Neue Sendung bei ByteFM: Aufgedreht
vor 10 Stunden
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Wenn ein Mensch die meiste Zeit seines Lebens im Gefängnis verbringt, in Zahlen 34 Jahre und ein Ende ist nicht in Sicht, ohne jemals einen anderen Menschen umgebracht zu haben, dann muss es sich schon um einen besonderen Häftling handeln. 30 von den 34 Jahren verbrachte Michael Gordon Petersen bisher in Einzelhaft, einer weiteren Disziplinierungsmaßnahme innerhalb des Gefängnissystems. Man könnte meinen er genießt die Bestrafung, er ist ein Masochist oder möchte als Märtyrer in die Geschichte eingehen, der die Isolation sucht, um auf Missstände im Strafvollzug aufmerksam zu machen. Nein, das ist er nicht. Die Schläge, die Bronson im Knast einsteckt, sind nicht die ungerechten jener sadistischen Aufseher und Direktoren, wie wir sie aus den üblichen Gefängnisdramen kennen. Sie sind eher Ausdruck einer Ohnmacht. Bronson lässt sich nicht beherrschen, er weiß was auf ihn zukommt, wenn er wieder einmal eine Geisel in einer seiner vielen Zellen, die er selbst als Hotelzimmer bezeichnet, genommen hat und am Ende selbst nicht weiß mit welchem Ziel über die Provokation und Inszenierung eines erneuten Gewaltausbruchs hinaus.Bookmark this post:blogger tutorials
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Manchmal wartet das Kino dann doch noch mit einer Überraschung auf. Liefert etwas anderes, als das, was wir aufgrund des lustigen Trailers und der Konventionen des kinderkompatiblen Familienfilms erwarteten. Da sitzt man dann im Kinosessel und grübelt, was soll das eigentlich, wo führt das alles hin? Es ist ja so schwer sich auf Neues und Ungewohntes einzulassen. Für einen kleinen Jungen bestimmt noch schwieriger. Gerade hat der Vater die Familie verlassen, die Schwester ist in einem Alter, in der sie nun wirklich andere Interessen als die an ihren jüngeren Bruder entwickelt, und die Mutter ist mit ihrer beruflichen Situation maßlos überfordert. Als sie dann auch noch eines Abends ihre neue Bekanntschaft mit nach Hause bringt, muss für Max die Welt endgültig zusammenbrechen. Nach einer kurzen Revolte gegen die eigene Mutter und den Eindringling flüchtet sich Max in seine Fantasiewelt. Die ist da, wo die wilden Kerle wohnen. Die wilden Kerle sind ein Haufen knuddeliger Monster, die sich jedoch gar nicht als die opportunen und optimistischen Fantasiegestalten aus Kindergeschichten erweisen, sondern als Abbild Maxs Gefühlswelt, die vor allem von Verlustängsten beherrscht wird. Das ist ein mutiger Schritt von Spike Jonze, lässt er doch eine alles andere als gewohnt selbstgefällige Reflexion der realen Erlebnisse Maxs zu. Antworten auf die vielen Fragen kann er nicht bieten, nur die Gewissheit, dass man auch geliebt wird, wenn man es nicht allen recht machen kann. Ein wundervoll weiser Film, der sich genauso widerspenstig, wild und auch verletzlich wie sein Protagonist gibt.
Kaum zu glauben was sich aus dem alten Teil noch alles heraus zaubern läßt. Guillaume Metenier haut unter seinem Pseudonym Soul Sugar kräftig in die Tasten und verwöhnt unsere jazzige Seite des Lebens. Heute gibt's kein Reis Baby, nur Sugar.Bookmark this post:blogger tutorials
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Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Schnee im Dezember, dabei habe ich in der Grundschule gelernt, dass wir hier im Ruhrgebiet, anders als z.B. die armen Russen, noch vom warmen Golfstrom profitieren. Das war aber wohl einmal, und so dauern Dinge halt doch ein wenig länger, da man ständig die Windschutzscheibe säubern muß, die seit Dienstag eingefrorene Scheibenwischanlage auftauen muß – hey, ich habe Frostschutz aufgeschüttet, aber wohl zu spät. Die Innenstädte sind natürlich vor Weihnachten noch voller, als sonst schon an Samstagen, die Schlangen beim Goldenen Doppelbogen länger, als man sich das vorstellen kann, aber man hat so einen großen Hunger, jetzt noch woanders einen Tisch suchen, das schafft man nicht. Dann auch noch noch mal eben hier, mal eben da. Schon ist es später als man denkt. Und plötzlich sind auch zu allen Überfluß die Absätze verschwunden. Ich fasse es nicht. Egal, jetzt endlich die Fernsehtipps für die nächste Woche. Mr. Hankey hat sich für uns die Finger wund getippt, und das sogar noch gestern Abend nach der Weihnachtsfeier mit den Kollegen, und auch JMKs Tipps lagen schon gestern in meinem Postfach. Nur ich bin diese Woche noch fauler als sonst schon.
Die Motorradindustrie befindet sich seit einigen Jahren in der Krise, nur noch wenige junge Menschen lassen sich heutzutage von der Freiheit auf zwei Rädern begeistern. So kann man dann auch Mark Steven Johnson zur Besetzung des Hauptcharakters Johnny Blaze mit dem Mittvierziger Nicolas Cage gratulieren. Das ist aber auch schon das einzige, was Ghost Rider einer objektiven Betrachtung standhalten lässt. Man darf gerne spekulieren, wieso die Produzenten ausgerechnet diesem Johnson, dessen vorherige Arbeit Elektra nur mit Mühe und Not einen minimalen Gewinn einfahren konnte, ein recht ordentliches Budget von 110 Millionen Dollar in die Hand drückten. Und man kann auch nur spekulieren, was Johnson letztendlich mit diesem Haufen Kohle wirklich angestellt hat. In Ghost Rider kann er sie unmöglich gesteckt haben, dafür sieht das Endergebnis einfach zu sehr nach B-Klamotte aus. Ohne Frage ist dies zu einem gewissen Teil gewollter Stil, denn inhaltlich wird der Look von eben einer geradlinigen B-Klamotten Story begleitet. Doch kann Ghost Rider den echten Trash hinter seinem gewollten Trash kaum verbergen. Da werden Dialoge der Kategorie „Ein Mann muß tun, was ein Man tun muß“ von einer unglaublich lächerlichen Dramaturgie abgelöst, die dem langersehnten Finalkampf unerklärlicher Weise genauso wenig Interesse zukommen läßt, wie etwa ihren durchaus illustren Nebendarstellern Peter Fonda und Sam Elliot. Aber Bela Lugosi hat ja auch nicht wirklich in Plan 9 from outer Space mitgespielt. Und wenn am Ende das angebetete und so eben vor Belzebubs Sohnemann gerettete Gretchen die erneute Abfuhr ihres feurigen Geliebten mit einer Gelassenheit hinnimmt, als sei ihr gerade lediglich der Lidschatten verwischt, dann verwundert gar nichts mehr. Aber wollen wir heute mal nicht so sein, denn als unfreiwillig komische Grundlage für einen geselligen Bierabend im Freundeskreis funktioniert Ghost Rider immerhin perfekt.
Gnome Do
Docky
Minitube
Ear Candy
Shape CollageBookmark this post:blogger tutorials
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Jippie-Yah-Yeah Schweinebacke, auch diese Woche wieder die gut abgehangenen Weihnachtsprogramm-Tipps des weltallergrößten X-Mas-TV-Experten der deutschen Filmbloggerszene, Mr. Hankey. (Hankey, wann legst du dir endlich einen eigenen Blog an? Immer nur OFDB und Gemeinschaftsforum, das kann doch nicht alles sein.)
Was macht man eigentlich in Zombieland? Genau, auf der Suche nach einem Zuhause durch die Gegend fahren und dabei ein paar Regeln zum Überleben befolgen. Die Regeln kann man sich leicht merken, scheinen sie doch im Wesentlichen auf dem Grundsatz „Misstraue Allem und Jedem“ aufzubauen. Ach ja, fit bleiben sollte man auch. Schließlich hat es die Dicken als erste erwischt, diese 21th Century Zombies sind wie zu erwarten verdammt schnell. Ab und an muß man auch aus seinem Hummer steigen, um ein ausgebranntes Autowrack zur Seite zu schieben. damit die Fahrt mit unbekanntem Ziel weitergehen kann. Oder man hält an einem Supermarkt an, vielleicht kann man noch einen Twinkie abstauben bevor das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Dann ist jedoch allerhöchste Vorsicht geboten, in Supermärkten und an Tankstellen wimmelt es nur so von Zombies. Aber auch das ist kein größeres Problem, wenn man einen solchen Haudegen wie Tallahassee an seiner Seite stehen hat. In unzähligen Kämpfen hat sich Tallahassee zu einem Performance-Zombie-Schlächter entwickelt. Das hilft Columbus und ihm jedoch überhaupt nicht weiter, sobald sie auf echte Menschen treffen. Schwupps ist der fahrbare Untersatz samt Waffenarsenal im Besitz der treuäugigen Schwestern Emma und Wichita, die sich vernünftiger Weise in dieser Zombiegesellschaft auch nur an die sich wieder einmal offensichtlich selbst bestätigende wichtigste Regel „Misstraue Allem und Jedem“ halten.Bookmark this post:blogger tutorials
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Die SAW Franchise wurde in der Vergangenheit schon zu genüge verrissen. Folterporno, Voyeurismuskino und so weiter und so fort. Die Vorwürfe lassen sich natürlich nicht von der Hand weisen. Schließlich geht es bei SAW nur um den Nervenkitzel, die Mutprobe, die Herausforderung sich Bildern äußerster Destruktion menschlichen Fleisches zu stellen. Ohne Frage spielt die SAW Franchise in Sachen Gewaltdarstellung in der ganz oberen Liga der grafisch mach- und dem Kinogänger zumutbaren Abscheulichkeiten. Zumindest im Bereich des Mainstreamkinos, der exploitative Independentfilm hat sicherlich noch viel unvorstellbarere Grausamkeiten auf Lager. Gerade wenn der Blick nach Asien gerichtet wird. Die Vorwürfe, denen sich die SAW Reihe in der Vergangenheit aussetzen mußte, sind natürlich ein Witz, schließlich will sie nichts anderes als brutale und schockierende Exploitation darstellen. Da müßte man sie eigentlich für ihr regelmäßiges Ausloten der Grenzen zum Unaushaltbaren loben. SAW VI beginnt dann auch mit dem Herausschneiden des eigenen Bauchfleisches und der Selbstamputation eines Unterarms. Die SAW-Autoren geben sich offensichtlich auch weiterhin größte Mühe auf ihrem Weg zum Olymp der abscheulichsten Horrorserien. Doch all ihr Bemühen ist für die Katz, da es auch SAW VI nicht schafft sich aus dem dramaturgisch engen Korsett des Folterpornos zu befreien, das den dem Zuschauer kaum bekannten Opfern, im Gegensatz zum klassischem Horrorfilm, überhaupt keine Chance zur Flucht offen hält und ihm dadurch kaum einen Ansatzpunkt zum Mitfiebern läßt. Der Plot einer jeder Szene ist nicht vorhersehbar, er ist durch die Natur der beschränkten Dramaturgie schon zu Beginn jeder Szene vorgegeben. Das ist schlichtweg ermüdend und keinesfalls spannend, im nunmehr sechsten Teil schon gar nicht mehr schockierend oder herausfordernd. Wurde diesem dramaturgischen Manko in der Vergangenheit der Serie vielleicht noch durch die schon immer fahrig wirkende Rahmenhandlung mit ihren Thrillerelementen entgegengewirkt, wird die Möglichkeit eines Endes der Morde in SAW VI gleich ganz fallen gelassen. Es gibt nun überhaupt niemanden mehr, der die weitere Ausführung Jigsaws Masterplans verhindern könnte. Natürlich darf man in der Auswegslosigkeit ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Ohnmacht gegenüber all der kaum zu bewältigenden Probleme unserer Zeit wie Klimakatastrophe, Terrorismus oder Weltwirtschaftskrise und menschenverachtenden Turbokapitalismus entdecken. Gerade letztere Herausforderungen machen sich die Autoren zu eigen, doch wirkt das alles einfach zu aufgesetzt und lieblos umgesetzt, als daß man hier Tiefsinn unter den Bodenschwellen der Exploitation erwarten dürfte. Machen wir uns da doch nichts vor.
Was war der Aufschrei in der ersten Jahreshälfte groß, als Familienministerin von der Leyen ihr Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetze durchringen wollte. Berechtigter Weise groß. Kein Richter sollte entscheiden, welche Internetseiten in Deutschland nicht mehr frei zugänglich sind, sondern ein Expertengremium im BKA. Vermischung von Exekutive und Judikative. Wenn schon keine Unmöglichkeit in einem demokratischen Staat, dann doch zumindest heikel, anrüchig, gefährlich. Von Zensur, vom Überwachungsstaat, von der Gefahr der Willkür war die Rede. Wo bleibt eigentlich der Aufschrei gegen die Zensur, gegen die Willkür, denen unsere Filmkultur tagtäglich ausgesetzt ist? Willkür? Aber ganz sicher. Schließlich wird nicht aus wissenschaftlichen Erkenntnissen darüber entschieden, welche Filme in der Öffentlichkeit gezeigt werden dürfen, welche Filme der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden dürfen, sondern aufgrund von Mutmaßungen, auf geschmacklichen Grundlagen. Hans Schmid hat diese Willkür im Oktober dieses Jahres sehr eindrucksvoll in seinem Artikel Kasperltheater, Folterpornos und Zensoren auf Telepolis dargestellt. Selbst wenn man dem harten Kino nichts abgewinnen kann, sollte man seinem Artikel als Film- und Kulturinteressierter in jedem Fall Aufmerksamkeit widmen.
Es ist nicht die unspektakuläre Story eines mißglückten Raubüberfalles und auch nicht die Rücksichtslosigkeit, mit der Andy Hanson seine eigene Familie letztendlich zerstört, die Sidney Lumets Alterswerk aus dem großen Meer der 08/15 Thriller hervorstechen lassen. Lumet erzählt in Tödliche Entscheidung bestimmt nichts Neues. Lug und Betrug, Mord und Vaterhass. Alles alte Bekannte des kriminologischen Familiendramas. Erst recht die auf ständige Rückblenden zurückgreifende Narration ist kein Handkniff, mit dem der Zuschauer nicht schon unzählige Male konfrontiert worden wäre. Überhaupt wirken die Rückblenden in Lumets bisher letzten Film eher wie eine künstlerische Bestätigung der Vorahnungen des Zuschauers. Und auch der Fortgang des Films möchte grundsätzlich diese Vorahnungen untermauern. Keine Wendungen, keine Überraschungen, kein tricky Plottwist, mit dem der Genrespezialist Sidney Lumet und Drehbuchautor Kelly Masterson den Zuschauer am Ende an der Nase herumführen. Alle Dinge gehen ihren Weg. Ein Old School Thriller. In der detailreichen Beschreibung seiner Charaktere, im Spannungsaufbau, in seiner fast schon als reaktionär zu bezeichnenden Anklage fehlender Werte. Es sind die jungen, die neuen, für die in Lumets Film Moral und Ethik vernachlässigbare Größen darstellen. Jedenfalls wenn es ums Geld geht. Und ums Geld dreht es sich in Hank und Andy Hansons Welt ausschließlich. Egal ob das Verhältnis zur geschiedenen Frau und dem gemeinsamen Kind allein von der pünktlichen Zahlung der Alimente abhängt, oder die Schuld am Tod des Schwagers mit einer Tantieme in der richtigen Höhe wieder aus der Welt zu schaffen ist. Das geplante Verbrechen? Es zahlt doch die Versicherung, niemand kommt zu Schaden. Nein, die alten sind auch nicht frei von Fehlern, aber damals ging es um das Über die Runden Kommen, um das nackte Überleben, während heute die Existenz am Erhalt und Ausbau des materiellen Status hängt. Aber so leise und kaum wahrnehmbar, wie Lumet diese Romantik in seinen Film einbaut, man könnte meinen er glaubt selbst nicht wirklich daran. And may you be in heaven half an hour before the devil knows you're dead.Bookmark this post:blogger tutorials
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