Drei waren schon immer einer zuviel

Vor der Winterpause, also damals als Dämme brachen, Schalkes schlechtes Abschneiden in der Bundesliga und dem internationalem Wettbewerb, die Nicht-Entwicklung der Mannschaft, ihr grottiges Spiel, der ganze Unmut über die in noch weitere Ferne gerückte Meisterschaft wie ein Orkan über Manager Andreas Müller herein brach und er sich gemüßigt fühlte dem medialem Druck und dem auf den Rängen der eigenen Spielstätte in einer historisch bemitleidenswerten Pressekonferenz entgegenzutreten, da versprach er mit seinem Trainer Fred Rutten ein Konzept für die Zukunft der Mannschaft in der Tasche zu haben. Da gäbe es Menschen im Verein und Umfeld, die Schalke immer wieder in der Entwicklung störten, für schlechte Laune sorgten und so weiter und fort. Für die Winterpause kündigte er personelle Veränderungen an mit denen niemand rechnen könnte. Wenig ist in den darauf folgenden Wochen passiert. O.K., die, die eh nicht spielen wurden in die Regionalligamannschaft strafversetzt, Peter Lövenkrands und Gustavo Varelas Vertrag aufgelöst und einer wäre wahrscheinlich so wie so nicht wieder aus seinem Urlaub zurückgekehrt. Zusätzlich wurden zwei Betreuer entlassen, die Gerüchten zu folge mehr mit mieser Laune glänzten als durch motivierende Arbeit aufzufallen. Der befremdlichen Empörung der Bildzeitung nach, aber was ist bei dieser Zeitung eigentlich nicht befremdlich, könnte es sich aber auch um die Entfernung zweier Plaudertaschen gehandelt haben. Spekulationen meinerseits, natürlich. Die großen personellen Überraschungen, die der Manager vollmündig ankündigte, blieben aus. Oder doch nicht? Heute soll Fabian Ernst nach einvernehmlichen Pressemeldungen seine Unterschrift unter einen Vertrag bei Besiktas Istanbul setzen, das angeblich schon seit drei Jahren großes Interesse an ihm hat. 4,5 Millionen erhält der Verein für diesen für uns Außenstehende doch recht überraschenden Transfer und es darf darüber spekuliert werden ob die Ratten das sinkende Schiff verlassen oder ob Ernsts Wechsel nicht doch die vom Manager groß angekündigte personelle Maßnahme für die Winterpause ist und er es bisher tatsächlich geschafft hat auf Schalke ein Geheimnis ein Geheimnis bleiben zu lassen. Ich zumindest kann mir nicht vorstellen, daß ein Nichtabenteurer wie Fabian Ernst es zu sein scheint, was sich nicht nur in seiner Spielweise sondern auch in der völligen Abstinez von irgendwelchen Homestories, Skandalen, Fernsehauftritten oder großmäuligen Interviews ausdrückt aber wieder nur auf meinen spekulativen Gedankengängen beruht, mal eben innerhalb von wenigen Stunden seinen Arbeitsplatz und Lebensmittelpunkt gen Bosporus verändert. Diesen Eindruck macht der Typ einfach nicht auf mich, egal wie viel Kohle es dort zu verdienen gibt. Dafür spricht vielleicht auch die im Sommer zurecht mit Kopfschütteln zur Kenntnis genommene Verpflichtung des dritten defensiven Mittelfeldspielers Orlando Engelaar... Aber vielleicht traue ich Andreas Müller dann doch ein wenig zuviel zu. Schalke wird Fabian Ernsts Weggang kompensieren können, wenn nicht sogar auf dem Weg zu einem flotterem Spielaufbau von ihm spielerisch profitieren. Wichtigste Bedingung dafür ist jedoch, daß jener bisher als überflüssig empfundener Orlando Engelaar endlich in der Bundesliga ankommt.

Glück Auf

[update] Mittlerweile hat auch der Verein Fabian Ernsts Wechsel zu Besiktas Istanbul offiziell bestätigt.

7 Kommentare:

Johannes hat gesagt…

Ernst bleibt anscheinend doch - sein Name ist nicht auf der Transferliste erschienen, die seit 12 Uhr geschlossen ist.

Johannes hat gesagt…

Nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil: inzwischen taucht sein Name auf der Transferliste auf, noch ohne neuen Verein - der findet sich auf fabian-ernst.de: Besiktas.

tumulder hat gesagt…

Deswegen halten sich momentan wohl noch alle mit der Vermeldung zurück. Nur Welt Online hat sich seit gestern abend nicht aus der Ruhe bringen lassen und den Transfer als abgeschlossen ausgegeben.;)

Matthias hat gesagt…

Mittlerweile bestätigt auch schalke04.de den Wechsel.

Cornelius hat gesagt…

Wenn Drei einer zu viel sind, hätte Andreas Müller es ja bei Zweien belassen können. Ein Austauschen eines Akteueres durch einen anderen hat nur dann Sinn, wenn der Neuling stärker als sein "Vorgänger" ist oder eben andere Qualitäten mitbringt. Hat der Neuling Qualitäten, konnte er diese bisher gut verstecken. Viel zu gut...

tumulder hat gesagt…

wenn der Neuling stärker als sein "Vorgänger" ist oder eben andere Qualitäten mitbringt.

Es darf tatsächlich spekuliert werden. Da stellt sich natürlich auch die Frage ob Ernst damals wirklich stärker als Poulsen war, ich meine nicht. Ich gehe davon aus, daß Ernst schon viel früher mit Wechselabsichten an den Manager herangetreten ist als viele glauben. Er ist kein Typ der über die Medien kommuniziert. Orlando Engelaar machte bisher auf mich den Eindruck unter der Konkurrenz im Mittelfeld zu leiden. Zumal man jedem Spieler, der neu in einer Liga ist, genügend Anlaufzeit gewähren sollte. Sicherlich, er steht jetzt in der Pflicht und die Probezeit muß als beendet gelten. Ich kann mir jedoch vorstellen, daß Engelaar diese Aufgabe annimmt und sie auch will.

timmoe hat gesagt…

Schalke??? omfg :)

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