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Fast wäre ich drauf reingefallen

Mark Medlock, amtierender deutscher Superstar, vorgestern noch die Superlative, der Typ der es vom Arbeitslosengeld II Empfänger zum gut entlohnten Bohlen Buddy brachte. Der Mann der sich den deutschen Teenager Traum erfüllte, der es geschafft hat. Fast täglich in der Presse, zumindest in der Bild. Platz 1 in den Charts, was ja eigentlich keinen Wert mehr hat, jedenfalls keinen künstlerischen. Verdienen Künstler heute doch ihre Kohle wieder auf die ursprüngliche Weise, nämlich dem Liveauftritt, der Plattenverkauf ist da doch eher zu einem nettem Zubrot mutiert. Aber egal. Lange war von ihm nichts mehr zu lesen oder gar von ihm zu hören. Doch seit letzter Woche kursieren Drogengerüchte und heute macht Bild mit einer Skandalstory über seinen Noch-Ehemann auf.

In meiner abgrundtiefen Naivität hatte ich im ersten Moment Mitleid mit diesem Medlock. Einem Sänger, der mich eigentlich überhaupt nicht interessiert. Dessen Musik für mich so belanglos ist, wie der berühmte Sack Reis, der gerade in China umfällt. Ich dachte ehrlich, schau Dir mal die Drecksäcke an. Erst feiern sie ihn und nun, die nächste Castingshowrunde steht an, da taugt sein Name nur noch zur Auflagenoptimierung.

Ja, er tat mir fast leid. Doch da stolperte ich über die Meldung, daß heute sein neues Bohlen Buddy Album erscheint. Aha, dem Bohlen ist ja bekanntlich egal, was über ihn in der (Bild)Zeitung steht. Egal was, Hauptsache es steht überhaupt etwas drin. Und am besten ziehen immer noch wohl dosierte Skandälchen. Ich bin gespannt, wann über Medlocks ersten Penisbruch berichtet wird...

Aufreger der Woche - Butterwut

Der wegrationalisierte Lokalteil meiner Tageszeitung berichtete diese Woche von Hamsterkäufen in Supermärkten. Von einer armen Rentnerin, die jetzt schon 25 Euro in der Woche für Milch und Butter ausgibt und nicht mehr weiß, wie sie Ihr Leben trotz der gestiegenen Preise für Milchprodukte bestreiten soll. Von einem Ehepaar, dass täglich Quark ist und aufgrund der Wucherpreise bei Milchprodukten mit monatlichen Mehrkosten im fünfstelligem Bereich rechnet.

Ja, das Leben in Deutschland wird wieder gefährlicher. Damit aber niemand an chronischen Fettmangel sterben muss oder unseriösen Kredithaien in die Hände fällt, gibt es von mir den alles entscheidenden Tipp:

Keine Sensationen auf Schalke

Tja, wenn es schon so nichts zu berichten gibt auf Schalke, dann muss man wohl ein wenig nachhelfen, dachten sich anscheinend Teile der Presse und gaben alles dafür um wenigstens ein neues Skandälchen zu inszenieren. Kevin Kuranyi schlägt Alarm möchte die Bildzeitung wissen, die anderen Sportmedien schreiben natürlich, wie in solchen Fällen üblich, ab. Bordon und Ernst sind plötzlich auch unzufrieden. Da fällt der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung auf, dass alle drei Spieler den gleichen Berater haben, nämlich Roger Wittmann, der auch Lincoln vertritt. Große Verschwörung auf Schalke? Oder nur einfach ein Stürmer, der gegenüber der Presse die Klappe nicht halten konnte? Nichts genaues weiß man, aber mich würde schon interessieren ob die genannten Spieler ihre Kritik wirklich so öffentlich äußerten und wie die Meldungen zustande kamen. Das zustande kommen solcher Meldungen ist oftmals abenteuerlich, wie Stefan Niggemeier in seinem Blog zu berichten weiß. Es wird aber auch immer komplizierter, konnte man früher Meldungen der Nachrichtendienste noch einigermaßen vertrauen, gleicht der heutige Medienzirkus anscheinend einer Lotterie was den Wahrheitsgehalt der ausgegebenen Meldungen betrifft.

Da bin ich nur froh, dass es auch in der heutigen Zeit noch Orte gibt, an denen man sich verläßliche Informationen über seinen Lieblingsverein besorgen kann... Zumindest in Köln.