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Wild at Heart


Als ich vor 20 Jahren das Kino verließ hatte sich wirklich etwas in meiner Kinowelt verändert. Natürlich nicht sofort spürbar, dieser David Lynch war mir mit seiner Auffassung von Kino noch nicht wirklich bewusst, aber er hat es damals fertig gebracht mir etwas völlig neues in mein Bewußtsein zu hauchen. Wild at Heart. Meine Güte, was war dies damals für mich ein Meisterwerk. Selbst Tarantino konnte später nicht einmal annähernd ähnliche Emotionen in mir herraufbeschwören, wie dieser vermaledeite Lynch mit seiner Symbiose aus Märchenoper und Roadmovie. Wild at Heart war (und ist es immer noch) eine Kinosensation sondergleichen. Dieser David Lynch hat es geschafft, daß ich Kino wirklich spüren konnte. Dies ist zuvor noch keinem anderem Regisseur gelungen. Und Wild at Heart sollte erst der Anfang sein … Dafür Danke David!

Dune - Der Wüstenplanet

Unverfilmbar. Sicherlich wird auch Frank Herberts Science Fiction Zyklus Dune dieses Prädikat noch eine ganze Weile für sich beanspruchen dürfen. Nicht daß man es nicht schon längst versucht hätte, diese Zeilen sind ja nur aufgrund eines Versuches entstanden, aber verfilmt wurde Herberts wegweisende Zeitgeistbetrachtung noch nie wirklich. Jodorowsky, Scott, um nur die bekanntesten zu nennen, versuchten sich lange am Stoff. Doch am Ende standen entweder ein zu langes Script, Zerwürfnisse mit den Produzenten oder abgelaufene Filmrechte. Die Liste der Unwägbarkeiten ist lang. Schließlich, Dino de Laurentiis besaß inzwischen die Rechte, wurde das Projekt dem jungen David Lynch angetragen. Der hatte zuvor den Elefantenmensch gedreht und ein Angebot zu Georges Lucas Rückkehr der Jedi Ritter ausgeschlagen. Warum er sich ausgerechnet Laurentiis Angebot zu Dune annahm, ist fraglich, denn eigentlich hatte Lynch nach eigenen Aussagen überhaupt kein Interesse an Science Fiction und kannte schon gar nicht Herberts Werk. Es wird wahrscheinlich für immer sein Geheimnis bleiben, Lynch spricht nicht über Dune. Jodorowsky plante zuvor einen 10 stündigen Film, um dem Stoff gerecht zu werden. Scott hingegen sah die einzige Möglichkeit Dune ins Kinoformat zu bringen in einem Zweitteiler, Lynch dampfte Dune schließlich auf knappe vier Stunden ein. Noch immer zu lang für Laurentiis. So sorgten Nachdrehs und eine unglaublich grobe Schere für die endgültige etwas länger als zweistündige Kinoversion Herberts literarischen Meisterwerks, das in seiner detaillierten Erschaffung einer vollkommen fiktionalen Welt mit all ihren Metaphern zur Realität vielleicht noch am ehesten mit Tolkiens Herr der Ringe zu vergleichen ist.

Ghost of Love