Day of the Dead

Die Menschheit hat den Ausbruch der Zombieseuche nicht in den Griff bekommen. Die Überlebenden der Katastrophe sind längst in der Unterzahl, geschätztes Verhältnis zum wandelnden Tod: 1:400.000. Eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern hält in Florida in einem Bunker Stellung und soll im Auftrag der Regierung mit der Unterstützung des Militärs Untersuchungen durchführen, eine Lösung für das Überleben der Menschheit finden. Doch die Situation scheint aussichtslos. Auf ihren Erkundungsflügen mit dem Helikopter stoßen sie lediglich auf noch mehr Untote, der Funkkontakt zu Washington und den anderen Wissenschaftlern ist abgebrochen, die Militärs unter Führung des längst schon am Sinn und Zweck des Auftrags zweifelnden Capt. Rhodes wollen die Unterstützung der Forscher aufgeben. Schließlich sind es Rhodes Männer, die täglich bei Unfällen im Dienst der Wissenschaft ins Gras beißen.

Arbeit für den Rekorder 31. Oktober - 6. November

Letztes Jahr am Abend des 31. Oktobers schellte genau ein Kind an unserer Haustür, um Süßes zu erpressen. Ein kleiner Vampir dachte ich, nach eigenen Angaben aber einfach nur ein Monster. Ob dieses Jahr überhaupt ein Kind an unserer Haustür schellt, ist fraglich. Irgendwie scheinen die jahrelangen Versuche Halloween in Deutschland zu etablieren gescheitert zu sein, zumindest hier im Ruhrgebiet. Natürlich, Plakate mit der Ankündigung zur nächsten Halloween Party gibt es immer noch. Aber wenn ich mir so die Häuser in meiner Umgebung anschaue, sehe ich überhaupt keine Kürbisse mehr vor der Tür stehen. Das sah in den letzten Jahren noch ganz anders aus. Genauso wenig scheinen die Sender an Halloween Interesse zu zeigen. Klar, Horrorfilme gibt’s am Wochenende genug. Nur darf man die Zusammenstellungen der Sender mehr als lieblos bezeichnen, und der Rest der Woche ist auch nicht gerade das, was ich als knackig bezeichnen würde. JMK hat wie immer auch noch was zu sagen.

Samstag, 31. Oktober

Samstag 31.10., 22.00 Uhr, Das Vierte: Scream
Damit fing alles an und das war auch gut so, in doppelter Hinsicht. Das Revival der Horrorfilme hält bis dato. Zudem ist der Auftakt ein spaßiges und - trotz des großen Humorfaktors - sich durchaus ernst nehmendes Horrorfilmchen von Altmeister Wes.

Naja, ich denke das Revival hält auch an, da sich das Kino generell in den letzten Jahren zu einem Hort der Zielgruppen-Diversifikation entwickelt hat. Mindestens 10 Leinwände selbst in der kleinsten Kreisstadt, da geht soetwas natürlich leichter von der Hand.

King of B-Movies

Ed Wood wurde Ende der 70er Jahre von den Brüdern Medved in ihrem Buch Golden Turkey Award zum schlechtesten Regisseur aller Zeiten gekürt. Unumstritten Woods größter Coup, auch wenn er damals schon längst nicht mehr uns weilte. Ich bin mir sicher, daß es noch schlechtere Regisseure als Ed Wood gab, gibt und geben wird. Mögen seine Filme vor allem technisch schluderig umgesetzt sein, eine gewisse Grundvoraussetzung für das Kino bringen sie alle mit. Die Kreativität. Monty Fineman, der Protagonist des hier besprochenen Films, darf man dann auch gerne als eine Art Ed Wood bezeichnen. Doch anders als Wood kann Fineman auf eine finanziell erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken. 427 Filme hat er bisher gedreht, was ihm immerhin eine Villa in Beverly Hills, viele Freunde und einen Rolce Royce bescherte. Doch Anfang der 90er verzettelte er sich bei seinem 32 Millionen Traumprojekt The whole History of Amerika, so verlor er seinen ganzen Besitz samt Ehefrau und steht seitdem mit zehn Millionen Dollar bei der Bank in der Kreide. Ein Scheck nach dem anderem platzt, die Dreharbeiten zum aktuellem Film müssen abgebrochen werden und die Monty Fineman Filmproduction sieht sich gezwungen in ein Motel vor den Toren Hollywoods umzusiedeln. Monty Fineman wäre jedoch nicht Monty Fineman, wenn er nicht in den Exklusivrechten an einer Serienmörderbiographie die große Chance an alte Tage erfolgreich anzuschließen sehen würde. Einzige Haken, Tochter und Geschäftsführerin Paloma hält das Projekt für inakzeptabel und Psychopath Ellis fordert die filmische Umsetzung seiner Schlitzerkarriere als Musical.

Während in rückblickenden Interviews immer wieder bekannte Gesichter wie Ron Howard, Peter Bogdanovich, Karen Black oder Roger Corman ihre Statements zu Monty Finemans Lebenswerk zum Besten geben, erzählt King of B-Movies auf der konventionellen Ebene von eben Finemans Versuchen die mittlerweile auf ein Minimum geschrumpfte Filmfirma, natürlich auch Montys eigentliche Familie, entgegen aller Vernunft zu retten. Gerade diese Vermischung von Mockumentary und normalen Spielfilm zählt zu den Stärken der Komödie, auch wenn dieses Prinzip mit fortschreitender Laufzeit seltener zum Zuge kommt. Da sitzt Fineman mit seiner Tochter gerade noch an einem Tisch mit den Bänkern, die sein Filmarchiv für acht Dollar pro Kilo abkaufen möchten, und schon befindet man sich wieder in der Mockumentary, die dieses Archiv in einer alten unaufgeräumten Garage verortet, während Monty die eine oder andere Anekdote aus seinem Produzentenleben preis gibt. Absolut herrlich gestalten sich dann auch die immer wieder eingespielten und fantastisch besetzten Fake-Trailer zu Finemans fiktiver Filmographie, die ebenso Exploitation Klassiker wie Cheerleader Camp Massacre, The Foxy ChocolateRobot oder Heil Titler!, wie auch mit Whale of a Cop und The Eco Angels sozial- und ökokritisches B-Kino zu bieten hat. Monty Fineman war halt immer am Puls der Zeit. In der Kombination mit Jerry Stillers gewohntem Crazy old Man ergibt sich so eine trotz des sicherlich allzu vorhersehbaren Endes eine vergnügliche Hommage an all die zahlreichen Trashfilmer, unverstandenen Visionäre und Bahnhofskino-Lieferanten, die zu keinem Zeitpunkt den Fehler erliegt sich selbst zu ernst zu nehmen. Warum Stephen Kesslers Film erst jetzt, acht Jahre nach seiner Erstaufführung, eine Zweitauswertung auf DVD erfährt, bleibt wohl für immer das Geheimnis des Verleihs. Denn zusammen mit Tim Burtons Ed Wood, dessen Klasse er selbstverständlich nicht erreichen kann und will, könnte er für einen absolut unterhaltsamen Double Feature Abend sorgen. Für Liebhaber des B-Kinos und dessen Macher ist der King in jedem Fall sehenswert.

7/10 Punkte

The real Top Ten Best 80s Songs ever (VII)

Ich gebe es ja zu, die in 624 Mannstunden zusammengetragene Youtubelinkliste zu dieser Rubrik gehört leider zu den letztwöchentlichen Opfern eines gründlich in die Hose gegangenen Systemupdates. So ein Pech aber auch. Da ich jedoch mindestens 15 Staffeln a 12 Folgen eingeplant habe, geht es nun ersteinmal aus dem Stehgreif weiter.

Keine Zweifel, I want to break free ist ein gerade aus heutiger Sicht ein einfach nur lahmer Song, doch das Video ... Mein Gott das Video. Hammer!!! Freddie Mercury sowieso ...

In den nächsten Tagen auf diesem Blog

Eigentlich wollte ich eine Lobhudelei auf Orphan – Das Waisenkind verfassen, komme aber momentan nicht dazu. Deshalb nur ganz kurz ein Verweis auf die Richtigkeit aller positiven Kritiken und Reviews, die es momentan im Netz zum Film zu lesen gibt (von mir nicht beachtete Reviews bitte in den Kommentaren verlinken). Also, Orphan – Das Waisenkind ist ein richtig Guter. Löst am besten noch heute ein Kinoticket, klasse Unterhaltung. Mein Review zum Film wird aber in jedem Fall noch kommen. Genauso garantiert wie der nach 9 Jahren doch noch in Deutschland auf DVD veröffentlichte King of B-Movie mit Jerry Stiller. Ja, es ist ein B-Movie, was aber nur konsequent erscheint.


Und dann möchte ich noch das offizielle Ergebnis des Halloween Wunschfilmreview Spezial Internet-TEDs bekannt geben. Von den 97 Millionen abgegebenen Stimmen entfielen 29 Millionen auf Joe D'Amatos Bui Omega, 36 Millionen auf Peter Jacksons Braindead und 41 Millionen auf George A. Romeros Day of the Dead. Ein knappes Kopf an Kopf Rennen sozusagen, und eine gute Wahl. Samstag gibt es hier also Lesestoff zum vielleicht besten Zombie Streifen ever. Ich freue mich auf eine erneute Sichtung des gerne unterschlagenen Sozialdramas, dessen Originaldrehbuch leider nie verwirklicht werden konnte. Hier schon einmal im voraus der Link zum angedachten Script.

Apocalypse Now auf Schalke- Scheißegal was wirklich dran ist

Um die Finanzen Schalkes steht es nicht gut. Wer das bis jetzt nicht mitbekommen hat, muß ausschließlich bild.de lesen. Beim Fachblatt für Fantasiegeschichten und Apokalypsenprophezeiungen ist man seit Magaths Verpflichtung wieder auf Schmusekurs mit unserer blau weißen Skandalnudel. Und es verwundert mich schon, daß die Überschriftengeneratoren an der Rudi-Dutschke-Straße in Berlin bis jetzt noch nicht auf das eigentlich für sie geschaffene Horrorszenario Bevorstehender Lizenzentzug für Schalke 04 angesprungen sind, obwohl Bild doch erst mit Berichten ihres Nackenkraulers und Mit der Ex-Geliebten auf Sylt Herumzankers Assauer den Stein ins Rollen brachte. Stattdessen partizipierten in dieser Saison bisher vor allem der Kicker, Financial Times und Süddeutsche Zeitung von Schalkes Finanznöten. Pünktlich zum nächsten Spieltag ein investigativer Bericht über Schalkes desaströs überzogenen Dispo und demnächst abzugebende Topstars. Konnte bisher der Eindruck entstehen, Schalke würde schon längst die Tapeten von den Wänden kratzen, um wenigstens die nächste halbe Stunde ohne Hungergefühl zu überstehen, kommt heute noch alles viel schlimmer. In einem den üblichen Regeln der Skandalisierung folgenden Artikel schreibt Daniel Schraven auf Welt.de über noch viel höhere Schulden des Vereins. Und wenn ich schreibe viel höhere Schulden, meine ich nicht die kolportierten 140 Millionen Euro plus ungefähr die Hälfte, sondern die kolportierten 140 Millionen plus die Unterdeckung in der laufenden Saison von 20 bis 30 Millionen plus geheime 100 Millionen Minus auf den Konten Schalkes Tochterfirmen. Mit Schravers Additionskünsten kommen da glatte 280 Millionen Euros heraus (edit: mittlerweile aus der Überschrift herausgenommen). Klar, bei Springer wird gerne aufgerundet.

Sidebar Perlen

Die Sidebar ist ja doch irgendwie der Teil eines Blogs, dem naturgemäß wenig Beachtung geschenkt wird. Aber was sich dort doch alles für Gute Dinge finden lassen ...

Zurück ins Netz - Torsten Wieland kommt einer selbstvernichtenden Verhaltensauffälligkeit auf die Spur.

Halloween Mix 2009 - Starmummy veröffentlicht auf B Movies and Beyond seinen - ja, natürlich - Halloween Mix 2009. Fragt mich aber nicht nach solchen Dingen wie Urheberrecht oder so, fragt ihn.

Kasperltheater, Folterpornos und Zensoren - Auf Telepolis seziert Hans Schmid in einem wunderbar ausführlichen und amüsanten Text die Kulturfeindlichkeit deutscher Jugendschutzbehörden. Sicherlich keine neue Erkenntnis, aber selten so treffend formuliert. via

Arbeit für den Rekorder - 24. - 30. Oktober

Ich habe es ja schon seit einiger Zeit angekündigt. Diese Rubrik wird überarbeitet, denn wir sind hier ja nicht beim Zimmer Frei WDR. JMK werkelt momentan an seinem neuen Blog, der Die Weisse Wand und One Year in Kiel ablösen wird – so habe ich es jedenfalls verstanden - und zukünftig auch im Wechsel Herberge unserer wöchentlichen TV Tipps werden soll. Soviel sei schon einmal verraten. Desweiteren werde ich ab jetzt nur noch zu einem Film pro Wochentag meinen Senf geben, dafür jedoch auf mehr interessante Unterhaltung aufmerksam machen. Schließlich ist das hier das Internet und die Searchbar oben rechts in eurem Browserfenster nicht weit.

Samstag, 24. Oktober

06:00 Uhr, Vox: Grand Canyon
Lawrence Kasdans Zeitkolorit der späten 80er. Ein ganz grossartiger Ensemblefilm mit Danny Glover, Kevin Kline und Steve Martin um die grossen Fragen der Menschheit, verpackt in kleine Episoden.


Ich danke Kasdan für die beiden Star Wars und Raiders of the lost ark Drehbücher, den Rest begutachte ich ja ein wenig skeptischer. Ich schreibe nur Dreamcatcher …

Fast Forward >> Es geschah am hellichten Tag

Natürlich war Dürrenmatt nicht unzufrieden mit dem Ende Ladislao Vajdas Verfilmung seiner Drehbuchskizze. Der Film hatte schließlich eine klare Aufgabe zu erfüllen, von der auch der Schweizer wußte. Laßt Eure Kinder nicht allein durch die Gegend wandern, es gibt schließlich böse Männer. Auch hier auf dem idyllischem Land. Dennoch ist Dürrenmatts spätere Romanversion Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman sicherlich die interessantere und vor allem psychologisch vielschichtigere Version des Stoffes. Vajdas Film gehört dennoch zu den wichtigsten seiner Ära, schließlich kann man ihm seine stilbildende Form und die mutige Thematisierung eines Tabuthemas nicht absprechen. Ein zeitloses Thema, das zeitlose gesellschaftliche Probleme an die Oberfläche spült. Der Boulevard generiert noch heute mit bequemen Vorverurteilungen massenhaft Auflage, Klicks und Aufmerksamkeit. Da kann man aus heutiger Sicht vielleicht noch am ehesten die küchenpsychologische Diagnose des Täters Schrott und das einfache Wesen eines durchschnittlichen Kriminalfilms in Frage stellen. Egal, der Film sollte seiner Zeit so viele Mütter und Väter wie möglich erreichen, da braucht es keine unnötige Kompliziertheit in der Erzählung. Nimm keine Bonbons von fremden Männern, und komm sofort nach Hause. Ich werde die warnenden Worte meiner Mutter nie vergessen, die sie mir als ungefähr 5jähriger in den 70ern, lange nachdem der Film in den Kinos anlief, unaufhörlich vor jedem noch so kurzen Gang zum Kindergarten oder Bäcker mit auf den Weg gab. Vajdas Film hatte gewirkt. Während Heinz Rühmann, durch unzählige Filme längst als kleiner Mann etabliert, heutzutage ein wenig allzu überfordert in seiner Rolle als wahrheitsversessener Polizist auf Lebenszeit wirkt, glänzen die Nebendarsteller durch die Reihe hinweg mit guten bis hervorragenden Leistungen. Allen voran natürlich Gert Fröbe, der den Kinderschänder wunderbar als getriebenes anstatt diabolisches Wesen interpretiert und geradezu zur weiteren Sichtung seiner Filmographie auffordert. Ein wahnsinnig intensiver Darsteller von Weltformat. Auch Vajdas Film wird durch Fröbe zu etwas Besonderem. Die nur leidlich gelungenen Remakes zeugen gerade davon.

7,5/10 Punkte

Pandorum

Sofern überhaupt noch Raumschiffe im Kino durch die Galaxie fliegen, darf man  ja als Science Fiction Fan froh sein. In den letzten Jahren gab es nicht sonderlich viele von ihnen zu bestaunen. Weltraum Science Fiction, nicht zu verwechseln mit Sci-Fi, ist out. Aber das ist sein Genrekollege der Western ja auch schon seit einem halben Jahrhundert. Die Geschichten vom Aufbruch ins unentdeckte Land, die Suche nach neuen Lebensräumen, die Schilderung von gefährlichen Wilden und Gefahren, all die Entbehrungen, der Kampf ums Überleben. Die Weltraumgeschichten lassen sich nur allzu gerne als Allegorie Amerikas Besiedlung nutzen. Der Traum vom besseren Leben, der Entstehung einer neuen Gesellschaft. Von all dem erzählt auch Pandorum, anstatt wie so viele Sci-Fi Geschichten der letzten Jahre lediglich das zukünftliche Setting als reine Kulisse für ein dröges Gut gegen Böse Drama zu nutzen. Pandorum erzählt eine große Geschichte. Schade daß Christian Alvart (Antikörper) es nie wirklich fertig bringt, diese auch dem Zuschauer mitzuteilen.

Im Spieleklassiker System Shock erwacht der Protagonist aus einem langem Kälteschlaf und muß feststellen, daß die Besatzung des Raumschiffes mittlerweile tot, wahnsinnig oder zu Monstern mutiert ist. In Pandorum verhält es sich nicht großartig anders, hier ist es der Techniker Bower auf dem Raumschiff Elysium, dem dieses Schicksal widerfährt. Erschwerend wirkt sich dazu noch die durch den langen Schlaf ausgelöste Amnesie aus. Doch Bower ist nicht lang allein, es gelingt ihm seinen Vorgesetzen Payton ebenfalls aus seiner Kältekammer zu befreien. Gemeinsam ist man schlauer und kann wenigstens rekonstruieren, daß man sich auf einen Flug ohne Wiederkehr befindet, etwas grundsätzilich schief gelaufen ist und vor allem der Reaktor des Raumschiffes wieder neugestartet werden muß, um das eigene  Leben und das der übrigen vermuteten Besatzung zu gewährleisten. Bower macht sich auf die Suche nach dem rettenden Stromerzeuger, während Payton ihn von seiner Konsole aus durchs dunkle Raumschiff manövriert. Das ist Anfangs spannend, geheimnisvoll und für den Protagonisten auch ziemlich schmerzhaft, wenn Bower auf seiner Odyssee durchs Raumschiff in unvermutete Schächte fällt oder von aggressiven überlebenden Besatzungsmitgliedern erst einmal eins auf die Zwölf bekommt, bevor man sich einigen kann zusammen nach einem Ausweg zu suchen. Denn die zur Amazone herangewachsene Biowissenschaftlerin und der zum Indianer aufgestiegene Landarbeiter sehen sich wie Bower einer viel größeren Gefahr ausgesetzt, als daß sie weiterhin ihr eigenes Süppchen kochen könnten. Auf dem riesigem Raumschiff haust nämlich neben lebenden Schlafenden und dem Tod geweihten Wachen noch eine weitere Fraktion aus kannibalischen Mutanten, die ihren Fortbestand im metallenen Dunkeln vor allem durch frisches Menschenfleisch sichern.

Eigentlich hätte Pandorum eine herrliche Evolutionsparabel werden können, vielleicht ein schrulliger Weltraumschocker oder einfach nur ein Hide and Chase Flick. Umso ärgerlicher, daß Alvart sich offensichtlich nicht traute das sichtlich überladene Drehbuch ein wenig zu entrümpeln, um mehr Stringenz in die Story hineinzubringen. So sehr die Geschichte auch reizt, so hölzern kommt sie letztendlich daher. Meint zwischendurch erklärend zurückblicken zu müssen, verrät dem Spannungsbogen nützliche Details an der falschen Stelle. Propft hier noch einen Nebenplot und da noch einen für das Funktionieren des Filmes unwichtigen Charakter ein. So daß man irgendwann die Hoffnung verliert, der Filme hätte überhaupt noch einen Hauptplot. Den hat er überraschender Weise tatsächlich, doch will er irgendwie gar nicht zum zuvor durchlebten großen und absolut überflüssig finalem Epilepsigewitter der Actionkamera und Discostroboskopen passen. Am Ende steht ein unausgegorenes Potpourri aller, aber wirklich aller, Science Fiction Filme der letzten 30 Jahre, jedoch nicht auf dem Niveau der Begnadeten, sondern im Stile der Unsäglichen. Da meine ich Antje Traute als Nadia sogar einmal genauso drein blicken gesehen zu haben wie Milla Jovovich in Resident Evil.

Dennoch möchte ich nicht allzu hart mit Pandorum ins Gericht gehen, trotz all der handwerklichen und narrativen Macken. Denn das Bemühen wieder ein wenig mehr Subtext im zielgruppenorientiertem Mainstreamkino unterzubringen halte ich für grundsätzlich begrüßenswert. Auch wenn es in Pandorum weitestgehend in die Hose geht, immerhin bleibt am Ende ein außerordentlich großzügig ausgestatteter und alles andere als träger B-Movie, der sich in der Videothek wahrscheinlich besser machen wird, als auf der großen Leinwand mit der er sichtlich überfordert scheint.

6/10 Punkte

The real Top Ten Best 80s Songs ever (VI)

O.K. Leute, holt eure Allrounders aus dem Keller, besorgt euch einen alten Karton, Sanyo Stereo Kassetten Recorder Ghettoblaster untern Arm und ab in die Fußgängerzone vor Karstadt ein bisschen breakdancen. Hält fit und die netten Omies lassen es ordentlich in euren Taschen klimpern.

Curiosity killed the Cat

Wer weiß das nicht? Ich habe dennoch alle Warnungen von „Don't try this at home“ bis „Don't try this in a productive enviroment“ geflissentlich ignoriert und mir mal wieder unnötige Arbeit aufgebrummt.

Überraschungen gibt's ...


Durch Zufall habe ich heute entdeckt, daß Ubuntu eine auf dem Desktop liegende MP3 abspielt sobald man den Cursor darauf hält. Das funktioniert auch in Ordnern, sofern man die Symbolansicht gewählt hat. Cooool!

Und noch eine Top Liste

Zurücklehnen, staunen, genießen ... Was für ein tolles Video.

Arbeit für den Rekorder 17. - 23. Oktober

In der letzten Zeit wurde hier ja genug über das Fernsehprogramm genörgelt. Schluß damit, ab jetzt wieder positive Stimmung. Was nicht bedeuten soll, daß hier das Fernsehprogramm nur noch abgeschmust wird. Davon abgesehen hat mir JMK diese Woche seine Tipps so früh geschickt, da kann man ja nur positiv an die Dinge die da kommen werden herangehen.

Samstag, 17. Oktober


Samstag, 17.10., 12.25 Uhr, RTL2: Jack
Yes, that what i'm talking about. FFC meets Robin Williams der seine Paraderolle spielt: Erwachsener im Körper eines Kindes. So interessant die Ausgangssituation des Plots auch ist, Williams schafft es zuverlässig mit seinem Rumgehampel und Affektierheit zu nerven. Moppelkotze.

Hey, hey, hey … was habe ich gerade noch geschrieben? Außerdem, wer guckt Samstag um 12:25 Uhr schon fern?

18:00 Uhr hundkatzemaus (VOX)
Sondersendung zum G-Force Start. Thema Meerschweinchen!

WM Qualifikation Deutschland - Finnland

Fast Forward >> Space Invaders

Kampf der Welten
Heißt im Original War of the Worlds und basiert auf H.G. Wells satirischen Klassiker des angehenden 20. Jahrhunderts. Der deutsche Verleih tat gut daran, den Titel abzuändern, denn von der eigentlichen Geschichte blieb nicht mehr viel. Es war sowieso Orson Welles der den Stoff an Halloween 1938 mit seinem fiktiven Bericht von angreifenden Marsianern auf die Erde über die Bibliotheken hinaus bekannt machte. 1953, der Zweite Weltkrieg immer noch nicht verdaut, der Korea Krieg gerade beendet und der Kalte Krieg in seinen Kinderschuhen. Der bis dahin unbedeutende Provinzpolitiker Joseph McCarthy mit seiner halluzinierten kommunistischen Unterwanderung der US Regierung schon seit drei Jahren in den Medien eine große Nummer. Da verwundert es nicht, daß die Angriffe der technisch überlegenen jedoch körperlich schwächelnden Marsianer ausschließlich die westliche Welt in Schutt und Asche legen und nicht ein Angriff auf Peking oder Moskau stattzufinden scheint, obwohl ja doch eigentlich die gesamte Erde von den Extraterristischen angegriffen wird. Die Franzosen müssen wie immer als erstes Paris aufgeben, danach geht es London und der Ostküste der USA an den Kragen. Tanks, Kanonen, Air Force versagen und selbst die Atombombe kann ihren Raumschiffen nichts anhaben. Als der Untergang der Menschheit fast besiegelte Sache ist, die Menschen in Los Angeles sich vor dem Feuer und den Tod bringenden Strahlenkanonen der Angreifer in die Kirchen flüchten und ihr Heil im Sing Sang suchen, geschieht jedoch das Wunder. Die Marsianer können in unserer mit Mikroben angereicherten Atmosphäre nicht überleben und sterben plötzlich wie die Eintagsfliegen dahin. Heute erheitert Kampf der Welten natürlich nicht zuletzt aufgrund seiner bedingungslos offenen wissenschaftlichen Naivität und den überwiegend guten Spezialeffekten, die die Zerstörung ganzer Städte und Metropolen immer noch hervorragend transportieren und die Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit in nicht geahnte Höhen katapultieren. Insgesamt gibt sich Kampf der Welten auch im 21. Jahrhundert als dramaturgisch äußerst stringenter, flotter und tatsächlich immer noch faszinierender Science Fiction Flick per Exzellence.

7/10 Punkte

Blumen des Schreckens aka The Day of the Triffids
Welch ein Schauspiel am nächtlichen Himmel Londons. Ein Meteorhagel erhellt die Nacht. Am nächsten Tag ist das Publikum jedoch erblindet und ein dementsprechendes Chaos herrscht in der Metropole. Autos fahren vor Wände, Züge entgleisen, Flugzeuge stürzen ab … Nein, denken wir jetzt nicht eine Sekunde länger darüber nach. Matrose Howard Keel …, 'tschuldigung … Matrose Bill Mason hatte Glück im Unglück, denn im Moment des blendenden Lichtspiels lag er im Krankenhaus mit Augenbinde, und so darf er sich jetzt sehend über Frankreich bis nach Spaniens rettende Küste auf der Suche nach der letzten Festung der Menschheit durchschlagen. Natürlich nicht ohne Begleitung und nicht ohne auf seiner Reise diesen hungrigen mit Intelligenz ausgestatteten Fleischfressenden Triffids zu begegnen. Herrlich zu entdecken wie viel Inspiration für spätere Genrehighlights in diesem gar nicht mal so unbekannten Abenteuer liegt. Die Vorlage lieferte die Science Fiction Autoren Legende John Wyndham mit gleichnamigen Roman. Wie später vor allem die Filme Romeros konzentriert sich die Handlung zu einem nicht unerheblichen Teil auf die soziologischen Aspekte eines apokalyptischen Szenarios. Aber zurück zum Film. Der kommt mit einer wunderbar verschwenderischen Anzahl von Drehorten, herrlich bunten Bildern und Massen von diesem ungesunden Gemüse daher. Dessen wird die Menschheit am Ende auf bedenklich einfacher Art Herr, doch bis dahin wird erst einmal geschossen, verbrannt, gehackt und ordentlich elektrogeschockt. Seiner Herkunft aus dem großen Land der Autokino B-Movie Granaten ist der Film sich dabei jederzeit bewußt, selbst wenn die parallel verlaufende Nebenhandlung auf der kleinen Kanal-Leuchturm-Insel und die Bilder zerstörter, vor sich dahin bruzzelnder Mittelmeerhäfen so etwas wie epische Breite aufkommen lassen. The Day of the Triffids ist definitiv ein Kleinod des fantastischen Kinos.

7,5/10 Punkte

Blob – Schrecken ohne Namen
Schon wieder schlägt ein Meteorit mit außerirdischen Gengut an Bord in der nähe einer amerikanischen Kleinstadt in den Boden. Doch dieses Mal entfleuchen ihm keine Raumschiffe, sondern eine gallertartige Masse, die einer Amöbe gleich ihre Beute umschlingt und sozusagen blobimilliert. Die erste Beute ist der alte Einsiedler vom Stadtrand, dessen Arm fürs erste als Abendmahl reichen muß bevor der Infizierte von Steve und seiner Flamme Jane auf der Straße aufgelesen und beim Doctor abgeliefert wird. Dr. Hallen samt Assistenzpersonal sind für den Blob natürlich ein gefundenes Fressen. Einziger Zeuge immer wieder Steve, dem die Polizei nur schwerlich glauben mag. The Blob ist interessanter Weise weniger Menschheit gegen Alien als Generationskonflikt zwischen Jung und Alt. Die Ironie will es, daß es diesmal im Gegenteil zu Werken wie Rebell without a Cause oder Blackboard Jungle die Alten sind, die sich hier äußerst töricht und falsch verhalten, wenn sie den Warnungen der Teens keinen Glauben schenken und nur böse Scherze in ihren Versuchen die Stadt zu retten sehen. Die wird dann aber erst im letztem Drittel des Filmes so richtig terrorisiert, wenn der Blob die Orte der Jugend heimsucht. Im Kino richtet der Blob ein Massaker an, so etwas Schlimmes hat Jugendfeind Nr. 1 Sgt. Jim noch nie gesehen, und da wir hier einen 1958er B-Movie zu Gesicht bekommen, müssen auch wir uns den Schrecken in unserer Vorstellung ausmalen. Die Lösung des Problems ist wieder einmal herzlich einfach, und wenn der damals mittlerweile schon 28 jährige Steve McQueen, deutlich älter wirkend als die übrige jugendliche Besetzung, zweifelnd seine letzten Worte „Yeah, as long as the Arctic stays cold.“ in die Kamera spricht, dann erhält The Blob eine ihm damals noch gar nicht bewußte prophetische Bedeutung.

7/10 Punkte

The Toxic Avenger


R-E-S-P-E-C-T !


dedicated to Kaiser_Soze
oder des Kaisers Wunsch ist mir Befehl

Fast Forward >> Dead Snow

1000 und 1 Horrorfilm. Heutiges Thema: Zombie-Nazis in Norwegen. Tommy Wirkola hat sie alle gesehen, alle Klassiker und noch ein paar Unbekanntere dazu. Denn Ken Wiederhorns Shock Waves, der hier als offensichtlicher Unterbau der Chose dient, ist garantiert einer der Unbekannteren. Soviel ist klar, wenn dann am Ende der Abspann seiner Splatter Komödie zur mittlerweile auch schon wieder anachronistisch wirkenden Metalkonserve die Stoptaste am Player drücken läßt. Dabei eröffnet Dead Snow doch so schön mit Edward Griegs In the Hall of the Mountain King und einer Flucht durch die vom Vollmond erhellte Schneelandschaft irgendwo in den Bergen Norwegens. Ich weiß gar nicht warum sich Wirkola dazu entschieden hat den weiteren Verlauf seines Films so sehr seiner eigenen Zitatwut zum Opfer fallen zu lassen, hinter der sich überhaupt nichts, aber auch gar nichts anderes als weitere Genrezitate verbergen. Sicherlich, den Nerds und Gorekids wird das erst in der zweiten Hälfte wirklich zur Splattergranate mutierende Genrepanoptikum gefallen. Wer jedoch mehr als einen gefühlt in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren schon 1000 und 1 Mal gesehenen Filmquiz erwartet, was bei dem Grundthema Dead Snows gar nicht so abwegig ist, wird ebenso sicherlich enttäuscht werden. Das was von Dead Snow in Erinnerung bleibt, reduziert sich auf die sehr wenigen gelungenen Gags in einem den üblichen Teen-Horror Konventionen verschriebenem Korsett. Das ist schon verdammt wenig, gerade da sich Wirkolas Arbeit offensichtlich als Partyfilm verstanden wissen möchte, zu dem ihm jedoch die nötige Mentalität fehlt. Viel zu lasch geben sich die Monströsitäten zwischen den krampfhaften Versuchen so etwas wie einen Spannungsaufbau herzuleiten. Alles, aber auch wirklich alles in Dead Snow ist zu vorhersehbar oder versagt einfach an einem schlechten Timing. Einzig in dieser Hinsicht kommt Wirkolas Exploitation Revue einem großem Teil seiner hier gehuldigten Lieblinge sehr nah.

5,5/10 Punkte

Fast Forward >> Moby Dick

John Hustons Verfilmung Herman Melvilles literarischem Meisterwerks darf getrost zu den cineastischen Höhepunkten gezählt werden. Melvilles Komprimierung der damals bekannten und unbekannten Welt auf einen Walfänger und dessen Besatzung galt und gilt in ihrer Komplexität als unverfilmbar. Aus heutiger Sicht vielleicht weniger aus technischen Gründen, als aus den narrativen und dramaturgischen Fallstricken, die Melvilles detaillierte und gerne auch trockenen Beschreibungen ohne Frage in sich bergen. So konzentriert sich Hustons Film, wie die meisten überarbeiteten Fassungen Melvilles Klassikers, auf die Geschichte des vom Verlangen auf Rache verblendeten Kapitän Ahabs, dessen stoisches Sinnen auf Genugtuung nur in der Tragödie enden kann. Das unausweichliche Unheil rumort unentwegt in den von einem Schleier aus Grau und Blau bedeckten Bildern, die nicht selten zwischen der Esoterik Emil Noldes expressionistischen Wogen und William Turners Seefahrer-Naturromantik schwanken. Zusammengefaßt in Gregory Pecks verhärteten Gesichtszügen, in seinem unerbittlichen Schauspiel, das ebenso nicht selten die Zehen auf die Grenze zum Overacting stellt, diese jedoch nie überschreiten wird. Ob Elmsfeuer oder sengende Hitze, ob Sturm oder Flaute, alles nur Allegorien auf Ahabs geplagte Seele, deren Spiegelbild in der grauen, vernarbten und zerstörerischen Erscheinung Moby Dicks zu finden ist. Ein äußerst kraftvolles, symbolisches und pathetisches Werk John Hustons. Ein Meisterwerk der Literaturverfilmung. Ein Meisterwerk.

10/10 Punkte

Arbeit für den Rekorder 10. - 16. Oktober

JMK hat uns in der vergangenen Woche mit verstörenden Bildern aus Tierversuchsschlaflaboren geschockt. Für diese investigative Glanzleistung habe ich ihm ein neues Farbband für seine olle Schreibmaschine in den Norden geschickt. Ansonsten sei noch angemerkt, daß die Tipps diese Woche ganz schnell abgehakt sind, es kommen tatsächlich hauptsächlich sehr olle Kamellen, sehr olle Wiederholungen und noch mehr olle TV-Filme, für die ich mich ja sowieso nur in den seltensten Fällen begeistern kann.

Auswärtsspiel: Die besten Sportfilme - Ein Videopodcast von Jürgen Kalwa

Jürgen Kalwa ist freier Journalist, Buchautor und nicht zuletzt Sport-Blogger. Am Montag Abend führten wir ein sehr langes Gespräch über Sportfilme. Dabei ging es uns weniger um die künstlerische und formale Qualität, als um das Gefühl der Filme für ihren Sport und das Umfeld.

Wir hatten eine Menge Spaß, wir redeten viel und hielten uns nicht wirklich an das von Jürgen erstellte Podcast Drehbuch. Den Beitrag und zusätzliche Infos zum Videopodcast gibt es natürlich auf American Arena. [edit] Dort sollte dann auch die Diskussion stattfinden.

[edit]
Jürgen schreibt auf Carta.info über die Probleme bei der Veröffentlichung dieses Videopodcast durch Youtubes Kontrollsoftware. Lesenswert.


Youtube Channel Jürgen Kalwa

Nur der S04!



via königszwitsch

Fast Forward >> Shaolin Soccer

Wenn ich beschreiben sollte was mir bei Shaolin Soccer wirklich auf den Senkel geht, dann würde ich als erstes das schon nicht mehr erträgliche Product Placement in den Raum stellen. Selten wurde Werbung so ungeniert und offensichtlich in einem Film untergebracht, wie hier bei diesem äußerst unterhaltsamen Kung-Fußball Flick aus Hong Kong. Nebenbei bemerkt, einer der erfolgreichsten Filme in Asien überhaupt. Als James Bond in den 90ern plötzlich mit bayrischen Limousinen durch Hamburg und mit ebenfalls bayrischen Motorrädern über vietnamesische Dächer hüpfte, beherbergte dies neben der unfreiwilligen Komik ja auch noch ein unfreiwillig augenzwinkerndes Element. Immerhin hatte sich die Queen - glaubte man der Yellow Press - zuvor über Prinzessin Dianas neu angeschafften 745i echauffiert. Shaolin Soccer darf man jedoch gerade im letztem Drittel als penetranten Werbespot bezeichnen. Ich könnte mich jetzt auch noch über das 08/15 Drehbuch beschweren, das so ziemlich überhaupt keine nicht schon vor dem Drücken der Play Taste unzählige Male gesehenen Wendungen bereithält. Mache ich aber nicht, denn darauf kommt es bei diesem Film überhaupt nicht an. Noch nicht einmal die mäßige Qualität der ganzen CGI Effekte, aus denen ungefähr 90 % der gesehenen Bilder zu bestehen scheinen, können den Spaß an Stephen Chows Wuxia Klamotte verderben. Dazu ist das ganze einfach zu überdreht, zu sehr mit Slapstik angereichert, zu frech, zu kitschig, zu abgefahren - ja, ich glaube ich muß das hier jetzt wirklich einmal schreiben -, einfach eine zu coole Angelegenheit. Achso, worum geht es überhaupt? Golden Leg, ehemaliger Fußballstar und nun nur noch unfreiwilliger Krüppel, trainiert eine Bande ehemaliger Shaolin Mönche, die natürlich am Ende das Fußballtunier gewinnen werden. Das war jetzt kein Spoiler vor dem ich hätte warnen müssen. Nebenbei gibt es noch die Geschichte vom häßlichen Entlein, allerhand für uns Europäer skurrile Gags und natürlich die für eine Hong Kong Komödie unverzichtbaren dummen Gesichter in Großaufnahme. So wie es sich gehört. Keine Frage, wenn Stephen Chow als rechtmäßiger Nachfolger Jackie Chans gilt, geht das schon in Ordnung. Zumindest was den Humor angeht. Ich weiß, Puristen werden sich jetzt erbost abwenden, aber der Film macht selbst noch in der um 25 Mintuen gekürzten, leicht umgeschnittenen und mit einem anderem Score versehenen internationalen FSK 12 Fassung Shaolin Kickers Spaß. Der Film ist dann zwar schon eine gehörige Portion zahmer, aber dafür auch eine gehörige Portion flotter. In beiden Fällen handelt es sich jedoch garantiert um feinsten Edel-Trash.

7,5/10 Punkte

Bild dir deine taz

Bild.de und taz.de, Onlineableger zweier Qualitätsmedien wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Kann man doch nach allgemeiner Auffassung ganz salopp behaupten, oder?

Machen wir den Überschriften-Test. Welche Überschrift stammt aus welcher Onlineausgabe?

Ist Porno gucken okay?

"Porno ist Politik!"

Googlen wie immer verboten.

Rocky

Rocky, daß ist mehr als die übliche Geschichte des Tellerwäschers, der zum Millionär wird. Über eine Stunde beschäftigt der Film sich mit der Verortung seines Protagonisten. Bettet ihn in einen Teufelskreis aus Armut, krummen Geschäften und ungerechter Chancenlosigkeit ein. Verschmutzte Straßen, abrißreife Wohnungen, im Gym blättert nicht nur die Farbe von den Wänden, auch der Trainer gehört eigentlich schon längst in Rente. 40 Dollar bleiben Rocky nach Abzug der Kosten von der Kampfbörse, nachdem er wieder einmal gesiegt hat. In einer schäbigen Halle mit noch schäbigerem Boxpublikum. Zwischen den Kämpfen hält er sich mit Gelegenheitsjobs für Mr. Gazzo, dem Kredithai des Viertels, über Wasser. Für ihn die einzige Möglichkeit sein Leben zu finanzieren, für Mickey der einzige Grund ihn trotz seines Talents nicht zu fördern, ihn sogar den Spint wegzunehmen. Die Leere zwischen seinem ungeliebten Job als Geldeintreiber und seinen geliebten Kämpfen versucht er mit Adrian zu füllen, der Schwester seines trinkenden und hysterischen Freundes Paulie. Und vielleicht ist es auch mehr der Wunsch Adrian ein Entkommen aus der Depression zu bieten, als das Verlangen nach der Krone des Boxsports zu greifen, wenn er dem Weltmeisterschaftsboxkampf zusagt, der ihm von Apollo Creed angeboten wird, obwohl Rockys Rolle als Fallobst für alle Seiten ersichtlich ist. Rocky ist Realist, sein Ziel ist es gegen Apollo zu bestehen, nicht vor dem Schlußgong der 15. Runde aufgeben zu müssen. Was noch keinem anderem Gegner Apollo Creeds gelungen ist.

Es ist die innere und äußere Bescheidenheit, die Rocky auch künstlerisch ganz nah an seine inhaltliche Botschaft herankommen läßt. Sowohl die seines Protagonisten, als auch die seiner Erscheinung selbst. Während Rocky keinesfalls Apollos Weltmeisterschaftstitel anzweifelt, großen Respekt vor ihm zeigt, verläßt sich der Film auf seine ruhigen, zurückhaltenden Bilder, mittels derer Symbolität er mehr zu erzählen weiß, als die wenigen aber jederzeit guten Dialoge es je könnten. Mit Philadelphia als Ort der Handlung, dieser Metropole, die nicht durch den Broadway, Wallstreet oder Freiheitsstatue vom American Way of Life kündet, sondern als Geburtsstädte der amerikanischen Unabhängigkeit von den Opfern erzählt, die dieses Land auf sich nehmen mußte, um zu dem zu werden, das den American Way of Life erst ermöglicht. Rocky selbst darf als Symbol dieses Freiheitsdrangs gesehen werden, nimmt er doch für die Freiheit, die ihm das Leben als Gelegenheitsjobber und Boxer bietet, gewaltige Opfer in Kauf. Wenn er sich immer wieder von seinem Freund Paulie, der in der Fleischfabrik arbeitet und schon dort nicht mit seinem Leben zurecht kommt, distanziert, indem er ihm versichert die Arbeit für Mr. Gazzo sei nichts für ihn, ist das auch ein Ausdruck Rockys Opferbereitschaft. Denn eigentlich ist Rocky gar nicht für diese Art Arbeit geschaffen, zumal sie ihn weiterhin im Milieu festhält. Doch sie gibt ihm die Freiheit seinem längst verloren geglaubten Traum einer erfolgreichen Boxkarriere weiterhin nachzugehen. Dafür wird er schließlich belohnt, wenn er durch Zufall von Apollo Creed als Kampfpartner ausgesucht wird. Hätte er zuvor seine Freiheit gegen die Abhängigkeit vom Lohnscheck der Fleischfabrik eingetauscht, hätte ihn Creed nicht im Boxerverzeichnis finden können. Die Botschaft des Filmes ist hier überdeutlich. Das Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit ist die Grundlage Rockys glücklicher Chance.

Als Allegorie auf den American Way of Life funktioniert Rocky fantastisch. Doch ist Rocky natürlich auch der klassische Sportfilm, selbst wenn er der Darstellung des Boxens nur wenig Raum bietet. Hier ist Rocky die einfache und romantische Geschichte vom Underdog, der gegen den großen Favoriten antreten muß. Die sich wie schon so oft und anscheinend unabdingbar im Genre des David gegen Goliath Bildes bedient, welches der Sport in der Realität jedoch auch gerne selbst bietet. Stallone führt die Inspiration zu seinem Drehbuch auf den Kampf Wepner gegen Ali im März 1975 zurück. Wepner, Ali deutlich unterlegen und offensichtlich nur Showgegner, bot dem damaligen Weltmeister jedoch einen harten Kampf, in dem er Ali sogar einmal zu Boden schicken konnte. Wepner wurde von den Zuschauern für seinen Mut und Kampfesgeist mehr bejubelt als der technisch bessere Ali für den Sieg, den er durch den Abbruch des Kampfes durch den Ringrichter erlangte. Wepner soll von Ali fürchterlich verprügelt worden sein. Auch Rocky steigt im Film als Sieger aus dem Ring, obwohl er den Kampf nach Punkten verliert und auch er ist vom Kampf schwer gezeichnet. So erzählt Rocky mit all seinen Zitaten des Boxsports auch dessen Geschichte. Egal ob die Figur Rocky selbst an Amerikas Alltime Great Rocky Marciano angelehnt ist, Apollo Creed den für seine große Klappe, die die Grenzen zur Arroganz gerne einmal überschritt, und als fast unbesiegbar geltenden Muhammed Ali verkörpert. Der oftmals belächelte und kritisierte Boxstil erinnert unweigerlich an die Bilder früher großer Boxkämpfe um die Jahrhundertwende, in denen sich die Kontrahenten oftmals mehr als 30 Runden durch den Ring prügelten. Selbst das Datum des Weltmeisterschaftskampfes, der Unabhängigkeitstag, ist eine Referenz an den denkwürdigen Boxkampf zwischen dem ersten schwarzen Weltmeister Jack Johnson und Ex-Champion Jim Jeffreys am 4. Juli 1910, dessen Ausgang mit der Verteidung Johnsons Titels schwere Rassenunruhen auslöste.

Rocky ist ein großartiger durch und durch amerikanischer Film, der trotz seiner Simplizität eine unglaubliche Vielschichtigkeit vorweisen kann. Die zu spüren ist, wenn Rocky zu der Fanfaren Bill Contis siegesgewissen Titelthemas Gonna Fly Now die Treppen zur Kongresshalle empor läuft. Dessen Entstehungsgeschichte den Mythos von dem der Film erzählt selbst zu bestätigen scheint. Der bis dahin als talentiert geltende jedoch mäßig erfolgreiche Schauspieler Sylvester Stallone schaffte es mit seinem Drehbuch und seiner Rolle bis ganz nach oben. Er hat sich seinen Ruhm verdient.

9/10 Punkte

Kommunikation für Dummies

19-Sep-82 11:44    Scott E  Fahlman             :-)
    From: Scott E  Fahlman 

    I propose that the following character sequence
    for joke markers:

    :-)

    Read it sideways.  Actually, it is probably more 
    economical to mark things that are NOT jokes,
    given current trends.  For this, use

    :-(

Rolf Rüssmann *13.10.1950 +02.10.2009

Die Leute sagen, heute feiert man erst mit 50 Jahren seinen 30. Geburtstag. Umso tragischer erscheint die Nachricht vom Tod Rolf Rüssmanns, der am gestrigem Tage nach langjährigem Krebsleiden verstarb.

Rolf Rüssmann gehört zur Jahrhundertelf des FC Schalke 04, und erzielte in 304 Partien für den Club als Abwehrspieler 30 Tore. Nach sechs monatiger Tätigkeit als Manager des Vereins trat er im August 1987 aus freien Stücken aufgrund eines Streits mit dem damaligen Präsidenten Günter Siebert von seinem Amt zurück.

Von 1990 bis 1998 war Rüssmann Manager bei der Borussia Mönchengladbach. 1995 gewann Gladbach mit dem DFB Pokal den letzten Titel, nachdem Rüssmann den Verein mit hervorragenden Spielerverpflichtungen, wie denen von Martin Dahlin, Heiko Herrlich oder Patrick Andersson, zurück an die Bundesligaspitze führte.

Nachdem Rolf Rüssmann im Februar 2001 den Managerposten beim VfB Stuttgart übernahm, wurde er schließlich keine zwei Jahre später nach Streitigkeiten um Finanzen vom damaligen Trainer Felix Magath aus sein Amt gedrängt. Ein Jahr zuvor konnte man noch gemeinsam im letzten Heimspiel gegen den FC Schalke den Abstieg des VfB in die Zweite Bundesliga verhindern. Seinem ehemaligen Verein Schalke kostete dieser Sieg die Meisterschaft. Nach Rüssmanns Demission in Stuttgart wurde es in der großen Öffentlichkeit sehr ruhig um den Fußballspieler, dem ein Weltmeisterschaftstitel mit höchster Wahrscheinlichkeit lediglich aufgrund einer Jugendsünde verwehrt blieb.

Arbeit für den Rekorder 03. - 09. Oktober

So, letzte Woche haben wir das Zombieprogramm unter die Lupe genommen. Und ja, es war riesig. Dabei hatte ich doch die schönsten Zombiestreifen aus Zeitgründen auslassen müssen, z.B. Utta Danellas Schokolade im Sommer heute Nacht um 4:30 Uhr auf 1FES. Schokolade im Sommer, jeder weiß, daß das in den meisten Fällen mächtig in die Hose gehen kann. Vor allem visuell.

Diese Woche checken wir aus gegebenem Anlaß das Wiedervereinigungsprogramm ab. Feiert schön mit Gold-Broiler und Afri-Cola für alle. Und falls doch die eine oder andere Magnum Flasche Rotkäppchen geköpft wird, bitte den Benz in der Garage stehen lassen. Gilt auch für JMK, dessen Tipps mal wieder die nächste Runde dieser mittlerweile ein wenig eingefahrenen und dringend nach Neuerungen schreienden Rubrik eröffnen.

Halloween Wunschfilmreview Spezial

Vor hundert Jahren gab es im ZDF eine Sensation. Da im Sommer samstagabends eh keine Zuschauer vor die Glotze zu bekommen waren, entschloß man sich in Lerchenberg kurzerhand die wenigen Zuschauer ohne Grill, Freunde oder Gartenlaube von der ARD wegzulocken indem man ihnen das Gefühl gab der Programmdirektor zu sein. Per TED durften die Restzuschauer aus drei ollen Kamellen auswählen, von denen dann eine im Hauptprogramm gezeigt wurde. Das ging dann ungefähr so:



Gewonnen hatte am 10. August 1985 der Edgar Wallace Streifen (keine Ahnung ob das wahr ist, aber 1. Warum sollte dann Kabel 1 heutzutage im Sommer nur noch zwischen Edgar Wallace Streifen auswählen lassen und 2. Wer möchte schon samstagsabends eine französiche Romanverfilmung oder Intellektuellenkino sehen?). Natürlich waren das alles keine echten Wunschfilme, denn dann hätte man ja zwischen Emmanuelle, Eis am Stiel und Schulmädchenreport 1 bis 8 wählen dürfen, also den Filmen, die RTL schon bald groß werden lassen sollten.

Ich finde die Idee immer noch wunderbar, und deshalb gibt hier von nun an zu besonderen Tagen ein Wunschreview. Da ich nicht das ZDF oder Kabel 1 bin, darf zwischen echten Knallern gewählt werden. Das erste Wunschreview erscheint am 31. Oktober, jedem sollte klar sein was das heißt.



Abgestimmt wird rechts in der Sidebar, ihr dürft natürlich so oft abstimmen wie ihr möchtet. Ich weiß nicht wie hartnäckig das Voting Widget von Blogger ist, falls es Probleme gibt einfach Cookies löschen oder neu einwählen. Wenn das auch nichts bringt Betriebssystem neu aufsetzen. Ihr könnt auch Mehrfachstimmen abgeben, also bei Film 1 und 2 gleichzeitig einen Haken setzen. 

The real Top Ten Best 80s Songs ever (V)

Ohne Worte ...