Überschrift der Woche:

"Schalker ohne Sorgen in Frankfurt" WAZ, Printausgabe 27.Februar 2009

Halte ich zumindest für zweifelhaft... Ja Ja, ich weiß, aber selbst der Zusatz "personelle" hätte mich nicht weniger zu einem Schmunzeln veranlasst.

Arbeit für den Rekoder - 28. Februar. - 06..März

Samstag, 28. Februar

20:15 Uhr Larry Flynt – Die nackte Wahrheit (DAS4.)
Woody Harrelson ist gut wie gewohnt und Courtney Love an seiner Seite sensationell „echt“. Dies ist kein echtes Biopic, ob es tatsächlich der Wahrheit entspricht ist dabei auch völlig egal, denn Formans operesker Film, der zwischen Satire und echtem Plädoyer für die Meinungsfreiheit schwankt, ist einfach nur schwer unterhaltsam.

22:10 Uhr Anaconda (K1)
Arrrrrrrrrrghhhh. Miss Lopez auf dem Weg in die Drittklassigkeit. Viel Humor vorausgesetzt, kann man ihr dabei meinetwegen gerne zuschauen. Aber nicht, daß ich nicht gewarnt hätte.

23:45 Uhr Resurrection – Die Auferstehung (PRO7)
Hierfür steht keiner auf. Selten ein so schlechtes Sieben Rip Off gesehen wie diesen Auferstehungsversuch Christopher Lamberts. Naja, für B-Film Erfahrene wird’s so gerade noch reichen.

00:15 Uhr Oldboy (WDR)
Konnte mich nur in der ersten Hälfte wirklich überzeugen. Kann man hier nachlesen.

02:40 Uhr Mad City (VOX)
Sehr sympathischer Thriller, der erst humorvoll anfängt um dann ernstere Töne anzuschlagen. Hoffmann und Travolta in einer gelungenen Anklage gegen bigotte Medienwelten. Auch wenn der Film in der Schlußszene selbst die Sensation sucht.

Sonntag, 1. März

20:15 Uhr Das Mädchen aus dem Wasser (TELE5)
Habe ich noch nicht gesehen, muß aber wirklich furchtbar sein. Versuch macht klug.

22:15 Uhr Constantine (PRO7)
Ganz okayer, aber absolut nicht ernst zu nehmender CGI-Bibel-Thriller mit Keanu Reeves und Super-Schnucki Rachel Weisz nach der amerikanischen Comicserie Hellblazer. Unterhält ganz passabel, kann aber ganz bestimmt die Erwartungen nicht gänzlich erfüllen.

00:00 Uhr Misery (K1)
Ist schon komisch. Misery ist so ein typischer Kandidat der Sorte „Ach nee, nicht schon wieder.“, aber wenn er dann erstmal läuft, dann kann man sich nicht einfach nicht mehr von ihm abwenden. Super geiler Thriller, der mit den fiesesten dramaturgischen Kniffen aufwartet und zwei sensationell starke Hauptdarsteller auffährt. Misery ist einfach nur sehr sehr gemein.

00:30 Uhr Casshern (PRO7)
Kann mir mal einer erklären worum es überhaupt geht?

Montag, 2. März

20:15 Uhr Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug (DAS4.)
Endlich mal wieder Abrahams Zucker ohne Ende. Der Wortwitz geht zwar in der deutschen Synchro ein wenig unter, aber die Slapstikeinlagen und die vielen Parodien auf erfolgreiche Kinofilme der 70er Jahre sind auch heute noch einfach herzlich. Klasse.

21:00 Uhr Ladykillers (ARTE)
Blaupause der britischen Gangstergroteske schlechthin. Kann man nur lieb haben.

22:20 Uhr American Fighter II (K1)
Wo war Teil 1? Michael Dudikoff im Kampf gegen genmanipulierte Gangsterninjas aus Fernost. Natürlich oberreaktionärer 80er Jahre Dummfug aus dem Hause Cannnon. Macht ja gerade deshalb Laune.

01:30 Uhr Dr. X (HR)
Netter kleiner Horrorspaß aus den frühen Jahren des Vielfilmers Michael Curtiz. Ja, genau der Curtiz, der uns später noch Die Abenteuer des Robin Hood und Casablanca schenken sollte. Wird natürlich programmiert.

Dienstag, 3. März

20:15 Uhr Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff (DAS4.)
Siehe Montag.

Mittwoch, 4. März

20:15 Uhr Im Auftrag des Teufels (K1)
Herrlich zynischer Teufelspakt, eingebettet in einem in den 90ern so beliebten Anwaltssujet. Die Firma und Co. lassen herzliche Grüße ausrichten. Selbst Keanu Reeves macht hier wirklich kaum etwas falsch, obwohl er natürlich neben den mit viel Spaß an seiner Rolle auftretenden Al Pacino keine wirkliche Chance hat. Kann man mehr als einmal schauen.

20:15 Uhr The 13th Floor (DAS4.)
Wunderbar ausgestatteter Cyber-Noir, dem es lediglich an ein wenig Mut zum richtigen Tempo fehlt. Kann dennoch frei von jeglicher ernsthafter Metaebene gut unterhalten, auch wenn das Ende ein typisches ist. Als Produzent ist Emmerich nicht der allerschlechteste, das darf man ihm zugestehen.

Donnerstag, 5. März

20:15 Uhr Master and Commander (VOX)
Psychospielchen auf hoher See. Mir fehlt da aber irgendwie die Leidenschaft abseits der technischen Brillanz des Filmes, die ohne Frage in außerordentlich hohen Dosen verabreicht wird. Für den Mut ein so unangesagtes Thema dermaßen aufwendig zu produzieren möchte ich aber Regisseur und Geldgebern meinen Respekt aussprechen. Von daher hat der Film schon meine Sympathien auf seiner Seite.

Freitag, 6. März

20:15 Uhr Die Mumie kehrt zurück (RTLII)
Heidewitzka, Stephen Sommers Fortsetzung seines vergnüglichen Überraschungserfolges. Nicht ganz so temporeich und ein paar Längen nicht aussparend reißt der Unterhaltungswert zwar ein wenig ein, kann jedoch immer noch als überdurchschnittliche Popcornkost eingestuft werden. Es fehlt halt nur ein wenig an der Unbefangenheit des ersten Teils.

20:15 Uhr Deep Star Six (TELE5)
Weitaus besser als regelmäßig in den Kritiken kolportiert überzeugt Sean S. Cunningham mit einem überraschend konsequent durchgezogenen Abyss/Alien Mix auf striktem B-Movie-Niveau. Weder Bauchplatscher noch Arschbombe, einfach nur kurzweilig.

22:05 Uhr Sie leben! (TELE5)
Roddy Piper absolviert ja immer noch Gastauftritte in der WWE obwohl er 2006 an Krebs erkrankte. Ganz interessant im Kontext zu Aronofskys aktuellem Film, zumal ich nicht damit gerechnet hätte, daß der mittlerweile 55jährige, der schon vor 10 Jahren wie ein Mittfünfziger daherkam, immer noch aktiv ist. Aber ich schweife vom Thema ab. Da kann man mosern wie man will, an Charme fehlt es Carpenters B-Movie aus den 80ern bestimmt nicht, wenn er den 50th Anti-Kommunismus Sci-Fi Reißer auf den ungebremsten Konzern-Kapitalismus projiziert.

23:00 Uhr Dawn of the Dead (RTLII)
Leider wird hier wie gewohnt nicht der bessere DC ausgestrahlt. Bei aller Entfernung vom Original und vielleicht angebrachter Ideologiekritik, die Zack Snyders Remake erlaubt, muß man ihm jedoch zugestehen, daß er hier einen sehr stringenten Reißer auf die Leinwand gebracht hat, der nicht eine Sekunde von seiner Marschroute abkommen wird. Gute Darsteller heben den Film noch einmal ein Stückchen weiter aus dem gewohnten Mittelmaß des postmodernen Horrorfilms heraus.

Noch mehr unfehlbare Tipps findet man auch auf
From Beyond, Blockbuster Entertainment, The Duke, Kino, TV & Co und immer wieder ab samstags.

Filmrätselstöckchen # 1167

Es lebt... Nach langer, langer, langer Zeit ist es endlich auch mal wieder auf diesem Blog Gast. Das Filmrätselstöckchen geht in eine neue Runde, nachdem ich gestern beim Cleriker den swingenden Japankracher Zero Women: Red Handcuffs aka Der Tiger von Osaka erkannt habe. Neulingen und zufällig auf meinen Blog Verschlagenen möchte ich noch insbesondere darauf aufmerksam machen, daß wildes Mitraten unter Zuhilfenahme aller möglichen Werkzeuge (OFDB, IMDB, Google etc.) nicht nur gestattet, sondern ausdrücklich erwünscht ist. Ich wünsche wie immer viel Spaß dabei!













Ein herzliches Willkommen auf dem Jahrmarkt der irren Attraktionen. Die Zombies kommen, nein Quatsch, die verstrahlten Opfer eines Atomunfalls okkupieren die namenlose Stadt. Ein viertel Jahrhundert vor Danny Boyle können Umberto Lenzis verstrahlte Zombieinfizierte (oder was auch immer) nicht nur rennen, sondern auch ganz gut kloppen, schlitzen und das Schnellfeuergewehr! bedienen. Mittendrinn Hugo Stiglitz (Das Geheimnis des blauen Diamanten), Laura Trotter (keine Ahnung) und Mel Ferrer (Falcon Crest). Zum Schreien unfreiwillig komische Dialoge, wahnsinnige Gummimasken und ein Drehbuch der Kategorie aufgerollte Zehnägel garantieren Lachkrämpfe der gehobenen Klasse. Ein Fest für Trash-Junkies. Das ist Nightmare City aka Großangriff der Zombies aka Incubo sulla città contaminata. Anonym und Peter Noster haben's gewußt. Wo und wann es weiter geht? Wie immer in den Kommentaren, oder einfach hier klicken.

Fast Forward >> Bad Lieutenant

Irgendwann sieht man sie ja dann doch noch, auch die schon seit 17 Jahren vor sich hergeschobenen. In diesem Fall geht es um den namenlosen New Yorker Cop, der durch illegale Wetten mit der Mafia die Existenz seiner selbst und die seiner Familie, zu der er eh schon längst den emotionalen Kontakt abgebrochen hat, auf's Spiel setzt. Eine Nonne wurde vergewaltigt, die von der Kirche ausgesetzte Belohnung für die Aufklärung des Falles von 50.000 $ könnten seine Rettung sein. 90 Minuten darf man den von mir geschätzten Harvey Keitel beobachten wie er sich eine Crackpfeife und eine Line nach der anderen reinzieht, den Schmerz mit Alkohol zu betäuben versucht und auf dem Höhepunkt seines Exzesses unschuldige Teenager aus New Jersey zur sexuellen Demütigung nötigt. Das Thema Abel Ferraras Film ist durchaus interessant, der Polizist als gefallener Engel, der schließlich die Erlösung von seinen Sünden in der Vergebung der Sünden anderer sucht. Doch die Umsetzung kann nicht als gelungen bezeichnet werden. Viel zu sehr konzentriert sich Ferrara auf die visuelle Ausbeutung der Verfehlungen. Anstatt im Finale einen nachvollziehbaren Diskurs zu bieten, verläßt er sich auf aufgesetzte und überladene Symbolik, die der unfreiwilligen Komik näher steht als ihrer völlig ernsten Intention. Daß Ferrara zum Thema Sünde nichts anderes einfällt als Sex, Drugs & Rock'n Roll Techno läßt tief blicken.

4,5/10 Punkte

The Wrestler

Er hatte seine große Zeit, damals in den 80ern. Randy „The Ram“ Robinson. Sein größter Erfolg der große Kampf gegen den „Ajatolah“ vor 20.000 begeisterten Zuschauern in der Halle und 1.500.000 vor den Fernsehschirmen. Doch irgend etwas muß dann auf dem Weg zur Legende schief gelaufen sein. Wir können es nur erahnen, denn erstens steht Randy immer noch im Ring, bereit die beste Show zu liefern, die sein geschundener Körper noch zu liefern bereit ist, und zweitens macht er dies nicht mehr in der Eliteklasse des Wrestling Zirkus mit seinen fetten Gehältern und Erlösen, sondern in einer der vielen halb-professionellen Independent Ligen, die die ländlichen Schulaulen und Sporthallen an den Wochenenden für kleines Geld füllen. Die Gagen reichen noch nicht einmal für die regelmäßige Begleichung des Mietzinses seines White-Trash Trailers. Den richtigen Zeitpunkt diesem Leben freiwillig Adieu zu sagen hat Randy längst verpaßt, und so hofft er doch noch auf die Chance eines Comebacks, von irgendeinem Manager der großen Veranstalter wieder entdeckt zu werden. Er liebt das Rampenlicht, die Show, den Ruhm. Die Anerkennung erfährt er jedoch nur noch von seinen Kollegen, die sich nach den Kämpfen bei ihm für die gute Arbeit bedanken. In der Umkleidekabine, hinter dem Vorhang wird schnell klar, daß sie Randys einziger Halt sind, eine Art Ersatzfamilie für jemanden, der nicht nur seinen einstigen Ruhm einbüßen mußte, sondern von dem sich auch Frau und Kind abgewendet haben. Der Mann hat es vermasselt, so richtig. Doch meint es das Leben noch einmal gut mit ihm, schenkt ihm die Warnung zum rechten Moment in Form eines Herzinfarktes, der ihn zur Aufgabe seines naiven Traumes zwingt und Randy zurück ins echte Leben spülen will. Auch in seinem Alter kann man nochmal neu anfangen, Fehler wieder gerade rücken und die echten Chancen am Schopfe packen. In Hollywood glückte dies schon auf unzähligen Filmrollen.

Das Eye of The Tiger bleibt jedoch verschlossen, stattdessen schenkt uns Aronofsky einen Film von seltener Aufrichtigkeit, der seine Figuren ernst nimmt und ihnen die Glaubwürdigkeit zugesteht, die vonnöten ist, um das Herz des Zuschauers für diese niemals melodramatische Tragödie zu öffnen. Dazu ist Aronofski bereit auf jegliches filmisches Brimborium zu verzichten, hier gilt die Aufmerksamkeit ausschließlich Randy Robinson. Die Kamera weicht nicht einen Moment von The Rams breiten Schultern, nimmt dabei die Perspektive eines Betreuers ein, der den imaginären Weltmeistergürtel auf dem Weg zum Ring hinter ihn her trägt. Da wird sogar Randys erster Arbeitstag hinter Wurst- und Fleischwarentheke im Supermarkt zur Showeinlage. Er liebt einfach das Rampenlicht und umso schmerzlicher wird für ihn die Erfahrung ohne seinen Künstlernamen dem Leben zu begegnen. Eine Hilfe dabei ist ihm Cassidy, die ihren Lebensunterhalt ähnlich wie er bisher auf einer fragwürdigen Bühne verdient, doch im Gegensatz zu ihm zwischen ihren Rollen als Stripptänzerin und Mutter zu unterscheiden vermag. Das Selbstbewußtsein nicht aus der Show zieht, die sie Abend für Abend vorführt, sondern aus ihrer Fähigkeit ihr Leben handeln zu können. Ein toller Gegenentwurf zu Randy, dem dies noch nie gelungen zu sein scheint. Ihrem Rat folgend versucht er wieder Kontakt zu seiner Tochter aufzunehmen, was ihm nach anfänglichen Schwierigkeiten auch tatsächlich gelingt, indem er es wirklich einmal schafft sein Ego hinten an zu stellen, seine Rolle als Showman, dem man doch nicht wirklich böse sein kann zu verlassen und ihr seine Fehler und Schwächen eingesteht. Mehr als ein Bitten um Versöhnung, mehr als eine Geste. Umso tragischer erscheint es wie fragil Randys Willen ein neues Leben zu beginnen wirklich ist, mit welch einer Schwäche er den Versuchungen seiner alten Welt begegnet. Ein schlechter Tag im Supermarkt reicht da schon aus, um das wackelige Gerüst, das er gerade errichtet hat, einstürzen zu lassen. Hier erreicht Aronofsky eine Effizienz, die nur wirklich guten Regisseuren vorbehalten ist. In wenigen Szenen konkretisiert er Randy „The Ram“ Robinsons Charakterschwächen, die sein Leben dahin führten, wo es jetzt ist. Erzählt vom Schmerz dem er seiner Familie in der Vergangenheit aussetzte, läßt die tiefen Wunden Randys Tochter Stephanie wieder aufplatzen, alles nur für ein wenig Spaß und vermeintlichen Ruhm auf der Groupietoillete. Randy „The Ram“s Schwächen nehmen die Rolle des unbesiegbaren Antagonisten nicht nur seines Lebens ein. Daß dies alles nicht zu der vielleicht erwarteten Schmonzette verkommt, liegt zum einen an der vorwiegend zurückhaltenden Inszenierung des Regisseurs, die dennoch immer nah an ihren Figuren dran ist und auch mal einen Hauch von Überschwänglichkeit mit sich bringt sobald Randy in den Ring steigt. Auf der anderen Seite ganz bestimmt an den klasse Darstellern, die sich trotz Mickey Rourkes phänomenaler sowohl körperlicher als auch spielerischer Präsenz nicht unterordnen müssen, denen Aronofsky immer wieder auch die Möglichkeit dazu läßt. Marisa Tomei interpretiert die Rolle der alleinerziehenden Mutter derart geerdet und glaubhaft, daß einem schon der Atem stocken kann wenn man sie dabei beobachtet wie sehr ihr doch die Angst vor einer Enttäuschung im Nacken sitzt, und auch Evan Rachel Wood nehmen wir die Wut und Verzweiflung der Tochter über eben jene Enttäuschungen mehr als gerne ab. So sehr fühlt man sich mit den Figuren des Films auf eigenartiger Weise verbunden, daß man auf eine Fortsetzung der Geschichte mit einem gutem Ende hofft wenn dann plötzlich schon der Abspann zu Bruce Springsteens melancholischer Ballade voll von Wehmut die Leinwand füllt. Wir wissen, dies kann nur ein naiver Traum sein. Da dürfte dann auch dem gestandenen Kerl die eine oder andere Träne über die Augenlider schwappen. The Wrestler – Ruhm. Liebe. Schmerz. Genau in dieser Reihenfolge.

9/10 Punkte

Heute schon wissen was übermorgen in der Zeitung steht 2.0 - Google macht's nicht möglich

Unter letztem Kommentar einen weiteren Kommentar mit folgendem Link http://www.trainer-baade.de/?p=504 verbunden mit klugem Spruch des Trainers vorstellen. Warum sein Kommentar letztendlich von Blogger immer wieder mit der Meldung "Ihr Kommentar konnte nicht verarbeitet werden" abgelehnt wurde kann ich nicht nachvollziehen. Ich kann jedoch nachvollziehen, daß der Trainer jetzt keinen Bock mehr hat, wie er mir per e-mail versicherte. Hätte ich auch nicht. Voll der Hoffnung, daß es sich nur um ein temporäres Problem handelt verbleibe ich ahnungslos mit einem

Glück Auf!

P.S.: Im aktuellen Banner ist nicht Drafi Deutscher zu sehen, sondern Martin Scorcese in seinem Film Taxi Driver. In Ermangelung eines preisgünstingen und gleichzeitig talentierten Schauspielers übernahm er kurzerhand selbst die Rolle des gehörnten Ehemannes. Die Ähnlichkeit zum deutschen Schlagersänger mit ungestümen Ego ist zugegebener Maßen frappierend, einen Zwerg kann ich jedoch nicht entdecken.

P.S.: Der Zwerg neben Drafi Deutscher heißt Kosetsu Minami, ein japanischer Musiker, der keinen Wikipedia-Eintrag in einer mir lesbaren Sprache vorweisen kann.

P.P.S.: Bleibt mir nur noch anzumerken, daß auch ich ein Opfer Goolges Willkür zu sein scheine. Unter dem glänzenden Review der Trash-Academy zum bahnbrechenden türkischen Meisterwerk Dünyayı Kurtaran Adam, bekannt unter Turkish Star Wars und auch schon in der Ursuppe dieses Blogs desöfteren erwähnt, versuchte ich minutenlang immer wieder folgenden Kommentar zu platzieren: Ich habe lediglich vier Anläufe gebraucht, um der Gehirnwäsche in ihrer Gänze zu erliegen. Stolz kann ich vermelden keine bleibenden Schäden davon getragen zu haben, gestählt und geerdet betrachte ich seitdem die Kino- und Videowelten. Wir ahnen ja gar nicht, was da noch alles auf uns zukommen könnte. Aber Turkish Star Wars nimmt mir die Angst davor. Doch Blogger weigert sich partout ein CAPTCHA zu laden, was eine Veröffentlichung meines Kommentares unmöglich macht. Verstehe einer dieses Internet.

Angel Heart

Harry Angel ist ein New Yorker Detektiv, keiner der mit viel Pathos große Fälle aufklärt, eher der, der fremdgehenden Ehemännern hinterher spioniert. Sein heruntergekommenes Büro in Brooklyn zeugt nicht gerade von wirtschaftlichem Erfolg, da kommt ihm der Auftrag des geheimnisvollen Louis Cyphre gerade recht. Angel soll Johnny Favorite ausfindig machen, einen ehemaligen Schlagersänger, der Cyphre noch etwas schuldet. Angel stößt schnell auf erste Spuren, doch ebenso schnell stirbt sein erster wichtiger Informant, noch bevor Angel ihn ein zweites Mal aufsuchen kann, um mehr über den Verbleib Johnny Lieblings herauszufinden. Angel bekommt kalte Füße, Tote sind nicht seine Welt, zudem befindet er das Risiko zu hoch für den Tod des Doktors im Knast oder auf dem Elektrischen Stuhl zu landen. Louis Cyphre kann ihn nicht zuletzt mit 5.000 $ Honorar überreden weiter nach Favorite zu suchen. Am Strand von Coney Island erhält Angel den entscheidenden Hinweis, die Reise führt nach New Orleans.

Mickey Rourke soll Alan Parker während der Dreharbeiten das Leben zur Hölle gemacht haben, und hört man Alan Parker in den damaligen Interviews zu Angel Heart genau zu, muß es tatsächlich am Set das eine oder andere mal zu Unstimmigkeiten zwischen Hauptdarsteller und Regisseur gekommen sein. Ohne Umschweife schwärmt Parker von der Professionalität Robert de Niros, von seiner konzentrierten Arbeit, von seinem Gespür für die jeweilige Szene und wie er Rourkes Leistung in den gemeinsamen Szenen anspornte. In Anbetracht der Tatsache, daß Mickey Rourke 1987 schon als neuer Marlon Brando gehandelt wurde, nicht nur eine Anerkennung Robert de Niros, sondern sicherlich auch eine höflich verpackte Lektion für den jungen Darsteller, der schon vor Angel Heart mit dem System Hollywood auf dem Kriegsfuß stand und über das Ende seiner Schauspielerei nachdachte. Vielleicht sind solche Spannungen am Set gar nicht mal dem Endergebnis abträglich, denn eines steht fest, Angel Heart gehört eindeutig zu Alan Parkers und Mickey Rourkes besten Arbeiten. Ein Film aus einem Guss, wie man gerne sagt. Eine anfangs klassische Detektivgeschichte, die sich im Laufe der Erzählung immer mehr zu einer bitterbösen Reise in die Vergangenheit entpuppt, an dessen Ende der Teufel die Schulden mit Zinseszins einfordern wird. Ein klassisches Thema, welches jedoch anders als bei Goethe oder in vielen Märchen und Legenden kein gutes Ende nehmen will und kann. Zu sehr hat sich Favorite in der Annahme seinen Gläubiger überlisten zu können auf schlimmste Weise an der Unschuld vergangen, als daß man es ihm verzeihen könnte, auch wenn man es vielleicht wollte. Eine universelle Parabel, die sich mit Leichtigkeit in reale Lebensbereiche transferieren läßt. Dem Interpretationswillen seien hier keine Grenzen gesetzt.

Der hinlängliche bekannte Plot des Filmes ist aber mit Sicherheit nicht der eigentliche Star, diese Rolle beanspruchen Narration und Visualisierung, denen Mickey Rourke mit seiner unglaublichen Leinwandpräsenz und seinem intensiven, immer glaubwürdigem, Spiel das Sahnehäubchen aufzusetzen, vermag. Oftmals wurde ihm hier vorgeworfen die Geschichte aufgrund eben dieser Präsenz zu unterdrücken, doch darf nicht außer Betracht gelassen werden, daß er die einzige Hauptperson des Filmes ist. Daß es einzig und allein um ihn geht, was natürlich dank Parkers ausgeklügelter Erzählweise erst im Finale des Filmes ersichtlich oder besser gesagt dem Zuschauer bestätigt wird. Parker geizt von Anfang an nicht mit gut versteckten Hinweisen und Symbolen, die mit Angels Vorankommen allmählich deutlicher werden und mit Kenntnis des Plots schließlich ihren ganzen Charme preisgeben. Bei jeder weiteren Sichtung des Filmes sogar an Offensichtlichkeit gewinnen, Angel Heart lädt geradezu zu einer Zweitsichtung ein. Da läßt Parker Angel schon anfangs in Umgebungen herumwandern, in denen er fremd ist. Ob es die Methodistenkirche in Harlem ist, in der er das erste Treffen Angels und Cyphres verlegt, Angel in einem Fall ermitteln läßt, der überhaupt nicht seinem Profil als kleiner Schnüffler entspricht oder ihn später in New Orleans in der Straßenbahn auf einen Platz setzt, der nur für coloured people vorgesehen ist. Am Strand von Coney Island, dort wo Angel zum ersten Mal mit dem Namen Margaret Krusemark konfrontiert wird, ziehen bedrohlich dunkle Wolken am Himmel auf. Auch kann man Angels brüchige Absteige, in der es nur so von der Decke tropft, obwohl Angel von Cyphre ein gönnerisches Spesenbudget zugestanden wurde, wohl aus diesem Blickwinkel betrachten und nicht nur dem kreativen Setdesign anrechnen. Parkers Bildsprache darf man durchaus als brillant bezeichnen und so ist sie auch für einen nicht unbeträchtlichen Teil der unheilvollen Atmosphäre des Filmes verantwortlich, die sich bis zum Ende hin stets zu steigern weiß und in Angels Visionen immer wieder ihre Höhepunkte findet. Angels Beischlaf mit Epiphany Proudfoot sei hier im Besonderen erwähnt, erreicht diese Szene doch schon fast prophetische Ausmaße in ihrer Wirkung auf den Zuschauer. An dieser Stelle muß Lisa Bonet, die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten gerade einmal achtzehn Jahre alt war und mit der Rolle der jungen Voodoopriesterin geradezu das Ende ihrer Karriere in Bill Cosbys Familienserie aufs Spiel setzte, einfach nur Respekt gezollt werden. Mit welch einer Gelassenheit und ausdrucksvollen Unschuld sie ihre Rolle auszufüllen vermag, obwohl sie wohl kaum Erfahrung auf solch schwierigem schauspielerischen Terrain gehabt haben dürfte, ist mehr als beachtlich. Ob Angel Heart jedoch generell eine Auseinandersetzung mit dem Glauben, dem Okkulten darstellt, möchte ich zumindest anzweifeln. Ich sehe da mehr einen gekonnt erzählten Genremix, der sich eines übersinnlich magischen Umfeldes bedient, als einen religiösen Diskurs. Was hinsichtlich des mir bekannten übrigen Werkes Parkers schlüssig erscheint. Parker ist nicht gerade der Auteur, der mit doppelten Böden arbeitet, sondern eher der plakative Handwerker, der es glänzend versteht Emotionen zu provozieren. Man denke nur an seinen nur ein Jahr später erschienenen Mississippi Burning oder älteren Midnight Express. Parker spielt hier zwar natürlich mit religiösen Symbolen, sogar immer wieder in geradezu augenzwinkender Art und Weise - ein unvergeßliches Bild, die beiden gefallenen Engel Angel und Cyphre in der Kirche, im Hintergrund, die vom flackernden Kerzenlicht erleuchtete Madonna. „Are you an atheist?“, fragt Cyphre, und Angel antwortet:“Yeah, i'm from Brooklyn.“, - doch für mehr als eine die Lesart des Filmes öffnende Inszenierung können die Konnotationen letztendlich nicht herhalten. Sie bleiben immer nur Teil des Geschehens, Puzzlestücke des großen Rätsels um Johnny Favorite und seines Schicksals.

Formal glänzt Angel Heart mit einem fantastisch detailliertem Production Design, das auf der einen Seite mit aufwendig hergestellten Straßenbildern, bevölkerten Kneipenszenen und Schauplätzen im für New Orleans typisch französischen Kolonialstil auftrumpfen kann. Andererseits aber auch mit Akzenten der 80er Jahre nicht spart. Am ehesten wohl an Harry Angel zu erkennen, wie er da mit legere weitem Anzug auch ganz passabel in eine Miami Vice Episode auftreten könnte. Und Epiphany Proudfoot dürfte ebenfalls in jedem Modeführer dieser Zeit eine gute Figur abgegeben haben. Ebenfalls ausgesprochen zu gefallen weiß Michael Seresins Kamera, die der an und für sich einfachen Geschichte nicht selten ein poetisch künstlerisches Antlitz verschafft und sie so doch erheblich aus dem großen Ozean des Genrefilms herausstechen läßt. Keinesfalls jedoch aufgesetzt oder anmaßend wirkt. Ebenso behutsam kommt Trevor Jones Score daher, nie das Feld für sich vereinnahmend und mit seinen Blues, Dixie und Jazzelementen die Stimmung und das Sujet des Filmes auf den Punkt bringend. Insgesamt ist Angel Heart ein faszinierender Film, filmkünstlerisch nicht unambitioniert auf den Pfaden des Film Noirs wandelnd und doch auch mit seinem Mystery Plotwist am Ende vielleicht mehr als in Anlehnung der schon in den 50er Jahren so erfolgreichen und in den 80ern wieder aufgelegten Twilight Zone zu sehen. In jedem Fall aber eine unvergeßlich teuflische Begegnung mit einem ausgezeichneten Mickey Rourke und Robert de Niro, die bis in die kleinste Nebenrolle bestens besetzt scheint. Die den Zuschauer lange im Ungewissen hält und doch mit Hinweisen nur so um sich wirft. Die obendrein noch sehr stilvoll geraten ist und mit ihren Schockmomenten dosiert und effektiv umzugehen weiß. Ein Film aus einem Guss, wie man gerne sagt.

9/10 Punkte

Fast Forward >> Freitag der 13.

Eigentlich wollte ich ja die Klappe halten, zumal hier sowieso der Horrorfilm durch meine kleine Fulci Retrospektive in den letzten Wochen kurz davor steht die Oberhand zu gewinnen. Aber der hier muß dann doch noch sein Fett weg kriegen. Geht nicht anders, sonst kann ich nicht schlafen. O.K., Freitag der 13., Jason Voorhees, Crystal Lake. Nicht die allerbeste Slasher Franchise der Filmgeschichte, aber durchaus annehmbar und im Zuge ihrer im Laufe der Zeit immer stärkeren Ausrichtung zu einer comichaften Videothekenserie nicht frei von Witz und Ironie. Ich würde mich der Lüge schuldig machen zu behaupten alle Teile gesehen zu haben. Teil Eins bekomme ich gerade noch so auf die Kette, bei Teil Zwei ist auch noch alles im Grünen Bereich, was schließlich kein Wunder ist, ist er doch im Endeffekt die ein wenig besser ausgestattete Wiederholung seines Vorgängers. Aber dann vermischen sich in meiner Erinnerung schon einzelne Fragmente der noch folgenden acht Teile von denen ich Jason lebt, Jason im Blutrausch und Jason goes to Hell mit Sicherheit gesehen habe. Obendrauf noch Freddy vs. Jason, der für mich eigentlich mehr als ein würdiger Abschluß mit der in den 80ern etablierten Schmuddelfilm Chose war und ist. Nun also doch noch einmal die Neuauflage, und nicht wie üblich von irgendeinem Newcomer, der zuvor in Europa oder Asien mit einem Überraschungshit für Furore sorgte, sondern von einem ehemaligen Newcomer, der vor knapp fünf Jahren mit Michael Bays Texas Chainsaw Massacre für volle Kassen sorgen konnte. Der sollte nun also wissen wie man Schmuddelkino vergangener Tage mainstreamkonform ins neue Jahrtausend hievt. Und bei allen infantilen Geschmackslosigkeiten und subtextbefreiten Makeln, die sein TCM vor fünf Jahren aufzuweisen hatte, von einem langweiligen Kinobesuch konnte man nicht sprechen. "Im Verlauf der Serie wurde die Brutalität immer comichafter und wirkte eher belustigend. Bei uns dienen die Kills wieder der Erzeugung von Panik.", verriet Nispel im Vorfeld der Cinema, und geschockt war ich dann auch wirklich. Ich hätte niemals gedacht, daß Nispels Remake dermaßen langweilig und unambitioniert ausfallen könnte wie es momentan über deutsche Kinoleinwände flimmert. Da stimmt aber auch gar nichts, überhaupt nichts. Angefangen bei den absolut unsympathischen Opfern und deren einfach nur bemitleidenswerten Dialogen bis hin zu den kümmerlichen Inszenierungen der Morde, die noch nicht einmal den Anflug von der versprochenen Panik aufkommen lassen und obendrein noch unter einem großen Elefantenmisthaufen von einem Score begraben werden. Besonders ärgerlich ist dabei die Tatsache, daß Nispel in der Exposition genau die Leute ins Nirwana schickt, mit denen man sich vielleicht hätte anfreunden können. Ich habe das wirklich nicht verstanden. Stattdessen serviert uns das Drehbuch einen Haufen altbekannter Stereotypen, deren Tod man sich schnell herbei wünscht, damit der Film auch bald ein Ende findet. Mit viel Wohlwollen könnte man da noch eine Parodie auf bekannte Gesichter der Boulevardschlagzeilen hinein interpretieren. Brittney Spears, Paris Hilton und Katie Holmes meine ich entdeckt zu haben. Doch wäre das dann zu viel des Guten. Technisch ist dem Film allerdings nicht viel vorzuwerfen, er sieht ordentlich aus. Da hapert es schon eher am Timing und dem viel zu hektischen Schnitt, der anscheinend die von Nispel versprochene Panik beschwören soll. Ein ganz trauriges Kapitel Kino 2009, das die Kinoauswertung nur dem Bekanntheitsgrad seines Vorbildes und dem Namen seiner Macher zu verdanken hat und noch nicht einmal ansatzweise an die schon nicht gerade herausragende Serie anknüpfen kann. Mit ganz großen Sorgenfalten darf man da auf das nächste Jahr blicken. Bays Produktionsfirma Platinum Dune, die auch für diesen Murks verantwortlich ist, hat A Nightmare on Elm Street angekündigt. Und da vergreift man sich mal wirklich an einem Heiligtum.

2,5/10 Punkte

Arbeit für den Rekorder - 21. - 27. Februar

Samstag, 21. Februar

20:15 Uhr Im Feuer (Pro7)
Gefangen im Flammenmeer, läßt Feuerwehrmann Joaquin Phoenix sein Leben Revue passieren... Haha, soll er mal machen, aber ohne mich. Ich amüsiere mich derweil mit – moment, schauen wir mal nach was es sonst noch so gibt... 20:15 Uhr Der Club der toten Dichter (DAS4.)? Ach Gott, Robin Williams in so einer rührigen netter Lehrer befreit arme Schüler aus den Armen der bösen reaktionären Schulleitung und geht dabei selber drauf. Nö, danke, ist mir zu viel des Guten... oder 20:15 Uhr Jumanji (SAT.1)? Hilfe! Das gibt’s doch gar nicht, nochmal der putzige Oberclown in einem einfach nur vergessenswerten Familienspaß der Marke für die ganz Kleinen... hmhm, hmhm jetzt aber...20:15 Uhr Will Smith: Ali (RTLII)? Nein, so sehr ich Mann auch mag, aber Ali mit Will Smith zu besetzen kann es einfach nicht sein. Mohammed Ali. Mooohaaammed Aaaaaali, den kann man mit niemanden besetzen. Punkt und aus. Warum bringen die nicht einfach mal When we were Kings? Hammer Ali, Hammer Zeitdokument, Hammer Soundtrack, extrem spannend geschnitten und montiert. Mein Gott, ich kapiere es einfach nicht... Aber da ein Silberstreif am Horizont der ordentlichen Fernsehunterhaltung. Man möge mir verzeihen, daß ich Tim Burton's Corps Bride um 20:15 Uhr auf Tele 5 mal außen vorlasse. Ist einfach nicht meine Welt und bei Nightmare before Christmas sind wir dann auch alle nach zehn Minuten vor Schreck aus dem Kino gelaufen – ich sage nur ein Wort. Grusical. Brrrrrrrrrrrrr – Nein, ich lasse mich da doch lieber mit Vox ein...

20:15 Uhr Auf Messers Schneide (VOX)
Einfach toller Männlichkeitswahn-Trip zweier rivalisierender Stadtmenschen in der Wildnis Alaskas. Da gibt es kaum etwas zu meckern, und schon gar nicht über die beiden wirklich sehenswerten Hauptdarsteller Hopkins und Baldwin (diesmal Alec). Den Rest erledigt der Bär.

22:25 Uhr The Gift – Die dunkle Gabe (Pro7)
Sam Raimis Mystery-Krimi Mix habe ich noch nicht gesehen. Cate Blanchett, deren schauspielerische Fähigkeiten ich keinesfalls abstreiten möchte, der meine Hirnsynapsen jedoch seit der Reise zum Schicksalsberg immer wieder spitze Ohren andichten, Keanu Reeves und Katie Holmes lassen einen campigen Mädchengrusel ganz im Sinne Mr. Shalalamananajlajaaa (kann mir den Namen nicht merken, halte ihn aber für zu unwichtig, um nach ihm zu googlen). Auf eigene Gefahr, könnte aber gut gehen.

00:20 Uhr Die Feuerwalze (SAT.1)
Cannon, Chuck Norris, Louis Gossett Jr und Melody Anderson auf den Spuren Spielbergs Indiana Jones. Kann natürlich nur in die Hose gehen, debiler geht’s kaum, aber genau daraus zieht er ja seine Reize.

Sonntag, 22. Februar

20:15 Uhr Brokeback Mountain (Pro7)
Ich hatte es schon bei Christian in den Kommentaren geschrieben. Schwule Cowboys. Das reicht eigentlich schon, nicht nur um die Wichtigkeit dieses Filmes in einer immer noch von starren Rollenbildern beherrschten Kino- und Medienwelt zu verdeutlichen, sondern auch Ang Lees Mut zur Dekonstruktion eines Mythos. Daß der Film auch noch das Bedürfnis nach großartigem erzählerischen Gefühlskino bedient, gerät dabei schon fast zur Nebensächlichkeit.

20:15 Uhr Van Helsing (RTL)
Da mag man Sommers anfangs noch verzeihen, daß er dermaßen auf die Tube drückt, daß er gleich jegliche filmische Exposition den Lokus hinter spült, Frankensteins Monster gleich zu Anfang den Geiern zum Fraß vorwirft, dem ganzen Kram auch noch einen comichaften Look aufzusetzen versucht. Aber eines läßt das Faß dann endgültig überlaufen, sofern man sich nicht schon vorher genervt abgewendet hat. Die Degradierung der schillernsten Horrorfigur ever zum mickrigen Mad Scientist mit Weltherrschaftsphantasien.

23:40 Uhr Invasion U.S.A (DAS4.)
Verwechsle ich grundsätzlich mit den ein Jahr älteren Red Dawn. Auch wenn Red Dawn der leicht bessere Film ist, macht das aber überhaupt nichts aus (Sorry Chuck, nicht persönlich nehmen, daß ich Dich in einen Topf mit Swayze werfe. Ich weiß, Du hättest niemals heimlich im Mondschein getanzt, sondern diese komische Ferienanlage voll von sexuell gefrusteten Oberspießern gleich in Schutt und Asche gelegt.). Sind ja beides oberreaktionäre Reagan-Ära NRA-Hinternablecker, die weit in den hinteren Gängen der Videotheken versauerten. Für Liebhaber des gepflegten Norris Trashs aber durchaus ein weiterer Höhepunkt in seiner Filmographie.

01:00 Uhr Mythos Hollywood (BR)
Ungeschminkter Blick auf ein perfekt ausgeklügeltes Wirtschaftssystem. Wird programmiert.

01:00 Uhr Oscar 2009 (Pro7)
Der Film Award der Film Awards. Hat mich eigentlich noch nie wirklich interessiert, da sich die Zeremonie nicht nur erst vor zwei Jahren mit der Auszeichnung von The Departed als bester Film vollends der Lächerlichkeit preisgegeben hat. In guter Tradition erwies man dann auch letztes Jahr dem klar schlechteren Film die Ehre. Ich verwette meinen Arsch darauf, daß dies auch dieses Jahr nicht anders sein wird. Irgendwie muß man ja als künstlerisch ambitionierter Filmemacher schon Angst vor den Oscars haben, und somit verschlafe ich das alles und rege mich über die Ergebnisse, die mir dann von meinem Radiowecker kurz und rationell durchgegeben werden – wahrscheinlich zwischen Rut sin de Ruse und Mer losse d'r Dom en Kölle - später auf. Allen anderen, die sich diesen Mumpitz live geben viel Spaß und halbwegs okaye Augenränder.

Montag, 23. Februar

Erste Chance für Karnevalsmuffel erst um

02:25 Uhr Der Sinn des Lebens (RTLII)
Eindeutig mein Lieblings Python. Zwar nicht einen Deut weniger albern als seine Vorgänger, aber das Gerät, das immer Bing macht, das von einem Löwen Tiger abgebissene und zu einem Mückenbiss heruntergespielte Bein und vor allem der geplatzte Vielfraß im Nobelrestaurant sind schon keine Kleinkaliber des britisch schwarzen Humors. Schon lange nicht mehr gesehen, hoffentlich zeichnet OnlineTVRecorder in ordentlicher Qualität auf.

Dienstag, 24. Februar

Nichts von wirklichem Interesse.

Mittwoch, 25. Februar

20:15 Uhr The Others (K1)
Ich schätze Alejandro Amenábar über alle Maßen. Tesis, Open Your Eyes, Mar Adentro – Hut ab und vor allem für letzteren vor Demut wundgescheuerte Knie und Brustwarzen. Aber daß sich ein Regisseur seiner Klasse zu einem modisch langweiligen Mystery Quark wie diesem hier hinreißen läßt, ist schon das Drama an sich. Zumal das Ganze auch noch höchst vorhersehbar daher kommt. Er war jung und brauchte das Geld, mehr fällt mir dazu nicht ein.

20:15 Uhr Piraten (DAS4.)
Polanski kann ja oft auch Mittelmaß. Obwohl ich den Film mit Sicherheit im Kino gesehen habe, kann ich mich beim besten Willen an gar nichts mehr erinnern. Aber wenn ich hier das Foto von Walter Matthau so betrachte, bekomme ich schon wieder Lust. Sieht zumindest schön bunt aus.

22:15 Uhr Dogma (K1)
Hat ja durchaus seine tollen Momente und man kann schon verstehen warum Damon und Affleck damals für die Wunderkinder Hollywoods gehalten wurden, zumal Kevin Smiths Humor wirklich nicht schlechteste ist. Aber das hier ist mal eindeutig ein Film, der schlecht altert. Wer ihn noch nicht gesehen hat, darf dennoch getrost einschalten. Jay und Silent Bob hauen es immer noch raus.

23:00 Uhr Kontroll (SWR)
Obwohl ich Motel zusammen mit The Reaping für einen der schlechtesten Filme des vorletzten Jahres halte, werde ich wohl einen Blick riskieren. Zuviel Gutes habe ich schon über Antals grotesken U-Bahnthriller gelesen und gehört, sodaß meine Neugierde zumindest geweckt ist.

Donnerstag, 26. Februar

20:15 Uhr The Green Mile (VOX)
Eine der beiden King Verfilmung, die ich mir gerne gefallen lasse. Und dabei habe ich die damals als Serie erschienene Vorlage nach noch nicht einmal der Hälfte zur Seite gelegt und auf die Fortsetzungen erst recht gepfiffen. Nö, ganz wunderbar übernatürliches Erzählkino vom Knastspezialisten Darabont mit einem guten Tom Hanks und einem richtig gutem Michael C. Duncan. Kann man sicherlich auch noch ein viertes Mal sehen, sofern der Abstand zur letzten Sichtung groß genug ist.

20:15 Uhr Die Barbaren (DAS4.)
„...und wenn sie anfangen zu kämpfen, dann tun einem die Gegner leid, weil diese eigentlich eher vor Lachen ins Gras beißen müssten...“ Wo Mr. Hankey Recht hat, da hat er Recht. Ruggero Deodato, der Erdenker und Schöpfer des absolut schockierensten Films aller Zeiten, wechselt das Sujet und läßt uns Unwissende Zeuge seiner wahren Qualitäten werden. Mein Gott, was hab ich gerade gelacht, als ich Hankeys Review durchlas. Das ist einfach klasse, genauso wie der Film. „Trash-Freaks aller Welten vereinigt euch, hier seht ihr ein Heiligtum, welches ihr so schnell nicht vergessen werdet. Danke dafür!“ Bis jetzt die beste Fernsehwoche des Jahres. Das ist mein voller Ernst.

21:15 Uhr Mars Attacks! (ARTE)
So sehr ich doch damals im Kino von Tim Burton enttäuscht war, so sehr gewinnt diese Invasions Parodie doch bei jeder Sichtung an Wert. Schrill, bunt, liebenswert und im Finale doch einfach nur noch konsequent. Da kann der Emmerich sofort einpacken.

22:45 Uhr Knallhart (ARD)
Gucken, einfach gucken. Ist nämlich wirklich nur ein tolles Stück Genrekino voll von klasse Schauspielern, dessen Ende einem das Blut in den Adern gefrieren läßt. Buck ist einfach super!

Freitag, 27. Februar

Jetzt aber mal im Schnelldurchlauf, da ich endlich fertig werden möchte...

20:15 Uhr Footloose (DAS4.)
Dirty Dancing für Mofarocker mit einem ganz schrecklichem Soundtrack, auf dem sogar Bonnie Taylor ihr Bestes geben darf, und einem faltenlosem Kevin Bacon.

20:15 Uhr Zurück in die Zukunft (RTLII)
Einer der 80er Jahre Klassiker schlechthin mit dem von uns allen geliebten Michael J. Fox. Alles weitere erzählt uns Flo, dessen Review ich hiermit ohne Abstriche zu 100% unterschreibe.

20:15 Uhr Evolution (Pro7)
Zwar etwas mittelmäßiger aber in allen Belangen liebenswerter Monsterspaß, indem Duchovny und die wie immer äußerst sympathische Julliane Moore die Dinge zum Gutem wenden werden. Töfte.

22:20 Uhr Cypher (DAS4.)
Hielt ich bis gerade eben noch für den Film, indem ein gelangweilter Ehemann einen Job als Industriespion annimmt und mehreren Gehirnwäschen unterzogen wird. Der ist es aber nicht, sondern ein anderer Film, der mir gänzlich unbekannt ist. Keine Ahnung.

22:25 Uhr Das Begräbnis (3SAT)
Mir ebenfalls gänzlich unbekannter Film, dessen Cast mit del Toro, Walken und Chris Penn jedoch nicht uninteressant erscheint und als Gangsterdrama von Abel Ferrara schon eine gewisse Neugierde in mir hervorruft. Weiß jemand mehr?

23:15 Uhr 18 Stunden bis zur Ewigkeit (WDR)
Immer noch rundum gelungenes Hochspannungskino um einen mit Passagieren und Bomben vollgestopften Ozeandampfer und dem großen und unwiderstehlichen – jetzt alle die Luft anhalten – Omar Sharif. Jawoll! Hat der wirklich in 10.000 B.C. die Voice Over Stimme gegeben? Wozu alte Leute so alles genötigt werden...

00:25 Uhr Straßen in Flammen (RTLII)
Ja, natürlich gibt Hill hier auf der halben Strecke auf. Aber Pare und die Lane sind schon ein Hingucker und vom Look und Feeling könnte das auch alles in Sin Citys Old Town spielen. Geht immer noch bis auf den Soundtrack voll in Ordnung.

Klug geschissen wird wie immer auch hier...

From Beyond, Blockbuster Entertainment, The Duke und Kino, TV & Co, immer wieder ab samstags. Und jetzt auch montags bei .

Wrong Turn

Nachdem Wes Craven Mitte der 90er Jahre mit Scream dem Horrorfilm zur vollen Gesellschaftsfähigkeit verhalf, indem er seine totgeweihten Teenies und das Publikum mit einem trotteligen Schlitzer konfrontierte, der keine Chance ausließ über die eigenen Beine zu stolpern und sich selbst zu verprügeln, war es dann Anfang des neuen Jahrtausends nach etlichen Plagiaten mit unendlich langen Titeln an der Zeit die gewollten Lacher wieder der Komödie zu überlassen und dem Horrorfilm das zurückzugeben, was ihn eigentlich ausmacht. Horror. Den Anfang sollte 2002 Danny Boyle mit seiner Zombiefilm-Renovierung 28 Days Later machen, und damit sind wir auch schon wieder in den glorreichen 70ern. Dem Jahrzehnt, dessen Filme mittlerweile vielleicht die größte Vorbildfunktion nicht nur für das aktuelle Genrekino einnehmen.

West Virgina, viel Natur, viel Hinterwald und ein Stau auf dem Highway. Um dennoch pünktlich zum vereinbarten Vorstellungsgespräch zu erscheinen, entschließt sich Chris zu einer Alternativroute über die Bear Mountain Road. Wie das so mit zufällig gefundenen Umgehungsstraßen, Abkürzungen und vermeintlichen Geheimtipps ist, erweist sich dies als fatale Fehlentscheidung. Auf der einsamen Straße stößt sein schöner Mustang unverhofft auf den Landrover einer Ausflugstruppe, die in der Natur das Wochenende verbringen wollte, doch nun aufgrund eines fies ausgelegten Stacheldrahts und vier platten Reifen ebenfalls auf dem Schlauch steht. Mustang Totalschaden, Landrover platt und, wie sollte es auch anders sein, kein Cellphone Netz. Da bleibt nur der Fußmarsch und die Suche nach einem Festnetzanschluß. Und tatsächlich, da trifft man doch unversehens auf die Rettung versprechende Hütte, die Besitzer scheinen jedoch nicht zu Hause zu sein und statt eines Telefons stoßen Chris und seine neuen Freunde auf eine unappetitliche Sammlung von eingelegten menschlichen Körperteilen. Während die zwei Männer und Frauen noch angewidert und verstört in der Hütte herum stehen, kommt auch schon die deformierte Inzucht-Kannibalenbande von ihrer erfolgreichen Jagd zurück.

Standen für das Drehbuch offensichtlich vor allem Tobe Hoopers Blutgericht in Texas und Wes Cravens Hügel der blutigen Augen Pate, würzen Schmid und McElroy das eigentlich dünne Geschehen auf der Leinwand mit allerhand anderen erfolgreichen Zutaten des Genres, ohne jedoch dem Fehler zu erliegen eine reine Zitatensammlung abzuliefern. Die menschenfressenden Hinterwäldler erinnern mit ihren übernatürlichen Nehmerqualitäten ebenso an Jason Vorhees, wie Pfeil und Bogen an Boormans Deliverance. Es sind eher gut versteckte Verweise, mit denen Rob Schmid arbeitet und keinesfalls auf die Nerven geht. Mehr als solide ist dann auch die Art Schmids Inszenierung. Wohlwissend, daß es an der Zeit ist, die Beverly Hills 90210 Schiene zu verlassen, läßt er geerdete Twens in den Wäldern West Virginias abmurksen. Und ganz im Gegenteil zu seinem Kollegen Marcus Nispel, der im gleichem Jahr mit einem direkten Remake der Mutter aller Redneck Terrorfilme aufwartete und dabei mit unglaublich infantilen Bildern zu glänzen wußte – ich erinnere hier immer wieder gerne an die Kamerafahrt durch den zerschossenen Schädel der Anhalterin anfangs seines Filmes –, nicht auf explizite Gewaltdarstellung setzt, sondern ganz auf dramaturgische Kniffe baut. Sicherlich, ein Sonntagnachmittagsfilm ist Wrong Turn ganz bestimmt nicht, doch hält sich Schmid im Großen und Ganzen eher zurück. Die verstörenden Bilder deutet er in den meisten Fällen nur an, filmt sie aus der Perspektive des geheimen Beobachters oder gönnt ihnen nur Sekundenbruchteile Screentime, was der Suspense des Filmes unheimlich gut tut. Und auch das Timing Schmids ist beachtenswert, Längen sind so gut wie nicht vorhanden, keine Szene geht über das Nötige hinaus, was sich auch in der knackigen Spielzeit von nur knappen achtzig Minuten wiederspiegeln soll. Sobald die Hauptcharaktere Gefahr laufen sich in genretypischen Lächerlichkeiten zu verfangen, treibt Schmid die Ereignisse voran und vermeidet somit peinliche Logikfehler oder lenkt zumindest von ihnen ab. Davon gibt es natürlich einige. Daß zum Beispiel die Hütte der Kannibalen über keinen Telefonanschluß verfügen kann, erschließt sich dem aufmerksamen Zuschauer sofort. Es ist nämlich nicht davon auszugehen, daß AT&T und Co. ausgerechnet in dieser kaum urbanisierten Gegend Telefonkabel unterirdisch verlegen. Und auch den Sprung aus einem brennenden Feuermeldeturm in das Geäst der umstehenden Botanik sollte wohl eher... Naja, lassen wir das lieber, wir sind hier ja im Kino und außerdem sind die Szenen in den Baumwipfeln eindeutig ein Spannungshöhepunkt des Filmes. Menschen, die unter Höhenangst leiden, werden definitiv kurz vor dem Herzstillstand stehen. Für das Mitfiebern sorgt aber auch der wirklich sympathische Cast, der Schmid für Wrong Turn zur Verfügung steht. Denn von Eliza Dushku bis Jeremy Sisto kann man von tatsächlichen Schauspielern sprechen. Jederzeit nimmt man ihren Charakteren Reaktionen und Handeln ab, auch wenn sie vom Drehbuch nicht gerade mit so etwas wie Tiefe ausgestattet sind, doch würde dies dem Spaß sowieso nur abträglich sein. Schmid gibt jeder Figur jedoch genug Entfaltungsmöglichkeiten, um sich mit ihr anzufreunden. So nimmt man Scott und Carly gerne ab, daß sie lieber gestern als morgen heiraten möchten. Jessie und Chris überzeugen hingegen durch ihren Tatendrang, der sich aus ihrer Rationalität ergibt. Ein herzliches Dankeschön übrigens an Rob Schmid dafür, daß er die obligatorische Knutschszene im Schneideraum beließ. Besitzer der DVD werden wissen, daß das Drehbuch hier anscheinend doch eine andere Entwicklung vorsah. Einmal soll der Zuschauer aber dann doch schmunzeln können, und zwar nach dem einfach nur als gelungen zu bezeichnenden actionreichen Finale des Filmes, an der nicht wegzudenkenden und für das Genre so bezeichnenden Einsiedler Tanke.

Nein, die Neuerfindung des Genres ist Rob Schmid mit Wrong Turn selbstverständlich nicht gelungen. Daß er es gar nicht erst versuchte, sollte dem Zuschauer jedoch ebenso klar sein. Wrong Turn ist einfach eine sehr straighte und temporeiche Blaupause des Backwood-Slashers, die befreit vom jeglichen Subtext stringent den Regeln des Genres folgt. Und genau das macht diesen kleinen Reißer aus.

7,5/10 Punkte

Nur mal so zur Einstimmung zum nächsten Filmreview



...übrigens: John Denver, dessen bürgerlicher Name Henry John Deutschendorf jr. lautete, ist gar nicht angeschickert im Grand Canyon mit einer Cessna vor 'ne Felswand geflogen (so wie es mir meine Erinnerung bis gerade vorgaukelte), sondern wurde Opfer einer Fehlkonstruktion seines Leichtflugzeuges.*

*Habe ich zumindest in der Wikipedia gelesen, und was dort steht stimmt grundsätzlich immer manchmal sogar. Ich wäre jedoch dankbar, wenn hier jemand wüßte wer der Besoffene mit der Cessna im Grand Canyon war.

Heute schon wissen was übermorgen in der Zeitung steht

Schnusenberg, "Ich habe Andreas Müller damit beauftragt ab sofort nach einen Manager von internationalem Format zu suchen."

Fast Forward >> Apocalypse Now Redux

Die Kinofassung der Apocalypse soll sich nicht wesentlich von dem Workprint unterscheiden, den Coppola 1979 in Cannes präsentierte. Für ein Workprint ist Apocalypse Now jedoch ein verdammt guter Kriegsfilm, frei von jeglicher politischer Aussage und Rationalität. Willards Reise ins Herz der Finsternis ein sich stetig steigernder Bilderreigen des Absurden, der Unwesentliches offen läßt und sich eben ganz auf das Eintauchen in eine nicht mehr nachvollziehbare böse Welt konzentriert. Die Kinofassung beherbergt durchaus einige formale Ungereimtheiten, aber wen störten diese schon gemessen an der schieren Kraft, die der Film ausstrahlt? Selbstverständlich darf man Coppola gestatten den Film noch einmal umzuschneiden, um Anschlußfehler und daraus resultierende Ungereimtheiten zu minimieren und vielleicht noch die eine oder andere gelungene Szene hinzuzufügen. Doch sollte durch so einen Directors Cut nicht das Wesen des ganzen Filmes verändert werden. Leider ist dies Coppola nicht gelungen, zwar können einige Sequenzen durchaus von der neuen Montage profitieren. Ich denke hier vor allem an jene, in denen Willard sich mit Kurtz Dossier befaßt, die jetzt viel stärker für sich stehen und den Kontrast zwischen Kurtz militärischer Laufbahn und seinem am Ende gezeigten Hort der Degenartion heraustellen. Aber schon mit Willards Surfboard Diebstahl vergeht sich Coppola an seinen eigenem Film, auch wenn diese Szenen nicht so tiefgreifend den Gesamteindruck verändern, wie die später folgenden gestrandeten Playboy Bunnys oder französischen Kolonisten. Coppola gestattet Willard hier Charaktereigenschaften, die Kilgores Absurdität vielleicht ein klein wenig mehr unterstreichen, jedoch den eigentlichen, nur schwer erreichbaren und lediglich auf seinen Auftrag konzentrierten, Willard ein gutes Stück seiner schwermütigen Ernsthaftigkeit berauben. Viel schlimmer noch, ihn plötzlich zum Gönner werden lassen. Was später während der Begegnung mit der gestrandeten Playboy Crew -, die der Geschichte nicht nur in keinster Weise neue Aspekte abgewinnen kann, sondern auch peinlich erscheint - noch einmal unverständlicher Weise von Coppola intensiviert wird. Waren es nicht Willards Professionalismus und Distanziertheit, die in der ursprünglichen Kinofassung den Wahnwitz der Ereignisse zu steigern wußten und seiner Figur, trotz der durchaus zwiespältigen Funktion des von der Regierung angeheuerten Mörders, so etwas wie Verstand und Anstand einverleibten? Was Willards Figur letztendlich so schwer verdauchlich machte. Doch beteiligt Coppola diesen Willard plötzlich am Wahnsinn. Drei Fässer Sprit für ein paar Stunden Vergnügen mit dümmlichen Playmates, denen Coppola noch nicht einmal ein wenig Würde zugesteht. Warum sollte Willard den Auftrag für ein Schäferstündchen der Crew gefährden? Das paßt einfach vorne und hinten nicht zu seinem Charakter. Diese Szenen sind wirklich einfach nur ein großes Ärgernis. Da kann man eher noch den neu eingefügten Teil verstehen, in dem Coppola versucht seinem Film dann doch noch die politische Aussage anzuheften, für deren Fehlen er in der Vergangenheit oftmals kritisiert wurde. Doch leider gerät der Ausflug auf die Plantage der französischen Kolonisten nicht nur viel zu lang, er stört auch noch den Rhythmus des Filmes ungemein. Was in der Kinofassung so gut funktionierte, das langsame Abgleiten in die Irrationalität, die immer größer werdende Entfernung zum Kriegsfilm, wird durch die völlig aufgesetzt wirkende Geschichtsstunde in Indochinaproblematik aufgebrochen. Da wird der Film aufgebläht und eines guten Stückes seiner Intensität bestohlen, der Spannungsbogen völlig zerstört. Nur schwerlich kann er danach wieder aufgebaut werden, zu leichtfertig stellt Coppola die Geduld des Zuschauers auf die Probe. Zumal auch dieser neue Teil des Filmes der Geschichte nichts neues hinzufügen kann. So kann Apocalypse Now Redux lediglich mit den anfangs erwähnten neuen Montagen, die ein paar Anschlußfehler beseitigen, glänzen. Die neuen Szenen sind vielleicht für Kenner und Liebhaber des Filmes interessant, schaden ihm in seiner (eh schon oft angezweifelten) Stringenz und Ausdruckskraft jedoch mehr als ihm lieb sein kann. Ich kann hier nur zur wesentlich stärkeren Kinofassung raten.

7/10 Punkte

E tu vivrai nel terrore - L'aldilà aka Über dem Jenseits

Lucio Fulci, der Vielfilmer. Nicht selten weißt seine Filmographie mehr als einen Film pro Jahr auf, eigentlich waren zwei Filme in zwölf Monaten bei ihm Standard, gerne auch mal drei. Nein, ein Auteur des Kinos, wie seine Ziehväter Fellini oder Visconti es waren, war dieser Fulci nie. Er blieb Zeit seines Lebens eher der Pragmatiker, der Handwerker der sich der künstlerischen Mittel bediente, um seine Filme effektiver zu gestalten, jedoch nie um der Kunst willen. Sein Ziel war es seit je her das Publikum neunzig Minuten zu unterhalten, nicht das Herr der Filmkritiker.

Louisiana 1927. Langsam gleiten die Boote durch die Nacht, Fackeln erleuchten die angespannten Mienen der Männer und das nahe Ufer, außer dem leisen Plätschern der Riemen beim Eintauchen in das ruhige Wasser und dem Zirpen der Grillen herrscht Stille. Kein Wort wird geredet, auch nicht als sie sich mit den anderen Männern der Stadt vor dem großen Haus treffen, das in seiner Erscheinung ein wenig an das Bates Anwesen erinnert. Ein Lynchmob, fest entschlossen der nicht beachteten Warnung die angedrohte Strafe folgen zu lassen. Das Opfer weiß wie es um ihn geschehen wird, doch wird es bis zum letzten Augenblick nicht davon ablassen sein Werk zu vollenden, während die Prophezeiungen des Buch Eibon vom Ende künden. Die schweren Ketten der Männer reißen das Fleisch des Malers auf, das Gesicht, die Brust. Schwere Fleischwunden. Dann treibt der Mob große Eisennägel durch die Unterarme seines Opfers, begleitet vom grandiosen Score Fabio Frizzis. Doch es reicht den Männern nicht den Frevler an der Wand zu kreuzigen, um das Leid zu steigern, sein Gesicht auf immer zu entstellen, übergießen sie ihn mit ungelöschten Kalk. Das Fleisch löst sich von seinen Knochen, schmilzt dahin. Dann mauern sie ihn ein.

„And you will face the sea of darkness, and all therein that may be explored.“

Vierundfünzig Jahre später erbt die New Yorkerin Lisa Merrill das alte Hotel und beginnt mit der Renovierung. Knapp bei Kasse geht diese aber nur nach und nach vonstatten. Nachdem der Anstreicher vor Schreck über eine Geistererscheinung im Fenster des Hotels vom Gerüst fällt und sich dabei das Genick bricht, stößt Joe der Klempner (kein Witz) im Keller des Anwesens auf den eingemauerten Maler Schweick, der ihm, auferstanden von den Toten, kurzerhand nicht nur ein Auge sondern auch das Lebenslicht auskratzt. Von nun an geben sich Untote und mysteriöse Todesfälle die Klinke in die Hand. Das Hotel wurde laut dem Buch Eibon auf einem der sieben Tore zur Hölle erbaut, das Joe durch die Freilegung des einst gekreuzigten Malers geöffnet hat.

Es gibt wohl nur wenige Horrorfilme, die eine ähnlich dichte Atmosphäre aufbauen und sie auch bis zum Ende durchhalten – ja, sie sogar noch permanent steigern können. Das war unumstritten Fulcis Ziel für das er konsequent Logik, Handlung oder gar ein schlüssiges Drehbuch in den Hintergrund stellt. Streng genommen ist Über dem Jenseits nichts anderes als ein Remix seiner beiden vorherigen Filme Ein Zombie hing am Glockenseil und das Haus an der Friedhofsmauer, indem er nun vollends seinen Hang zum Surrealismus austobt. In dem nicht nur Fulcis oftmals schräge Kamera mit Groß- und Detailaufnahmen mit der Unterstützung des schon erwähnten creepingen Scores für ein entrücktes Filmerlebnis sorgt, sondern auch eines der skurrlisten Sounddesigns der Horrorfilmgeschichte für die Aufhebung der Grenzen zwischen irdischen und übersinnlichen Erfahrungen. Da hört sich das Zerschneiden eines Totenhemdes in der Pathologie des örtlichen Krankenhauses in etwa so an als ob dickes Papier zerrissen wird und die Spinnen, die Lisas Freund Martin im Katasteramt ins Reich der Toten holen als ob sie von einem mechanischen Aufziehmechanismus angetrieben werden, fünf Kilo wiegen und gerade über irgend etwas knautschiges krabbeln. Herrlich wie es im nassem riesengroßen Keller Plitschert und Plätschert wie an einem Gebirgsbach. Das alles im Zusammenspiel mit den natürlich ungemein gorerigen Momenten, an denen Fulci auch dieses Mal nicht spart, erinnert an eine zirkuseske Horroroperette deren Charme man sich nur schwer entziehen kann. Da darf man ein im wahrsten Sinne des Wortes traumhaftes Setdesign bewundern. Ob es die völlig leere Autobahnbrücke mitten im Meer ist, auf der Lisa zum ersten Mal Emily begegnet. Diesem warnenden Geist, den Lisa aufgrund des Hundes für eine blinde Frau hält. Oder eben Emilys romantisch vom Grün überwuchtertes Südstaatenhaus. Im Kontrast dazu die sterilen Krankenhausräume, deren Persilweiß auch gleich von Fulci für einige tolle Szenen genutzt werden kann. Zuvorderst natürlich diese, in der des Klempners Witwe vor Schreck bewußtlos auf dem Boden liegend von einer ätzenden Lösung in ein schäumendes Gemisch aus Blut und Fleisch aufgelöst wird, dessen Rot sich langsam über den Fußboden verteilt. Blutende Wände, Nebel und Gewitter zur rechten Zeit und aus dem Nichts auftauchende Untote, die ihre Opfer mit der typischen Fulci Ruhe zerlegen. Gemälde, die die Hände derer bluten lassen, die sie berühren. Und natürlich das unvergeßliche Finale, indem die Gesetze von Zeit und Raum vollends aufgehoben werden und sich die Protagonisten in einer neuen Dimension wiederfinden. Wessen romantisches Horrorherz geht hier nicht auf? The Beyond ist eine Achterbahnfahrt auf dem Rummel des Surrealen und supernaturalen Horrors. Wer möchte sich da über die sprunghafte Erzählweise aufregen, wenn gerade diese dazu führt, daß das Ganze in einem absolut außergewöhnlichen und vielleicht Fulcis eigenständigsten Film endet. E tu vivrai nel terrore - L'aldilà kann kaum in Worte gefaßt werden, der muß gesehen werden.

8,5/10 Punkte

Upcoming Attractrions


... und der Abschluß meiner kleinen Fulci Retrospektive steht schon in den Startlöchern.

Arbeit für den Rekorder - 14. - 20. Februar

Samstag, 14. Februar

20:15 Uhr Bugs Bunnys wilde verwegene Jagd (SRTL)
Scheint mir doch eine gute Alternative zu Vulkanausbrüchen in New York, Hochzeits-Crashern und den anderen unverschämten Wiederholungen zur Primetime zu sein. Mein Name ist Hase... Ach, ich sehe es gerade – Der Bohlen hat wieder Saison. Na dann.

22:40 Uhr Apocalypse Now Redux (K1)
Steht auch schon eine ganze Weile auf meiner „Muß ich noch reviewen“-Liste. Aber irgendwie bin ich noch nicht in rechter Stimmung dieses Monstrum von einer Reise ins Herz der Finsternis noch einmal in den DVD Player zu werfen. Aber eines ist klar, Coppolas New Hollywood Orgasmus ist allein aufgrund seines ambivalenten Ansatzes einer der drei oder vielleicht vier wirklichen Anti-Kriegs Filme. Einmal davon abgesehen, daß ein Film kaum mehr Kino in sich aufnehmen kann. Absolut berauschend.

03:55 Uhr Thelma & Louise (K1)
Ridley Scotts Versuch der Neuanordnung des Roadmovies und natürlich ein Plädoyer für die Befreiung der Frauen aus ihren filmischen Klischeekäfig. Bei allen positiven Ansätzen konnte ich mich dennoch nie dazu durchringen Scott mehr als eine gut gemeinte Intention zu beglaubigen. Mir ist das inhaltlich alles zu lasch geraten.

Sonntag, 15. Februar

20:15 Uhr Jede Sekunde zählt – The Guardian (Pro7) Bevor ich mich jetzt hier zu Spekulationen hinreißen lasse. Habe ich noch nicht gesehen, dürfte jedoch... Ach, ich wollte ja nicht spekulieren.

20:15 Uhr Excalibur (ARTE)
Schon wieder, aber diesmal auf ARTE im korrekten Bildformat und ohne Werbeunterbrechungen. Gutes, meilenweit vom jacksonschen Fantasyklamauk entferntes Fantasymärchen nach der Arthussage. Stilsicher.

23:00 Uhr Sin City (Pro7)
Ja, was soll ich dazu noch schreiben? Ach so, nach The Spirit darf man sich fragen wieviel Arbeit Millers abseits des visuellen Konzepts hier wirklich drin steckt.

Montag, 16. Februar

20:15 Uhr Banditen (K1)
Noch ein Kandidat der Sorte interessanter Cast, netter Covertext und doch nie gesehen. Barry Levinson als Regisseur sorgt trotz Bruce Willis und Billy Bob Thornton dafür, daß das auch wahrscheinlich noch eine Weile so bleiben wird.

Dienstag, 17. Februar

00:20 Uhr Cannonball (NDR)
An dieser Stelle hätte ich mich über das witzigere Todesrennen Frankensteins mehr gefreut, aber Paul Bartels eigenes Ripoff kann ebenso das Herz des Trashfreundes erwärmen. Nette Cameos von Scorcese, Corman und seinem Azubi Dante.

00:20 Uhr Erik, der Wikinger (ARD)
Während Terry Gilliam in seinem grundsätzlich sehr durchwachsenen Post Python Portfolio durchaus einige Hochkaräter aufzuweisen hat, konnte Terry Jones, immerhin für die drei wichtigsten Monthy Python Filme verantwortlich, in dieser Hinsicht nie richitg überzeugen. So fehlt dem arg naiven Erik doch vor allem eines – der richtige Drive. Anschauen kann man sich den freilich immer noch.

Mittwoch, 18. Februar

20:15 Uhr Sonnenallee (K1)
Und?... merkst schon was? Einige Längen im Mittelbau und gegen Ende der Komödie führen leider zu happigen Abzügen in der B-Note. Dennoch ein Hort herrlich menschlich schräger Typen und nicht zu vergessen, der von mir als Schauspieler und Regisseur sehr verehrte Detlev Buck in einer Paraderolle (er kann halt doch nicht anders).

21:45 Uhr Housesitter (BR)
Ich kann meine Schwäche für Goldies Kulleraugen und Steve Martins Slapstik gar nicht oft genug betonen.

22:10 Uhr True Lies – Wahre Lügen (K1)
There is no Business like James Cameros Show Business. Witzig, knallig, bombig und der einzig wahre Buddie Movie überhaupt.

23:30 Uhr Brotherhood – Wenn Brüder aufeinander schießen (ARTE)
Das trifft sich irgendwie gut. Just zu dem Zeitpunkt indem ich mir damals die DVD auslieh gab mein damaliger DVD Player leider den Geist auf. So habe ich auch dieses von der Kritik durchaus warm aufgenommene koreanische Kriegsschicksal ungesehen zurück zur Videothek gebracht. Ein Drama?

Donnerstag, 19. Februar

Nichts zu dem ich mich gezwungen fühle etwas zu schreiben.

Freitag, 20. Februar

Tja, Karneval und so... aber halt, da taucht ja doch noch was spät in der Nacht auf.

00:20 Uhr Jeepers Creepers 2 (Pro7)
Durchaus kurzweilige Fortsetzung des durchaus gelungenen Teenie Monster Slashers. Wenn man die Chose genauso unernst nimmt wie die Chose sich selbst unernst nimmt, dann hat man seinen Spaß.

Mehr wissen wie immer:

From Beyond, Blockbuster Entertainment, The Duke und Kino, TV & Co, immer wieder sonntags oder auch mal schon samstags. Und jetzt ganz neu auch montags beim

Eilmeldung: Tumulder freigestellt

Auf einer außerplanmäßigen Sondersitzung der Blogbetreiber wurde heute entschieden, daß tumulder von seinen vertraglichen Pflichten gegenüber mutanten tiere sensationen bis auf weiteres befreit wird.

Oder so ähnlich, ist aber auch schon wirklich zu spät...

Glück auf!

[edit]

Aber das ist dann wirklich nicht mehr mit Blödheit zu erklären, sondern nur noch mit gezielter Pressearbeit gegen einen Bundesligaverein, dessen Manager und seinen Spielern.

21.22 Uhr: Ein Schalke-Spieler ruft bei BILD an: „Wisst ihr, was bei uns los ist? Ich habe gerade im Internet gelesen, dass der Verein Kevin entlassen hat.“

Verrücktes Schalke. Sogar die Kollegen halten eine den Rauswurf nach den jüngsten Vorkommnissen nicht mehr für ausgeschlossen.

Fast Forward

American Splendor

Man stelle sich das einmal vor. Da ist so ein Typ, keinen richtigen Schulabschluß in der Tasche aber intelligent. Der sammelt Comics und Jazzplatten, arbeitet im örtlichen Krankenhaus als Archivar obwohl zu Hause das Chaos herrscht. Ständig unzufrieden mit dem Leben und dem Kleingeist der Menschen bleibt ihm nur der Zynismus und seine Freundschaft zu Robert Crumb (Fritz the Cat), der jedoch schon bald nach San Francisco zieht und als Mitbegründer der Comic Underground Szene großen Erfolg hat. Harvey Pekar, der Typ über den wir hier eigentlich sprechen, möchte mehr aus seinem Leben machen und beginnt die Geschichten eben seines Lebens aufzuzeichnen. Ihm schwebt eine total neue Form des Comics vor, nicht der übliche Superheldenkram für Kinder - Comics für Erwachsene, das echte Leben. Crumb ist wider den Erwartungen Harveys von den Stories seines Freundes begeistert und beschließt sie zu illustrieren. American Splendor wird ein Erfolg in der Comic Szene, der Harvey schließlich tatsächlich ein neues Leben, eine Frau und ein paar Auftritte in der David Lettermann Show einbringt. Seinen Job im Krankenhaus wird er jedoch nie aufgeben können. Man könnte jetzt über die gelungene Verschmelzung von Biografie, Comic und Spielfilm schreiben, abwägen wie viel Inszenierung und wie viel tatsächliche Begebenheit in Harvey Pekars Comics und damit auch in diesem Film steckt. Aber dies würde ihm einfach nicht gerecht. Denn American Splendor ist vor allem schönstes Erzählkino, das den echten Harvey Pekar und die vom auf den Punkt besetzten Paul Giamatti gespielte Kunstfigur Harvey Pekar in wunderbarer Art und Weise nicht gegenüberstellt, sondern tatsächlich zu einer Person werden läßt. Wie er da ständig mit den Unwägbarkeiten des Alltags hardert, sich über ältere feilschende jüdische Frauen an der Supermarktkasse aufregt, er darf das ja, schließlich ist er selbst Jude und die Frauen in seiner Familie sind nicht anders. Ein wenig erinnert das an einen Woody Allen Film aus den 70er oder 80er Jahren, aber nur ein ganz klitze kleines bischen, denn Harvey Pekar ist keinesfalls der New Yorker Intellektuellen-Clown, sondern eher der Working-Class-Anti-Hero wie er da ständig gegen die Konventionen des Bürgertums rebelliert und dennoch versucht sie zu erfüllen, es dann aber immer wieder bleiben läßt. Der Abwasch ist halt seine Achillesverse. Da kann man sich wirklich darüber freuen, daß er tatsächlich eine Frau findet, die zu ihm paßt, den Krebs besiegt und letzten Endes dann doch ganz glücklich mit seinem Leben werden durfte. Schließlich hat man ihm das den ganzen Film über gewünscht.

7,5/10 Punkte

Unbekannter Nachbar


und 49 weitere Filmplakate aus Polen zwischen Faszination und Kopf schütteln.

Requiem

Michaela Klingler beginnt trotz ihrer vor Jahren schon diagnostizierten Krankheit gegen den Willen ihrer strengen Mutter das Studium der Pädagogik in Tübingen. Ein Jahr hat sie schon durch die „Sache“ verloren. Schnell freundet sich Michaela mit Hanna an, die sie noch aus der Oberstufe des Gymnasiums kennt. Während Michaela Hanna davon überzeugen kann das Studium und ihr Leben ernster zu nehmen sorgt Hanna dafür, daß Michaela immer mehr zu einer selbstbewußten jungen Frau wird und die angenehmen Dinge eines Studentenlebens genießt. Doch dann holt Michaela auf einer Wallfahrt in Italien die Krankheit wieder ein. Früh morgens allein im Essensaal der Herberge hat sie einen erneuten Anfall als sie den auf den Boden gefallenen Rosenkranz aufheben möchte. In die von den Ärzten verschriebenen Medikamente legt sie keine Hoffnung, vielmehr sucht sie nach Antworten auf ihr Leiden in ihrem Glauben. In der fiktiven Heiligen Katharina von Biasca, der Michaelas Überzeugung zufolge eine ähnliche Prüfung Gottes auferlegt wurde. Nach einem weiterem Anfall kann sie ihre Krankheit vor Hanna nicht mehr verheimlichen, die ihr rät einen Arzt aufzusuchen. Ihrem Freund Stefan erzählt sie weiterhin nichts von ihrer Epilepsie, die mittlerweile auch Halluzinationen bei Michaela hervorruft. Die Ärzte verschreiben Michaela neue Medikamente und raten ihr in einem Schreiben, welches an ihre Heimatanschrift adressiert ist, zu einer psychiatrischen Behandlungen, da der Verdacht einer Psychose besteht. Doch der Vater verheimlicht das Schreiben, da Michaelas Studium eh schon von ihrer Mutter lediglich geduldet wird. Stattdessen sucht Michaela Rat beim Pfarrer ihrer Gemeinde, der ihr jedoch auch nur raten kann einen Psychiater aufzusuchen. Michaela, die nie gelernt hat die Krankheit als Teil ihres Lebens anzuerkennen, gibt sich auch mit seinen Rat nicht zufrieden. Sie ist nicht verrückt. Die Stimmen sind nicht nur in ihrem Kopf, sie sind echt, können nur von außen kommen.

Es ist ein wohl überlegter Zug Hans-Christian Schmids nicht das Schicksal der Anneliese Michel detailliert nachzustellen, sondern ihren Fall lediglich als Vorlage für seinen Film zu betrachten. An der filmischen Sensation der Teufelsaustreibung, des Krankheitsbildes der Epilepsie mit der einhergehenden Psychose und vielleicht auch schizophrener Symptome hat er kein sonderliches Interesse. Ihm geht es vielmehr um die genaue Betrachtung der Umstände, die dazu führten, daß eine junge Frau sich dem Wahn hingibt von Dämonen besessen zu sein und schließlich an den Folgen ihrer Erschöpfung durch Unterernährung und dem Streß mehrerer großer Exorzismen stirbt. Über ihren Tod erfährt der Zuschauer lediglich von einer Texttafel am Ende des Filmes, was zur inszenatorischen Zurückhaltung Schmids paßt. Schmid erzählt in kleinen Momentaufnahmen, kleinen Gesten, von einer übervorsichtigen Mutter, läßt die Religiösität der Klingler nur zaghaft in Erscheinung treten. Sicherlich, die Teilnahme an einer Wallfahrt und die Begeisterung für Heiligenerscheinungen war auch schon in den 70er Jahren für eine einundzwanzigjährige Frau nichts Übliches, doch dürfte der Verdacht einer psychischen Krankheit auch heute noch auch bei nicht sonderlich unaufgeklärten Menschen auf Ablehnung treffen und auch einem Tischgebet braucht man nicht grundsätzlich mit Argwohn begegnen. Ganz langsam läßt Schmid seine Hauptfigur in den völligen Wahnsinn treiben, für den der Regisseur in erster Linie die Betroffene selbst verantwortlich zeichnet. Er traut sich niemanden aus Michaelas Familie oder engeren Umfeld direkt an ihrem Schicksal zu beteiligen. Stellt den Exorzismus als von den Eltern und Geistlichen als letzte Hoffnung Michaela zu helfen dar. Glaubt man den Aufzeichnungen und Berichten der tatsächlichen Geschehnisse ergibt sich jedoch ein ganz anderes Bild, in dem ein religiös fanatisches Umfeld die junge Frau geradezu in ihrem Wahn bestärkte. So muß man Hans-Christians Schmids Requiem auch völlig losgelöst vom wahrem Schicksal Anneliese Michels betrachten, was natürlich in der Kenntnis des echten Falles nur schwerlich möglich sein wird. Da bleibt dann zwar immer noch das behutsame, mit glänzender Bildsprache vermittelte Drama einer Frau, die sich nicht mit ihrer Krankheit abfinden mag, das bei dem Versuch der Enge des kleinbürgerlichen Elternhauses zu entkommen die typischen Züge einer Coming of Age Geschichte annimmt und gleichzeitig von dem Tabu der psychischen Krankheit in der unaufgeklärten jedoch rechtschaffenen Provinz erzählt. Das dem Zuschauer durch Distanziertheit eigene Interpretationen des Geschehens überläßt. Dennoch macht es sich Schmid zu einfach wenn er auch am Ende des Filmes die beobachtende Position nicht aufgibt. Denn zuvor kokettiert er in einer Szene, vielleicht auch ungewollt, dann doch mit dem Übersinnlichen als Michaela ihren Freunden beweisen möchte von Dämonen besessen zu sein und sich ihre Hand tatsächlich bei dem Versuch das an der Wand hängende Kruzifix zu berühren verkrampft. Was nicht so recht zum restlichen Film passen will und in Anbetracht der Milde, in der Schmid das religiöse Umfeld Michaelas zeichnet, einen schalen Nachgeschmack hinterläßt. Das Schauspielerensemble kann hingegen voll überzeugen, allen voran natürlich Sandra Hüller, die Michaela eine ungeheure Glaubwürdigkeit mitgibt und auch in den wirklich schweren Szenen gerade zum Ende des Filmes nicht einmal ins Overacting zu verfallen weiß. Desweiteren fällt auch die Leistung Imogen Kogges auf, die den Unterschied zwischen geschauspielter Gefühlskälte und echten selbst unterdrückten Gefühlen einer Mutter zu ihrer Tochter sehr genau zu kennen scheint. Von daher ist der schauspielerische Aspekt des Films wesentlich beeindruckender als der inhaltliche.

6,5/10 Punkte

Insomnia

Ich konnte die ganze letzte Nacht nicht schlafen, da ich ständig darüber grübeln mußte welche Figuren The Spirit über die gesamte Lauflänge ankündigte, die aber partout nicht auf der Leinwand erscheinen wollten. Kennt man ja aus Träumen. Da ist man irgendwo wegen irgendwas und das angekündigte irgendwas will nicht eintreten, da irgendein anderes Ereignis das irgendwas immer wieder verhindert bis der Wecker klingelt. Nicht das ich irgendwas vom Film erwartet hätte, aber er kündigte unterschwellig irgendwas an und irgendwann kam der Abspann, den ich mir aber dann wirklich ersparte. Kann mir irgendjemand verraten ob diese beiden Vögel wenigstens noch im Abspann vorkamen? Ich bin mir ziemlich sicher, daß das so sein muß.

Gute Nacht

Arbeit für den Rekorder 7. Februar - 13. Februar

Samstag, 7. Februar

20:15 Uhr Ghostbusters II (K1)
Recht gelungene Fortsetzung der Geisterjägerkomödie. Zwar nicht mehr ganz so lustig, dafür ein wenig fetter. Aber so ist das halt mit den meisten Sequels. Für Komplettisten natürlich unumgänglich.

20:15 Uhr Frauenhandel – Kampf gegen das Kartell (VOX)
Tja, wenn der Titel schon alles verrät, was soll man da noch schreiben? Die zweiteilige Pay-TV Produktion hatte ich mal ausgeliehen, bin aber wie so oft nicht dazu gekommen sie auch zu sehen. Versuch macht klug, Mira Sorvino und Donald Sutherland Appetit.

20:15 Uhr The Day After (RTLII)
Vielleicht das TV Ereignis der 80er Jahre. Wirkt zwar schon arg dated, ist aber dennoch ein wunderbares Zeitdokument über die Ängste der Menschen in den letzten Jahren des Kalten Krieges. Der Präsident wollte damals umschneiden lassen, offiziell riet er nur dazu.

22:10 Uhr Sliver (DAS4.)
Macht mal schnell noch einen Erotikthriller mit der Stone bevor den Quark keiner mehr sehen will. Naja, mit der Erotik ist es nicht weit her und der Rest ist dann auch nur noch, ähm, gepflegter Schwachsinn?

22:20 Uhr Octalus (K1)
Könnten böse Zungen auch über Stephen Sommers (Die Mumie) Sci-Fi Action Monster B-Movie behaupten. Aber der macht immer noch so eine tierische Laune weil er sich vor allem selbst nicht allzu ernst nimmt und dabei nicht eine Sekunde ins Komödienfach umschlägt. Super!

23:55 Uhr Driver (SAT.1)
Ja, ja, Melville läßt grüßen. Walter Hill ist und bleibt einer meiner Lieblinigsregisseure, und das obwohl seine Filme nie das Zeug zu einem richtigen Blockbuster hatten, oder vielleicht gerade deswegen? Die Verfolgungsjagden sind wirklich sauber, der Rest hat natürlich so seine Macken. Egal.

02:45 Uhr Im Jahr des Drachen (ARD)
Nun ja, Michael Cimino und der ewige Rassismusvorwurf. Kann ich im Falle des Deerhunters noch nachvollziehen, hier ist er aber wirklich nicht mehr als an den Haaren herbeigezogen. Mickey Rourke, als ambivalenter Antiheld, räumt in einem vergessenen Neo Noir der allerbesten Sorte mit der chinesischen Drogenmafia auf. Allein das Produktionsdesign ist schon eine Sichtung wert. Einfach klasse.

Sonntag, 8. Februar

20:15 Uhr Eine Leiche zum Dessert (DAS4.)
Wenn der jetzt noch öfters versendet wird, dann ist er selbst bald eine Leiche. Nein, ich fahre immer noch auf den ab, weil ich halt so ein Fan der alten Krimidetektive bin. Wenn's oben drein noch was zu lachen gibt erst recht.

20:15 Uhr Fantastic Four (PRO7)
Ich habe nur die Fortsetzung gesehen, die war eine solide aber auch nicht gerade gute Routinearbeit aus dem Hause Bernd Eichinger. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es hier anders wäre.

22:20 Uhr Resident Evil: Apocalypse (PRO7)
Ganz ehrlich, von einem Drehbuch kann zwar immer noch wirklich die Rede sein, die Action ist oftmals dermaßen überdreht inszeniert, daß man da schon mal den Faden verlieren kann (wenn es denn überhaupt einen gibt) und was man an Milla Jovovich überhaupt finden kann hat sich mir auch noch nie erschlossen. Aber ihn jetzt schlechter reden als er ist, ist auch nicht Sinn der Sache. Kurzweilig ist er allemal. FSK bis 14 (bei Spätentwicklern auch bis 15, aber dann sollte wirklich Schluß sein).

22:55 Uhr Die Fürsten der Dunkelheit (TELE5)
Den habe ich letztens noch im Rahmen einer Mini Carpenter Retrospektive gesehen und war erstaunt, daß er gar nicht so mäßig war wie meine Erinnerung mir vorgaukelte. Kann man sich als Mischung aus Poltergeist und Assault on Precinct 13 durchaus nochmal anschauen. Natürlich geschnitten.

23:15 Uhr Missing in Action 2 – Die Rückkehr (DAS4.)
Ich sag es mal so. Jeder, dem bei folgender Buchstabenkombination das Herz aufgeht, darf einschalten. Alle anderen gehen lieber ins Bett. CANNON FILMS!

04:30 Uhr Wer ist Harry Crumb? (K1)
Kommt auch kurz nach dem Sonntagsbraten um 13:30 Uhr. Wer John Candy nicht mag ist kein Mensch, irgendwas anderes, aber kein Mensch. Soviel steht fest. Gott hab ihn selig.

Montag, 9. Februar

23:45 Uhr Psycho (HR)

03:00 Uhr Der Tod ritt dienstags (DAS4.)
Lee van Cleef weiß es schon montags...

Dienstag, 10. Februar

Kinotag

Mittwoch, 11. Februar

20:15 Uhr Sag' kein Wort (K1)
Michael Douglas (glaubt ja keiner wie penetrant ich den immer wieder finde) muß die psychisch kranke Brittany Murphy (wo kam die eigentlich noch mal her, kann sich da einer dran erinnern?) zum reden bringen damit die Entführer sein Kind nicht töten, was den Titel natürlich schon wieder ad absurdum führt. Ich kann mit so einem konstruierten Plumpaquatsch nix anfangen, sorry.

20:15 Uhr Citizen Kane – Die Hollywood-Legende (TELE5)
Dokudrama um die Enstehung des amerikanischen Traumfilms von Orsons Welles. Ob es was taugt kann ich nicht sagen, der Cast liest sich mit Liev Schreiber (o.k.), James Cromwell (schön), John Malkovich (spielt der eigentlich mal nicht mit?) und Melanie Griffith (nett) ganz ordentlich.

20:15 Uhr Moulin Rouge (SRTL)
Ein Tanzfilm wie ein Absinthrausch. Na, dann viel Spaß..., aber ohne mich.;)

22:00 Uhr The Boys from Brazil (TELE5)
Adolf Hitler wird 94 mal geklont. Herrlich, ich stehe einfach auf so trashige Ideen, da weiß der Zuschauer sofort was auf dem Spiel steht. Bratt Rattner soll an einem Remake basteln. Kann nur gut werden, mit ernsthaft inszenierten Trash kennt er sich aus (X-Men 3).

Donnerstag, 12. Februar

20:15 Uhr Riddick – Chroniken eines Kriegers (VOX)
Vin Diesel ist Riddick. Punkt. Herrlicher Fantasy-Sci-Fi-Action Flick ganz im Sinne eines Snake Plisskens. Fantasievolles Production Design, den Star Trek Borgs entlehnte Bösewichte und knackige Oneliner. Auch wenn das Drehbuch gehörige Schwächen aufweist (streng genommen gibt es gar keine richtige Story) und die Inszenierung das Budget ein wenig überfordert bleibt mir nichts anderes übrig als „Double Thumps Up!“ zu schreiben.

Freitag, 13. Februar

20:15 Uhr Sleepers (VOX)
Da kann man nur noch staunen wie es Herr Barry Levinson fertig bringt ein so brisantes Thema wie den Mißbrauch von Jugendlichen in Kinderheimen in einem zwar durchaus annehmbaren, jedoch völlig belanglosen Gerichtsthriller zu verbraten. Das aber sollte dem guten Cast jetzt nicht zum Nachteil ausgelegt werden.

00:00 Uhr Jackass: The Movie (PRO7)
Anfang dieses Jahrtausends vielleicht noch diskutabel, heute nur noch dämlich. Dennoch macht das Irrationale anfangs Spaß, aber wie das mit der Redundanz halt so ist...

Noch mehr Wiederholungen werden hier kommentiert:

From Beyond, Blockbuster Entertainment, The Duke und Kino, TV & Co, immer wieder sonntags oder auch mal schon samstags