Freitag, 17. Juli 2009

12 Monkeys

2035. Die Menschheit lebt unter der Erde, da sich auf ihrer Oberfläche ein Virus ausgebreitet hat, der nur noch Fauna und Flora überleben läßt. Wer nicht systemkonform lebt wird in Gefängnisse – nein -, Käfige gesperrt und mit Glück als „Freiwilliger“ ausgewählt, der im Schutzanzug ans Tageslicht muß, um Kleinstgetier für wissenschaftliche Versuche zu sammeln. Eine skurril technokratische Welt ist das im Jahr 2035. Da James Cole während seiner Expeditionen Nervenstärke und Zuverlässigkeit bewiesen hat, wird er auserkoren ins Jahr 1996 zu reisen, um Informationen über die Armee der 12 Monkeys zu sammeln, die dem Glauben der Wissenschaftler nach für das menschenfeindliche Virus verantwortlich sind. Als Belohung winkt ihm die völlige Resozialisierung samt Straferlaß. Doch Cole landet nicht nur im Jahr 1990, sondern auch in der Psychiatrischen Klinik. Natürlich glaubt man dem verwirrten und mit Drogen vollgestopften Cole dort kein Wort, als er von der großen Katastrophe spricht, von den 5 Milliarden Menschen, die 1996 von einem Virus dahin gerafft werden sollen.

Terry Gilliams Stärke lag schon immer in der ausufernden Inszenierung surrealer Traumwelten, im Spiel mit der Realität und der Fiktion. Mit 12 Monkeys schafft er es aber noch mehr als eine solcher starken Traumwelten zu erschaffen, in der sich seine Figuren zurecht finden müssen. Der Zuschauer wird gleich selbst Opfer der Schwebe zwischen Realität und Fiktion, in der sich Gilliams Protagonisten wähnen. Ist man sich gerade noch sicher, daß Cole wirklich aus der Zukunft kommt, um der dortigen Menschheit wieder ein Leben an der Oberfläche zu ermöglichen - zumindest wäre es so, ließe sich Gilliams Film ausschließlich als üblicher Genrestoff lesen -, kommen schon bald Zweifel an dem gerade Gesehenen auf. Egal ob sich Cole in der Zukunft aufhält oder in der Gegenwart, das Wesen, die Atmosphäre der Orte an denen er gefangen ist, sind wie auch sein körperlicher Zustand immer die selben. Die Wissenschaftler in der Zukunft erscheinen durchgeknallt wie die Patienten der Psychiatrie, in der er in der Gegenwart gesteckt wird. Die sich bei näherer Betrachtung ebenso surreal erweist wie die Zukunft, aus der er kommen will. Keine Frage, das kann keine psychiatrische Einrichtung in einem Amerika der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts sein. Eher eine, die einer lebhaften Fantasie entsprungen ist.

Aber nicht nur Psychiatrie und zukünftiges Gefängnis weisen Parallelen in ihrem Surrealismus auf. Auch Philadelphia selbst erscheint in der Gegenwart ebenso apokalyptisch wie in Coles Zukunft. Es sind vernachlässigte Straßenzüge und Gegenden in denen Cole mit dem Entführungsopfer, seiner Psychiaterin aus dem Jahr 1990, Kathrin Railly, herumstreift, um die Armee der 12 Monkeys zu finden. Dampfende Gullideckel, stinkende Müllberge, dunkle Obdachlosenverstecke, die sich gefährlich wie Raubtierhöhlen geben. Mit Prophezeiungen beschmierte und zuplakatierte Fassaden und Zäune. Je weiter der Film fortschreitet, umso mehr kommen Zweifel an Coles Glaubwürdigkeit auf. Doch in dem Maße, in dem Gilliam den Zuschauer und auch Cole davon zu überzeugen scheint, daß Cole nur ein geisteskranker Phantast sei, der sich aus Fragmenten seiner Erinnerung etwas zusammenspinnt, beginnt Kathrin Railly, die schon längst mehr als Coles Psychiaterin und Entführungsopfer ist, an Coles Schicksal zu glauben. Sie findet augenscheinliche Beweise für Coles behauptete Zeitreise, immer wieder von Drehbuch und Gilliam eingeworfen. Der Film dreht den Spieß um. Jetzt ist es Railly, die Cole und den Zuschauer von der Wahrheit Coles Geschichte überzeugen möchte. Ein Foto aus dem ersten Weltkrieg und eine antike Gewehrkugel, die sie aus Coles Bein entfernt haben will, was uns Gilliam freilich nicht zeigen möchte und wir dennoch als gegeben hinnehmen. Denn Gilliam hat uns längst schon selbst in den Zustand seiner Protagonisten und seines Films versetzt. Schon wieder läßt Gilliam den Zuschauer zwischen den Realitäten beider Hauptfiguren hängen.

12 Monkeys läßt sich ebenso schwer für den Zuschauer fassen, wie die Wahrheit, der seine Figuren hinterher eilen. Selbst das Finale, das einerseits als Auflösung des Plots herhalten kann, andererseits aber nichts anderes als eine Erinnerung Coles ist, bringt uns nur scheinbar weiter. Nehmen wir es als Auflösung, gibt sich der Film als Zeitreise-Genrefilm, mit all den Untiefen, die die Logik eines solchen nur havarieren lassen können, ihn verletzlich gegen Angriffe machen. Sehen wir es als weiteren Traum Coles oder sogar eines anderen, was durchaus möglich ist, da Gilliam hier nicht von der surrealen Inszenierung eines Traumes abweicht, eröffnet es ganz andere Möglichkeiten. Dann läßt es uns die Freiheit des Kinos erfahren, das nicht nur in Gilliams Vorstellung ein Ort der Träume sein kann und soll. Cole gibt uns selbst kurz vor dem Ende den entscheidenden Hinweis, als er sich mit Railly im Kino versteckt, in dem Hitchcocks Vertigo zu sehen ist. Der Film bleibt immer der selbe, nur man selbst ist es, der sich verändert und den Film bei jedem Anschauen anders erscheinen läßt, so Cole. Welch ein Geschenk Gilliams und der Autoren, die uns damit selbst von der Suche nach der Wahrheit erlösen. Es liegt ganz in uns selbst, was wir in Gilliams Film sehen, der gerne in seiner Gesamtheit als Metapher für die Egalität zwischen Realität und Fiktion gesehen werden darf. Fiktion wird in Gilliams Vorstellung in dem Moment zur Wahrheit, in der sie glaubhaft wird. Es ist egal ob Cole tatsächlich aus der Zukunft in die Gegenwart geschickt wurde. Solange er daran glaubt, ist es für ihn die Wahrheit. Und genauso egal ist es, was der Zuschauer in seinem Film sieht. Solange er daran glaubt, ist es die Wahrheit. Wahrheit ist solange Wahrheit wie sie glaubhaft ist. Wir glauben solange an die Wissenschaftler in Coles Zukunft, bis sie sich plötzlich in infantile Deppen verwandeln, die um Coles Krankenbett hopsen. Während wir jedoch keine Probleme haben diesen Witz von einer Nervenheilanstalt in der Gegenwart anzunehmen, da sich die dortigen Ärzte geben, wie wir es erwarten. Wir haben kein Problem daran zu glauben, daß sich in den Röhrchen, die am Ende durch die Sicherheitskontrolle des Flughafens geschleußt werden, tatsächlich die Viren befinden, die die Menschheit ausrotten werden, obwohl nichts darauf hinweist das dem so ist. 12 Monkeys ist schließlich ein Science Fiction-Film. Wenn 12 Monkeys über seine Geschichte und Referenzilität hinaus etwas zu erzählen hat, dann ist es dies.

8,5/10 Punkte

Dienstag, 14. Juli 2009

Schnick Schnack Schnuck

O.K., ich bin kein Zocker. Ich habe damals weder Telekom Aktien gekauft, noch steigere ich bei Ebay in 50 Cent Schritten. Und da wären wir auch schon beim Thema. Ebay. Ich habe heute seit langer Zeit mal wieder nicht mehr benötigten Elektronikschrott eingestellt. Nachdem ich letztes Jahr auf meinen Gebühren sitzen geblieben bin, da mein altes Handy zwar ersteigert wurde, jedoch wochenlang kein Zahlungseingang auf meinem Konto zu verzeichnen war und so weiter und so fort, hatte ich mir eigentlich vorgenommen alte Gerätschaften sofort zu verschenken. Das war auf dieser Plattform für China Ei-Potts und sonstigen Kram auch nicht mein erster Griff ins Klo.

Mir kommt jetzt noch die Galle hoch, wenn ich an den angeblich großen Möbelversender aus Hamburg denke. Der hatte meine 280 Euro schon fast ein Vierteljahr auf seinem Konto, bevor dann endlich die Design-Liege vor meiner Tür stand. Nach fünf unbeantworteten Briefen, unzähligen Versuchen telefonischen Kontakt aufzunehmen und dreimaligen Versprechen, die Ware würde spätestens übermorgen geliefert. Schließlich stellte sich heraus, daß meine Liege schon seit Wochen als unzustellbar in irgendeinem Hermes-Versand-Zwischenlager stand. Ich hatte selbst bei Hermes nachgeforscht, und die waren wirklich glücklich das fette Paket endlich zustellen zu können. Das Möbelhaus hatte eine falsche Lieferadresse angegeben, auf die Nachfrage von Hermes jedoch auch nie geantwortet. Da kam ich um eine negative Ebay-Bewertung für den Design-Möbel-Versand natürlich nicht herum. Und jetzt kommt es. Die waren nach all dem Ärger, den sie mir bereiteten, noch so verfroren mir per E-Mail zu drohen. Ich sollte die negative Bewertung zurücknehmen, sonst würden sie auch mich negativ bewerten. Natürlich hatte ich in der Zeit, in der ich auf meine Liege wartete, die Bewertungen des Möbelhauses durchforstet, da ich dachte einem Betrüger aufgesessen zu sein. Und tatsächlich gab es eine Masse negativer Bewertungen, die sich nach kurzer Zeit in zurückgenommene Bewertungen verwandelten. Ich denke mal da hatten die E-Mail Drohungen des Möbelhauses gefruchtet. Anscheinend haben eine ganze Menge unzufriedener Ebayer größere Angst vor einer eigenen negativen Bewertung als das Bedürfnis den Frust über einen nicht nur unfähigen, sondern auch unverschämten Vertragspartner freie Luft zu verschaffen. Unverständlich. Ich wurde dann wie angedroht mit einer Revanche-Bewertung bestraft. „Bewertet lieber negativ, anstatt Kontakt mit dem Verkäufer aufzunehmen.“ Da fällt einem dann einfach nichts mehr ein. Jeder Laden in der Fußgängerzone oder auf der grünen Wiese würde mit einem solchen an den Tag gelegten Verhalten in spätestens einem halben Jahr wieder dicht machen. Bei Ebay scheinen Unverschämtheiten kein Problem zu sein. Bewertungen? Drauf geschi...

Also, wieder zurück zum Anfang. Ich habe wie erwähnt mittlerweile gestern Abend einen Haufen Elektronikschrott bei Ebay mit fairer Sofortkauf-Option eingestellt. Keine viertel Stunde später lag auch schon das erste Gebot vor, das die Sofortkauf-Option obsolet macht. O.K., Pech gehabt, vielleicht war der Sofortkauf-Preis doch ein wenig hoch. Wirtschaftskrise. Man kennt das ja. Denkste. Der erste Bieter schreibt mich doch tatsächlich an und fragt nach, ob man sich nicht ohne Ebay auf den Sofortkaufpreis inklusive der läppischen Versandkosten einigen könnte. Ich kann nicht mehr. Echt nicht. Wegen noch nicht einmal zwei Schachteln Zigaretten versaut der Typ mir die Chance auf einen schnellen Verkauf und besitzt noch die Frechheit mich ganz unverblümt darauf hinzuweisen. Oder anders ausgedrückt, der Bieter versucht mich zu erpressen. Guck mal, erstmal klicke ich dir die Sofortkauf-Option weg, und dann mache ich dir das großzügige Angebot für 7 Euro weniger (das wären noch nicht einmal 10 Prozent Rabat) den Kram abzukaufen. Na? Wie reagierst du jetzt? Ich kann gar nicht schreiben, wie sehr mir Ebay schon wieder auf die Nerven geht. Dieses Feilschen um 50 Cent, dieser unbedingte Wille den anderen zu übervorteilen, diese Schwarzmarkt-Attitüde. Dieser Moloch von halbseidenen Hobby- und Profiabzockern. Die ganzen 16 Euro Stehplatzkarten für 100 Euro, Hong Kong Produktfälscher und Hütchenspielerbanden. Der ganze Beschiss, der dort tagtäglich zwischen den ordentlichen Angeboten von seriösen Anbietern, die an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben sollen, abläuft. Wahrscheinlich in den meisten Fällen noch nicht einmal von Kunden und Verkäufern als solcher wahrgenommen, oder halt nicht weiter verfolgt, da es sich um kleinere Beträge handelt. Ich habe schlichtweg keinen Bock mehr dort etwas zu ver- oder ersteigern, wenn man sich nicht sicher sein kann, nicht doch übers Ohr gehauen zu werden. Von wem auch immer. Ja, ich weiß. Einzelfälle. Das interessiert mich heute aber herzlich wenig. Für mich hat sich das Thema Ebay erstmal wieder für eine Weile erledigt.

Sonntag, 12. Juli 2009

Can you imagine?


Bis zum 3. Dezember ist es zwar noch ein wenig hin, dennoch werde ich schon in den nächsten Wochen eine kleine Monty Python freie Terry Gilliam Retrospektive in Angriff nehmen. Erstens ist Anachronismus eine Tugend dieses Blogs und zweitens ist mir gerade danach. Vielleicht reicht es später auch noch für Jabberwocky, The Time Bandits, König der Fischer und den Baron von Münchhausen. Mal schauen, versprechen kann ich es nicht.

Samstag, 11. Juli 2009

Unglaubliches aus der Welt der Mozart-Kugel

Schummelei bei Surimi-Garnelen. Das sind gar keine Garnelen, sondern Surimi-Garnelen, die lediglich Surimi-Garnelen heißen, da das Surimi (um Gottes Willen, das ist ja nur Fischeiweis mit Geschmacksverstärker) in Form von Garnelen gepresst wurde. Ich weiß nicht ob es den Sommerloch-Verbraucherschützern von Bild, WAZ und Co. schon aufgefallen ist, aber z.B. enthalten Schoko-Katzenzungen (Beispiel-Link) noch nicht einmal Katzenfleisch. Das ist erstmal eine Sauerei. Genauso verhält es sich auch mit Lakritz-Schnecken, Mett-Igel, und jetzt bitte festhalten liebe investigative Volksaufklärer und Nachwuchsterroristen, Eis-Bomben. Die sind genauso wie Surimi-Garnelen höchsten für die Hüften gefährlich.

Freitag, 10. Juli 2009

Arbeit für den Rekorder 11. - 17. Juli

Ich bin stolz auf meine Leser, die beweisen nicht nur Geschmack indem sie hier öfters vorbeisurfen, sondern auch mit ihren frisch eingesendeten TV Tipps. Diese Woche hat nicht nur JMK Sehenswertes herausgepickt, auch Happy Harry mdH hat sich die Mühe gemacht seine TV Gazette zu durchforsten, damit dieser Rubrick in den spärlichen Sommermonaten nicht die Luft ausgeht. Dafür nochmal ein fettes Dankeschön an die Beiden und mein Aufruf an meine übrigen Leser selbst auch Tipps einzusenden, es gibt natürlich auch etwas zu gewinnen. Mehr dazu hier. JMKs Tipps sind die grünen, Harrys Tipps die blauen.

Samstag, 11. Juli

SA, 11.07.09, 18.00 Uhr, Das Vierte: Extrablatt
Wilder, Matthau, Lemmon. Muss man mehr dazu sagen? Nicht Wilders stärkster Film, aber andere Regisseure würden sich sonst was ausreissen, um solch einen Film inszenieren zu können. Sehr spaßige Mediensatire um einen Journalisten, der nach der Flucht eines Todeskandidaten eine letzte Story plant.

20:15 Uhr Asterix, Der Gallier (Sat. 1)
Schwach animierte und dröge Verfilmung des ersten Asterix-Bandes. Zwar sehr werkgetreu, stößt das wenig inspirierte Voice Acting sauer auf und auch der nervige Score ist kein Gewinn für die ohnehin schon lahme Story. Jedes andere Abenteuer der Gallier gibt mehr her für eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Adaption...

Ich habe die Comics früher verschlungen, aber mit den Kinoadaptionen kam ich noch nie wirklich zurecht.

23:55 Uhr Auf die harte Tour (RTL)
Solides Buddy-Movie mit Michael J. Fox und James Woods. Abwechslungsreich und routiniert inszeniert, findet der Film genau die richtige Abmischung zwischen explosiver Action und gepfefferten Wortgefechten.

SA 11.07.09, 23.55 Uhr, RTL: Auf die harte Tour
Michael J Fox als arroganter Filmstar der für eine Rolle ein wenig echte Polizeiluft schnuppern will und da ist James Woods als tougher Bulle natürlich der richtige Partner. Infantile Buddy-Komödie nach Schema F mit Michael J. Fox und James Woods und genau die zwei sind auch der Grund einzuschalten. Die zwei sind so gut aufgelegt und lassen so manche inszenatorische Schwächen übersehen.

00:10 Uhr Anatomie des Grauens (Tele5)
Kommt nun ja auch schon fast regelmäßig. Und ja, ist auch ein verdammt solider Giallo mit allem Drum und Dran. Das Buch steht an zweiter Stelle, die Atmosphäre ist das A und O, auch wenn sie im Finale schon längst aufgebraucht scheint. Genrefans schalten gerne ein, da sie froh sind überhaupt mal was Neues aus Italien sehen zu dürfen.

00:30 Uhr Der Texaner (ZDF)
Clint Eastwoods Zweiter verbindet Italo mit klassischem US Western. Unbestrittener Höhepunkt Eastwoods Westernkarriere und unfreiwillige Vorlage für Emmerichs Patriot mit zum Glück völlig anderer Philosophie. Darf man gerne ein auch ein zweites, drittes oder viertes Mal sehen.

SA 12.07.09, 02.10 Uhr, RTL2: Bugs- Die Killerinsekten
Tierhorror der besseren Art. Eine Millionen alte Kakerlaken-Art hat was gegen einen U-Bahn Bau und randaliert ein wenig. Gute CGIs waren für die TV-Produktion natürlich zu teuer, so gibt's viel Plastik und Effekte aus den 80er. Dennoch eine Empfehlung wert, da straight inszeniert ohne peinliche Aussetzer, sogar die Darsteller machen ihre Sache ordentlich.

Ach, das ist ein TV Film? Fand den auch nicht wirklich schlecht.

Sonntag, 12. Juli

20:15 Uhr Heaven's Gate (DAS4.)
Schlecht gelaufen für Cimino. Da knallt er dem Publikum eines der besten Gründungsepen überhaupt um die Ohren, und keiner will es sehen. Am Zeitgeist vorbei geplant, könnte man ihm vorwerfen, kann uns aber heute doch irgendwie egal sein. Denn Heaven's Gate ist einfach grandios unbequem, glänzend besetzt, bildgewaltig … Kurz gesagt ein echtes Kinofilet.

20:15 Uhr Big Mama's Haus (RTL)
Der ohnehin schwer unwitzige Martin Lawrence verkleidet sich zum zweiten Mal als fette Frau. Da wird gefurzt, gekreischt und im Sexismus gebadet. Wer's braucht ... ich hab nach 5 Minuten
abgeschaltet und weiß nicht mal mehr, welcher Teil das war. Ist wohl aber auch nicht wichtig...

Ich schalte da gar nicht erst ein...

SO 12.07.09, 22.20 Uhr, Tele5: Der Cop
Nochmal James Woods, diesmal als "Dirty Harry", der trotz Suspendierung vom Dienst einen Killer verfolgt. Spannend und gut gespielt, wäre da nicht die Glorifizierung der Selbstjustiz. Auf jeden Fall die bessere Alternative zur Schreckschraube Foster auf Pro7.

In jedem Fall.

01:00 Uhr Solaris (MDR)
Überlange Meditation von Regie-Gott Tarkovsky, über den man ja kaum was schlechtes sagen darf. Wie schon die Vorlage verlangt die introspektive Geschichte ein unglaubliches Maß an Geduld und entwickelt sich nur langsam. Ähnlich wie 2001 sind die streng komponierten Bildkompositionen aber nachhaltig beeindruckend. Wahrscheinlich ist mir das Ganze aber (noch?) zu hoch...

Man muß ja Tarkowsky zu Gute halten, daß er um die Zensur herumdrehen mußte, während Kubrick um die Unterhaltung herumdrehen wollte.

Montag, 13. Juli

21:00 Uhr Die hundert Tage von Palermo (ARTE)
Solides italienisches Anti-Mafia Kino aus den 80ern. Lino Ventura soll als neuer Stadthalter Palermos den Krieg zwischen zwei verfeindeten Familien beenden, erfährt jedoch keine Unterstützung aus Rom. Geht in Ordnung.

22:10 Uhr Die Weisheit der Krokodile (DAS4.)
Anne Rice like Vampirdrama in London mit Jude Law. Hat wahrliche atmosphärische und inhaltliche Stärken. Kann aber nicht vollends überzeugen, da sich doch die eine oder andere Länge eingeschlichen hat. Trotzdem töfte.

22:55 Uhr Flucht aus L.A.
Ich muß meine letztjährige Meinung zu Carpenters Remake seines eigenes Klassikers revidieren. Kurt Russel macht in der Trash-Version genauso viel Spaß wie im Original, zudem haut Carpenter mächtig auf die subtile Konsumgesellschaftskritiktube. Klasse, wenn man den nötigen Humor mitbringt.

Dienstag, 14. Juli

20:15 Uhr Superman 2 (Tele 5)
Die Querelen hinter den Kulissen, der Regie-Wechsel und der daraus entstandene Unmut bei vielen Beteiligten, merkt man dem Endergebnis leider allzu deutlich an. Richard Donners Ansatz, die Mythologie des Comics ernst zu nehmen, beißt sich allzu sehr mit der parodistischen Herangehensweise von Richard Lester. Dessen Helden-Dekonstruktion ist zwar ebenso intelligent wie überlegt, kommt hier aber schlichtweg zu früh. Unterm Strich ein aufregender Event-Movie mit starken Darstellern, der aber an allen Ecken und Enden unfertig bzw. unentschlossen wirkt.

Kann man aber trotzdem gut weggucken ...

20:15 Uhr Die kleinen Superstrolche (Super RTL)
Anachronistische Neuverfilmung der legendären Filmreihe von Hal Roach (diverse Laurel & Hardy Filme) und soweit ich weiß erstmals im Spielfilmformat. Vorzüglich gecastet, in den Nebenrollen mit prominenten Gesichtern besetzt, trifft der Film genau den Ton der Originale. Insgesamt aber eher für die jüngeren Zuschauer, da der Mix aus unschuldiger Romantik und kindgerechtem Humor mit netten Slapstick-Einlagen immer harmlos bleibt und seine eigentliche Zielgruppe nie aus den Augen verliert...

Super RTL sei die Sendezeit verziehen. Fand den aber auch ziemlich in Ordnung, für verregnete Sonntagnachmittage.

Mittwoch, 15. Juli

Obwohl wahrlich keine schlechte Fernsehwoche, bleibt die Kiste einfach mal aus.

Donnerstag, 16. Juli

20:15 Uhr Signs (Sat.1)
M. Night Shyamalan gelingt es auf bemerkenswerte Weise, ein Familien- und Glaubens-Drama vor der Kulisse eines Invasionsfilms zu erzählen und schafft dabei in den besten Momenten eine wahrhaft beklemmende Atmosphäre. Das Ende steht dann irgendwo zwischen kühner Zeigefreudigkeit und unfreiwilliger Komik. Neben Unbreakable der wohl beste Film des Inders...

Hat tatsächlich seine filmischen Momente, dürfte aber der Lieblingsfilm bibeltreuer Christen sein.;)

DO 16.07.09, 23.30 Uhr, ARD: München
Spielbergs Politthriller über das Münchner Olympiaattentat von 1972, wobei der Fokus auf der Spezialeinheit des Mossads liegt, die eine weltweite Racheaktion starten. Spielberg halt. Ein politischer Film, der komplett unpolitisch ist. Spielberg bezieht im Nahost-Konflikt keine Stellung, was durchaus lobenswert ist, nur lässt er fast jegliche politische Komponente, politisch korrekt wie er ist, außer acht. Dagegen funktioniert München als packender Thriller durchaus und ist ein kurzweiliges "Vergnügen". Da erträgt man auch Moritz Bleibtreu.

Formal ist der Film dazu noch eine reine Wohltat. So unpolitisch wie er immer geschrieben wird, halte ich ihn aber gar nicht. Auch wenn Spielberg definitiv zu zögerlich mit Symbolen arbeitet. Schlecht sind definitiv die äußerst peinlichen und absolut überflüssigen Bettszenen.

Freitag, 17. Juli

FR 17.07.09, 20.15 Uhr, Pro7 Die Herrschaft des Feuers
Ich liebe diesen Film. trotz Bale, trotz McConaughey, wegen der schnörkellosen Regie, aufgrund der tollen Story, wegen Izabella Scorupco und weil es einfach Spass macht Drachen zu jagen. Zur Story: Drachen waren nie ausgestorben, sie haben nur in der Londoner U-Bahn ein langes Mittagsschläfchen gehalten, bis U-Bahn-Arbeiter (siehe Bugs:U-Bahnen sind böse) den Oberdrachen aufwecken. Jahre später haben die Drachen, die blöden Schweine, die Menschheit fast ausgerottet, nur eine kleine Gruppe Überlebender kämpft gegen die Flatterviecher.

Jepp, der macht Spaß, gerade auch wegen McConaughey, der mal absolut gegen den Strich besetzt wurde. Schönstes Endzeitkino mit nicht allzu ernster Story.

20:15 Uhr Tom & Jerry - Der Film (Super RTL)
Auch wenn Joseph Barbera höchstpersönlich als Schirmherr beteiligt war, trägt diese zahnlose Kino-Adaption der klassischen Cartoons, den ursprünglichen, destruktiven Geist zu Grabe. Die beiden reden auf einmal wie Wasserfälle (kam in den Cartoons nur selten vor) und sind auf einmal die besten Freunde (kam noch seltener vor). Die erbärmliche Rahmenhandlung ist lieblos und funktioniert auch durch die bemühten Musikeinlagen nicht besser. Zum Glück wurde die Welt (bisher) von einem Road Runner-Spielfilm verschont...

Fünf- oder Zwanzigminuten-Formate funktionieren eh nur äußerst selten im Kino. → Simpsons, Garfield, Futurama, etc.. Laßt es sein. Hat keinen Sinn.

22:25 Uhr Blueberry und der Fluch der Dämonen (3SAT)
Ich habe die Comics nie gelesen, aber auch ohne Vorlagenvergleich komme ich zu einem vernichtenden Urteil. Cassel, Madsen, Lewis in einem Rachewestern mit Indianeresoterik. Da dürfte eigentlich nicht viel schief gehen. Bei Jan Kounen, der letzten Sommer mit 39,90 nochmals bewiesen hat, daß er lediglich Lust auf die Visualisierung verschiedener Drogentripps hat, muß das aber schief gehen. Selten so einen Mumpitz gesehen, der sowohl inhaltlich als auch narrativ einfach nur eine Katastrophe ist. Am Ende gibt es Julliete Lewis naked als Belohnung für das Durchhaltevermögen. Crap.

00:15 Uhr Apollo 13 (ZDF)
Volle Punktzahl für das Sounddesign. Klick, Klick, Pffffff. Als Surroundanlagentest geht der Film allemal durch. Der Rest ist halt Ron Howard Durchschnitt mit all seinen vorhersehbaren und eingeschränkten filmischen Tricks und Kniffen.

So das war es auch schon wieder. Noch mehr Tipps wie immer drüben bei den anderen:

Blockbuster Entertainment, Kino, TV & Co und immer wieder ab samstags. Und sonntags gibts den ultimativen Filmtipp der Woche von Kaiser_Soze.

Mittwoch, 8. Juli 2009

It's a Disaster Disaster!

Unsere ganze Dankbarkeit gilt mal wieder den Jungs von der Trash Academy, die es schon wieder geschafft haben den besten Content aus der Content Müllhalde Youtube zu destillieren. Passend zum inoffiziellen Trailer zu Emmerichs neuesten Streich 2012 - Da wo wir nicht aufhören dürfen für einander zu kämpfen, da wir sonst all unsere Menschlichkeit verlieren, kann ich euch nur schönstes Beeumeln wünschen.

Kiss Kiss, Bang Bang

Manchmal sehe ich einen Film, der mir so gut gefällt, daß ich anschließend unbedingt etwas dazu schreiben möchte. Logisch, ich schreibe hier ja auch ab und an etwas über Filme, die mir so gut gefallen haben, daß ich anschließend unbedingt etwas dazu schreiben wollte. Manchmal vergeht bis zum Schreiben über den Film, der mir so gut gefallen hat, daß ich anschließend unbedingt etwas über ihn schreiben möchte jedoch eine ganze Weile. Dann macht mir das Schreiben über den Film nicht mehr soviel Spaß, da ich gerne aus dem Bauch heraus schreibe. Dann warte ich halt solange bis ich ihn noch einmal gesehen habe. Es ist oftmals eh von Vorteil, wenn man sich einen Film zweimal anschaut bevor man etwas über ihn schreibt. Bei Kinoreviews fällt mir später manchmal auf, daß ich Dinge übersehen habe, oder mich zu sehr vom Bauchgefühl leiten lassen habe. Das halte ich jedoch keinesfalls für schlimm oder ärgerlich, denn der Text spiegelt ja immer noch meine Meinung wieder, und zwar genau die, die ich nach der ersten Sichtung des Films hatte. Auch wenn sich meine Meinung vielleicht später geändert haben sollte, es ist ja immer noch meine Meinung, zwar eine frühere, aber meine Meinung.

Dann gibt es aber auch die Fälle von Filmen, die haben mich äußerst gut unterhalten, handwerklich gibt es nichts auszusetzen. Story, Darsteller alles spitze. Keine großartige Verzögerung zwischen der Sichtung des Filmes und dem möglichen Schreiben, nur fällt mir einfach nichts ein. Nein, nicht so wie bei einer Schreibblockade, ich habe schon genug Ideen und Ansätze, die ins Review einfließen könnten. Es fehlt mir jedoch ein Aufhänger. Ich glaube, wenn das passiert, also wenn mir partout nichts zum gesehenen Film, der mich aber doch so gut unterhalten hat, einfallen will, dann fehlt ihm einfach das Element, das es mir sonst ermöglicht über einen Film zu schreiben. Ich könnte das jetzt mit „Der Film ist gut, aber belanglos“ beschreiben. Aber das würde nicht stimmen. Ich kann ja auch sonst etwas zu belanglosen Filmen schreiben. Schaut mal rechts in die Sidebar, die meisten Filme, die dort aufgelistet sind, sind doch belanglos. Das kann nicht der Grund sein. So, und nun fällt mir endlich am Ende des zweiten Absatzes doch noch etwas zu Kiss Kiss, Bang Bang ein. Ich habe ihn jetzt nämlich zum zweiten Mal gesehen.

Kiss Kiss, Bang Bang wäre schönstes Autorenkino, wenn der Regisseur, der, wie der Begriff Autorenkino schon verrät, auch das Buch zum Film geschrieben hat, nur ein klein wenig Gefühl für ... Keine Frage, die schnoddrigen Dialoge, die herrlich schwarzen Gags, die oftmals in Bösartigkeit auszuschlagen scheinen, sich jedoch in ihrer Auflösung charmant wie Hauptfigur Lucky Looser Harry Lockhart geben, Robert Downey Jr., Val Kilmer als schwuler Privatdetektiv. Die ganzen Seitenhiebe auf Hollywoods Schnuckiputzi-Antlitz, das sich bei genauerer Betrachtung als beinhartes Ellenbogengeschäft, das auch nicht davor zurückschreckt über metaphorische und echte Leichen zu gehen, herausstellt. Die Erzählung, die locker, witzig noch einmal ein paar Seiten zurück springt, um Vergessenes einzufügen, um sich zu korrigieren. An keiner Stelle wirkt das Script um Schenkelklopfer bemüht. Sie passieren einfach. All das ist [hier Superlativ nach belieben einfügen] Erzähl- und damit auch Unterhaltungskunst. Selten hat mir ein Script derart Spaß gemacht, wie das zu Kiss Kiss, Bang Bang. Burn after Reading, von den Coen Brüdern und für ein famoses Script über den Klee gelobt, wirkt gegen Shane Blacks selbstreferenzielles Noir–Screwball–Buddy Movie wie ein Debütantenfilmchen.

Doch all das kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß Black kein sonderlich begabter Regisseur ist. Es fehlt ihm einfach das Gefühl für, jetzt kommen wir zu den Auslassungspunkten aus dem vorherigen Absatz, den filmischen Moment. All die Szenen, die ein guter Regisseur auf der Grundlage des einfach hervorragenden Buches genau zu solchen gemacht hätte, opfert er dem Erzählfluß. Läßt sie verwässern, vorüber gehen, bevor sie ihre Wirkung überhaupt entfalten könnten. Anstatt einmal innezuhalten, dem Zuschauer die Chance zu geben Luft zu holen, zu reflektieren, zu genießen, eilt er von Schauplatz zu Schauplatz, von Gag zu Gag. Da können all die wunderbaren Einfälle ihre Wirkung gar nicht in vollem Umfang entfalten. Was nicht heißt, daß sie überhaupt keine Wirkung entfalten. Kiss Kiss, Bang Bang ist immer noch schwer unterhaltsam, nur verschenkt der Film nicht nur an einer Stelle sein Potential. Wenn Downey Jr. mit Kilmer knutschen muß oder er am Arm einer Leiche hängt, dann müssen diese köstlichen Szenen einfach mit mehr Zeit gewürdigt werden, damit sie sich ins Gehirn des Zuschauers einbrennen können. Was nützen die schönsten Szenen, wenn ich mich schon eine Stunde nach dem Film nur noch daran erinnern kann daß etwas geschehen ist, aber nicht mehr so genau wie es geschehen ist. Dann verblaßt auch die Erinnerung an den Film generell. Ein Film lebt in erster Linie durch seine besonderen filmischen Momente in der Erinnerung weiter, Kiss Kiss, Bang Bang hat nicht viele dieser Momente zu bieten. Darum fällt es mir wahrscheinlich auch so schwer überhaupt etwas über ihn zu schreiben. Das ist im besonderen Maße bedauernswert, da Blacks Bücher nach Richard Donners Überraschungshit Lethal Weapon grundsätzlich in den Sand gesetzt wurden. The Last Boy Scout, Last Action Hero und Tödliche Weihnachten mangelt es garantiert nicht an einem gutem Script. Nur fehlte es Scott (sowieso), McTiernan und Harlin offensichtlich an Zugang zu Blacks Humor, den er nun endlich selbst in Szene setzten konnte. Viel zu sehr konzentrierten sie sich auf das Actionelement seiner Bücher, das in Kiss Kiss, Bang Bang zwar auch enthalten ist, dem jedoch deutlich weniger Interesse zugesprochen wird. Der Schlüssel zu einem vergnüglichen Abend liegt in Blacks Dialogen und der Liebenswürdigkeit seiner Figuren, filmisch wird das aber nichts mit uns. Da wäre mehr drinn gewesen. Die dennoch hohe Wertung deutet an wieviel.

7,5/10 Punkte

Dienstag, 7. Juli 2009

Music was my first Love


Ich habe zwar schon wieder vergessen wie man den Audioscrobbler so einstellt, damit er nur vollständig ausgespielte Songs in meine Last.fm Library aufnimmt, aber wo gehobelt wird fallen halt auch Späne. Wundert euch also nicht, falls ihr vom Verschwender Radio auch mal - äähh - Beyonce? um die Ohren gehauen bekommt. Einfach ruhig bleiben und skippen.

Freitag, 3. Juli 2009

Zumbie

Wie geil ist das denn? Hello? (Brüno Referenz)



Leider viel zu kurz.

Test, Test ... Check, Check ... One-Two, One-Two ...

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