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Heavy, heavy Monster Show – King Kong und die weiße Frau

Die Exposition währt knappe vierzig Minuten, aber dann lassen Cooper und Schoedsack ihr 8. Weltwunder von der Leine. King Kong boxt und beißt sich in einem Tempo durch den Märchenurwald, daß die Schwarte nur so kracht. Tyrannosaurus Rex, Plesiosaurus, Stegosaurus und vor allem Menschen sind sich ihrer nicht mehr sicher. Werden zertrampelt, gefressen und in den Abgrund gestürzt. Ein ganzes Eingeborenendorf dem Erdboden gleich gemacht. Wahnsinn, keine Gnade. Ein echtes Monster, das nicht gebändigt werden kann, das die besten und härtesten Stahlketten zu zerreißen vermag, Mauern durchbricht als seien sie aus Pappmaché. Jetzt ist der Broadway dran. Ratz Fatz die Hochbahn in ihre Einzelteile zerlegt und immer wieder landen Menschen im riesigen Maul, werden Polizisten und Passanten in den Monsterklauen zerquetscht. Nur die weiße Frau könnte sich in King Kongs plötzlich doch so zarten Händen sicher sein, doch Fay Wray wird ihrem Titel als erste Scream Queen der Kinogeschichte gerecht oder ist halt bewußtlos, tricktechnisch bedingt. Vier kleine Doppeldecker ballern das Monster von der Spitze des Empire State Buildings, gegen die moderne Technik hat Kong keine Chance, wie winzig der einstige King mit einem Mal wirkt, im Moloch New York. Gewollt, nicht geschludert. Sterben muß er, weil er der Schönheit verfallen ist. Überwältigend, Kinomagie pur, immer noch. Ein Film der Superlative. Gestern vor 75 Jahren feierte er Deutschlandpremiere.

10/10 Punkte