Guten Rutsch!

Ein schöner Tag oder Tage wie dieser oder manchmal muß man da halt durch

Alles fängt damit an, dass ich heute Morgen schon mit dickem Schädel aufwache. Die gestern nur leicht tröpfelnde Nase hat sich zu einem ausgewachsenem Schnupfen entwickelt. Ach, hast ja frei, bleibste halt noch ein oder zwei Stunden liegen. Pustekuchen, ich bekomme kaum Luft und außerdem schrillt WDR 2 mit Michael Bolton. Schlechter kann ein Tag schon kaum beginnen. Den Weg ins Bad schaffe ich ohne weitere Probleme, auch wenn ich glaube in einer schallgedämpften Nebelwolke zu wandeln. Meine Augen wollen noch nicht aufstehen. Erstmal eine Aspirin, da sich auch ein nicht aufhören wollendendes Hüsteln einstellt, gleich so eine ACC Tablette aufgelöst und hinterher damit. Statt Kaffee gibt es Kamillentee, auch gut gegen Erkältung und kratzigem Hals. Die Zeitung herein geholt, mich mal wieder kurz über Nacktscanner-Diskussion amüsiert und dafür entschieden das Abo zu kündigen. Habe ja seit gestern auch so ein niedliches und Frühstückstisch kompatibles Netbook von der Firma Asus. Ahja, Google News ist auch nicht gerade übersichtlich. Ich lande auf DerWesten.de, wo ich die gleichen bemitleidenswerten Texte lesen kann, die auch in gedruckter Form nebem dem Toaster liegen. Erstaunt stelle ich fest, dass die Akkuladeanzeige immer noch 100% anzeigt. Ich kann noch 15 Stunden surfen bis das Netbook ausgehen wird. Wahnsinn, dabei habe ich es doch gestern Abend bestimmt 5 Stunden vom Netzstrom getrennt betrieben. Echt gut die Leute von Asus.

Bronson

Wenn ein Mensch die meiste Zeit seines Lebens im Gefängnis verbringt, in Zahlen 34 Jahre und ein Ende ist nicht in Sicht, ohne jemals einen anderen Menschen umgebracht zu haben, dann muss es sich schon um einen besonderen Häftling handeln. 30 von den 34 Jahren verbrachte Michael Gordon Petersen bisher in Einzelhaft, einer weiteren Disziplinierungsmaßnahme innerhalb des Gefängnissystems. Man könnte meinen er genießt die Bestrafung, er ist ein Masochist oder möchte als Märtyrer in die Geschichte eingehen, der die Isolation sucht, um auf Missstände im Strafvollzug aufmerksam zu machen. Nein, das ist er nicht. Die Schläge, die Bronson im Knast einsteckt, sind nicht die ungerechten jener sadistischen Aufseher und Direktoren, wie wir sie aus den üblichen Gefängnisdramen kennen. Sie sind eher Ausdruck einer Ohnmacht. Bronson lässt sich nicht beherrschen, er weiß was auf ihn zukommt, wenn er wieder einmal eine Geisel in einer seiner vielen Zellen, die er selbst als Hotelzimmer bezeichnet, genommen hat und am Ende selbst nicht weiß mit welchem Ziel über die Provokation und Inszenierung eines erneuten Gewaltausbruchs hinaus.

… and all my life I want to be famous. So die ersten Worte Bronsons, der seine Geschichte selbst auf der Bühne eines virtuellen Theaters vor dem von ihm erwünschten Publikum erzählt. Es applaudiert, lacht, zeigt sich erstaunt, genau an den Stellen, die er dafür auserkoren hat. Und darum geht es ihm letztendlich, er möchte Anerkennung, Berühmtheit. Und wenn es die äußerst zweifelhafte Berühmtheit als Englands gefährlichster und bekanntester Häftling ist. Im Gefängnis scheint die Selbstinszenierung um ein Vielfaches einfacher. Hier kennt sich Bronson mit seinem Publikum aus, weiß um dessen Vorlieben. Ganz im Gegenteil zu seinen Erfahrungen mit der Welt da draußen. Wie schwer es dort ist mit seinen Künsten ein Publikum zu finden, zeigt sich in der kurzen Bewährungszeit, die für ihn schon wieder nach nur 69 Tagen beendet ist. Es hat Spaß mit ihm gemacht, aber die großen Künstler sind dort die anderen. Die extraordinären Bosse und Prostituierten aus den Genre beeinflussenden Gangsterkomödien Tarantinos, Ritchies oder Lasse Spang Olsons, die Bronson sehr schnell die Nebenrolle verdeutlichen, die er in ihrer Welt einnimmt. Aber Bronson möchte keine Nebenrolle, er möchte die Hauptrolle und so landet er natürlich wieder im Knast. Auf der kleinen Bühne kann er doch noch am besten performen. Ihre Regeln sind halt überschaubarer.

Nicolas Winding Refns Filme konnten bisher mit einer wunderbaren Offenheit gegenüber ihres Milieus und Genres begeistern. Verbanden sie doch immer die tragikomischen Figuren des postmodernen Gangsterfilms mit dem echten Drama. Obwohl Bronson sich inszenatorisch kaum mit Refns früheren Arbeiten vergleichen läßt, er vor allem mit surrealen Überspitzungen arbeitet – nein, genauer gesagt ist der ganze Film eine surreale Überspitzung -, gelingt ihm dieses Kunststück auch diesmal. Das ist schon erstaunlich, denn Refn bedient sich durchgehend jener Mittel, die solch ein Projekt ganz leicht der künstlerischen Überforderung preisgeben könnten. Und tatsächlich, da wirkt manch eine Szene zuallererst lediglich der Sensation geschuldet, die erste Hälfte des Filmes könnte mit einem platten Clockwork Orange Zitat verwechselt werden, lediglich Wagner und Puccini statt Ludwig Van. Doch Refn weiß anscheinend ganz genau, wann und wie er seine Referenzen zu brechen hat, setzt die Gewalt seiner Figuren, trotz ihrer einnehmenden Körperlichkeit, gerne eine inhaltlich lächerliche Attitüde auf, ohne sie jedoch der Lächerlichkeit auszusetzen. Das ist verwirrend und faszinierend zugleich, ganz der Hauptfigur des Filmes entsprechend. Vielleicht ist Bronson weniger als satirisches Biopic Englands gefährlichsten und bekanntesten Häftling anzusehen, sondern viel mehr noch als Essay über die Inszenierung der Gewalt im Film.

7,5/10 Punkte

Frohes Fest!

Fast Forward >> Wo die wilden Kerle wohnen

Manchmal wartet das Kino dann doch noch mit einer Überraschung auf. Liefert etwas anderes, als das, was wir aufgrund des lustigen Trailers und der Konventionen des kinderkompatiblen Familienfilms erwarteten. Da sitzt man dann im Kinosessel und grübelt, was soll das eigentlich, wo führt das alles hin? Es ist ja so schwer sich auf Neues und Ungewohntes einzulassen. Für einen kleinen Jungen bestimmt noch schwieriger. Gerade hat der Vater die Familie verlassen, die Schwester ist in einem Alter, in der sie nun wirklich andere Interessen als die an ihren jüngeren Bruder entwickelt, und die Mutter ist mit ihrer beruflichen Situation maßlos überfordert. Als sie dann auch noch eines Abends ihre neue Bekanntschaft mit nach Hause bringt, muss für Max die Welt endgültig zusammenbrechen. Nach einer kurzen Revolte gegen die eigene Mutter und den Eindringling flüchtet sich Max in seine Fantasiewelt. Die ist da, wo die wilden Kerle wohnen. Die wilden Kerle sind ein Haufen knuddeliger Monster, die sich jedoch gar nicht als die opportunen und optimistischen Fantasiegestalten aus Kindergeschichten erweisen, sondern als Abbild Maxs Gefühlswelt, die vor allem von Verlustängsten beherrscht wird. Das ist ein mutiger Schritt von Spike Jonze, lässt er doch eine alles andere als gewohnt selbstgefällige Reflexion der realen Erlebnisse Maxs zu. Antworten auf die vielen Fragen kann er nicht bieten, nur die Gewissheit, dass man auch geliebt wird, wenn man es nicht allen recht machen kann. Ein wundervoll weiser Film, der sich genauso widerspenstig, wild und auch verletzlich wie sein Protagonist gibt.

8/10 Punkte

Hammond Orgel?

Kaum zu glauben was sich aus dem alten Teil noch alles heraus zaubern läßt. Guillaume Metenier haut unter seinem Pseudonym Soul Sugar kräftig in die Tasten und verwöhnt unsere jazzige Seite des Lebens. Heute gibt's kein Reis Baby, nur Sugar.

Dieser und noch mehr funky Mixes und Tracks For Free auf Paris DJs.com.

Mach's gut und danke nicht nur für DAS TOR

Arbeit für den Rekorder - 19. Dezember bis zum 1. Weihnachtstag

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Schnee im Dezember, dabei habe ich in der Grundschule gelernt, dass wir hier im Ruhrgebiet, anders als z.B. die armen Russen, noch vom warmen Golfstrom profitieren. Das war aber wohl einmal, und so dauern Dinge halt doch ein wenig länger, da man ständig die Windschutzscheibe säubern muß, die seit Dienstag eingefrorene Scheibenwischanlage auftauen muß – hey, ich habe Frostschutz aufgeschüttet, aber wohl zu spät. Die Innenstädte sind natürlich vor Weihnachten noch voller, als sonst schon an Samstagen, die Schlangen beim Goldenen Doppelbogen länger, als man sich das vorstellen kann, aber man hat so einen großen Hunger, jetzt noch woanders einen Tisch suchen, das schafft man nicht. Dann auch noch noch mal eben hier, mal eben da. Schon ist es später als man denkt. Und plötzlich sind auch zu allen Überfluß die Absätze verschwunden. Ich fasse es nicht. Egal, jetzt endlich die Fernsehtipps für die nächste Woche. Mr. Hankey hat sich für uns die Finger wund getippt, und das sogar noch gestern Abend nach der Weihnachtsfeier mit den Kollegen, und auch JMKs Tipps lagen schon gestern in meinem Postfach. Nur ich bin diese Woche noch fauler als sonst schon.

2009 - Das Jahr, in dem wir das Kino fürchten lernten

Quartal I, Januar: Das Kinojahr fängt schon einmal gut an. Nein wirklich. SAW V ist besser als erwartet, ja tatsächlich fast schon ein richtiger Film. Was aber natürlich nichts zu bedeuten hat. Die einzige echte Horror-Franchise des aktuellen Kinozeitalters ist immer noch eine sehr schlechte. +++ Operation Walküre schenke ich mir, vielleicht mal auf DVD. Vielleicht auch nie. +++ Das Gesetz der Ehre ist aber auch keine bessere Alternative, obwohl ich Farrell gut leiden kann. Aber mein Gott, was ist das für ein verlogenes Stück von einem Polizei-Thriller. +++ Den Freakfilm von David Fincher lasse ich ebenfalls an mir vorüberziehen. +++ Februar: Frank Miller präsentiert mit The Spirit einen ist der schlechtesten Filme, den ich in den letzten zehn Jahren im Kino sehen durfte aller Zeiten. Was war denn das? Ich glaube ich muß den unbedingt noch einmal sehen, in zehn Jahren oder so. Vielleicht ist Miller mit seiner filmischen Vision einfach nur zu weit voraus. +++ Das kann man bei Michael Bays Mann fürs Dreckige, Marcus Nispel, nicht vermuten. Sein Friday the 13. Relaunch ist eine Katastrophe. Jason Vorhees gehörte eigentlich nie zu meinen Lieblingsslashern, aber so ein uninspiriertes Remake hat doch nun wirklich niemand verdient. Dagegen war Nispels TCM ein Meisterwerk. +++ Gus van Sants Milk werde ich leider erst später auf DVD sehen. Man darf behaupten, dass er das erste Highlight des noch jungen Jahres darstellt. Wieso bekommen so tolle Filme nicht mehr Leinwände? Ein absolut bewegendes Zeitdokument und engagiertes Biopic. +++ Ebenfalls alles andere als enttäuschend und den Vorschusslorbeeren gerecht werdend, Darren Aronofskys The Wrestler. Mickey Rourke erzeugt Mitgefühl und Marisa Tomei ist die beste Adrien aller Zeiten. Der Film hat mich berührt. Toll! +++ März: Jetzt wird’s lustig. Oberchecker Zack Snyder versucht sich an der Bibel aller Comicfans. Watchmen ist aber einfach nur bunt, brutal und erwartet durchgestylt. Am Ende bleibt das Gefühl, dass das doch nicht alles gewesen sein kann. Ist es auch nicht, doch der erst in der zweiten Jahreshälfte erscheinende obligatorische DC macht es nur noch schlimmer. +++ Clint Eastwoods vorerst letzter Film kommt in die Kinos und wird mit wohlwollenden Kritiken nur so überhäuft. Wie ich jedoch später dank DVD Technik feststellen werde, kann Gran Torino die Lobhudeleien nicht ganz einlösen. Der einstige Ausländer hassende Opi, der am Ende die Ausländer vor sich selbst rettet, ist mir dann doch eine Nummer zu selbstgefällig. +++ Visuell ganz starkes Märchenkino ist Tarsem Singhs The Fall, leider auch nicht mehr. Aber warum nicht einfach mal nur in Bildern schwelgen. Ein Geheimtipp für dunkle Winterabende auf der Couch, da kann man auch ruhig mal eine viertel Stunde des Films verpassen. +++ Endlich kommt auch Danny Boyles lang erwarteter Slumdog Millionär in die Kinos. Ein Märchen aus tausend und einen Kitschfilm. Ärgerlich, dass sich der sympathische Brite für solch eine absolut dem Mainstream geschuldete Farbfilterorgie hergibt und dabei noch nicht einmal konsequenter Weise einen echten Bollywoodstreifen bringt. Da wäre die Heidi Klum aber wahrscheinlich auch gar nicht reingegangen. +++ Über Guy Ritchies Combackversuch mit RocknRolla sollte man ebenfalls nicht eine Sekunde länger nachdenken. Sicherlich tut es ihm ganz gut wieder genau das zu machen, was er vor seiner Ehe mit der makrobiotischen Madonna tat. Doch ein richtig guter Regisseur wird Ritchie wohl nie mehr, zumal Story und Inszenierung absolut abgeschmackt sind.

Fast Forward >> Ghost Rider

Die Motorradindustrie befindet sich seit einigen Jahren in der Krise, nur noch wenige junge Menschen lassen sich heutzutage von der Freiheit auf zwei Rädern begeistern. So kann man dann auch Mark Steven Johnson zur Besetzung des Hauptcharakters Johnny Blaze mit dem Mittvierziger Nicolas Cage gratulieren. Das ist aber auch schon das einzige, was Ghost Rider einer objektiven Betrachtung standhalten lässt. Man darf gerne spekulieren, wieso die Produzenten ausgerechnet diesem Johnson, dessen vorherige Arbeit Elektra nur mit Mühe und Not einen minimalen Gewinn einfahren konnte, ein recht ordentliches Budget von 110 Millionen Dollar in die Hand drückten. Und man kann auch nur spekulieren, was Johnson letztendlich mit diesem Haufen Kohle wirklich angestellt hat. In Ghost Rider kann er sie unmöglich gesteckt haben, dafür sieht das Endergebnis einfach zu sehr nach B-Klamotte aus. Ohne Frage ist dies zu einem gewissen Teil gewollter Stil, denn inhaltlich wird der Look von eben einer geradlinigen B-Klamotten Story begleitet. Doch kann Ghost Rider den echten Trash hinter seinem gewollten Trash kaum verbergen. Da werden Dialoge der Kategorie „Ein Mann muß tun, was ein Man tun muß“ von einer unglaublich lächerlichen Dramaturgie abgelöst, die dem langersehnten Finalkampf unerklärlicher Weise genauso wenig Interesse zukommen läßt, wie etwa ihren durchaus illustren Nebendarstellern Peter Fonda und Sam Elliot. Aber Bela Lugosi hat ja auch nicht wirklich in Plan 9 from outer Space mitgespielt. Und wenn am Ende das angebetete und so eben vor Belzebubs Sohnemann gerettete Gretchen die erneute Abfuhr ihres feurigen Geliebten mit einer Gelassenheit hinnimmt, als sei ihr gerade lediglich der Lidschatten verwischt, dann verwundert gar nichts mehr. Aber wollen wir heute mal nicht so sein, denn als unfreiwillig komische Grundlage für einen geselligen Bierabend im Freundeskreis funktioniert Ghost Rider immerhin perfekt.

5/10 Punkte

Geniesse die kleinen Momente des Lebens! - Fünf kleine Lieblinge, nicht nur für den Gnome Desktop, aber hauptsächlich doch.

Gnome Do
Kann sich ein Gnome User überhaupt noch vorstellen ohne Gnome Do auszukommen? Hey, Gnome Do ist vielleicht das allercoolste, was dem Desktop Computing seit der Erfindung der Maus passieren konnte. Super/Windows–Taste plus Leertaste und schon kann man machen. Jawohl, machen, nicht suchen. Dateimanager, Browser-Lesezeichen, Anwendungsmenue, Musikbibliothek? Alles verliert seine Wichtigkeit im täglichen Umgang mit dem Desktop, sobald man Gnome Do verstanden hat. Dazu unzählige Plugins. Selbst twittern ist direkt vom Desktop möglich, ohne dass man erst den Browser oder einen anderen Client starten müßte. Einfach klasse. Wie der Name schon sagt, leider nur für Gnome.

Docky
Bis jetzt wird Gnome Do noch mit einer Dockfunktion ausgeliefert. Das wird sich jedoch schon bald ändern. Docky soll in Zukunft als eigenständige Applikation etabliert werden und mehr Möglichkeiten bieten, als unter der Gnome Do Haube. Das Docky Team warnt zwar vor der Installation der Alphaversion, aber Docky läuft jetzt schon stabil. Updates kommen momentan täglich. It just works. Ebenfalls nur für Gnome, zusätzlich wird Compiz benötigt.


Minitube
Minitube ist ein Youtube-Client, der ohne Flash auskommt. Einfach Suchanfrage stellen und schon spielt er die Ergebnisse nacheinander ab. Vollbild, HD, alles kein Problem, sofern die Internetanbindung schnell genug ist. Das schönste? Keine Werbung, kein Kontakt mit dämlichen Kommentaren. Doppelklick auf das Video und schon ist man doch schon wieder auf Youtube. Sehr schön. Für Linux und Mac OS X ab Tiger.

Ear Candy
Wer kennt es nicht? Surfen und dabei ein wenig Musik hören. Möchte man sich dann ein Video anschauen, muß man erstmal die Lautstärke des Musikplayers runterregeln. Ear Candy übernimmt diese nervige Frickelei von nun an selbst. Die Lautstärke des Musikplayer wird automatisch gemutet. Fantastisch. Für Gnome, Pulse Audio ist unerläßlich. Ubuntu User installieren einfach über das Softwarecenter.


Shape Collage
Ich habe schon viele Collagenprogrammne ausprobiert. Aber so einfach und mit wenig Arbeitsaufwand verbunden, hat mir noch keines der freien Programme schöne Ergebnisse geliefert. Sicherlich hat Picasa auch ein paar nette Features auf Lager, doch Shape Collage bietet ungleich mehr. Für 25$ verschwindet auch das Shape Collage Wasserzeichen. Für Linux, Mac OS X und ab Windows 2000.


Zu den Downloadquellen kommt man per Click auf die Screenshots. Viel Spaß!

Was wirklich zählt

In den letzten Tagen konnte man allerorts von den schalkern Schwächen lesen. Überhaupt sollte man sich nicht vom aktuellen Tabellenplatz täuschen lassen, die bisherigen Erfolge vor allem der unter Magath antrainierten Fitness geschuldet. Na klar, die telegenen Medizinbälle, die werden es wohl sein. Wenn dem aber so wäre, warum sieht man dann nicht europa ... ach was, weltweit Fußballer mit Medizinbällen Hügel, Treppen und andere Anhöhen hinauf und hinunter laufen? Hat Magath vielleicht auf Schalke noch etwas anderes in seiner erst fünfeinhalbmonatigen Amtszeit erschaffen, als seinen Spielern den 90 minütigen Dauerlauf zu ermöglichen? Wie wäre es mit mannschaftlicher Geschlossenheit oder den Glauben an die eigenen Möglichkeiten? Der Glaube ist ja doch so wichtig, wie es mir scheint. Der Glaube an die eigenen Möglichkeiten, an die Zukunft und natürlich nicht zuletzt an den Trainer. An den Trainer glaubt zur Zeit jeder auf Schalke. Hoffentlich noch eine ganze Weile.

Glück Auf!

Mr. Hankeys Weihnachtstipps Vol.2

Jippie-Yah-Yeah Schweinebacke, auch diese Woche wieder die gut abgehangenen Weihnachtsprogramm-Tipps des weltallergrößten X-Mas-TV-Experten der deutschen Filmbloggerszene, Mr. Hankey. (Hankey, wann legst du dir endlich einen eigenen Blog an? Immer nur OFDB und Gemeinschaftsforum, das kann doch nicht alles sein.)


Samstag, 12.12.2009

20:15 Uhr (Sat.1)
Oh je, du Fröhliche!
Laut TV-Spielfilm und anderen Kritiken erinnert der Film an "Kevin allein zu Haus", mit diesem Must-See-on-X-Mas-Classic hat der Streifen aber kaum etwas gemein, außer das ein paar Racker allein auf sich gestellt sind und viel Blödsinn machen. Und im Gegensatz zu Kevin ist diese Situation hier weit unlustiger, teils total überfrachtet und max. Brett Kelly (das Pummelchen aus "Bad Santa") kann ein wenig überzeugen.

20:15 Uhr (Vox)
Tatsächlich Liebe
Einer der wenigen X-Mas-Filme aus letzter Zeit, den ich bis heute nicht gesehen habe und der mich, trotz all des Lobes überall, auch nicht wirklich reizt. Und ein wirklicher Weihnachtsfilm ist das doch auch eigentlich gar nicht, oder?

Doch, doch Mr. Hankey. Das ist schon ein richtiger Weihnachtsfilm. Weihnachten ist nämlich das Fest der Liebe, und kein Disney Filmfestival.

Arbeit für den Rekorder - 12. Dezember - 18. Dezember

JMK ist wieder fully functional. Deshalb können die TV-Tipps heute auch in den Künstlichen Welten erscheinen. Gegen späten Nachmittag ist es soweit, wie er mir heute Morgen per E-Mail mitteilte. Keine Sorge, Bierchen nimmt euch mit ... (einfach mal an die Scheibe klopfen)

Zombieland

Was macht man eigentlich in Zombieland? Genau, auf der Suche nach einem Zuhause durch die Gegend fahren und dabei ein paar Regeln zum Überleben befolgen. Die Regeln kann man sich leicht merken, scheinen sie doch im Wesentlichen auf dem Grundsatz „Misstraue Allem und Jedem“ aufzubauen. Ach ja, fit bleiben sollte man auch. Schließlich hat es die Dicken als erste erwischt, diese 21th Century Zombies sind wie zu erwarten verdammt schnell. Ab und an muß man auch aus seinem Hummer steigen, um ein ausgebranntes Autowrack zur Seite zu schieben. damit die Fahrt mit unbekanntem Ziel weitergehen kann. Oder man hält an einem Supermarkt an, vielleicht kann man noch einen Twinkie abstauben bevor das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Dann ist jedoch allerhöchste Vorsicht geboten, in Supermärkten und an Tankstellen wimmelt es nur so von Zombies. Aber auch das ist kein größeres Problem, wenn man einen solchen Haudegen wie Tallahassee an seiner Seite stehen hat. In unzähligen Kämpfen hat sich Tallahassee zu einem Performance-Zombie-Schlächter entwickelt. Das hilft Columbus und ihm jedoch überhaupt nicht weiter, sobald sie auf echte Menschen treffen. Schwupps ist der fahrbare Untersatz samt Waffenarsenal im Besitz der treuäugigen Schwestern Emma und Wichita, die sich vernünftiger Weise in dieser Zombiegesellschaft auch nur an die sich wieder einmal offensichtlich selbst bestätigende wichtigste Regel „Misstraue Allem und Jedem“ halten.

Ruben Fleischer hat seinen eigenen Angaben nach vor Zombieland bis auf Danny Boyles 28 Days Later keinen einzigen Zombiefilm gesehen. Vielleicht ist das ganz gut so, denn so frei und frisch wie Zombieland fühlte sich schon seit ungefähr 40 Jahren kein Film des Genres mehr an. Das mag natürlich auch zu einem gutem Teil an seiner Form der Komödie liegen, aber selbst die bisherige Nr. 1 der Zombiekömdien Shaun of the Dead – die für Zombieland als Inspirationsquelle betrachtet werden darf – konnte sich dem obligatorischen Belagerungskampf nicht entziehen. Nicht dass Ruben Fleischers Film nicht auch mit unzähligen Referenzen und Verweisen an die Zombiehistorie geizen würde, vor allem das Finale wird den einen oder anderen im Genre Bewanderten ein fettes Schmunzeln ins Gesicht zaubern, doch schafften es die Autoren all diese aus dem postmodernen Genrekino nicht mehr wegzudenkenden Zitate äußerst galant und trocken zu variieren, sodass sie sich übergangslos in die Geschichte einfügen, deren Gehalt nicht versteckt im doppelten Boden lauert, sondern jederzeit ganz offen ausgesprochen wird. Ruben Fleischers Zombies dienen tatsächlich endlich wieder als Synonym für eine gesellschaftliche Bedrohung und nicht lediglich nur als Filmmonster.

Das allein ist schon allerhand genug, um Zombieland eine Ausnahmestellung in der seit Jahren nicht mehr abebbenden Flut der Splatterkomödien und Horrorremakes zuzugestehen. Wären da nicht noch die absolut sympathischen und alles andere als dem Klischee des Teenhorrors entsprungenen Charaktere, deren größte Herausforderung die Überwindung ihrer eigenen Ängste scheint. Da verwundert es auch gar nicht mehr, dass Zombieland ihnen gerne Räume schafft, in denen sie sich konträr zum Medium Horrorfilm verhalten dürfen. Einfach mal vordergründig sinnlos Dinge zerstören, in die Luft ballern, um Spaß zu haben und ein wenig Dampf abzulassen. Wunderbar, wie Fleischer die Grenzen des Films missachtet und die Möglichkeiten der Videogamewelten in seiner Inszenierung mit einbezieht, ohne dass Zombieland selbst zu einer Videogameinszenierung mutiert, sondern immer wieder zu seinem eigentlichen Kern zurückfindet. So gestaltet sich die Inszenierung Zombielands als weitere Ebene seiner grundlegenden Botschaft und nicht etwa als bloße Stilfrage. In Zombieland geht es schließlich selbst immer wieder um selbst auferlegte Grenzen und Regeln, die seine Protagonisten überwinden müssen, um einen Schritt auf der Suche nach ihrem Zuhause weiterzukommen. Ruben Fleischer hat einen herrlich abgeschmeckten Cocktail aus Situationskomik, Persiflage, Coming of Age, Genrezitaten, Road Movie und in der Auflösung überhaupt nicht skurrilen, sondern einzig und allein menschlichen Figuren geschaffen. Der in seiner Gesamtheit vielleicht nicht so wirklich über den stupid fucking mummy movie with a threat of underlying social satire hinausgeht, aber genug Herz und Mut mit sich bringt, um ganz von allein seinen Weg in die Herzen der Zuschauer zu finden. Romero soll einmal gesagt haben, jede Generation bekommt den Zombiefilm, den sie verdient. Die des ausgehenden ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts scheint wirklich töfte zu sein. Hoffentlich to be continued ...

8,5/10 Punkte

The Eyes of Sin City

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Koop Island Blues

Fast Forward >> SAW VI

Die SAW Franchise wurde in der Vergangenheit schon zu genüge verrissen. Folterporno, Voyeurismuskino und so weiter und so fort. Die Vorwürfe lassen sich natürlich nicht von der Hand weisen. Schließlich geht es bei SAW nur um den Nervenkitzel, die Mutprobe, die Herausforderung sich Bildern äußerster Destruktion menschlichen Fleisches zu stellen. Ohne Frage spielt die SAW Franchise in Sachen Gewaltdarstellung in der ganz oberen Liga der grafisch mach- und dem Kinogänger zumutbaren Abscheulichkeiten. Zumindest im Bereich des Mainstreamkinos, der exploitative Independentfilm hat sicherlich noch viel unvorstellbarere Grausamkeiten auf Lager. Gerade wenn der Blick nach Asien gerichtet wird. Die Vorwürfe, denen sich die SAW Reihe in der Vergangenheit aussetzen mußte, sind natürlich ein Witz, schließlich will sie nichts anderes als brutale und schockierende Exploitation darstellen. Da müßte man sie eigentlich für ihr regelmäßiges Ausloten der Grenzen zum Unaushaltbaren loben. SAW VI beginnt dann auch mit dem Herausschneiden des eigenen Bauchfleisches und der Selbstamputation eines Unterarms. Die SAW-Autoren geben sich offensichtlich auch weiterhin größte Mühe auf ihrem Weg zum Olymp der abscheulichsten Horrorserien. Doch all ihr Bemühen ist für die Katz, da es auch SAW VI nicht schafft sich aus dem dramaturgisch engen Korsett des Folterpornos zu befreien, das den dem Zuschauer kaum bekannten Opfern, im Gegensatz zum klassischem Horrorfilm, überhaupt keine Chance zur Flucht offen hält und ihm dadurch kaum einen Ansatzpunkt zum Mitfiebern läßt. Der Plot einer jeder Szene ist nicht vorhersehbar, er ist durch die Natur der beschränkten Dramaturgie schon zu Beginn jeder Szene vorgegeben. Das ist schlichtweg ermüdend und keinesfalls spannend, im nunmehr sechsten Teil schon gar nicht mehr schockierend oder herausfordernd. Wurde diesem dramaturgischen Manko in der Vergangenheit der Serie vielleicht noch durch die schon immer fahrig wirkende Rahmenhandlung mit ihren Thrillerelementen entgegengewirkt, wird die Möglichkeit eines Endes der Morde in SAW VI gleich ganz fallen gelassen. Es gibt nun überhaupt niemanden mehr, der die weitere Ausführung Jigsaws Masterplans verhindern könnte. Natürlich darf man in der Auswegslosigkeit ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Ohnmacht gegenüber all der kaum zu bewältigenden Probleme unserer Zeit wie Klimakatastrophe, Terrorismus oder Weltwirtschaftskrise und menschenverachtenden Turbokapitalismus entdecken. Gerade letztere Herausforderungen machen sich die Autoren zu eigen, doch wirkt das alles einfach zu aufgesetzt und lieblos umgesetzt, als daß man hier Tiefsinn unter den Bodenschwellen der Exploitation erwarten dürfte. Machen wir uns da doch nichts vor.

4/10 Punkte

Arbeit für den Rekorder - 5. Dezember - 11. Dezember Updated! - Jetzt weltexklusiv mit Mr. Hankeys Weihnachtstipps!

Was war der Aufschrei in der ersten Jahreshälfte groß, als Familienministerin von der Leyen ihr Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetze durchringen wollte. Berechtigter Weise groß. Kein Richter sollte entscheiden, welche Internetseiten in Deutschland nicht mehr frei zugänglich sind, sondern ein Expertengremium im BKA. Vermischung von Exekutive und Judikative. Wenn schon keine Unmöglichkeit in einem demokratischen Staat, dann doch zumindest heikel, anrüchig, gefährlich. Von Zensur, vom Überwachungsstaat, von der Gefahr der Willkür war die Rede. Wo bleibt eigentlich der Aufschrei gegen die Zensur, gegen die Willkür, denen unsere Filmkultur tagtäglich ausgesetzt ist? Willkür? Aber ganz sicher. Schließlich wird nicht aus wissenschaftlichen Erkenntnissen darüber entschieden, welche Filme in der Öffentlichkeit gezeigt werden dürfen, welche Filme der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden dürfen, sondern aufgrund von Mutmaßungen, auf geschmacklichen Grundlagen. Hans Schmid hat diese Willkür im Oktober dieses Jahres sehr eindrucksvoll in seinem Artikel Kasperltheater, Folterpornos und Zensoren auf Telepolis dargestellt. Selbst wenn man dem harten Kino nichts abgewinnen kann, sollte man seinem Artikel als Film- und Kulturinteressierter in jedem Fall Aufmerksamkeit widmen.

Man darf natürlich über unsere Jugendschutzgesetze streiten, sie für sinnvoll halten oder sie als großen Mumpitz empfinden. Ihre nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen basierende, sondern auf der Meinung, dem Gefühl, dem Geschmack eines Gremiums oder Richters basierende Konsequenzen bemängeln. Nutzt alles nichts, sie sind nun einmal da, die Sender müssen sich ihnen beugen, Schnittauflagen beachten. Da kann man ihnen keinen Vorwurf machen, wenn sie wichtige Szenen aus Filmen entfernen oder kürzen, damit sie sich nicht strafbar machen. Aber vielleicht sollte der eine und andere Programmdisponent oder Filmeinkäufer bei Pro7, ARD und den anderen TV-Sendern einmal darüber nachdenken, ob es überhaupt noch Sinn macht einen Titel zu versenden, wenn der Preis dafür eine bis zur Unkenntnis zerstückelte Version ist. Einen 83 Minüter auf 70 Minuten zu kürzen macht einfach keinen Sinn mehr. Warum muß ich meinen Zuschauern den Film dann überhaupt noch zeigen? Kann man sich nicht einfach damit abfinden, daß ein Film in Deutschland aufgrund der bestehenden Gesetze nicht im TV gezeigt werden kann? Würden die Programmverantwortlichen in den Sendern wirklich ihre Filme lieben und von ihnen überzeugt sein, dann hätten sie die Chupze auf eine Versendung von RoboCop, City-Cobra, Mad Max, Kill Bill, Hitcher der Highway Killer und anderen zu verzichten. Machen sie jedoch nicht, sie trauen sich noch nicht einmal die vorgenommenen Schnitte zu kommunizieren. Eine Texttafel vor dem Film, um wie viel Minuten die versendete Version von der Kinoversion (die in den meisten Fällen ja auch schon der Schere zum Opfer viel) noch einmal gekürzt wurde. Was spräche dagegen? Was spräche dagegen dem Zuschauer mitzuteilen, wie der Staat mitbestimmt, wie viel und was er von einem Film sehen darf? Vor allem auf einem öffentlich rechtlichen Sender? Ich denke wer A sagt, muß auch B sagen.

10 Filme, von denen ich nur die ersten 10 Minuten sah

Il Divo (Paolo Sorrentino, Italien 2008)
Zelle (Bijan Benjamin, Deutschland 2007)
Waltz with Bashir (Ari Folman, Deutschland/Frankreich/Israel 2008)
The Third Wave (Anders Nilsson, Großbritannien/Schweden 2003)
Pink Flamingos (John Waters, USA 1972)
Manhunt Backwoods Massacre (Patrik Syversen, Norwegen 2008)
Anderland (Jens Lien, Norwegen 2006)
Midnight Killer (Lamberto Bava, Italien 1986)
Scum-Abschaum (Alan Clarke, Großbritannien 1979)
Der Mann mit den zwei Köpfen (Anthony M. Lanza, USA 1971)

Warum auch immer. Welche der genannten kann ich getrost vergessen, bei welchen Filmen sollte ich den Rest unbedingt nachholen? Pro und Contra bitte in den Kommentaren.

Fast Forward >> Tödliche Entscheidung - Before the Devil Knows You're Dead

Es ist nicht die unspektakuläre Story eines mißglückten Raubüberfalles und auch nicht die Rücksichtslosigkeit, mit der Andy Hanson seine eigene Familie letztendlich zerstört, die Sidney Lumets Alterswerk aus dem großen Meer der 08/15 Thriller hervorstechen lassen. Lumet erzählt in Tödliche Entscheidung bestimmt nichts Neues. Lug und Betrug, Mord und Vaterhass. Alles alte Bekannte des kriminologischen Familiendramas. Erst recht die auf ständige Rückblenden zurückgreifende Narration ist kein Handkniff, mit dem der Zuschauer nicht schon unzählige Male konfrontiert worden wäre. Überhaupt wirken die Rückblenden in Lumets bisher letzten Film eher wie eine künstlerische Bestätigung der Vorahnungen des Zuschauers. Und auch der Fortgang des Films möchte grundsätzlich diese Vorahnungen untermauern. Keine Wendungen, keine Überraschungen, kein tricky Plottwist, mit dem der Genrespezialist Sidney Lumet und Drehbuchautor Kelly Masterson den Zuschauer am Ende an der Nase herumführen. Alle Dinge gehen ihren Weg. Ein Old School Thriller. In der detailreichen Beschreibung seiner Charaktere, im Spannungsaufbau, in seiner fast schon als reaktionär zu bezeichnenden Anklage fehlender Werte. Es sind die jungen, die neuen, für die in Lumets Film Moral und Ethik vernachlässigbare Größen darstellen. Jedenfalls wenn es ums Geld geht. Und ums Geld dreht es sich in Hank und Andy Hansons Welt ausschließlich. Egal ob das Verhältnis zur geschiedenen Frau und dem gemeinsamen Kind allein von der pünktlichen Zahlung der Alimente abhängt, oder die Schuld am Tod des Schwagers mit einer Tantieme in der richtigen Höhe wieder aus der Welt zu schaffen ist. Das geplante Verbrechen? Es zahlt doch die Versicherung, niemand kommt zu Schaden. Nein, die alten sind auch nicht frei von Fehlern, aber damals ging es um das Über die Runden Kommen, um das nackte Überleben, während heute die Existenz am Erhalt und Ausbau des materiellen Status hängt. Aber so leise und kaum wahrnehmbar, wie Lumet diese Romantik in seinen Film einbaut, man könnte meinen er glaubt selbst nicht wirklich daran. And may you be in heaven half an hour before the devil knows you're dead.

8/10 Punkte

Hört auf Roland ...



... und deshalb schalten wir jetzt mal alle für ein paar Minuten unsere Rechner aus. Nein, die Kaffeemaschine bleibt auch aus.