welt der Amélie (VOX)
Wollen wir heute mal gnädig sein. Damals, also kurz nach dem Millenium, da hat Jeunets Schnitt- und Montage Massaker einfach Spaß gemacht. Natürlich wird Audrey Tatous Augenaufschlag nach der dritten Sichtung einfach nur noch unerträglich, aber dafür entschädigen doch die wunderbar schrägen Figuren in diesem Gute Laune Sommerblockbuster. Ist halt wie mit Zuckerwatte, die schmeckt auch nur am ersten Kirmestag. Zuckerwatte …, kennt ihr doch noch, oder?

Samstag 25.07.09, 23.15, Pro7: The Descent
Was soll man dazu sagen? Als ich den Film auf dem Fantasyfilmfest das erste Mal sah und der Abspann schon lief, saß ich immer noch mit Herzpochen und in der Lehne festgekrallten Fingern im Kinosessel. Selten hat mich ein Film dermassen physisch gepackt und gefordert. Auf der Suche nach Abwechslung und Ablenkung sucht eine Gruppe Frauen das Abenteuer im Höhlenklettern. Dominiert in der ersten Hälfte noch die klaustrophobisch Umgebung, bricht in der zweiten sprichwörtlich die Hölle los. Ein Meisterwerk des modernen Horrorfilms, der natürlich nicht nur auf billige Effekte setzt, seinen Figuren endlich auch mal glaubhafte Wandlungen gestattet und mit einigen Referenzen zu Klassikern wie Carrie oder Alien aufwartet, sowie in Konsequenz, Kompromisslosigkeit und Fatalismus seinesgleichen sucht. Solche Filme kommen nur einmal in einer Dekade, wer ihn also noch nicht gesehen hat … Läuft wohl gekürzt.

Ich schließe mich hier gerne an, möchte jedoch betonen, daß meine Begeisterung "A Little Bit" (habe gerade irgendwie Lothar Matthäus im Kopf, fragt mich nicht warum) gedämpfter ausfällt, da auch dieser Film, wie bei Marshall üblich, in der zweiten Hälfte abfällt. Zwar nicht so stark wie Dog Soldiers oder Doomsday (wenn der überhaupt noch abfallen konnte), aber er fällt ab.

23:35 Uhr Fear – Wenn Liebe Angst macht (RTL)
Reese Witherspoon verknallt sich in Marky Mark, Mammi findet ihn auch ganz nett. Nur Pappi hat den Durchblick und vermiest die Laune, denn Marky Mark ist in Wirklichkeit ein ganz böser Schurke. Mädels, laßt euren neuen Stecher also immer erst von Pappi durchchecken, bevor ihr den Schlüpfer lüftet. Alles klar, näh...? Ein Filmstoff, den ich jetzt so ganz ad hoc in den 50ern oder 60ern verorten würde.

Sonntag, 26. Juli

22:10 Uhr Teufelskreis Alpha (DAS4.)
Ich schrieb es ja schon öfter, Uri Geller war in den 70ern ein Hit. Und so kam natürlich auch Brian De Palma nicht um einen Telekinese-Schocker herum. Habe ich leider immer noch nicht gesehen, jedenfalls nicht daß ich mich daran erinnern könnte. Da De Palma jedoch genau der richtige Mann für Hochglanztrash zu sein scheint, und auch so kaum Konkurrenz am Sonntagabend zu entdecken ist (nein, Tony Scotts Domino um 22:35 Uhr auf Pro 7 werde ich mir auch diesmal trotz Mickey Rourke und Keira Knightly – was macht die eigentlich momentan, außer vom Fleisch fallen? - nicht gönnen), werde ich granantiert zuschlagen. Wenn der nur halb so gut ist, wie Schrecken der Medusa oder Cronenbergs Scanners, hat es sich schon gelohnt.

23:55 Uhr A.I. Künstliche Intelligenz (ARD)
Uuuuiiiiiii. Spielberg bringt Kubricks Wunschprojekt auf die Kinoleinwand. Es scheint, daß Spielberg hier einmal die Kritiker bestätigen wollte, die ihm vorwerfen der Master of Kitsch zu sein. Aber so richtig, mit Anlauf, volle Lotte. Sollte hier noch einer einen Röhrenfernseher besitzen, ist Vorsicht geboten. Die Bildröhre könnte vor lauter Tränencontent einem Kurzschluß erliegen. Ich weiß gar nicht, wie man den Film bis zum Ende durchhalten könnte. Pilze? Heroin? LSD? Retsina?

Montag, 27. Juli

21:00 Uhr Das Verhör (ARTE)
Hat mein Tele-Buddy natürlich komplett übersehen. Das großartige Original zum mäßigen Remake mit Gene Hackman und Morgan Freeman, erinnert sich noch jemand? Genau, aber diesen hier wird man nicht vergessen. Absolute French-Thriller-Feinkost mit Lino Ventura, Romy Schneider (was macht eigentlich das groß angekündigte Biopic mit der Hautcreme-Comercial- Schmuse-Chansonette aus Erfurt?) und natürlich den ebenso unvergessenen Michel Serrault. Also wer hier nicht zugreift, ich weiß auch nicht … Absolut Top! (und das habe ich an dieser Stelle schon lange nicht mehr geschrieben)

Dienstag, 28. Juli

Dienstag, 28.07.09, 22.15 Uhr, das Vierte: Die Fliege 2
War schon Cronenbergs Version des Mückenfilms eine mittlere Katastrophe, ist das Sequel eine reine Effektorgie, die sich nun Brundles Sohn vornimmt, der naürlich dasselbe durchmacht wie sein werter Papa. Das kommt dabei raus, wenn der FX Spezialist auf dem Regiestuhl Platz nimmt.

Auf das dir morgen früh die Zähne ausfallen und dicke Borsten auf dem Rücken wachsen. Cronenbergs Fliege gehört nun wirklich ohne Wenn und Aber in die Hall of Fame Abt. Horror. Daß dir die ultratrashige Fortsetzung nicht genehm ist, lasse ich ja noch durchgehen. So gerade eben. Aber der Name Cronenberg und das Wort Katastrophe vor dem ersten Satzzeichen, ... wie lächerlich gedenkst du dich hier eigentlich machen zu wollen?

Mittwoch, 29. Juli

20:15 Uhr Dumm und Dümmer (K1)
Ja, was soll ich machen? Ich liebe ihn halt. Allein wenn ich jetzt schon wieder an die Fußnägel denke …

22:25 Uhr America 3000 (DAS4.)
Zitat. „ (USA 1985) Im 30. Jahrhundert halten sich rauflustige Amazonen Männer als Sklaven … [Daumen nach unten]“ Das sind ja so die Texte in der TV-Spielfilm, die mich veranlassen am nächsten Tag bei OnlineTVRecorder.com vorbei zuschauen. Da kann man doch gar nicht anders.

Aber hier …
00:45 Uhr Es reicht! (ARTE)
„Politdrama. Zwei starke Frauen auf einer Odyssee durchs Bürgerkriegs-Algerien [OmU, Daumen nach oben]“ … Hallo? Wer schaltet denn da freiwillig ein? Ich meine, es ist ja offensichtlich, daß beide Filme den gleichen Themenkomplex abhandeln, aber wer will schon einen Film sehen, der Es reicht! heißt? Das assoziiert doch sofort jeder mit J Lo, und Genug wollte wirklich niemand sehen. Verständlicherweise. Also Arte, ZDF, 3Sat und die deutschen Filmverleiher überhaupt. Im Zweifel einfach den Original Titel des Filmes übernehmen. Bakarat! Weckt doch gleich ganz andere Erwartungen. Irgendwas mit zaubernden Super Vixens aus Tausendundeine Nacht.

Davor kommt aber noch
Mittwoch, 29.07.09, 00.00 Uhr, HR, Erik der Wikinger
Lustig. Mehr muss man nicht sagen, ich mag den Film. Tim Robbins in jungen Jahren blödelt sich durch Jones' Wikingerepos. Natürlich reicht das nicht an die Pythons heran, macht trotzdem Laune, wenn man dieser Art Humor nicht abgeneigt ist. Immerhin erscheint auch noch die wunderbare Imogen Stubbs.

Naja, die Hänger, die die Chose mit sich bringt, sind doch irgendwie nicht wirklich akzeptierbar. Gut gemeint, aber mehr als ein paar Schmunzler sind nicht drinn. Und ja, ich stehe natürlich grundsätzlich auf Jones Humor.

Donnerstag, 30. Juli

23:50 Uhr Begierde (HR)
Ein sichtlich auf die Visualität seines Bruders orientierter Tony Scott versucht fast gekonnt das Vampir Drama der 90er Jahre vorwegzunehmen. Stilistisch interessant zwischen New Wave (She's in Partys von Bauhaus zu Beginn des Filmes wirkt wie eine Einstiegsdroge) und David Hamiltons Fotografiestil angelegt, kämpfen Catherine Deneuve, David Bowie und Susan Saradon gegen das eher mäßige Drehbuch an. Dennoch gebe ich gerne grünes Licht, auch wenn es sich sicherlich um die schwächste der drei Strieber Verfilmungen (Die Besucher, Wolfen) handelt.

Freitag, 31. Juli

Freitag, 31.07.09, 20.15 Uhr, HR, Die Murmeltiere von Kasachstan
Eine der besten Tierdokus der letzten Jahre. Tobias Mennie beobachtete ein Jahr eine Murmeltierfamilie in der Steppe Kasachstans. Auch wenn wieder mal eine unnötige Dramaturgie eingebaut wurde, sticht Mennies Doku vor allem durch die die nüchterne Bildsprache heraus und natürlich der Blick über den Tellerrand zu den Menschen in dem riesigen Land. Und wenn die dicken Nager am Ende des Sommers in den Sonnenuntergang blicken, ist das auch ein Plädoyer für die Schönheit dieses Planeten.

Dem kann ich dann auch nichts mehr entgegensetzen. Wie jede Woche, mehr Tipps auf:

Blockbuster Entertainment, Kino, TV & Co und immer wieder ab samstags. Und sonntags gibts den ultimativen Filmtipp der Woche von Kaiser_Soze.

Tideland

Vor dem Hauptfilm gibt Terry Gilliam noch schnell eine Erklärung ab. Eine Erklärung wohlgemerkt. Kein übliches Grußwort, wie es bei den zahlreichen Sonder Editionen, Director Cuts und Jubiläums Ausgaben mittlerweile Usus ist. Eine Erklärung. O.K., Texttafeln, die den folgenden Film eindeutig im Reich der Fantasie verorten, vor verstörenden Bildern warnen oder die Neugier durch den Verweis auf die wahre Begebenheit anheizen, die ist man gewohnt. Aber ein Regisseur, der sich vor Beginn seines Filmes hinstellt und Anweisungen gibt, wie sein Werk anzuschauen ist, das ist eher selten.

Jeliza-Rose ist ein achtjähriges Mädchen, und schon in den ersten Einstellungen des Films wird klar, daß ihr Leben in alles anderen als normalen Bahnen verläuft. Ihre Eltern sind Junkies der bedauernswertesten Sorte, die nicht nur ihr eigenes Leben mit Schmackes in die Tonne werfen, sondern auch mit ungebremsten Enthusiasmus das ihres Kindes vor die Wand fahren werden. Jeliza-Rose muß sich selbst vor dem unausweichlichen Frontal-Crash schützen und flüchtet sicherheitshalber in ihre Fantasiewelt. Nach dem Goldenen Schuß ihrer Mutter verkrümelt sich Vater Noah mit seiner Tochter auf's Land ins verrottete Landhaus seiner eigenen Mutter, die natürlich selbst schon längst das Zeitliche gesegnet hat. Puh, das Leben ist anstrengend, Zeit für einen kurzen Abstecher ins Land der Träume, Jeliza-Rose bereitet wie gewohnt das Besteck. Doch diesmal wird ihr Vater nicht aus dem Kurzurlaub zurückkehren, was die Achtjährige jedoch nicht weiter zur Kenntnis nehmen möchte. Weiterhin berichtet sie ihm von ihren Erlebnissen, von ihren neuen Freunden aus der Nachbarschaft, die sich selbst als sehr sonderbar herausstellen. Dell, Noahs Jugendliebe, ist sehr entzückt über die Rückkehr ihres einstigen Liebhabers, und wer tote Tiere präparieren kann, dem gelingt das auch mit einem toten Junkie. Zwischen ihrem geistig behinderten Bruder Dickens und Jeliza-Rose entwickelt sich eine Freundschaft, die sich kurz vor dem Finale des Films in kindliche Liebe verwandeln wird. Schließlich teilen sich Dickens und Jeliza-Rose nicht nur ein ähnliches Schicksal, sie leben auch in der selben Welt.

Man müsse sich von seiner herkömmlichen Betrachtungsweise eines Filmes verabschieden, so Terry Gilliams im Vorwort zu Tideland. Der Film ist komplett aus der Perspektive Jeliza-Roses inszeniert. Viele werden ihn mögen, manche hassen, und wiederum andere werden vielleicht gar nichts mit ihm anfangen können. Darauf kommt es Gilliam jedoch nicht an. Wichtig sei ihm, daß über das Gesehene nachgedacht und gesprochen werde.

Das sind nicht gerade die Worte eines Regisseurs, der von seinem Werk überzeugt scheint. Ja, und tatsächlich scheint mit Tideland vieles nicht zu stimmen. Nicht daß Tideland nicht ohne weiteres als Terry Gilliam Film zu erkennen wäre, daß er nicht all die in seinen vorherigen Filmen so geliebten subtilen Elemente wie die schrägen Einstellungen, Weitwinkel-Aufnahmen und schrillen Typen mitbringen würde, die seine gesellschaftssatirischen Stoffe bisher so einzigartig machten. Sie trotz ernster Themen so vergnüglich gestallteten. Sie sind alle vorhanden, jedoch genau sie sind es, die Tideland einfach nicht funktionieren lassen wollen. Sie wollen einfach nicht zum ernsten Thema Tidelands passen. Egal ob sein Film nicht eine Sekunde die Perspektive des die Realität verdrängenden Kindes verlassen möchte. Die Verwahrlosung und Mißhandlung von Kindern will sich, auch wenn das vielleicht in literarischer Form funktionieren kann, einfach nicht mit Gilliams satirisch humoristisches Traumkorsett pressen lassen. Es nimmt diesem Verbrechen zuviel seines Schreckens. Ohne Frage, es ist in seinem Film jederzeit deutlich zu erkennen, was der kleinen Jeliza-Rose von den Erwaschsenen angetan wurde, die psychische und körperliche Mißhandlung des Mädchens und ihre Verdrängungsmechanismen sind offensichtlich. Doch geht Gilliams im Drehbuch als auch in der Inszenierung zu sanft, zu inkonsequent mit den Gegensätzlichkeiten der realen Welt und Jeliza-Roses Wahrnehmung um. Der Schrecken will sich nicht als Schrecken entpuppen. Gilliam verpaßt es Realität und Traum direkt miteinander zu verknüpfen. So wirkt die Handlung seines Filmes nicht nur streckenweise mehr als zerfahren. Zerfahrener als die Gedanken und Gefühle eines Kindes vielleicht sein könnten. Es fehlt einfach der emotionale Zugang zu den Figuren. Vor allem zur Protagonistin, deren Darstellung zu allem Überfluß auch noch unter den überambitioniert wirkenden Schauspielkünsten Jodelle Ferlands leidet. Seltsam gefühllos kommt Tideland daher, viel zu sehr auf seine Fantasterein als auf das Schicksal seiner Hauptdarstellerin konzentriert. Künstlich mit Gilliams gewohnten Skurrilitäten vollgestopft, doch will man diesmal nicht über sie lachen. Erstens ist das Thema des Films einfach nicht für sie geschaffen, zweitens wollen sie die Geschichte nicht weiterführen. Szenen, so schön und handwerklich gut sie auch sein mögen, fühlen sich völlig überflüssig an. Anstatt den Stoff zu verdichten, verwässern sie ihn nur. Und so aufgesetzt die Handlung zwischen Alice im Wunderland und Texas Chainsaw Massacre gibt sich dann auch das Ende, das zwischen gewolltem Kitsch und unglaublicher Überforderung des Regisseurs pendelt.

Nein, so sehr ich mich auch anstrenge irgendetwas gutes in Tideland zu entdecken, ich schaffe es einfach nicht. Einmal von Gilliams Mut abgesehen, sich überhaupt so eines schweren Stoffes anzunehmen, der nicht nur im Kino zu den gesellschaftlichen Tabus zu zählen ist. Gilliam ist einfach ein zu guter Mensch, als daß er sich eindringlich eines so zermürbenden und zerstörerischen Themas wie das der Kindesmißhandlung adäquat annehmen könnte. Er schafft es einfach nicht Jeliza-Rose und damit auch dem Zuschauer wirkliches Leid zuzufügen. Leid, daß es einem ermöglicht die Traumwelt des Mädchens selbst zu betreten. Und das wäre doch hier so wichtig, um den Kern der Sache nahe zu kommen. All die anderen Mißgeschicke dieses Filmes seien an dieser Stelle unerwähnt, da sie eh nur noch als Marginalien gelten dürften.

2/10 Punkte

Youtube Dir Deine Meinung

Ja, was hat das Leben nur aus Mickey Rourke gemacht? Jetzt hat er sich schon wieder gehen lassen, griff im britischen Fernsehen vor laufenden Kameras zu Hochprozentigem und kippte noch gleich ein Bier nach. Kann man alles auf bild.de nachlesen. Sollte man auch machen bevor man dann diesen Link hier nutzen kann, um sich erstens sein eigenes Bild von Mickey Rourkes TV-Saufgelage zu bilden und zweitens direkt danach vor Weinen zusammenzubrechen ... Wie einfach gute TV-Unterhaltung doch sein kann.

Zabriskie Point

Die beiden roten Toilettenhäuschen wirken befremdlich an diesem Ort im Death Valley. Vor Millionen von Jahren ist hier ein See ausgetrocknet und hinterließ eine hügelige Landschaft, deren wellige Gesteinsformen ein einzigartig visuelles Spiel aus Licht und Schatten bieten. Ein friedlicher Ort, kein Mensch weit und breit, keine Anzeichen von Zivilisation sobald man den Aussichtspunkt oben an der Straße mit den nicht ins Bild passenden Toilettenhäuschen verlassen hat und hinunter zum Flußbett gegangen ist. Die Zivilisation verliert hier ihren Einfluß. Ein perfekter Ort für Michelangelo Antonioni, der den Zabriskie Point nutzt, um sein Zeitdokument auf den kleinstmöglichen Nenner Mensch zu brechen. Hier können Daria und Mark ohne äußeren Einfluß, ohne Zwänge, ohne Angst zusammenkommen. Selbst ihre unterschiedlichen Weltsichten sind ihnen kein Hindernis. Zabriskie Point ist der Ort der Karthasis, die die beiden Hauptfiguren des Filmes durchlaufen.

Mark, durch seine Erfahrungen während der Studentenunruhen desillusioniert, befindet sich auf der Flucht vor der Polizei. Nachdem er Zeuge eines Schusswechsels zwischen der Polizei und aufständischer Studenten an seiner Universität wurde, bei der ein Student und ein Polizist zu Tode kommen, irrt er ziellos durch Los Angeles. Er hatte kurz zuvor selbst mit seiner Pistole auf den Polizisten gezielt und glaubt nicht daran, daß man ihm seine Unschuld am Tod des Mannes abnehmen wird. Als er zufällig an einem Flugplatz vorbeikommt, kapert er ein Sportflugzeug und fliegt in Richtung Wüste. Daria ist ebenfalls Studentin, nebenbei arbeitet sie für die Sunny Dunes Corporation, die ihr Geld mit extravaganten Immobilien verdient. Sie landet in der Wüste, da sie auf der Suche nach einem Guru ist, der in einem kleinem Ort wunderliche Meditationmöglichkeiten verspricht. Der angeblich magische Ort entpuppt sich als verfallenes Kaff. Vom Guru keine Spur, nur noch die verwaisten Straßenkinder, die er aus dem Moloch Los Angeles befreien wollte und nun die klägliche vorhandene und demografisch veraltete Bevölkerung terrorisieren, sind von den Versprechungen übrig geblieben. Am Ende wird Mark seinen Feinden ein Friedensangebot unterstellen und dabei sterben, während sich die gerade noch unbekümmerte und lebensfrohe Daria ihrer eigenen Radikalisierung ausgesetzt sieht.

Zabriskie Point ist kein Drogentripp, auch wenn man das bei einem Film über die 68er Bewegung annehmen könnte. Antonioni bietet keine romantischen Lagerfeuer um die herum weltfremde Aussteiger tanzen und Love & Peace zu Steppenwolf predigen. Zabriskie Point gibt sich wesentlich feinsinniger, auch wenn seine Geschichte um die beiden Liebenden auf dem ersten Blick wie ein visuell aufgeblähtes Nichts erscheint. Antonioni versucht mit seinem Film die Ängste einer Generation, ihre Wünsche und Träume einzufangen. Er erhebt nicht den Anspruch historische Wirklichkeit abzubilden, jedoch den Anspruch das damalige Lebensgefühl einer Bewegung zu vermitteln. Dazu komponiert er unermüdlich neue Bilder und Szenen aus sehr subjektiven Blickwinkeln. Angereichert mit Mythen und Visionen. Daß er dabei zu keinem Zeitpunkt die Distanz eines Beobachters, oder genauer noch eines neutralen Begleiters aufgibt, kann da leicht untergehen. Vielleicht ein Grund dafür, daß sich so viele Kritiker heute noch auf dem Kriegspfad mit seinem Film befinden. Wie hart Antonioni mit der jugendlichen Naivität seiner scheinbaren Protagonisten umgeht wird zur Nebensache, wenn er am Ende das von Daria auserwählte Symbol der kapitalistischen Konsumwelt in unendlich vielen Einstellungen in einer fantastisch choreographierten Explosion zerbersten läßt. Und so ist es auch die Visualität des Filmes, die am Ende hängen bleibt. Eines Filmes, der anstatt einer eindeutigen Botschaft nur ein Gefühl hinterläßt. Und das erreicht der Italiener ausschließlich über die Verschmelzung von Bild und Soundtrack. Das ist Kino, über den Wahrheitsgehalt seines Inhaltes darf gerne verhandelt werden. Auch das gehört zum Kino.

8,5/10 Punkte

Arbeit für den Rekorder 18. - 24. Juli

Heute leider nur im Ultra Fast Forward Modus, dafür aber wieder mit gut durchdachten Tipps von der Ostseeküste.

Samstag, 18. Juli

SA, 18.07.09, 20.15, Das Vierte: Die Nacht hat viele Augen
Sehr sympathische und wohl unterschätzte Buddy Komödie mit einem gut aufgelegten Richard Dreyfuss um zwei Cops die eine Observation durchführen.

Ja, ja. Irgendwie war der doch gut ...;)

22:05 Uhr Das Omen (2006) (RTL)
Bitte gehen sie weiter, es gibt nichts zu sehen. Ein Film (?) von John Moore.

23:15 Uhr Hooligans (Pro7)
Ungefähr so dämlich wie das Phänomen selbst. Wenn er doch wenigstens den Versuch starten würde, sich mit dem Thema ernsthaft auseinanderzusetzen. Nein, schnödes Rache und Sühnedrama, das halt zufällig im Hooliganumfeld angelegt wurde. Die besten Klopperein gibt’s umsonst und sofort auf Youtube. Lächerlich.

SA, 19.07.09, 02.05, ZDF: Red Rock West
Jaja Nicolas Cage drehte mal ganz anständige Filme, lange ist es her, aber dieser gehört dazu. John Dahls wunderbar schwarzhumorige Komödie um einen Arbeitslosen (Cage), der für einen Auftragskiller gehalten wird, den angebotenen Job aber nicht ausführen will, bis der echte Killer (Dennis Hopper) auftaucht. Da stimmt alles: Kleinstadtkolorit, gute Darsteller und ein gutes Buch mit kleinen Wendungen.

Bin ich eigentlich der einzige, dem die Parallelen zu Oliver Stones späteren U-Turn, der wiederrum auf John Ridleys Roman Stray Dogs basiert, auffallen? Ich mag ja beide Filme, obwohl Stones Version mittlerweile schon ein wenig nervt.

Sonntag, 19. Juli

22:35 Uhr Entgleist (Pro7)
Der Titel nimmt es schon vorweg, auch wenn man es lange nicht wahr haben möchte, da sich hier mit Cassel und Owen tatsächlich zwei meiner absoluten Lieblingsschauspieler dieses noch jungen Jahrtausends tummeln. Die Aniston ist ersetzbar, wie das überkonstruierte Drehbuch.

19.07.09, 23.55, ARD: The Fountain
Auf dem Festival von Venedig ausgebuht und vom Boulevard-Feuillton verrissen. Kann es bessere Referenzen für einen Film geben? Darren Aronofsky wagte sich an die großen Menschheitsfragen nach Liebe und Unsterblichkeit und das nicht wie oft behauptet mit einem kitschigen Film, vielmehr mit mathematischen und exakt inszenierten Bildern und philosphischen Grundverständnis. Der Terminus Meisterwerk wird zu oft bemüssigt, trifft er auf The Fountain, so man sich auf die Thematik einlässt, zu, auch weil Aronofsky nie vergisst die Zwischentöne zwischen seinen beiden Akteuren auszuloten. Eine sehr gute Kritik findet sich hier.

Ich habe geweint … Naja, nicht richtig, nur so ein bisschen Pippi in den Augen. Aber das ist ja schon allerhand. Wirklich großartig.

Dead Man Walking, Die City Cobra und Eastwoods Der Mann, der niemals aufgibt werden erst bei der über-über-übernächsten Wiederholung wieder berücksichtigt. Also ungefähr Ende August.

Montag, 20. Juli

21:00 Uhr Kubrick, Nixon und der Mond (BR)
Wunderbare Konstruktion einer Verschwörungstheorie, an der sich auch Kubricks Verwandtschaft gerne beteiligt. Erstaunlich, wie abhängig wir doch mittlerweile von dem Vertrauen sind, das wir Journalisten entgegenbringen müssen. Lohnt sich in jedem Fall und schult vielleicht den kritischen Blick auf vermeintliche Nachrichten.

22:35 Uhr The Way of the Gun (K1)
Ich gebe zu nur die erste viertel- und die letzte halbe Stunde gesehen zu haben. Meine jedoch mit ziemlicher Sicherheit behaupten zu können, daß trotz zahlreicher Wild Bunch Referenzen tarantinoeske Pulp-Fiction mit menschenverachtende Gewaltverherrlichung verwechselt wird.

Dienstag, 21. Juli

22:15 Uhr Underworld (Tele5)
Abgesehen vom durchaus schmissigen Latex-Matrix-Vampir-Setting verstrickt sich Len Wisemans Debutfilm in immer konfuserer Geheimagentenchoreographie. Ich glaube nicht, daß die Drehbuchautoren ab der Mitte des Filmes ihrer eigenen Geschichte im Kino noch folgen konnten. Ist aber auch egal, gibt ja zum Schluß noch das vorhersehbare Oberbösewicht gegen unfreiwilligen Helden Finale. Naja, zur Berieselung wird es schon reichen.

DI, 22.07.09, 00.10, SWR: Secretary
Steven Shainbergs Tragikomödie nähert sich dem Thema BDSM auf ungewohnt entspannte und teilweise vergnügliche Weise. Lee (Maggie Gyllenhall) tritt nach einem Aufenthalt in der Psychiatrie die Stelle der Sekretärin in Edwards (James Spader) Anwaltskanzlei an. Die Demütigungen, die ihr Chef für sie bereithält, macht ihn für Lee nur noch attraktiver. Und bald entwickelt sich eine Affäre zwischen den beiden. Grandios gespielt, vor allem Spader als bewusst unterkühlter Anwalt brilliert. Mit der nötigen Leichtigkeit inszeniert, beweist Sekretary, dass wir alle doch nur ein bisschen ....Bluna sind.

Warum habe ich den eigentlich noch immer nicht gesehen. Spader spielt sogar mit …

Mittwoch, 22. Juli

20;15 Uhr Mean Machine (K1)
Vinnie Jones ist Vinnie Jones. Daran kann selbst der routinierteste Knast B-Movie nichts ändern. Schön ist jedoch, daß Vinnie hier endlich einmal in eine selbstreferenzielle Rolle gepackt wird. Knackies kicken gegen ihre Aufseher, ein Fall für Herbert Fandel.

Donnerstag, 23. Juli

20:15 Uhr Fletchers Visionen (SAT.1)
Ja, zum Glück bringt dann Richard Donner doch noch eine 12 Monkeys Version für das Sat.1 Publikum. Um Gottes Willen, wie altbacken ist der denn?

20:15 Uhr Hot Shots – Die Mutter aller Filme (VOX)
Ist mittlerweile irgendwie so überflüssig wie [hier Kalauer nach eigenem Gusto hindenken, da ich selbst keine Zeit zum nachdenken habe]. Denn die Originale, über die sich Abrahams lustig macht, wirken heutzutage selbst wie Parodien. Nö, muß nicht sein.

21:55 Uhr Jarhead – Willkommen im Dreck (VOX)
Das ist ja alles vielmehr dunkelschwarze Satire auf ein konservatives Kriegsheroenbild als tatsächliches Sinnieren über das Soldatentum. Die Poente kommt ganz zum Schluß. Zeitgemäße M.A.S.H. Variante.

22:45 Uhr Requiem (ARD)
Eine eindeutige Stellungsnahme hätte Hans-Christian Schmids kleinen und grundsätzlich sehr gut gespielten Film deutlich gut getan. So bleibt jedoch der Eindruck, daß er dem Übersinnlichen keine Absage erteilen möchte. Schade. Mehr hier.

Freitag, 24. Juli

FR, 24.07.09, 22.00, RTL2: From Hell
In der Tat "From Hell". Aus der Hölle der Langeweile kam dieser Streifen empor und suchte all jene heim, die aufgrund Johny Depp und der wunderbaren Heather Graham einen interessanten, Film über Jack the Ripper erwarteten. Doch wie der Belzebub so ist, er hält seine Versprechen nicht. Stattdessen gibt es chargierende Darsteller und eine unfassbar langgezogene Umsetzung der Geschichte. Zu jener Zeit wären die beiden Regiebrüder Hughes für diese Tat geköpft worden.

Wenn ich allein an die Deleted Scenes der DVD denke. Brrrrr. Der Cutter hat wirklich noch schlimmeres verhindert.

O.K., das war es auch schon von JMKs und meiner Seite aus für die nächste Woche. Die anderen wissen wie so oft noch mehr.

Blockbuster Entertainment, Kino, TV & Co und immer wieder ab samstags. Und sonntags gibts den ultimativen Filmtipp der Woche von Kaiser_Soze.

12 Monkeys

2035. Die Menschheit lebt unter der Erde, da sich auf ihrer Oberfläche ein Virus ausgebreitet hat, der nur noch Fauna und Flora überleben läßt. Wer nicht systemkonform lebt wird in Gefängnisse – nein -, Käfige gesperrt und mit Glück als „Freiwilliger“ ausgewählt, der im Schutzanzug ans Tageslicht muß, um Kleinstgetier für wissenschaftliche Versuche zu sammeln. Eine skurril technokratische Welt ist das im Jahr 2035. Da James Cole während seiner Expeditionen Nervenstärke und Zuverlässigkeit bewiesen hat, wird er auserkoren ins Jahr 1996 zu reisen, um Informationen über die Armee der 12 Monkeys zu sammeln, die dem Glauben der Wissenschaftler nach für das menschenfeindliche Virus verantwortlich sind. Als Belohung winkt ihm die völlige Resozialisierung samt Straferlaß. Doch Cole landet nicht nur im Jahr 1990, sondern auch in der Psychiatrischen Klinik. Natürlich glaubt man dem verwirrten und mit Drogen vollgestopften Cole dort kein Wort, als er von der großen Katastrophe spricht, von den 5 Milliarden Menschen, die 1996 von einem Virus dahin gerafft werden sollen.

Terry Gilliams Stärke lag schon immer in der ausufernden Inszenierung surrealer Traumwelten, im Spiel mit der Realität und der Fiktion. Mit 12 Monkeys schafft er es aber noch mehr als eine solcher starken Traumwelten zu erschaffen, in der sich seine Figuren zurecht finden müssen. Der Zuschauer wird gleich selbst Opfer der Schwebe zwischen Realität und Fiktion, in der sich Gilliams Protagonisten wähnen. Ist man sich gerade noch sicher, daß Cole wirklich aus der Zukunft kommt, um der dortigen Menschheit wieder ein Leben an der Oberfläche zu ermöglichen - zumindest wäre es so, ließe sich Gilliams Film ausschließlich als üblicher Genrestoff lesen -, kommen schon bald Zweifel an dem gerade Gesehenen auf. Egal ob sich Cole in der Zukunft aufhält oder in der Gegenwart, das Wesen, die Atmosphäre der Orte an denen er gefangen ist, sind wie auch sein körperlicher Zustand immer die selben. Die Wissenschaftler in der Zukunft erscheinen durchgeknallt wie die Patienten der Psychiatrie, in der er in der Gegenwart gesteckt wird. Die sich bei näherer Betrachtung ebenso surreal erweist wie die Zukunft, aus der er kommen will. Keine Frage, das kann keine psychiatrische Einrichtung in einem Amerika der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts sein. Eher eine, die einer lebhaften Fantasie entsprungen ist.

Aber nicht nur Psychiatrie und zukünftiges Gefängnis weisen Parallelen in ihrem Surrealismus auf. Auch Philadelphia selbst erscheint in der Gegenwart ebenso apokalyptisch wie in Coles Zukunft. Es sind vernachlässigte Straßenzüge und Gegenden in denen Cole mit dem Entführungsopfer, seiner Psychiaterin aus dem Jahr 1990, Kathrin Railly, herumstreift, um die Armee der 12 Monkeys zu finden. Dampfende Gullideckel, stinkende Müllberge, dunkle Obdachlosenverstecke, die sich gefährlich wie Raubtierhöhlen geben. Mit Prophezeiungen beschmierte und zuplakatierte Fassaden und Zäune. Je weiter der Film fortschreitet, umso mehr kommen Zweifel an Coles Glaubwürdigkeit auf. Doch in dem Maße, in dem Gilliam den Zuschauer und auch Cole davon zu überzeugen scheint, daß Cole nur ein geisteskranker Phantast sei, der sich aus Fragmenten seiner Erinnerung etwas zusammenspinnt, beginnt Kathrin Railly, die schon längst mehr als Coles Psychiaterin und Entführungsopfer ist, an Coles Schicksal zu glauben. Sie findet augenscheinliche Beweise für Coles behauptete Zeitreise, immer wieder von Drehbuch und Gilliam eingeworfen. Der Film dreht den Spieß um. Jetzt ist es Railly, die Cole und den Zuschauer von der Wahrheit Coles Geschichte überzeugen möchte. Ein Foto aus dem ersten Weltkrieg und eine antike Gewehrkugel, die sie aus Coles Bein entfernt haben will, was uns Gilliam freilich nicht zeigen möchte und wir dennoch als gegeben hinnehmen. Denn Gilliam hat uns längst schon selbst in den Zustand seiner Protagonisten und seines Films versetzt. Schon wieder läßt Gilliam den Zuschauer zwischen den Realitäten beider Hauptfiguren hängen.

12 Monkeys läßt sich ebenso schwer für den Zuschauer fassen, wie die Wahrheit, der seine Figuren hinterher eilen. Selbst das Finale, das einerseits als Auflösung des Plots herhalten kann, andererseits aber nichts anderes als eine Erinnerung Coles ist, bringt uns nur scheinbar weiter. Nehmen wir es als Auflösung, gibt sich der Film als Zeitreise-Genrefilm, mit all den Untiefen, die die Logik eines solchen nur havarieren lassen können, ihn verletzlich gegen Angriffe machen. Sehen wir es als weiteren Traum Coles oder sogar eines anderen, was durchaus möglich ist, da Gilliam hier nicht von der surrealen Inszenierung eines Traumes abweicht, eröffnet es ganz andere Möglichkeiten. Dann läßt es uns die Freiheit des Kinos erfahren, das nicht nur in Gilliams Vorstellung ein Ort der Träume sein kann und soll. Cole gibt uns selbst kurz vor dem Ende den entscheidenden Hinweis, als er sich mit Railly im Kino versteckt, in dem Hitchcocks Vertigo zu sehen ist. Der Film bleibt immer der selbe, nur man selbst ist es, der sich verändert und den Film bei jedem Anschauen anders erscheinen läßt, so Cole. Welch ein Geschenk Gilliams und der Autoren, die uns damit selbst von der Suche nach der Wahrheit erlösen. Es liegt ganz in uns selbst, was wir in Gilliams Film sehen, der gerne in seiner Gesamtheit als Metapher für die Egalität zwischen Realität und Fiktion gesehen werden darf. Fiktion wird in Gilliams Vorstellung in dem Moment zur Wahrheit, in der sie glaubhaft wird. Es ist egal ob Cole tatsächlich aus der Zukunft in die Gegenwart geschickt wurde. Solange er daran glaubt, ist es für ihn die Wahrheit. Und genauso egal ist es, was der Zuschauer in seinem Film sieht, solange er daran glaubt, ist es für ihn die Wahrheit. Wahrheit ist solange Wahrheit wie sie glaubhaft ist. Wir glauben solange an die Wissenschaftler in Coles Zukunft, bis sie sich plötzlich in infantile Deppen verwandeln, die um Coles Krankenbett hopsen. Während wir jedoch keine Probleme haben diesen Witz von einer Nervenheilanstalt in der Gegenwart anzunehmen, da sich die dortigen Ärzte geben, wie wir es erwarten. Wir haben kein Problem daran zu glauben, daß sich in den Röhrchen, die am Ende durch die Sicherheitskontrolle des Flughafens geschleußt werden, tatsächlich die Viren befinden, die die Menschheit ausrotten werden, obwohl nichts darauf hinweist das dem so ist. 12 Monkeys ist schließlich ein Science Fiction-Film. Wenn 12 Monkeys über seine Geschichte und Referenzilität hinaus etwas zu erzählen hat, dann ist es dies.

8,5/10 Punkte

Schnick Schnack Schnuck

O.K., ich bin kein Zocker. Ich habe damals weder Telekom Aktien gekauft, noch steigere ich bei Ebay in 50 Cent Schritten. Und da wären wir auch schon beim Thema. Ebay. Ich habe heute seit langer Zeit mal wieder nicht mehr benötigten Elektronikschrott eingestellt. Nachdem ich letztes Jahr auf meinen Gebühren sitzen geblieben bin, da mein altes Handy zwar ersteigert wurde, jedoch wochenlang kein Zahlungseingang auf meinem Konto zu verzeichnen war und so weiter und so fort, hatte ich mir eigentlich vorgenommen alte Gerätschaften sofort zu verschenken. Das war auf dieser Plattform für China Ei-Potts und sonstigen Kram auch nicht mein erster Griff ins Klo.

Mir kommt jetzt noch die Galle hoch, wenn ich an den angeblich großen Möbelversender aus Hamburg denke. Der hatte meine 280 Euro schon fast ein Vierteljahr auf seinem Konto, bevor dann endlich die Design-Liege vor meiner Tür stand. Nach fünf unbeantworteten Briefen, unzähligen Versuchen telefonischen Kontakt aufzunehmen und dreimaligen Versprechen, die Ware würde spätestens übermorgen geliefert. Schließlich stellte sich heraus, daß meine Liege schon seit Wochen als unzustellbar in irgendeinem Hermes-Versand-Zwischenlager stand. Ich hatte selbst bei Hermes nachgeforscht, und die waren wirklich glücklich das fette Paket endlich zustellen zu können. Das Möbelhaus hatte eine falsche Lieferadresse angegeben, auf die Nachfrage von Hermes jedoch auch nie geantwortet. Da kam ich um eine negative Ebay-Bewertung für den Design-Möbel-Versand natürlich nicht herum. Und jetzt kommt es. Die waren nach all dem Ärger, den sie mir bereiteten, noch so verfroren mir per E-Mail zu drohen. Ich sollte die negative Bewertung zurücknehmen, sonst würden sie auch mich negativ bewerten. Natürlich hatte ich in der Zeit, in der ich auf meine Liege wartete, die Bewertungen des Möbelhauses durchforstet, da ich dachte einem Betrüger aufgesessen zu sein. Und tatsächlich gab es eine Masse negativer Bewertungen, die sich nach kurzer Zeit in zurückgenommene Bewertungen verwandelten. Ich denke mal da hatten die E-Mail Drohungen des Möbelhauses gefruchtet. Anscheinend haben eine ganze Menge unzufriedener Ebayer größere Angst vor einer eigenen negativen Bewertung als das Bedürfnis den Frust über einen nicht nur unfähigen, sondern auch unverschämten Vertragspartner freie Luft zu verschaffen. Unverständlich. Ich wurde dann wie angedroht mit einer Revanche-Bewertung bestraft. „Bewertet lieber negativ, anstatt Kontakt mit dem Verkäufer aufzunehmen.“ Da fällt einem dann einfach nichts mehr ein. Jeder Laden in der Fußgängerzone oder auf der grünen Wiese würde mit einem solchen an den Tag gelegten Verhalten in spätestens einem halben Jahr wieder dicht machen. Bei Ebay scheinen Unverschämtheiten kein Problem zu sein. Bewertungen? Drauf geschi...

Also, wieder zurück zum Anfang. Ich habe wie erwähnt mittlerweile gestern Abend einen Haufen Elektronikschrott bei Ebay mit fairer Sofortkauf-Option eingestellt. Keine viertel Stunde später lag auch schon das erste Gebot vor, das die Sofortkauf-Option obsolet macht. O.K., Pech gehabt, vielleicht war der Sofortkauf-Preis doch ein wenig hoch. Wirtschaftskrise. Man kennt das ja. Denkste. Der erste Bieter schreibt mich doch tatsächlich an und fragt nach, ob man sich nicht ohne Ebay auf den Sofortkaufpreis inklusive der läppischen Versandkosten einigen könnte. Ich kann nicht mehr. Echt nicht. Wegen noch nicht einmal zwei Schachteln Zigaretten versaut der Typ mir die Chance auf einen schnellen Verkauf und besitzt noch die Frechheit mich ganz unverblümt darauf hinzuweisen. Oder anders ausgedrückt, der Bieter versucht mich zu erpressen. Guck mal, erstmal klicke ich dir die Sofortkauf-Option weg, und dann mache ich dir das großzügige Angebot für 7 Euro weniger (das wären noch nicht einmal 10 Prozent Rabat) den Kram abzukaufen. Na? Wie reagierst du jetzt? Ich kann gar nicht schreiben, wie sehr mir Ebay schon wieder auf die Nerven geht. Dieses Feilschen um 50 Cent, dieser unbedingte Wille den anderen zu übervorteilen, diese Schwarzmarkt-Attitüde. Dieser Moloch von halbseidenen Hobby- und Profiabzockern. Die ganzen 16 Euro Stehplatzkarten für 100 Euro, Hong Kong Produktfälscher und Hütchenspielerbanden. Der ganze Beschiss, der dort tagtäglich zwischen den ordentlichen Angeboten von seriösen Anbietern, die an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben sollen, abläuft. Wahrscheinlich in den meisten Fällen noch nicht einmal von Kunden und Verkäufern als solcher wahrgenommen, oder halt nicht weiter verfolgt, da es sich um kleinere Beträge handelt. Ich habe schlichtweg keinen Bock mehr dort etwas zu ver- oder ersteigern, wenn man sich nicht sicher sein kann, nicht doch übers Ohr gehauen zu werden. Von wem auch immer. Ja, ich weiß. Einzelfälle. Das interessiert mich heute aber herzlich wenig. Für mich hat sich das Thema Ebay erstmal wieder für eine Weile erledigt.

Can you imagine?


Bis zum 3. Dezember ist es zwar noch ein wenig hin, dennoch werde ich schon in den nächsten Wochen eine kleine Monty Python freie Terry Gilliam Retrospektive in Angriff nehmen. Erstens ist Anachronismus eine Tugend dieses Blogs und zweitens ist mir gerade danach. Vielleicht reicht es später auch noch für Jabberwocky, The Time Bandits, König der Fischer und den Baron von Münchhausen. Mal schauen, versprechen kann ich es nicht.

Unglaubliches aus der Welt der Mozart-Kugel

Schummelei bei Surimi-Garnelen. Das sind gar keine Garnelen, sondern Surimi-Garnelen, die lediglich Surimi-Garnelen heißen, da das Surimi (um Gottes Willen, das ist ja nur Fischeiweis mit Geschmacksverstärker) in Form von Garnelen gepresst wurde. Ich weiß nicht ob es den Sommerloch-Verbraucherschützern von Bild, WAZ und Co. schon aufgefallen ist, aber z.B. enthalten Schoko-Katzenzungen (Beispiel-Link) noch nicht einmal Katzenfleisch. Das ist erstmal eine Sauerei. Genauso verhält es sich auch mit Lakritz-Schnecken, Mett-Igel, und jetzt bitte festhalten liebe investigative Volksaufklärer und Nachwuchsterroristen, Eis-Bomben. Die sind genauso wie Surimi-Garnelen höchsten für die Hüften gefährlich.

Arbeit für den Rekorder 11. - 17. Juli

Ich bin stolz auf meine Leser, die beweisen nicht nur Geschmack indem sie hier öfters vorbeisurfen, sondern auch mit ihren frisch eingesendeten TV Tipps. Diese Woche hat nicht nur JMK Sehenswertes herausgepickt, auch Happy Harry mdH hat sich die Mühe gemacht seine TV Gazette zu durchforsten, damit dieser Rubrick in den spärlichen Sommermonaten nicht die Luft ausgeht. Dafür nochmal ein fettes Dankeschön an die Beiden und mein Aufruf an meine übrigen Leser selbst auch Tipps einzusenden, es gibt natürlich auch etwas zu gewinnen. Mehr dazu hier. JMKs Tipps sind die grünen, Harrys Tipps die blauen.

Samstag, 11. Juli

SA, 11.07.09, 18.00 Uhr, Das Vierte: Extrablatt
Wilder, Matthau, Lemmon. Muss man mehr dazu sagen? Nicht Wilders stärkster Film, aber andere Regisseure würden sich sonst was ausreissen, um solch einen Film inszenieren zu können. Sehr spaßige Mediensatire um einen Journalisten, der nach der Flucht eines Todeskandidaten eine letzte Story plant.

20:15 Uhr Asterix, Der Gallier (Sat. 1)
Schwach animierte und dröge Verfilmung des ersten Asterix-Bandes. Zwar sehr werkgetreu, stößt das wenig inspirierte Voice Acting sauer auf und auch der nervige Score ist kein Gewinn für die ohnehin schon lahme Story. Jedes andere Abenteuer der Gallier gibt mehr her für eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Adaption...

Ich habe die Comics früher verschlungen, aber mit den Kinoadaptionen kam ich noch nie wirklich zurecht.

23:55 Uhr Auf die harte Tour (RTL)
Solides Buddy-Movie mit Michael J. Fox und James Woods. Abwechslungsreich und routiniert inszeniert, findet der Film genau die richtige Abmischung zwischen explosiver Action und gepfefferten Wortgefechten.

SA 11.07.09, 23.55 Uhr, RTL: Auf die harte Tour
Michael J Fox als arroganter Filmstar der für eine Rolle ein wenig echte Polizeiluft schnuppern will und da ist James Woods als tougher Bulle natürlich der richtige Partner. Infantile Buddy-Komödie nach Schema F mit Michael J. Fox und James Woods und genau die zwei sind auch der Grund einzuschalten. Die zwei sind so gut aufgelegt und lassen so manche inszenatorische Schwächen übersehen.

00:10 Uhr Anatomie des Grauens (Tele5)
Kommt nun ja auch schon fast regelmäßig. Und ja, ist auch ein verdammt solider Giallo mit allem Drum und Dran. Das Buch steht an zweiter Stelle, die Atmosphäre ist das A und O, auch wenn sie im Finale schon längst aufgebraucht scheint. Genrefans schalten gerne ein, da sie froh sind überhaupt mal was Neues aus Italien sehen zu dürfen.

00:30 Uhr Der Texaner (ZDF)
Clint Eastwoods Zweiter verbindet Italo mit klassischem US Western. Unbestrittener Höhepunkt Eastwoods Westernkarriere und unfreiwillige Vorlage für Emmerichs Patriot mit zum Glück völlig anderer Philosophie. Darf man gerne ein auch ein zweites, drittes oder viertes Mal sehen.

SA 12.07.09, 02.10 Uhr, RTL2: Bugs- Die Killerinsekten
Tierhorror der besseren Art. Eine Millionen alte Kakerlaken-Art hat was gegen einen U-Bahn Bau und randaliert ein wenig. Gute CGIs waren für die TV-Produktion natürlich zu teuer, so gibt's viel Plastik und Effekte aus den 80er. Dennoch eine Empfehlung wert, da straight inszeniert ohne peinliche Aussetzer, sogar die Darsteller machen ihre Sache ordentlich.

Ach, das ist ein TV Film? Fand den auch nicht wirklich schlecht.

Sonntag, 12. Juli

20:15 Uhr Heaven's Gate (DAS4.)
Schlecht gelaufen für Cimino. Da knallt er dem Publikum eines der besten Gründungsepen überhaupt um die Ohren, und keiner will es sehen. Am Zeitgeist vorbei geplant, könnte man ihm vorwerfen, kann uns aber heute doch irgendwie egal sein. Denn Heaven's Gate ist einfach grandios unbequem, glänzend besetzt, bildgewaltig … Kurz gesagt ein echtes Kinofilet.

20:15 Uhr Big Mama's Haus (RTL)
Der ohnehin schwer unwitzige Martin Lawrence verkleidet sich zum zweiten Mal als fette Frau. Da wird gefurzt, gekreischt und im Sexismus gebadet. Wer's braucht ... ich hab nach 5 Minuten
abgeschaltet und weiß nicht mal mehr, welcher Teil das war. Ist wohl aber auch nicht wichtig...

Ich schalte da gar nicht erst ein...

SO 12.07.09, 22.20 Uhr, Tele5: Der Cop
Nochmal James Woods, diesmal als "Dirty Harry", der trotz Suspendierung vom Dienst einen Killer verfolgt. Spannend und gut gespielt, wäre da nicht die Glorifizierung der Selbstjustiz. Auf jeden Fall die bessere Alternative zur Schreckschraube Foster auf Pro7.

In jedem Fall.

01:00 Uhr Solaris (MDR)
Überlange Meditation von Regie-Gott Tarkovsky, über den man ja kaum was schlechtes sagen darf. Wie schon die Vorlage verlangt die introspektive Geschichte ein unglaubliches Maß an Geduld und entwickelt sich nur langsam. Ähnlich wie 2001 sind die streng komponierten Bildkompositionen aber nachhaltig beeindruckend. Wahrscheinlich ist mir das Ganze aber (noch?) zu hoch...

Man muß ja Tarkowsky zu Gute halten, daß er um die Zensur herumdrehen mußte, während Kubrick um die Unterhaltung herumdrehen wollte.

Montag, 13. Juli

21:00 Uhr Die hundert Tage von Palermo (ARTE)
Solides italienisches Anti-Mafia Kino aus den 80ern. Lino Ventura soll als neuer Stadthalter Palermos den Krieg zwischen zwei verfeindeten Familien beenden, erfährt jedoch keine Unterstützung aus Rom. Geht in Ordnung.

22:10 Uhr Die Weisheit der Krokodile (DAS4.)
Anne Rice like Vampirdrama in London mit Jude Law. Hat wahrliche atmosphärische und inhaltliche Stärken. Kann aber nicht vollends überzeugen, da sich doch die eine oder andere Länge eingeschlichen hat. Trotzdem töfte.

22:55 Uhr Flucht aus L.A.
Ich muß meine letztjährige Meinung zu Carpenters Remake seines eigenes Klassikers revidieren. Kurt Russel macht in der Trash-Version genauso viel Spaß wie im Original, zudem haut Carpenter mächtig auf die subtile Konsumgesellschaftskritiktube. Klasse, wenn man den nötigen Humor mitbringt.

Dienstag, 14. Juli

20:15 Uhr Superman 2 (Tele 5)
Die Querelen hinter den Kulissen, der Regie-Wechsel und der daraus entstandene Unmut bei vielen Beteiligten, merkt man dem Endergebnis leider allzu deutlich an. Richard Donners Ansatz, die Mythologie des Comics ernst zu nehmen, beißt sich allzu sehr mit der parodistischen Herangehensweise von Richard Lester. Dessen Helden-Dekonstruktion ist zwar ebenso intelligent wie überlegt, kommt hier aber schlichtweg zu früh. Unterm Strich ein aufregender Event-Movie mit starken Darstellern, der aber an allen Ecken und Enden unfertig bzw. unentschlossen wirkt.

Kann man aber trotzdem gut weggucken ...

20:15 Uhr Die kleinen Superstrolche (Super RTL)
Anachronistische Neuverfilmung der legendären Filmreihe von Hal Roach (diverse Laurel & Hardy Filme) und soweit ich weiß erstmals im Spielfilmformat. Vorzüglich gecastet, in den Nebenrollen mit prominenten Gesichtern besetzt, trifft der Film genau den Ton der Originale. Insgesamt aber eher für die jüngeren Zuschauer, da der Mix aus unschuldiger Romantik und kindgerechtem Humor mit netten Slapstick-Einlagen immer harmlos bleibt und seine eigentliche Zielgruppe nie aus den Augen verliert...

Super RTL sei die Sendezeit verziehen. Fand den aber auch ziemlich in Ordnung, für verregnete Sonntagnachmittage.

Mittwoch, 15. Juli

Obwohl wahrlich keine schlechte Fernsehwoche, bleibt die Kiste einfach mal aus.

Donnerstag, 16. Juli

20:15 Uhr Signs (Sat.1)
M. Night Shyamalan gelingt es auf bemerkenswerte Weise, ein Familien- und Glaubens-Drama vor der Kulisse eines Invasionsfilms zu erzählen und schafft dabei in den besten Momenten eine wahrhaft beklemmende Atmosphäre. Das Ende steht dann irgendwo zwischen kühner Zeigefreudigkeit und unfreiwilliger Komik. Neben Unbreakable der wohl beste Film des Inders...

Hat tatsächlich seine filmischen Momente, dürfte aber der Lieblingsfilm bibeltreuer Christen sein.;)

DO 16.07.09, 23.30 Uhr, ARD: München
Spielbergs Politthriller über das Münchner Olympiaattentat von 1972, wobei der Fokus auf der Spezialeinheit des Mossads liegt, die eine weltweite Racheaktion starten. Spielberg halt. Ein politischer Film, der komplett unpolitisch ist. Spielberg bezieht im Nahost-Konflikt keine Stellung, was durchaus lobenswert ist, nur lässt er fast jegliche politische Komponente, politisch korrekt wie er ist, außer acht. Dagegen funktioniert München als packender Thriller durchaus und ist ein kurzweiliges "Vergnügen". Da erträgt man auch Moritz Bleibtreu.

Formal ist der Film dazu noch eine reine Wohltat. So unpolitisch wie er immer geschrieben wird, halte ich ihn aber gar nicht. Auch wenn Spielberg definitiv zu zögerlich mit Symbolen arbeitet. Schlecht sind definitiv die äußerst peinlichen und absolut überflüssigen Bettszenen.

Freitag, 17. Juli

FR 17.07.09, 20.15 Uhr, Pro7 Die Herrschaft des Feuers
Ich liebe diesen Film. trotz Bale, trotz McConaughey, wegen der schnörkellosen Regie, aufgrund der tollen Story, wegen Izabella Scorupco und weil es einfach Spass macht Drachen zu jagen. Zur Story: Drachen waren nie ausgestorben, sie haben nur in der Londoner U-Bahn ein langes Mittagsschläfchen gehalten, bis U-Bahn-Arbeiter (siehe Bugs:U-Bahnen sind böse) den Oberdrachen aufwecken. Jahre später haben die Drachen, die blöden Schweine, die Menschheit fast ausgerottet, nur eine kleine Gruppe Überlebender kämpft gegen die Flatterviecher.

Jepp, der macht Spaß, gerade auch wegen McConaughey, der mal absolut gegen den Strich besetzt wurde. Schönstes Endzeitkino mit nicht allzu ernster Story.

20:15 Uhr Tom & Jerry - Der Film (Super RTL)
Auch wenn Joseph Barbera höchstpersönlich als Schirmherr beteiligt war, trägt diese zahnlose Kino-Adaption der klassischen Cartoons, den ursprünglichen, destruktiven Geist zu Grabe. Die beiden reden auf einmal wie Wasserfälle (kam in den Cartoons nur selten vor) und sind auf einmal die besten Freunde (kam noch seltener vor). Die erbärmliche Rahmenhandlung ist lieblos und funktioniert auch durch die bemühten Musikeinlagen nicht besser. Zum Glück wurde die Welt (bisher) von einem Road Runner-Spielfilm verschont...

Fünf- oder Zwanzigminuten-Formate funktionieren eh nur äußerst selten im Kino. → Simpsons, Garfield, Futurama, etc.. Laßt es sein. Hat keinen Sinn.

22:25 Uhr Blueberry und der Fluch der Dämonen (3SAT)
Ich habe die Comics nie gelesen, aber auch ohne Vorlagenvergleich komme ich zu einem vernichtenden Urteil. Cassel, Madsen, Lewis in einem Rachewestern mit Indianeresoterik. Da dürfte eigentlich nicht viel schief gehen. Bei Jan Kounen, der letzten Sommer mit 39,90 nochmals bewiesen hat, daß er lediglich Lust auf die Visualisierung verschiedener Drogentripps hat, muß das aber schief gehen. Selten so einen Mumpitz gesehen, der sowohl inhaltlich als auch narrativ einfach nur eine Katastrophe ist. Am Ende gibt es Julliete Lewis naked als Belohnung für das Durchhaltevermögen. Crap.

00:15 Uhr Apollo 13 (ZDF)
Volle Punktzahl für das Sounddesign. Klick, Klick, Pffffff. Als Surroundanlagentest geht der Film allemal durch. Der Rest ist halt Ron Howard Durchschnitt mit all seinen vorhersehbaren und eingeschränkten filmischen Tricks und Kniffen.

So das war es auch schon wieder. Noch mehr Tipps wie immer drüben bei den anderen:

Blockbuster Entertainment, Kino, TV & Co und immer wieder ab samstags. Und sonntags gibts den ultimativen Filmtipp der Woche von Kaiser_Soze.

It's a Disaster Disaster!

Unsere ganze Dankbarkeit gilt mal wieder den Jungs von der Trash Academy, die es schon wieder geschafft haben den besten Content aus der Content Müllhalde Youtube zu destillieren. Passend zum inoffiziellen Trailer zu Emmerichs neuesten Streich 2012 - Da wo wir nicht aufhören dürfen für einander zu kämpfen, da wir sonst all unsere Menschlichkeit verlieren, kann ich euch nur schönstes Beeumeln wünschen.

Kiss Kiss, Bang Bang

Manchmal sehe ich einen Film, der mir so gut gefällt, daß ich anschließend unbedingt etwas dazu schreiben möchte. Logisch, ich schreibe hier ja auch ab und an etwas über Filme, die mir so gut gefallen haben, daß ich anschließend unbedingt etwas dazu schreiben wollte. Manchmal vergeht bis zum Schreiben über den Film, der mir so gut gefallen hat, daß ich anschließend unbedingt etwas über ihn schreiben möchte jedoch eine ganze Weile. Dann macht mir das Schreiben über den Film nicht mehr soviel Spaß, da ich gerne aus dem Bauch heraus schreibe. Dann warte ich halt solange bis ich ihn noch einmal gesehen habe. Es ist oftmals eh von Vorteil, wenn man sich einen Film zweimal anschaut bevor man etwas über ihn schreibt. Bei Kinoreviews fällt mir später manchmal auf, daß ich Dinge übersehen habe, oder mich zu sehr vom Bauchgefühl leiten lassen habe. Das halte ich jedoch keinesfalls für schlimm oder ärgerlich, denn der Text spiegelt ja immer noch meine Meinung wieder, und zwar genau die, die ich nach der ersten Sichtung des Films hatte. Auch wenn sich meine Meinung vielleicht später geändert haben sollte, es ist ja immer noch meine Meinung, zwar eine frühere, aber meine Meinung.

Dann gibt es aber auch die Fälle von Filmen, die haben mich äußerst gut unterhalten, handwerklich gibt es nichts auszusetzen. Story, Darsteller alles spitze. Keine großartige Verzögerung zwischen der Sichtung des Filmes und dem möglichen Schreiben, nur fällt mir einfach nichts ein. Nein, nicht so wie bei einer Schreibblockade, ich habe schon genug Ideen und Ansätze, die ins Review einfließen könnten. Es fehlt mir jedoch ein Aufhänger. Ich glaube, wenn das passiert, also wenn mir partout nichts zum gesehenen Film, der mich aber doch so gut unterhalten hat, einfallen will, dann fehlt ihm einfach das Element, das es mir sonst ermöglicht über einen Film zu schreiben. Ich könnte das jetzt mit „Der Film ist gut, aber belanglos“ beschreiben. Aber das würde nicht stimmen. Ich kann ja auch sonst etwas zu belanglosen Filmen schreiben. Schaut mal rechts in die Sidebar, die meisten Filme, die dort aufgelistet sind, sind doch belanglos. Das kann nicht der Grund sein. So, und nun fällt mir endlich am Ende des zweiten Absatzes doch noch etwas zu Kiss Kiss, Bang Bang ein. Ich habe ihn jetzt nämlich zum zweiten Mal gesehen.

Kiss Kiss, Bang Bang wäre schönstes Autorenkino, wenn der Regisseur, der, wie der Begriff Autorenkino schon verrät, auch das Buch zum Film geschrieben hat, nur ein klein wenig Gefühl für ... Keine Frage, die schnoddrigen Dialoge, die herrlich schwarzen Gags, die oftmals in Bösartigkeit auszuschlagen scheinen, sich jedoch in ihrer Auflösung charmant wie Hauptfigur Lucky Looser Harry Lockhart geben, Robert Downey Jr., Val Kilmer als schwuler Privatdetektiv. Die ganzen Seitenhiebe auf Hollywoods Schnuckiputzi-Antlitz, das sich bei genauerer Betrachtung als beinhartes Ellenbogengeschäft, das auch nicht davor zurückschreckt über metaphorische und echte Leichen zu gehen, herausstellt. Die Erzählung, die locker, witzig noch einmal ein paar Seiten zurück springt, um Vergessenes einzufügen, um sich zu korrigieren. An keiner Stelle wirkt das Script um Schenkelklopfer bemüht. Sie passieren einfach. All das ist [hier Superlativ nach belieben einfügen] Erzähl- und damit auch Unterhaltungskunst. Selten hat mir ein Script derart Spaß gemacht, wie das zu Kiss Kiss, Bang Bang. Burn after Reading, von den Coen Brüdern und für ein famoses Script über den Klee gelobt, wirkt gegen Shane Blacks selbstreferenzielles Noir–Screwball–Buddy Movie wie ein Debütantenfilmchen.

Doch all das kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß Black kein sonderlich begabter Regisseur ist. Es fehlt ihm einfach das Gefühl für, jetzt kommen wir zu den Auslassungspunkten aus dem vorherigen Absatz, den filmischen Moment. All die Szenen, die ein guter Regisseur auf der Grundlage des einfach hervorragenden Buches genau zu solchen gemacht hätte, opfert er dem Erzählfluß. Läßt sie verwässern, vorüber gehen, bevor sie ihre Wirkung überhaupt entfalten könnten. Anstatt einmal innezuhalten, dem Zuschauer die Chance zu geben Luft zu holen, zu reflektieren, zu genießen, eilt er von Schauplatz zu Schauplatz, von Gag zu Gag. Da können all die wunderbaren Einfälle ihre Wirkung gar nicht in vollem Umfang entfalten. Was nicht heißt, daß sie überhaupt keine Wirkung entfalten. Kiss Kiss, Bang Bang ist immer noch schwer unterhaltsam, nur verschenkt der Film nicht nur an einer Stelle sein Potential. Wenn Downey Jr. mit Kilmer knutschen muß oder er am Arm einer Leiche hängt, dann müssen diese köstlichen Szenen einfach mit mehr Zeit gewürdigt werden, damit sie sich ins Gehirn des Zuschauers einbrennen können. Was nützen die schönsten Szenen, wenn ich mich schon eine Stunde nach dem Film nur noch daran erinnern kann daß etwas geschehen ist, aber nicht mehr so genau wie es geschehen ist. Dann verblaßt auch die Erinnerung an den Film generell. Ein Film lebt in erster Linie durch seine besonderen filmischen Momente in der Erinnerung weiter, Kiss Kiss, Bang Bang hat nicht viele dieser Momente zu bieten. Darum fällt es mir wahrscheinlich auch so schwer überhaupt etwas über ihn zu schreiben. Das ist im besonderen Maße bedauernswert, da Blacks Bücher nach Richard Donners Überraschungshit Lethal Weapon grundsätzlich in den Sand gesetzt wurden. The Last Boy Scout, Last Action Hero und Tödliche Weihnachten mangelt es garantiert nicht an einem gutem Script. Nur fehlte es Scott (sowieso), McTiernan und Harlin offensichtlich an Zugang zu Blacks Humor, den er nun endlich selbst in Szene setzten konnte. Viel zu sehr konzentrierten sie sich auf das Actionelement seiner Bücher, das in Kiss Kiss, Bang Bang zwar auch enthalten ist, dem jedoch deutlich weniger Interesse zugesprochen wird. Der Schlüssel zu einem vergnüglichen Abend liegt in Blacks Dialogen und der Liebenswürdigkeit seiner Figuren, filmisch wird das aber nichts mit uns. Da wäre mehr drinn gewesen. Die dennoch hohe Wertung deutet an wieviel.

7,5/10 Punkte