Besser surfen mit dem Firefox

Wer mit dem Firefox unterwegs ist und sich über die fetten Toolbars ärgert, gerade auf Netbooks große Platzverschwendung, sollte sich mal das Meerkat Addon anschauen. Wie auf dem Screenshot links deutlich zu erkennen, dampft Meerkat die oberen Menü- und die untere Statusleiste ordentlich ein. Mehr Web, weniger ungenutzter Desktopspace.

Feedly ist zwar auch nur ein weiterer Feedreader, dafür präsentiert er die Feeds in einem schicken Magazin-Style. Einfach mal ausprobieren. Ein vorheriger Blick in die Feedly Privacy FAQs schadet natürlich nie. Macht mächtig Spaß.


Auch nicht von schlechten Eltern, FoxTab. Bis vor kurzem eigentlich nur eine nette Spielerei, bietet Foxtab nun endlich auch eine Fast-Dial Funktion, My Top-Sites genannt. Gerade Firefox User vermissen diese schon seit Jahren. Nein, jetzt komm mir hier keiner mit diesen einfach nur häßlichen bisherigen Notlösungen. In Verbindung mit den übrigen Eye Candy Funktionen Foxtabs stinken Fast-Dial und Co. einfach nur ab. Pretty Cool.

Die Addons sind nach einem Firefox-Update deaktiviert, oder ein bestimmtes Update läßt sich nicht installieren? In den meisten Fällen liegt es lediglich am Versionsabgleich. Der läßt sich mit den Nightly Tester Tools mit nur einem Klick wunderbar einfach umgehen. Damit wäre dieses leidige Thema nach jedem größerem Update auch vom Tisch.

Sound of Gialli

Ich frage mich dann ja doch, ob Dario Argento mehr von Goblin profitierte oder umgekehrt. Aber das ist wie die berühmte Frage mit dem Huhn und dem Ei, also unerheblich. Leider ist der Ton hoffnungslos übersteuert, alte Magnetbandaufzeichnung. Weitere Fragen, die sich mir nach Ansicht dieses netten Zeitdokuments stellen: Sendete der italienische Rundfunk in den 70ern tatsächlich noch in Schwarz/Weiß? Ist die Aufzeichnung lediglich Schwarz/Weiß? Und nicht zu allerletzt, warum kündigt der Moderator in der Mitte des Stückes noch einmal Band samt Titel an? Egal, bevor das Video jetzt also gestartet wird, bitte die Lautstärke des Ausgabegeräts ein wenig reduzieren, um Schäden an den Lautsprechern zu vermeiden.

Arbeit für den Rekorder - 23. Januar - 29. Januar

Nicht dass es weniger Wiederholungen in der nächsten Woche geben wird, aber die Wiederholugnen scheinen wenigstens wieder besser zu werden. Also auf zu JMKs Künstliche Welten. Wann es dort endlich losgeht, steht in den Sternen. Lange kann es aber nicht mehr dauern, jedenfalls in astronomischen Relationen.

klick das Bild

Fast Forward >> Surrogates - Mein zweites Ich

Ein Surrogat ist ein Ersatzerzeugnis. Zum Beispiel die Margarine oder der Malzkaffee, die in Kriegszeiten Butter und Bohnenkaffee ersetzten – ich weiß, es gibt tatsächlich Menschen, die schmieren sich Margarine ohne Not aufs Brot und schlürfen dazu einen Carokaffee -, ein zweifelhaftes Vergnügen, wie ich letztens in einem Anflug von Nostalgie feststellen konnte. Das kann man mal machen, aber so richtig befriedigend sind Margarine und Malzkaffee dann doch nicht, sofern man weiß wie Butter und echter Bohnenkaffee schmecken und die Geschmacksnerven noch intakt sind. In Johnathan Mostrows Verfilmung der gleichnamigen Graphic Novel der beiden Autoren Robert Venditti und Brett Wedel ersetzt sich der Mensch gleich selbst durch androide Avatare, die er bequem von zu Hause aus durch die reale Welt steuert und für ihn machen läßt. Arbeiten, urlauben, tanzen, lieben. Second Life lässt grüßen und ist auch offizielle Inspirationsquelle der Vorlage Mostrows Films. Ein soziologisch äußerst aktuelles Thema, das sich durchaus von der ersten Welle der sich vom Computer erschaffenen Welten annehmenden Filme in den 90ern unterscheidet. Es geht nicht mehr um die Authentizität der Umwelt, sondern um die Authentizität des in der Umwelt agierenden Gegenüber. Leider wissen Mostrow und seine Autoren diese abgrundtiefe Prämisse höchstens in homöopathischen Dosen zu nutzen und servieren ansonsten lediglich einen immerhin soliden, jedoch konservativen Cyberkrimi, der es wahrscheinlich nur aufgrund seiner prominent besetzten Haupt- und Nebenrollen in die Kinos geschafft haben wird. Bis auf die formal gelungene Umsetzung der Avatare mit ihrer gephotoshopt wirkenden Aura hat Surrogates – Mein zweites Ich nichts, aber auch gar nichts bieten, was einen Gang ins Kino rechtfertigen könnte. Da fragt man sich doch des öfteren was John Mostrow mit den restlichen 60 Millionen Dollar seines großzügigen 80 Millionen Dollar Budgets angestellt hat. In weiten Strecken wirkt Surrogates wie eine Direct to DVD- oder Fernsehproduktion für den Sci-Fi Kanal, und selbst da findet sich schon seit Jahren qualitativ Höherwertigeres. Mag sein, dass Mostrow vieles an seinem Film absichtlich künstlich gestaltet hat, doch wirkt die eine oder andere CGI Spielerei einfach nur auf den Stand von vor zehn Jahren. Bleibt festzustellen, dass Surrogates selbst nur ein Ersatzerzeugnis für großes inspirierendes Science-Fiction-Kino sein kann, Magarine statt Butter, Malzkaffee statt Bohnenkaffee, und sich Bruce Willis Karriere nun endgültig auf ihr Ende zu bewegt.

6/10 Punkte

Wer hat's gesagt?

Inspiriert von des Trainers letzten und vorletzten Blogeintrag kurz vor Toresschluss noch ein kleines Quiz. Zu gewinnen gibt es leider keine Nicht-WM-Tickets für Südafrika, sondern quasi tagesaktuell eine Nicht-Nominierung für den Kader der deutschen Fußballnationalmannschaft zur WM in Südafrika.

Also, wer hat's gesagt:

"Selbst wenn. Bestimmte Grundsätze haben ihre Berechtigung und machen eine Gesellschaft sicher und zuverlässig. Es wird immer nur von den Brasilianern gesprochen, die Deutschland wieder verlassen, weil hier nicht so oft die Sonne scheint wie in Rio. Aber viele bleiben, weil sie das Leben hier sehr zu schätzen wissen."

Tipp, der gesuchte Fußballspieler kennt sich mit Nicht-Nominierungen aus. Lösung bitte mittels Kommentarfunktion hinterlassen. Auflösung dann morgen oder übermorgen.: Hier.

Das vermaledeite Internet. Ausgerechnet dieser Teil des Interviews lässt sich googlen. Nächstes Mal werde ich also besser aufpassen müssen, was aber nicht bedeutet, dass JMK und Heinz Kamke es nicht auch so wussten. Herzlichen Glückwunsch. Wer also auch keine Lust hat im Sommer bei herbstlicher Witterung gegen Ghana, Serbien und Australien Fußball zu spielen, und stattdessen lieber mit MC Frings im Freibad liegen möchte, der sollte noch bis zum 7. Mai die richtige Lösung in den Kommentaren hinterlassen. Sicher ist sicher.

Stereomood - noch so ein absolut fantastisches supergeiles emotional Internetradio

Ach, schaut hört es euch doch selbst an. Erklärt sich von allein.

(ja, einfach auf den screenshot klicken)

Gamer

Die Sims sind vielleicht das erfolgreichste Stück Computerspielsoftware überhaupt. Seit der Markteinführung im Februar 2000 ging das Game samt Nachfolger und unzähliger Erweiterungen über 100.000.000 Mal über den Ladentisch. Ganz zu schweigen von den quantitativ kaum auszumachenden gecrackten Kopien, die der Erfahrung nach wahrscheinlich die Verbreitung des Spiels noch einmal mindestens verdoppeln dürften. Dabei geben die Sims noch nicht einmal ein spezifisches Spielziel vor, es gilt den selbst erstellten Sim bei Laune zu halten. Ein Dach über dem Kopf, Freunde, Party, Schlaf, schicke Möbel und natürlich einen Partner finden. Zwar kann der Spieler den Sim nicht direkt steuern, jedoch durch Veränderung der Umwelt beeinflussen. Die Freiheiten, die Maxis und EA Games ihm dabei mit auf den Weg geben sind phänomenal. Bis auf Nudity scheint bei den Sims alles erlaubt, sogar gleichgeschlechtliche Beziehungen und der Tod im Swimmingpool. Unzählige Videos auf Youtube zeugen von der sadistischen Ader, die das eigentlich gewaltfreie Game bei Spielern offensichtlich frei legt.

In Gamer hat Ken Castle dieses Spielprinzip revolutioniert und ein eigenes Unterhaltungsimperium aufgebaut. Der Spieler darf hier echte Menschen durch eine bunte Feel Good Welt steuern, die die Befehle direkt in ihre Hirnsynapsen gesendet bekommen. Bioelektronik sei dank. Anders als bei den Sims sind die Darsteller, laut Stellenbeschreibung Schauspieler, jedoch dem Willen des Gamers völlig ausgesetzt. Was das bedeuten kann, siehe Einleitung. Was soll's, ist ja nur ein Job. Nicht nur eine Nummer härter, sondern gleich die oberste Stufe menschlicher Verwerflichkeit stellt aber Castles neues Spiel Slayer dar. Hier werden freiwillige Todeskandidaten des Justizsystems in einen Multiplayer-Online-Shooter geworfen. Echte Waffen, echtes Blut, der Frag bedeutet realen Tod. 30 Runden Deathmatch als Avatar überleben, und es winkt die Freiheit.

Natürlich sollte man vom Duo Neveldine und Taylor keine tiefgründige oder überhaupt eine Unterhaltungsmedienkritik erwarten. Ihr selbst vergebener Auftrag lautet seit jeher die Experience der elektronischen Unterhaltung auf das Kino zu übertragen. Und mit keinen anderen ihrer beiden vorherigen Filme gelingt es ihnen so gut wie mit Gamer. Die Kamera ebenso wild und ungeordnet, wie die Ego-Perspektive ihres verhandelten Objekts auf einen passiven Zuschauer nur wirken kann, die Narration so abgehackt und der Storyline lediglich das erhebliche zufügend, wie in jenen der als Schmuddelunterhaltung kolportierten Millionenseller. Der Plot, selbst auf das nötigste begrenzt, als Zwischensequenz zu verstehen, die dem Spieler die Ladezeiten der nächsten Map verkürzt. Die Verhinderung der Weltherrschaft eines Superschurken. Zwar sind die Grundlagen der Handlug in oberflächlich betrachtet ähnlichen gelagerten Filmen wie Deathrace, Battle Royal und ganz besonders Running Man zu finden, doch spielt der in ihnen liegende sozial-apokalyptische Kern eher als Formfaktor eine Rolle, als grundsätzliches Anliegen zu sein. Wäre ja auch noch schöner, wenn ein Game die eigenen Mechanismen in Frage stellen würde. Gamer erzählt nicht über ein Game, Gamer ist das Game. Und das viel pointierter und auch geradliniger durchgezogen, als noch Crank oder Crank 2 es konnten.

Das wird nicht jedem gefallen, da Taylor und Neveldine sich nicht nur noch weiter vom klassischem Kino entfernen, als sie es schon mit ihren ersten Filmen taten. Sie wechseln auch das Genre. Lustiges Oneplayer Action Adventure ist etwas völlig anderes als düsterer und roher Online Shooter, der nur mit Schnittauflagen die Freigabe der USK erhält. Zudem spielen die beiden vermeintlichen Anarcho-Regisseure, die ja gar nicht so anarchistisch vorgehen wie man annehmen möchte, noch wunderbar mit den Klischees und Vorurteilen der Killerspielkritiker, wenn sie den Gamer des brutalen Ego-Shooters als fairen und aus guten Verhältnissen stammenden Saubermann darstellen, und den Spieler des so niedlichen und absolut gesellschaftlich akzeptieren Tamagotchi Derivats als sozialverkümmerten Fettwanst, der in Real Simcity seinen dunklen Allmachtsfantasien fröhnt. Das kann als kritischer Blickwinkel missverstanden werden, ist jedoch allenfalls eine Zusammenfassung einer Diskussion, in der selbst ernannten Experten, die zu wissen glauben der Mensch könnte nicht zwischen Pixel und realem Fleisch unterscheiden, mehr Redezeit geboten und Gehör verschafft wird, als der realen Wissen- und Gesellschaft, die die Thesen der Kritiker tagtäglich widerlegen. Neveldine und Taylor überschreiten zwar gerne Grenzen, aber nicht die Grenze zur Dummheit. Da würde man sie einfach unterschätzen.

7/10 Punkte

Fast Forward >> Avatar

Nein, ein schlechter Film ist James Camerons 250 … 300 … oder gar 500.000.000 Dollar Esoterik-Öko-CGI Demonstration ganz bestimmt nicht. Im Vergleich zu den mauen Blockbustern des letzten Jahres darf man ihn sogar als ganz bezaubernd bezeichnen. Wie das Katzenvolk da im Einklang mit der farbenfrohen, manchmal gefährlichen, aber alles in allem ganz gut zu beherrschenden Natur Pandoras lebt, das hat tatsächlich einen Unterhaltungswert zu bieten. Auch wenn die Bilder trotz des sensationellen 3D Effektes und der atemberaubenden Computeranimationen natürlich nicht ihre künstliche Herkunft verbergen können. Eine Künstlichkeit, die am Ende die einzige Attraktion seines Werkes darstellen soll. Da verhält es sich mit Camerons Avatar ähnlich wie mit so vielen Titeln der texanischen Softwareschmiede id Software, deren später erschienene Spielesensationen auch nur noch über ihre Visualität begeistern konnten, während Spielmechanik und Inhalt im Vergleich zur Konkurrenz erschreckend konservativ und altbacken ausfielen. Es kann nur die Visualtität sein, die die Massen in die Kinos strömen lässt, als sei es gerade erst erfunden worden. Jenseits Camerons Detailverliebtheit, Räumlichkeit und einer Flora und Fauna, die deutlich von seinen Tiefseeabenteuern inspiriert scheint, gibt es auf Pandora nicht viel zu entdecken. Schon gar nichts ausserirdisches. Inhaltlich bemüht Avatar einen naiv altruistischen Plot, der Camerons Wunschfilm mit den technischen Möglichkeiten der 90er Jahre nur hätte crashen lassen können, wie einst Kevin Costners Biggest Movies ever Waterworld oder Postman. Erschreckend leer und flach gibt sich Camerons Film in allen Elementen, die über das Visuelle hinausgehen. Dramaturgie, Dialoge, musikalische Untermalung und Charakterisierung seiner Figuren können nur die nötigsten Ansprüche eines angepeilten Sci-Fi-Fantasy Epos erfüllen. Eines modernen und richtungsweisenden nicht einmal ansatzweise. Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss. Wer jetzt jedoch glaubt, Cameron würde solch einen pathetischen Schmock längst vergangener Tage mit der nötigen Prise Humor entschärfen, liegt völlig falsch. Da tappt er genau wie einst Costner ein um ein anderes Mal in die Falle der unfreiwilligen Komik, von der im nächstem Moment jedoch wieder die Brillanz der Technik abzulenken vermag. Ein Film für den kurzen visuellen Moment, der übermorgen schon wieder vergessen sein wird, da die Entertainmentbranche schon mit ganz anderen Zauberein locken kann. Keines Falls für die Analen der Filmgeschichte, dazu fehlt ihm einfach der nötige Unterbau abseits des Technischen. Aber da geht Camerons Werk mit den Blockbustern der letzten 10 Jahre nur konform.

6,5/10 Punkte

Sprichwörtern auf den Zahn gefühlt Episode 2010 - Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm oder Wie der Herr, so sein Gescherr

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ab ca. Minute 39:55 Sekunden

Warten

Ich mag es nicht, wenn Schalke sonntags ran muss. Vor allem nicht, wenn die direkte Konkurrenz schon am Samstag oder Freitag ihre drei Punkte des Spieltages gesichert hat. Einen ganzen Tag warten bis man dann endlich weiß, ob man der Verlierer des Spieltages ist oder nicht. Zusätzlich noch die Ungewissheit, die sich automatisch am ersten Spieltag nach einer längeren Pause einstellt. Wie kommt die Mannschaft aus der Vorbereitung, ist Nürnberg nach dem Trainerwechsel und mit den Neuverpflichtungen stärker als zuletzt? Jetzt sitze ich hier und schaue auf die Ergebnisse der Samstagspiele, die mir nicht so recht gefallen, jedoch zum großen Teil vorhersehbar waren. Nein, nicht der Hertha- oder Bochumsieg, und schon gar nicht Frankfurts Sieg gegen Bremen – obwohl … Ich will, dass endlich Sonntag ist.

Glück Auf!

Arbeit für den Rekorder - 16. Januar - 22. Januar

So, kann jetzt gleich sofort losgehen. Der Grund für die kleine Verspätung ist ein ganz einfacher. Gestern Abend besuchte mich mal wieder der Kaffeeteufel, die Tastatur leider kaputt. Also habe ich jetzt noch ein paar Läden abklappern müssen, um mir einen adäquaten Ersatz zu beschaffen. Im Ich bin doch nicht blöd Laden wurde ich zwar nicht fündig, schnappte aber einen wunderbar ruhrigen Sprachfetzen auf. „Von der Optik her sieht der ganz gut aus, abba ...“. In Offline-Shops einkaufen macht dann ja doch immer noch mehr Spaß, auch wenn man nicht unbedingt das findet, was man sich vorher online ausgesucht hat. Immerhin bin ich jedoch bei einer anderen Elektronik-Kette daran erinnert worden, dass Cherry auch hervorragende und mittlerweile sogar sehr schöne Design-Tastaturen herstellt. Und das zu einem ganz annehmbaren Preis. Wer sein Homeoffice nicht unbedingt mit den Plastikmonstern der üblichen Verdächtigen verschandeln möchte oder für eine einigermaßen schöne und gleichzeitig brauchbare Tastatur nicht gleich über 50 Euro ausgeben möchte, der kann sich ja mal hier umschauen. Aber genug mit viralem Content in dieser Rubrik, ich bekomme ja noch nicht einmal Kohle dafür überwiesen. JMKs Tipps warten schon seit heute morgen in meinem Postfach, und ich habe auch noch zwei drei schöne Filme im aktuellen Fernsehprogramm gefunden.

Was vom Web 1.0 übrig blieb


rotten dot com - edonkey - wichsvorlagen

Halloween 2007

Rob Zombie landete vor 7 Jahren mit seinem ersten Spielfilm Haus der 1000 Leichen einen Überraschungserfolg. Die als Konsolidierung des Genres zu verstehende Achterbahnfahrt des schlechtes Geschmacks avancierte trotz einiger in der zweiten Hälfte deutlich erkennbaren Macken zum Geheimtipp unter Horrorfilm-Fans. So richtig in Fahrt kam Zombie doch aber erst mit der Fortsetzung The Devil's Rejects, in der er die kindliche Gore- und MTV Clip Attitüde seines Debütfilms gegen die Rückkehr des echten Schmuddel-Terrors des 70er Jahre Redneck-Horrors einzutauschen wusste und dem Zuschauer obendrein noch gekonnt einen Gewissenskonflikt aufhalste, indem er ihn mit seinem Hang zur Faszination mit dem unterbewusst als Outlaw empfundenen Serienmörder konfrontierte. Ted Bundy, Charles Manson, Dahmer ... Als John Carpenter Zombie 2007 für ein Remake des vielleicht wichtigsten Film seiner eigenen Karriere verpflichtete, war die Erwartungshaltung dementsprechend groß. Zumal Zombie mit seinem Fake-Trailer für Tarantinos und Rodriguez Grindhouse Doublefeature auch noch eine Art Ritterschlag der Gralshüter des postmordernen Genrekinos erfuhr, von dem sich Zombies Filme jedoch so erfrischend distanzierten. Zombie erhielt mit Halloween eine völlig neue Aufgabe, denn obwohl Mord und Totschlag immer Mord und Totschlag bleiben, sind die Topoi des Teenslashers doch völlig andere als die des von Zombie bisher so verstörend auf den Punkt gebrachten Backwoodslashers.

Halloween unterschied sich 1978 von den bis dahin manifestierten 70er Jahre Horrorfilmen, die von der Gesellschaft selbst erschaffenen Monstern am Rande der Zivilisation erzählten. Filme, die zu einem guten Stück von der bitteren Erkenntnis des Scheiterns der Ziele der Studentenbewegungen in den 60ern, von den verstörenden Bildern des Krieges in Vietnam und der gefühlten Resistenz des amerikanischen Konservatismus motiviert waren. In Halloween kommt das Grauen nicht vom Rande der Gesellschaft, ist das Grauen nicht die Rache der Vergessenen, die sich selbst überlassen in den hintersten Winkeln des Landes hausen. In Halloween ist das Grauen Teil der eigenen gutbürgerlichen amerikanischen Suburbia. Michael Myers Name, seine anonyme Erscheinung mit gesichtsloser Maske und nichtssagendem Overall, ein Symbol für die Konformität Laurie Strodes und der anderen Teenagers Vorstadtumwelt. Konformität in der Architektur, den Garagenauffahrten, den Mittelklasse Autos, in ihren Werten und Regeln. Auch wenn Carpenter es vielleicht gar nicht im Sinn gehabt haben könnte, Halloween ist ein Film über das Erwachsenwerden in einer gesellschaftlich stark reglementierten Welt, in der Regelverstöße streng überwacht und aufs fürchterlichste bestraft werden. Das Ausbrechen aus der eigenen Kindheit, die Pubertät mit all ihren Regelüberschreitungen als Sinnbild der Rebellion gegen diese Konformität. Myers beobachtet die Teenager im Film minutenlang aus seinem Auto, fährt durch die Straßen der Siedlung, belauscht mit dem Zuschauer die Gespräche der Jugendlichen. Laurie Strode darf am Ende nur überleben, da sie lediglich mit den Gedanken spielte die Regeln zu brechen. Diejenigen, die es wirklich taten bekamen Myers blitzendes Küchenmesser zu spüren.

Rob Zombie scheint diesen Kern Carpenters stilistisch perfekten Horrorfilms jedoch nicht verstanden zu haben. Sein Michael Myers ist nicht mehr der anonyme Schrecken, zwar von Grund auf böse – ja, das kann Zombie sehr gut -, aber bis Myers in Haddonfield angekommen ist, haben wir ihn schon bestens kennengelernt. Ein unverstandener Junge, aufgewachsen am Rande der Gesellschaft in einer Unterschichtenfamilie. Von der Mutter, die abends in der Tabledancebar die paar Kröten verdienen muss, um sich und ihre Kinder über die Runden zu bringen, ihrem besoffenen Freund und der Schwester vernachlässigt. Später in der Psychiatrie von den Wärtern misshandelt, verhöhnt. Zombie wandelt Carpenters Symbol einer Gesellschaft zu einem bösartigen Opfer der Gesellschaft. Macht aus Michael Myers einen Jason Vorhees, einen Leatherface. Gleichsam abgewrackt und monströs dann auch Myers Erscheinung. Michael Myers Maske ist nicht mehr weiß, Weiß die Farbe der Unschuld, sie ist braun, schwarz oder was auch immer. Zombie versteht Myers Maske als Zeichen seiner individuellen Bösartigkeit, seines Zorns, der so offenkundige Gründe hat . Für sie hätte es doch aber gar kein Symbol mehr gebraucht, so wie er sich da nach Haddonfield durchslasht.

In der zweiten Hälfte liefert Zombie dann endlich was sich die meisten Zuschauer wohl unter einem Teenslasher vorstellen. Der böse Mann kommt in den Vorort und schlitzt unartige Teenager auf. Völlig losgelöst von der ersten Hälfte Zombies Michael Myers Vision, völlig losgelöst von Carpenters Grundthema, das Zombie schon in der ersten Hälfte mit seiner Neuausrichtung – nicht zu verwechseln mit einer Neubetrachtung des Themas – ad absurdum führt. Es fällt schwer Zombies Film in dieser zweiten Hälfte überhaupt noch Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Ist das Gezeigte doch nur eine weitere Wiederholung schon gefühlt tausendmal gesehener Mordszenen. Sicherlich, mit Zombies eigener Wucht inszeniert, jedoch aller psychologischen Kraft über den Goregehalt hinaus befreit. Die Mittelschichtjugendlichen, denen Carpenter 1978 soviel Aufmerksamkeit schenkte, scheinen Zombie gar nicht zu interessieren. Sie sind nur Mittel zum Zweck, Futter für Zombies eigentliches Opfer. Seinem urbanisierten Backwoodslasher.

4/10 Punkte

Das schwarze Buch

In Robocop wird der Polizist Murphy zu Beginn des Filmes bis zur Unkenntlichkeit von Maschinengewehren zerschossen, bis nur noch ein Haufen Knochen und Fleischbrei auf dem Boden der alten Industrieanlage liegen bleibt. In Interviews auf die explizite Form der Gewaltdarstellung in seinen Filmen angesprochen, erklärt Paul Verhoeven diesen Umstand mit seinen Erfahrungen während der deutschen Besatzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg. Immer wieder. Er sei damals als 6 oder 7 jähriger Junge durch die Straßen gegangen und habe Tod und Gewalt in ihren schrecklichsten Formen gesehen. Er könne Gewalt nicht anders als drastisch darstellen, da Gewalt nun einmal verstörend ist. Verhoeven drückt sich in den Interviews jedoch wesentlicher nüchterner aus. Er ist halt nüchterner als man es aufgrund seiner fiktionalen Filme während seiner Zeit in Hollywood annehmen könnte. In Das Schwarze Buch, seinem ersten europäischen Film seit Flesh & Blood, erzählt er die Geschichte der Jüdin Rachel Stein, die als Ellis de Vries in den niederländischen Widerstand geht und sich während ihrer Spitzeltätigkeit im Hauptquartier der SS in Hauptmann Müntze verliebt.

Obwohl Verhoevens Geschichte, die laut dem Vorspann auf wahren Begebenheiten beruht, von Anfang an über unglaubliche seelische und körperliche Qualen erzählt, darf erst nach über einer Stunde die erste Träne fließen. Da sterben die Männer des Widerstands im Kugelhagel der Nazis. Nicht dass nicht schon vorher Menschen unvorhergesehen im Kugelhagel der Nazis sterben würden - Rachels ganze Familie wird gleich zu Beginn während eines Fluchtversuchs nach Belgien auf der Maas von einem Schnellboot der SS aufgebracht und stirbt im Maschinengewehrfeuer -, doch diesmal ist der Grund ihres Todes in den eigenen Reihen zu suchen. Offensichtlich kollaboriert ein Mitglied des Widerstands mit den Deutschen und hat die Aktion an sie verraten. Der Verrat aus den eigenen Reihen darf beweint werden, die Verbrechen der Besatzer werden ausgehalten. Auch eine Form von Widerstand. Wie eigentlich Verhoevens ganzer Film, der die Verbrechen der letzten Tage deutscher Besatzung der Niederlande in einem burlesken Agentenfilm verarbeitet, ohne jedoch die Ausmaße der Katastrophe zu verharmlosen. Ganz im Gegenteil, gerade durch den ständigen Stilbruch erhalten sie erst ihre verstörende Wirkung und damit eine Aussagekraft über ihre Abscheulichkeit hinaus. Wenn gerade noch gelacht werden durfte, über den deutschen Bürokratiewahn, und Verhoeven im Gegenzug ganz nebenbei die blutigen Fußsohlen und zermatschten Gesichter der von der SS verhörten Widerständler zeigt. Seht her, trotz all des Leids, trotz all der Verbrechen, trotz all der Verzweiflung haben wir das Lachen nicht verlernt.

Doch Verhoevens Film geht noch einen Schritt weiter. Der Genozid ist in Das Schwarze Buch nicht wie so oft geschildert ein einzig rassistisch motiviertes und begangenes Verbrechen der Nationalsozialisten, er geschieht in Verhoevens Erzählung aus vor allem materiellen Gründen, an denen auch die niederländischen Nicht-Nazis partizipieren. Es wird nicht wenige geben, denen angesichts Verhoevens ambivalenter Sichtweise auf die Geschichte und ihrer Figuren die Schamesröte ins Gesichts steigen wird. Die Provokationen Verhoevens sind nur oberflächlich in der Nacktheit seiner Hauptdarstellerin und ihrem blondierten Scharmhaar zu finden, sie sitzen viel tiefer unter der Oberfläche. Vielleicht gegen Ende seines Films am deutlichsten erkennbar, wenn der Mob die angeblichen Kollaborteure durch die Straßen treibt und sie ohne nachzufragen mit Scheiße übergießt. Für Rachel ist der Krieg noch lange nicht vorbei.

8,5/10 Punkte

Arbeit für den Rekorder 9. - 15. Januar

Heute wieder Auswärtsspiel an der Ostseeküste. JMK wird euch ab dem späten Nachmittag (hoffentlich, ich habe gar nicht nachgefragt) mit Fernsehtipps versorgen. Meine Tipps sind wie immer auch dabei. Wer Lust hat, klickt auf die Mitfahrgelegenheit. Viel Spaß!

Das Kabinett des Dr. Parnassus

Imagination. Vorstellungskraft. An der hat es Terry Gilliam und seinen Filmen nie gefehlt. Egal ob nun Brazil oder Fear and Loathing in Las Vegas, Time Bandits oder Tideland. Gilliams Figuren haben ihre Kämpfe in einer surrealistischen Fantasie auszutragen. Das ist oftmals chaotisch, wirkt manchmal überambitioniert, ist aber immer ein schräger Gegensatz zum Mainstreamkino mit seinen vorgegebenen Rahmenbedingungen. Jeder Gilliam Film spaltete bisher die Filmgemeinde, man muss Gilliams Art Filme zu drehen einfach mögen, um überhaupt einen Zugang zu ihnen zu finden. Vor allem wenn das Drehbuch aus seiner eigenen Feder stammt. Eine Schwäche Gilliams, so sehr man auch seine Filme für den anderen Blickwinkel, den sie immer wieder einnehmen, lieben darf.

Fast Forward >> The Inglorious Bastards

Ich habe es ja schon öfters erwähnt, mir ist kein unbefangeneres Kino, als das italienische am Ende der 70er bis Mitte der 80er Jahre bekannt. Castellari dreht kurz vor dem letzten und bombastischsten New Hollywood Streifen, Apocalypse Now, einen Kriegsfilm, der aussieht und sich anfühlt, als hätten die vorherigen 15 Jahre gar nicht stattgefunden. Krieg ist Abenteuer, vor allem wenn man ihm entfliehen möchte. Die Nazis werden nicht Opfer eines Spezialtrupps der Alliierten, sondern eines Haufen von Deserteuren auf den Weg in die vom Krieg verschonte Schweiz, ausgeschaltet mit Pfeil und Bogen. Der Kampf ums Überleben im als schrecklichste Katastrophe der Menschheitsgeschichte betrachteten WWII, ein Cowboy- und Indianerspiel voller politischer Unkorrektheiten, das sich am exploitativen Gehalt der Nazitopoi und einmal auch an nackten Frauenkörpern labt. Da sprechen Amerikaner dialektfrei deutsch und italienische Partisanen dialektfrei amerikanisch. Die Gegner stürmen, als ob es sich lediglich um eine Kissenschlacht handelt, in die Maschinengewehrsalven der verwegenen Hunde, und ein Leck im Tank kann dann auch mal mit einem Kaugummie gestopft, der Selbstzerstörungsmechanismus der Nazi-Bombe mit einem Bleistift sabotiert werden. Der hollywoodtypische Pathos zur satirischen Überspitzung verkehrt, zu finden im grandiosen Score und der von allen Geistern verlassenen zu scheinenden Coolness der Protagonisten. Nein, auch wenn Castellari auf eine realistische Ausstattung seines Films großen Wert legt, seine Geschichte möchte den Zuschauer nicht mit den Monstren der Kriegsrealität die gute Laune verhageln. Auf der Seite der unfreiwilligen Befreier wird letztendlich auch gestorben, weniger selbstlos, als tragisch. Solch unbefangene Kriegsfilme wird es nie mehr geben. Wenn man The Inglorious Basterds überhaupt als Kriegsfilm bezeichnen kann.

7/10 Punkte

Fast Forward >> Doghouse

Wenn ich Doghouse in einem Satz zusammenfassen müsste, würde mir nur dieser einfallen: B-Movie mit den bewährten Zutaten des Genres plus als schwarzer Humor getarnter Mario-Barth-Witz, der jedoch aufgrund seiner sympathischen Figuren und Darsteller vieles von dem wieder gut macht, was ihn unter einer strengeren Betrachtungsweise, gerade im Hinblick auf die noch junge männliche Zielgruppe, eigentlich zu einem Ärgernis werden lassen müsste. Aber ich will heute mal nicht so sein, denn Spaß macht Jake West jederzeit ersichtlich als Shaun of the Dead Light konzipiertes Männersterben durchaus. Wenn es auch nur für den einen oder anderen Schmunzler reicht. Vince hat gerade die Scheidungspapiere unterschrieben, also organisieren seine Kumpels einen Wochenendausflug in das Londoner Umland. In Moodley gibt es den Gerüchten nach einen gehörigen Frauenüberschuss in der Bevölkerung, was Vince die Trauer über seine gerade Verflossene erleichtern soll. Mal wieder so richtig einen drauf machen, ganz wie in den alten Tagen vor ihrer Domestizierung durchs weibliche Geschlecht. Gerade angekommen, erweist sich das Reiseziel jedoch als Kaff mit weniger als 10 Häusern, zudem scheint die Bevölkerung gerade nicht anwesend. Der Pup leer, das Spielwarengeschäft geschlossen. Dass Moodley aber nicht geschlossen zur Viehauktion ins Nachbardorf gereist ist, erfahren die Großstadtjungs ziemlich schnell und schmerzhaft. Das Militär – so viel sei verraten, da unerheblich – testet gerade eine neue biologische Waffe, die die mit XX Chromosomen gesegneten Menschen zu zombieesken Furien mutieren und XY-Menschen jagen läßt. Dabei erweisen sich Bräute, Emos und Adipöse Furien als die gefährlichsten, die lediglich niedlichen und ganz gut mit dem Autobus zurechtkommenden, als die leicht auszuschaltenden und harmloseren. Was folgt, sind sich immer wiederholende Belagerungsszenen, einige harmlose Gags, die auf das Kind im Manne abzielen und gar nicht mal soviel Blut und Eingeweide. Immerhin hält West das Tempo seines Zombiespaßes recht hoch, läßt aber ausgerechnet just in dem Augenblick den Abspann los, in dem es mal wirklich lustig wird. Für zwischendurch recht ordentlich.

6,5/10 Punkte

Arbeit für den Rekorder - Neujahrsausgabe 2010

Frohes Neues! Ich hoffe euer Kater fällt nicht so schlimm aus wie noch letztes Jahr und eure guten Vorsätze sind noch nicht gebrochen. Bei den Fernsehtipps bleibt erstmal alles beim Alten, JMK ist auch noch dabei.

Samstag, 2. Januar

20.15 Uhr, RTL2: Im Land der Raketenwürmer Grandioser B-Movie als Reminiszenz an die alten 50er Jahre Horrofilme. Super aufgelegte Schauspieler und mit viel Charme und Witz inszeniert.

Du wirst lachen, den habe ich immer noch nicht gesehen, aber immerhin war er auf der Festplatte mit meinen ganzen TV Aufnahmen, die bekanntlich vorgestern abgeschmiert ist. Kann ich ihn ja gleich nochmal aufnehmen.

00.20 Uhr, mdr: Tödliche Fragen Ein typischer Lumet. Und das im besten Sinne. Nick Nolte und Timothy Hutton als korrputer Bulle und junger Staatsanwalt die sich bekriegen. Grandios gespielt und spannend inszeniert. Ein typischer Lumet eben.

Bei Lumet weiß man, was man hat...